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MTV Chef geht

Elmar Giglinger, Senior Vice President bei MTV Networks Germany, hört zum Jahresende auf. Ginglinger war für MTV, VIVA und zeitweise auch Comedy Central verantwortlich. Er hatte die bisherige Linie von MTV weniger Musik und mehr Shows entscheidend geprägt. Ob sein Abschied mit den massiven Einsparungen bei MTV Networks Germany zusammenhängt ist nicht bekannt, aber anzunehmen. Vielleicht wollte es auch ihm nicht einleuchten, dass trotz eines massiven Zuwachses von 12% in der Zielgruppe im letzen Jahr, solchen massiven Einschnitte vom Mutterkonzern Viacom diktiert werden. DWDL.de zitierte ihn mit „[..]ich möchte insbesondere meinem Team für die wunderbare Zusammenarbeit danken„. Das sagt einiges und nichts, aber wer weiß, vielleicht sickert ja noch etwas durch. Übrigens ist dies schon der zweite relativ überraschende Abgang bei dem Musiksender, erst im Mai hatte Catherine Mühlemann als langjärige Deutschlandchefin aufgehört
Wieviele Zuschauer aufhören werden MTV zu gucken, wenn das Programmangebot noch dünner wird, wird sich noch zeigen…

Mehr zu den Kürzungen bei MTV:

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Hilfe, Stefan Raab ist lustig!

TV Total ist ja eigentlich schon lange zur Dauerwerbesendung verkommen. Ob für Musikacts, andere Brainpool Comedians oder eines der zahlreichen Super Events von Stefan Raab. Die Sendezeit füllt man dazu eben mit möglichst vielen Gästen oder langweiligen Spielchen wie „Blamieren oder Kassieren„.
Stefan Raab lässt das normalerweise über sich ergehen, leiert seine Gags herunter und bereitet sich mental auf seine nächstes Megaevent vor.

Nicht so gestern. Stefan Raab lief plötzlich zu echter Größe auf, als er sich über die hauseigene Alienshow mit Uri Geller lustig machen durfte. Genüsslich nahm er die Show auseinander und hatte für die glücklicherweise gefloppten Show jede Menge bissige Kommentare übrig. Gekrönt wurde das ganze von einer fingierten Erklärung von Pro 7 in der sie sich für die unglaublich schlecht Show entschuldigten. „Man hätte vorher nicht wissen können, dass die Show so schlecht wird und das die Aliens nicht antworten.“

Stefan Raab kann bei all dem natürlich besonders gut Lachen, schließlich hat er mit „Schlag den Raab“ wie man bessere und vorallem erfolgreichere Samstagabendshowunterhaltung macht.

Nächster Höhepunkt waren Stefan Raabs Kommentare zum Parteitag der Grünen. Cem Özdemir taufte er kurzerhand „Türken-Elvis“.

Da war er wieder. Ganz kurz. Dieser Sarkasmus, der erahnen lies, warum man Stefan Raabs Show einst von 1 mal wöchentlich auf 4 die Woche ausgedehnt hatte.

Leider war dieser Moment mit den Gästen dann wieder passé. Eine junge Manga Zeichnerin war zwar vielleicht interessant, aber zu aufgeregt um locker über das Thema zu reden und Stefan Raab zu ahnungslos von dem Thema um gezielt zu fragen.
Dann durfte sich als abgehalfterter Comedian noch Mike Krüger mit seiner neuen CD präsentieren. Das einzig Lustige an dieser CD scheint tatsächlich der Name zu sein „Zweiohrnase“, sonst schaffte es nicht ein Gaga von ihm zu zünden und das Lied „Ein Korn, der deinen namen trät“ war wirklich mehr als dämlich. Allerdings hatte Stefan Raab auch für Mike Krüger, bei dem er es sich eher traute als bei der Schülerin zuvor,noch den ein oder anderen bissigen Kommentar.

