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Morgenlinks: Social Media 2012, Oliver Stone, Drogen & ein unsichtbarer Fahrradhelm

Social Media 2012: Wie die USA den Europäern mit Anlauf in den Arsch treten
(avatter,de, André Vatter)
André Vatter schreibt über die noch immer klaffenden Unterschiede im Umgang mit Social Media in den Usa und dem alten Europa: „Social Media ist kein weiterer Werbekanal, kein Absatztrichter, kein komplementärer PR-Arm und kein Marketingfragment, sondern schlichtweg Normalität. Menschen vollziehen sich sozial, ob analog oder digital – das steht gleichberechtigt nebeneinander, die Qualität ist dieselbe. Man spricht nicht von verhängnisvoller “Sucht”, sondern von sozialen Modi, die eben ständigen Wandlungen unterliegen.“ Ich freue mich, wenn auch bei uns der Umgang mit Social Media natürlich geworden ist, bzw. auch als so natürlich wahrgenommen wird, wie er längst ist.

Oliver Stone on Savages, Drugs, and How Filmmaking Is Like Acting
(vulture.com, Matt Zoller Seitz)
Oliver Stone spricht über seinen neuen Film Savages (Achtung, es sind ein paar Spoiler drin.), seine Art Filme zu machen, aber auch über die Drogenindustrie, den Krieg in Mexiko und die Rolle der Frauen.

Louis C.K. and the Decent Net, or How Louis won the Internet
(hyperorg.com, David Weinberger)
Louis C.K. hat mit dem direkten Verkauf seines letzten Programms und Tickets für eine Tour über seine Homepage so ein bisschen die Art im Netz Geschäfte zu machen. David Weinberger erklärt, warum dies so ein Erfolg war und wie er dadurch „das Internet für sich gewonnen hat“: In dem er simplen Regeln und Werten folgte. „Many of us have responded warmly to them because they are moral in the most basic way: Let’s try to treat one another well, or at least not be total dicks, ok?“

Hövding Invisible Bicycle Helmet
(Coolhunting.com, L.S. Winkler)
Man sollte Fahrradhelme tragen, ohne scheiß das wäre echt wichtig und oft lebensrettend. Vor allem erklären Erwachsene den Kindern immer: Trage einen Helm! Und selbst fahren sie ohne durch die Gegend. Warum? Weil’s Scheiße aussieht. Die schwedische Firma Hövding scheint eine Lösung dafür gefunden zu haben: Unsichtbare Fahrradhelme. Das Ganze funktioniert mit Hilfe eines Airbags, hat aber auch seinen Preis: Rund 460€.

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Flimmern & Sehen Netz & Youtube News & TV 2.0

Websehen: VGHS – Das Hogwarts für Videospieler

In nicht allzu ferner Zukunft sind Videospieler die eigentlichen Stars, sie werden in Talkshows eingeladen und umjubelt und wird der Weltranglisten Topspieler besiegt ist das eine Breaking News wert. Das ist die Ausgangssituation in der die Webserie VGHS spielt. Der junge Brian D schlägt durch Zufall auf einem Server den Weltranglisten erste „The Law“ und wird daraufhin in die Video Game Highschool aufgenommen, die weltbeste Schule und ein Traum für jeden Videospieler. Dort angekommen muss er sich erstmal in die neue Schule einfinden und trifft natürlich wieder auf seinen Erzrivalen „The Law“.

(Zu „VGHS – Season 1“)

In 9 Folgen erzählt „VGHS“ mit zahlreichen Wendungen die Geschichte von Brian D und spart dabei nicht mit Anspielungen auf bekannte Memes und Videospielreferenzen. Verantwortlich dafür zeigten sich die Köpfe hinter FreddieW, seines Zeichens auf Platz Seches der größten Youtube-Kanäle der Welt und bekannt für seine erfoglreichen Videos mit Gamer Humor. Sie trieben im letzten Jahr über Crowdfunding 273.000$ für die Serie auf, statt der angesetzten 75.000$. Bislang sind 8 Folgen auf Youtube erschienen, die neunte Folge erscheint am Donnerstag, bzw. ist schon jetzt auf rocketjump.com zu sehen. FreddieW & Co. arbeiten anscheinend auch schon an der 2. Staffel.

mehr…

Zum Youtube-Kanal “YouJustDon’tDo”,
einer wöchentlichen Webserien mit mir und Freunden.

