Kategorien
Flimmern & Sehen Viralität

Liebling, ich habe ein Viral kreiert – Wie konnte das passieren?

100.000 Videoaufrufe. Damit hätte ich nie gerechnet, als ich letzte Woche spontan mein „Gratis-BILD Unboxing“ aufgenommen habe. 1 Stunde Arbeit, 1:15 Minute Video und dann 100.000 Aufrufe in nur 5 Tagen – Eine kleine Rekapitulation und der Versuch auf die Frage zu antworten: Wie konnte das passieren?

Content counts

Was zählt ist der Inhalt. Diese alte, bärtige Weisheit hat auch mein Video wieder einmal bestätigt: Ein simpler und, bei aller Bescheidenheit, guter Gag schlägt hohen Produktionsaufwand. Ich habe das Video innerhalb einer Stunde mit meinem iPhone gefilmt, kurz Anfang und Ende drangeklatscht und hochgejagt und wenn man es sich genau anhört, habe ich dabei auch noch den Ton versaut. Meine Stimmt kommt nur über den rechten Lautsprecher, das habe ich in der Eile aber gar nicht gemerkt.

Vergleicht man das mit den Youtube-Videos die wir wöchentlich bei „YouJustDontDo“ raushauen ist das fast schon deprimierend. Dort haben wir teilweise sehr aufwändige Drehs, Szenen ausgeleuchtet, eine teure Kamera mit Kameramann & David sitzt nächtelang über dem Schnitt, den Special Effects und der Color Correction. Der größte Erfolg bisher: 7.000 Views bei einem Video, dass sich vornehmlich um Brüste dreht. Die Erkenntnis daraus demotiviert uns für YouJustDontDo nicht, macht aber klar, worauf wir in Zukunft stärker den Fokus richten müssen: Knackige Inhalte. Das gestaltet sich etwas schwieriger, weil wir versuchen, dass die Videos größtenteils ohne Sprache funktionieren, aber ein mittellustiges Video wird eben nicht lustiger, wenn man schöne Effekte drauflegt. ( Wir glauben aber auch, dass mit der Zukunft die Youtube hat,  es sich langfristig lohnt ordentlich produzierte Inhalte zu liefern.)
Alleine der Inhalt entscheidet aber auch nicht über den Erfolg eines Videos. Gerade beim BILD-Unboxing glaube ich war die Ausgangssituation für das Video entscheidend.

„Ich habe dir doch gesagt, dass das die 100.000 knackt!“

Viele meiner Freunde hatten fast mehr Vertrauen in den Erfolg des Videos als ich selbst. Das hatte vor allem damit zu tun, dass ich gar nicht fassen konnte, was da gerade passiert. Ich dachte auch lange, das Thema wäre schon durch, schließlich kam mein Video ja eigentlich einen Tag zu spät. Im Nachhinein macht es aber durchaus Sinn: Das Thema des Videos war die Gratis-BILD, die am Tag davor an alle verteilt wurde. 41 Millionen Haushalte waren also vom Inhalt des Videos betroffen und viele hatten sich ja schon im Vorfeld aufgeregt, dass dieses Schundblatt ihre Briefkästen verstopfen würde. Gleichzeitig wurde die Gratis-BILD, anders als die EM zum Beispiel die ähnliche Massen bewegte, nicht medial permanent reflektiert. Die anderen Verlagshäuser und Medien wollten Springer natürlich nicht auch noch in die Hände spielen. Dazu kommt, dass die BILD-Zeitung ein mehr als kontroverses Blatt ist. Das zeigte zum einen schon die Protest-Aktion vor verteilen des Blattes oder auch der Protest-Brief von Judith Holofernes im letzten Jahr. Mit anderen Worten: BILD-Bashing geht immer, hatte jetzt aber auch noch einen konkreten Anlass.

Wo kommen denn die ganzen Leute her?

