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Auf diesem Buch basiert Netflix Lupin

Auch der Netflix-Hit Lupin basiert auf einem Buch. Der Charakter Arsene Lupin wurde vom französischen Schriftsteller Maurice Leblanc ersonnen. Der verfasste etliche Büchern mit dem Held, in denen er immer neue Abenteuer erlebt. Damit ist Lupin ein wenig die französische Antwort auf Sherlock Holmes. Mehr noch, es gibt sogar Bücher in denen der französische Meisterdieb Arsène Lupin gegen den Londoner Meisterdeketiv Antritt. Allerdings wurde er aus Urheberrechtlichen gründen kurzer Hand in Herlock Sholmes umbenannt.

Die Netflix Lupin Buchvorlage

In der Netflix Serie Lupin wird auch das Buch von Maurice Leblanc nicht direkt adaptiert. Stattdessen folgen wir dem Charakter Assane Diop (Omar Sy) der als Kind das Buch „Arsene Lupin – Der Gentleman Gauner.“ Und dem eifert Assane dann im späteren nach. Beispielsweise gibt er sich stets Synonyme dessen Anagramme Arsene Lupin ergeben und ist seinen Widersachern scheinbar immer einen Schritt voraus. ich zuletzt durch seinen Charme und seine Verwandlungskünste.

In Netflix Lupin bekommt Asenne das Buch über Lupin den Gentleman Gauner geschenkt
In Netflix „Lupin“ bekommt Asenne das Buch über Lupin den Gentleman Gauner geschenkt

Warum heißt die Serie Lupin?

Deshalb heißt die Serie Lupin, weil sie eindeutig von dem Buch von Maurice Lebanc inspiriert wurde und Assane in die Fußstapfen des Meisterdiebes tritt. Und ja, die Vorname klingen schon sehr ähnlich.

Mit Harry Potters Lupin* hat das in diesem Falle nichts zu tun. Remus Lupin aus Harry Potter heißt so weil Lupin auf lateinisch Wolf bedeutet.

Auf welchem Buch basiert Lupin?

Die Handlung in der Netflix Serie basiert allerdings nicht direkt auf dem Buch „Arsene Lupin – Der Gentleman Gauner*“. Sie folgt eher lose dem oben erwähnten Buch „Lupin gegen Herlock Sholmes – Der blaue Diamant*“. Schließlich geht es in beidem um enorm teuren verschwunden Schmuck, den Lupin, bzw. Assane trickreich entwendet während ihm die Gesetzeshüter auf den Fersen sind. „Arsene Lupin – Der Gentleman Gauner*“ ist aber der erste Band von Maurice LeBlanc von 1905, der auch auf deutsch erschienen ist. Erst danach folgten die Abenteuer mit Herlock Sholmes.

Es gab bereits etliche Verfilmungen der Lupin Bücher. Bereits 1932 gab es die Hollywood Adaption Arsene Lupin, der König der Diebe mit John Barrymore. Und zuletzt eine französische Adaption2004. Der Meisterdieb hat seinen Weg aber auch in diverse Comics, Hörspiele* und sogar Computerspiele gefunden. Die Netflix Serie arbeitet mit ihrer Lupin Adaption in die Moderne aber auch Themen wie Rassismus auf.

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Remake: Aus „Prinz von Bel-Air“ wird eine Dramaserie

Seit einem Jahr arbeitet Will Smith wohl schon an einem Remake des „Prinz von Bel Air“. Allerdings soll diesmal aus der Kult-Sitcom der 90ziger eine düstere Dramaserie werden. Die Grundlage dafür: Ein Trailer von Bel Air Superfans, der letztes Jahr viral ging.

Die grundlegende Story bleibt ähnlich: Der Teenager Will aus Philadelphia baut jede Menge Scheiße und muss daraufhin zu seinem Onkel Phil in das Reichenviertel Bel-Air ziehen. Doch während die ursprüngliche Sitcom daraus eine Menge Humor zieht, zielt die Neuauflage von „Prinz von Bel-Air“ darauf ab, die drunterliegenden, ernsthaften Themen anzusprechen. Rassismus bei der Polizei, der Kampf mit Gangmitgliedern und dem Gefälle zwischen Arm und Reich. Das kommt genau richtig, da wir gerade gesamtgesellschaftlich über „Black Lives Matter“ und Rassismus in der Polizei diskutieren. Deshalb soll das Remake des „Prinz von Bel Air“ wohl auch in die Gegenwart verlegt werden. Allerdings will die Neuauflage wohl die Vorgeschichte des ursprünglichen „Fresh Prince from Bel-Air“ erzählen.

Die Idee für das Remake kommt von Regisseur Morgan Cooper, der den viralen Trailer mit mehr als 7 Millionen Klicks produzierte. Will Smith zeigte sich begeistert und ist nun als Produzent mit an Bord.

Morgan Cooper soll als Co-Writer und weiterer Executive Producer die Entstehung begleiten, berichtet der Hollywood Reporter. Aktuell suchen die beiden bei verschiedenen Streamingdienstan nach einem Käufer. Im Gespräch sind Netflix, NBCs Peacock und HBO Maxfür für das „Prinz von Bel-Air“ Remake. HBO Max zeigt in den USA derzeit die Original Sitcom. In Deutschland kann man Will Smith gerade bei Amazon Prime und Netflix bestaunen. Wer sich hierzulande die Rechte sichert bleibt noch eine Weile abzuwarten.

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10 kostenlose Netflix Dokus

10 Dokus hat Netflix kostenlos auf YouTube gestellt. Weil gerade die Schule ausfällt, sollen Schülerinnen und Schüler diese Dokus kostenlos streamen können. Zunächst Netflix stellt die Dokus komplett in englischer Sprache auf YouTube, doch es gibt mittlerweile auch deutsche Untertitel.

Unter den 10 kostenlosen Netflix-Dokus sind die einige preisgekrönte komplette Reihen.

1. Unser Planet komplett kostenlos streamen

Zum Beispiel kannst du die Reihe „Unser Planet“ (Our Planet) streamen, komplett mit allen 8 Folgen. Um den Schulunterricht darüberhinaus zu begeleiten, stellt Netflix außerdem Zusatzmaterial bereit. Das findet man hier.