 

Zum Youtube-Kanal “netzfeuilleton”,
der Bewegtbilderweiterung zum Blog.

 

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Flimmern & Sehen Viralität

Liebling, ich habe ein Viral kreiert – Wie konnte das passieren?

100.000 Videoaufrufe. Damit hätte ich nie gerechnet, als ich letzte Woche spontan mein „Gratis-BILD Unboxing“ aufgenommen habe. 1 Stunde Arbeit, 1:15 Minute Video und dann 100.000 Aufrufe in nur 5 Tagen – Eine kleine Rekapitulation und der Versuch auf die Frage zu antworten: Wie konnte das passieren?

Content counts

Was zählt ist der Inhalt. Diese alte, bärtige Weisheit hat auch mein Video wieder einmal bestätigt: Ein simpler und, bei aller Bescheidenheit, guter Gag schlägt hohen Produktionsaufwand. Ich habe das Video innerhalb einer Stunde mit meinem iPhone gefilmt, kurz Anfang und Ende drangeklatscht und hochgejagt und wenn man es sich genau anhört, habe ich dabei auch noch den Ton versaut. Meine Stimmt kommt nur über den rechten Lautsprecher, das habe ich in der Eile aber gar nicht gemerkt.

Vergleicht man das mit den Youtube-Videos die wir wöchentlich bei „YouJustDontDo“ raushauen ist das fast schon deprimierend. Dort haben wir teilweise sehr aufwändige Drehs, Szenen ausgeleuchtet, eine teure Kamera mit Kameramann & David sitzt nächtelang über dem Schnitt, den Special Effects und der Color Correction. Der größte Erfolg bisher: 7.000 Views bei einem Video, dass sich vornehmlich um Brüste dreht. Die Erkenntnis daraus demotiviert uns für YouJustDontDo nicht, macht aber klar, worauf wir in Zukunft stärker den Fokus richten müssen: Knackige Inhalte. Das gestaltet sich etwas schwieriger, weil wir versuchen, dass die Videos größtenteils ohne Sprache funktionieren, aber ein mittellustiges Video wird eben nicht lustiger, wenn man schöne Effekte drauflegt. ( Wir glauben aber auch, dass mit der Zukunft die Youtube hat,  es sich langfristig lohnt ordentlich produzierte Inhalte zu liefern.)
Alleine der Inhalt entscheidet aber auch nicht über den Erfolg eines Videos. Gerade beim BILD-Unboxing glaube ich war die Ausgangssituation für das Video entscheidend.

„Ich habe dir doch gesagt, dass das die 100.000 knackt!“

Viele meiner Freunde hatten fast mehr Vertrauen in den Erfolg des Videos als ich selbst. Das hatte vor allem damit zu tun, dass ich gar nicht fassen konnte, was da gerade passiert. Ich dachte auch lange, das Thema wäre schon durch, schließlich kam mein Video ja eigentlich einen Tag zu spät. Im Nachhinein macht es aber durchaus Sinn: Das Thema des Videos war die Gratis-BILD, die am Tag davor an alle verteilt wurde. 41 Millionen Haushalte waren also vom Inhalt des Videos betroffen und viele hatten sich ja schon im Vorfeld aufgeregt, dass dieses Schundblatt ihre Briefkästen verstopfen würde. Gleichzeitig wurde die Gratis-BILD, anders als die EM zum Beispiel die ähnliche Massen bewegte, nicht medial permanent reflektiert. Die anderen Verlagshäuser und Medien wollten Springer natürlich nicht auch noch in die Hände spielen. Dazu kommt, dass die BILD-Zeitung ein mehr als kontroverses Blatt ist. Das zeigte zum einen schon die Protest-Aktion vor verteilen des Blattes oder auch der Protest-Brief von Judith Holofernes im letzten Jahr. Mit anderen Worten: BILD-Bashing geht immer, hatte jetzt aber auch noch einen konkreten Anlass.

