Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

Fake News des Tages: Trump ernennt El Chapo zum Chef der Drogenfahndung

Die Fake News des Tages kommt vom New Yorker und demnach benennt Donald Trump den Drogenboss Joaquín Guzmán, a.ka. “El Chapo,” zum Chef der D.E.A., der amerikanischen Drogenvollzugsbehörde.

fake-news

Nach der Ernennung von Myron Ebell, einem der größten Klimawandeleugner, zum Chef der Umweltbehörde zeichnet sich diese Fake News durch besondere Plausibilität aus. Schließlich kann man erwarten, dass der Lobbyist und „informierte Laie“ in Sachen Umwelt aus der Environmental Protection Agency eher eine Economic Protection Agency macht. Da liegt einer der Top Drogenbosse als Verfolger der Kartelle diese welt nur nahe.

Chapeau an Andrew Borowitz, Satiriker beim New Yorker und das ist, was ich meinte, als ich sagte:

Bild:CC-BY-SA 4.0 von Tbj15

 

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

Snapchat macht Stories teilbar

Neues Update aus dem Haus Snapchat bzw. Snap Inc., wie sich die Firma hinter Snapchat seit neustem nennt, und das bringt große Neuerungen.

Snapchat Stories teilen

Mit dem Snapchat Update lassen sich einzelne Snaps aus öffentlichen Stories teilen. Dazu muss man einfach lange auf dem Snap gedrückt halten und schon erscheint ein blauer Pfeil mit dem sich dieser Snap an die eigenen Freunde weiterschicken lässt. Ganz ohne umständliches Screenshotgefrickel. Kommentieren oder bekritzeln lassen sich die Snaps (noch) nicht, so dass das ganze unverändert bei Empfänger ankommt.

Snapchat Stories teilenDiscover Snapers

Snapchat Erste Schritte
Diesem User lohnt es sich zu folgen :)

Bislang war dieses Feature Medien im Discoverbereich vorbehalten, die damit Interaktion und Teilbarkeit erhöhen konnten. Nun können sich Nutzer untereinander spannende Snaps aus Stories hin- und herschicken. Snapchat könnte damit auch einen Teil seines „Discoverability-Problems“ gelöst haben, also wie findet man eigentlich neue und spannende User, denen es sich zu folgen lohnt. In jedem Fall verbessert es die Verbreitung und Möglichkeiten für gutes Snapchat Storytelling.

Umgebungsfilter für Snapchat machen die Welt schöner

Konnten wir bislang nur uns selbst und Freunde mit Hundefiltern oder Hasenohren schmücken, können wir seit dem neusten Snapchat Update auch unsere Umgebung bereichern. Aktiviert man die Rückkamera des Handys und tappt lange auf den Bildschirm erscheinen neben den Selfielinsen auch allerhand Filter, die die Umgebung verändern. Da lässt sich zum Beispiel eine Taschenlampe anknipsen, Wolken kotzen Regenbögen oder man man lässt den ersten Schnee fallen.

Snapchat Umgebungsfilter: Regenbogenkotze Snapchat Umgebungsfilter: Taschenlampe

Tip: Eigene Snapchat Playlisten erstellen

Funktioniert nicht erst seit diesem Update, aber nach dem Snapchat Autoplay für Stories abgeschafft hat, lassen sich inzwischen eigene Playlisten aus den Stories zusammenstellen. Dazu tippt man einfach auf die Vorschaubilder der Stories und anschließend auf den Playbutton. Damit lassen sich wieder mehrere Snapchat Stories im Leanback-Modus hintereinander weggucken.

Snapchat Tip: PlaylistenSnapchat Stories spulen

Und Story zurückspulen geht jetzt auch. Bislang konnte man in Stories nur einzelne Snaps überspringen und musste von vorne gucken, wenn man etwas verpasst. Nun kann man innerhalb einer Story auch zurückspulen, dazu muss man nur im linken Drittel einer Geschichte tappen.

Mehr Snapchat Tips gibt es in meinem Snapchat Tutorial und einen Überblick über Snapchats Entwicklung im Artikel Snapchat verstehen.

