NEUESTE ARTIKEL

Spotify baut ein eigenes Autoradio

Ausgabe #62

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Netflix sichert sich den SONY Filmkatalog

Sony ist im Prinzip das letzte große Hollywood Studio ohne eigenen Streamingdienst. Und hat deshalb seinen Katalog für die nächsten 5 Jahre an Netflix verkauft. Damit sichert sich Netflix das exklusive erste Streamingsender unter anderm für kommende Filme, wie Uncharted, Bullet Train und das Sequel zu Spider-Man: Into the Spider-Verse. Für die anderen Streamingdienste und TV Sender wird damit die freie Ware langsam knapp. Netflix hingegen kann froh sein, einen Teil seiner Hollywood Bibliothek zu behalten.

Bewegt-BILD kommt ins Fernsehen

BILD will sein Bewegtbildangebot BILD Live nun auch über klassische TV-Wege ausspielen. Mit Julian Reichelt zurück im Sattel, reitet er sein Lieblingspferd weiter. Es fehlt aber noch eine Lizenz der Medienanstalt Berlin-Brandenburg, man will aber unbedingt noch vor der Wahl starten. Der Sender ist neben WELT (N24☠️) Springers zweites Standbein im TV und soll mit bis zu 6 Stunden Liveprogramm am Tag an den Start gehen. Programmchef wird Claus Strunz (Sat.1 Frühstücksfernsehen). Manche befürchten den Start eines deutschen Fox News.

RocketBeans veranstalten digitales Filmfestival

Nicht nur Kino, auch Filmfestivals fallen ja nun schon seit einer Weile flach. Die Rocket Beans haben sich für ihren Kino+ Kanal jetzt mit Pantaflix zusammengetan und zeigen beim Shivers Festival 7 Filme inklusive Begleitprogramm.

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Spotify baut einen Player fürs Auto und eine Charts Webseite

Bei Spotify denkt man nicht zuerst an Hardware. Nun hat die Streamingapp aber einen eigenen Player fürs Auto vorgestellt. Das „Car Thing“ verbindet sich via Bluetooth und lässt sich über den Touchscreen, einen großen Drehkopf, und die eigene Stimme bedienen. Damit hat Spotify einen eigenen Voice Assistent. Das ganze ist ein klarer Angriff auf das Autoradio – und dient wohl vor allem dazu, ältere AutoModelle nachrüsten zu können, die noch nicht über Apple Car Play oder Android Auto verfügen. Ob das aber ein dauerhaftes Produkt wird darf man bezweifeln. In der aktuellen Ausgabe seines Strategiepodcasts spricht Spotify ausgerechnet darüber, warum Hardware so schwierig ist. Ausserdem spricht der Name „Car Thing“ und dass Spotify es aktuell verschenkt (bis auf die Versandkosten) nicht grade für einen starken Markteintritt. Aktuell gibt es das „Car Thing“ nur über eine Warteliste in den USA.

Auch nur für die USA gibt es die eigene Podcast Charts Webseite. Doch auch hier gibt es in der App eine neue Top-Sortierung. So gewichtet man in den Podcast Charts nun auch stärker Newcomer und hat eine eigene Hitliste für einzelne Podcast Episoden. Dadurch verspricht man sich wohl mehr Dynamik in den Charts und Nutzern die Gelegenheit, neue Podcasts zu entdecken.

Ein Podcast-Host kauf ein

Libsyn dürfte einer der ältesten und noch immer der größte Podcasthost sein – und der expandiert jetzt. Im Februar hat man sich Auxbus gekauft, einen Dienst der es erlaubt Podcasts direkt im Netz zu planen und zu produzieren. Dann kam AdvertiseCast hinzu, ein Werbedienst, und nun hat man sich noch Glow gekauft, das es Podcastern erlaubt eigene Mitgliedschaften anzubieten.

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YouTubes löchrige Werbe-Blockliste

Es ist auf YouTube einfacher einen White Nationalist mit Werbung anzusprechen, als einen Black Lives Matter Aktivisten. So lässt sich die umfangreiche Recherche von The Markup zusammenfassen, die mit einer langen Liste untersucht haben, welche Begriffe YouTube bei der Werbeauslieferung blockiert und welche nicht.

TikTok testet Playlisten

TikTok testet für Creator gerade ein Playlisten-Feature mit dem sich Videos organisieren lassen sollen. Dürfte vor allem für die TikToker spannend sein, denen die 60 Sekunden nicht ausreichen und die ständig auf „Part 2“ verweisen, den man dann als User nicht finden kann.

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Jannis

@netzfeuilleton

Apple TV+ stellt Orignal Podcast und gleichzeitige Dokureihe vor

streamletter 61

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More Knives Out

Detective Benoit Blanc (Daniel Craig) aus „Knives Out“ kehrt zurück – und zwar gleich doppelt. Netflix hat sich zwei weitere Fortsetzungen mit Regisseur Rain Johnson und Daniel Craig für 450 Millionen $ eingekauft. Die Thromby Familie wird darin keine weitere Rolle mehr spielen, sondern der schrullige Ermittler wird sich neuen Fällen zuwenden. Daniel Craig könnte ein neues Franchise gebrauchen, wird doch sein nächster Einsatz im Geheimdienst seiner Majestät immer wieder verschoben.

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Apple TV+ stellt gleichzeitig Dokureihe und Podcast vor

Apple hat unter dem Titel The Line“ gleich zwei non-fiktionale Serien vorgestellt: Eine als Dokuserie für Apple TV+ und eine als Podcast. Beide drehen sich dabei um den Fall des US Navy Seals Eddie Gallagher, der wegen Kriegsverbrechen angeklagt wurde. In den meisten Punkten wurde er freigesprochen, außer für sein gestelltes Foto mit der Leiche eines 17-jährigen ISIS-Kämpfers. Gehostet wird der Podcast von Dan Taberski (Missing Richard Simmons) und im Interview kommen unter anderem Gallagher und seine Frau zu Wort. Der Podcasts ist ab sofort bei Apple Podcasts, aber auch in jeder anderen Podcast-App verfügbar.