Wo kommen denn die ganzen Leute her?

Ein Viral zeichnet aus, dass man irgendwann nicht mehr sagen kann, wo und wie es sich verbreitet oder was genau den Ausschlag produziert hat. Bei meinem Video war es noch schlimmer, denn ausgerechnet in der letzten Woche hatte Youtube Probleme mit der  Datenauswertung in ihren Analytics. Ich saß also da, sah den Zähler immer weiter in die Höhe schnellen, konnte aber nicht nachgucken, woher denn all die Zuschauer kommen. „We’re experiencing some minor issues with data processing“, war alles was da stand. Erst seit Freitag liefen so langsam die Zahlen ein. Deswegen jetzt ein kleiner Einblick:

Ich habe selbst relativ wenig für die Verbreitung des Videos getan, ein Blogpost und eine Weiterleitung an das BILDBlog für deren 6vor9-Linkschau. Dort wurde es dankenswerter Weise am Montag gefeatured. Nach bisherigen Erfahrungen mit Verlinkungen durch das BILDblog hatte ich vorausgesehen, dass das so zwischen 4.000-5.000 Views bringt.
So war es dann auch: Rund 4.000 mal wurde das Video hier über netzfeuilleton.de aufgerufen und meine Statistik sagt mir, dass die meisten davon über das BILDblog kamen. Ich dachte eigentlich damit sei das Video durch. Doch dann ging es erst los. Im Laufe des Montags wurde das Video insgesamt 31.441 mal wiedergegeben, am Dienstag noch weitere 34.000 mal. Der virale Effekt war losgetreten. Der Großteil davon ging natürlich über Facebook, dort wurde das Video rund 13.000 Mal abgespielt. Twitter als Traffic-Quelle kann man nicht genau identifizieren, da die Leute von dort ja meist direkt zu Youtube weitergeleitet werden. Google+ kann ich für 1.143 Views direkt verantwortlich machen.
Ein weiterer Löwenanteil geht an Fun-Video-Seiten. Spitzenreiter ist hier Bildschirmarbeiter die alleine 10.758 Views hervorgerufen, gefolgt von so Seiten wie Spiegel Offline, Hornoxe & lachschon die jeweils zwischen 6.800 und 7.800 Zuschauer gebracht haben.

Insgesamt wurde das Video zu 57% eingebettet auf anderen Seiten eingeschaut, 22% waren direkt auf der Youtube Wiedergabeseite und weitere 21% haben sich das Video auf einem „Mobilgerät“ angeschaut. Die hohe mobile Zugriffsrate überrascht dann doch, dass der Trend bereits so weit ist hätte ich nicht gedacht. Spannend ist, dass die Youtube internen Funktionen nicht so viel zur Verbreitung beigetragen haben. So war das Video am Dienstag und Mittwoch in den „Beliebten“ und den „Trending“ Videos gefeatured, das brachte aber „nur“ 500 und 192 Views. Sicherlich zum Teil auch dem neuen Youtube Cosmic-Panda-Design geschuldet. Insgesamt summieren sich die Views aus dem Startseiten-Feed auf rund 1.000 Zugriffe. Gezielt auf Youtube nach dem Video gesucht haben knapp 80 und 750 haben es durch die Vorschläge von Youtube gefunden. Diese Funktionen sind aber glaube ich, vor allem für den Longtail wichtig.