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

Snapchat Update: Discover Storys werden zum Magazin

Das letzte Snapchat Update hat den Story-Bereich der App massiv verändert. Seit dem letzten Snapchat Update sieht der Screen mit den Geschichten anders aus. Die Discover Storys werden mit dem Snapchat Update auf 9.32 nicht mehr als Kanäle angezeigt, sondern direkt mit den einzelnen dahinter Geschichten angeteasert. Bislang hatten die einzelnen Discover Partner eigene Kanäle mit aufeinander folgenden Storys und tagesaktuellen Ausgaben, die sich nach 24 Stunden geändert haben – und die durch ein einfaches Logo repräsentiert wurden.

Snapchat Update: Neue Stories

Nun wird in der Vorschau direkt eine der Geschichten mit einem kleinen Bild und Überschrift angeteasert. Ein Klick darauf führt aber weiterhin in den gesammelten Kanal des Discover-Kanals. Ich vermute, dass dies eine Massnahme ist, um weitere Partner in den Discoverbereich zu integrieren. Schließlich ist der Discoverbereich bei etlichen Medien perspektivisch begehrt und Snapchat lässt sich den Zugang teuer bezahlen.

Snapchat Update macht Discover zum Magazin

Der eigene Discover-Screen wurde in Gerüchten vor dem Snapchat Update oft als Instagram ähnlich bezeichnet, mich erinnert er eher an die Ansicht von Flipboard oder Apple News. Hier kacheln sich die Vorschaubilder in verschiedenen Größen aneinander.

Snapchat Update: Discover wird zum Magazin

Außerdem lassen sich die einzelnen Discover-Kanäle nach dem Snapchat-Update abonnieren und die Geschichten lassen sich innerhalb von Snapchat teilen inklusive einem Link zurück zur Geschichte.

Snapchat Update: Links teilen

 

Snapchat Live-Storys werden Teil von Discover

Je nach Ansicht haben die Live Storys ein Up- oder Downgrade bekommen. Der eigene Bereich für die Livestorys ist von der oberen Bildschirmhälfte verschwunden. Dafür finden sich die Livestorys nun im Story-Screen gleichberechtigt mit den Discoverstorys. Der eigene Bereich für Livestorys findet sich nach dem neusten Snapchat Update unter den “normalen” Storys der eigenen Freunde. Dafür ebenfalls mit großen Kacheln und Vorschaubildern.

Snapchat Update: Live Stories

Neue Snapchat Icons

Auch geändert haben sich die Icons auf dem Startbildschirm von Snapchat: Die Chatbenachrichtigung ist nun nicht mehr ein einfaches Quadrat, sondern ein Kreis mit Sprechblase. Und der Discoverbereich wird mit drei Punkten gekennzeichnet. Wie wir sie hier von Blindenabzeichen kennen.

Snapchat Update: Neue Snapchat Icons

Die neuen Icons könnten durchaus ein Versuch sein, das Nutzerinterface und den Startbildschirm verständlicher zu machen und die Navigation zu erleichtern. Eine komplette, einfache Anleitung für Snapchat und sein Interface gibt es hier:

Snapchat Sticker: Jetzt auf deutsch

Während es statt Geschichten nun Storys heißt, wurden auch die Snapchat-Sticker mit dem Update ins Deutsche übersetzt, mit gemischtem Erfolg. Aber die Snapchat Sticker waren ja sowieso noch nie die schönsten.
Snapchat Sticker Update

Folgt mir auf Snapchat, Username: netzfeuilleton

Snapchat Erste Schritte

Kategorien
Politik

Die TTIP-Leaks in Stichworten

TTIPLeaks auf der re:publica

“TTIP ist zu weiten Teilen intransparent. Das hat sich heute Nacht geändert.” So wurde die erste Session heute auf der re:Publica eröffnet. Dahinter stecken die #TTIPLeaks, die Veröffentlichung der bislang geheimen Verhandlungsdokumente zum transatlantischen Freihandelsabkommen.
Greenpeace hat heute Nacht die Originaltexte auf den Reichstag gebeamt mit einem Lichtbeamer, einen öffentlichen Leseraum vor dem Reichstag eingerichtet und unter ttip-leaks.org alle Dokumente zum download bereitgestellt.

Wer ist die Quelle der TTIP Leaks?

Nicht die Originaldokumente wurden veröffentlicht, sondern Abschriften, für den Quellenschutz. Die Originale sind gekennzeichnet und so wäre ein Rückschluss auf die Quelle möglich.

