Kategorien
Bewegen & Beschäftigen morgenlinks

Die Tagesschau, Merkel betritt Neuland, Umfragewerte der SPD

Willkommen bei den morgenlinks:

Warum #Neuland gefährliches Neusprech der Kanzlerin ist

(nerdcore, Rene Walter)

Einerseits kann man zwar sagen, dass die Kanzlerin irgendwo fast Recht hat: Ja, das Internet ist für viele Neuland, viel ist immernoch nicht beantwortet und auch die Digitale Avantgarde weiß nicht bei allem Rat und wohin genau sich dieses Internet in Zukunft entwickeln wird. Aber das ist nicht, was die Kanzerlin aussagen wollte, viel mehr verbirgt sich hinter ihrem Ausspruch, wie Rene richtig feststellt, ein gefährlicher Neusprech.

„Sie verwendet das Wort ‚Neuland‘ an dieser Stelle als Neologismus für den alten und lange widerlegten Spruch ‚Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein‘, das neue Land als rechtsfreier Raum.“

Warum wir eine neue „Tagesschau“ brauchen

(ulmen.tv, Peer Schader)
Mir selbst, und ich betrachte mich nicht als uninformiert, geht es so, dass ich immer weniger sagen kann aus welche Quelle ich eigentlich meine „Fakten“-Nachrichten nehme, aber ich verlasse mich sehr stark auf einzelne Personen mit Expertenwissen in einzelnen Feldern, deren Einschätzung ich dann regelrecht entgegen fiebere. Nicht, dass ich diese dann zwangsläufig übernehme, sondern mich dann gerne daran reibe, aber es hilft mir sehr meine Weltsicht zu formen. Ich glaube auch, dass in einer immer komplexeren Welt sich diese immer schlechter in wenigen Fakten in 01:30 darstellen lässt.

Forsa, das Institut mit dem Umfrage-Schock-Generator

(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Die SPD stürzt unter 22%! Was eine Meldung! Damit ist die Bundestagswahl ja quasi entschieden! So zitiert das zumindest das Gros der Medien, dass das nur eines von vier Umfrageinstituten so sieht – geschenkt! Das dieses Institut die SPD konsequent schlechter bewertet hat Stefan Niggemeier auf. Die einzige Zeit in der de SPD konsequent besser da stand, war übrigens die in der Zeit von Gerhard Schröder. Sessen Intimus war zufällig der Institutschef con Forsa.

Die morgenlinks gibt es jetzt auch als newsletter, das heisst man kann sie bequem in seinem eMail-Postfach lesen. Kommt einmal die Woche, spamt nicht und ist spannend. Einfach hier eintragen:


Kategorien
Bewegen & Beschäftigen Netz & Youtube News & TV 2.0

Die Drosselkom auf Youtube

David und ich haben für netzpolitik.org einen Gastbeitrag zur Telekom Drosselung auf Youtube geschrieben. Diesen wollen wir auch hier abbilden.

Die YouTube-Community und Ihr Verhältnis zu netzpolitischen Themen bleibt ein weiterhin spannendes Thema. Bei ACTA fiel zum ersten Mal auf, dass sich hier eine von den Netzaktivisten bislang eher belächelte Gruppe im Netz tummelt, die sich durchaus für relevante Themen begeisterten lässt und durch ihre Stars enormes Aktivierungspotential bietet. Doch immer deutlicher zeigt sich, dass die Schnittmenge zwischen Youtubern und Netzgemeinde nur gering ist. Hier entsteht gerade ein neuer Generationen-Gap: eine große Zahl junger, spaßorientierter Youtuber hier, eine verhältnismäßig kleine Schar älterer, verkopfter Netzpolitiker dort.

Umso wichtiger mal zu schauen, ob denn ein – auch für die Youtuber – so wichtiges Thema wie überhaupt bis in der YT-Community vordringen konnte und wenn ja, wie die Pläne der Telekom dort diskutiert werden.