Haters gonna Hate

Es tat richtig gut während dem Erfolg des Videos so viel Lob zu empfangen. Etliche Kommentare lobten die kreative Idee und es gibt nicht schöneres, als zu hören, „that you made sombodys day“. Aber, wie auch Martin Giesler bei seinem Youtube Erfolg „Wie baue ich einen Beitrag?“ festgestellt hat: Kritik kommt automatisch. Je mehr Leute das Video sehen, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass da zwischen mal einer sitzt, der den Daumen nach unten drückt. Es ist ja auch gut so, dass nicht alle denselben Geschmack haben und nicht allen alles gefällt. Bei mir war Die Kritik für den verhunzten Ton teilweise auch berechtigt, viel ist aber einfach komplett out of touch. Man kann nicht mal Ansatzweise vermuten, mit welcher Erwartung die Leute angekommen sind, dass sie so etwas schreiben, man sollte am besten auch gar nicht versuchen, das zu verstehen, sondern einfach ausblenden. Erst recht, so lange sie so sehr in der Minderheit sind. Es ist nur trotzdem so, dass die negativen Kommentare einen eine Sekunde länger beschäftigen Bei einem Video über BILD hilft es auch sich ganz plump sagen, dass das alles blöde Bild-Leser sind. ;)

Kann man das Wiederholen?

Nun, die Frage die sich Werbeagenturen im ganzen Land stellen: Kann man so einen Erfolg tatsächlich kreieren und jederzeit wiederholen? Wenn man meine bisherigen Ausführungen zusammenfasst brauch man eigentlich nur eine gute Idee und ein Thema das die Leute bewegt. Man muss den „Nerv“ treffen und das ist wiederum viel schwieriger als es sich schreibt. Und auch das würde ich nur als Ausgangssituation begreifen, die den möglichen Erfolg begünstigt, statt als Garantie für ein virales Abheben. Es war also kein Zufall, dass das Video erfolgreich war, aber man kann es schlecht erzwingen, da zu viele äußere Faktoren eine Rolle spielen.

Ich selbst frage mich, wie ich mit meinem Kanal auf Youtube weiter mache. Schließlich haben sich meine Abonnentenzahlen fast verdreifacht, bisher bin ich dort aber weniger mit lustigen, kurzen Videos aufgefallen, als mit langen halbwegs seriösen Interviews. Muss ich mich jetzt nach den Abonnenten richten und versuchen ihre Wünsche zu erfüllen? Zwanghaft den nächsten guten Witz überlegen? In Anbetracht der Tatsache, dass es immer noch nur 120 Abonnenten sind wohl eher nicht. Und wie mein Bild-Unboxing gezeigt hat, geht man am ehesten viral, wenn man am wenigsten damit rechnet.

Zum Youtube-Kanal „YouJustDon’tDo“,
wo es wöchentlich hochwertige Videos gibt

 

Zum Youtube-Kanal „netzfeuilleton“,
wo es sicher auch mit spannenden Sachen weitergeht

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Morgenlinks mit: OMG NYT, SMS-Level: Expert & Leistungsschutzrecht

‚New York Times‘ + Buzzfeed = OMG
(theatlantic.com, Megan Garber)
Die altehrwürdige New York Times schließt sich ausgerechnet mit Buzzfeed zusammen. Buzzfeed ist bekannt durch so Kategorien wie LOL, OMG, WTF, win, fail und arbeitet daran mit kleinen Häppchen Posts zu erstellen, die möglichst viral gehen.

Readability by the Numbers
(shawnblanc.net, Shawn Blanc)
Readabilty ist ein Read it Later und Mach-mir-den-Text-frei-von-Werbung-Service, der eigentlich mit einem Service gestartet war, dass die Nutzer 5 Euro bezahlen und diese dann unter den Publishern aufgeteilt werden. Es gab dann einiges an Aufregung vor allem über die unbeanspruchten Zahlungen und das sie Geld für andere einsammeln, ohne dass die was davon wissen. Deshalb haben sie diesen Paid Service jetzt eingestellt und nach diesen Zahlen war einiges der Aufregung gerechtfertigt: Im Endeffekt hat Readability mehr Geld selbst kassiert, als an die Publisher ausgezahlt.

Texting Level: Expert
(Bookofadam.com, Adam Ellis)
Die wohl schönste SMS-Konversation aller Zeiten. Ich überlege das jetzt auch nur noch so zu handhaben.

‘Goodfellas’ Mobster Turned FBI Informant Henry Hill Dead at 69
(ABCnews.com, Kevin Dolak)
Henry Hill ist gestorben. Er war Teil der bekannten New Yorker Lucchese-Familie, bis er sie 1980 ans FBI auslieferte. Später schrieb er seine Erlebnisse Erlebnisse auf, diese wurden dann auch verfilmt. Von Martin Scorsese mit GoodFellas.