SZ, WDR und NDR haben mit ihrer Recherche die Echtheit der Dokumente überprüft.

Die Texte spiegeln den Stand aus dem April 2016, vor der letzten Verhandlungsrunde wieder. 13 Kapitel wurden veröffentlicht, nach neustem Stand gibt es wohl 17 konsolidierten Texte.

TTIP Leas auf der #rpTEN

Kommt mit TTIP das Chlorhünhchen?

Das Chlorhünchen wird man wortwörtlich im Text nicht finden. Aber man findet Vorschläge der Amerikaner, wie in Zukunft Regulierung passieren soll. Die EU hat eine andere Vorgehensweise Gefährdungen festzustellen als die Amerikanische Seite. Während die EU nach dem Vorsorgeprinzip handelt, lassen die Amerikaner ein Verbot oder Einstellung von Handelsgütern nur zu, wenn eine Schädlichkeit eindeutig nachgewiesen wird – und fordert die Übernahme dieser Herangehensweise durch das Freihandelsabkommen.

Keine Abmachungen zu Klimawandel, obwohl Obama sich das zum Abschied seiner Präsidentschaft auf die Fahnen geschrieben hat.

Ist TTIP nach den TTIP Leaks noch zu retten?

Greenpeace hält TTIP für nicht zu retten, sondern fordert einen Neustart der Verhandlungen unter transparenten, demokratischen Bedingungen.

Greenpeace glaubt, dass sich durch das Leak die Debatte verändern wird. “Ein weiter so kann es nicht geben.”

Autozölle gegen Gentechnik

Jetzt kennt man auch die Positionen der Amerikaner. Und ihre Verhandlungstaktik ist an einer Stelle recht offensichtlich: Gerade bei den Autozöllen, wo die Europäer auf mehr Zutritt zum amerikanischen Markt hoffen, wollen die USA nur nachgeben, wen sie ihm Gegenzug ihre “modernen Landwirtschaftsprodukte”, wie hormonbehandeltes Rindfleisch einführen dürfen.

Nach Einschätzung von Greenpeace sind die umstrittenen Schiedsgerichte nicht endgültig vom Tisch, sondern Konzerne sollen weiterhin das Recht bekommen sich zusätzlich zur normalen Gerichtsbarkeit Gehör und Sonderrechte zu verschaffen.

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

Blogger vs. Journalisten: Wie die Rhein-Zeitung versucht eine Diskussion aus 2009 wiederzubeleben

Das Jahr 2009 hat angerufen, es hätte gerne seine Diskussion zurück, schoss mir durch den Kopf als ich den Gastkommentar von Andreas Valetin in der Rhein-Zeitung entdeckte. Auch die FAS hat gerade wieder Spaß auf Bloggern rumzuhacken. Da versucht doch ungelogen jemand im Jahr 2016 das Fass Blogger vs. Journalisten wieder aufzumachen. Valentin nimmt die Debatte dann auch noch vor dem Hintergrund der #Landesverrat-Affäre wieder auf und hier wird es endgültig reaktionär.

Die Rhein-Zeitung, die Blogs sonst eher freundlich gegenübersteht, ist sich aber nicht zu schade, dem auf Seite 2 ordentlich Raum zu geben.

Errungenschaft: Auch Blogger erfüllen eine öffentliche Aufgabe

Tatsächlich war es eine der großen Errungenschaften der #Landesverrat-Debatte rund um die Ermittlungen von Generalbundesanwalt Range gegen das Fachblog netzpolitik.org, dass sie nicht vor dem Hintergrund Journalisten vs. Blogger geführt wurde. Stattdessen stellten sich alle großen Medien einhellig hinter netzpolitik.org als die Informations- und Pressfreiheit durch fragwürdige Verwicklungen aus Verfassungsschutz und Bundesanwaltschaft bedroht wurde. Tatsächlich liegt an dieser Stelle der Vergleich zum Spiegel-Urteil aus dem Jahr 1966 nicht fern. Damals zitierte der Spiegel Bundeswehr-Papiere und anschließend wurde gegen die Redaktion wegen Landesverrats ermittelt. Schließlich urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Presse einen öffentlichen Auftrag wahrnimmt und in der Demokratie zur Meinungsbildung beiträgt. Dieses Urteil ist bis heute das wichtigste Urteil zur Pressefreiheit in der Geschichte der Bundesrepublik und definiert die öffentliche Aufgabe der Presse. Wem das irgendwie bekannt vorkommt: Genau diese öffentliche Aufgabe nahm auch netzpolitik.org wahr, als es die Öffentlichkeit darüber informierte, dass der Verfassungsschutz Pläne in der Schublade hat, die der Überwachung von Sozialen Netzwerken durch die NSA kaum nachstehen.