Wir selbst haben für den Kanal “YoujustDontDo” ein Aufklärungsvideo gemacht, das sich in erster Linie auf die Pläne zur Bandbreitenbegrenzung beschränkt. Unsere Botschaft: Drosselung trifft jeden! Inzwischen nutzt praktisch jeder datenintensive Dienste wie Skype, Onlinegames oder eben einfach YouTube und so betrifft die Einführung eines Downloadlimits weit mehr Nutzer als nur die “heavy user”. Unser Video ist ganz bewusst den Sehgewohnheiten der jungen Generation angepasst: Effekte, schnelle Schnitte, Humor und eine stark vereinfachte Botschaft. Denn das Ziel unseres Videos ist es, zunächst einmal Aufmerksamkeit für das Thema zu erreichen.

 


Was machen die “großen” auf YouTube mit dem Thema Drosselkom?

SemperVideo, die sich insgesamt viel mit Themen rund um das freie Netz beschäftigen, haben unter SemperCensio gleich eine dreiteilige Videoreihe veröffentlicht. Dort beschäftigt man sich vor allem mit der Gefährdung der Netzneutralität durch die Pläne der Telekom. Und als naheliegendes Beispiel diskutiert man hier natürlich die Forderung der Telekom an YouTube, für ungedrosselte Videozugänge doch einfach was zu zahlen.

 

Das gleiche Thema griff auch Mr. Trashpack auf, der mit seinen wöchentlichen YouTube-News 150.000 Abonnenten erreicht. Er fasst die Konsequenzen für die YouTube-Nutzerschaft so zusammen:
“Das wäre für Leute, wie uns Youtuber, besonders … alter what the Fuck, das ist der größte Abfuck ever.”
Außerdem würde die Telekom die Schuld an der angeblichen Netzüberlastung auf Heavy-User und damit indirekt auf die YouTube-Nutzer abwälzen. Die Forderungen der Telekom gegenüber YouTube werden erwähnt, in ihren negativen Auswirkungen jedoch nicht erklärt. Für den unbedarften Nutzer mag es daher zunächst einmal vorteilhaft klingen, wenn YouTube Geld an die Telekom zahlt, statt man selbst.

Auch YouTube-Star LeFloid, der aktuell über 600.000 Abonnenten zählt, hat sich dem Thema in seiner Show “LeNews” angenommen: “MÖRDER FACEPALM – Internet ist ausverkauft…”, versucht er das Thema auf seine gewohnt humoristische Weise den Menschen nahe zu bringen. Der Themenkomplex Netzneutralität wird nicht erwähnt.

Was zeigt uns also dieser kurze Blick in die Welt von YouTube?

Das Thema Internetdrosselung hat ein enormes Potential zu mobilisieren, schließlich sind 46% der Breitbandnutzer Telekomkunden. Doch der Komplex Netzneutralität bleibt wenig verbreitet und scheint schwer vermittelbar. Wollen wir die junge Generation langfristig für Netzthemen begeistern, so müssen dringend Erklärstücke und Narrative folgen, die es schaffen, die Konsequenzen einfach und schnell verständlich zu machen.

Aber mit Humor!
Denn die jungen Generation ist hier eine ganz andere Sprache gewohnt. Netzcomedians wie Ytitty wissen das – und binden mit ihren Videos Millionen. Immer häufiger wenden sie sich auch ernsteren Themen zu, wie beispielsweise der GEZ (neudeutsch: Beitragsservice). Dabei haben die YouTuber eine Sprache gefunden und Formate entwickelt, mit denen sie auch ernste Themen lustig, teilweise klamaukig, an eine jüngere Zielgruppe verständlich vermitteln können. Die Space Frogs haben es beispielsweise mit ihrem Video zu ACTA vorgemacht.

Sicher: Durch die starke Vereinfachung fallen viele Details hinten runter. Doch gerade die etablierten Netzaktivisten können hier noch eine Menge lernen wenn es darum geht, für ein Thema zu sensibilisieren, Bewusstsein zu schaffen und zu mobilisieren. Gerade daran ist die “Netzgemeinde” zuletzt beim Leistungsschutzrecht grandios gescheitert.