Das Leistungsschutzrecht: Selten war es so tot wie heute
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Wie vielleicht ist dem ein oder der anderen aufgefallen: Diese Ausgabe der morgenlinks frei von Links zu deutschen Verlagsangeboten. Mit gutem Grund: Mit dem angekündigten Leistungsschutzrecht kann man sich nicht mehr sicher sein, ob dafür nicht Lizenzgebühren fällig würden oder wie oder was. Stefan Niggemeier hat Hoffnung, dass das Gesetz in dieser idiotischen Fassung nicht durchkommt, hoffen wir, dass er recht behält.

 

-Eigenwerbung-
Heute kommt die neue Folge der Webserie YouJustDon’tDo. Wir freuen uns über Zuschauer.
http://Youtube.com/YouJustDontDo

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Morgenlinks mit Lobo, Hmm, Röttgen & Kanzlerin

hmm?
(Felix Schwenzel, Wirres.net)
Felix Schwenzel hmmt über ein paar Dinge, vor allem was die Vermischung von Anzeigen, Redaktion, Interviews und SEO angeht. Lesenswert und hmm-würdig.

Gefragt und gehasst
(Andrea Hanna Hünniger, zeit.de)
Dieses Portrait über Sascha Lobo ist schon allein wegen der Bildauswahl bemerkenswert. Mit abgeschnittenem Iro achtet man erstmals auf sein Gesicht. Und wie Pëll betonte lässt sich in den Kommentare alles nach vollziehen, was im Artikel über ihn gesagt wird. geschrieben wurde es wohlgemerkt vor seinem re:publica 12 Vortrag, nachdem man ihn, wie ich finde, kaum noch hassen kann.

Röttgens heiße, gefährliche Geschichte
(Thorsten Denkler ,süddeutsche.de)
Die SZ nimmt die Röttgen/Kanzlerin-Geschichte auseinander. Zwar ist es zwischendrin etwas sehr sensationalistisch was die eigenen Einblicke angeht,  der Artikel dröselt die Machtverhältnisse in der CDU sehr schön auf. Und es gibt ein paar schöne Zitate: „Wären Angela Merkel und Norbert Röttgen Piraten, sie hätten wohl beide ihren Streit live in die Welt getwittert.“ und „Es ist ein ziemlich unschönes Bild, das Röttgen da von Merkel zeichnen lässt. Es zeigt eine versessene Machtpolitikerin, die das Wahlvolk in einer wichtigen Frage bewusst in die Irre führen würde.“

Zunächst wollte ich noch einen Link über einen Provokateur und „Skandalautor“ mit rein nehmen, der nun wieder auf allerlei Titelseiten gehoben wird und damit erneut eine Plattform bekommt. Deshalb habe ich es nicht getan, weil jede Erwähnung nur die Plattform vergrößert.

 

– Eigenwerbung-
Mit „You Just Don’t Do“ haben einige Freunde und ich eine kleine Webserie gestartet. Wir versuchen uns an Comedy und noch heute kommt ein neues Video Ich freue mich übers reinschauen und über Feedback.
Youtube.com/YouJustDontDo 

 

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Morgenlinks mit Breaking News, Heimlichen Piraten und Künstlerbeleidigung

How “Breaking News” Broke the News
(David Weigel, slate.com)
„Breaking news used to be “news of transcendent importance.” Now it’s a joke.“ Daran Schuld sind vor allem die 24-hour News-Programs im TV, die nach 9/11 nicht von der Dauer-Alarm-Haltung heruntergekommen sind. Längst und vielleicht noch extremer hat sich das auch auf das Web übertragen. Wenn ich mir so anschaue, was mir die tagesschau (!) so alles als Eilmeldung aufs Handy pusht…

Heimliche Piraten
(Sonja Schünemann, Lars Seefeldt, zdf.de)
Es gibt sie wohl, die Piraten in der SPD, CSU und der FDP, wobei man sie auch einfach Netzpolitiker nennen könnte. Jedenfalls eine interessante mit Doku mit spannenden Einblicken, wie einzelne in ihren Parteien für eine bessere Netzpolitik kämpfen.