NSA

Jeder darf sich Journalist nennen. Zu Recht.

Aber nicht nur an dieser Stelle strotzt der Gastkommentar vor Geschichtsvergessenheit, sondern es fehlt insgesamt ein grundsätzliches Verständnis für die Pressfreiheit in Deutschland. Schließlich muss man als Erstes festhalten, dass Journalist in Deutschland kein geschützter Begriff ist. Jeder kann sich so nennen. Und das aus gutem Grund: Um eine Gleichschaltung der Medien zu vermeiden, einer Kontrolle der Journalistenausbildung zu entgehen und für eine kulturelle Vielfalt unter den Journalisten zu sorgen, ist diese Berufsbezeichnung frei  – auch als Lehre aus dem Dritten Reich mit seinem Reichsverband der Deutschen Presse. Es kann sich also prinzipiell jeder Journalist sein, egal ob er auf einem Blog publiziert oder nicht.

Außerdem kann man nur mit dem Kopf schüttlen, wenn jemand, der sich um die Zukunft des Journalismus sorgt, sich nicht über die Vorratsdatenspeicherung im Allgemeinen aufregt. Stattdessen erfüllt es Herr Valentin mit Sorge, dass neben Journalisten theoretisch auch Blogger von der Datenspeicherung aller Bürger ausgenommen werden könnten. Dabei ist auch im Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ist nicht klar, wie festgestellt wird, wer als Journalist arbeitet. Also ist auch unklar, ob eine Ausnahme Blogger beinhaltet oder ob nicht viel eher die Arbeit von Journalisten im allgemeinen einschränkt wird. Darin liegt eine viel größere Gefahr für den Journalismus.

journalist500

Was ist ein Blogger?

Aber genauso unklar, wie wer ein Journalist ist, ist die Frage, wer eigentlich ein Blogger ist. Jemand der ein Blog betreibt? Was macht denn ein Blog aus? Ein Blog ist erst einmal schlicht eine Software, die es erlaubt eine Webseite zu erstellen. Die beliebteste Software dafür, das Open-Source-Projekt WordPress, steckt mittlerweile geschätzt hinter 25% der Webseiten im gesamten Internet. Längst nicht alle davon sind Blogs, viele sind Unternehmenswebseiten, Freelancer-Portfolios oder andere Webseiten.

Nun gibt es in der Wissenschaft teilweise Eingrenzungsversuche, die charakteristische Eigenschaften benennen (tatsächlich war meine erste Seminararbeit im Studium im Jahr 2009 zum damals aktuellen Thema Blogger vs. Journalisten). Beispielsweise die umgekehrt chronologische Reihenfolge in der Beiträge erscheinen. Auch das ist längst nicht mehr charakteristisch, denn es gibt so viele unterschiedliche Designs und Layouts. Auch die Einbindung von Nutzerkommentaren kann nicht als Blogmerkmal gelten: Einige der größten Blogs verzichten gänzlich auf Nutzerkommentare, umgekehrt bieten auch die meisten Webseiten klassischer Medien eine Kommentarfunktion. Viele Blogs sind inzwischen eher Onlinemagazine, die eine ganze Redaktion im Hintergrund habe. Umgekehrt werden aus Sparmaßnahmen die Onlineredaktionen vieler klassischer Zeitungen zusammengelegt.