Seine Abmoderation war übrigens: „Jetzt kommt Galileo Mystery, Live aus der Ukraine.

Und ich schließe mit der Frage, gibt es vielleicht irgendwo da draussen doch noch eine deutsche Late-Night-Show, die lustig ist?

Mehr zu Uri Gellers Alien Wahnsinnbei DWDL.de, stefan-niggemeier & SpOn

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Featured Netz & Politik

Wenn das Internet unterschätzt wird…

Wer in der letzen Zeit die Blogszene verfolgt hat, hat von dem Fall schon gehört.

Es geht um DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger gegen den unbedeutenden kleinen Blogger und freien Sportjournalisten Jens Weinreich.
Dr. Theo „20er“, wie er inzwischen liebevoll gennant wird, (wann sagt wohl der erst falscher 50er?) dachte wahrscheinlich, er hätte das perfekte Opfer gefunden, um einmal ein Exempel zu statuieren, was passiert, wenn jemand sein Majestät ihn beleidigt. Er veklagte Jens Weinreich, weil dieser ihn in einem Kommentar auf www.direkter-freistoss.de, aus gegeben Anlass, einen „unglaublichen Demagogen“ genannt hatte. Der DFB-Präsident versuchte eine einstweilige Verfügung zu erwirken. Doch er scheiterte mit diesem Vorhaben gleich zweimal und bekam wohl langsam kalte Füße. Denn es regt sich durchaus Widerstand. Vor allem durch Jens Weinreich selbst, der das gesamte Vorgehen in seinem Blog öffentlich machte. Doch auch andere Blogger sprangen ihm bei. Die Sache wuchs Zwanziger über den Kopf, schließlich hatte er Weinreich nur als eine kleine unbedeutende Station auf seinem Weg zur angestrebten „Kommunikationsherrschaft“ (Noch ein Grund, weshalb Zwanziger "Demagoge“ nennen könnte) betrachtet. Deshalb entschloss er sich das ganze kurzerhand zu beenden.

Er verschickte eine Pressemitteilung an alle im DFB-Verteiler enthaltene Journalisten, einige Bundestagsabgeordnete und das ganze auf der DFB Homepage veröffentlichte. In dieser behauptete er, Jens Weinreich habe sich inzwischen quasi entschuldigt und stellte das ganze noch einmal aus seiner Sicht dar.
Er nutze seine Kommunikationsmittel und hoffte, ja erwartete, dass die „Qualitätsmedien“ diese Darstellung übernehmen und er so doch noch den „Sieg“ über den doch-nicht-so-kleinen-Blogger davon tragen würde.

Offenbar ist ihm nicht bewusst, dass Journalisten inzwischen als ersten Punkt ihrer Recherche googlen und, dass sie, schon allein aus Angst selbst darin aufzutauchen, den Blog Stefan Niggemeiers lesen. So mussten sie zwangsläufig auf die Darstellung Weinreichs stoßen. Die doch einiges wahrheitsgetreuer anmutet, als die offizielle des DFB.
Und so kann man jetzt in der Frankfurter Rundschau, beim Gießener Anzeiger auf ntv.de und im Deutschlandfunk einen großen Teil der Wahrheit lesen, bzw. hören kann.

Theo Zwanziger hatte das Internet unterschätzt.

Dieser Fehler ist am Wochenende noch jemandem unterlaufen. Lutz Heilman.

