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Netz &

Die Zukunft des Bloggens

Blogs sind mittlerweile über 20 Jahre alt, wobei der genaue Umriss des Begriffs von Anfang an schwierig war und bis heute einem Wandel unterliegt. So ist aus vielem, was einst als persönliches Internettagebuch gestartet ist mittlerweile ein ausgewachsenes Onlinemagazin geworden. Etwas das Blogs jedoch auszeichnete, war die Vernetzung untereinander. Blogs sind mit Schuld oder Ursprung des Web 2.0, das eine höhere Interaktivität mit sich bringt. Doch die Standardblogsoftware und das Setup der meisten einzelnen Blogs ist dabei gleich geblieben:

Eine Homepage auf der ein oder mehere Autoren schreiben und linken. Getrennt von anderen. Ist es doch einerseits etwas sehr schönes eine eigene Anlaufstelle im Netz zu haben über die man die Hoheit besitzt, ist genau dies aber auch der Grund, warum Blogs immer wieder, vor allem hierzulande, gegen eine Mauer laufen, wenn es darum geht ein größeres Publikum zu erreichen. Ja, die Vernetzung untereinander ist über die Jahre sogar zurückgegangen, ein Grund warum die Deutschen Blogcharts seit ihrer jüngsten Wiederbelebung Bloglinks, genannt Trackbacks, nicht mehr erfassen. Der Hinweis auf andere Webpräsenzen hat sich auf andere Netzwerke wie Twitter, Facebook & Co. verlagert. Das heißt Blogs als Technologie haben verschlafen mit dem Schritt zu halten, was sie einst begründete: Die vernetzte, Interaktivität der Social Web. Die Blogosphäre bleibt ein loser Haufen, der es kaum schafft, neue Leser zu erreichen. Ein Blick in die ARD-ZDF-Onlinestudie zeigt, dass Blogs seit 2007 bei einer regelmäßigen Nutzung von um die 2% liegen beziehungsweise stagnieren. Zwar ist das durch die Zunahme der Onlinenutzer insgesamt eine Steigerung, aber ein Abheben sieht anders aus. Was fehlt also Blogs? Dazu lohnt es sich einen Blick auf die Services zu werfen, die immer wieder als Zukunft des Bloggens bezeichnet werden.

tumblr

Tumblr ist im Prinzip eine Weblog Plattform. Doch selbst wenn das aufsetzen eine WordPress-Blogs einfach ist, das erstellen eines Tumblogs ist dagegen ein Kinderspiel. Innerhalb von Sekunden habe ich eine personalisierte Plattform, die es mir mit schönen großen Buttons ermöglicht verschiedene Inhalte zu veröffentlichen. Ein Bild, ein Video, Text, Audio oder ein GIF mit wenigen Klicks. Da hält WordPress mit seinen Kategorien, Menüstrukturen etc. nicht Stand.
Aber noch viel entscheidender ist: Tumblr ist auch ein Social Network. Tumblr lässt mich einfach anderen Blogs folgen und präsentiert mir neue Beiträge zentral in einem Dashboard. Ich kann innerhalb des Netzwerkes Beiträge liken und mit der reblog-Funktion übernehmen. Diese reblog-Funktion macht es unheimlich einfach neue Blogs zu entdecken, es ermöglicht es Beiträgen viral zu gehen und Trends zu setzen, Memes zu generieren. Tumblr ist eine Community, mit vielen Ecken und auch einer Menge schmutzigen, aber es ist sozial, an Stellen an denen sich „normale“ Blogger auf externe Netzwerke wie Facebook und Twitter verlassen müssen, die natürlich immer irgendwo einen Medienbruch bedeuten.
Und mit der Größe, die tumblr inzwischen hat ist klar, dass dort bereits ein Publikum sitzt, während ich für meinen selbstgehosteten Blog dieses erst im Netz auf anderen Plattformen suchen muss.