2. Staffel 1 von Abstract im kostenlosen Stream

Auch die komplette erste Staffel „Abstract“ lässt sich kostenlos Streamen. In der Netflix Dokuserie „Abstract – The Art of Design“ werden große Designer und Künstler portratiert. Das reicht von Innenarchitektinnen wie Ilse Crawford über Architekten wie Bjarke Ingels und Illustratoren wie Christoph Niemann. Hier stehen alle 8 Folgen der 1. Staffeln stehen kostenlos auf YouTube.

Zusatzmaterial zur ersten Staffel „Abstract“ gibt es auch hier.

3. Oscargewinner „Period. End of sentence.“ kostenlos streamen

Auch den Oscargewinner 2019 in der Kategorie „Kurzfilm Dokumentation“ kann man kostenlos schauen. „Period. End of sentence.“ heißt er im Original, auf Deutsch: Stigma Monatsblutung. Weil ein paar indischen Frauen kostengünstige, biologisch abbaubare Damenbinden herstellen lösen nebenbei eine sexuelle Revolution aus. 

Daraus entstand das Pad-Project, zu dem man hier mehr findet.

4. Die „Babies“ Netflix Dokureihe kostenlos streamen

Auch von der Dokureihe „Babies“ stellt Netflix fast die komplette Staffel kostenlos ins Netz. Von der Geburt, den ersten Worten bis zu den ersten Schritten zeigt die Doku in ihren Episoden, wie Babies aufwachsen und lernen.

5. Der Film „Knock down the House“ im kostenlosen Stream

Auch diesen Film gibt es kostenlos: „Knock down the House“ oder „Frischer Wind im Kongress“, wie er auf deutsch heißt. Darin wird unter anderem die bislang jüngste Frau Alexandria Ocasio-Cortez auf ihrem Weg in den amerikanischen Kongress begleitet.

Zusätzliche Infos.

6. Chasing Coral im kostenlosen Stream

Auch der Sundance-Gewinner „Chasing Coral“ findet sich kostenlos auf YouTube zum streamen. Die Dokumentation zeigt, wie die Korallenriffe als wichtiger Lebensraum verschwinden und wie schwierig es ist, das einzufangen.

7. Doku „Der 13.“ kostenlos streamen

Die Dokumentation „Der 13.“ (13th) bezieht sich auf den 13. Zusatz der amerikanischen Verfassung: “Neither slavery nor involuntary servitude, except as a punishment for crime whereof the party shall have been duly convicted, shall exist within the United States, or any place subject to their jurisdiction.” Dieser verbietet eigentlich Sklaverei. Doch die Doku wirft einen Blick auf das amerikanische Gefängnissystem und hier müssen die Insassen für kaum oder keinen Lohn arbeiten. Daran zeigt sich die andauernde Geschichte des Rassismus in den USA.

8. „Die Weißhelme“ Doku kostenlos streamen

Täglich erleben Zivilisten in Syrien Luftangriffe. Um einige Überlebende zu retten riskiert der Syrische Zivilschutz mit seinen weißen Helmen täglich sein Leben. Diese rund 40-minütige Doku zeigt ihren Alltag.

9. Die Netflix Serie Vox Explained kostenlos streamen

Die Webseite Vox produziert für Netflix ausführliche Erklärstücke. Einige der rund 20 minütigen Episoden hat Netflix kostenlos auf YouTube gestellt. Zum Beispiel wird erklärt, warum Frauen weniger verdienen, wie es zu einer weltweiten Wasserkrise kommt und wie der Aktienmarkt funktioniert.

10. ZION – Das Doku-Portrait kostenlos streamen

„Zion“ ist ein Porträt über den jungen Wrestler Zion Clarke, der ohne Beine geboren wurde. Er zog von Pflegefamilie zu Pflegefamilie, aber Wrestling war seine Konstante. Hier gibt es die Doku über ihn:

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Flimmern & Sehen TV Tipp

Macht Netflix den Serien-Konsum internationaler?

Achtung! Es wird jetzt gleich ein bisschen politisch – und das ist noch lange kein Grund, damit aufzuhören, diesen Text zu lesen. Politik soll jetzt bitte kein Trigger sein, der dazu führt, dass Ihr abbrecht. Einerseits ist Politik alles andere als langweilig, und andererseits geht es gleich mit Aliens aus Japan weiter, mit einem Superhelden aus der Türkei und einem südafrikanischen Polizisten, der keine Schmerzen mehr spürt.

Wir reisen zurück ins Jahr 1995. Der Politikwissenschaftler Benjamin Barber veröffentlichte sein Buch „Jihad vs. McWorld“, in dem es darum ging, dass (so beschreibt der Tages-Anzeiger das Werk kurz nach den Anschlägen des 11. September 2001) „es eine sehr enge Beziehung gibt zwischen den reaktionären Kräften des Islam und den Kräften von Modernität und Technologie. Jihand, die Ideologie des Heiligen Krieges im radikalen Islam, hat die Kräfte von McWorld benutzt, um McWorld zu zerstören“.

Was, verdammt, ist aus dieser kleinen, feinen Streamingkolumne geworden? Was macht dieser Professor für Zivilgesellschaft auf einmal hier?

Fersehen geprägt von den USA – oder eine Portion McWorld, bitte!

MacGyver Baywatch A-Team streamen

Ich finde es schön, dass Ihr noch hier seid. Und vergessen wir mal schnell den Jihad, sondern betrachten McWorld. Damit meint Barber nämlich vor allen Dingen die USA. Und Geduld! Der Zusammenhang wird gleich klar. Wirklich.

„McWorld ist das Produkt einer vom expansionistischen Kommerz hervorgetriebenen Massenkultur“, schreibt er. „Die Schablone ist amerikanisch. Die Waren sind sowohl Gegenstände wie Ikonen, ebenso ästhetische Kennmarken wie Markenerzeugnisse. Es geht um Kultur als Ware, um Accessoires als ideologische Versatzstücke.“

Wir nähern uns dem Punkt, der für dieses kleine Kolümchen wichtig wird. An anderer Stelle schreibt der Politikwissenschafter nämlich: „Wie andere Bestandteile der Kultur von McWorld werden Filme und Videos um so einheitlicher, je globaler sie verliehen werden.“ Mehr und mehr Menschen rings um den Globus würden sich Filme ansehen, die immer geringere Abwechslung böten. „Nirgends ist die amerikanische Monokultur offensichtlicher oder gefürchteter als in Filmen und Videos“.

