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morgenlinks

Bitte bezahl für den Hoodiejournalismus

Die Show für neues aus dem Hoodiejournalismus ist endlich auch wieder mit Video zurück. Leider habe ich mein Licht irgendwie falsch gestellt, wodurch das Bild etwas unscharf geworden ist. Entschuldigt das bitte, nächste Woche wird es hoffentlich wieder besser.

Laterpay: Ein neues Bezahlmodell für Journalismus

(Richard Gutjahr, gutjahr.biz)
Lange hat Richard Gutjahr hinter den Berg gehalten, nun will er ihn gefunden haben: Den Weg wie journalistische Inhalte im Netz bezahlt werden können. Helfen soll dabei das Münchener Start-Up Laterpay, dass eine sehr softe und einfache Bezahlmöglichkeit darstellen soll. Dabei schaltet man erst die Artikel frei, wirklich bezahlen muss man aber erst, wenn man eine gewisse Summe erreicht hat. Spannend finde ich vor allem die Philosophie, die dahinter steht, die besagt, dass die Leute eigentlich bezahlen wollen.

„Ich habe eine Meinung“

(Stefan Niggemeier, journalist.de)
Zwischen Journalismus und Aktivismus, was darf man und was nicht? Stefan Niggemeier zum Beispiel durfte beim Spiegel nicht über das Leistungsschutzrecht schreiben, weil er sich offen dagegen ausgesprochen hatte. Der Spiegel Verlag war eher verhalten offen dafür.

Wir Serienmuffel

(Jochen Förster, brandeins.de)
Die Brand Eins analysiert, wie es sein kann, das es Deutschland immer noch nicht schafft auch nur annähernd so innovative Serien, wie House of Cards, Breaking Bad, Sopranos etc. zu liefern. Sehr gute Betrachtung. Mir kommt der Punkt eines deutschen Netflix etwas zu kurz, schließlich ist Netflix in den USA inzwischen ein wichtiger Player geworden, was die Produktion eigener Inhalte angeht.

Wer mehr News für Hoodiejournalisten haben will, sollte defintiv regelmäßig die morgenlinks bekommen.
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Netz &

Der Like wird was wert: Das neue Flattr

Der Social Microdonationdienst Flattr hat heute eine größere Runderneuerung angekündigt: Statt bisher nur über Flattr-Buttons soll auch der Klick auf anderen Netzwerken zu einer Microdonation führen. So verbindet sich flattr nun unteranderem mit Twitter, Instagram, Flickr, SoundCloud und Vimeo und führt ein, dass das liken oder faven bei diesen Diensten als Flattr-Klick gezählt wird. Verknüpfe ich mein Flattr-Konto also beispielsweise mit Twitter und besterne dort einen Tweet erhält der Verfasser einen Anteil meines monatlichen Budgetskuchens. Vorrausgesetzt natürlich er ist bei dem Service angemeldet.

Schon bisher konnte man sein Flattr-Konto mit anderen Diensten verbinden, das ging allerdings von den „schöpfern“ aus, die bei einigen Diensten, wie Soundcloud, 500px und DailyMotion zusätzlich einen FlattrButton einbinden konnten. Nun kann der Konsument bestimmen, dass seine Aktivitäten in anderen Netzen als Microspende zählen. Ganz neu ist die Idee nicht: Vorher gabe einem beispielsweise SuperFav als Drittanbieter die Möglichkeit das eigene Favorisieren auf Twitter monetär aufzuladen. Diese Verkünden heute auch die Einstellung ihres Dienstes, da Flattr diese Funktion jetzt übernimmt. Der alte Flattr-Button bleibt aber wohl auch aktiv.

Was natürlich fehlt ist der Namensgeber des Likes: Facebook. Hier gibt es noch keine Verknüpfung, die es zulässt das liken an das eigene Flattr-Konto zu knüpfen. Vielleicht gibt das die API nicht hier, vielleicht wäre das aber aus Nutzersicht schwierig, da Liken ein sehr viel alltäglich er und häufigerer Akt ist, bei dem man wohl nicht jedes Mal nachdenken will, ob das nun wirklich Geld wert ist.