Medium

Auch Medium.com wird immer wieder als Zukunft des Bloggens beschrieben und Twittergründer Evan Williams hat die Seite auch unter dieser Ansage gelauncht. Dabei verfolgt auch Medium.com den Aspekt des „publikumsmitbringen“. Medium.com ist dabei nicht für jeden offen, sondern öffnet seine Schreibfunktion nur für etablierte Schreiber und auf Empfehlung. Das sorgt für Qualität auf der Seite und bringt Publikum. Auch hier ist der Soziale Aspekt mit gedacht: Texte werden empfohlen und bekommen dadurch mehr Sichtbarkeit auf der Seite. Ausserdem werden Geschichten in thematische Sammlungen sortiert, die es einem ermöglichen zu einem Thema Artikel zu verfolgen. Von verschiedenen Autoren. Und die Seite ist einfach schön, was man von vielen Blogs da draussen auch nicht behaupten kann <ref>Da nehmen, ich dieses Blog nicht mal aus, aber ich sitze an einem Redesign.</ref> Auߟerdem ebenfalls einfach zu bedienen, es beherbergt der ersten wirklichen WYSIWYG-Editor in dem man Texte direkt auf der Anzeige-Seite bearbeitet und schreibt.

Youtube

Bereits auf der re:publica 2011 bezeichnete Sascha Pallenberg Youtube als die Zukunft des Bloggens. 70% seiner Einnahmen macht Sascha, der eigentlich das Blog mobilegeeks.com/de betreut, über seinen Youtube-Kanal. Was uns gleich zu einem Punkt führt, der bei Youtube im Gegensatz zu klassischen Blogs funktioniert: Das Geschäftsmodell. Bei den Blogs hat mit netzpolitik.org eines der größten Probleme sich zu refinanzieren, auf der anderen Seite gibt es bereits etliche Youtuber, die von ihren Videouploads leben können. Ich würde mal schätzen in Deutschland können das mehr Youtuber als Blogger. Woran liegt das? Während AdSense auf den meisten Webseiten nur ein paar klägliche Cents einbringt, funktionieren die Werbeformen auf Youtube wesentlich besser mit mehr Klicks auch und vor allem weil Youtube hier sehr aktiv vermarktet und das Modell pusht. Natürlich ist der Weg auch hier lang und hart und kein einfacher, aber die Metrik stimmt dennoch. Bei jeweils 5000 Aufrufen auf Blog und meinen zwei Youtube-Kanälen haben die Youtube Kanäle in den vergangenen 30 Tagen fast das 2000fache an Einnahmen erzielt. Das klingt exorbitant in Wirklichkeit sind es auch nur Cent-Beträge, aber es zeigt den Maßstab.

Darüberhinaus erfüllt Youtube auch die Kriterien der obengenannten Dienste: Es ist eine Community mit Optionen zum weiterverbreiten, man kann Kanäle abonnieren und bekommt dann mit, was es neues gibt und es gibt ein riesiges Publikum.

Und die „normalen“ Blogs?

Das wichtigste Netzwerk der meisten Blogger ist wohl immernoch Twitter um ihre Beiträge zu verteilen, als zentrale Hub dient irgendwie rivva. Wobei rivva glaube ich im Publikum recht abgeschlossen ist und selten neue Blogs hinzukommen. Was nicht das Problem von Rivva ist, der Algorithmus bildet ja nur, wie die Blogger verlinken. Und das bringt uns zu dem Punkt, denn ich auch schon mit meinem Artikel „Die Netzgemeinde und die verlorene Youtubegeneration“ versucht habe auszusagen: Man erreicht wenig Publikum, dass übr die eigene Blase hinausgeht.

Auch habe ich den Eindruck, dass die Blogger insgesamt untereinander schlecht und nicht ausreichend vernetzt sind. Ein spannendes Projekt von Daniel Rehn und Luca Hammer versucht das gerade das zu Ergründen, in dem möglichst viele Blogger Deutschlands in einer Facebook Gruppe zusammenkommen, um dann die Vernetzungen untereinander zu visualiseren. Aber auch das Sharing untereinander könnte besser sein. Das ist eine alte Kritik, dass oben mit den Deutschen Blogcharts schon angesprochen wurde.