Ach, Benjamin
(Franziska Bulban, zeit.de)
Während mspr0 der Urheberrechtsdebatte einen Bärendienst erweist und die komplette Abschaffung fordert, kommen die Piraten immer noch nicht durch ihre eigentlich klaren Forderungen zu artikulieren. Was das eigentliche Problem ist, zeigt Franziska Bulban noch einmal sehr schön auf: „Denn eigentlich habe ich ja nichts gegen Regeln. Aber verwerflich kann ich meine Bildbearbeitung auch nicht finden. Ich hätte ja keinen Schaden verursacht, keinen Gewinn gemacht und wollte auch bestimmt niemanden kränken. Anscheinend stimmt etwas mit meinem Rechtsverständnis nicht.“ Mein Lieblingssatz: „Immerhin, sagt Anwalt Terhaag, weil die Urheberin schon tot ist, könnte ich zumindest nicht wegen Beleidigung der Künstlerin belangt werden.“

Der Reiz zu verachten – Instrumenteller Moralismus als Medien-Stil
(Sandor Ragaly, sandoragaly.wordpress.com)
BILD ist ein Porblem für die Gesellschaft. Denn es spielt sich als Moralapostal auf, ohne eine wirkliche zu haben. „BILD jedenfalls lügt – denn er gibt nur vor, moralisch intendiert zu sein und so wirken zu wollen, während er doch nur Mittel zum Zweck (von Einfluss und Verkaufszahlen) ist. Und: Er wirkt vermutlich nicht nur politisch. Die aggressive Substanz sickert in die Gesellschaft ganz allgemein hinein.“

Shitstorm der Etablierten
(Jasper von Altenbockum, faz.net)
„Endlich haben die kraftlosen Platzhirsche ein Mittel gegen die Piraten gefunden: die „rechte“ Schmuddelecke. Solche Rituale haben die Piratenpartei erst groß gemacht.“ Wie sich die etablierten Parteien über die Rechtsspinner-Probleme der Piraten freuen.

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Morgenlinks mit Umfragewerten, Verwertern und dem Wert eines Prozesses

Der Umfragehammer
(Michael Spreng, sprengsatz.de)
„Piraten 13 Prozent! Piraten vor den Grünen! FDP wieder bei fünf Prozent! Mit dem ganz großen Vorschlaghammer hämmerte Manfred Güllner von Forsa diese Woche wieder seine Umfrageergebnisse in die Zeitungsseiten.“ Umfrageergebnisse müssen Schlagzeilen liefern, dass in vielen Umfragen große Fehlertoleranzen und Schwankungen enthalten sind, interessiert da kaum: „Eine umfragekritische Berichterstattung findet in deutschen Zeitungen und TV-Sendern nicht oder höchst selten statt.“

Außerdem sei von Spreng auch noch der Text „Die letzte Schlacht der Konservativen“ empfohlen. Aus dem Munde der Tastatur des ehemaligen Wahlkamppfberaters von Edmund Stoiber (CSU) fällr dort der Satz: „Ein Konservativer ist heutzutage ein zutiefst verunsicherter Mensch. Er wehrt sich gegen den Zeitgeist, ahnt aber, dass er von ihm überrollt wird.“

Det fiel ma uff: Was ich zur Urheberrechtsdebatte zu sagen habe
(Oliver Nagel, britcoms.de)
Das schöne an der auf und abgehenden Urheberrechtsdebatte ist ja, das man langsam fast voran zu kommen scheint. Vielleicht kommen wir sogar dahin, dass es ums ums Verwerterrecht geht, denn ums Urheberrecht. Bei den Verwertern liegen nämlich viel größere Probleme. „Das Problem der Urheber ist nicht der Piraten-Punk, der sich Texte umsonst aus dem Internet zieht. Das Problem sind Verwerter, die für Texte nichts mehr bezahlen möchten.“

