Tag Archive | "ARD"

Tags: , , , , ,

Harald Schmidt vs. Oliver Welke

Posted on 23 Juni 2009 by Jannis Kucharz

Deutschland sucht die Daily Show, und wir vom netzfeuilleton.de begleiten diesen Weg intensiv.

Ins Rennen gehen, neben einem Webkontrahten, zwei Kandidaten:

Oliver Welke mit seiner heute-show und Harald Schmidt mit seiner Nachfolgesendung zu Schmidt&Pocher.

Oliver Welke ist bereits gestartet und präsentiert heute Abend um 23.00 Uhr die zweite Ausgabe seiner Nachrichtensatire. Die Kritik an der ersten Show lautete bei uns vor allem: “Einmal im Monat ist nicht ‘Daily’” und an diesem Punkt scheint sich tatsächlich etwas zu tun. So hat man Online bereits ein “heute-show Spezial” gestartet, dass einmal wöchentlich in 4 Minuten das Nachrichtengeschehen kommentiert. Präsentiert wird dies allerdings nicht, wie der große Fernsehbruder von Oliver Welke, sondern von Christian Ehring.1

Doch auch dieser große Bruder soll ausgebaut werden. So hat ZDF-Programmdirektor Thomas Bellut, wie DWDL via Twitter verbreitete, auf dem Medienforum NRW verkündet die heute-show noch zwei-, drei mal monatlich ausstrahlen will und er danach gerne auf Wöchentliche Ausstrahlung umstellen möchte. Begünstigt wird diese Entscheidung, vom Kerners Weggang zu Sat.1, der dazu führt, das unter der Woche zahlreiche Sendeplätze frei werden, so DWDL weiter.

Die Umstellung auf wöchentliche Ausstrahlung im September, würde genau in den Starttermin von Harald Schmidt fallen. Dessen neue Show soll nämlich am 17. September starten und wird den Namen des Protagonisten tragen: “Harald Schmidt”. ((Das berichteten die Stuttgarter Nachrichten)) Damit kehrt also der Titel der Zeit vor Pocher zurück und auch die Sendedauer wird wieder angepasst, wie der Quotenblogger bemerkte, und von 1 Stunde auf 45 Minuten zurückgestuft.
Einer täglichen Ausstrahlung diese Sendung erteilte er aber in der Bild eine klare Absage: „Ich bin für kein Geld der Welt mehr bereit, das noch einmal zu machen.”, so das Schmidt. Damit fällt hier also Daily weg, aber im Gegensatz zur heute-Show soll Schmidt weiterhin einen Gast an die Seite gestellt bekommen.

Das er eine Sendung alleine tragen kann, bewies er erst letzte Woche beim Satire Gipfel, als er selbst den Gastgeber Richling klar in den Schatten stellte und neben Hagen Rether den einzigen Lichblick dieser Sendung darstellte.

Bleibt nur noch die Frage, kann Harald Schmidt Stewart?

mehr…

  1. Dies soll keinesfalls ein Urteil sein. []

Comments (1)

Tags: , , , ,

“Late-Night in Deutschland hat einen neuen König”

Posted on 03 April 2009 by Jannis Kucharz

Gestern Abend war die letzte reguläre Show von Schmidt&Pocher. Und es war eine der besten.

Denn Schmidt & Pocher plauderten einfach ungezwungen drauf los, wie sie es spätestens seit dem „Fotzensekret-Vorfall“ mit Lady Bitch Ray nicht mehr taten. Zwar betonte Pocher noch einmal „Wir haben uns nie gestritten“ dennoch wurde bei dem Gespräch klar, dass die beiden auch nie mehr als ein kollegiales Verhältnis hatten.

Doch das kann ausreichen um den Job gut zu machen und das ist ihnen gelungen. Denn sie taten das, was man am liebsten von ihnen sieht: Den eigenen Sender ärgern.

So wurden als erstes Schwarz-Weiß-Rote Armbinden angelegt und mit den Gästen von “The Producers” war der Hitler-Fimmel von Harald Schmidt und die Hitler-Phobie der ARD bedient.