Ein Viral zeichnet aus, dass man irgendwann nicht mehr sagen kann, wo und wie es sich verbreitet oder was genau den Ausschlag produziert hat. Bei meinem Video war es noch schlimmer, denn ausgerechnet in der letzten Woche hatte Youtube Probleme mit der  Datenauswertung in ihren Analytics. Ich saß also da, sah den Zähler immer weiter in die Höhe schnellen, konnte aber nicht nachgucken, woher denn all die Zuschauer kommen. „We’re experiencing some minor issues with data processing“, war alles was da stand. Erst seit Freitag liefen so langsam die Zahlen ein. Deswegen jetzt ein kleiner Einblick:

Ich habe selbst relativ wenig für die Verbreitung des Videos getan, ein Blogpost und eine Weiterleitung an das BILDBlog für deren 6vor9-Linkschau. Dort wurde es dankenswerter Weise am Montag gefeatured. Nach bisherigen Erfahrungen mit Verlinkungen durch das BILDblog hatte ich vorausgesehen, dass das so zwischen 4.000-5.000 Views bringt.
So war es dann auch: Rund 4.000 mal wurde das Video hier über netzfeuilleton.de aufgerufen und meine Statistik sagt mir, dass die meisten davon über das BILDblog kamen. Ich dachte eigentlich damit sei das Video durch. Doch dann ging es erst los. Im Laufe des Montags wurde das Video insgesamt 31.441 mal wiedergegeben, am Dienstag noch weitere 34.000 mal. Der virale Effekt war losgetreten. Der Großteil davon ging natürlich über Facebook, dort wurde das Video rund 13.000 Mal abgespielt. Twitter als Traffic-Quelle kann man nicht genau identifizieren, da die Leute von dort ja meist direkt zu Youtube weitergeleitet werden. Google+ kann ich für 1.143 Views direkt verantwortlich machen.
Ein weiterer Löwenanteil geht an Fun-Video-Seiten. Spitzenreiter ist hier Bildschirmarbeiter die alleine 10.758 Views hervorgerufen, gefolgt von so Seiten wie Spiegel Offline, Hornoxe & lachschon die jeweils zwischen 6.800 und 7.800 Zuschauer gebracht haben.

Insgesamt wurde das Video zu 57% eingebettet auf anderen Seiten eingeschaut, 22% waren direkt auf der Youtube Wiedergabeseite und weitere 21% haben sich das Video auf einem „Mobilgerät“ angeschaut. Die hohe mobile Zugriffsrate überrascht dann doch, dass der Trend bereits so weit ist hätte ich nicht gedacht. Spannend ist, dass die Youtube internen Funktionen nicht so viel zur Verbreitung beigetragen haben. So war das Video am Dienstag und Mittwoch in den „Beliebten“ und den „Trending“ Videos gefeatured, das brachte aber „nur“ 500 und 192 Views. Sicherlich zum Teil auch dem neuen Youtube Cosmic-Panda-Design geschuldet. Insgesamt summieren sich die Views aus dem Startseiten-Feed auf rund 1.000 Zugriffe. Gezielt auf Youtube nach dem Video gesucht haben knapp 80 und 750 haben es durch die Vorschläge von Youtube gefunden. Diese Funktionen sind aber glaube ich, vor allem für den Longtail wichtig.

Haters gonna Hate

Es tat richtig gut während dem Erfolg des Videos so viel Lob zu empfangen. Etliche Kommentare lobten die kreative Idee und es gibt nicht schöneres, als zu hören, „that you made sombodys day“. Aber, wie auch Martin Giesler bei seinem Youtube Erfolg „Wie baue ich einen Beitrag?“ festgestellt hat: Kritik kommt automatisch. Je mehr Leute das Video sehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass da zwischen mal einer sitzt, der den Daumen nach unten drückt. Es ist ja auch gut so, dass nicht alle denselben Geschmack haben und nicht allen alles gefällt. Bei mir war Die Kritik für den verhunzten Ton teilweise auch berechtigt, viel ist aber einfach komplett out of touch. Man kann nicht mal Ansatzweise vermuten, mit welcher Erwartung die Leute angekommen sind, dass sie so etwas schreiben, man sollte am besten auch gar nicht versuchen, das zu verstehen, sondern einfach ausblenden. Erst recht, so lange sie so sehr in der Minderheit sind. Es ist nur trotzdem so, dass die negativen Kommentare einen eine Sekunde länger beschäftigen Bei einem Video über BILD hilft es auch sich ganz plump sagen, dass das alles blöde Bild-Leser sind. ;)