Die 4-teilige Dokuserie für Apple TV+ soll im Herbst 2021 folgen.

Wondery will sich verdoppeln

Wondery will, jetzt da es zu Amazon gehört, noch dieses Jahr seine Belegschaft von 80 auf beinahe doppelt so viele aufstocken. Man hofft, die eigenen Podcasts mit Amazon Music gleich weltweit verfügbar machen zu können.

Hörtipp: Das Product Strategy Playbook von Spotify

Spotify hat sich selbst auch ein Original Podcast spendiert. In Spotify: A Product Story blickt der Musikstreamingdienst auf seine eigene Geschichte und Entwicklung zurück. Natürlich ist der Streamingdienst mit nicht allzu kritisch mit sich selbst, dennoch ist der Podcast spannend. Er blickt zurück, wie Spotify entstanden – und warum ausgerechnet in Schweden. In Schweden gehörte Musikpiraterie nämlich beinahe schon zur Staatsräson. Deshalb kommt auch Lars Ullrich von Metallica zu Wort, die mit ihrer Klagen gegen Napster als Speerspitze im Kampf gegen Musikdownloads waren, aber gleichzeitig eine der erste großen Bands, die ihren Katalog auf Spotify verfügbar machten. Eingefädelt wurde dieser Deal übrigens von Napster Gründer Sean Parker. Allein für diese Geschichte lohnt sich der Podcast.

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Facebook gibt Usern die Schuld Kontrolle

Facebook wehrt sich weiter dagegen, dass die eigenen Produkte und Algorithmen Schuld an der Polarisierung, Radikalisierung und allem schlechten der Welt sind. Deshalb hat Facebooks VP Global Affairs Nick Clegg nun einen laaaangen Medium Artikel veröffentlicht, mit dem Titel: You and the Algorithm: It Takes Two to Tango. Zentrale These: Die Nutzer tragen zumindestens Mitschuld.

Der oder die Nutzer:in wählt aus, was er oder sie liked, teilt und verfolgt. Der Algorithmus nimmt diese Signale lediglich auf und nutzt sie zur Gewichtung.

Deshalb möchte Facebook nun diese Signale auch wieder sichtbarer machen und führt deshalb Favoriten und auch eine chronologische Timeline wieder ein. Beziehungsweise macht sie besser sichtbar. Denn als Facebook seinen Newsfeed mit algorithmischer Sortierung neu einführte, tat man noch alles dafür, um die chronologische Sortierung weiter zu verstecken.

Die Argumente sind natürlich so alt, wie die Diskussion um Filterblasen. Wir Menschen neigen zum Beispiel zum Confirmation Bias, also dass wir uns gezielt Informationen suchen, die die eigenen Thesen und Haltung bestätigen – und blenden bei kognitiver Dissonanz Themen aus, die uns nicht passen. Die eigentliche Frage ist: Wie sehr verstärken Algorithmen diese Tendenzen? Führen sie uns immer tiefer in einen Wald passender Meinungen und Fakten – und blenden alles aus, was uns nicht passt, weil wir nicht damit interagieren? Darauf bleibt auch Nick Clegg eine Antwort schuldig. Aber dafür gibt es jetzt einen neuen Reiter im Facebook Feed.

Instagram holt sich TikTok Creator und Remixe

Instagram bedient sich mal wieder fleißig bei TikTok: Einmal führt man das Duett-Feature, mit dem sich TikToks kopieren und um ein eigenes Video erweitern lassen, auch bei Instagram Reals ein. Außerdem bezahlt Instagram auch etlichen Tiktok-Creator die Produktion von exklusiven Shows. Zum Beispiel „Sway Life“ eine Dokuserie, über das Leben der Influencer im Sway Haus für IGTV, Facebook Watch und Messenger Watch Together.

TikTok investiert derweil in eigene Livestreaming-Formate, zum Beispiel mit bekannten Musiker:innen.

Jobs

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Jannis

@netzfeuilleton

Das Produktstrategie Playbook von Spotify

Spotify hat sich selbst auch einen Original Podcast spendiert. In Spotify: A Product Story blickt der Musikstreamingdienst auf seine eigene Geschichte und Entwicklung zurück. Natürlich ist der Streamingdienst dabei nicht allzu kritisch mit sich selbst. Natürlich ist er die Rettung für die Musikindustrie und alle Künstler – und gleichzeitig würde er den Nutzern am liebsten alles schenken, wenn da die fiesen Lizenzen nicht wären.

Von Piracy zum Streamingdienst

Dennoch ist der Podcast Spotify: A Product Story spannend. Er blickt zurück, wie Spotify entstanden ist und warum ausgerechnet in Schweden. In Schweden gehörte Musikpiraterie nämlich beinahe schon zur Staatsräson. Deshalb kommt auch Lars Ullrich von Metallica zu Wort, die mit ihrer Klagen gegen Napster als Speerspitze im Kampf gegen Musikdownloads waren, aber gleichzeitig eine der erste großen Bands, die ihren Katalog auf Spotify verfügbar machten. Eingefädelt wurde dieser Deal übrigens von Napster Gründer Sean Parker. Allein für diese Geschichte lohnt sich der Podcast.

Produktstrategie von Spotify als Podcast

In den weiteren Folgen geht es vor allem darum, wie Spotify Produktentscheidungen trifft und wann sie vom Markt gezwungen waren, ihre App zu verändern. Es geht viel auch darum, wie man Nutzer dazu bringt für das eigene Angebot zu bezahlen. So war zunächst die mobile App nur mit dem Premiumdienst nutzbar, doch als mobile Nutzung den Desktop überholte, stand Spotify vor einer Herausforderung. Bislang war die Desktop-App die Kundenakquise, über die Nutzer an das Produkt gewöhnt und schließlich zum Bezahlen überredet wurden. Nun sah man sich durch Markttrends gedrängt auch für Mobile ein kostenloses Angebot zu stricken – und trotzdem irgendwie weiter seinen Premiumdienst zu bewerben.