Und die Zeit drängt: Wenn die Telekom es schafft, mit weiteren Beschwichtigungen und Abmilderungen (wie z.B. “echte Flatrate”-Zusatztarifen) die Empörung bezüglich der Drosselung abzuschwächen, dann verpufft auch die Möglichkeit, das sperrige aber wichtige Thema der Netzneutralität in den Vordergrund zu rücken. Und das vor allem bei einer hochgradig vernetzten, jungen Generation, die einfach nur die richtige Ansprache bräuchte.

Bild: netzpolitik.org

Mehr…

Kategorien
morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: HuffingtonPostDE, KreativesTvDE, FunnyPresidentUS

Schon wieder eine Woche rum? Zeit für die Morgenlinks:

Die Huffington Post attackiert den deutschen Internetmarkt

(faz.net, Jan Hauser)
Lange war es angekündigt, nun scheint die HuffingtonPost mit der Tomorrow Focus AG (Burda) endlich einen Verlagspartner für den Deutschlandstart gefunden zu haben. Nur, braucht das hier wer? Woher sollen eigentlich die ganzen Gratisblogger hierzulande kommen? Und warum braucht Tomorow Focus überhaupt die HuffPo, kann man das nicht auch alleine machen?
Die restliche Verlage dürfte es nicht freuen, eine weiteren Konkurrenten zu bekommen, der günstig Inhalte erstellt, arbeiten sie doch gerade daran Bezahlstrategien zu entwickeln.

Die ganze Vielfalt des deutschen Fernsehens – in Sendungstiteln

(ulmen.tv, Peer Schader)
Aus dem RTL-Erfolg „Mitten im Leben“ wird bei Sat.1 der Flop „Pures Leben – Mitten in Deutschland“ und auch sonst zeigen sich die deutschen Fernsehmacher nicht gerade kreativ, wie diese schöne Liste zeigt. Fast schade, dass damals aus “Peng! Die Westernshow”, “Aloha! Die Südseeshow”, “Schlotter! Die Gruselshow” und “Holldiröh! Die Alpenshow” nicht viel geworden ist, sonst hätten die auch noch wunderbar in die Liste gepasst.

 

President Obama at 2013 White House Correspondents‘ Dinner

(Youtube.com)
Jedes Jahr versammelt das Weiße Haus die politischen Korrespondenten zu einem Dinner un lässt einen Comedian sprechen, wobei sich schon in den letzten Jahren gezeigt hat, dass der Präsident dabei meist der bessere Comedian ist. So präsentierte er auch dieses Jahr zum Beispiel den Trailer zu Steven Spielberg’s Obama. In Deutschland undenkbar, nicht nur wegen der Politiker, sondern auch weil Journalisten dafür sorgen, dass dadurch das man jedes Wort rumdreht Politiker ihren letzten Humor verlieren. Siehe Peer Steinbrück.

 

Mehr…

Kategorien
TV Tipp Youtube News & TV 2.0

Netzsehen: Frauen auf Youtube

Alex Boerger und ich schauen uns wiedermal spannende Youtube-Videos an, diesmal in einer speziellen Folge mit Frauen auf Youtube:

Die Kanäle im Video sind einmal die Kahn Academy auf deutsch und Hannah Harto mit MyDrunkKitchen. Ausserdem haben wir einmal paar mal RocketBoom angesprochen.

Alex Boerger findet ihr auf Youtube hier und mich hier und hier.

Kategorien
morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: DroSseL, Internetberühmt werden, Bloggen & Geld verdienen

Schon wieder Dienstag? Also gut, hier sind sie, die morgenlinks. Diesmal besonders spannend.

Drosselung: Telekom ändert Tarifstruktur fürs Festnetz

(stadt-bremerhaven, Caschy)
Vom bestätigten Grücht zur schnellen Umsetzung: Die Telekom will tatsächlich die Drosselung ihrer DSL Festnetztarife einführen. Tarife mit Geschwindigkeiten bis zu 16 Mbit/s sollen beispielsweise ab 75 GB Volumen erlahmen. Fast schlimmer ist aber noch, dass die eigenen Dienste wie T-Entertain von dieser Messung ausgenommen werden. Auf Nimmerwiedersehen, Netzneutralität.