Dennoch ist wohl zu erwarten, dass die Klick-Aktivität zunimmt, vorrausgesetzt genügend Flattr-Nutzer Verknüpfen ihre eigenen Kunden. Das würde gleichzeitig den stetigen Geldfluss im System erhöhen und vielleicht auch neue Nutzer ins System treiben, wenn sie plötzlich die Nachricht bekommen, dass ihr lustiger Tweet ihnen Geld eingebracht hat.

Dieser Artikel ist ein Crosspost von unserem Partnerblog micropayme.de auf dem ich mich intensiv mit PaidContent und neuen Bezahlmodellen auseinandersetze. Vorbeischauen und abonnieren lohnt sich, geht auch via Twitter.

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Bewegen & Beschäftigen

Morgenlinks: Google Glass, Apple Closed, Blog Payment & Typographie

Lichtgestalten, die uns mit Prothesen wärmen: Der »Stern« malt sich den Fall Pistorius aus

(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier zerpflückt herrlich die Titelgeschichte des Stern zum Mordfall um Pistorious. Der Money Quote aus der Illustrierten steht gleich am Anfang: „Eine über­ra­schende Wen­dung scheint bis­lang nicht in Sicht.“

 

I used Google Glass: the future, but with monthly updates

(theverge.com, Joshua Topolsky)
Joshua hatte die neue Google Brille auf, ist damit durch die Gegend gelaufen und hat sich gefragt ob man sowas wirklich tragen möchte.


Open and Shut

(daringfireball.met, John Gruber)
John Gruber nimmt sich der alten Auseinandersetzung an: Wer gewinnt Offene oder Geschlossene Systeme? Und nimmt dabei einen ganzen Artikel auseinander. Am Ende kommt sogar für meinen Geschmack ein bisschen zuviel Applefanstaub drüber, aber er hat einen Punkt:

„Allow me to start by putting forth an alternative rule of thumb for commercial success in any market: better and earlier tend to beat worse and later. That is to say, successful products and services tend to be those that are superior qualitatively and which hit the market sooner.“

Die Nutzer interesserien sich wenig dafür, wie offen oder geschlossen ein System ist, sondern wie gut und wieviel Nutzen es Ihnen bietet. Noch deutlicher als bei Hardwarefirmen wird das bei den sozialen Netzwerken: Diaspora ist sperrangelweitoffen und wäre sicherlich die bessere Wahl was Datenschutz und -kontrolle angeht, aber Facebook bietet mehr Funktionen und den für das Netzwerken entscheidenden Faktor: Alle meine Freunde sind da.

 

Content economics, part 2: payments

(blog.reuters.com, Felix Salmon)
Felix Salmon geht im zweiten Teil seiner Content Economics etwas darauf ein, warum Menschen für Inhalte zahlen. Zum Beispiel ist die PayWall von Andrew Sullivan dann doch recht löchrig. Insgesamt legt das Nahe, dass die Menschen nicht zwingend wegen der PayWall zahlen, sondern weil sie möchten. Dazu unbedingt auch den verlinkten TED Talk von Amanda Palmer gucken.

 

Interactive Guide to Blog Typography

(kaikkonendesign.fi, Tommi Kaikkonen)
Euer Blog soll schöner werden? Tommi Kaikkonen hat eine schön durchklickbare Einführung zu Typografie in Blogs gemacht. Ich fürchte, ich sollte einiges davon hier auch mal beherzigen, oder? Naja, der nächste Facelift steht sowieso an.

 

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Flimmern & Sehen Netz &

Vimeo führt Trinkgeld-System für Videomacher ein

Vimeo war immer die schöne Schwester von Youtube. Mit schickerem Design und meist auch hochwertigerem Content, hier trieben sich engagierte Filmemacher rum und führten ihre neusten Kurzfilme vor. In letzter Zeit zog es aber doch auch immer mehr der Filmemacher zu Youtube. Warum? Einerseits wegen des größeren Publikums, andererseits wegen der Aussicht Geld zu verdienen. Mit seinem Partnerprogramm stellt Youtube erfolgreichen Videomachern in Aussicht sie an Werbeeinnahmen zu beteiligen. Vimeo fehlte so etwas, im Gegenteil. Vimeo setzte sogar auf bezahlte Premiumaccounts die erst mehr Speicherplatz etc. bieten.