Von Youtube-Netzwerken lernen

Auch hier könnte Youtube ein Vorbild sein: Dort gibt es Netzwerke, die zwar auch vor allem der Vermaktung dienen, aber nebenher betreiben sie auch Cross Promotion und pushen sich gegenseitig mit Gastauftritten und Verlinkungen. Ein Vorbild für die Blogosphäre? Hier gibt es bislang nur Werbenetzwerke wie Populis oder AdVice. In Bereich der Modeblogs gibt es zumindest Facebookgruppen, die sich abstimmen und gemeinsame Artikelstrecken planen. So was könnte man doch auch für andere Blogs tun, oder? Und so gegenseitig sich dem Publikum der anderen vorstellen und sich helfen. Ich habe ja Ende des letzten Jahres das Netzfeuilleton-Blognetzwerk gestartet, dessen einziger Grund am Anfang nur war, das Skisprungblog und micropayme.de zu starten, aber ich denke gerade darüber nach das in diese Richtung zu erweitern. Wäre das was?

Auf zu neuen Ufern

Mit Google Reader ist auch eine der zentrale Anlaufstellen weggefallen in denen alle Blogs zusammenliefen. Ja, es gibt andere RSS-Reader, aber seien wir ehrlich: Das hat sich nie wirklich durchgesetzt. So genial RSS ist, es ist einfah zu geeky. Eigentlich wäre es doch schön, wenn man einen zentralen Ort hätte, an dem man all die Blogs lesen kann, die man möchte. Neue, interessante Vorschläge bekommt etc. Ähnlich eben dem tumblr Dashboard oder dem Youtube-Abostream. Sicher ist das nur ein erster Gedanke und auch nochmal Raum für einen weiteren Artikel. Deswegen stoppe ich jetzt hier erstmal mit meinen Gedanken und bin gespannt auf eure Einwürfe und Vorschläge, wie man Bloggen erneuern, erweitern und zu neuen Ufern führen kann.

Abschließend nochmal als Klarstellung: Ich bin nicht gegen den selbstgehosteten Blog, im Gegenteil. Ich sträube mich ja selbst einen tumblr zu eröffnen und regelmäßig zu befüllen und nach dem Aus von posterous habe ich erst recht lieber alles unter Kontrolle. Aber die Dezentralität bringt eben immer auch Nachteile mit sich. Und ich mache mir eben Gedanken wie man die Lücken etwas überwinden und näher zusammenrücken kann, nicht mehr und nicht weniger.

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morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: DroSseL, Internetberühmt werden, Bloggen & Geld verdienen

Schon wieder Dienstag? Also gut, hier sind sie, die morgenlinks. Diesmal besonders spannend.

Drosselung: Telekom ändert Tarifstruktur fürs Festnetz

(stadt-bremerhaven, Caschy)
Vom bestätigten Grücht zur schnellen Umsetzung: Die Telekom will tatsächlich die Drosselung ihrer DSL Festnetztarife einführen. Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s sollen beispielsweise ab 75 GB Volumen erlahmen. Fast schlimmer ist aber noch, dass die eigenen Dienste wie T-Entertain von dieser Messung ausgenommen werden. Auf Nimmerwiedersehen, Netzneutralität.

Hier noch der schöne Song von Mobile Macs „Funktional Kaputt“ und die Neuigkeit, dass die Telekom mit dieser Änderung natürlich nicht lange alleine bleibt, sondern Vodafone gleich hinterherzieht. (Kartellamt, Tarifabsprachen anyone?) Update: Angeblich will Vodafone sich dem Shitstorm doch noch nicht aussetzen und plant keine Volumengrenzen.

How to become internet famous for $68

(qz.com, Kevin Ashton)
Ein bisschen Internetbrühmheit gefällig? Schnell ein paar Follower gekauft, auf einer Wikipedia-Seite behauptet man halt erfolgreich Vorträge und schrübe Bücher und zack, ist man mittendrin im erfolgreichen Internetberatervolk. Das zeigt ein schönes Experiment von Kevin Ashton, der die Kunst Figur Santiago Swallow erschaffen hat und ihr ein bisschen Internet Fame zu kommen lies.