Follow up:

Ein Name der über Nacht ein Begriff wurde, weil auch er die Regeln des Internets nicht kannte. Heilmann war nicht zufrieden mit der Darstellung seiner Biografie auf Wikipedia.de. Anstatt die Möglichkeiten der Korrektur auf wikipedia.de selbst nutzte und den Artikel bearbeitete ging er den „einfachen“ Weg. Vor Gericht.
Einstweilige Verfügung. Die Weiterleitung von wikipedia.de wurde unterbrochen. 100.000 Artikel wren nicht mehr direkt verfügbar.
Millionen von deutschen Internetnutzern wurden ins Leere geleitet.
Das Lustige: Gesperrt war nur die Adresse www.wikipedia.de, die Artikel liegen auf einem Server in den USA und sind unter http://de.wikipedia.org/ die ganze Zeit weiter erreichbar gewesen. Und dort wurde der Artikel nun umso häufiger abgerufen:


von recentchanges.de

Lutz Heilmann wurde Opfer des sogenannte Streisand-Effekt. Durch seine spektakuläre Sperre zerrte er die Dinge über seine Person noch mehr in die Öffentlichkeit. Und ruinierte ganz nebenbei an einem Wochenende nicht nur seinen Ruf, sondern den seiner ganzen Partei.
Die Linkspartei, schon bisher argwöhnisch beobachtet, steht nun endgültig als demokratiefeindliche, zensurwütige Partei da. Als SED-Nachfolger.
Auch er unterschätzte die Wirkung des Internets. Er unterschätzte die Popularität der Internetseite Wikipedia. Und ihre Symbolkraft für freie Meinung und freies Wissen.

Wikipedia unterdessen kann sich freuen. Erreichte einen Spendenrekord und die Spenden gingen vielfach mit dem Hinweis ein, dass sie als Unterstützung des Kampf für freies Wissen und gegen die Linkspartei sind.

Es gibt noch einen dritten, dem das Internet in seiner Tragweite nicht bewusst ist: ORF-Programmdirektor Wolfgang Lorenz. Bei einer Podiumsdiskussion sprach er von dem Scheiß-Internet(inzwischen ein geflügeltes Wort der Blogosphäre). Er ging sogar noch weiter. Im Verlauf wurde klar, dass er von dem Internet, in das sich die Jugendlichen „verkrümeln„, keine Ahnung hat. Er forderte die Jugend auf, die seinem Sender als Zuschauer zunehmend fehlen, sich doch mal öffentlich zu melden. Das sie das im Internet zu tausenden tun, hat er nicht wahrgenommen, es ist ihm auch „scheißegal„.

Dieser Mann macht Fernsehen. Ist Programmdirektor. Hat eine Mitsprache an der Gestaltung und zukünftigen Entwicklung des Programms. Und keine Ahnung vom Internet! Offensichtlich hat er noch nicht mitbekommen, dass das Internet bei den
Jugendlichen das Fernsehen als Leitmedium längst abgelöst hat. Wie kann er seinem Sender dienen, wenn er nicht weiß, was die Zukunft bringt? Wenn ihm das junge Publikum abhanden kommt und er nicht bereit ist darauf einzugehen?

Wie ist so jemand für seinen Sender tragbar? Wie ist ein Lutz Heilmann für die Linkspartei weiter tragbar? Und wie ein Theo Zwanziger für den DFB?
Und dann wundern sich Institutionen aller Art, dass ihnnen der Nachwuchs fehlt, wenn sie an entscheidenden oder zumindest repräsentativen Punkten Perosnen sitzen haben, die offensichtlich keine Ahnung von der aktuellen, geschweigenden zukünftiger Entwicklung haben?

Diese drei sehr verschiedenen Beispiele und ihre Auswirkungen zeigen, dass sich Organisationen das, wollen sie zukunftsfähig bleiben, nicht mehr leisten können. Sie verprellen die Zielgruppe!

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Featured Flimmern & Sehen Großes Kino

Er sagt nicht „Bond, James Bond“!

Der neue Bond ist der wohl intelligenteste bisher.
Zwar ist die Handlung nicht ganz so vielschichtig und wendungsgespickt wie beim letzten Teil, aber wie es scheint ist man wirklich endlich weg von den ewig gleichen Bondklischees, die die kreative Freiheit einschränkten und es unmöglich machten eine Geschichte zu erzählen, in der nicht alles vorgegeben war, weil alle Running Gags vorgegeben waren und abgehandelt werden mussten.

