Nachtrag zu den Kürzungen bei MTV

Es sind weitere Details zu den Sparmaßnahmen bei MTV Networks Germany bekannt geworden. So sind nicht nur 11 Mitarbeiter gekündigt wurden, es es werden wohl auch die auslaufenden Verträge von bis zu 50 weiteren Mitarbeitern nicht verlängert. Damit sind also insgesamt an die 60 Mitarbeiter von den Einschnitten betroffen. Ausserdem werden bis Jahresende keine Dienstreisen mehr gestattet. Auf der freiwerdenden Frequenz von Comedy Central, dass ja mit Nick zusammengelegt wird, plant man kein neues Sendekonzept. Auch zu den gestrichenen Sendungen gibt es Neuigkeiten, so werden die Genreprogramme Urban und Rockzone gar nicht komplett gestrichen, sondern sollen als Clipstrecken weiterlaufen. Was sonst noch übrigbleiben soll von MTV ist nicht klar. Gibt es jetzt wieder Musik bei MTViva aber ohne redaktionelle Betreuung? Youtube ohne Suchfunktion im Fernsehen? Sollte das Musikfernsehen nicht eher schauen, dass es Qualität bietet um sich von den Web2.0 Angeboren abzusetzen? Sollte es nicht schauen, dass es Hintergrundinformationen aufbereitet? Den Zuschauer tiefer in die Materie einführt? Das ist es doch was das Fernsehen noch vom Internet unterscheidet, und worauf es seine Zukunftsberechtigung bauen darf. Deswegen denke ich hat sich Viacom mit diesem Schritt höchstens kurzfristig saniert, aber langfristig sicherlich viel verbaut. Aber so ist das wohl, wenn Controller über Inhalte bestimmen.