Serien streamen von außerhalb der USA: Wo man Exoten geboten bekommt

Damals, vor einem guten Vierteljahrhundert, war das wohl so. Man zappte sich, egal, wo man sich aufhielt, durch das Fernsehprogramm und sah amerikanischen Kram. MacGyver, das A-Team, Baywatch. Sowas. Und egal, ob man in Schweden in einem Hotelzimmer lag, in Argentinien, Australien, Spanien oder Italien. McWorld breitete sich aus.

Und jetzt?

Jetzt kommen wir, jaja, endlich zu dem, was diese Kolumne ausmacht – nämlich zum Kuratieren von Popkulturgütern aus der großen, weiten Welt der Streamingdienste.

Amazon Prime wie auch Netflix produzieren nämlich nicht nur McWorldiges, sondern auch für regionalere Märkte – und das kann (je nachdem, wie weit man sich von seinen eigenen Sehgewohnheiten entfernt) sehr seltsam rüberkommen. Deshalb möchte ich jetzt nicht Erfolgsserien wie das spanische „Haus des Geldes“ erwähnen, schwedische Serien wie die jüngst erschienene Coming-of-Age-Schulmassaker-Thrillerserie „Quicksand“ oder diverse japanische Animes.

Ich suche nach den Exoten. Es folgt: eine subjektive Auswahl nicht-amerikanischer und nicht zu europäischer Serien inklusive der Minuten, die ich in diesen merkwürdigen Medienmysterien verbracht habe.

Beim Japanische-Serien-Streamen stinkt’s!

Man nehme die japanische Serie „Businessmen vs. Aliens“. Ich habe die erste Folge 9 Minuten und 16 Sekunden ausgehalten. Der Humor ist, sagen wir, leicht pubertär, so wie auch manche Mangas und Animes eher albern sind. Nachdem die Menschen, die gegen die Außerirdischen ausgewählt worden sind, darüber aufgeklärt worden, dass sie für die Aliens einfach sehr, sehr widerwärtig müffeln, und sie deshalb gegen sie kämpfen sollen, stellte ich die Serie aus.

Und es war mehr als Overacting dabei. Over the top.

Ein anderes Humorverständnis.

Ganz ähnlich erging es mir bei der südkoreanischen Serie „Man to Man“, deren Pilotfolge ich nicht bis zum Ende ausgehalten habe (immerhin habe ich aber knapp 50 Minuten von 66 Minuten ausgehalten).

Ein Scharfschütze wird für einen Auftrag rekrutiert, und was eine knallharte Actiondramaserie hätte werden können, ist eine Actiondramaserie mit hohem Albernheitsfaktor geworden. Ja, selbst für meine Sehgewohnheiten war das ganz schön albern.

Poledancing und Plottwists

Genauso erging es mir bei der ebenfalls südkoreanische Spielshow „Busted“ auf Netflix, in der mir nicht bekannte K-Pop-Stars in fiktiven Rollen irgendwelche Aufgaben lösen müssen á la „Fort Boyard“ (die Älteren unter uns werden sich an das Original erinnern, die Jüngeren werden die Neuauflage auf Sat 1 aus dem Jahr 2018 sicherlich nicht gesehen haben).

Ich habe mir immerhin die erste von zehn ungefähr 90-minütigen Folgen vollständig angetan – vielleicht auf Grund des hohen Skurriliätslevels. Die Teilnehmer müssen einen Mordfall lösen, dürfen nicht aus ihren Rollen fallen und müssen gleichzeitg Hindernisparcours überstehen, Poledancing praktizieren, sich aus einem Escape Room befreien und vor allen Dingen: Die Plottwists mitspielen, die sich die Autoren ausgedacht haben.

Auf die südafrikanische Serie „Shadow Khumalo“ hatte ich mich sehr gefreut, als ich den Trailer gesehen hatte.

Der Protagonist der Serie ist als Kind von einem Blitz getroffen worden und spürt deshalb keine Schmerzen mehr. Als Polizist kann das von Vorteil sein.

Was es bei „Shadow Khumalo“ gibt: Große tarantinoeske Wummen, Action – und: ein Zeitgeist, den man aus den frühen neunziger Jahren kennt.

Gesehen habe ich die erste Folge rund 17 Minuten. Gestört hat mich der flache, pubertäre Humor: Zum Beispiel nahm eine Frau einen Bekannten dabei auf, wie er sich in ihrer Wohnung unbeobachtet fühlte und ihre Kleider anzog, ihren Büstenhalter, ihren Tanga, ihre Schuhe und durch die Wohnung tänzelte. Hm.

Die Frage, die ich mir dabei stellte, war: Warum?

Brasilianische Serie: Ein besseres Leben

Gut fand ich die brasilianische Netflix-Serie „3 %“, von der ich die komplette erste Staffel angeschaut und mich dabei sehr unterhalten gefühlt hatte.

Drei Prozent der Bevölkerung können mit einem Auswahlverfahren aus der Armut fliehen und ein besseres Leben erhalten – technisch fortgeschritten, im Reichtum schwelgend, bis an ihr Lebensende. Dystopisch und sehr, sehr spannend! Ich freue mich auf die zweite Staffel, die es schon seit Längerem auf Netflix gibt.

Nett war auch die türkische Serie „The Protector“ – eine Superheldenserie, die in Istanbul spielt.

Hakan wird zum „Protector“, der (wie sollte es auch anders sein?) die Welt vor diversem Übel retten muss. An einer Stelle in der Staffel wird ausgiebig ein Sportwagen als etwas verdammt Geiles präsentiert. Da zeigt sich dann vielleicht doch der Kulturunterschied?

Pop, Politik und Penunsen

Aber es geht auch andersrum: Die deutsche Netflix-Serie „Dark“ soll in den USA sehr gut gelaufen sein und gute Kritiken bekommen haben. Infiltriert die deutsche Gaststättenwelt jetzt McWorld?

Also: Die Streaminganbieter produzieren Serien für die einzelnen, regionalen Märkte. Es gibt italienische Serien, polnische Serien („1983“ ist übrigens sehr, sehr lahm meines Erachtens), dänische Serien und so weiter und so weiter. Heißt das, dass es McWorld nicht mehr in Benjamin Barbers Sinne gibt, sprich: dass die USA mit ihren Serien global und penetrant die amerikanische Kultur verbreiten?