Kann man das Wiederholen?

Nun, die Frage die sich Werbeagenturen im ganzen Land stellen: Kann man so einen Erfolg tatsächlich kreieren und jederzeit wiederholen? Wenn man meine bisherigen Ausführungen zusammenfasst brauch man eigentlich nur eine gute Idee und ein Thema das die Leute bewegt. Man muss den „Nerv“ treffen und das ist wiederum viel schwieriger als es sich schreibt. Und auch das würde ich nur als Ausgangssituation begreifen, die den möglichen Erfolg begünstigt, statt als Garantie für ein virales Abheben. Es war also kein Zufall, dass das Video erfolgreich war, aber man kann es schlecht erzwingen, da zu viele äußere Faktoren eine Rolle spielen.

Ich selbst frage mich, wie ich mit meinem Kanal auf Youtube weiter mache. Schließlich haben sich meine Abonnentenzahlen fast verdreifacht, bisher bin ich dort aber weniger mit lustigen, kurzen Videos aufgefallen, als mit langen halbwegs seriösen Interviews. Muss ich mich jetzt nach den Abonnenten richten und versuchen ihre Wünsche zu erfüllen? Zwanghaft den nächsten guten Witz überlegen? In Anbetracht der Tatsache, dass es immer noch nur 120 Abonnenten sind wohl eher nicht. Und wie mein Bild-Unboxing gezeigt hat, geht man am ehesten viral, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Zum Youtube-Kanal „YouJustDon’tDo“,
wo es wöchentlich hochwertige Videos gibt

 

Zum Youtube-Kanal „netzfeuilleton“,
wo es sicher auch mit spannenden Sachen weitergeht

Kategorien
Siebbelag

Morgenlinks mit dummer Social Media in Echtzeit, Twitter, Tourette & ADHS

Social Media machen dumm – in Echtzeit
(cluetrainpr.de, Thilo Specht)
Thilo Specht schreibt leider viel zu selten in seinem Blog, aber wenn er schreibt, dann ist das so auf den Punkt und immer mit das Beste was man zu Social Media & Gedöns lesen kann. Hier mein Zitat, das ich auch für Quote.fm ausgewählt habe: »Social Media Manager sind dieser Tage Gralshüter. Der heilige Kelch, aus dem sie beständig nippen, enthält den Nimbus der Rastlosigkeit. Ihre Antwort auf alle Fragen ist nicht 42, sondern 24/7. Und sie arbeiten gerade daran, die Kommunikationskultur ihrer zu zerstören.«

Leistungsschutzrecht – Ein Frage der Ehre?
(stefan-niggmeier.de, Stefan Niggemeier)
Ist es eigentlich Zufall, dass meine Rechtsschreibprüfung Leistungsschutzrecht immer rot unterkringelt? Stefan Nigggemeier hält zumindest noch ein Mal die grundlegende Gefahr fest: »Wenn das Leistungsschutzrecht nur ungefährlich ist, solange die deutschen Verlage sich gutwillig, vernünftig, zurückhaltend und maßvoll verhalten, muss man dieses Gesetz fürchten.« Weiterhin Hervorragendes zum Thema in seinem Blog.