Danke, denn bei „Die Antoher Day“ war es wirklich kaum auszuhalten. Man war nur noch damit beschäftigt, die eigenen Superlative zu übertreffen. Das Auto brauchte jedes Mal ein neues Feature, aber als es dann unsichtbar war, war eigentlich alles in diese Richtung erfüllt.
Jedes Mal musste die Erde eigentlich direkt und insgesamt bedroht sein. Aber wie viele Satelliten mit versteckten Laser-Atombomben-Waffensystemen sollten noch um die Erde schwirren?

Davon ist man mit Daniel Craig abgerückt. Deutlich. Erstmal spielen die neuen Bonds ja quasi vor den alten (That’s real StarWars Shit!). So hat man sich von dem Techniksuperlativen losgesagt (Wobei M im neuen Bond fast über die selbe Technik verfügt wie CNN). Was auch deshalb konsequent war, weil es schließlich gab eh keinen Ersatz für „Q“ gab(so sehr ich John Cleese mag).
Ausserdem ist man, wie auch im letzten Bond, deutlich näher zu einem realistischeren Verbrecherbild gekommen. Es gibt nicht mehr die verrückten Superbösewichte mit Riesenwaffen, sondern sie sind viel zivilisierter und dennoch ist die Bedrohung gerade dadurch viel direkter und akuter, als durch einen Riesensatellit.

Auch hat man sich, zumindest für diesen Teil, ein großes Stück weit vom Sex getrennt. Von der einen Sexszene sieht man eigentlich gar nichts und das wirkliche Bondgirl geht gar nicht in die Horizontale. Aber schließlich hat Bond ja auch noch den Verlust seiner Liebe verdauen, denn dieser Film ist eine direkt Fortsetzung des letzten Teils. Ohne den vorherigen Teil gesehen zu haben, kann man hier gar nicht mitkommen, denn schließlich ist der Tod von Vesper immer noch ungerächt…

Follow up:

P.S.: Wovon man sich nicht losgesagt hat ist das Product Placement, aber das gehört ja schließlich auch zu Bond, wie der einmalige Humor und der stets passende Spruch auf den Lippen. Aber bemüht man sich nicht um realistisches Product Placement? Es hat schon sehr skurrile Züge, wenn es in mitten der staubigsten Wüste nur so vor nagelneuen, blitzblanken FORD-Modellen wimmelt…

Apropos:

UPDATE: Irgendwie war ich mit meiner Kritik schneller als alle anderen. :D Was Spreeblick dazu meint hier.

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Netz & Wort

McCain, der Lüstling!

Wer kennt es nicht, dieses eine seltsame Photo nach dem letzten TV Duell gewundert hat, auf dem McCain Obama hinterherhechelt und das ob seiner symbolischen Aussagekraft an jeder möglichen und unmöglichen Stelle abgedruckt wurde. Und wer sah dadurch nicht seine Fantasie angeregt was sich alles in diesem Gesicht wiederspiegelt?

Diese Seite hat noch viel mehr dieser Fantasien mit Hilfe von Photoshop sichtbar gemacht, und wer will kann auch seine eigene Assoziation mit dem lüsternden McCain einschicken.

[via Admartinator; blogsurdum]

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Musik

Bushido & Karel Gott – „Für immer jung“

Ab 19.00Uhr gibt es auf http://kingbushido.de das Video zu Bushidos neuer Single „Für immer jung“. Über diesen Song wurde ja vorher schon viel gredet, da er den Schlagerstar Karel Gott featured. Eine durchaus ungewöhnliche Kollaboration für einen Gangsterrapper. Aber der Song „Für immer jung“ ist auch aussergwöhnlich.