Hier noch der schöne Song von Mobile Macs „Funktional Kaputt“ und die Neuigkeit, dass die Telekom mit dieser Änderung natürlich nicht lange alleine bleibt, sondern Vodafone gleich hinterherzieht. (Kartellamt, Tarifabsprachen anyone?) Update: Angeblich will Vodafone sich dem Shitstorm doch noch nicht aussetzen und plant keine Volumengrenzen.

How to become internet famous for $68

(qz.com, Kevin Ashton)
Ein bisschen Internetbrühmheit gefällig? Schnell ein paar Follower gekauft, auf einer Wikipedia-Seite behauptet man halt erfolgreich Vorträge und schrübe Bücher und zack, ist man mittendrin im erfolgreichen Internetberatervolk. Das zeigt ein schönes Experiment von Kevin Ashton, der die Kunst Figur Santiago Swallow erschaffen hat und ihr ein bisschen Internet Fame zu kommen lies.

Die schönsten Kommentare zum Thema Crowdfinanzierung

(netzpolitik.org, Markus Beckedahl)
Netzpolitik.org macht derzeit jeden Monat 4.000,- Miese und versucht jetzt das ganze über Spenden wieder reinzubekommen. Spenden kann man hier, einen ersten Zwischenstand gibt es hier und oben die dämlichsten Kommentare dazu. Netzpolitik verdient es wirklich unterstützt zu werden, bei dem Engagement mit dem sie Themen bearbeiten und aufarbeiten, das leistet kein anderes Medium.

Geld verdienen mit Galgenhumor

(Zeit Online, Tobias Jochheim)
Täglich neu durchforstet Stefan Sichermann die Nachrichten um sie dann gezielt und gekonnt satirisch aufs Korn zu nehmen. Mit Erfolg „Der Postillon“ sammelt unter jedem seiner Artikel tausende Likes und der Satiriker kann inzwischen davon Leben und denkt über eine weitere Expansion nach.

Kategorien
morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: Schlau Prokrastinieren, Clay Shirky & ein Topf voll Gold

Diese Woche wieder die Morgenlinks im Bewegtbild und mit folgenden Geschichten:

„There is no news industry“

(theeuropean-magazine.com, Clay Shirky)
Clay Shirky spricht über die Nachrichtenindustrie, ihre Disruption und wie schwer sich Institutionen damit tun, sich zu verändern oder anzupassen.

The easiest way to get people in institutions to do interesting new things is for that institution to go bankrupt and for those people to change jobs.

Das ist nur eines der interessanten Zitate, da steckt aber noch viel mehr drin.

 

„Putin ist ständig ausgewichen“

(rp-online.de)
Als Nachklapp zu letzter Woche: Jörg Schönenborn verteidigt die Strategie in seinem Putin Interview und weißt zum Beispiel auch Vorwürfe zurück er habe unbedingt vor die Kamera gewollt:

WDR-Korrespondentin Ina Ruck ist tief im Thema und spricht im Gegensatz zu Ihnen Russisch. Muss ein Staatschef-Interview zwingend der Chefredakteur selbst führen?

Jörg Schönenborn Es war unser Wunsch, auch mein Wunsch, dass Ina Ruck dieses Interview führt. Das Presseamt hat aber aus Protokollgründen auf einem Chefredakteur als Interviewer bestanden. Das ist ja auch in westlichen Demokratien nicht unüblich. Deshalb haben wir uns darauf eingelassen.