Doch vor allem ging es um Oliver Pochers Wechsel zu Sat.1, das war das beherrschende Thema.
Die beiden plauderten Details zu der kommende Late-Night Show von Oliver Pocher aus. Die Produktion übernimmt eigentlich Oliver Pochers eigene Produktionsfirma geht aber dann zum großen Teil an die Spiegel TV Macher. Das Fensehblog nimmt übrigens an, das Schmidt schon vor offizieller bekannt gabe von dem Deal gewusst haben könnte.

Als Sendetermin für Pochers Soloauftritte kommt höchstwahrscheinlich der Freitag, auch wenn Harald Schmidt Oliver Pocher mehrmals davon abriet, das sei ein “Scheißtag” und er soll sich den Sendeplatz unbedingt in den Vertrag schreiben lassen. “Mittwoch. Mittwoch wär gut”, da könne er die Quote von Der Champions League mitnehmen. Oder er soll das Duell gegen Schmidt mit seiner neuen Show am Donnerstag aufnehmen.

Außerdem solle Pocher unabhängig vom Sendeplatz zum Start dann unbedingt täglich gehen, so Schmidt. Denn nur dann kann er gegen Stefan Raab antreten. Den laut Schmidt niemand mehr täglich guckt und adelte ihn dann mit dem Satz: “Late-Night in Deutschland lebt wieder, wir haben einen neuen König.”

Angestachelt von seinem baldigen Weggang sprachen die beiden auch äußerst ungezwungen über ARD-Interna und ließen auch an den eigenen Bossen wenig Gutes. Zwar wurde die Spitze gegen Herres in der Ausstrahlung rausgeschnitten die eindeutige Ansage gegen Monika Piel war aber drinn geblieben. Monika Piel hatte sich schon in letzter Zeit nicht gerade als Pocher Fan hervorgetan und ihn nun bei bekannt werden des Wechsels gesagt, dass Sat.1 die ARD finanziell überboten habe. Pocher verneinte das ganz klar und erkärte, dass der Zuschlag für Sat.1 vor allem, wie von mir schon vermutet, mit dem besseren Sendeplatz und der Dauer des Vertrages bei Sat.1 zusammenhing. Pocher soll zunächst für 3-Jahre exklusiv für Sat.1 auftreten. Ausserdem hat Pocher bei Sat.1 die Chance das erste Gesicht des Senders zu werden und ausserdem noch weitere Projekte mit seiner Produktionsfirma unterzubringen. So ist zum Beispiel auch eine Fußball-Castingshow geplant.

Neben dem Ensemble vom “The Producers” Musical war gestern auch Ingolf Lück zu Gast, der gleich darüber witzelte: „Man nimmt mich gerne als ersten und letzten Gast in einer Sendung“. Hatte Lück doch auch den ersten Comedian Auftritt beim “Satire Gipfel” abbekommen. Und meinte dann zu der Diskussion darum „Hildebrandt hat Rechtich kann das nicht“, doch Schmidt wollte das so nicht stehen lassen und meinte es sei gute, dass Hildebrandt nochmals was dazu gesagt hätte und nun sei auch gut. Hildebrandt hatte sich dagegen gestemmt, dass in der Kabarettsendung im ersten auch Comedians auftreten, weshalb die Sendung auch von “Scheibenwischer” in “Satire Gipfel” umbenannt werden musste.
Lück zeigte sich auch im weiteren Gespräch sehr unterhaltsam und witzelte über seinen Twitteraccount, außerdem glänzte die Show mit den besten Einspielern seit langen,

Diese sollen neben Stand-Up auch die Stärke seiner Show werden. Seine Soloshow, soll wie auch die von Harald Schmidt, im September starten. Der erste Sendetermin für Schmidts Nachfolgesendung steht auch schon fest: Es wird der 17. September seion, um 22.45.

In der kommenden Woche zeigt man noch ein Schmidt & Pocher Best-Of, bevor sich die beiden endgültig trennen.
Rückblickend kann man sagen, es war nicht alles schlecht bei Schmidt & Pocher. Sie hatten einige großartige Sendungen, blieben oft aber hinter den Erwartungen zurück. Ich gehe davon aus, das beide im Alleingang ihre jeweiligen Potenatiale deutlich besser ausspielen können. Erst dann lässt sich sagen, ob LateNight in Deutschland wirklich einen neuen König hat, oder es weiterhin heisst, dass in Deutschland nur einen gibt, der LateNight machen kann.