Das Ende des deutschen Musikfernsehens

Jeder Musikfan, der bisher dachte: „Finanzkrise, was interessiert mich das?“ oder „Finanzkrise? Ich bin zum Glück nicht betroffen!„, wird nun eines besseren belehrt. Denn durch die Finanzkrise, droht auch der Medienbranche eine Krise, aus Angst vor aubleibender Werbung und schrumpfenden Einnahmen. Und gerade für das Deutsche Musikfernsehen hat eine dunkle Stunde geschlagen. Schon gestern abend wurde bekannt, das der Sender Comedy Central in siner bisherigen Form eingestellt wird. Erst 2 Jahre ist das ambitionierte Projekt alt, aber man hat die Erwartungen, aus eigener Sicht und mit Sicherheit auch aus Sicht der Zuschauer, nicht erfüllen können. So hieß es am Anfang man wolle ein Viertel des Programms mit Eigenproduktionen bestücken und diesen Anteil eventuell sogar noch erhöhen. Doch viele der selbst produzierten Inhalte zündeten nicht (vorallem, weil sie zum Großteil schlicht und ergreifend nicht lustig waren) und wurden wieder abgesetzt.Und noch vor einem Monat hieß es: „Bei Comedy Central ist sicher noch sehr viel drin. Wir haben in diesem Jahr in der Primetime schon um 48 Prozent zugelegt und gehen im Oktober mit einem neuen Programmschema auf Sendung“. Doch nun ist es nichts mit neuem Programmschema, beziehungsweise, das Programmschema sieht so aus, dass zum Jahreswechsel nicht mehr als eigenständiger Sender agiert, sonden zum Programmfenster bei dem Kinder- und Cartoonsender Nick! zusammenschrumpft. Ab sofort heißt es dort von 20.15 Uhr bis 6 Uhr in der früh: „Ich bin Michaela Schaffrath und Sie gucken Comedy Central!“.(Um den Audience-Flow zu garantieren zeigt man übrigens als erstes mit „Family Guy“ und „Futurama“ zwei Cartoon-Serien) Wenigstenshat man sich ja bei Viacom inzwischenvon der Call-In Show „Money €xpress“ getrennt, so dass noch ein paar Stunden für Comedy übrigbleiben. Allerdings wird man diese Zeit nicht mit den zu Beginn noch angekündigten Eigenproduktionen füllen und so „nicht nur Mainstream“-Comedy zu fördern, sondern man füllt diese Zeit vorallem mit „billigerer Lizenzware“. Was da dann an deutschen Comedians übrigbleibt ist nicht sicher. Zumindest hat man sich jetzt die Wiederholungsrechte für „Rent-a-Pocher“ eingekauft und eventuell wird auch die ambitionierte Show „Nightwash“ weitergeführt, aber wie gesagt: nichts ist sicher in Zeiten der Krise. Womit wir eben bei den Musiksendern wären: MTV (Deutschland) und Viva stellen massiv ihre deutschen Programme ein. Wobei das natürlich nicht MTV Networks Germany und Viva selbst beschlossen haben, sondern die Eigentümer von Viacom, denen eben die MTV Senderfamilie gehört. 11 Entlassungen drohen bei MTV. MTV TRL gibt es nur noch einmal die Woche. Gar nicht mehr gibt es, haltet auch fest: Das MTV News Mag, MTV Rockzone, MTV Masters (!?!) und MTV URBAN! Bei Viva wird „Viva Live!“ auch nicht mehr täglich, sondern nur noch 3 mal wöchentlich zu sehen sein. Und „Viva feat.“ wird ebenfalls drastisch reduziert. Nun sagt mir mal was da noch an Eigencontent übrigbleibt? Das schlimmste ist eigentlich die Begründung:
„Hintergrund der Entscheidung ist die Optimierung der Kostenstruktur und Erhöhung der Wettbewerbsfähigkeit der Sender, insbesondere angesichts der herausfordernden aktuellen wirtschaftlichen Lage und der schlechten Prognosen für das kommende Jahr.“ -Viacom Unternehmenssprecherin Stössinger gegnüber DWDL.de.
Es geht also nicht mal um den mangelnden Erfolg der Sendungen, sondern lediglich um die zu hohen Kosten. Es liegt nichtextrem schrumpfenden Einnahmen, sondern an dem Willen den Gewinn zu steigern und der Angst dieEinnahmen könnten sinken. Die Hälfte des deutschen Musikfernsehens starb schon, als Viva von Viacom übernommen wurde und nun fällt auch noch der lumpige Rest dieser Heuschreckentaktik zum Opfer. Wer bei der Berliner Zeitung noch nicht verstanden hatte, was Fremdinvestoren für einen verheerenden Einfluss auf die Medienlandschaft haben können, wird es nun hoffentlich begreifen. Eine Hoffnung bleibt: Das die freigewordenen Sendeplätze endlich wieder mit Musik bestezt werden. Allerdings befürchte ich uns blühen einfach noch ein paar weiter Datingshows und Partnersuchen mit immer „neuen“ Konzepten… [Quellen: DWDL.de [1],[2], Faz.net, medienpraten.tv] UPDATES:

Apples von Richard Milward

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„Apples“ heißt der Erstling des 1984 geborenen Briten Richard Milward, der in diesen Tagen in deutscher Übersetzung im Blumenbar Verlag erscheint. Aufgewachsen in Middlesbrough, verlagert der Autor die Handlung des Buches in eben diese Stadt und gibt dem Leser einen unbeschönigten Eindruck davon, wie es ist, dort seine Jugend zu verbringen. Partys, Drogenexzesse und Sex dominieren das Leben der Teenager. Nicht ohne Grund wurden die Hauptfiguren von „Apples“ auf die Namen Adam und Eve getauft. Die Rollenverteilung steht der in der Bibel in nichts nach – Adam ist der nette Typ von nebenan, Eve hingegen wird von der Sünde nahezu angezogen. Während Adam von seinem Vater beim Wichsen auf dem Dachboden erwischt wird, ist Eve schon längst zu der Erkenntnis gekommen, dass Jungs einen eher lecken, wenn man den Intimbereich rasiert hat – gegensätzlicher könnte es kaum sein. So weit, so gut. Wünschenswert wäre es natürlich, wenn Adam seinen Schwarm Eve aus dieser Welt rausholen könnte, doch da das Leben kein Ponyhof ist, ist genau das Gegenteil der Fall – langsam, aber sicher erhält Adam Einzug in die Partywelt. Ob er dadurch an Eve heran kommt, verrate ich nicht, nur so viel: Ein Walt-Disney-Happy-End sieht jedenfalls anders aus. Während OPT-Leser sich hoffentlich eher mit Adam identifizieren, sei noch gesagt – das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben. Meist informieren Eve und Adam aus der Ich-Perspektive über das Geschehen – wobei sich schon deutliche Unterschiede ausmachen lassen – aber auch anwesende Schmetterlinge, Straßenlaternen und Mitschüler kommen ab und zu zu Wort. Das ist natürlich insofern interessant, als dass man auch mal sehen kann, wie die Anderen so denken, statt nur in seiner eigenen Gedankenwelt zu verharren. Warum will Claire mit dem Typen zusammen sein, der sie auf der Party, während sie ohnmächtig war, vergewaltigt hat? Weiß sie das denn nicht, dass er das war? Doch, sie weiß es. Aber aus der Perspektive des Mädchens macht es plötzlich Sinn.
Diese Woche waren Ferien […] und der einzige Junge, der sich blicken ließ, war Clinton; […] er hatte die Angewohnheit, einen zu vergewaltigen, aber er war meine einzige Chance auf eine ernsthafte Beziehung.
Na, da sieht man das doch gleich mit ganz anderen Augen und findet die Entscheidung nachvollziebar, oder? Auch Eve hat ihre ganz eigene Sicht der Dinge, was Jungs angeht.
Jungs waren wie Hunde. Alle wollten sie ihre dicken, triefenden Schwänze in einen reinstecken, einen danach nie wiedersehen und es dann bei der Nächsten versuchen. Mädchen waren dagegen viel anspruchsvoller und reifer, also liefen Debbie und ich Arm in Arm los, um uns weiter zu besaufen.
Weibliche Logik ist eigentlich vollkommen simpel, oder? Hat auch einige Schwänze gedauert, bis Eve das rausgefunden hat. Andererseits ist es ihr dann aber auch nicht recht, wenn er am nächsten Morgen noch was von ihr wissen will.
Sein Schwanz war schlaff von den Poppers. Wir blieben bis acht oder neun im Bett, uns dröhnten die Köpfe als hätte jemand einen Eimer drübergestülpt. Ich zog meine Calvin-Klein-Unterhose an und ging ins Bad. Er wollte natürlich, dass ich zurück ins Bett kam, aber ich war zu fertig, und morgens fand ich Anfassen immer eher unangenehm. Mein Hirn war wie weggeblasen. Ich macht mich kurz frisch, dann brachte er mich zur Bushaltestelle, und ich musste ihm einen Abschiedskuss geben, aber es war mir egal, ob er mich anrufen würde. Unser Atem roch süßlich wie ein Müllwagen.
Abschließend noch ein paar Worte vom Autor: Als ich 15 Jahre alt war, schien das ein wirklich seltsames Alter zu sein, in dem Mädchen plötzlich zu Frauen heranreiften, während Jungs immer noch eher zuhause blieben und Computer oder Fußball spielten, ein gewaltiger Abstand also. Die einzige Chance für mich, auszugehen und zu trinken war damals also, mit Mädchen unterwegs zu sein. Ich glaube, es ist generell ein Albtraum, auf der ganzen Welt, aber besonders in Nordengland, wie extrem Mädchen von Jungs belästigt werden, und damals habe ich wirklich eine starke Empathie entwickelt, ich habe großen Respekt vor Mädchen bekommen, und ich konnte die Dinge viel mehr aus ihrer Perspektive sehen, anstatt einfach nur zu versuchen, sie ins Bett zu kriegen. Deshalb habe ich, glaub ich, das Buch geschrieben. Kaufen!