Den er handelt nicht von Problemen aus dem Ghetto, die nur die harten Gangster nachvollziehen können, von Drogen verticken oder Schlägererein. Sondern
von einem Problem, dem wir uns alle stellen müssen und einem uralten
Thema in der Lyrik.
Der eigenen Vergänglichkeit und der Vergänglichkeit der Eltern. Das weder sie noch wir „für immer jung“ bleiben.

Bushido wird auf diesem Lied endlich mal wieder persönlich und schafft es so
mich mal wieder zu faszinieren und mitfühlen zu lassen. Er lässt einen seine eigene Betroffenheit durch die Krankheit seiner Eltern spüren und schafft es einen in die Kindheit zurück zu versetzen. Und Karel Gott nimmt die Position des Alten ein. Der auch die Moral singt:
Genieße dein Leben und jeden Moment, denn schließlich bist du nicht „für immer jung“.

Ich finde den Song großartig, den er sorgt dafür, dass ich mich nicht länger schämen muss, zu sagen: „Ich habe dereinst die größte Bushido-Fanpage ins Leben gerufen.“

>>Bushidos Album bestellen<<

P.S.: Gespannt bin ich ja was diese Zusammenarbeit kommerziell für Auswirkungen hat, ob Bushido es schafft mit Karel Gotts auch andere Schichten zu erreichen und ob er zum Beispiel auch mehr Radioairplay bekommt.

UPDATE: Also ich muss schon sagen, dass Video ist eines der schönsten Mercedes Werbespots seit langem. Das dürfte sich kommerziell ja schon mal gelohnt haben.

B) <- Karel Gott RayBan Smiley

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Featured Politik

Peter Sodann, die deutsche Sarah Palin?!

Nach Herrn Reich-Ranicki betreibt nun auch Peter Sodann Rundum-Medien-Bashing.

Meldung vom Presseportal und die Zitate von Herrn Sodann:

„[Die Medien haben] natürlich auch Schuld daran, dass unser Volk
möglicherweise nicht auf der Höhe seiner Denkfähigkeit ist“

„[Wenn] jemand die Frankfurter Allgemeine Zeitung [liest] –
oder wie sie alle heißen, diese Zeitungen, dann bin ich schon voller
Grauen. Ich möchte dann aus dem Flugzeug aussteigen und nebenher
laufen, aber das geht nicht.“

„Ich guck mir oftmals die BILD-Zeitung an, da
weiß ich dann, was die anderen Zeitungen schreiben, und das reicht
mir eigentlich.“

Nur um uns das nochmal Klarzumachen, Peter Sodann ist Tatortkommisar (gut, die dürfen von mir aus sowas sagen), aber er ist eben auch Kandidat für das Amt des Bundespräsidenten!!!

Gerade heute, hat uns der Professor in der Vorlesung erzählt, was wir Leuten sagen sollen, die sagen „Ach, in den Zeitungen steht eh nur Mist!“. Nämlich, dass ohne Medien Demokratie nicht funktioniert. Schließlich haben Medien den Auftrag zur öffentlichen und politischen Meinungsbildung beizutragen und das Sprachrohr zwischen Bürgern und Politik zu sein.

Irgendwie seltsam wenn ein Kandidat für das höchste Amt der Bundesrepublik so über ein Zentrales Organ der Demokratie spricht.
Aber er hält unsere Demokratie ja sowieso für „beschädigt“ und geht davon aus, dass auch nach der Wende Medienzensur gebe.

Um das zu verbessern vertrauen wir am Besten in Sie, Frau Palin.

Aber vielleicht tue ich ihm da auch Unrecht, Sarah Palin kannte keine Tageszeitung die sie angeblich liest. Er liest immerhin Bild….

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Featured Flimmern & Sehen Kleines Fernsehen Musik

Nachtrag zu den Kürzungen bei MTV

Es sind weitere Details zu den Sparmaßnahmen bei MTV Networks Germany bekannt geworden.
So sind nicht nur 11 Mitarbeiter gekündigt wurden, es es werden wohl auch die auslaufenden Verträge von bis zu 50 weiteren Mitarbeitern nicht verlängert. Damit sind also insgesamt an die 60 Mitarbeiter von den Einschnitten betroffen.
Ausserdem werden bis Jahresende keine Dienstreisen mehr gestattet.