teleprompt

Journalistische Arbeitsweise ist ausschlagebend

Diese zwei schwierigen Definitionsfragen zeigen, wie absurd die Diskussion ist (und weshalb wir sie eigentlich hinter uns gelassen haben). Wenn Valentin eine Selbstverpflichtung der Blogger fordert, tut er das wieder vor dem Hintergrund unklarer Begriffe und dem Unwissen, dass es eine solche Selbstverpflichtung in vielen Bereichen bereits gibt: Ein Großteil der Reiseblogger hat sich unter dem Reiseblogger-Kodex zusammengeschlossen. Auch ist das Netz eben kein “rechtsfreier Raum”, um einen weiteren Aphorismus von 2009 aus der Mottenkiste zu holen. Blogger und alle Onlinepublikationen operieren unter dem Recht der Meinungsfreiheit, dürfen aber ebenso wenig ungekennzeichnete Werbung machen oder falsche Behauptungen aufstellen, wie andere Medien. Wer die aktuellen Diskussionen über Schleichwerbung auf YouTube-Kanälen oder die ersten Verurteilungen wegen Beleidigungen auf Facebook verfolgt, sieht, dass die Rechtssprechung hier zwar langsam, aber doch stetig aufholt.

Entscheidend sind nicht die Bezeichnungen „Blogger“ oder „Journalisten“ sondern allein die journalistische Arbeitsweise (darüber funktioniert auch die schwammige Ausnahme bei der Vorratsdatenspeicherung). Diese muss ausschlagebend sein für eventuelle “Privilegien”. Es geht also um ein sorgsames und gründliches Arbeiten, bei „Bloggern“ und bei „Journalisten“.

heatedblogs

Ein PR-Berater schreibt in der Zeitung

Ad Absurdum wird der ganze Vorwurf dadurch geführt, dass Herr Valentin seinen Gastkommentor in einer Printzeitung veröffentlichen darf. Herr Valentin ist nämlich seines Zeichens PR-Berater. Zwar hat er irgendwann auch mal Redakteur gelernt, arbeitet aber schon lange nicht mehr hauptberuflich als Journalist. Somit führt er selbst den Beweis an, dass es nicht zwingend Blogs braucht, um undifferenzierte Meinungsstücke zu veröffentlichen.

Im Endeffekt ist Valentins größte Sorge auch eine ganz andere: PR-Leute wissen in Zukunft nicht mehr, mit wem sie sprechen sollen. Die paar Lokalredakteure, die man so kennt, reichen für richtige PR-Arbeit im Jahr 2016 eben nicht mehr aus, sondern es gibt neue Meinungsmacher. Und die sind für den Prozess der Meinungsbildung ebenso wichtig.

newmedia

 

Disclosure: Ich war 2010 bei der Rhein-Zeitung Hospitant am Social Media Desk und anschließend freier Mitarbeiter. Herrn Valentin habe ich schon mal im echten Leben bei Terminen getroffen.

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

5 interessante Effekte der neuen Quartz-App und ein Problem

2016 soll ja irgendwie das Jahr der Messenger werden. Das stellt Medien also wieder einmal vor die Herausforderung, wie kann man Inhalte über Messenger sinnvoll verbreiten. Eine Idee hat nun Quartz vor gestellt: Ihre neue iPhone App folgt einem Messenger Layout und neue Nachrichten und Schlagzeilen erreichen einen in einer Chat-Bubble.

Und das hat einige interessante Effekte:

1. Nachrichten, als würde sie mir ein Freund erzählen

Die Nachrichten wirken tatsächlich so, als würde sie mir ein Freund erzählen. Vor allem weil Quartz nicht vor Emojis, GIFs oder jeder Menge popkulturellen Anspielungen zurückschreckt.

Quartz-App-GIF

2. Ich lese die Nachrichten wirklich

Dadurch lese ich die Nachricht auch tatsächlich durch. Sie ist ja nur eine Chat-Bubble lang und kommt wie eine Unterhaltung daher.

Quartz-App-Start

3. Ich kann mich schlagfertig fühlen

Ich selbst kann mich schlagfertig fühlen. Denn als Nutzer kann ich auch jeder Nachricht antworten. Mit vorgefertigten Nachrichten und mir stehen immer zwei zum anklicken zur Auswahl. Eine davon erzählt mir mehr zu der Nachricht, die andere lässt den Chatbot zur nächsten Nachricht springen.