Doch jetzt hat Vimeo angekündigt mit der „Tip Jar“ eine Trinkgeldbox für die Videomacher einzuführen. Mit einem Klick können Zuschauer unter den Videos einen Betrag an den Videomacher überweisen. Dieser kann zwischen 0.99 und 500$ liegen und wird über Paypal oder Kreditkarte abgerechnet. 85% gehen dann direkt an den Videomacher (Ich schätze mal der Rest sind Transaktionsgebühren und hoffe Vimeo schneidet sich nicht auch noch was von dem Kuchen ab). Mit eingebetteten Videos funktioniert das Ganze noch nicht, soll aber in Arbeit sein. Achja, und um das Feature freizuschalten braucht man einen der kostenpflichtigen Vimeo Plus oder Pro-accounts.

Dae Mellencamp, Chef von Vimeo, kann sich auch vorstellen, dass das „Tip Jar“-Feature wie eine eingebaute Crowdfunding bzw. Crowd Payment-Lösung funktionieren kann. Der Macher ruft im Video zu Spenden auf und kann Sie direkt darunter annehmen, ohne sein Projekt nochmal bei Kickstarter & Co. einzustellen.

Darüber hinaus arbeitet Vimeo auch an einer VOD (Video-on-Demand) Lösung, die es den Videoerstellern ermöglichen sollen, ihre Filme über die Plattform zu vertreiben. Diese soll Anfang 2013 starten.

Vimeo ist nicht die erste Videoplattform, die dem Publikum die Möglichkeit gibt den Filmemachern kleine Beträge zukommen zu lassen: Dailymotion kooperiert seit einiger Zeit mit dem Social Micropayment-Dienst Flattr und wickelt darüber ein ähnliches Modell ab.

(Wir haben hier übrigens auch Flattr ;) )

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morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks mit: OMG NYT, SMS-Level: Expert & Leistungsschutzrecht

‚New York Times‘ + Buzzfeed = OMG
(theatlantic.com, Megan Garber)
Die altehrwürdige New York Times schließt sich ausgerechnet mit Buzzfeed zusammen. Buzzfeed ist bekannt durch so Kategorien wie LOL, OMG, WTF, win, fail und arbeitet daran mit kleinen Häppchen Posts zu erstellen, die möglichst viral gehen.

Readability by the Numbers
(shawnblanc.net, Shawn Blanc)
Readabilty ist ein Read it Later und Mach-mir-den-Text-frei-von-Werbung-Service, der eigentlich mit einem Service gestartet war, dass die Nutzer 5 Euro bezahlen und diese dann unter den Publishern aufgeteilt werden. Es gab dann einiges an Aufregung vor allem über die unbeanspruchten Zahlungen und das sie Geld für andere einsammeln, ohne dass die was davon wissen. Deshalb haben sie diesen Paid Service jetzt eingestellt und nach diesen Zahlen war einiges der Aufregung gerechtfertigt: Im Endeffekt hat Readability mehr Geld selbst kassiert, als an die Publisher ausgezahlt.

Texting Level: Expert
(Bookofadam.com, Adam Ellis)
Die wohl schönste SMS-Konversation aller Zeiten. Ich überlege das jetzt auch nur noch so zu handhaben.

‘Goodfellas’ Mobster Turned FBI Informant Henry Hill Dead at 69
(ABCnews.com, Kevin Dolak)
Henry Hill ist gestorben. Er war Teil der bekannten New Yorker Lucchese-Familie, bis er sie 1980 ans FBI auslieferte. Später schrieb er seine Erlebnisse Erlebnisse auf, diese wurden dann auch verfilmt. Von Martin Scorsese mit GoodFellas.

Das Leistungsschutzrecht: Selten war es so tot wie heute
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Wie vielleicht ist dem ein oder der anderen aufgefallen: Diese Ausgabe der morgenlinks frei von Links zu deutschen Verlagsangeboten. Mit gutem Grund: Mit dem angekündigten Leistungsschutzrecht kann man sich nicht mehr sicher sein, ob dafür nicht Lizenzgebühren fällig würden oder wie oder was. Stefan Niggemeier hat Hoffnung, dass das Gesetz in dieser idiotischen Fassung nicht durchkommt, hoffen wir, dass er recht behält.