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Kahn als ZDF-Experte: „Sie standen enorm massiert in der Abwehr“

Das ZDF hat einen neuen Fussballexperten. Oliver Kahn, den Rekordtorhüter, Buchautor und Oliver-Pocher-Parodierten.
Und nachdem ich das alte Team zur EM noch so gelobt habe, möchte ich auch die Konstellation Kerner – Kahn einer kurzen Betrachtung unterziehen. Über Kerner braucht man nicht viel sagen, er ist anbiedernd wie immer, was aber währrend der Fußballberichterstattung  zum Glück nicht so extrem stört, wie während seiner eignen Show. Kahn bringt neue Perspektiven mit. Zum einen die des Gerade-Erst-Ex-Nationalspielers, was sehr interessant sein kann. Denn er kennt die aktuelle Mannschaft noch sehr gut, hat noch mit ihnen gespielt und weiß von ihren individuellen Stärken und Schwächen. Auch Löws Trainingsmethoden kennt er und bietet so eine Art Nähkästchen-Perspektive, die es dem Zuschauer ermöglicht neue und intimere Details zu erfahren. Außerdem bietet er die Sicht des Torwartes, die bei Torchancen und erfolgten Toren dem Zuschauer erklären kann, ob „der“ jetzt noch zu halten gewesen wäre und warum „der“ unmöglich zu kriegen war. Allerdings glaube ich, dass dies über die Dauer der WM irgendwann ausreichend behandelt sein wird. Und dann? Bei Abwehrfragen spreche ich Herrn Kahn noch eine gewisse Kompetenz zu, aber bei innovativen Angriffsstrategien? Was weiß ein Torwart davon? Sicher er muss sie Abwehren, aber er kann sie eher nicht zum Erfolg führen. Und interessiert uns nicht eher was unsere Mannschaft zum Sieg führt? Und nun habe ich noch eine Anmerkung: Ich finde im sportlichen Zusammenhang ist das Wort „massiert“ mit Vorsicht zu genießen. So sollen laut Kahn gerade die Walisier über eine „enorm massierte Abwehr“ verfügen. Ich muss da immer dran denken, wie das wohl so ist, wenn Lahm, Friedrich, Mertesacker & Westermann frisch von Herrn Müller Wohlfahrt kommen. Und falls es sich das doch auf die Masse bezieht, da schien mir der Trainer der Walisier John Toshack der einzig massigere… Naja, währrend der WM werden wir sicherlich noch genug Zeit haben uns in die Sprachwelt von Olli Kahn einzufinden. NARGHHHHHHHH!

Sat.1: Peng, Schlotter, Schluchz, Muh!

Sat.1 hat ein paar neue Freitagabendshows in Planung. Uns erwarten: „Peng! Die Westernshow“, „Aloha! Die Südseeshow“, „Schlotter! Die Gruselshow“, „Holldiröh! Die Alpenshow“, „Muh! Die Bauernshow“, „AAIIAAH! Die Urwaldshow“, „Klirr! Die Rittershow“, „Schluck! Die Wüstenshow“, „Rumms! Die Gladiatorenshow“, „Action! Die Hollywoodshow“, „Brutzel! Die Kochshow“, „Platsch! Die Piratenshow“, „Tuut! Die Autoshow“, „Marsch! Die Bundeswehrshow“, „Aua! Die Ärzteshow“, „Tsching! Die Chinashow“, „Tooor! Die Fußballshow“, „Klingeling! Die Weihnachtsshow“, „Schmatz! Die Valentinsshow“, „Hoppel! Die Ostershow“, „Raus! Die Ferienshow“, „Schock! Die Schulshow“, „Rutsch! Die Silvestershow“, „Blüh! Die Frühlingsshow“, „Bibber! Die Wintershow“ und „Schluchz! Die Nostalgieshow“. Trotz dieser mannigfaltigen titelvariationen ist das Konzept immer gleich: Hugo Egon Balder wird zusammen mit ein paar C-Promis und ein paar Trotteln aus dem Publikum ein paar natürlich zum Sendungsthema passende Spiele, spielen. So einfach kann Freitagabendunterhaltung sein… Achso, sicher geplant sind nur die ersten 4. Die anderen Titel hat man sich nur schonmal gesichert, nicht das jemand einem diese genialen Sendungen wegschnappt… Werden für das finden von Sendungstiteln eigentlich ernsthaft Leute bezahlt?! Naja, also vielleicht bleiben uns „Tuut, Klingeling, Toor! Aua, Tsching und Platsch“ ja erspart. „Schluchz!“