Auf der einen Seite überwiegen US-Serien natürlich noch immer. Und auf der anderen Seite geht es doch überhaupt nicht um Politik. Auch damals ging es hauptsächlich um Pop und Penunsen. Geld! So einfach ist das. Und um in den einzelnen Ländern möglichst viele Abonnenten anzuwerben, um möglichst viel Geld zu verdienen, bedienen die Streamingdienste die regionalen Sehgewohnheiten. Die dann aber auch weltweit abgerufen und in etlichen Ländern angeschaut werden können. Teilweise mit Untertiteln, teilweise synchronisiert.

Und was lernen wir aus alldem?

Wir lernen, dass dem Kapitalismus noch immer der Profit am wichtigsten ist, egal wie vermeintlich wohlwollend viel Geld er in regionale Märkte steckt. Und das muss reichen für einen Wissensgewinn, den eine kleine Kolumne wie es diese hier ist bieten kann. So.

In der nächsten Folge von „Der Kurator“:
ALLES ALLTAG! ODER NICHT?

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Im streamletter fassen wir einmal die Woche das Wichtigste aus der Welt des Streamings zusammen. Sei es Netflix vs. Apple, Disney+ oder Spotify und Podcasts. Wenn dich das interessiert abonniere den streamletter und bekomm auch die nächste Ausgabe vom Kurator.
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Die Streaming-Apokalypse: ARTGENOSSEN AM ENDE!

Es reicht nicht mehr, dass nur die Erde – unser schöner Heimatplanet! – zerstört wird. In aktuellen Serien muss es gleich das ganz große Fass sein: die alles zerstörende Apokalypse, die das gesamte Leben vernichtet mit allen Galaxien, jeglichem intelligenten und weniger intelligenten Leben und noch so fernen Planeten, Monden und Sonnensystemen.

Darunter machen es die modernen Märchen anscheinend nicht mehr.

Mordende Wölfe, die kleine unschuldige Kinder fressen? Damit sollen sich die Boulevardmedien befassen, aber doch bitte nicht die nach Superlativen hechelnden Streamingdienste.

Zum Beispiel bei der zweiten Staffel von „Star Trek: Discovery“: Der Halbvulkanier Spock hat die Apokalypse vorausgesehen, die alles, aber auch wirklich alles verschlingen wird. Jeden Planeten. Jedes Lebewesen. Alles. Ein roter Engel warnt davor und will die Zerstörung verhindern – oder ist er die Ursache dafür?

Und weshalb müssen Apokalypsen eigentlich immer so verdammt verwirrend sein?

Und wie viel muss eine Apokalypse eigentlich zerstören, damit es als Apokalypse gilt? Anscheinend reicht dann wohl auch schon ein winziger Mikroteil der Welt (unsere Erde!) – inklusive Überlebender. Ist das dann eine Apokalypse Light?

„Herr Ober, eine Apokalypse Light, bitte.“

„Mit Überlebenden, der Herr?“

„Ja, warum nicht? Aber allerhöchstens ein Dutzend, bitte. Zu viele würden mich dann doch nerven.“

Bei „Umbrella Academy“ hat die Apokalypse zum Beispiel anscheinend bloß die Menschheit ausgerottet, sogar die Erde als solche bleibt bestehen. Nur Nr. 5, einer der Geschwister mit übernatürlichen Fähigkeiten, kann die Apokalypse aufhalten, weil er in die Zukunft reiste und es zurück in seine Zeit schaffte – jedoch nicht mit seinem gealterten Körper, sondern als Junge.

Sagte ich schon, dass Apokalypsen verwirrend sein können, ähnlich wie Zeitparadoxien? Nun ja.

Und ich sagte auch noch nicht, dass „Umbrella Academy“ sowohl optisch als auch von der Handlung her, den Charakteren und überhaupt allem eine empfehlenswerte Serie ist. Obwohl: Manchmal erscheint sie mir ein bisschen langatmig, bis dann auf einmal wieder – zack! – einem eine sowas von geniale Szene einen aus den Schuhen haut wie beispielsweise, dass das Radioheadlied „Exit Music (For a Film)“ so perfekt, emotional und stimmungsvoll verschiedene Handlungsverläufe verknüpft.

Aber ich schweife ab. Worum ging es noch gleich? Ach ja, um Apokalypsen.

Es gibt so viele Serien und Filme, die sich mit dem Ende der Welt befassen, ich könnte die Liste endlos fortsetzen – es sei denn natürlich, dass mir eine Apokalypse zuvor kommt. Oder so.

Bei der deutschen Sky-Produktion „8 Tage“ können sich die Menschen immerhin darauf einstellen, dass der Asteroid Horus auf die Erde prallen wird. Sie haben, jaja, acht Tage lang Zeit, über ihr Ende und das aller anderen Menschen nachzudenken. Und was tun mit dieser Zeit? In Panik geraten? Seine anarchistische Triebe ausleben? Ausrasten? Trauern? Hysterisch werden?

Überirdisch hingegen wird es wohl ab dem 31. Mai bei „Good Omens“ werden: In der Amazon-Produktion tun sich ein Dämon (gespielt von David Tennant) und ein Engel (dargestellt von Michael Sheen) zusammen, um das Ende der Welt zu verhindern, wenn ich das alles richtig verstanden habe. Ausgedacht haben sich das Neil Gaiman und Terry Pratchett – der Roman, auf dem die Serie basiert, erschien 1990. Sehr britisch. Und, äh, ich wiederhole mich, wenn ich das Gefühl habe, dass Apokalypsen sehr verwirrend sein können – nach Ansicht des Trailers dann anscheinend auch in diesem Falle. Ach so: Benedict Cumberbatch wird übrigens Satan spielen – darauf freue ich mich schon übermäßig.

In den vergangenen Jahren gab es ein paar Sitcoms, die die Apokalypse thematisierten darunter eine sehr lustige, nämlich „The Last Man on Earth“, in der ein Virus vermeintlich alle Menschen bis auf den Protagonisten Phil Miller – den letzten Menschen auf Erden – ausgelöscht hat. Und dann zeigt sich: Nö, da sind noch andere Menschen, die überlebt haben.

