Netflix verfehlt Ziele, Apple will exklusive Podcasts bezahlen und Facebook versucht Watch am Leben zu halten

STREAMINGSERVICE HBO

#streamletter 14

Willkommen zurück nach der Sommerpause und jetzt müssen wir erstmal paar Sachen zusammenkehren.

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Netflix verfehlt Wachstumsziele

Netflix hat seinen Quartalsbericht für Q2 2019 veröffentlicht und dabei die selbstgesteckten Ziele nicht erreicht. Man wollte eigentlich 5 Millionen neue Abonnenten gewinnen, es kamen aber nur 2,7 Millionen dazu. Interessanterweise schiebt Netflix dies nur zum Teil auf die erheblichen Preiserhöhungen in einigen Regionen, sondern verweist darauf, dass die Inhalte wohl nicht so stark gezogen haben, wie gedacht. Statt die bequeme Ausrede zu nehmen, macht man damit ohne Not das eigene Portfolio schlecht. Aber an der Konkurrenz soll es nicht gelegen haben. Die ist in den meisten Ländern ja noch nicht mal am Start. Für nächstes Quartal hat man sich übrigens 7 Millionen Neukunden vorgenommen.

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Warner schickt HBO Max ins Streaming-Rennen

Apropos Konkurrenz: Nun hat auch Warner Media seinen eigenen Streamingdienst angekündigt: HBO Max soll noch dieses Jahr in eine Betaphase gehen und Anfang 2020 in den USA starten. Dort soll man dann zum Beispiel „Friends“ sehen können, aber auch den „Prince von Bel Air“. Aber natürlich setzt man vor allem auf die Zugkraft der Marke HBO. Diese hat schließlich einige der besten Serien aller Zeiten im Protfolio (Game of Thrones, Sopranos, Chernobyl). Wie gut sich diese Hardcore-Serien-Marke mit dem Rest von Warner versteht wird sich zeigen. Kulturell hat es zumindest schon mal geknirscht. Denn Warner gehört inzwischen zu AT&T und die haben mal angesagt, dass HBO deutlich mehr liefern muss.

Etwas dass Warners Steaming-Service erstmal nicht liefern wird, sind die Harry Potter-Filme. Die Rechte daran hat man bis 2025 an NBC Universal verpachtet – kann man bis dahin also auf deren Streamingservice sehen.
Für Europa hat man 2021 angepeilt, dann können wir HBO vielleicht endlich in Deutschland streamen.

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Apple will nun auch Original Podcasts produzieren

Diese Nachricht hat die Podcastwelt ganz schön in Aufruhr versetzt: Apple spricht wohl mit einigen Medien und Produzenten, damit diese exklusive Podcasts produzieren. Dass es dann noch ein paar mehr Podcasts gibt, geschenkt. Die Aufregung kommt daher, dass Apple je nach Berechnung circa 60% Marktanteil unter den Podcasthörern hat. Bislang hat man diese Markmacht aber nie groß ausgenutzt und gerade dadurch das freie und offene Ökosystem hinter Podcast geschützt. Sollten die neuen Podcasts nur wirklich exklusiv für die eigene Podcast App werden, könnte dies einen Wechsel andeuten, darin wie Apple mit Podcasts umgeht. In Reaktion auf diese Ankündigung fiel der Börsenkurs von Spotify zeitweise um knapp 3%.

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Hörtipp: Upgrade mit Marco Arment

Upgrade ist eine meiner liebsten Techpodcasts. Unter anderem Auch, weil sie mir mit ihrem Segement „Upstream“ regelmäßig News für den streamletter liefern. Nun hatten sie für eine ihrer Sommerfolgen Marco Arment zu Gast, den Entwickler hinter der erfolgreichen Podcastapp Overcast und einer der Investoren in Gimlet Media. Dementsprechend besprechen sie auch eingreifend den Zustand der Podcastlandschaft und warum es viele der „Netflix für Podcasts“-Startups schwer haben. Das war zwar noch vor dem angekündigten Eingreifen von Apple, aber dennoch wird der Markt sehr gut beschrieben. Außerdem diskutieren sie auch die Flut an neuen Videostreamingservices und warum es viele Konkurrenten schwerhaben werden gegen Netflix.

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Wie geht es eigentlich Facebook Watch?

Nach einem holprigen Start mitten in einen der zahlreichen Skandal hinein, gibt sich Facebook gerade Mühe zu betonen, dass Facebook Watch gar nicht so unerfolgreich ist. 400 Millionen monatliche Nutzer will man inzwischen haben, die im Schnitt 20 Minuten schauen. Nun versucht man außerdem mit zahlreichen TV-Sender-Partnerschaften dem Dienst weiteres Leben einzuhauchen. Ich glaube das Grundproblem bleibt, dass Facebook Watch sich nicht an Nutzerbedürfnissen orientiert. Nach allen Insights die ich kenne, wollen die meisten Nutzer auf Facebook bis heute nicht wirklich Videos schauen, die länger als sagen wir 90 Sekunden sind. Facebook Watch zielt aber auf längere Inhalte – denn in 90 Sekunden passt so wenig Werbung.

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So, damit sind wir wieder auf Stand. Ich freue mich, wenn du einem deiner Kollegen, sobald sie aus den Sommerferien zurück sind, den Streamletter empfiehlst. Oder einfach der nächsten Person, mit der dir die Smalltalk-Themen ausgehen. In diesem Sinne – bis zum nächsten Mal.

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