Flattr geht offline

Im August, als Flattr, gerade die Beta-Phase verlassen hatte gab es ein sympathische Fotoaktion von @zeitweise. Flattr-Buttons für die reale Welt:

Flattr alles[von 137b zeitweise]

Die Idee war reizend: Den Flattr-Gedanken in die Offline-Welt  tragen. Den Park um die Ecke, der einem täglich gut tut, mit einer Aufmerksamkeit bedenken, oder als alternatives Zahlungsmittel für Telefonzellen. Ob Flattr diese Fotoaktion mitbekommen hat Auch Flattr-Kopf Peter Sunde hatte damals von der Aktion Wind bekommen ((Danke an Kristof für den Hinweis in den Kommentaren)), ob sich Flattr direkt davon hat inspirieren lassen, weiß ich nicht, was sie heute auf Facebook veröffentlicht haben sieht es aber ganz danach aus. „Teaser of Things“ to come heißt es dort zusammen mit diesem Foto:

Flattr für die Offline-Welt

Ein Flattr-Schild mit QR-Code. Der Code führt zu dieser Flattr-URL. Das stellt tatsächlich einen Weg dar auch offline flattrn zu können. QR-Codes können mit der Kamera eines Handys gescannt werden und senden einen zu dem Link, der sich hinter dem Code verbirgt. Ausgedruckt könnte man diese Codes überall anbringen und so den Kaffee auf dem nächsten Schulfest nicht mehr nur per Münzspende bezahlen, sondern auch über den Micropaymentdienst. The flattering of things. Auf die zahlreichen Pinnwand Nachfragen, ob das wirklich Real Life Flattering bedeutet, antwortet Flattr nur mit einem vielsagenden “ ‎…you might be right ;- )“ .

Bis man den Klingelbeutel am Ende des Gottesdiesnstes flattern kann, wird es aber noch ein wenig dauern. Denn erstens ist ja noch nichts offiziell angekündigt und das Ganze noch in der Testphase. Zweitens sind weder Flattr noch QR-Codes populäre Technologien. Flattr hat vor kurzem verkündet inzwischen rund 46.000 Nutzer und bislang 114,057 € umgesetzt zu haben. Keine schlechten Zahlen für 2 Monate nach dem offiziellen Start, allerdings sind sie noch weit davon entfernt die kritische Masse zu überschreiten. Ob ihnen QR-Codes dabei helfen werden bezweifle ich, denn auch hier wissen wenig Menschen, was sich dahinter verbirgt und viele der Otto Normalstreetviewverpixler gehen nach wie vor nicht mobil online, aus Angst vor versteckten Kosten oder weil ihnen die Technik dazu fehlt.
Deshalb wird wohl auch der Sprung ins RealLife Flattr nur begrenzt aus der Nerd-Ecke herausholen. Vielleicht sehen wir es bei der nächsten re:publica am Kaffeestand der taz und bei den Machern des Internetbrunnens bin ich mir auch sicher, dass sie sich darauf stürzen werden. Darüber hinaus wird es aber noch Zeit und Erklärungsarbeit brauchen.

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Glaubt ihr die Offline-Transferierung mit QR-Codes hilft Flattr bei der Verbreitung? Kommt der Flattr-Gedanke offline an und welche realen Dinge würdet ihr gerne flattern?

Update: Direkt nach Veröffentlichung fiel mir ein, dass es theoretisch bereits jetzt schon möglich ist Dinge Offline zu flattern, schließlich kann man zu jeder URL einen QR-Code erstellen. Und tatsächlich bietet auch schon eines der zahlreichen Third-Party-Tools rund um Flattr das an: flattirl.com. Danke an SkaveRat für den Hinweis in den Kommentaren.

13 KOMMENTARE

  1. Aber was mir gerade einfällt: Könnte nicht jetzt schon jeder offline flattr der wollte? Einfach eine Flattr-ID anlegen, darauf einen QR-Code, ausdrucken, fertig. Hat das mal jemand probiert?

  2. Ja, das fiel mir auch schon ein, allerdings bringt natürlich eine native Unterstützung tendenziell mehr Nutzer. Wenn das ganze nicht zu nischig ist.

  3. Man wird kaum seinen Kaffee damit bezahlen können. Ein Flattrklick ist nämlich unterschiedlich wertvoll. Je mehr Kaffee ich also drinke, desto billiger wird er.
    Oder ganz extrem:
    Wenn ich nur Kaffee flattr ist es für den Kaffeeanbieter egal ob ich einen oder hundert Kaffees im Monat drinke – er bekommt immer gleich viel.

  4. Klar, das funktioniert nur bei Dingen, die gegen Spende abgegeben werden. Denn genau genommen ist flattr kein micropayment sondern ein microdonationsdienst. Deshalb schrieb ich Schulfest als Beispiel, hier werden Kaffee und Kuchen oft gegen Spende abgegeben, da aber nur ein klick im Monat möglich ist bleibt dein Einwand richtig. Gleichzeitig wären die momentan eingesetzten summen wohl zu niedrig, ein flattrklick ist im Schnitt 15 ct wert jeder Elternteil würde sich schämen nur so wenig für die schule seines Kindes zu geben.

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