Hier eine Lobeshymne auf die Serie von serienjunkies.de.

Weniger lustig war da „You, Me and the Apocalypse“, von der ich mir damals anscheinend lediglich drei Folgen angeschaut hatte, wie ich bei Amazon nachvollziehen konnte. Auch hier wird ein Kometeneinschlag angekündigt – die Menschheit hat also ebenfalls wie bei „8 Tage“ Zeit, sich auf den Untergang einzustellen, diesmal immerhin 34 Tage. Was mich an der Serie gestört hat, dass ich die eine Staffel nicht zuende geschaut habe? Ich weiß noch, dass sie mich gelangweilt hat – aber warum? Nein, „You, Me and the Apocalypse“ hat keinen bleibenden Eindruck auf mich hinterlassen. Und nach einer Staffel wurde sie auch abgesetzt. Wahrscheinlich ging es anderen ähnlich wie mir.

Es ist wie mit Menschen: Wenn man sich nicht mehr an sie erinnert, ist es schlimmer, als wenn man sich daran erinnert, wie nervig sie gewesen sind. Also wenn sie einen bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Oder etwa nicht?

Und noch ein aktuelles Beispiel einer Sitcom-Apokalypse: „Now Apocalypse“ läuft gerade auf dem Amazon-Channel „Starzplay“, und ich kann mich Stolz behaupten, dass ich eine Folge durchgehalten habe. Steven Soderbergh ist an der Serie als Executive Producer beteiligt, und die Frage, die sich mir dabei stellt ist: Warum?

Das einzige, was in der ersten Folge auf eine Apokalypse schließen lässt, ist ein Obdachloser, der auf der Straße herumlungert inklusive einer Pappe auf der man lesen kann, dass das Ende aller Dinge bevor stehe. Ansonsten wird in der Folge viel über Sex geredet, viel Sex gezeigt, die Arbeit eines Cam-Girls – und am Ende wird ein Mann dann noch von einem Echsenwesen vergewaltigt.

Nein. Einfach nur: Nein.

Und was lernen wir aus alldem? Dass die Erde (oder Teile der Menschheit oder das gesamte Universum) in Serien und Filmen auf diverse, unterschiedliche Weisen zerstört wird – oder zumindest der vermeintlich unausweichliche Untergang droht, der dann doch abgewendet werden kann. Wir lernen, dass Ideen tausendundeinmal erzählt werden können in tausendundeiner unterschiedlichen Variante und dass das überhaupt nicht schlimm ist, wenn die Spielarten trotz allem eine eigene originelle Handschrift, einen interessanten Plot bieten. Also in diesen Fällen: dass uns die Apokalypse unterhält. Und die nächste auch. Und die übernächste.

Und das muss reichen für einen Wissensgewinn, den eine kleine Kolumne wie es diese hier ist bieten kann. So.

In der nächsten Folge von „Der Kurator“:

ALLES AUSLÄNDISCH! FERNSEHSERIEN GLOBAL

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streamletter TV Tipp

Liebesserien streamen: AMORE UND ALGORITHMEN!

Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Amazon ist ein seltsamer Krimskramsladen. Spotify ist ein seltsamer Radiosender. Und Tinder? Tinder ist ein seltsamer Amor, er trägt eine stylishe Slimschnittjeans und ein buntes Hawaiihemd – und beide Kleidungsstücke bestehen aus Nullen uns Einsen wie alles andere auch, was der Digital-Amor so alles an seinem Körper trägt. Zum Beispiel dieser lächerliche Hipsterhut.

Wir leben in einer Welt, in der Algorithmen bestimmen, für was wir uns interessieren sollen, welche Musik wir hören und welche Filme und Serien wir uns anschauen.

Netflix-Serie „Osmosis“

Die Fiktion ist da noch einen Schritt weiter.

Zum Beispiel in der neuen, achtteiligen Serie „Osmosis“, die am 29. März auf Netflix gestartet ist. Die französische Dystopie bringt uns in eine nahe Zukunft, in der eine Maschine den einzig-wahren „Seelenzwilling“ des Suchenden finden soll, die wahre Liebe.

Natürlich klappt das nicht, und alles geht – wie sollte es anders sein? – schief: Der Trailer haucht einem den markanten Satz inklusive düsterer Gewaltbilder entgegen, dass man das Wesentliche vergessen habe – nämlich, dass Liebe auch manchmal wehtun könne, gefolgt von einem kurzen Ausblick auf die gewalttätigen Folgen des Liebesalgorithmus.

Und schon kann die düstere Zukunftsvision beginnen!

YouTube-Serie „Weird City“

Eher humoresk kommt da die Serie „Weird City“ in der ersten Folge „Der (die) Richtige“ daher, die YouTube zum Anfixen im Moment gratis an den Mann (und die Frau) bringt. In dieser neuen „YouTube Originials“-Serie geht es übergeordnet um eine Stadt, die zweigeteilt ist – auf der einen Seite der Mauer leben die Gutbetuchten, auf der anderen Seite der Ärmeren der Gesellschaft.

In der ersten Folge sucht der Protagonist, der von Ed O‘Neill gespielt wird, die Liebe. Und ja, Mr.-für-alle-Zeiten-Al-Bundy findet sie mit Hilfe eines Algorithmus. Die Überraschung: Sein Seelenverwandter ist ebenfalls ein Mann. Und ebenfalls vermeintlich heterosexuell. Sie halten die digitale Partnerzuweisung für ein Missverständnis – bis sie merken, wie gut sie sich verstehen. Und sich verlieben und glücklich sind. Bis die Partnervermittlung sich einmischt, zugibt, dass es sich um einen Fehler handele und sie dazu zwingt, sich zu trennen.

Black Mirror-Folge „Hang the DJ“

Zurück zu einem düsteren, dystopischen Weltbild, in der sich die Menschheit längst auf dem Weg in Richtung Moralmüllhalde befindet, bis jegliche Menschen alle Karmapunkte bis zum Ende des Solls verbraucht haben. Und ja, wir sprechen von „Black Mirror“. Welche Sendung sollte sonst gemeint sein, wenn es um die Dunkelste aller Dystopien geht? Gut, vielleicht noch „The Handmaid’s Tale“, aber welche Serie wäre ansonsten dunkler, unheimlicher und zukunftsfeindlicher?