next_Messenger-Journalismus

4. Ich fühle mich informiert

Ich fühle mich informiert. Nach ungefähr vier Nachrichten hat der Chatbot fertig erzählt, sagt das ist alles und ich soll später wiederkommen. Ich habe einen Nachrichtenüberblick bekommen und mich sogar intensiver damit beschäftigt, als wenn ich einmal die Startseite der einschlägigen Nachrichtenportale überfliege. Mit dieser Form des Nachrichtenkonsums sollte man die Chat-App von Quartz auch vergleichen, nicht mit den intensiven Lesen einer ganzen Zeit ePaper-Ausgabe. Ich kann übrigens auf jede einzelne Chat-Nachricht klicken und komme dann auf den kompletten Artikel auf qz.com zu dem Thema. Allerdings enthält der oft gar nicht viel mehr Infos als tatsächlich in den Chats stehen, es ist nur anders aufbereitet.

Messenger Journalismus

5. Ich gucke mir sogar die Werbung an

Ich nehme die Werbung wahr. Quartz hat schon mit dem Start seiner Webseite interessante neue Werbeformen ausprobiert, die weniger stören als Banner-Overlays und trotzdem besser wahrgenommen werden. So auch mit der Chat-App: Wenn der Bot fertig erzählt hat erscheint eine gesponserte Nachricht. Klar erkennbar, aber ich nehme sie natürlich ganz anders war, weil ich ja gerade im “Ich chatte mit Freunden”-Modus bin. Wirklich clever und nicht zu aufdringlich.

Quartz-App-mini

Bonus: Quartz bekommt Daten über Nachrichtennutzung

Als kleinen Bonus bekommt Quartz natürlich jede Menge Informationen darüber, wie die Nutzer Nachrichten wahrnehmen. Welche Nachrichten finden sie wirklich interessant? Wo wollen sie mehr erfahren? Welche News überspringen sie einfach und wann klicken sie weiter auf die Webseite? All das kann Quartz aus der Reaktionen der Nutzer erfassen und damit das eigene Angebot verbessern.

Eigene App gegen andere Messenger

Das große Problem: Es ist eine App

Und nun kommen wir zum großen Problem der Quartz Nachrichten App: Es ist eine eigene App. Die Chats finden eben nicht in dem Umfeld statt in dem ich mit meinen Freunden chatte. Sie sind nicht in WhatsApp, dem Facebook Messenger oder iMessage, sondern ich muss gezielt die App öffnen und sagen: Ja, jetzt will ich mich durch Nachrichten klicken und nichts anderes. Sicher hat Quartz das genutzt und einige interessante Funktion einprogrammiert (Zum Beispiel, das jede Chatnachricht verlinkt ist zum Artikel und die vorgegebenen Antworten), aber es stellt Quartz vor die Herausforderung Menschen erst einmal dazu zu bringen die App zu installieren und dann täglich zu nutzen. Sicher, WhatsApp hat sich in letzter Zeit nicht gerade begeistert von Medienpartnerschaften gezeigt und viele wieder rausgeschmissen. Aber alle Medien, die WhatsApp bislang nur als Push- und Eilmeldungskanal missbrauchen, können sich von der Quartz-News App einiges abschauen.

2016: Das Jahr des Messenger Journalismus

Die zweite große Frage ist: Wäre so etwas nicht auch im Facebook-Messenger möglich? Es ist bekannt, das Facebook seinen Messenger zur Plattform ausbauen will und Firmen ermöglichen möchte, darüber Kundenkontakt abwickeln. Und Bild.de experimentiert mit seinen Transfernachrichten bereits mit der Messenger API. Hier wird sicher noch einiges kommen. Und nehmen wir noch all die aktuellen Snapchat-Experimente der Medien hinzu wird 2016 sicher das Jahr des Messenger Journalismus, in dem Medien versuchen, wie sie Teil der privaten Kommunikationskanäle werden.

 

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen TV Tipp

Filme fürs Wochenende – Gratis im Stream

Wir haben zusammen mit Previevv mal wieder ein paar tolle Filme für euch rausgesucht, die ihr einfach so gratis streamen könnt:

Frances Ha

Spielfilm / 83min / Mindestens verfügbar bis 16.12.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Noah Baumbachs Generationsportrait in Schwarz-Weiß: Frances (Greta Gerwig) ist 27 Jahre alt, wohnt mit ihrer besten Freundin Sophie (Mickey Sumner) in einer WG in New York und träumt von einer Karriere als Tänzerin. Als sie jedoch ihren Job verliert und Sophie beschließt aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen, gerät Frances’ Leben ins Wanken.