Top voll Gold

(topfvollgold.de, Mats Schönauer & Moritz Tschermak)
Zwei Studenten gehen mit ihrem Watchblog dorthin, wo es selbst dem Bildblog zu absurd wird. Den jenseits der BILD gibt es noch mehr Mist, den der Bauer schaufelt und mit dem der Bauer Verlag scheffelt. Ein Topf voll Gold steigt in die Tiefen des Boulverads hinab von Publikationen wie „die aktuelle“, „Freizeit Revue“ etc.  und ist dabei sehr unterhaltsam. Siehe dazu auch Stefan Niggemeiers „Die aktuelle“-Bingo.

 

The Internet

(collegehumor.com)
Das ganze Internet in einem Bild? Na zumindest 100 Meme und mit einer Hin-und-Herschalt-Funktion kann man raten und schauen, wie viele man kennt.

 

The complete guide to procrastinating at work

(qz.com, Anna Codrea-Rado)
Intelligente Menschen prokrastinieren schlau. Moment, das geht? Ja, Prokrastinieren kann einen Zweck erfüllen.

The Creativity Research Journal studied the working habits of a particularly intelligent group of people, winners of the Intel Science Talent competition. They found the group procrastinated productively. Some used procrastination as a trigger for a helpful amount of stress needed to ignite positive action. Others saw it as a “thought incubator”: They put off making a decision because they wanted to fully process it before finding a solution.

Ich stelle das auch bei mir fest, dass ich zwar sinnlose Dinge tue, aber dabei im Hintergrund meine eigentlich Aufgabe verarbeite oder auf neue Ideen komme. Wie sieht das bei euch aus?

Achso, für das am Ende erwähnte „Bild Unboxing“-Video kann man übrigens hier mittels Sharing abstimmen.

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen Viralität

Morgenlinks: Putin Interview Fail, Buzzfeed Win, Medium Trending!

Nach meinem viel rezipierten Artikel gestern zur fehlenden Anbindung der Netzgemeinde™ an Youtube dachte ich mir: Nicht nur Reden, sondern auch machen und habe mir für die morgenlinks gleich mal gedacht: Warum nicht das auch mal im Bewegtbildformat spielen? Mit dem Ergebnis bin ich noch nicht 100% zufrieden, aber ich freue mich auf Feedback dazu.

Putin führt WDR-Mann Schönenborn vor: „Wie heißen Sie?“

(deutsche-wirtschafts-nachrichten.de)
Großkündigte die ARD ihr Interview mit dem russischen Präsidenten Vladimir Putin an, um dann zu sehen, dass man den gewieften Staatsmann eben nicht so einfach vorführen kann, sondern umgekehrt Putin WDR-Chefredakteur Jörg Schönenborn alt aussehen ließ. Auf diverse Gegenfragen Putins wusste der Journalist keine Antwort. Der höhepuntk wohl als Putin fragt, wie er denn überhaupt heißt.

„Wie heißen Sie?“
„Jörg Schönenborn.“
„Gut Jörg, ich werden Ihnen das jetzt erklären…“

Das Interview auf Youtube anschauen.

Does BuzzFeed Know the Secret?

(nymag.com, Andrew Rice)
BuzzFeed wächst immer weiter und wird von immer mehr als leuchtender Stern am Medienhimmel wahrgenommen. Das Gehmenis? Man weiß was viral wird. In Deutschland ist von diesem viralen Wissen noch wenig angekommen. Hier beschranken sich Medien darauf Ansgar Heveling einen minderwertigen Gastbeitrag schreiben zu lassen, der dann eine Twitterempörungsrunde dreht. Vielleicht hilft ja das ausführliche Protrait des NYMag etwas von diesem Wissen zu vermitteln.

(via Ulrike Langer)

A Place for Sharing Ideas and Stories

(teehanlax.com)
Medium.com ist das neuste Produkt von Twittergründer Evan Williams, das schon vor einer Weile an den Start ging und die Zukunft des Bloggens sein soll. Wie und wo Bloggen in Zukunft sein könnte, dazu will ich hier auch bald noch mal was schreiben, aber der oben verlinkte Blick hinter die Kulissen ist äußerst spannend. Er zeigt die Entscheidungs- und Arbeitsprozesse in einem guten finanzierten US-Startup. Dazu ist der Artikel noch schön designed, mit allerhand bewegten unter interkativen Elementen. Schon allein dafür lohnt es sich mal durchzuscrollen.