Außerdem geht es um die Entwicklung des Spotify Musikalgorithmus – und warum der bis heute menschlichen Input von Spotifys eigenen Editoren braucht.

Den Podcast Spotify: A Product Story anhören

Macher*innen: Gustav Söderström, Chief R&D Officer bei Spotify

Spotify, Apple Podcasts, RSS

Für Fans von: StartUp, Tech- und Businesspodcasts

Am besten Anfangen mit: Der Nullnummer.

Sprache: Englisher Podcast

Vom TV-Kandidat zum Influencer-Vertrag

streamletter 60

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Was ARD und ZDF bei YouTube treiben

In der letzten Ausgabe ging es darum, was sich ARD und ZDF so fürs Internet vornehmen. DWDL hat sich nun mal angeschaut was ARD und ZDF, abseits von funk, bereits auf YouTube veröffentlichen. Das Ganze ist nicht mehr als eine Status Quo Beschreibung, aber es tut gut, das mal einigermaßen nüchtern aufgeschrieben zu lesen. Sonst beschäftigen sich damit ja nur wutschäumende Welt-Autor:innen mit FDP-Hintergrund.

Disclosure: Ich arbeite hauptberuflich für das ZDF, bin aber gerade in Elternzeit.

Schlagzeilen:

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Spotify kauft Live Audio-Schmiede Betty Labs

Spotify hat sich Betty Labs gekauft, die Locker Room entwickelt haben. Locker Room ist eine Clubhouse Alternative mit einem Fokus auf Sport. Das spannende daran ist nicht, das Spotify nun auch einen Clubhause-Klon baut oder dass Spotify damit in den Sportmarkt einsteigen würde. Sondern, dass Spotify damit in Live Audio einsteigt. Die letzte Bastion des Radios, nachdem man schon Morningshow, Musik und Wort-Mix und Entdeckung neuer Songs erobert hat. Und dabei will Spotify diese Live-Erfahrung, mit ähnlichen Features wie Clubhouse, auf ein interaktives Level heben:

„Through this new live experience, Spotify will offer a range of sports, music, and cultural programming, as well as a host of interactive features that enable creators to connect with audiences in real-time. We’ll give professional athletes, writers, musicians, songwriters, podcasters, and other global voices opportunities to host real-time discussions, debates, ask me anything (AMA) sessions and more.“

Interessant dürfte hier eben der Zugriff und die Verbindung sein, die Spotify zu Musikern und Podcastern hat – und die wiederum ein Interesse haben könnten, solche interaktiven Inhalte auf Spotify anzubieten, um ihre eigenen Streamingzahlen zu erhöhen.

Auch Locker Room ist bislang übrigens nur auf iOS only.

Serial stellt nächstes Projekt vor

Das Team hinter Serial, das mittlerweile zur New York Times gehört, hat sein nächstes Projekt vorgestellt. Nach „Nice White Parents“ geht es in The Improvement Association um wirkliche Fälle von Wahlbetrug. Im Gegensatz zu denen, die sich der letzte Präsident ausgedacht hat.

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Facebook hat 10.000$ von Creators einbehalten

The Verge berichtet von mehreren Facebook Creatorn, die sich beschweren, dass Facebook ihnen zu wenig Werbegelder ausgezahlt habe. Die Creator laden ihre Videos bei Facebook hoch und sollen über In-stream Ads eigentlich an Werbeerlösen beteiligt werden. Doch seit Januar sind die Auszahlungen deutlich niedriger. Facebook hat dafür nicht wirklich eine Erklärung, aber einen technischen Fehler eingeräumt. In Zeiten der Creator Economy, wo alle Plattformen versuchen, die wertvollsten Künstler zu halten, keine gute Meldung.

Vom TV-Kandidat zum Influencer-Vertrag

Divimove hat alle 9 Kandidaten der aktuellen Staffel Deutschland sucht den Superstar unter Vertrag genommen, um ihre Social Media-Kanäle zu vermarkten. Dazu muss man wissen: Divimove war das Multi-Channel-Network von RTL, hat sich inzwischen aber vor allem auf die erfolgreiche Vermarktung von Social Kanälen spezialisiert. Und an dem Beispiel DSDS wird nun deutlich, wie man hier sinnvoll ein Geschäftsmodell integriert. Denn man darf annehmen, dass inzwischen die wenigsten bei DSDS oder anderen Castingshows teilnehmen, um erfolgreiche Musiker zu werden. Ein lukratives Influencer-Leben würde vielen sicher auch reichen. Und hier setzt Divimove an.

Und dass nicht nur nur für RTL, sondern auch für die UFA: „Bereits Ende letzten Jahres hatte Divimove die exklusive Zusammenarbeit mit dem Produktionsunternehmen UFA Serial Drama bekanntgegeben. Gemeinsames Ziel sind die Entwicklung und der Aufbau von Schauspieler:innen aus UFA Serial Drama Produktionen zu authentischen Personality Brands in der digitalen Welt.“

Smart, so sichert man sich ein Stück vom Kuchen, wenn Kandidaten die Reichweite nutzen, um ihre eigene Karriere aufzubauen.

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Jannis

@netzfeuilleton

Black Widow und Cruella Premiere bei Disney+

streamletter 59

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ARD und ZDF wollen in den nächsten 2-10 Jahren mehr ins Internet

Tom Buhrow: ARD auf dem Weg zum non-linearen Content-Netzwerk

Tom Buhrow ist mittlerweile ein Fan des funk-Modells und macht in einem FAZ Beitrag den Vorschlag, die gesamte ARD zu einem non-linearen Content-Netzwerk auszubauen. Am liebsten sollen dabei alle Inhalten aus einer einzigen, großen öffentlich-rechtlichen Mediathek kommen. Einsparen will er dafür die Spartenkanäle. Die sind seiner Meinung nach linear tot. Warum verstehe ich nicht ganz. Ein Nutzerversprechen, wie: Ich kann zdf_info einschalten und bekomme eine Doku, ist doch viel klarer, als hier ist ein kompliziertes Sendeschema, schalte doch mal rein und lass dich überraschen. Vielleicht läuft eine Show mit Helene Fisch oder du bist mitten in einem Film oder es schreien sich 4 alte, weiße Männer auf Stühlen sitzend an. Interessanterweise lässt Buhrow aus, ob die dritten Programme für ihn als Spartenkanäle zählen.