Die schönsten Kommentare zum Thema Crowdfinanzierung

(netzpolitik.org, Markus Beckedahl)
Netzpolitik.org macht derzeit jeden Monat 4.000,- Miese und versucht jetzt das ganze über Spenden wieder reinzubekommen. Spenden kann man hier, einen ersten Zwischenstand gibt es hier und oben die dämlichsten Kommentare dazu. Netzpolitik verdient es wirklich unterstützt zu werden, bei dem Engagement mit dem sie Themen bearbeiten und aufarbeiten, das leistet kein anderes Medium.

Geld verdienen mit Galgenhumor

(Zeit Online, Tobias Jochheim)
Täglich neu durchforstet Stefan Sichermann die Nachrichten um sie dann gezielt und gekonnt satirisch aufs Korn zu nehmen. Mit Erfolg „Der Postillon“ sammelt unter jedem seiner Artikel tausende Likes und der Satiriker kann inzwischen davon Leben und denkt über eine weitere Expansion nach.

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Flimmern & Sehen

Netzsehen: True Facts about Drug Commercials

Sonntag, genau richtig um sich etwas Berieseln zu lassen. Und da es ja heute nicht immer der Fernseher sein muss, sondern Youtube viel bessere Unterhaltung bietet gibt es Netzsehen – Die Show in der Alex Boerger und ich sehenswerte Youtube-Kanäle und Videos vorstellen und drüber quatschen. Setzt euch mit uns auf Sofa und genießt sehenswerte Videos.

Diesmal mit zwei Klassiker: ZeFrank, dem Godfather des Videobloggens und seiner Serie „True Facts…“ und JonLaJoie der Meister der Songparodien und Werbespotverarschen. Einfach Play drücken und die Playlist schauen:


[Direktyoutube]

Bild: Screenshot Montage

Alex Boerger auf Youtube und Twitter. Ich auf Twitter und der Youtube-Kanal dazu.

Wie gefällt euch die Show? Findet ihr es praktisch einen kleinen Wegweiser durch den Youtube-Dschungel zu haben? Wenn ja, teilt das hier doch gerne weiter. Ausserdem könnt ihr uns sagen, welche Videos und Kanäle es sich noch lohnt zu schauen oder in einer der nächsten Episoden vorzustellen.

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Video

Forever Alone, LVL: Imaginary Girlfriend

Ragefaces sind überall, besonders beliebt dabei das Forever Alone Gesicht, für all diejenigen, die das Gefühl haben nie den passenden Partner zu finden. Und dann gab es da noch den Football-Spieler Manti Te’o, der behauptete seine Freundin sei gestorben, dabei hat sie eigentlich überhaupt nie existiert. Was machte das Internet daraus? #Teoing – Das Niemanden in den Arm nehmen. Und wir haben bei YouJustdon’tDo das alles genommen und daraus ein Video mit mir und meiner imaginären Freundin gemacht. Viel Spaß.

Bei YouJustDon’tDo bringen wir wöchentlich neue Videos, abonnieren kann man uns auch. Ausserdem ist eines unserer Videos im Rennen um den deutschen Webvideopreis und man kann uns unterstützen, indem man per Share für uns abstimmt.

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morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: Schlau Prokrastinieren, Clay Shirky & ein Topf voll Gold

Diese Woche wieder die Morgenlinks im Bewegtbild und mit folgenden Geschichten:

„There is no news industry“

(theeuropean-magazine.com, Clay Shirky)
Clay Shirky spricht über die Nachrichtenindustrie, ihre Disruption und wie schwer sich Institutionen damit tun, sich zu verändern oder anzupassen.

The easiest way to get people in institutions to do interesting new things is for that institution to go bankrupt and for those people to change jobs.

Das ist nur eines der interessanten Zitate, da steckt aber noch viel mehr drin.