Prozesse
(Pëll Dalipi, antiperson.de)
Pëll macht bei antiperson.de deutlich, warum rechtmäßige Prozesse auch für die schlimmsten Verbrecher notwendig sind. „Es war gut, dass Slobodan Milošević vor das Kriegsverbrechertribunal kam. Erst auf diese Weise wird der Öffentlichkeit der Umfang der Verbrechen im Kosovo-Krieg bewusst, hier werden Beweise gesammelt und vorgeführt. So war es auch richtig, dass der Mossad Adolf Eichmann festnahm, obwohl er ihn problemlos hätte umbringen können. Der Prozess in Jerusalem offenbarte der ganzen Welt ein weiteres Mal die grausamen Taten des dritten Reichs.“

BILD.Macht.Politik
( ardmediathek.de)
Zum Schluss noch ein Fernseh Meditheken-Tipp: Eine Dokumentation zum 60-Jährigen Jubiläum der Bild-Zeitung und ihrem Einfluss. Mit dabei auch Lukas Heinser vom Bildblog.

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Morgenlinks mit Julian Assange, dem Amazon Hit-Man und vielen Colberts

Diese Woche gibt es in den Morgenlinks einige äußert lesenswerte #longreads (Bei der Zeit heisst das Dossier), ich in den letzten Woche auf meinem Kindle mit Hilfe des empfehlenswerten Plug-Ins „Send to Kindle“ gelesen habe.

Amazon’s Hit Man
(businessweek.com, Brad Stone )
Eine spannende Betrachtung der Entwicklung auf dem Ebook-Markt, aufgehängt an Larry Kirschbaum, der früher für die „Big Six“ der Buchverlage gearbeitet hat, nun aber quasi die Seiten zu amazon gewechselt hat. Schönes Zitat:

On the West Coast people cheerfully call this kind of arrangement coopetition. On the East Coast it’s usually referred to as getting stabbed in the back.

What BuzzFeed’s New Politics Team Is Doing Right
(mediaite.com, Phillip Bump)
Der Redakteur Ben Smith hat vom angesehen Politico zu Buzzfeed gewechselt, dessen Navigationsleiste mit „Lol, cute, win, wtf?, cute“ nicht grade intensive politische Auseinandersetzungen verspricht. Doch er hat mit seinem Team eine „neue“ Art der Berichterstattung entwickelt, die sich auf kurze Statements und Fragmente begrenzt, abseits von Analysen über 400 Zeichen. Vorteil: Diese kurzen Ausschnitten haben eine höhere Chance viral zu werden.
Erinnert mich von der Beschreibung etwas an fefe.

Julian Assange: The Rolling Stone Interview
(therollingstone.com, Michael Hastings)
Michael Hastings hat 3 Tage in Julian Assanges neuem Unterschlupf/Hausarrestabsitzungsbehausung verbracht und mit ihm dabei über so ziemlich alle Verwerfungen und Konflikte gesprochen, die es aktuell bei WL so gibt.

I’m accused of everything from being a cat torturer to being a rapist to being overly concerned about my hair to being too rich to being so poor that my socks are dirty. The only ones I have left now to look forward to are some kind of combination of bestiality and pedophilia.

Related: Julian Assange plant eigene TV-Show [Update]

How Many Stephen Colberts Are There?
(nytimes.com, Charles McGrath)
Die NYT hat Stephen Colbert begleitet, der geschickt seine Rolle als Konservtiver Kommenatator ausweitet und mit einem eigenen Super-PAC in das Rennen um die Präsidentschaftswahlen eingestiegen ist. Dabei zeigt Colbert vor allem die vielen seltsamen und absurden Regelungen.

“I don’t know what he’s thinking. He can find the laws ironic or funny or absurd. But he’s illustrating how the system works by using it. By starting a super PAC, creating a (c)4, filing with the F.E.C., he can bring the audience inside the system. He can show them how it works and then leave them to conclude whether this is how it ought to work.”