BILD heuchelt Qualität

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Als ich von der öffentlichen Blattkritik der Bildzeitung hörte, war ich zunächst begeistert: „Wow, die Bildzeitung stellt sich tatsächlich seinen Kritikern!“. Doch gestern folgte dann die Ernüchterung. Als erster prominenter Gastkritiker war Frank-Walter Steinmeier geladen. Und genau damit fing schon das Elend an, denn anstatt einer ehrlichen Kritik, wurde das Ganze ein gegenseitiges Abtasten, nach dem Motto:“Ich tu dir nichts, du tust mir nichts!“. Es gab schöne Ansprachen vom Vize-Kanzler und Kai Diekmann dem Chefredakteur der Bildzeitung. Steinmeier suchte sich ein paar Sachen die er gut finden konnte und hatte ein paar Kritikpünktchen. Die ganze Zeit war die Inszenierung für die Kameras zu spüren und beide waren sich dem eigentlichen PR-Charakter bewusst. So sucht sich Steinmeier auch „Top-“ und „Floppunkte“ aus, bei denen er nicht viel falschmachen kann.
Zum Blattkritik Video
  • In einem Artikel über den Babymilch wird nicht ausdrücklich bzw. sehr spät darauf hingewiesen, dass Deutschlanbd noicht betroffen ist. Steinmeier gibt sich besorgt um besorgte Hausfrauen.
  • Auch sorgt er sich um seine Bürger wegen des verbreiteten Bluthochdrucks, aber ein Glück hat Bild nicht nur VOLKS-Kamera, Volks-handy und Volks-Transporter sonder auch Hilfe für die Volkskrankheit. Danke!
  • Kurt Becks Enthüllungen überden SP-Streit werden von Steinmeier auch „als nicht ganz einfach für die SPD“ gelobt und schafft es so den Fokus auf sich selbst zu richten.
  • Mit Udo Lindenberg als „Gewinner des Tages“ kann sich auch Steinmeier anfreunden und zeigt so Volksnähe.
  • Etwas doof ist noch gelaufen, dass mit dem Artikel über das „Tödliche Geburtstagsgeschenk“ findet Steinmeier. Aber dazu mein Christoph Schultheis vom Bild-Blog in der FR vollkommen zu Recht „Insbesondere die persönlichkeitsrechtsverletzende Schicksalsberichterstattung ist und bleibt ein wesentlicher Bestandteil der Zeitung. Der Bild-Journalismus wird nicht selbstkritischer und weniger verletzend, wenn Steinmeier, der von Bild seit Jahren zum Kanzlerkandidaten hochgeschrieben wird, ein kritisches Wort darüber verliert.“
Währrend seiner Kritik weckt Steinmeier so den Eindruck sich auf den Wahlkampf vorzubereiten und sich Schützenhilfe zu suchen. Gleichzeitig bedankt er sich für die bisherige gute Zusammenarbeit. Dann dankt wieder Diekmann für die seichte Kritik und meint „Sie hätten ruhig noch viel Strenger mit uns sein können.“ Ja bitte! Wirklich Schade, dass aus dem „eine Art Enthüllungsjournalismus in eigener Sache“ (Steinmeier) ein simpler Werbegag wir. Viel schlimmer aber ist, dass die Bild durch diese Aktion verharmlost wird. Durch die angeblich öffentliche Kritik verpasst sie sich einen Anstrich von seriösem Journalismus und Glaubwürdigkeit und verschleiert seine eigentliche Arbeitsweise.* Erschütternd, dass sich Politiker dafür hergeben. Und für Gerhard gibt es daraus eigentlich nur eine Konsequenz: „Wenn der Außenminister nichts Besseres zu tun hat, als die Redaktion eines Dreckblatts zu beraten und sie für dieses ‚Wagnis‘ zu loben, dürfen sich jetzt wohl auch die Redakteure der Magazine ,Super-Möpse‘ und ,Monster-Titten‘ Hoffnung auf Steinmeiers Unterstützung machen.“(FR) Im Nachhinein wäre doch irgendwie eine Absage von Steinmeier, wie sie auch medienlese.com wünscht, schöner gewesen. So bleibt der bittere Beigeschmack und die Hoffnung, dass man die Bildzeitung vielleicht so lang mit Wattebällchen bewirft bis sie blutet…