Auf der freiwerdenden Frequenz von Comedy Central, dass ja mit Nick zusammengelegt wird, plant man kein neues Sendekonzept.
Auch zu den gestrichenen Sendungen gibt es Neuigkeiten, so werden die Genreprogramme Urban und Rockzone gar nicht komplett gestrichen, sondern sollen als Clipstrecken weiterlaufen.

Was sonst noch übrigbleiben soll von MTV ist nicht klar.
Gibt es jetzt wieder Musik bei MTViva aber ohne redaktionelle Betreuung? Youtube ohne Suchfunktion im Fernsehen?
Sollte das Musikfernsehen nicht eher schauen, dass es Qualität bietet um sich von den Web2.0 Angeboren abzusetzen? Sollte es nicht schauen, dass es Hintergrundinformationen aufbereitet? Den Zuschauer tiefer in die Materie einführt?

Das ist es doch was das Fernsehen noch vom Internet unterscheidet, und worauf es seine Zukunftsberechtigung bauen darf.
Deswegen denke ich hat sich Viacom mit diesem Schritt höchstens kurzfristig saniert, aber langfristig sicherlich viel verbaut. Aber so ist das wohl, wenn Controller über Inhalte bestimmen.

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Das Ende des deutschen Musikfernsehens

Jeder Musikfan, der bisher dachte: „Finanzkrise, was interessiert mich das?“ oder „Finanzkrise? Ich bin zum Glück nicht betroffen!„, wird nun eines besseren belehrt. Denn durch die Finanzkrise, droht auch der Medienbranche eine Krise, aus Angst vor aubleibender Werbung und schrumpfenden Einnahmen. Und gerade für das Deutsche Musikfernsehen hat eine dunkle Stunde geschlagen.

Schon gestern abend wurde bekannt, das der Sender Comedy Central in siner bisherigen Form eingestellt wird. Erst 2 Jahre ist das ambitionierte Projekt alt, aber man hat die Erwartungen, aus eigener Sicht und mit Sicherheit auch aus Sicht der Zuschauer, nicht erfüllen können. So hieß es am Anfang man wolle ein Viertel des Programms mit Eigenproduktionen bestücken und diesen Anteil eventuell sogar noch erhöhen. Doch viele der selbst produzierten Inhalte zündeten nicht (vorallem, weil sie zum Großteil schlicht und ergreifend nicht lustig waren) und wurden wieder abgesetzt.Und noch vor einem Monat hieß es: „Bei Comedy Central ist sicher noch sehr viel drin. Wir haben in diesem Jahr in der Primetime schon um 48 Prozent zugelegt
und gehen im Oktober mit einem neuen Programmschema auf Sendung“.
Doch nun ist es nichts mit neuem Programmschema, beziehungsweise, das Programmschema sieht so aus, dass zum Jahreswechsel nicht mehr als eigenständiger Sender agiert, sonden zum Programmfenster bei dem Kinder- und Cartoonsender Nick! zusammenschrumpft. Ab sofort heißt es dort von 20.15 Uhr bis 6 Uhr in der früh: „Ich bin Michaela Schaffrath und Sie gucken Comedy Central!“.(Um den Audience-Flow zu garantieren zeigt man übrigens als erstes mit „Family Guy“ und „Futurama“ zwei Cartoon-Serien) Wenigstenshat man sich ja bei Viacom inzwischenvon der Call-In Show „Money €xpress“ getrennt, so dass noch ein paar Stunden für Comedy übrigbleiben.
Allerdings wird man diese Zeit nicht mit den zu Beginn noch angekündigten Eigenproduktionen füllen und so „nicht nur Mainstream“-Comedy zu fördern, sondern man füllt diese Zeit vorallem mit „billigerer Lizenzware“. Was da dann an deutschen Comedians übrigbleibt ist nicht sicher. Zumindest hat man sich jetzt die Wiederholungsrechte für „Rent-a-Pocher“ eingekauft und eventuell wird auch die ambitionierte Show „Nightwash“ weitergeführt, aber wie gesagt: nichts ist sicher in Zeiten der Krise.