In der Folge „Hang the DJ“ gibt es ein System, das einem die Partner (inklusive Verfallsdatum) zuweist. Wird es eine Affäre sein? Die Liebe des Lebens? Oder wie lang muss man zwingend mit diesem stinkenden, schnarchenden, schnurzpiepegalen Mann zusammen bleiben?

Andererseits: Was wäre, wenn sich am Ende herausstellen würde, dass der Black-Mirror-Algorithmus tatsächlich den wirklich-wahren Seelenpartner herausfindet? Auch dann bliebe es erschreckend: Die Zukunft ist ein kalter, berechnender Ort, an dem man nicht leben möchte. Zumindest, wenn es die „Black Mirror“-Welt wäre.

Der Film „Timer“

Eine ähnliche Handlung hat der Kinofilm „Timer“ von 2009.

Wann wird man den Traumpartner gefunden haben? Eine Anzeige weiß Bescheid und zeigt die Tage, Minuten und Sekunden an, wann es soweit sein wird. Denn ein Timer irrt sich nie. Aber was, wenn dieser nichts, überhaupt nichts, rein gar nichts anzeigt? Null, niente, zero? Bleibt man dann für immer und ewig allein? „Timer“ ist ein Hollywoodfilm, also wird es wohl ein Happy End geben, nehmen wir mal ganz stark an.

„Du wartest auf die Zukunft, das ist echt dumm“, wird der Protagonistin von einem Supermarktmitarbeiter erklärt. „Die Gegenwart kann viel aufregender sein, wenn man will.“ Später sagt er noch, dass das Leben bloß aus Umwegen bestünde. Klingt … pseudophilosophisch.

Und was lernen wir aus alldem? Dass das Leben ein seltsames Spiel ist und die Fiktion auch nicht viel besser. Dass Ideen tausendundeinmal erzählt werden können in tausendundeiner unterschiedlichen Variante und dass das überhaupt nicht schlimm ist, wenn die Spielarten trotz allem eine eigene originelle Handschrift, einen interessanten Plot bieten.

Und das muss reichen für einen Wissensgewinn, den eine kleine Kolumne wie es diese hier ist bieten kann. So.

In der nächsten Folge von „Der Kurator“:

ALLES AUSLÖSCHENDE APOKALYPSEN SAGEN AUSSER ATEM „AUF WIEDERSEHEN“!

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Alle Infos zu Apple TV+

Wir fassen alles zu Apple TV+ zusammen, was wir bei der Apple Keynote gelernt haben.

Wieviel kostet Apple TV+?

Apple TV+ soll im Herbst kommen und soll direkt auch in Deutschland verfügbar sein. So lassen sich eigentlich die neuen Infos zu Apples Streaming Service Apple TV+ zusammenfassen, die heute verkündet wurden. Das meiste andere wusste man schon vorher. Und der interessanteste Punkt wurde ausgelassen: Was soll Apple TV+ kosten?

Stars bei Apple TV+

Natürlich sonnte sich Apple im Licht seiner großen Stars: Steven Spielberg und J J Abrams waren auf der Bühne, Reese Witherspoon und Jennifer Aniston stellten ihre Mornig Show-Show mit Steve Carell vor. Und zwischendurch war da noch Bibo (Big Bird) aus der Sesamstraße auf der Bühne. Hier erfuhr man ein bisschen was Neues: Die Show Helpsters soll sich an Vorschulkinder richten und ihnen Programmieren näher bringen.

Und dann wurde Oprah gefeiert wie eine Heilige. Eine Fokussierung, die man von hierzulande nur schwer nachvollziehen kann. Aber auch sie gibt Apple ihren Segen in Form von gleich 3 Projekten: Eine Dokumentation über sexuelle Belästigung (Arbeitstitel: Toxic Labor), eine Doku-Reihe über Mental Health und dann ein regelmäßiger Buchclub, in dem sie sich mit Autoren unterhält. Die meisten dieser Shows waren in ihren Grundzügen aber bereits bekannt.

Must-Watch Shows bei Apple TV+

Natürlich ist diese Starpower beeindruckend. Jennifer Aniston feiert damit ihr TV-Comeback und Steven Spielberg hatte sich (rein zufällig) vor kurzem noch abfällig über Netflix und dessen Oscar-Teilnahme geäußert. (In dieses Rennen will Apple wohl auch einsteigen.) Die Stars sollen wohl auch das Zugpferd für Apple TV+ sein. Zumindest betont Apple sein Streamingdienst sei „The home for the world greatest storytellers“. Fraglich ist nur wie weit die household-names reichen. Steven Spielberg okay, aber schon bei M. Night Shyamalan hört vermutlich beim Mainstream das Regisseurs-Wissen auf.

Die Frage ist, ob man Menschen nur mit ein paar großen Namen dazu bringt, einen weitere Streamingservice zu abonnieren. Dazu braucht es Must-Watch-Shows und von den wenigen gezeigten Bildern wirkte das meiste eher „lovely“, also ganz nett.

Wie bekomme ich Apple TV+?

Interessanter ist da fast noch, wie Apple seinen TV+ Service technisch verbreiten will und zwar in die bestehende Apple TV-App. Diese wird zur Zeit überarbeitet. Darin soll man dann zukünftig die iTunes-Filme finden und weitere Channels abonnieren können. Auch in der deutschen Pressemitteilung finden sich: HBO, Starz, SHOWTIME, CBS All Access, Smithsonian Channel, EPIX, Tastemade, Noggin und neue Services wie MTV Hits. Vermutlich ist das für die USA spannender, wo der Service als Alternativen zum teuren „Cable Bundling“ verkauft wird. Das ist aber insgesamt ganz ähnlich, wie bereits bei Amazon Prime Video.

Nur das man auch in der Apple TV App amazon Prime Video sehen kann – und andere Streaming- und Pay TV-Dienste wie Hulu, Canal+, Playstation Vue… Verstanden?!

Ich bin gespannt, wie Apple später in der App deutlich machen will, für was man schon bezahlt hat, was man noch bezahlen muss und wieviel man eigentlich insgesamt bezahlt.

Die Apple TV App wird wiederum nicht nur auf iOS und Apple TV verfügbar sein, sondern im Herbst auch auf dem Mac und vor allem auf den Fernsehern von Samsung, Sony, LG und Vizio sowie über Fire TV und Roku.