Zum Video


Taxi Driver

Spielfilm / 113min / Mindestens verfügbar bis 14.12. / Ab 22h
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Martin Scorseses Meisterwerk erzählt von dem eigenbrötlerischen Ex-Soldaten Travis (Robert De Niro), der als Taxifahrer in New York City arbeitet und irgendwann entscheidet die Stadt von all den Drogenhändlern und Kleinkriminellen, die ihm so verhasst sind, „zu reinigen“.

Zum Video


Gnade

Spielfilm / 126min / Verfügbar bis 16.12.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Eine deutsche Auswandererfamilie will in Norwegen den Neustart wagen. Doch schnell wird klar: Der Ortswechsel ändert nichts an der erkalteten Beziehung von Niels (Jürgen Vogel) und Maria (Birgit Minichmayr). Schließlich markiert ein folgenschwerer Unfall den Wendepunkt, an dem das Paar anfängt sich wieder einander zu nähern.

Zum Video


Deutschland 83

Unterhaltung / 4 Episoden online, je 45min
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Martin Rauch (Jonas Nay) soll als Ost-Agent für die Stasi in der Bundesrepublik spionieren. Mit neuer Identität wird er in die Bundeswehr eingeschleust. Von dort aus muss er Erkenntnisse über die Pershing-II-Stationierungen sowie auch über die Vorbereitungen für NATO-Manöver beschaffen. Das fehlende Privatleben sowie das schlechte Gewissen, was mit seiner Arbeit einhergeht, nagen sehr an dem jungen Mann.

Zum Video


Translantics

Unterhaltung / 6 Episoden zwischen 15-30min
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Britta Thies Webserie nimmt drei Frauen in den Fokus, die versuchen ihren Platz in der Welt zu behaupten. Mal mehr und mal weniger souverän navigieren sie sich durch Club-Nächte, Galerie-Eröffnungen, neue Örtlichkeiten und futuristische Startup-Spaces.

Zum Video


100 Jahre Hollywood –
Die Carl-Laemmle-Story

Kunst & Kultur / 91min / Verfügbar bis 16.12.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Hollywood ist der Ort, an dem Filme und ihre Stars frenetisch umjubelt werden. Kaum jemand ahnt, dass diese Geschichte ihren Anfang in der deutschen Provinz nahm – genauer gesagt mit dem schwäbischen Auswanderer Carl Laemmle aus Laupheim bei Ulm, der sich 1912 nach Amerika aufmachte, um dort die Universal Studios zu gründen.

Zum Video


Die Previevv-Empfehlungen für kostenlose Filme aus den Mediatheken findet ihr jede Woche bei uns oder ihr tragt euch direkt in den Newsletter ein.

 

Empfehlungen für kostenlose Filme

Hol dir die wöchentlichen Mediatheken-Empfehlungen in dein Postfach!

* indicates required



Kategorien
Politik Satire

3 krasse Fälle von Wirtschaftsflüchtlingen

Wir hören derzeit viel über Flüchtlinge, die ihr Land verlassen. Dabei ist auch immer wieder die Rede von Wirtschaftsflüchtlingen, die ihr Land nicht in Not oder Lebensgefahr verlassen, sondern weil sie sich erhoffen, woanders mehr Gold zu bekommen, in ihrem Job mehr zu verdienen oder ein besseres Leben zu verwirklichen.

Ich habe mal drei beispielhafte Fälle von Wirschaftsflüchtlingen im Video oben dargestellt.

Wirtschaftsflüchtlinge – Flucht für ein besseres Leben

Die Beispiele zeigen glaube ich ganz gut, das Wirtschaftsflucht an sich ein seltsames Wort ist und es immer auf den Blickwinkel ankommt. Oder wie es Nils Markquardt auf Twitter so passend ausdrückte:

Könnt Ihr verstehen das jemand nur für mehr Geld sein Land verlässt?

Da alles mit Geld immer schwierig und kaum öffentlich, sind die Zahlen im Video Schätzungen. Kurz zur Quellenlage:

Bei Sebastian Schweinsteiger hieß es zunächst er solle 18,5 Millionen bei Manchester United bekommen, inzwischen ist von einem „Grundgehalt von 14 Millionen Euro“ die Rede.