Womit wir eben bei den Musiksendern wären:
MTV (Deutschland) und Viva stellen massiv ihre deutschen Programme ein. Wobei das natürlich nicht MTV Networks Germany und Viva selbst beschlossen haben, sondern die Eigentümer von Viacom, denen eben die MTV Senderfamilie gehört.
11 Entlassungen drohen bei MTV. MTV TRL gibt es nur noch einmal die Woche. Gar nicht mehr gibt es, haltet auch fest: Das MTV News Mag, MTV Rockzone, MTV Masters (!?!) und MTV URBAN!
Bei Viva wird „Viva Live!“ auch nicht mehr täglich, sondern nur noch 3 mal wöchentlich zu sehen sein. Und „Viva feat.“ wird ebenfalls drastisch reduziert.
Nun sagt mir mal was da noch an Eigencontent übrigbleibt?
Das schlimmste ist eigentlich die Begründung:

„Hintergrund der Entscheidung ist die Optimierung der Kostenstruktur
und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Sender, insbesondere
angesichts der herausfordernden aktuellen wirtschaftlichen Lage und der
schlechten Prognosen für das kommende Jahr.“ -Viacom Unternehmenssprecherin Stössinger gegnüber DWDL.de.

Es geht also nicht mal um den mangelnden Erfolg der Sendungen, sondern lediglich um die zu hohen Kosten. Es liegt nichtextrem schrumpfenden Einnahmen, sondern an dem Willen den Gewinn zu steigern und der Angst dieEinnahmen könnten sinken.

Die Hälfte des deutschen Musikfernsehens starb schon, als Viva von Viacom übernommen wurde und nun fällt auch noch der lumpige Rest dieser Heuschreckentaktik zum Opfer.
Wer bei der Berliner Zeitung noch nicht verstanden hatte, was Fremdinvestoren für einen verheerenden Einfluss auf die Medienlandschaft haben können, wird es nun hoffentlich begreifen.

Eine Hoffnung bleibt: Das die freigewordenen Sendeplätze endlich wieder mit Musik bestezt werden. Allerdings befürchte ich uns blühen einfach noch ein paar weiter Datingshows und Partnersuchen mit immer „neuen“ Konzepten…

[Quellen: DWDL.de [1],[2], Faz.net, medienpraten.tv]

UPDATES:

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Bücher

Apples von Richard Milward

„Apples“ heißt der Erstling des 1984 geborenen Briten Richard Milward, der in diesen Tagen in deutscher Übersetzung im Blumenbar Verlag erscheint. Aufgewachsen in Middlesbrough, verlagert der Autor die Handlung des Buches in eben diese Stadt und gibt dem Leser einen unbeschönigten Eindruck davon, wie es ist, dort seine Jugend zu verbringen. Partys, Drogenexzesse und Sex dominieren das Leben der Teenager.

Nicht ohne Grund wurden die Hauptfiguren von „Apples“ auf die Namen Adam und Eve getauft. Die Rollenverteilung steht der in der Bibel in nichts nach – Adam ist der nette Typ von nebenan, Eve hingegen wird von der Sünde nahezu angezogen. Während Adam von seinem Vater beim Wichsen auf dem Dachboden erwischt wird, ist Eve schon längst zu der Erkenntnis gekommen, dass Jungs einen eher lecken, wenn man den Intimbereich rasiert hat – gegensätzlicher könnte es kaum sein.
So weit, so gut. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn Adam seinen Schwarm Eve aus dieser Welt rausholen könnte, doch da das Leben kein Ponyhof ist, ist genau das Gegenteil der Fall – langsam, aber sicher erhält Adam Einzug in die Partywelt. Ob er dadurch an Eve heran kommt, verrate ich nicht, nur so viel: Ein Walt-Disney-Happy-End sieht jedenfalls anders aus.