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Morgenlinks mit netten Nazis, erfolgreichen Bloggern & News über 1:30

Mordserie schürt Zweifel an sonst eigentlich sympathischen Nazis
(der-postillon.de)
Nach der rechtextremen Mordserie zeigt man sich in der Politik überrascht: „Aber dass ausgerechnet Nazis imstande sind, Gewalttaten bis hin zum Mord zu verüben, damit konnte nun wirklich niemand rechnen.“

„heute plus“ und warum Nachrichten in Einsdreißig nicht mehr ausreichen
(faz.net, Peer Schader)
Mit „heute plus“ hat das ZDF eine Sendung, bei der die Zuschauer Fragen zur „heute“-Sendung stellen können und wie diese so entsteht. Aber: „Viele wollen überhaupt nicht erklärt bekommen, wie die Sendung entsteht. Viele hätten lieber, dass ihnen stattdessen mal jemand die Nachrichten erklärt.“

Blog your way to a better career
(cnn.com, Penelope Trunk)
„Do you know why you should have a blog?
Because people who use their blog as a career tool do better in their careers than people who don’t.“ Blogger sind erfolgreicher, verdienen mehr Geld und steigen höher in einer Firma ein. Das meint zumindest Trunk anhand einer PEW Research Studie herausgefunden zu haben.

Thomas Suarez – iPhone Application Developer… and 6th Grader
(Youtube.com, Video)
Ich bin ja noch etwas im TEDx-Fieber und da werden auch bald einige Video kommen mit Interviews, die ich beim Event so geführt habe. BIs dahin hat mich dieser 6. Klässler beeindruckt, programmiert iPhone -Apps und die Idee des AppClubs ist super. Es gibt Fußballvereine, warum keine Programmiervereine.

Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von avlxyz

In den Morgenlinks sammeln wir bis möglichst jeden Dienstag spannende, interessante & bemerkenswerte oder besonders gute Artikel, Links und Videos. Gerne auch mal etwas länger, gerne etwas über den Tellerrand hinaus, eben um etwas Lesestoff für zu haben. Wer nicht immer bis zur nächsten Ausgabe auf spannende Links warten möchte, der folgt  @morgenlinks auf Twitter oder “Liked” uns auf Facebook und erhält dann die Links immer direkt, wenn wir sie entdecken. Auf diesem Wege sind wir auch gerne für Hinweise offen, ebenso über Kommentare, Mail oder auf anderem Wege.

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Bewegen & Beschäftigen morgenlinks

Morgenlinks mit Privilegienmuschis, BND & Bela B.

Wahrheit und Normen
(juliaschramm.de, Julia Schramm)
Julia Schramm betrachtet ihr Leben als „Privilegienmuschi“ und zu welchen Vorteilen ihr das gereicht: „Ich werde auch nicht gefragt, wann ich entdeckt habe, dass ich hetero sei, wie denn meine Umwelt auf diese Nachricht reagiert hätte, dass ich nun mit einem Mann zusammen sei und ob wir Probleme mit der Akzeptanz haben.“

Meine Name ist: BND
(ard.de, Ulrich Chaussy)
Das ARD-Radiofeature blickt so weit wie möglich hinter die Kulissen des Bundesnachrichtendienstes und die Geschichte des Geheimdienstes.

Der Brief, den Schlecker jetzt schreiben sollte
(saschalobo.com, Sascha Lobo)
Schlecker hat sich in der letzten Woche etwas in die Nesseln gesetzt, als sie versuchten ihren Slogan „For You. Vor Ort.“ mit einer Zielgruppe aus der „mittleren und unteren Bildungsschicht“ zu verteidigen. Sascha Lobo schreibt den Brief, den Schlecker jetzt zur Entschuldigung schreiben sollte.

Schnauze, Schmidt!
(ennomane.de, Enno Park)
„Helmut Schmidt toll finden ist einer der großen gemeinsamen Nenner unserer Zeit.“ und trotzdem ist Enno genervt vom Altkanzler der Herzen.

Hotel Bela
(arte.tv, Bela B.)
Bela B.,Gruselfan, trifft Zombiegott George A Romero („… of the Dead“). Hotel Bela wird wohl eine einmalige Sache bleiben, sagt die SZ, deshalb schnell in den nächsten 7 Tagen anschauen.

 

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