 

BlogBonus: Life In Your Early Twenties Vs. Your Late Twenties

(Buzzfeed.com, Jessica Misener)
Also Bonus für die Blogleser: Warum die ganze Zeit nur über BuzzFeed reden und nicht auch mal etwas Anschauungsmaterial? Hat alles was ein virales Ding braucht: Spricht eine breite Maße an, die sich damit indentifzieren kann und hat jede Menge animierte GIFs.

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen Youtube News & TV 2.0

Die Netzgemeinde und die verlorene Youtubegeneration

Sascha Lobo hat in seinem vielbeachteten Beitrag „Unsere Mütter, unsere Fehler“ der Netzgemeinde unter anderem vorgeworfen die jüngere Generation nicht zu erreichen, die sich vor allem auf Youtube tummelt, während man selbst sich im eigenen Twittersaft suhlt. Das sei mit ein Grund, dass die netzpolitische Schlagkraft verloren geht oder sagen wir mal variiert. Nun ist es aber natürlich nicht so, dass die Youtuber Twitter nicht nutzen. Denn gerade die Erfolgreichen auf Youtube sind Meister in Sachen Social Media und Publikumsbindung auf allen Kanälen. So kommt das erfolgreiche Comedy Trio Y-Titty auf Twitter auf über 71.000 Follower. Doch wie viele davon interessieren sich auch für Netzpolitik?

Um einen Anhaltspunkt dafür zu finden habe ich mit Hilfe von Followerwonk die Followerschaft und deren Überschneidung einiger Twitteraccounts verglichen.

Der Followervergleich

lobonpytitty

Und hier zeigt sich, dass Sascha Lobo mit seiner Vermutung recht hat. Die Überschneidung zwischen Followern von Lobo, Netzpolitik.org und Y-Titty ist. 0,2 % folgen allen drei Accounts und während Sascha Lobo und Netzpolitik.org eine Überschneidung von 15,4% aufweisen, bzw. 41.763 (Ist das die Größe der Netzgemeinde?), sind die mit Y-Titty jeweils nur 0,4% bzw. 0,1%.

Als weiteren Vertreter der Generation Youtube habe ich noch LordAbbadon ausgewählt. Er war es damals, der den Protest gegen ACTA auf Youtube initiiert und maßgeblich beeinflusst hat. Seine 12.000 Follower dürften deshalb zumindest schon mal von Netzpolitik gehört haben. Netzpolitik.org folgen deshalb aber nur 124 Stück, oder wieder 0,1%. Umgekehrt ist die Youtubegeneration sehr gut vernetzt: Über die Hälfte der Abbadon-Anhänger folgen auch Y-Titty.

 

abadonnpytitty

Schauen wir uns noch Mario Sixtus an, der sich gerade beim Leistungsschutzrecht, dem Waterloo der Netzgemeinde, als Widerstandskämpfer hervorgetan hat und immerhin ist er als elektrischer Reporter in Zweitverwertung auch auf Youtube zu sehen.

 

sixtusyttitabdadon

Auch hier ist der Überhang eher gering: Sixtus erreicht knapp 700 der Y-Titty Follower (0,5%) und ganze 86 von Imperator Abbadon.

Die fehlenden Youtubebemühungen der Netzgemeinde

Nun muss man natürlich umgekehrt fragen was macht denn die Netzgemeinde auf dem Medium Youtube? Sixtus wie schon erwähnt hievt seine Sendung, den elektrischen Reporter auch auf Youtube. Sascha Lobo macht da nix, aber natürlich findet man zahlreiche Auftritte von ihm auf der Plattform. Netzpolitik.org sah sich zu ACTA wohl ermutigt, auch auf Youtube direkt zu Protesten aufzurufen, darüber hinaus begreift man Youtube aber wohl eher als Hosting-Plattform für Videos im Blog. Damit kommt man auf 2196 Abonnenten auf Youtube 1624 regelmäßige Zuschauer. Der elektrische Reporter erreicht mit seinem Kanal 1624 regelmäßige Zuschauer auf Youtube. Zum Vergleich: Y-Titty sind mit über 1,5 Millionen Abonnenten aktuell die Nummer eins auf Youtube und LordAbbadon, um den es nach einem Skandälchen etwas ruhiger geworden ist, knapp 100.000 Kanal-Abos.