 

„Putin ist ständig ausgewichen“

(rp-online.de)
Als Nachklapp zu letzter Woche: Jörg Schönenborn verteidigt die Strategie in seinem Putin Interview und weißt zum Beispiel auch Vorwürfe zurück er habe unbedingt vor die Kamera gewollt:

WDR-Korrespondentin Ina Ruck ist tief im Thema und spricht im Gegensatz zu Ihnen Russisch. Muss ein Staatschef-Interview zwingend der Chefredakteur selbst führen?

Jörg Schönenborn Es war unser Wunsch, auch mein Wunsch, dass Ina Ruck dieses Interview führt. Das Presseamt hat aber aus Protokollgründen auf einem Chefredakteur als Interviewer bestanden. Das ist ja auch in westlichen Demokratien nicht unüblich. Deshalb haben wir uns darauf eingelassen.

Top voll Gold

(topfvollgold.de, Mats Schönauer & Moritz Tschermak)
Zwei Studenten gehen mit ihrem Watchblog dorthin, wo es selbst dem Bildblog zu absurd wird. Den jenseits der BILD gibt es noch mehr Mist, den der Bauer schaufelt und mit dem der Bauer Verlag scheffelt. Ein Topf voll Gold steigt in die Tiefen des Boulverads hinab von Publikationen wie „die aktuelle“, „Freizeit Revue“ etc.  und ist dabei sehr unterhaltsam. Siehe dazu auch Stefan Niggemeiers „Die aktuelle“-Bingo.

 

The Internet

(collegehumor.com)
Das ganze Internet in einem Bild? Na zumindest 100 Meme und mit einer Hin-und-Herschalt-Funktion kann man raten und schauen, wie viele man kennt.

 

The complete guide to procrastinating at work

(qz.com, Anna Codrea-Rado)
Intelligente Menschen prokrastinieren schlau. Moment, das geht? Ja, Prokrastinieren kann einen Zweck erfüllen.

The Creativity Research Journal studied the working habits of a particularly intelligent group of people, winners of the Intel Science Talent competition. They found the group procrastinated productively. Some used procrastination as a trigger for a helpful amount of stress needed to ignite positive action. Others saw it as a “thought incubator”: They put off making a decision because they wanted to fully process it before finding a solution.

Ich stelle das auch bei mir fest, dass ich zwar sinnlose Dinge tue, aber dabei im Hintergrund meine eigentlich Aufgabe verarbeite oder auf neue Ideen komme. Wie sieht das bei euch aus?

Achso, für das am Ende erwähnte „Bild Unboxing“-Video kann man übrigens hier mittels Sharing abstimmen.

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Musik

Schönes Wetter, schöne Musik

Mein Kumpel Andi hat endlich, nach Jahren mal wieder seine Plattenteller aus dem Keller geholt. Als ich ihn letztens besucht habe war es ein echter Flashback in den alten Plattenkisten zu wühlen, in Erinnerungen zu schwelgen und sich über neue Tracks auszutauschen. Dann durfte ich noch erleben, wie er am Abend nur mit einem iPhone bewaffnet die Leute im Club dazu brachte von ihren Loungesofas aufzustehen und sich zu bewegen. Deshalb freue ich mich umso mehr, das er jetzt Mixes auf soundcloud raushaut. Passend zum Wetter tragen die den Titel Frühlingsmusik 2013, wer also bei dem Wetter lust hat auf entspannten Deep House mit Florian Paetzold, Nico Pusch, Fennec&Wolf schön zusammengemischt lausche hier:

Bild:  Some rights reserved by Pink Sherbet Photography

Ich muss jetzt weiter hier im Café meinen Iced Capuccino schlürfen.

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Video

#Bloggercamp-Hangout: Netzpolitische Provinz

Nachdem ich am Montag Abend beim Digitalen #Quartett per Hangout zu Gast war, bin ich heute bei #Bloggercamp zu Gast. Der Livestream geht um 18:30 Uhr los und danach gibt es hier die Aufzeichnung:

Moderieren tun das ganze Hannes Schleeh und Gunnar Sohn.