Comments (1)

Tags: , , , ,

Oliver Pocher geht zu Sat.1

Posted on 01 April 2009 by Jannis Kucharz

Damit hat niemand gerechnet und damit ist die Überraschung perfekt.
Alle Welt rätselte, ob Oliver Pocher bei der ARD bleibt oder bei RTL eine neue Heimat findet.

Immerwieder gab es Hinweise, die für den einen oder den anderen Sender Sprachen. So wurde Volker Herres, Programmdirektor der ARD, nicht müde zu betonen man wolle an Pocher festhalten, während RTL schon einen Piloten mit ihm und Jauch einspielte.

Nun wurde die Entscheidung erwartet und es wurde keiner von beiden, denn wie heißt es so schön: Wenn zwei sich streiten, freut sich der Dritte. Der heißt in diesem Fall Sat.1. Wie die F.A.Z. heute meldet hat sich der Sender mit den bunten Bällen Pocher für mindestens 3 Jahre gesichert.

Darüber, ob RTL und ARD finanziell überboten wurden oder das Angebot auf anderer Ebene besser war, wird gestritten beziehungsweise geschweigen.

Die Show Schmidt & Pocher läuft am 16. April das letzte Mal. Dann werden sich beide Protagonisten in die “Sommer”-Pause verabschieden. Ab September wird Pocher dann mit seiner eigenen Late-Night-Show exklusiv für Sat.1 vor der Kamera stehen und darüber hinaus noch einzelne Shows & Events moderieren. Damit geht Pocher nun zu dem Sender, den sein Mentor1 Schmidt vor einigen Jahren öffentlichkeitswirksam verlassen hatte.

Harald Schmidts Show wird ebenfalls im September weitergehen, dann alleine, weiterhin in der ARD und angelehnt an das Konzept der Daily Show.

  1. ? []

Comments (4)

Tags: , , ,

Satire Zipfel

Posted on 20 März 2009 by Jannis Kucharz

Die kabarettinterne Kabellei zwischen Mathias Richling und Dieter Hildebrandt beherrschte tagelang die Feuilletons. Täglich wurden neue Seitenhiebe und Beleidigungen ausgetauscht. Zunächst entzog Hildebrandt Richling die Rechte nach dem Weggang von Bruno Jonas, die Kabarettsendung des Ersten weiter unter dem Titel “Scheibenwischer” laufen zu lassen. Richling gefiel das nicht und sprach Hildebrandt die Fähigkeit zum Kabarett ab, es würde nur für “parteipolitisches Kabarett” reichen. Hildebrandt der vor allem mit der Vermischeung von Kabrett und Comedy, die Richling vor hatte, nicht einverstanden war, konterte zurück und nannte ihn einen “puren Solisten”, der es nicht schaffe eine Kabarett Sendung zu leiten.
Es war der alte Kampf Lehrer gegen Schüler und alle waren gespannt, wer denn nun den Sieg davon tragen sollte.

Gestern Abend 22:45 Uhr war es dann so weit unter dem eilig auseinandergeschusterten Namen “Satire Gipfel”, sollte die neue Kabarett Spitzen Sendung der ARD starten. Außerdem Richlings Chance dem “Kabarettpapst” zu zeigen, dass er kann. Doch das ging gänzlich schief. Er bestätigte genau die Vorwürfe, die Hildebrandt gemacht hatte. Die jungen Kabarett Talente blieben eher blass. Die Themen der Sendung nicht aktuell, die Witze über Osama bin Laden und den Papst hatte man so ähnlich schon gehört und wem hängen die Witze über die Abwrackprämie noch nicht zum Hals raus? “Man könnte die Abwrackprämie noch hier rauf und darauf ausweiten und unsere Politiker gleich mit…”

Doch der entscheidende Fehler war Ingolf Lück. Gerade wenn die Operation Comedian im Kabarett so argwöhnisch beäugt wird, hätte man doch einen Comedian wählen müssen, der nicht ganz so flach ist. Einen Dieter Nuhr, einen Ingo Appelt oder zur Not auch einen Michael “Mittelmäßigepolitcomedy” Mittermeier, aber doch nicht einen Ingolf Lück.