Die Erneuerung des Radios hängt für ihn am Abschalten der UKW, was bislang aber nicht beschlossen ist. Erst dann könnte man genauer digital aussteuern und zum Beispiel Wellen und Programmfarben einfacher bundesweit zusammenlegen.

Außerdem sollen mehr Inhalte „Open Source“ sein, also Nutzer sollen sie eventuell weiterverarbeiten können.

ZDF selbstverpflichtet sich zu mehr Internet

Auch das ZDF will mehr ins Internet, schaut in seiner Selbstverpflichtung aber nicht auf die nächsten 10, sondern auf die nächsten 2 Jahre. Die zentralen Punkte sind dabei: Mehr digitale Kontaktpunkte schaffen, um den sich ändernden Nutzungsgewohnheiten Rechnung zu tragen. Dazu will man mehr Inhalte für junge Zielgruppen entwickeln. Instagram, sowie YouTube werden dabei explizit erwähnt. Man will 2021 eine genre- und ausspielwegübergreifende Zielgruppensystematik erarbeiten, um neue Formate zu entwickeln, zu distribuieren und zu evaluieren. Dadurch will man sich auch um deutlich mehr Diversität kümmern.

Disclosure: Ich arbeite hauptberuflich für das ZDF, bin aber gerade in Elternzeit.

Der Erfolg von Berlin – Tag und Nacht auf YouTube

DWDL schaut sich gerade mit hochgezogenen Augenbrauen an, was verschiedene TV Sender auf YouTube treiben. RTL 2 hat zum Beispiel sehr erfolgreich ihre Soap Berlin – Tag und Nacht auf die Plattform gebracht. Mehr als 1,3 Millionen Fans zählt die Dailysoap auf der Videoplattform und die meisten Folgen, die der Privatsender hier veröffentlicht, erreichen über 500.000 Aufrufe. Der Clou: Es werden eben nicht nur kurze Ausschnitte, sondern ganze, einzelne Handlungsstränge veröffentlicht. So akquiriert der Sender auch neue Fans für sein Format. Die diesem dann auch auf andere Plattformen folgen.

Amazon: NFL für die USA, Britney für Deutschland

Amazon hat sich alle Donnerstagabend Football-Spiele in den USA exklusiv gesichert. Ab 2023 bis 2033 werden diese nur noch mit Amazon Prime zu sehen sein. Das lässt sich der E-Commerce-Riese wohl rund 1 Milliarde $ pro Jahr kosten. Ein Großteil der Spiele bleibt aber bei den traditionellen TV Networks von Fox, Disney, ViacomCBS und NBCUniversal. Wobei diese, die Spiele auch auf ihren jeweiligen Streamingplattformen verbreiten wollen.

Facebook, das vor ein paar Jahren noch auf Sportrechte geschielt hat, hat inzwischen angekündigt, das sie dafür kein Geld mehr ausgeben wollen.
In Deutschland hat Amazon sich die Übertragungsrechte für die Dienstagsspiele der Champions League gesichert. Ein paar Baseballspiele der Yankees hat man sich übrigens auch noch gesichert.

Außerdem bringt Amazon die Doku Framing Britney zu uns. Produziert wurde sie ursprünglich von der „New York Times“ und wurde in den USA bei Hulu gezeigt. Hulu gehört auch zu Disney. Deswegen überrascht es fast, dass die Doku hierzulande nicht bei Disney+, zum Beispiel unter dem Star Label läuft, sondern beim Konkurrent Amazon Prime ab dem 5. April.

Schlagzeile:

  • Black Widow und Cruella feiern auf Disney+ Premiere, für eine zusätzliche Leihgebühr. Auch der nächste Pixar Film Luca soll wieder direkt auf die Streamingplattform wandern. Variety

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YouTube weiter erfolgreichster Musikstreamingdienst

Einer der wichtigsten Verwendungszwecke für YouTube ist Musik hören. So wichtig, dass die Videoplattform damit auch dezidierte Musikstreamingdienste in den Schatten stellt. Laut YouGov nutzen 35% aller Deutschen YouTube, um Musik zu streamen. Spotify kommt insgesamt nur auf 21%. Spannend wird es aber bei den 18-29 Jährigen: Hier nutzt tatsächlich jede:r Zweite Spotify. Auf dem dritten Platz folgt Amazon Musik, das bei Menschen über 45 sogar vor Spotify liegt.

YouGov | YouTube ist unter Deutschen beliebtester Online-Musikdienst

Hörtipp: Ear Hustle – Podcast aus dem Knast

Die meisten Crime Podcasts drehen sich um Verbrechen, vielleicht noch um die Gerichtsverhandlung. Aber was passiert eigentlich danach? Ear Hustle geht mittlerweile in die 7. Staffel und begleitet das Leben im Knast – und wird auch tatsächlich dort und von Häftlingen produziert.

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David Dobrik goes down

David Dobrik steht unter massivem Druck, wegen Vergewaltigungsvorwürfen gegen ein Mitglied seines Vlog Squads. Einem seiner Kumpel wird vorgeworfen, am Rande eines Prank Videos eine Frau alkoholisiert und dann vergewaltigt zu haben. Dobrik selbst sagt am Ende dieses Videos: „We’re going to jail“. Der ehemalige Vine-Star und aktuell vielleicht erfolgreichste YouTuber hat gerade mit seiner Einwegkamera-App Disco 20 Millionen Dollar eingesammelt. Nun ziehen sich Sponsoren aus seinen Videos und Kapitalgeber wieder aus der App zurück.

Twitter testet YouTube Videos in der Timeline

Twitter lässt iOS Nutzer in einem Test YouTube Videos direkt in der Timeline gucken. Also ohne, dass ich die App verlassen und in die YouTube App wechseln soll. Sorgt sicher für eine längere und bessere Verweildauer in der Twitter App.