Links über die wir sprechen:

 

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Netz &

Kostenpflichtige Facebook-Nachrichten: Aufregung statt Aufklärung

„Facebook will Geld für Nachrichten verlangen“. Was für eine Schlagzeile, die muss man ja bringen. Tut man auch, zum Beispiel bei der Süddeutschen. Allein, die Schlagzeile ist zwar nicht ganz falsch, aber auch weit entfernt von richtig.

In der Tat experimentiert man bei größten sozialen Netzwerk der Welt mit Geldbeträgen für Nachrichten an nicht befreundete Personen. Erstes Beispiel war Mark Zuckerberg selbst: Wenn man direkt in den Posteingang des Facebook-Gründers wollte sollte das 100$ kosten. Und hier ist der entscheidende Unterschied: Es geht nur um Nachrichten an Nicht-Freunde, die direkt in den normalen Posteingang sollen. Schreiben kann man weiterhin allen kostenlos. Den Freunden sowieso, bei allen anderen landen Nachrichten im Ordner „Sonstiges“. Von der Existenz dieses Ordners wissen die Wenigsten und selbst die ihn kennen schauen maximal alle paar Monate mal hinein.  

So deutlich schreibt das die Süddeutsche nicht. Anstatt das Konzept der normalen und sonstigen Nachrichten von Freunden und Nicht-Freunden zu erklären, erwähnt sie in einem komplizierten Nebensatz:

Noch wichtiger könnte nur die Frage sein, warum Facebook-Nachrichten für manche Menschen überhaupt plötzlich Geld kosten, solange sie die Nachricht nicht an ihre Freunde richten, sondern an Menschen außerhalb ihres digitalen Freundeskreises, zum Beispiel an Personen des öffentlichen Lebens.

Das war’s, der Rest des Artikels dreht sich darum wieviel nun Nachrichten an welche Promis kosten sollen. Warum?

Heute in den Morgenlinks brachte ich noch als Witz getarnt den Spruch, dass sich in Deutschland der Versuch Viralität zu erreichen darauf beschränkt, Ansgar Heveling einen schlechten Kommentar schreiben zu lassen, um anschließend auf die aufgebrachte Menge zu setzen. Wie das mit Witzen aber so ist, werden sie oft schneller als man denkt von der Realität eingeholt. Denn natürlich ist klar, dass die Nachricht: „Facebook Nachrichten kosten Geld“ sich wie ein Lauffeuer unter den desorientierten Nutzern verbreiten muss. Schließlich ist das Gerücht so alt wie Soziale Netzwerke: Schon bei StudiVZ ging im Wochenrhythmus die Rundmail rum, man müsse jetzt diese Nachricht weiterleiten, sonst würde die Plattform Geld kosten und auch auf Facebook hält sich das Gerücht hartnäckig. Man muss also von Kalkül ausgehen, wenn die Süddeutsche in ihrem kurzen Bericht, das nicht eindeutig klarstellt. 2.700 Weiterempfehlungen auf Facebook können ja erstmal nicht irren. Ob das aber langfristig eine gute Strategie ist die eigenen Leser in die Irre zu führen, anstatt aufzuklären?

Wie es besser geht zeigt zum Beispiel das Fachblog allfacebook.de. Gleich im zweiten Absatz stellt man dort klar:

Bevor jemand in Panik verfällt: Natürlich bleiben Nachrichten auf Facebook kostenlos, natürlich bleibt auch Facebook kostenlos. Mit den Freunden kann jeder wie gewohnt kommunizieren denn hier bleibt alles beim Alten. Dieses Feature ist ein Test und betrifft nur die Kommunikation von normalen (privaten) Facebook Profilen mit Nicht-Freunden. Facebook Seiten sind davon ebenfalls nicht betroffen.

Das ist ein Grund, warum ich mich gerade bei Technikthemen immer mehr auf vertrauenswürdige Blogs verlasse, als auf die Onlineableger vermeintlicher Qualitätsmedien.

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Netz &

Digitales Quartett #26: Generationen im Netz u.v.m.