Die Zukunft des TV sind also nicht wie bisher von Apple behauptet Apps, sondern nur noch eine App. Und Channels. Apple TV Channels.

Apple TV+ Bundle mit Apple Music und News+?

Apple hatte seine Keynote auch mit dem Hinweis gestartet, dass seine Services so gut sind, weil sie sich perfekt mit ihre Hardware und Software integrieren. Aber genug Gehässigkeit. Ich will eigentlich darauf hinaus, in wieweit die verschiedenen Apple Services zusammenspielen werden. Denn neben Apple TV+ stellten sie auch Apple News+, Apple Arcade und eine eigene Kreditkarten vor. Aber ob sich daraus irgendein Paket schnüren lässt, liess Apple ebenfalls offen. Nun heißt es also warten bis Herbst.

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Spotify vs. Apple / Disney öffnet seinen Vault / YouTube vs. Mediathek – streamletter #1

Seit 2011 mache ich nun schon die morgenlinks. In dem Newsletter habe ich eine zeitlang regelmäßig, anber meist unregelmäßig verschiedene Themen zusammengefasst. Eine Zeitlang hat uns hier Buzfeed und das Social Web sehr beschäftigt, dann Social Media allgemein – aber immer die Veränderung der Medienwelt.

Zeit für einen neuen Fokus – auf das gleich Thema. Aus den morgenlinks wird der streamletter. Denn gerade findet die nächste Umwälzung statt: Streaming Media. Netflix ist auf einem Siegeszug. Kulturelles Phönomen, Erschaffer neuer Erzählformen und vielleicht Zukunft des Medienkonsums.

Gleichzeitig machen sich gerade viele Konkurrenten bereit: Disney steht in den Startlöchern, Apple will einen eigenen TV-Dienst ankündigen, HBO sich erweitern und amazon misch mit Prime schon mit. Ähnlich beim Audio Spotify expandiert und kauft ein und der Podcastboom kommt in Deutschland gerade erst an. Und natürlich gibt es dazwischen noch all die sozialen Plattformen: YouTube, Instagram und Tiktok, die alle auch mit Stories und Häppchen Videos erzählen.

Streaming: Video, Audio, Social

Diesen Entwicklungen will ich begeleiten und hier im newsletter wöchentlich zusammenfassen. Aufgeteilt in genau diese 3 Themen: Video, Audio, Social. Und deshalb direkt los.

Streaming: Video 🎬

YouTube vs. TV vs. Mediatheken

Die wichtigtste News für Deutschland waren vermutlich die ersten AGF Zahlen die YouTube und TV und Mediatheken vergleichbar machen sollen.

Zitat von DWDL.de:

„Die durchschnittliche Sehdauer bei Personen über 18 Jahren lag demnach bei YouTube bei 33 Minuten pro Tag. Auf den klassischen TV-Konsum entfielen bei den Menschen ab 18 im Oktober 2018 sogar 232 Minuten pro Tag – verglichen damit nimmt sich die YouTube-Nutzung natürlich deutlich geringer aus. Verglichen mit den Mediatheken der Sender hingegen erscheint die Zahl riesig. Die Mediatheken kommen im gleichen Zeitraum nämlich nur auf 2 Minuten Sehdauer pro Tag.“
 

Was da fehlt ist eine Aufschlüsselung nach Demografischen Daten. Schließlich weiß man ja schon, dass ältere Menschen unverhältnismäßig mehr Fernschauen – und jüngere deutlich mehr Youtube.
Außerdem fehlt natürlich Netflix, die haben gar kein Interesse daran ihre Zahlen auswerten zu lassen, sie sind aufgrund ihres Geschäftsmodells ja auch nicht auf Werbung angewiesen.

Disney öffnet für Disney+ seinen Vault

Für den Launch seines Streamingdienstes Disney+ will Disney sich tatsächlich von seinem Tresor verabschieden, in den Filme immer wieder eingesperrt wurden um die Nachfrage nach ihnen hoch zuhalten. Bislang hatte Disney Filme kurz nach release (zb. auf DVD) immer wieder vom Markt genommen. Dadurch waren beliebte Klassiker wie „König der Löwen“, „Dschungelbuch“ oder „Aladdin“ nicht dauernd verfügbar. Im eigenen Streamingdienst will man sich davon aber verabschieden. Ein echtes Verkaufsargumennt. Wann der Dienst genau an den Start geht weiß man noch nicht. Nähere Details erwartet man am 11. April.

Streaming: Audio 🎧

Spotify beschuldigt Apple

Apropos „Streaming Wars“: Spotify pinkelt gerade öffentlich Apple ans Bein und hat mit einer extra Infografik erklärt, warum es ungern 30% an Apple abgeben möchte. Dagegen legt Spotify nun Beschwerde bei der europäischen Kommision ein. Aktuell hat Apple schon ein Kartellverfahren in den USA an der Backe. Und es kommt kurz bevor Apple seinen eigenen Streamingdienst erweitern will. Musik, in direkter Konkurrenz zu Spotify, hat man ja schon.

Spiegels Podcast-Tool Übersicht

Der SPIEGEL baut sein Podcastteam aus und hat Sandra Sperber und Yasemin Yüksel zu Ressortleiterinnen Audio gemacht. Für alle anderen haben sie eine Übersicht über die Podcasttools am Markt veröffentlicht.

Ein paar Podcast-Empfehlungen

Will ich hier auch immer Anfügen. Aber erstmal eine Übersicht, dessen was ich bislang so empfehle:

Streaming: Social 📱

Was macht TikTok eigentlich so erfolgreich? Das der Feed von Anfang an automatisch befüllt wird, ohne das ich jemandem folgen muss.

Das soll mal der erste Aufschlag sein. Feedback nehme ich gerne! Hinweise auf news und Links für die nächste Ausgabe auch. Und wenn du jemand kennst, für den diesen Zusammenfassung der News spannend sein könnte empfiehl ihm oder ihr doch gerne den streamletter.