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Zum Abschluss hab ich noch einen coolen Link für Dich: Der digitale Nachrichtentest ist eine tolle Medienkompetenzübung rund um Fake News und Vertrauenswürdigkeit im Netz. Ich hab 25,5 Punkte bekommen und du?

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Jannis

@netzfeuilleton

Analyse des deutschen Streamingmarktes

streamletter 58

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Analyse des Streaming-Marktes in Deutschland

In der aktuellen Ausgabe der Media Perspektiven ist eine Analyse des deutschen Subscription Video on Demand (SVOD) Marktes erschienen. Ich habe mal ein paar interessante Dinge rausgepickt: Ende 2020 gab es laut Goldmedia VoD-Ratings.com rund 34 Millionen S-VoD-Abonnements, die sich im deutschen Markt auf 14 Millionen Abonnenten verteilten. Bedeutet, wer bereit ist zu zahlen, zahlt im Schnitt auch für mehr als 1 Dienst. Im Durchschnitt hatte Ende 2020 jeder Abonnent 2,4 Streamingdienste parallel gebucht, 2019 waren es noch 2,1 Abos – hier zeigt sich eindeutig der Trend zum Drittabo. Es sind also nicht unbedingt viele neue Nutzer, die zum Marktwachstum beitragen, sondern bereits aktive Nutzer mit einem weiteren Abonnement.

Schaut man nicht nur auf die Abonnenten, sondern auf die Nutzer, hatten insgesamt 41 Millionen Menschen Zugang zu einem Streamingdienst. Daran sieht man den hohen Anteil an Account-Sharing. Hier liegen Netflix und Disney+ mit 3 Nutzer im Schnitt ganz vorne. Wobei Netflix dagegen nun verstärkt vorgehen will.

Nutzungsvolumen und -trends

Die mit Anstand wichtigsten Inhalte sind Serienproduktionen. Der erfolgreichste VoD—Titel in Deutschland war 2020 die spanische Netflix-Produktion „Haus des Geldes“. Wobei hier natürlich auch die Erhebungsmethode Serien in die Hände spielt, da sie durch viele Folgen mehr Views generieren kann.

Interessant ist, wie wenige erfolgreiche Titel schon für den Erfolg ausschlaggebend sind. So machen die Top 100 Titel 42% der Nutzung aus. Die Top 10 bereits 13%. Die Verteilung entspricht also einem klassischen Longtail.

Disney macht die 100 Millionen Abonnenten voll

Disney+ hat in nur 16 Monaten 100 Millionen Abonnenten erreicht. Netflix hat seit Bestehen gerade erst 200 Millionen Abonnenten erreicht. Wie hat Disney das gemacht? Statt All you can eat gab es zum Start vor allem bekannte Franchises und Familienfreundliches. Klar aufgeteilt in die verschiedenen Marken: Marvel, Pixar, Star Wars. Und nur eigentlich eine Original Serie zum Start: The Mandalorian. Die war dafür aber auch gleich ein Hit. Mit WandaVision scheint man gleich den nächsten gelandet zu haben. Und wenn man weiß, was Disney als nächstes plant, dann soll beim Mickey Mouse-Streamer wohl immer eine Serie laufen, die man gesehen haben muss. Wohlgemerkt nicht im Binge, sondern Woche für Woche releast. So dass ich immer wieder komme und dabei vielleicht noch mehr entdecke.

35 Oscar Nominierungen für Netflix

Netflix hat bei den Oscar Nominierungen ordentlich abgeräumt: 35 Nominierungen gehen insgesamt an den Streaminganbieter. Auch gleich zwei in der Kategorie Best Picture für Mank und Trial of the Chicago 7. Amazon hat insgesamt 12 Nominierungen, unter anderem sechs für Sound of Metal. Auch Apple darf sich über seine erste Oscar Nominierung freuen: Für Best Animated Feature (Wolfwalkers) und Best Sound (Greyhound).

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Hörtipp: Spiegel Daily bei Audible

Der Spiegel hat seine Marke Spiegel Daily wieder belebt. Was einst der Name für ein kurzlebiges Bezahlmodell war, ist nun der Titel eines neuen „Podcasts“. Der „Podcast“ Spiegel Daily erscheint dabei in Kooperation mit Audible. Wochentäglich wollen darin die beiden Hosts Juan Moreno und Yasemin Yüksel „Weiterfragen, wo die Nachricht aufhört. Verstehen, was komplex ist. Zuhören, bis es „Aha“ macht.“

ARD Audiothek bekommt Musikformate

Da ist jetzt auch Musik drin: Die ARD spendiert seiner eigenen Audiothek nun etliche Musikformate aus seinen Programmen. Musik spielt in den meisten Podcasts bislang eine untergeordnete Rolle, was vor allem an unmöglichen GEMA-Regelungen liegt. Ob das eine passende Antwort auf Spotify ist wird sich zeigen.

ARD-Audiothek 2021: mehr Musik und mehr Aktuelles für Audio-Fans

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So wird man mit Comedy erfolgreich bei YouTube

Dan Gatzke spricht im Interview über YouTube vs. TV und gibt eine Antwort, die ich hier teilen will:

„Ich mach das seit über zehn Jahren und tappe noch immer hier und da in die “TV-Falle”. Man denkt automatisch oft zu groß, zu komplex und am Ende hat man ein Projekt, was sich wirtschaftlich niemals tragen kann und schon zum Start viel zu zeitintensiv ist. Und mit “TV-Falle” meine ich nicht nur den zu hohen Aufwand hinter einem Projekt. Ich meine auch die – und gleich regen sich die ersten Fernsehleute auf – Arroganz zu glauben, dass das eigene Produkt oder in dem Fall den eigenen Content jeder sehen will. Im Web konkurriert man nicht nur mit ein paar Sendeplätzen, sondern mit Milliarden Videos. Algorithmen und die große Masse bestimmt, was erfolgreich wird. Dem sollte man sich bewusst sein bevor man startet.“

Twitter Spaces für alle im April

Twitter arbeitet daran sein „Clubhouse“-Feature bis April für alle Nutzer verfügbar zu machen. Bereits jetzt können ausgewählte Beta-Nutzer „Spaces“ starten und User sowohl auf iOS als auch Android können bestehenden Räumen beitreten. Meerkat, ick hör dir trapsen.