Während OPT-Leser sich hoffentlich eher mit Adam identifizieren, sei noch gesagt – das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben. Meist informieren Eve und Adam aus der Ich-Perspektive über das Geschehen – wobei sich schon deutliche Unterschiede ausmachen lassen – aber auch anwesende Schmetterlinge, Straßenlaternen und Mitschüler kommen ab und zu zu Wort. Das ist natürlich insofern interessant, als dass man auch mal sehen kann, wie die Anderen so denken, statt nur in seiner eigenen Gedankenwelt zu verharren.
Warum will Claire mit dem Typen zusammen sein, der sie auf der Party, während sie ohnmächtig war, vergewaltigt hat? Weiß sie das denn nicht, dass er das war? Doch, sie weiß es. Aber aus der Perspektive des Mädchens macht es plötzlich Sinn.

Diese Woche waren Ferien […] und der einzige Junge, der sich blicken ließ, war Clinton; […] er hatte die Angewohnheit, einen zu vergewaltigen, aber er war meine einzige Chance auf eine ernsthafte Beziehung.

Na, da sieht man das doch gleich mit ganz anderen Augen und findet die Entscheidung nachvollziebar, oder?
Auch Eve hat ihre ganz eigene Sicht der Dinge, was Jungs angeht.

Jungs waren wie Hunde. Alle wollten sie ihre dicken, triefenden Schwänze in einen reinstecken, einen danach nie wiedersehen und es dann bei der Nächsten versuchen. Mädchen waren dagegen viel anspruchsvoller und reifer, also liefen Debbie und ich Arm in Arm los, um uns weiter zu besaufen.

Weibliche Logik ist eigentlich vollkommen simpel, oder? Hat auch einige Schwänze gedauert, bis Eve das rausgefunden hat. Andererseits ist es ihr dann aber auch nicht recht, wenn er am nächsten Morgen noch was von ihr wissen will.

Sein Schwanz war schlaff von den Poppers. Wir blieben bis acht oder neun im Bett, uns dröhnten die Köpfe als hätte jemand einen Eimer drübergestülpt. Ich zog meine Calvin-Klein-Unterhose an und ging ins Bad. Er wollte natürlich, dass ich zurück ins Bett kam, aber ich war zu fertig, und morgens fand ich Anfassen immer eher unangenehm. Mein Hirn war wie weggeblasen. Ich macht mich kurz frisch, dann brachte er mich zur Bushaltestelle, und ich musste ihm einen Abschiedskuss geben, aber es war mir egal, ob er mich anrufen würde. Unser Atem roch süßlich wie ein Müllwagen.

Abschließend noch ein paar Worte vom Autor:

Als ich 15 Jahre alt war, schien das ein wirklich seltsames Alter zu sein, in dem Mädchen plötzlich zu Frauen heranreiften, während Jungs immer noch eher zuhause blieben und Computer oder Fußball spielten, ein gewaltiger Abstand also. Die einzige Chance für mich, auszugehen und zu trinken war damals also, mit Mädchen unterwegs zu sein. Ich glaube, es ist generell ein Albtraum, auf der ganzen Welt, aber besonders in Nordengland, wie extrem Mädchen von Jungs belästigt werden, und damals habe ich wirklich eine starke Empathie entwickelt, ich habe großen Respekt vor Mädchen bekommen, und ich konnte die Dinge viel mehr aus ihrer Perspektive sehen, anstatt einfach nur zu versuchen, sie ins Bett zu kriegen. Deshalb habe ich, glaub ich, das Buch geschrieben.

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