 

-Eigenwerbung-
Heute kommt die neue Folge der Webserie YouJustDon’tDo. Wir freuen uns über Zuschauer.
http://Youtube.com/YouJustDontDo

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Bewegen & Beschäftigen

Flattr Comments: Schmeichelhafte Kommentare

Das ich ein Fan von Flattr bin oder doch zumindest die Entwicklung mit einigem Interesse verfolge, konnte man schon an der ein oder anderen Stelle bemerken. Nun haben wir hier bei Netzfeuilleton ein neues Feature: Neben Postings und dem Blogs selbst können nun auch Nutzerkommentare geflattert werden. Also eure Beiträge zu diesem Blog. Oft sind es nämlich Kommentare die einen Artikel viel lesenswerter, die noch eine weitere Sicht eröffnen, ein Thema weiterdrehen oder spannende neue Argumente einbringen.

Wie funktioniert das?

Deshalb kann nun jeder von euch zusätzlich zu Namen, e-Mail und Homepage auch seine Flattr-ID zum Kommentieren angeben. Neben eurem Kommentar erscheint dann ein Flattr-Button und wenn anderen der Kommentar gefällt oder sie ihn besonders herausragend finden, können sie euch mit einem Klick Geld zu kommen lassen. Ihr werdet also für einen tollen Kommentar finaziell belohnt.

Eure Flattr-ID findet ihr in eurem Flattr-Profil auf der rechten Seite. Die ins Feld eintragen, Kommentar schreiben und sich schmeicheln (engl: to flatter) lassen.

Was ist Flattr?

Für diejenigen, die Flattr noch nicht kennen: Flattr ist ein „social Micropayment“ Dienst, der es einem erlaubt freiwillig für Dinge, die einem gefallen Geld zu geben.

Das funktioniert so, das man monatlich einen bestimmten Betrag festsetzt, den man verteilen möchte. Den ganzen Monat lang klickt man dann bei Beiträgen, die einem gefallen und einem etwas mehr wert sind, auf den Flattr-Button. Am Ende des Monats wird dann das Geld unter all den Geflatterten aufgeteilt. Setzt man beispielsweise 2 Euro als Monatsbeitrag fest und klickt auf 4 Dinge, die einem den Alltag bereichert haben, bekommt jeder der Schöpfer am Ende des Monats 50 Cent. Das ist nicht viel, aber eine kleine Aufmerksamkeit für alle, die sich Mühe mit ihren Inhalten geben.

Man kann natürlich jeder Zeit wieder aufhören (man schließt kein Abo oder ähnliches ab), in dem man sein Konto einfach nicht mehr auflädt. Ausprobieren schadet also nicht.

Der Vorteil ist: Sobald man einzahlt, kann man auch selbst von anderen geflattert werden und Geld für seine Inhalte bekommen. Zum Beispiel jetzt auch für ausführliche Kommentare im Netzfeuilleton.

Flattr kann man vieles, aber noch viel zu wenig. Vor allem Blogs haben den Dienst bislang installliert, aber auch bei der taz und dem Freitag sind alle Artikel flattrbar. Inzwischen funktioniert der Dienst sogar offline.

Kann ich das in meinem Blog auch anbieten?

Klar, geht sogar ganz einfach. Ich habe dafür das WordPress-PlugIn FlattComments. Es fügt dem Kommentarbereich eine Zeile hinzu, in der der User seine Flattr-ID angeben kann und übermittelt das „Thing“ dann an Flattr.

Auch für die „normale“ Integration ins Blog gibts es einfache PlugIns für WordPress und andere Plattformen. Eine Übersicht gibt es bei Flattr selbst.

 

Wer noch mehr zu Flattr wissen will, schaut in diesem Beitrag und demnächst wird das Blog micropayme.de zu Neuigkeiten und Entwicklungen bei Micropayments, auch über Flattr hinaus berichten.

Bild: Bestimmte Rechte vorbehalten von pasukaru76 (sry bad internet)

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