Gestern Abend war ich spontan noch beim Digitalen Quartett zu Gast, einer Talkshow rund um Netzthemen, in der der Satz „Dazu wollte ich noch was bloggen.“ etwas ganz normales ist. Ausgangspunkt war mein Post über die Generationengrenze im Netz und das die Jungen sich vor allem auf Youtube rumtreiben. Über die virale Kraft von BuzzFeed sprachen wir auch noch und später kam dann noch Martin Delius von den Piraten dazu und es ging um Bildungspolitik, das Datenmining von Bertelsmann an Schulen und die fehlender Schwarmintelligenz der Piraten. Wer eine Stunde Zeit hat kann ja mal reinschauen, ich glaube es ist ganz kurzweilig geworden.

Das Digitale Quartett kommt von Ulrike Langer, Richard Gutjahr, Thomas Knüwer und Daniel Fiene (der diesmal leider gefehlt hat) und gibt es jeden Montagabend um 21.00 Uhr live in diesem Internet. Hier gibt es auch noch die in der Sendung versprochenen Links.

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Bewegen & Beschäftigen Viralität

Morgenlinks: Putin Interview Fail, Buzzfeed Win, Medium Trending!

Nach meinem viel rezipierten Artikel gestern zur fehlenden Anbindung der Netzgemeinde™ an Youtube dachte ich mir: Nicht nur Reden, sondern auch machen und habe mir für die morgenlinks gleich mal gedacht: Warum nicht das auch mal im Bewegtbildformat spielen? Mit dem Ergebnis bin ich noch nicht 100% zufrieden, aber ich freue mich auf Feedback dazu.

Putin führt WDR-Mann Schönenborn vor: „Wie heißen Sie?“

(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)
Großkündigte die ARD ihr Interview mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin an, um dann zu sehen, dass man den gewieften Staatsmann eben nicht so einfach vorführen kann, sondern umgekehrt Putin WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn alt aussehen ließ. Auf diverse Gegenfragen Putins wusste der Journalist keine Antwort. Der höhepuntk wohl als Putin fragt, wie er denn überhaupt heißt.

„Wie heißen Sie?“
„Jörg Schönenborn.“
„Gut Jörg, ich werden Ihnen das jetzt erklären…“

Das Interview auf Youtube anschauen.

Does BuzzFeed Know the Secret?

(nymag.com, Andrew Rice)
BuzzFeed wächst immer weiter und wird von immer mehr als leuchtender Stern am Medienhimmel wahrgenommen. Das Gehmenis? Man weiß was viral wird. In Deutschland ist von diesem viralen Wissen noch wenig angekommen. Hier beschranken sich Medien darauf Ansgar Heveling einen minderwertigen Gastbeitrag schreiben zu lassen, der dann eine Twitterempörungsrunde dreht. Vielleicht hilft ja das ausführliche Protrait des NYMag etwas von diesem Wissen zu vermitteln.

(via Ulrike Langer)

A Place for Sharing Ideas and Stories

(teehanlax.com)
Medium.com ist das neuste Produkt von Twittergründer Evan Williams, das schon vor einer Weile an den Start ging und die Zukunft des Bloggens sein soll. Wie und wo Bloggen in Zukunft sein könnte, dazu will ich hier auch bald noch mal was schreiben, aber der oben verlinkte Blick hinter die Kulissen ist äußerst spannend. Er zeigt die Entscheidungs- und Arbeitsprozesse in einem guten finanzierten US-Startup. Dazu ist der Artikel noch schön designed, mit allerhand bewegten unter interkativen Elementen. Schon allein dafür lohnt es sich mal durchzuscrollen.

 

BlogBonus: Life In Your Early Twenties Vs. Your Late Twenties

(Buzzfeed.com, Jessica Misener)
Also Bonus für die Blogleser: Warum die ganze Zeit nur über BuzzFeed reden und nicht auch mal etwas Anschauungsmaterial? Hat alles was ein virales Ding braucht: Spricht eine breite Maße an, die sich damit indentifzieren kann und hat jede Menge animierte GIFs.