„ADHS in Kombination mit Tourette“
(twitterhudi-abendblatt.de, Huck Haas)
@HuckHaas ist ein hervorragender Twitterer der ersten Stunde. Hier ein Intervie mit ihm:  »Leider kann ich mehrere Dinge auf einmal machen. Jetzt zum Beispiel erkläre ich der Frau ‘Andrij Schewtschenko’, höre, dass Oliver Kahn sich einen Twitter-Account zulegen will und gleichzeitig tippe ich das hier. Das hört sich vielleicht ganz interessant an, es ist aber irgendwie ADHS in Kombination mit Tourette, Autismus und irgendwas total Neuem.«

Lessons from an Advocacy Filmmaker: Part I
(thedigitalnaturalist.com, Brad Horn)
Brad Horn erzählt von seiner Arbeit als freischaffender Werbefilm-Macher (Ist das die richtige Übersetzung für Advocacy?). Schöner Take-away:  »Here’s what I learned: If you say no to work that you find morally dubious, you might wind up getting the job you actually want, and your next client might respect you more for it. And more importantly, you’ll be able to live with yourself when you’re 95. I honestly think it all comes down to this anyway.«

Und wieder eine Morgenlinks-Ausgabe, die ohne Verlagsangebote auskam. Wegen mir kann das Leistungsschutzrecht kommen. :) Wenn ihr aktuelle, spannede Linktipps habt, schickt sie an @morgenlinks oder per Mail an kontakt [ät] netzfeuilleton.de

Kategorien
Zeitung

Gratis-BILD Unboxing

Einige von Euch haben am Wochende sicherlich auch die Gratis-BILD in ihrem Briefkasten gefunden. Deshalb dachte ich mir, ich mache mal ein kleines How-To, wie man mit dieser berühmt-berüchtigten Zeitung umgeht:

Mehr Kritik & Unboxing:

Kategorien
morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks mit: OMG NYT, SMS-Level: Expert & Leistungsschutzrecht

‚New York Times‘ + Buzzfeed = OMG
(theatlantic.com, Megan Garber)
Die altehrwürdige New York Times schließt sich ausgerechnet mit Buzzfeed zusammen. Buzzfeed ist bekannt durch so Kategorien wie LOL, OMG, WTF, win, fail und arbeitet daran mit kleinen Häppchen Posts zu erstellen, die möglichst viral gehen.

Readability by the Numbers
(shawnblanc.net, Shawn Blanc)
Readabilty ist ein Read it Later und Mach-mir-den-Text-frei-von-Werbung-Service, der eigentlich mit einem Service gestartet war, dass die Nutzer 5 Euro bezahlen und diese dann unter den Publishern aufgeteilt werden. Es gab dann einiges an Aufregung vor allem über die unbeanspruchten Zahlungen und das sie Geld für andere einsammeln, ohne dass die was davon wissen. Deshalb haben sie diesen Paid Service jetzt eingestellt und nach diesen Zahlen war einiges der Aufregung gerechtfertigt: Im Endeffekt hat Readability mehr Geld selbst kassiert, als an die Publisher ausgezahlt.

Texting Level: Expert
(Bookofadam.com, Adam Ellis)
Die wohl schönste SMS-Konversation aller Zeiten. Ich überlege das jetzt auch nur noch so zu handhaben.

‘Goodfellas’ Mobster Turned FBI Informant Henry Hill Dead at 69
(ABCnews.com, Kevin Dolak)
Henry Hill ist gestorben. Er war Teil der bekannten New Yorker Lucchese-Familie, bis er sie 1980 ans FBI auslieferte. Später schrieb er seine Erlebnisse Erlebnisse auf, diese wurden dann auch verfilmt. Von Martin Scorsese mit GoodFellas.