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Danke fürs Mitlesen und herzlich willkommen, wenn du dank Steady neu dabei bist! Hier findest du die vergangenen Ausgaben. Wenn du noch weitere Newsletter suchst, kannst du ja mal hier schauen, mit welchen tollen Autor:innen ich gemeinsam bei Steady das Newsletterangebot launchen durfte.

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Jannis

@netzfeuilleton

SPIEGEL Daily – Kein Podcast, aber gelungen

Der Spiegel hat seine Marke Spiegel Daily wieder belebt. Was einst der Name für ein kurzlebiges Bezahlmodell war, ist nun der Titel eines neuen „Podcasts“. Der „Podcast“ Spiegel Daily erscheint dabei in Kooperation mit Audible. Wochentäglich wollen darin die beiden Hosts Juan Moreno und Yasemin Yüksel „Weiterfragen, wo die Nachricht aufhört. Verstehen, was komplex ist. Zuhören, bis es „Aha“ macht.“

Spiegel Daily Podcast: Tagesaktuell, aber hintergründig

Ich glaube, man darf nicht nur wegen es Namens vermuten, dass „The Daily“ von der New York Times für den SPIEGEL DAILY „Podcast“ Modell gestanden hat. Man fokussiert sich in rund 30 Minuten auf ein Thema und beleuchtet das durchaus aufwändig mit mehreren Gesprächspartnern. Dabei schafft man es tagesaktuell, aber hintergründig zu sein. So geht es am Tag des Astrazeneca-Verbotes zum Beispiel um tatsächliche Impfschäden und was sie mit den wenigen Fällen, die es gibt machen. In den ersten Tagen ist es ihnen gelungen, damit bei mir einen Nerv zu treffen. Anders als in vielen der Nachrichtenpodcasts, wo ein Kollegengespräch das höchste der Gefühle ist, kommen hier wirklich Betroffene, O-Töne und Experten zu Wort. An einigen Stellen könnte das Editing noch etwas dichter sein. Vielleicht liegt das auch aber daran, dass ich das ganze in der Audible App hören muss und nicht in meiner geliebten Podcasting App mit Smart Speed. Wenn es doch nur einen Weg gäbe, Audioinhalte aus allen möglichen Quellen in einer App zu hören… Ach, lassen wir das…

Den „Podcast“ SPIEGEL Daily hören

Macher*innen: Yasemin Yüksel und Juan Moreno

Homepage,Audible

Der Spiegel Daily „Podcast“ lassen sich nur mit einem Spiegel+ oder einem Audible Abo hören. Hier kann man Audible 30 Tage kostenlos testen.*

Für Fans von: The Daily, Game Changer

Am besten Anfangen mit: Der aktuellsten Folge.

Sprache: Deutscher Podcast

*Partnerlink

4 Gründe für den Erfolg von Newslettern

Gefühlt starten gerade alle einen Newsletter. Gut, die eine Hälfte startet einen Podcast, die andere einen Newsletter. Ich hab natürlich beides. Befeuert wird dieser Trend vor allem auch von einer wachsenden Anbieter Seite. Twitter hat sich den Newsletter-Dienst Revue einverleibt, Substack macht Schlagzeilen in dem sie hochdekorierte Journalisten abwerben und mit Vorschüssen überschütten. Und in Deutschland geht die Memberplattform Steady heute mit einem eigenen Newsletterdienst an den Start.

Warum ist aus gerechnet die eMail noch immer so beliebt bei Medienschaffenden? Und erfährt eine neue Renaissance. Hier sind 4 gute Gründe für den Erfolg von Newslettern.

1. Unabhängigkeit von Plattformen und Algorithmen

eMail Newsletter erlauben eine große Unabhägingkeit von bestehenden Plattformen. Während in den letzten jähren sich viele Publisher oder Creator abgemüht haben auf Facebook, YouTube oder Instagram eine Followerschaft aufzubauen, kommt ihnen nun der Algorithmus in die Quere. Der spielt Posts immer nur an ein Teil des Publikums aus, bewertet Engagement, Watchtime und will die Empfänger:innen am liebsten auf der eigenen Plattform halten. Eine eMail hingegen wird immer zu gestellt. Natürlich kann die Leser:in dann immer noch entscheiden sie ungelesen in den Papierkorb zu verschieben, aber die nächste Nachricht erreicht sie dann trotzdem wieder. Und bislang entscheidet kein Algorithmus, dass dich der Newsletter nun nicht mehr interessiert, sondern man kann selbst auf abbestellen klicken, wenn es einem zu viel wird.

2. Intimität des Postfachs

Die eMail erlaubt ausserdem einen erstaunlich persönlichen Kontakt. Zwischen Nachrichten von Freunden, Familie und Chef reiht sich auch der Newsletter ein. Und anders als ein allgemeiner Artikel oder Postings, lassen sich Newsletter natürlich auch personalisieren, zum Beispiel mit einer persönlichen Anrede oder anderen Details. Es fühlt sich also an, wie für mich gemacht. Mir persönlich zugeschickt. Und ich kann einfach antworten. Dadurch ergibt sich aus Newslettern auch oft eine konstruktive Diskussion. Denn Kommentare sind nicht für die Öffentlichkeit gemacht, sondern eine direkt Rückmeldung an den Autor mit Einlassungen oder Hinweisen.