Berichterstattung die 2.: „Alles vorgekostet?“

Nur weil es live ist, heißt das noch lange nicht, dass wir alles sehen. Denn die Bilder, die unser Wohnzimmer oder die Public Viewing Leinwand unserer Wahl erreichen, kommen alle aus einer Hand. Die UEFA selber liefert sie, genauer ihre Tochterfirma UMET, die für die Kameraarbeit und die Regwährend der EM-Spiele verantwortlich ist. Allerdings wird immer mehr über Zensur und Zeitlupenwiederholungen geklagt, die zum Vorenthalt entscheidender Szenen führt.

Follow up:

So blieben uns zum Beispiel beim Spiel die Bilder eines auf das Spiel gestürmten Fans und von Rauchbomben auf den Zuschauerrängen vorenthalten.

Die EM 2008 - zensiert!
Unerwünschtes unsichtbar
Der Kommantar von EM-OK-Sprecher Wolfgang Eichler dazu: „Wir wollen Störenfrieden keine Plattform bieten“, erklärte EM-OK-Sprecher Wolfgang Eichler. „Wir konzentrieren uns auf die für das Spiel relevanten Dinge.“

Doch auch da kann man sich nicht ganz sicher sein, wie die Vorwürfe der FAZ zeigen.

Da muss man  zum Beispiel bemängeln, dass man wichtige Schritte im Spielaufbau verpasst , aufgrund von schlecht getimte und/oder zu langen Wiederholungen, Zuschaueraufnahmen oder schlechter Perspektiven.

Und in der Tat, was bringt es mir, wenn ich aus nächste Entfernung Ballacks Gesichtsausdruck bei einem Kopfballduell oder dem „Kracher-Frestoss“ kenne, dafür aber nicht weiß, mit welchen Laufwegen und welcher Strategie, sie die Österreicher oder oder morgen die Portugiesen unter Druck setzen wollen?

Auch die Nahaufnahmen im laufenden Spiel werden zu Recht bemängelt. So wird immer wieder während des Angriffs auf eine Halbtotale des Angreifers geschaltet in der man als Zuschauer nicht nachvollziehen kann,ob und welche Abspielstationen sich dem Spieler anbieten. So weiß man nie, obe der Ausruf „Spiel doch ab! jetzt gerechtfertigt wäre oder nicht.

Am ärgerlichsten sind die, auch von der FAZ angesprochenen Aufnahmen von „Folkloristischen Jubels“.

Ich habe kein Problem damit, wenn in einer langweiligen Phase des Spiels die lustigsten Fankostüme, besonders hübsche weibliche Fans oder von mir aus auch unsere Kanzlerin für einige Sekunden den Bildschirm dominieren.

Die Fans im Blick
Die Fans im Blick

Aber bei dieser EM kommt es immer wieder vor, das scheinbar wild in die Menge geblendet wird auf eine x-beliebeige Fangruppe die in dieser eher langweiligen Phase des Spiels genau das zum (Gesichts-)ausdruck bringen und die dann aber plötzlich aufgrund ihrer ebenso plötzlichen Medialen Überpräsenz aufspringen und in die Kamera winken. Das hat etwas von den Kiss-Cams, die vorallem in den USA Einsatz finden, und die die zwei Menschen die im Bild erscheinen auffordert sich doch bitte voraller Augen zu Küssen. Dort beschränkt man dieses Spiel lüsterner Unterhaltung allerdings auf die Pausen.

Interessant ist dieses Faktum auch über die EM hinaus. Mit Blick auf die olympischen Spiele, bei derdas Thema Zensur sicher in ganz anderem Maße eine Rolle spielt, aber auch für unsere heimische Bundesliga. Denn der DFL hätte selbst auch gerne die Regie über seine Fussballspiele und würde ebenso gerne fertig vorgekautes Material an die Sender ausliefern.