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Ryan Goslings „Aufbruch zum Mond“

Lange hat man nicht mehr von so vielen Agentengeschichten in den Nachrichten gehört wie zur Zeit. Lange stand das Verhältnis zwischen den USA und Russland so sehr im Fokus wie aktuell. Auch ein Wettrüsten mit Atomwaffen, dachten wir, hätten wir hinter uns gelassen. Doch ein Blick nach Pjöngjang oder auf die Nachrichten zu einer möglichen Auflösung des INF-Vertrages der die Einschränkung von Mittelstreckenraketen vorsieht, lässt ungute Erinnerungen aufkommen.

Erinnerungen an die sechziger Jahre, an ein Wettrüsten zwischen zwei Weltmächten und einen kalten Krieg. Der viele Höhepunkte kannte, aber einen besonderen hervorbrachte: Die Mondlandung.

Ryan Gosling - Aufbruch zum Mond

„Aufbruch zum Mond“ – Ab 08. November im Kino

Genau diese Zeit lässt auch der neue Film von Damien Chazelle „Aufbruch zum Mond“ wieder aufleben. Gazelle begeisterte zuletzt mit „La La Land“ und „Whiplash“ und begleitet nun die Reise von Neil Armstrong (Ryan Gosling) zum Mond. Doch Chazelle zeichnet diese Reise ins All nicht als das militärische Wettrüsten. Der nationale Triumph rückt in den Hintergrund. Stattdessen erzählt Gazelle, die Geschichte von Neil Armstrong als persönliche Herausforderung. Ein Neil Armstrong der gebeutelt vom Krieg, sich von seinen Kindern verabschieden muss. Ganz konkret von seiner 2-jährigen Tochter, die an einem Hirntumor stirbt. Während die Wissenschaft ihm hier nicht helfen kann, schickt sie ihn gleichzeitig zum Mond.

Das Drehbuch stammt von Josh Singer, der unter anderem auch „Spotlight“ und „Die Verlegerin“ geschrieben hat. Neil Armstrong wird, wie bereits erwähnt gespielt von Ryan Gosling und so arbeiten Chazelle und Gosling nach „La La Land“ erneut zusammen. Seine Frau Janet Shearon wird verkörpert von Claire Foy und in die Rolle des Buzz Aldrin schlüpft Corey Stoll. „Aufbruch zum Mond“ läuft ab dem 08. November 2018 im Kino.

Ryan Goslings Tochter in Aufbruch zum Mond

Mit 74 Kilobyte zum Mond und zurück

Die Apollo Mission war damals ausgestattet mit 74 Kilobyte Speicherplatz und vier Kilobyte Arbeitsspeicher. Zum Vergleich, das aktuelle iPhone XR kommt mit mindestens 64.000.000 Kilobyte Speicher und 3.000.000 Kilobyte RAM. Zum Mond kommt man damit zwar nicht nicht, aber interessanterweise sind es inzwischen ja nicht mehr rivalisierende Staaten die ins All streben, sondern einzelne Persönlichkeiten aus Silicon Valley. Allen voran Elon Musk mit Space X und Jeff Bezos mit Blue Origin.

Ob dieses Wettrennen uns eines Tages einen ähnlichen Höhepunkt einbringen wird, wie Neil Armstrongs erste Schritte auf der Mondoberfläche? „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit.“, waren seine ersten Worten auf dem Trabanten. 
Ein Satz, den mir meine Deutschlehrerin einst ins Poesiealbum schrieb. Ein Satz, der mir als Schuldkind zeigte, wie ein Mensch, der persönliche Hindernisse überwindet die Menschheit nach vorne bringen kann.

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4 Blocks – Deutschland kann Serie

Die 4 Blocks-Serie schickt uns nach Neukölln und in das Leben der arabischen Großfamilie Hamady. Zwischen Drogenhandel, Prostitution und Spielautomaten will sich Toni Hamady eigentlich seiner Familie widmen und endlich ein legales Geschäft aufbauen. Aber sein Bruder Abbas (Rapper Veysel Gelin) und der Schwager Latif (Rapper Massiv alias Wasiem Taha) wollen den Clan mit härteren Mitteln führen. Als Latif dann festgenommen wird, kommt Toni nicht drumherum wieder einzusteigen.

4 Millionen Euro für 4 Blocks

4 Millionen Euro will TNT Serie Deutschland in die ersten 6 Folgen der 4 Blocks Serie investiert haben – und das sieht man. Mit Drohnenshots und schnellen Schnitten werden  die noch weniger gentrifizierten Straßen Neuköllns, die Baklava-Shops und Plattenbau-Dächer inszeniert. Die sehen von oben natürlich nicht aus wie Miami, aber genau das macht die eigene Stimmung und Erzählung aus und gründet so einen deutschen Mafia Mythos.

Zwar sind die schauspielerischen Leistungen der angeheuerten Straßenrapper und die Dialoge nicht immer perfekt on Point, aber die Handlung ist zum Glück so spannend, dass man sofort wieder zurückfindet und auch das Figurenensemble ist insgesamt interessant angelegt. Die wenigen Einstellungen, die an Tatort erinnern sind zum Glück genug aufgelockert von genügend Hochglanz. Geht doch, Serien-Deutschland.

Premiere mitten in Neukölln – Folge 1 & 2 von 4 Blocks

Die Premiere der ersten zwei Folgen fand in der Griessmühle in Neukölln statt – dort trafen sich eine Menge Hipster, um sich anzuschauen, wie sich über sie und die schleichende trampelnde Gentrifizierung lustig gemacht wurde. Sehr meta.

4 Blocks Serie - Premiere Folge 1 & 2

Am 11.05. werden dort auch nochmal die ersten 2 Folgen 4 Blocks gezeigt und Anfang Juni dann auch die weiteren. Wo man sonst daran kommt? Eigentlich eben über TNT Serie, einen PayTV-Sender. Dort ist heute um 21 Uhr die Erstausstrahlung – und ab dann gibt es jede Woche eine weitere Folge. TNT ist Teil des Sky-Paketes*, mal sehen ob die Serie für einen neuen Abonnenten-Schwung sorgen kann, das Potential dazu hätte sie.

Aktuell kann man die Serie „4 Blocks“ kostenlos streamen auf funk.netAber immer erst ab 22 Uhr.

Kennt ihr schon unseren Podcast? Bei Gucken & Trinken verbinden wir Filme mit den dazugehörigen Cocktails. Hört zu und trink mit.

Bilder: TNT Serie Deutschland
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