3. Einfache Bezahlung

Natürlich zeigt sich der Erfolg der Newsletter auch bei der Monetarisieriung. Der der aktuelle Hype wird auch durch die Möglichkeit befeuert mit seinen eMails Geld zu verdienen. Auch das liegt an der sehr einfachen Lieferung. Gibt mir Geld und ich schicke dir was zu. Im Gegensatz zu Webseiten muss eben keine Umständliche Paywall gebaut werden, die versucht Leute fernzuhalten und nicht umgehbar sein soll. Ich glaube auch der psychologische Faktor eine persönliche Mail, und damit etwas geliefert zu bekommen erhöht die Zahlungsbereitschaft.

4. Nutzungssituation

Auch die klare Nutzungssituation spricht sehr für die Mail. Ich bin in meinem Mailprogramm, das heißt ich bin bereit zu Lesen. Klingt trivial, aber beim surfen im Netz oder auf Facebook kann mich ein Bild, Video, Umfrage oder Text erwischen und für alles muss ich in der passenden Stimmung sein. Der Newsletter hingegen kann auch zu einem richtigen Ritual werden, wenn er morgens im Postfach auf mich wartet, lese ich ihn vielleicht beim ersten Kaffe. Im Zweifel ist er auch die angenehmste Mail, die neben Arbeitsaufträgen vom Chef oder Terminanfragen auf mich wartet.

Du willst auch mehr Newsletter lesen? Dann fang doch mit dem streamletter an. Wöchentlich das Wichtigste zu Streamingdiensten, Podcasts und Social Media.

Wieviel Marketing hinter „Der Prinz von Zamunda 2“ steckt

streamletter 57

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Wieviel Marketing hinter „Der Prinz von Zamunda 2“ steckt

Man kann den Eindruck bekommen, dass Netflix und Amazon einfach immer neue Originals hochladen und die dann sofort alle Rekorde einstellen. Doch dahinter steckt auch eine Menge Werbegeld. Netflix gibt Milliarden dafür aus. Und auch Amazon lässt sich seine Premieren kosten. Für Der Prinz von Zamunda 2 hat man zum Beispiel Amazon Trucks und Flugzeuge mit „The Royal Family has arrived“ bedruckt. Und hat damit laut einer Umfrage eine größere Streamingpremiere als beispielsweise Borat 2 oder Wonder Woman 1984.

‚Coming 2 America‘: How Amazon Primed Eddie Murphy Film for Success – Variety

Disney+ verbannt Filme für Kinder wegen rassistischer Stereotypen

Disney+ hat ein paar seiner alten Klassiker aus dem Bereich für Kinder unter 7 Jahre entfernt. Der Grund: negative Stereotypen und Darstellungen einiger Kulturen. Darunter sind Peter Pan, Dumbo und Aristocats. In Dumbo ist unter anderem Blackfacing zu sehen, Peter Pan mach sich über „Rothäute“ lustig und Aristocats schrecken nicht vor rasisstischen Karikaturen zurück, räumt die Plattform selbst ein. Erwachsene können sich die Inhalte weiterhin ansehen. Einige andere Filme hatte Disney bereits mit „Content Warnings“ zum Start versehen.

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Netflix startet deutschen Wochenpodcast

Netflix bringt seinen eigenen deutschen Podcast an den Start. In die Netflixwoche wollen die Moderatoren Hadnet Tesfai und Jörg Thadeusz wöchentlich helfen die unübersichtliche Vielzahl auf der Plattform zu sortieren und Steramingtipps rund um Neuerscheinungen und Klassiker bringen.

SoundCloud will Indie-Künstler besser bezahlen

SoundCloud hat ein neues Modell ausgerollt, wie sie Independent Künstler auf seiner Plattform besser bezahlen will. Und zwar danach, wieviele Leute sie tatsächlich hören. Normalerweise funktioniert die Ausschüttung der Vergütungen so, dass das Geld aller User in einen großen Topf kommt und dieser Topf dann einfach auf alle Künstler der Plattform der Größe nach aufgeteilt wird. Bedeutet, mit meinen 9,99 € finanziere ich auch immer die Künstler in den Charts mit.

SoundCloud will nun die Ausschüttung wirklich eins zu eins machen. Wenn ich also besonders viel Künstler X höre, soll der Großteil meines Beitrags auch an diesen Künstler ausgeschüttet werden. Die großen Labels machen hier noch nicht mit. Aber für kleine Künstler könnte es interessant sein ihre Superfans so zu SoundCloud zu locken, um für eine direkte Unterstützung zu werben.

SoundCloud will pay indie artists based on their actual listeners – The Verge

Podcasts folgen, statt zu abonnieren

Apple will, dass man in iOS 14.5 Podcasts nicht länger abonniert, sondern ihnen folgt. Das hat wohl nicht direkt mit den eigenen Plänen zu tun, auch bezahlte Podcast Abos anzubieten, sondern damit dass Nutzer sich schon länger verwirrt zeigen, ob sie nun zur Kasse gebeten werden. Bei Spotify lautet das Wording schon immer „folgen“.

Hier könnt ihr meinen Podcasts folgen:

Gucken Trinken [Apple Podcasts / Spotify] | Mordreport [ Apple Podcasts / Spotify]

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YouTubers Alternativen

Es gibt immer mal wieder die Bestrebung erfolgreicher YouTuber, sich von der Plattform unabhängig zu machen. Als alternative Plattform wurde zuletzt Vessel gehypt , die aber schnell wieder dicht machte. Nun stellt die BBC einige weniger vc-aufgepumpte Projekte vor. Da sind zum Beispiel Corridor Digital, die Fans auf der eigenen Plattform erlauben, Produzenten-Credits zu vergeben und so mitzubestimmen, welches Video als nächstes produziert wird. Oder der Streamingdienst Nebula, der den Creatorn Unabhängigkeit vom Algorithmus verspricht.

Snapchat mit neuen deutschen Shows

Snapchat hat 10 neue Shows für den Discover Bereich angekündigt. Mit dabei das ZDF und sein besseresser-Kanal, Spiegel und GIGA sollen tägliche News liefern. Brainpool bringt gleich drei Shows an den Start: Die Stand Up-Marke „NightWash“, „Luke Mockridge TV“ und „My Spass Exclusives“. Burda steuert Focus TV und eine Show mit der ehemaligen GNTM-Kandidatin Klaudia Giez bei. Und die Happygang will mit „Der Schulte“ mit deutschen Vorurteile aufräumen – oder sie bestätigen. Auch wenn bei vielen Medienleuten Snapchat vom Homescreen verschwunden ist, liefern die Shows im Discover-Bereich doch verlässlich sehr hohe Zahlen und junge Nutzer.