Hoffen wir, dass wird bei dieser Fussball Europameisterschaft trotz allem noch einige schöne Szenen zu sehen bekommen.

Sollte das Elend der Deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag allerdings all zu groß werden, darf die UMET aber auch gerne noch ein wenig mehr die Zuschauerränge filmen.

Frühere TV Tipps

Leider sind beim Umzug von sheephunter.de zu netzfeuilleton.de und von b2evolution auf die Blogsoftware WordPress die älteren TV Tipps verloren gegangen. Diese sind aber nach wie vor unter http://sheephunter.de/blogs/index.php/tvtipps/ abrufbar.

Das Halbfinal-Hörspiel. Gelesen Von Bela Rethy. Produziert von der UEFA

„Nur weil es live ist, heisst das nicht, dass wir auch alles sehen“, schrieb ich vor ca. einer Woche. Nun haben wir nicht nur nicht alles, sondern zeitweise gar nichts gesehen, da ein Stromausfall im Übertragungszentrum in Wien zum Bildausfall währrend des Halbfinalspiels zwischen Deutschland und der Türkei führte. Und zwar weltweit, denn schließlich müssen alle ihr Bildsignal direkt von der UEFA beziehen. So steht es in den Verträgen. Und so hätten wir beinahe den 2:2 Ausgleich der Türken verpasst, wenn nicht, ja wenn nicht das Schweizer Fernsehen eine Klausel weniger im Vertrag hätte und die Bilder direkt per Glasfaserkabel bekäme. Das war unsere einzige Rettung und bewahrte uns davor das Spiel als reines Hörspiel genießen zu müssen. Und damit offenbart sich eine ganz andere Problematik, die bei der bisherigen Diskussion um die Weltregie der UEFA, noch viel zu kurz gekommen ist. Was ist im Falle einer Panne? Da sieht die ganze Welt schwarz. Oder Archivbilder, wie zum Beispiel in Frankreich geschehen, wo der Sender TF1 nicht schnell genug auf das Schweizr Signal umstellen konnte. Interesannt ist, dass das ganze theoretisch noch ein Nachspiel für das ZDF haben könnte, denn laut Vertrag sind sie verpflichtet das offizielle Signal, und nur das, der UEFA zu zeigen. In dem nichts zu sehen war. Und übrigens auch wieder nicht der türkische Fan, der zwischenzeitlich das Spielfeld bevölkerte. Diese Panne sollte endgültig allen vor Augen geführt haben, dass es Zeit wäre, sich von der Weltregie zu verabschieden, damit das Zuschauervergnügen und vielleicht sogar der Sport wieder etwas mehr im Vordergrund stehen. Die Erfolgsaussichten dafür sind allerdings äußerst gering. Deswegen können wir nur hoffen, das beim Finale ähnliche Pannen ausbleiben und wir ohne die Schweizer auskommen. Denn das werden wir in Zukunft bei Fussballübertragunge sowieso, denn gestern war die letzte ZDF-Übertragung dieser EM und damit auch des alten Trios aus Urs Meier und Jürgen Klopp und Johannes B. Kerner. In Zukunft wird Ex-Natinaltorhüter Oliver Kahn an der Seite von Kerner die Spiele der Fussballnationalmannschaft kommentieren.
Good Bye Klopp & Meier!

Ich bedanke mich bei Kloppo und Meier für die schönen Fussballerfahrungen.

Klare Dominanz gegenüber Kroatien

Joachim Löw sprach davon, er wolle den Kroaten beim Spiel seinen Stempel aufdrücken. Das ist auch prächtig gelungen und Sheephunter.de/netzfeuilleton.de weiß exklusiv, was auf dem Stempel stand:
macht was ihr wollt
P.S.: Während ello noch davon spricht das Mittelfeld abzuschaffen, machen es die Deutschen einfach…

…und setzen Odonkor und Ballack in der Abwehr ein…