Damit schoss Richling sich wirklich ein Eigentor.
Richling selbst plapperte pausenlos prächtig Pointen, so schnell das keiner hinterherkam. Wenig blieb hängen, wenig war wirklich Erinnerungswürdig. Nur die wirklich markanten Sprüche wie ”Wer sterben will, soll sich gefälligst an eine deutsche Schule begeben” blieben, ob ihrer angeblich satirischen Härte im Gedächtnis, brachten aber auch nicht die große Lacher. Auch Richlings Paradedisziplin, die Imitation von Politikern, wollte ihm bei Wirtschaftsminister Guttenberg nicht recht gelingen.

Die starke Momente waren der Sendung waren die Dialoganteile und der Auftritt von Frank Lüdecke. Beides sind bekannte Elemente aus dem “Scheibenwischer”.

Dieter Hildebrandt jedenfalls dürfte froh sein sich ins Fäustchen gelacht haben, hätte doch sein Namensvorschlag “Scheibenkleister” auch viel besser gepasst als das “Satire Gipfel” mit Deppen Leerzeichen.

P.S.: Das die Vermischung von Kabarett und Comedy durchaus funktionieren kann beweist fast allmonatlich das ZDF mit “Neues aus der Anstalt”. Das dürfte wohl auch in Zukunft der Massstab bleiben.

Comments (1)

Tags: , , , ,

Jon Stewart, der Rächer der Enterbten

Posted on 14 März 2009 by Jannis Kucharz

Ich hab die Rubrik “Kleines Fernsehen” genannt, im Gegensatz, zu “Großes Kino”, aber was ich euch heute zeigen will ist etwas ganz anderes, dass ist “ganz großes Fernsehen”!

Das ich ein Fan der Daily Show und Jon Stewart bin, dürfte hier inzwischen angekommen sein. Und nun hat Jon Stewart ein neues Glanzstück abgeliefert: Er hat mal so ganze nebenbei CNBC vernichtet und damit die ganze Branche der Finanzexperten vorgefüht.

Es fing alles an mit diesem Video, vom 4. März:

Die CNBC, spieziell Jim Cramer, war darüber nicht besonders begeistert und beschwerte sich. Das stachelte Jon Stewart selbstverständlich nur noch mehr an:

Mittlerweile zog der “War of Words” immer weitere Kreise und schwappte in andere Medien über:

Schließlich erklärt sich Jim Cramer bereit in die Daily Show zu kommen. Der Showdown stand bevor.

Am 12. März war es dann soweit, Jon Stewart und Jim Cramer saßen sich in der Daily Show gegenüber.

Auf der Homepage ist inzwischen, neben der normalen Episode, auch das ungeschnittene des Gesprächs zwischen den beiden zu sehen. Unbedingt anschauen:

[via Anke Gröner]

Und was Jon Stewart da abliefert ist noch genialer, als was er bisher gemacht hat. Wirklich wie nebenbei nimmt er sich diejenigen vor, die einen großen Teil zum Ausmaß der (Wort einsetzen, dass allen schon zum Hals raushängt)
beigetragen haben. Die vielleicht nicht allein verantwortlich sind, aber deren Aufgabe es definitiv gewesen wäre uns früher und eindeutiger zu warnen: Die Finanzanalysten und -journalisten. Sie hätten den kleinen Anleger, den Jon Stewart hier so wunderbar vertritt, schützen müssen. Stattdessen haben sie, wie Jim Cramer sogar zu gibt, auf seine Kosten gezockt.

Wann kommt die deutsche Daily Show?

Das schlechte an dieser erneuten Genialität von Jeon Stewart ist, dass damit die Hoffnung auf eine deutsche Daily Show1, die auch nur annähernd in diese Sphären aufsteigt noch geringer wird. Bisher dachte ich, dass es nicht so schwer sein könnte ein Talent wie Jon Stewart auch in Deutschland zu finden, aber da lag ich wohl falsch. Denn sich so einer Sender Familie entgegenzustellen und dann jemandem im direkten Gespräch mit analytischen Argumenten so klein zu machen, dazu gehört schon einiges.