Was den Netzgemeindepriestern fehlt ist eine direkte Interaktion mit dem Youtube-Publikum. Denn Youtube, dass musste auch ich erst lernen, ist mehr als ein Videohoster. Gerade in Deutschland gibt es eine florierende Community die auf und über Youtube miteinander kommuniziert, sich vernetzt und unterstützt. Diese Community hat, wie jede Gemeinschaft, auch eigene Regeln was Kommunikation, Zuschauerbindung und -aufbau angeht. Man kooperiert und kollaboriert, geht nicht zur re:publica, sondern hat eigene Megaevents. Die bekannten Gesichter der Netzgemeinde spielen hier bislang keine Rolle. Es fehlen Formate und Anstrengungen hier eine neue Generation zu erreichen. Als eines der wenigen Versuche könnte man hier Tilo Jungs „Jung & Naiv“ anführen, dass sich auf Youtube der „Politik für Desinteressierte“ widmet.

Wer hat mehr Zukunft? Die Jungen oder Mainstream-Medien?

Aber ein Youtube-Kanal zu betreuen und aufzubauen grenzt an einen Fulltimejob, ich kann das aus der Erfahrung mit Youjustdon’tDo sagen. Das noch neben dem Blog? Denn schließlich kann sich die „Netzgemeinde“ über die Kanäle wie Blog und den Twittersumpf aus Journalisten und Anhängern sicher sein, gewisse Mechanismen zu bedienen und den ein oder anderen #Aufschrei auch mal in die Mainstream-Medien zu spülen. Nur ist klar, dass man gerade dort die junge Generation nicht erreicht. Die Lesen ja nicht mehr Zeitung oder gucken tagesschau, die hat ja Youtube. Aber diese sind es doch immer noch, die vor allem das Internet nutzen und die an seiner Zukunft interessiert sein sollten.

Langfristig muss man sich also fragen, was den größeren Einfluss hat: Erreicht man die alten, großen Medien oder versucht man Anschluss an die junge Generation zu suchen? Wo ist denn vorn?

Mehr…

Mir kann man auch auf Twitter folgen, egal ob Mitglied der Netzgemeinde oder von Youtube. Meine Youtube-Anstrengungen kann man auch verfolgen. Hier und hier.

Kategorien
morgenlinks Siebbelag Viralität

Morgenlinks: Anonyme Obsolete, Schwedische Worte, Leidenschaft & Virales

Obsolete Anonymous

(Joe Konrath, jakonrath.blogspot.de)
Die „Anonymen Obsoleten“ treffen sich, mit dabei VHS, CDs, Kodak und die Print-Industrie.

Moderator: Welcome to Obsolete Anonymous! I’ve gathered you all here to welcome our latest member, the Print Industry.

Print Industry: Hello, everyone. But there’s been a mistake. I don’t belong here.

(chuckles all around)

Print Industry: I’m serious. I’m not obsolete. I’m relevant. Print books have been around for hundreds of years. They’re never going to be replaced.

VHS Tapes: Yeah, we all thought like that once.

LP Records: It’s called denial. It’s tough to deal with at first.

‚Ogooglebar‘ … and 14 Other Swedish Words We Should Incorporate Into English Immediately

(TheAtlantic.com, Megan Garber)
Das Wort „ogooglebar“ (=Im Internet nicht zu finden) brachte letzte Woche die schwedische Sprache in den Fokus und Megan Garber hat sich noch weitere Worte im schwedischen gefunden, die man durchaus übernehmen könnte, auch für deutsche. Wer sagt denn das wir neue Begriffe, die die technischen Veränderungen von uns verlangen immer aus dem Englischen nehmen müssen? Mein Favorit und was wir brauchen könnten:

1. Bloggbävning, n.
Definition: Literally translating to „blogquake,“ the word describes the process by which a topic explodes in the blogosphere and is then picked up by more mainstream media outlets.