Das Leistungsschutzrecht: Selten war es so tot wie heute
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Wie vielleicht ist dem ein oder der anderen aufgefallen: Diese Ausgabe der morgenlinks frei von Links zu deutschen Verlagsangeboten. Mit gutem Grund: Mit dem angekündigten Leistungsschutzrecht kann man sich nicht mehr sicher sein, ob dafür nicht Lizenzgebühren fällig würden oder wie oder was. Stefan Niggemeier hat Hoffnung, dass das Gesetz in dieser idiotischen Fassung nicht durchkommt, hoffen wir, dass er recht behält.

 

-Eigenwerbung-
Heute kommt die neue Folge der Webserie YouJustDon’tDo. Wir freuen uns über Zuschauer.
http://Youtube.com/YouJustDontDo

Kategorien
Flimmern & Sehen Netz &

Websehen: SYNC – Instantklonkrieger im Hackerangriff

Meet Charlie Cooper, Elitesoldat aus Nicht-allzuferner-Zukunft, der jeder Zeit einen Klon von sich zum Leben erwecken kann. Er ist damit Teil des Geheimdienstprogammes SYNC und das wiederum ist namensgebend für die Webserie von Sam Gorski und Niko Pueringer, auf Youtube besser bekannt als Corridor Digital. Corridor Digital hat bisher so kurze, wie geniale Special Effekt-Schalchten produziert, zum Beispiel Dubstep Guns, Brush with Dead oder The Art of Instakill. Mit SYNC gibt es jetzt erstmals längeren Erzählstoff und Scheiße, ist das spannend.
Allerdings sind die Episoden mit 7-12 Minuten recht kurz und auf die jeweils neue muss man vier Wochen warten. Darüber trösten auch die wöchentlichen Behind The Scenes-Videos nur mäßig hinweg.
Bis jetzt sind aber schon vier Episoden erschienen und dabei erst einmal viel Spaß:

Finanziert wurde das Ganze übrigens von Youtube’s Original Programming Millionen und Corridor Digitals-Vermarkter BigFrame u, die so Youtube-Größen wie MyteryGuitar Man, DeStorm, MikeDiva und eben Sam und Niko ihr eigen nennen. Mit dem Kanal BAMMO, auf dem SYNC läuft, haben sie versucht  alle ihre Stars unter ein Dach zu bringen und mit verschiedenen Shows die Woche zu füllen. Der Erfolg dieses Experiments ist bisher aber eher fraglich, sind doch 84.246 Abonnenten nur ein Bruchteil dessen, was jeder der Stars für sich alleine auf die Waage bringt. Was wieder einmal zeigt, dass ein Youtube-Kanal dringender als ein paar Stars, Persönlichkeit braucht.

-Eigenwerbung-
Wer noch mehr Webserie gucken will, kann es ja mal mit YouJustDon’tDo veruschen, einer Videoserie, die ein paar Kumpels und ich gestartet haben. Oder ihr schaut euch die anderen Empfehlungen unter dem Tag Websehen an.

Kategorien
Flimmern & Sehen Netz &

Gutenberg 2012 – Neue und alte Medienrevolutionäre

Alex Boerger, dem aufmerksamen Leser aus der „Wo ist die Zukunft hin?!“Gesprächsreihe bekannt, hat eine neues Projekt in der Mache. Es nennt sich „Gutenberg 2012 – Neue und alte Medienrevolutionäre“ und soll ein Videopodcast werden, in dem es einerseits darum geht Gutenberg und seine Revolution aus verschiedenen Gesichtspunkten zu beleuchten, zum Beispiel Gutenberg als Gründer und Entrepreneur, aber auch vor allem darum zu sehen wer sind denn die neuen Medienrevolutionäre? Einerseits aus Mainz, andererseits auf der Welt.

Aktuell ist er dabei die erste Phase über Startnext zu crowdfounden, in der er Mainz und Umgebung erkunden will. In der zweiten (extra)Phase soll es dann rund um die Welt gehen. Wer das Thema so spannend findet wie ich, kann sich also überlegen hier den ein oder anderen Euro reinzuwerfen und das Ding mit aus der Taufe zu heben.