Ich bezweifel, dass ein Harald Schmidt das2 leisten kann. Dieser hatte ja, durch Produzent Kogel, angekündigt sich nach dem Aus von Schmidt & Pocher mit einem neuen Konzept zurück zu melden, dass Stark an “The Daily Show” angelehnt sein soll. Allerdings ist die erste Hürde dabei, dass dieses Format erst im September starten soll, wenn der Wahlkampf in Deutschland schon fast vorbei ist. Und wenn wir uns zurückerinnern, bedeutete gerade die Wahlkampfphase in den USA3 ein Hoch für die amerikanischen Comedysendungen, insbesondere die Daily Show.

Aber man will den Teufel ja nicht an die Wand malen. Ich bin gespannt auf die deutsche Umsetzung, und bis dahin, oder wenns nichts wird weiterhin, kann ich mir ja das Original jederzeit Online anschauen.4

Bild © Comedy Central/The Daily Show

  1. mit der ich nicht allein da stehe []
  2. noch? []
  3. auch wenn sich deren Wahlkampf in keiner Weise mit dem deutschen vergleichen lässt []
  4. Noch so etwas woran es bei der ARD mengelt. []

Comments (15)

Tags: , , , ,

“Dafür zahl’ ich nicht!”

Posted on 07 März 2009 by Jannis Kucharz

Continue Reading

Comments (1)

Tags: , , , , ,

Die ARD knutscht mit Pharmaindustrie unterm Mistelzweig

Posted on 24 Februar 2009 by Jannis Kucharz

Die ARD wird von einem neuen Schleichwerbungsskandal erschüttert. Nachdem schon 2005 bekannt wurde, dass in der Ärzteserie “In aller Freundschaft” Unternehmen ihre Medikamente im Programm bewarben, gibt es nun einen neuen Fall. 

Unterm Mistelzweig vergnügt sich die ARD mit der Pharmaindustrie

Unterm Mistelzweig vergnügt sich die ARD mit der Pharmaindustrie

In der Telenovela “Sturm der Liebe” werden minutenlang die Vorteile einer Therapie mit Mistelpräperaten gegen Krebs erörtert.
Im Dialog und verknüpft mit der Handlung bekommt der Zuschauer hier die großartigen Erfolge dieser alternativen Behandlungsmethode angepriesen, wird indirekt aufgefordert sich darüber im  Internet zu informieren und bekommt gezeigt, wie einfach man sich die Präparate aus der Apotheke holen kann.

Und hier wird es besonders eklig. Denn damit ist es nicht nur Schleichwerbung, sondern hier wird direkt mit den Hoffnungen und Ängsten von krebskranken Zuschauern gespielt. Die müssen bei solchen Ausführungen natürlich hellhörig werden und da die beworbenen Präparate nicht Verschreibungspflichtig ist, kann sich auch jeder mit diesem Wundermittel eindecken. Bares Geld für die Pharmaindustrie.
Die Figur in der Serie macht sogar vor, dass man das vorher nicht mal unbedingt mit der Ärztin absprechen muss.

Die ARD behauptet dennoch, dass es sich hier nicht um Schleichwerbung handelt, da ja kein konkreter Name eines Produktes oder einer Firma genannt werde.
Dabei weiß jeder, der sich mal ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hat, dass Generic Placement oft noch effetkiver ist.

Aber sie kann das ja auch nicht zu geben, denn dann würde sie auch ihre Argumentation mit der sie die alten, nachweislich schleichwerbungdbefallenen Serien wiederholt untergraben.

Übrigens die Produktionsfirma “Bavaria” ist die gleiche, die schon 2005 in den Schleichwerbeskandal verwickelt war.

Das war Fall 1. Doch damit nicht genug.

Man kann ja nicht nur unterm Mistelzweig hervorragend rumknutschen, sondern auch im Fond eines geräumigen Wagens.

Off-the-record hat sich den letzten “Tatort” mal etwas genauer angeschaut.
Da kam erstaunlich oft und intensiv eine Automarke mit Stern auf dem Kühlergrill vor. Auch hier gab es erstaunlich viele Handlungstränge, die für die Geschichte an sich nicht notwendig erscheinen, die tollen Autos aber von ihrer Besten Seite zeigen. Immer wenn eine Einstellung mit Produkten nicht für die Handlung nicht notwendig ist, spricht man von Product Placement. Product Placement ist in Deutschland verboten und zählt als Schleichwerbung.