You didn’t make the Harlem Shake go viral—corporations did

(Quartz, Kevin Ashton)
Kevin Ashton nimmt die finanziellen Interessen auseinander, die hinter dem „Harlem Shake“-Meme stecken. Zwar stimme ich nicht ganz zu, dass es nicht die Nutzer waren, die Harlem Shake viral gemacht haben, aber was gut rauskommt ist das eben auch Youtube und Co. mittlerweile von Geschäftsinteressen geleitet wird und die „großen“ hier natürlich längst Geld machen und bewegen.

The technology may have changed, but the money still flows the same way: to creators of contracts not creators of content.

Wer dem englischen nicht so mächtig ist: Das SocialMediaWatchblog hat den Artikel ins deutsche übersetzt.

Find The Thing You’re Most Passionate About, Then Do It On Nights And Weekends For The Rest Of Your Life

(TheOnion, David Ferguson)
The Onion mit einem praktischen Lebenstip über Arbeit und das zu tun, was man liebt:

Before you get started, though, you need to find the one interest or activity that truly fulfills you in ways nothing else can. Then, really immerse yourself in it for a few fleeting moments after an exhausting 10-hour day at a desk job and an excruciating 65-minute commute home. During nights when all you really want to do is lie down and shut your eyes for a few precious hours before you have to drag yourself out of bed for work the next morning, or on weekends when your friends want to hang out and you’re dying to just lie on your couch and watch TV because you’re too fatigued to even think straight—these are the times when you need to do what you enjoy most in life.

Kategorien
morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: Marx-Enkel, Less, Batman, A Lot Less, De-Mail

The Day My Grandfather Groucho and I Saved ‘You Bet Your Life’

(boingboing.net, Andy Marx)
Wie ist es so bei Groucho Marx zu Mittag zuessen? Nun das kann wohl nur einer erzählen, sein Enkel Andy Marx. Oder die anderen anwesenden Gäste Jack Nicholson, Elliott Gould oder Marcel Marceau.

Living With Less. A Lot Less.

(NYTimes.com, Graham Hill)
Erst machte Graham Hill mit einem Satrtup Millionen, kaufte sich dann ein Haus, ein Penthouse und stopfte es mit Sachen voll, um festzustellen, dass allein Sachen kaufen ein Fulltime-Job sein kann. Um dann wieder zurück zu rudern.

I LIVE in a 420-square-foot studio. I sleep in a bed that folds down from the wall. I have six dress shirts. I have 10 shallow bowls that I use for salads and main dishes. When people come over for dinner, I pull out my extendable dining room table. I don’t have a single CD or DVD and I have 10 percent of the books I once did.

de-mail hilft nicht gegen schlechte werbung

(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel nimmt wunderbar die Werbung für die DE-Mail der Telekom auseinander.

ich habe vor sechs tagen die versender der telekom „medieninformation“ gefragt, ob ihnen die grandiose ironie ihrer de-mail-werbekampagne bewusst sei. mit gefakten menschen namenlosen schauspielern für ein produkt zu werben, mit dem identitätdienbstahl oder vorgaukelung fremder identitäten ausgeschlossen werden sollen. gegen lügen anwerben mit leuten, die so tun als seien sie etwas, was sie gar nicht sind. für authentizität werben und dafür schauspieler anstellen. grandios.

 

Everything Wrong With The Dark Knight Rises In 3 Minutes Or Less

(Youtube.com, CinemaSins)
Der Kanal CinemaSins erinnert etwas an die Honest Trailer-Reihe (Hier der zu Dark Knight Rises zum Vergleich) und nimmt sehr schön in wenigen Minuten Filme auf ihre Fehler und Dämlichkeiten auseinander.