Wer sich für das Thema interessiert, dem sei auch das Buch von Jeff Jarvis empfohlen „Gutenberg the Geek„, dass ich allerdings selbst noch lesen muss.

Kategorien
Satire

„Tittenbonus“ als Alternative zur anonymen Bewerbung

„Die pro quote Frauen zeigen ihr wahres Gesicht und wollen lediglich auch nur Posten mit Tittenbonus“ lies der Pirat Gerwald Claus-Brunner am Montag auf Twitter verlauten. Und obwohl das Wort „Tittenbonus“ viel griffiger klingt als Frauenquote, löschte er betreffenden Tweet kurz darauf.

Dabei steckt dahinter ein revolutionärer Vorschlag der in der Debatte um Frauenquoten und anonyme Bewerbungen einen interessanten Punkt berührt. So stellt auch der Tagesspiegel fest, dass dieses Konzept durchaus spannend sein könnte. Allerdings gibt es noch einige ungeklärte Fragen:

Soll der Tittenbonus proportional zur Körbchengröße steigen? Steht Claus-Brunner als Befummler zur Einteilung der Mädels in die Bonusklassen B („besser als nichts“) bis M („Monstertitten“) zur Verfügung?

Sollte es trotz des Widerstandes in der Piratenpartei zu einer Umsetzung der Frauenquote des Tittenbonus kommen, könnten in Zukunft Einstellungsgespräche wesentlich einfacher gehandhabt werden. Vorstellbar wäre eine objektive Bewertung abseits diskriminierender Qualifikationen wie Bildungsgrad, Berufserfahrunge etc. Exemplarisch sähe ein Bewerbungsgespräch so aus:

Dann bräuchte es keine Modellversuche mit anonymen Bewerbungen, die Argumente lägen stets auf der Hand. Auch die Belegung der Bundestagsliste der Piraten, an der sich der Streit entfachte, könnte auf diese Weise gehändelt werden. Strittig ist derweil noch, ob auch die Wahl des Outfits mit in die Kriterien aufgenommen werden sollen. Schließlich haben seriöse Studien herausgefunden, dass intelligente Frauen sich gerne besonders knapp kleiden.
Schon fühlen sich aber die ersten Männer benachteiligt und rufen auf Twitter nach einem ausgleichenden #Penenbonus. Aber sicher ließe sich auch hier ein für alle verträgliches Maß finden. Zentimeter zum Beispiel.

Kategorien
morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks mit Lobo, Hmm, Röttgen & Kanzlerin

hmm?
(Felix Schwenzel, Wirres.net)
Felix Schwenzel hmmt über ein paar Dinge, vor allem was die Vermischung von Anzeigen, Redaktion, Interviews und SEO angeht. Lesenswert und hmm-würdig.

Gefragt und gehasst
(Andrea Hanna Hünniger, zeit.de)
Dieses Portrait über Sascha Lobo ist schon allein wegen der Bildauswahl bemerkenswert. Mit abgeschnittenem Iro achtet man erstmals auf sein Gesicht. Und wie Pëll betonte lässt sich in den Kommentare alles nach vollziehen, was im Artikel über ihn gesagt wird. geschrieben wurde es wohlgemerkt vor seinem re:publica 12 Vortrag, nachdem man ihn, wie ich finde, kaum noch hassen kann.

Röttgens heiße, gefährliche Geschichte
(Thorsten Denkler ,süddeutsche.de)
Die SZ nimmt die Röttgen/Kanzlerin-Geschichte auseinander. Zwar ist es zwischendrin etwas sehr sensationalistisch was die eigenen Einblicke angeht,  der Artikel dröselt die Machtverhältnisse in der CDU sehr schön auf. Und es gibt ein paar schöne Zitate: „Wären Angela Merkel und Norbert Röttgen Piraten, sie hätten wohl beide ihren Streit live in die Welt getwittert.“ und „Es ist ein ziemlich unschönes Bild, das Röttgen da von Merkel zeichnen lässt. Es zeigt eine versessene Machtpolitikerin, die das Wahlvolk in einer wichtigen Frage bewusst in die Irre führen würde.“

Zunächst wollte ich noch einen Link über einen Provokateur und „Skandalautor“ mit rein nehmen, der nun wieder auf allerlei Titelseiten gehoben wird und damit erneut eine Plattform bekommt. Deshalb habe ich es nicht getan, weil jede Erwähnung nur die Plattform vergrößert.