Comments (1)

Tags: , , ,

Jauch & Pocher

Posted on 03 Februar 2009 by Jannis Kucharz

Um weiter am Thema zu bleiben, es gibt neues zur Entwicklung von Oliver Pochers Zukunft.
So scheint es nun ein eindeutiges Indiz zu geben, dass diese bei RTL liegen könnte.

DWDL.de berichtet nämlich exklusiv von einem Pilotprojekt von RTL mit dem Arbeitstitel “5 gegen Jauch”. Darin soll, wie sich am Titel unschwer erraten lässt, Günther Jauch eine entscheidende Rolles spielen. Das Fernsehlexikon beschreibt das Konzept als eine Adaption der “Win Ben Stein’s Money“-Show, bei der es darum ging, dass mehrere Kandidaten gegen den Star Ben Stein antreten und versuchten ihm sein angeblich eigenes Geld abzuluchsen. Das ganze funktioniert als Quizshow, nur das Jauch diesmal auf der Kandidaten Stuhl sitzen wird. Die Showmaster Seite soll Oliver Pocher übernehmen.

Damit scheint die Frage ob Oliver Pocher bei der ARD bleibt oder zu RTL geht weitgehend geklärt, auch wenn das ganze noch nicht offiziell bestätigt ist. Übel nehmen könnte man es Pocher aber auf keinem Fall, nach dem harten Gegenwind, der ihm wegen seines “Stauffenberg-Auftritts” aus den ARD-Reihen entgegeblies. Der Rundfunkrat speziell des SWR meldete sich mit den Worten “Die überwiegende Mehrheit von uns, bestimmt 80 bis 90 Prozent, ist der Meinung, dass Herr Pocher der ARD nicht gut tut.”. Und auch, wenn der Programmdirektor Volker Herres sich ja zunächst klar zu Pocher bekannt hatte und dies gegenüber der SZ auch mit “Wer es ernst meint damit, die jüngeren Zuschauer noch erreichen zu wollen, der muss auch aushalten können, was ihm selbst nicht zusagt”, wiederholte, kann man doch verstehen, wenn ein Comedian nicht unter Umständen arbeiten will, bei denen er sich für jeden Witz rechtfertigen muss.

Die ARD hat es hiermit verpasst Mut und Ideenreichtum zu beweisen und vielleicht ein bisschen junges Publikum zu erreichen.

mehr…

Comments (3)

Tags: , , ,

Oliver Pocher: ARD oder RTL?

Posted on 30 Dezember 2008 by Jannis Kucharz

Nachdem am Dienstag bekannt wurde, dass im April 2009 die Ära “Schmidt&Pocher” zu Ende geht und Harald Schmidt wieder in einer Show alleine vor die Kamera treten wird. Nun beginnen die Gerüchte, was den Verbleib von Oliver Pocher angeht.

Zum einen gibt es das Gerücht, dass Oliver Pocher zurück zu den Privaten gehen soll. Genauer zu RTL, dort soll er, laut “BamS”-Bericht, eine eigene Personality-Show bekommen und zu einem repräsentativen Gesicht des Senders aufgebaut werden. Auf Anfrage wird RTL mit “An neuen Gesichtern und Talenten sind wir immer interessiert.”, zitiert. Also weder Betsätigung noch Dementi.

Heute erschien jetzt aber in der F.A.Z. ein Interview mit ARD-Programmdirektor Volker Herres. Der scheint nicht gewillt Pocher aufzugeben und lässt selbstsicher verlauten: “Ich würde mir wünschen, dass beide Protagonisten im Ersten bleiben, und ich glaube auch, dass es dazu kommt.” Er zeigte sich weiter als “großer Fan von Oliver Pocher” und auf die Frage, ob Pocher nicht zu frech sei antwortet er: “Wenn man junge Leute erreichen will, muss man sie schon nehmen, wie sie sind.”, und er ist insgesamt mit dem Erfolg beim jungen Publikum durch Pocher zufrieden.