Danke fürs Mitlesen.

Bleib gesund.

Jannis

@netzfeuilleton

Facebook will gegen TikTok Rappen

streamletter 56

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Award Shower: Golden Globe und Grimme

Die Golden Globes machen mal wieder die Eröffnung der Award Season dieses Jahr. Wobei im Rückblick vor allem deutlich wird, dass eine Unterscheidung zwischen Kino und TV im Jahr 2020 schwierig war. Wie Tina Fey und Amy Poehler im Opening Monologe sagten: Wir haben einfach alles auf dem Handy geschaut.

Dementsprechend haben auch die Streaming-Dienste abgeräumt. Apple freut sich zumindest über einen Award für Ted Lasso Hauptdarsteller Jason Sudeikis.

Die Netflix Serie „The Crown“ bekam gleich 4 Preise und natürlich wurde auch „The Queens Gambit“ samt Hauptdarstellerin ausgezeichnet. Amazon bekommt für Borat 2 2 Preise, als beste Comedy und für den Hauptdarsteller. Aaron Sorkin wurde für sein Drehbuch zum Netflix-Film: The Trial of Chicago 7 ausgezeichnet. Das zeigt auch schon wie männlich und vor allem weiß die Golden Globe noch immer sind.

Wie komme ich jetzt von den Golden Globus zum Grimme-Preis? Egal.

Auch hier wurden nun die Nominierungen bekannt gegeben und wir schauen mal mit der Onlinebrille drauf. (Wohlgemerkt geht es um den „echten“ Grimme Preis und nicht den Grimme Online Award.)

Joyn bekommt mit Diginity und Mapa zwei Fictionstoffe nominiert.

Bei den Öffentlich-Rechtlichen fällt die Bewertung teils schwer, da zwar alles noch im TV läuft, manches aber schon mit klarem Fokus auf die Mediathek produziert wurde. Zum Beispiel beim ZDF die beiden nominierten Serien Liebe. Jetzt! und Drinnen.

Netflix bekommt eine Nominierung für Unorthodox und auch eine für seine Dokumentation Rohwedder – Einigkeit und Mord und Freiheit. In die Kategorie „Unterhaltung“ mischen sich die RocketBeans ein, die für eine über 2 Stunden dauernde Senfverkostung nominiert wurden. Und mit Social Distancing mit Hazel Brugger und Thomas Spitzer mischt sich noch ein Youtube-Format dazwischen. Zwei weitere YouTube-Formate von funk wurden in der Kategorie „Jugend“ nominiert: offen un’ ehrlich, sowie TRU DOKU. Über Letztere freue ich mich besonders, durfte ich doch zum Start des Kanals und an der Entwicklung mitwirken.

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Spotify kurz davor, Apple Podcasts zu überholen

Apple hatte in den USA noch immer die Nase im Podcast-Markt vorne. Doch der Marktanteil schrumpfte stetig. Am schnellsten holte Spotify auf – und steht laut eMarketer nun kurz davor, Apple zu überholen. Allerdings geht die Analyse davon aus, dass Apple nicht groß weiter wächst. Dabei steht Apples vermutete Podcastoffensive noch aus. In Deutschlanddürfte Spotify schon länger vor Apple rangieren, schließlich hat man hierzulande mit „Fest & Flauschig“ früh angefangen, das Thema Podcasts nach vorne zu treiben.

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Twitter kündigt Superfollows an

Hast du bestimmt schon gelesen: Twitter will eine Art Superfollow anbieten, dass es Follower erlaubt für ausgewählte Inhalte zu bezahlen. Also OnlyFans in 280 Zeichen. Gleichzeitig hat sich Twitter aber auch das Newsletter-Tool Revue einverleibt. Dahinter steckt der steigender Kampf um die eigenen Creator auf den Plattformen. Dadurch dass ich mittlerweile auf jeder Plattform alles machen kann (Fotos, Stories, Text, Video, Lifestream veröffentlichen), entscheide ich mich als Creator im Zweifelsfall für die Plattform, die mir die meisten Einnahmen beschert. Hier hatte Twitter bislang wenig zu bieten. Das könnte sich mit den Superfollows ändern.

Instagram launcht LIVE ROOMS für das Clubhouse Gefühl

Instagram hat seine Live Funktion aufgebohrt, so dass nun 4 Leute gleichzeitig in einem Livestream sein können. Bislang war das auf 2 Teilnehmer beschränkt. Aber Clubhouse hin oder her: Die Kameras bleiben dabei an.

Facebook launcht mit BARS einen Rap-TikTok-Klon

Facebook versucht weiter ein Rezept gegen den Erfolg von TikTok zu finden – und fängt deshalb an zu rappen. Mit BARS hat man einen weiteren, eigenen TikTok-Competitor am Start, der die Mechanik der Challenges auf Rapgame überträgt. Auf professionellen Beats können Nutzer ihre eigenen Verse spotten – oder in einer Freestylechallenge vorgegebene Begriffe in den eigenen 16er einbauen. Dass das so niedrigschwellig ist, wie ein paar Tanzbewegungen nachzuahmen, wage ich zu bezweifeln.

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Der MDR sucht eine*n Content Producer für seine jungen Angebote

Danke fürs Mitlesen. Ich werde vermutlich in den nächsten Wochen hier etwas am Backend umstellen. Deshalb wäre es super, wenn du meine Mailadresse in dein Adressbuch aufnimmst, dann können wir sicher sein, dass nichts verloren geht.

Leite diese Mail gerne an einen interessierten Kolleg*in weiter, die dann auch den streamletter abonnieren kann.

Bleib gesund.

Jannis

@netzfeuilleton

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