 

– Eigenwerbung-
Mit „You Just Don’t Do“ haben einige Freunde und ich eine kleine Webserie gestartet. Wir versuchen uns an Comedy und noch heute kommt ein neues Video Ich freue mich übers reinschauen und über Feedback.
Youtube.com/YouJustDontDo 

 

Kategorien
Flimmern & Sehen

Die Lottokönige: Zwischen Klischee und Kalauer

Der WDR strebt mit seiner Serie „Die Lottokönige“ einen neuen Weltrekord an: Wieviele Kalauer und Klischees passen in 30 Minuten. Irgendwo im Ruhrpott arbeitet Rudi König als Fahrer eines Sicherheitstransporters, die Frau als Reinigungskraft. Ihre Schwester ist mehr Friseuse als Friseurin und die seine Mutter wohnt natürlich im Untergeschoß.
Unter Streit mit seiner Chefin und permanenten Geldsorgen träumt Rudi vom großen Lottogewinn, der – Oh, Wunder – auch eintritt kurz bevor man einschläft.
Man ist sich nicht sicher ob der Serie Schauspieler fehlen oder den Schauspielern Handlung fehlt, die über die Vorlage von One-Liner-Gags hinaus geht. Selbst Petra Nadolny bleibt als Ostdeutsche-Chefin nur ein Abziehbildchen, wie auch Quotenausländer Bülent (Eray Egilmez), der als Kollege Rudis auftritt. Nur der Psychologe Dr. Rüdiger Rüssler (Oliver Wnuk) sticht hervor. Die Klischees hören auch bei der Musik- und Bildauswahl nicht auf. Im Moment des Lottogewinns ertönt Ramalamadingdong und Rudi wird von einem Schwindeleffekt erfasst, als hätten Filmstudenten gerade Hitchcocks „Vertigo“ gesehen. Was fehlt sind die Lacher aus der Konserve. Schade, dann hätte wenigstens irgendjemand gelacht.

Bild:  Bestimmte Rechte vorbehalten von jot.punk

Diese Kritik wurde nach dem Ansehen der ersten Folge geschrieben. Die dritte Folge der Lottokönige läuft morgen Abend, 20. Mai 2012, um 21.45 Uhr im WDR.

-Eigenwerbung-
Wer lieber eine Webserie gucken möchte, kann es mit YouJustDon’tDo versuchen. Eine Serie, die ich mit ein paar Freunden gerade gestartet habe. Ob die besser ist dürft ihr mir dann gerne mitteilen. Youtube.com/YouJustDontDo

Kategorien
Flimmern & Sehen Video

Don’t look at her Boobs!

Es war irgendwann im November letzten Jahres, dass ich mich mit zwei Freunden zusammengesetzt habe um eine kleine Webserie für Youtube zu drehen. Wie es dann immer so ist dauerte das länger als man glaubt, da muss man Ideen sammeln, scribbeln, einen Drehtermin finden und die Post-Production ist dann doch aufwändiger als man gemeinhin glaubt. Nun ist es aber so weit: Die erste Folge ist online und wir freuen uns über Klicks, Likes und Feedback.

[Direktboobs zum Video | Zum Youtube-Kanal]

Ab jetzt soll jede Woche ein neues Video rauskommen, deshalb lohnt es sich den Kanal zu abonnieren oder den zum Projekt passenden Twitter und Facebook-Kanälen zu folgen.