Man darf gespannt sein, wie der Poker um das Comedy Jungtalent Oliver Pocher ausgeht, sollte es sich auf finanzieller Ebene entscheiden hat die ARD grundsätzlich die Nase vorn. Schließlich ist sie nicht von, angesichts der Wirtschaftskrise, sinkenden Werbeeinnahmen betroffen, sondern darf sich, im Gegenteil, noch über eine Gebührenerhöhung für die Öffentlich-Rechtlichen freuen.

weiterführende Links:

Comments (1)

Tags: , ,

Jetzt gibts wieder Schmidt ohne Pocher

Posted on 27 Dezember 2008 by Jannis Kucharz

Wenn man zur Zeit den Namen Schmidt liest geht es meist um den allseits gehypten Altkanzler und ich bin jedes mal aufs Neue enttäuscht. Doch diesmal gibt es wirklich Neuigkeiten von “Dirty Harry”.

Und zwar wird Harald Schmidt die ARD Late-Night im Wahljahr wieder alleine bestreiten, so meldete jetzt der SPIEGEL. Oliver Pocher war 2007 zur “Harald Schmidt Show” hinzugekommen, in der ARD Hoffnung junges Publikum anzulocken. Dieser Schritt war von Anfang an umstritten und gerade in den großen Feuilletons hat man sich vor Pochers Proletenhumor gefürchtet. Zwar ist das Abendland nicht ganz so untergegangen, wie angekündigt, die Geschichte mit Lady Bitch Ray und ihrem Fotzensekret hatte aber für einigen Wirbel gesucht. Schmidt hatte Pocher bei diesem Auftritt auch vor laufender Kamera gerügt und seither wurde immer wieder von Spannungen zwischen den beiden Berichtet. Ab April, wenn der Vertrag von “Schmidt und Pocher” ausläuft, wird Harald Schmidt nun wieder alleine vor der Kamera stehen.

Dennoch kommt der Schritt einigermaßen überraschend, hatte Harald Schmidt sich Anfang Dezember doch durchaus für eine Fortsetzung des “von beiden Seiten zeitlich begrenzten Experiments”1 ausgesprochen und noch vor 3 Wochen hatte Pocher in einem Interview gesagt, er würde auch ohne Schmidt weitermachen. Nun kommt es eben andersrum.

Kogel, der Produzent der Show, sagte gegenüber dem SPIEGEL, man wolle Schmidt gerade in einem Wahljahr auf einem Level sehen, das sonst im deutschen Fernsehen niemand liefert und in Zusammenarbeit mit Pocher würde er dieses Potential nicht ausspielen. Es gehe darum, “die Comedy-Latte wieder höher zu legen in Richtung Anspruch und Intellekt, vergleichbar mit dem US-Polit-Komiker Jon Stewart – aber eben Harald Schmidt”, so Kogel weiter.

Dem steht nichts im Wege, nachdem Harald Schmidt ja ebenfalls hat verlauten lassen, er sei nicht mehr “fernsehmüde” und habe sogar Lust, die Schlagzahl zu erhöhen. Was mit Pocher geschieht und wohin er geht ist im Übrigen noch nicht klar.

Endlich fällt der Name Jon Stewart für Deutschland und vielleicht schafft es Harald Schmidt ja dahin, wenn man ihm in der ARD noch ein paar Sendeplätze freischaufelt hab ich durchaus Hoffnung. Ich habe Pocher nie gehasst, dennoch finde ich war Schmidt & Pocher sehr boulevardesque und wenig politisch. “Schmidt und Pocher” verhiehlt sich sich zu “Die Harald Schmidt Show” in etwa so wie Spiegel Online zum SPIEGEL. Zwar hatte Pocher immer durchaus seine Momente und Spitze, gerade wenn er live und spontan auf Leute zu ging, aber Schmidt war durch ihn immer in seiner Freiheit eingeengt. Bis jetzt war er ja nur einen Side-Kick Manuel Andrack gewohnt und keinen “gleichberechtigten” Partner. Und genau dieses Verhältnis war nie ganz ausgelotet.2

Manuel Andrack hatte Schmidt & Pocher übrigens im Septmeber als Redaktionsleiter verlassen, weshalb ich eine Rückkehr für unwahrscheinlich hatte. Vielleicht orientiert man sich bei der neuen Schmidt Show ja tatsächlich an “The Daily Show – with jon Stewart”. Ich bin gespannt.

mehr:

  1. Zitat Kogel []
  2. Sehr schön dargestellt im Switch Jahresrückblick []

Comments (12)

Advertise Here
Advertise Here

Blogroll

Morgenlinks