Roland Emmerich wir tatsächlich in einigen Listen mit 110 Millionen $ aufgeführt. Wobei ich im Video Dollar und Euro durcheinander schmeiße. Sein geschätztes Vermögen liegt also eher bei rund 100 Millionen Euro.

Theo Müller soll inzwischen sogar ein Vermögen von 3,3 Milliarden Euro haben, die 1,7 Milliarden im Video beziehen sich auf 2010. Der Umzug erfolgte 2003, aus den Gründen dafür macht er keinen Hehl.

#BloggerFürFlüchtlinge

Gerne mache ich diesen Beitrag zum Teil der Initiative „Blogger für Flüchtlinge“, die mittlerweile über 100.000 Euro für Flüchtlinge eingesammelt haben.

Kategorien
Medien Politik Youtube News & TV 2.0

LeFloids Statement zum Merkel-Interview

LeFloid hat in seinem neusten Video Stellung bezogen zu der zahlreichen Kritik an seinem Merkel-Interview. Wir veröffentlichen hier den Ausschnitt und ein Transkript seines Statements:

[dropcap type=“3″]„[/dropcap]Jetzt kommen wir zum leidigen Thema der vergangen Woche, bzw. Montag und Dienstag: Der Merkelstunt. Ja, nennen wir es Merkelstunt.

Was soll ich sagen, nachdem die klassischen etablierten Printmedien und Profijournalisten damit fertig waren LeFloid in der Luft zu zerreißen, dachte sich LeFloid:

LeFloid-Merkel-Mittelfinger
Nein im Ernst, ohne mich groß verteidigen zu wollen, weil es vielleicht auch gar nicht angebracht ist.[quote_right]Es war mein verficktes erstes Interview ever. [/quote_right]Im Vorfeld wurde mir, also auch euch, weil es waren eure Fragen, vorgeworfen das Interview wird scheiße. Denn es werden nur Fragen wie Xbox oder PlayStation gestellt werden. Und im Nachhinein wurde uns, besser gesagt mir, vorgeworfen, das Interview war trotzdem scheiße. Denn Lefloid hat verdammte Axt nochmal keine mehrjährige Berufserfahrung, es war sein verficktes erstes Interview ever.

Und das mit dem Endboss. Oder wie die VICE so schön geschrieben hat dem „Teflon-Don“. Hat mir gut gefallen. Ich persönlich dachte mir: Okay, ich habe eure Fragen an sie herangetragen. Sie hat sie mehr oder weniger klar beantwortet. Einige sogar sehr klar, aber offensichtlich sollte ich mich da doch hinsetzen einmal laut „Penis“ rufen, dafür sorgen dass die Kanzlerin anfängt zu heulen und das Interview abgebrochen wird.

[quote_center]Offensichtlich sollte ich mich da hinsetzen und einmal laut „Penis“ rufen.[/quote_center]

Kommen wir aber nichtsdestotrotz zu den am häufigsten gestellten Fragen:  Wurde ich dafür bezahlt?
Nein, verdammte Axt!

LeFloid-Merkel-Statement
Warum habe ich es dann gemacht? Weil es die fuckin‘ Kanzlerin war und ich ein fuckin‘ Youtuber bin, der die fuckin‘ Kanzlerin interviewen wollte. Mit euren Fragen.

Ohne scheiß, du sagst vorm Videospiele Endboss auch nicht: Ne, den Schritt gehe ich jetzt nicht mehr, das traue ich mich nicht. Klar war ich schweinenervös.

Aber was wollte ich? Ich wollte ihr eure Fragen stellen. Habe ich gemacht. Das danach nicht die Welt explodiert ist, oh. Da muss ich wohl die ganzen heftigen und Welt verändernden Enthüllungen über Merkel in der letzten Zeit durch echte Journalisten verpasst haben.

Aber wofür stehe ich? Ich stehe dafür mit Jugendlichen, jungen Leuten und eigentlich allen in Dialog zu treten. [quote_left]Auch ich werde nach dem Interview garantiert nicht CDU wählen.[/quote_left] Allen, denen man vorwürft sie würden einen Fick auf Politik oder diese Welt geben. Sie seien einfach uninteressiert, zu nichts nütze und irgendwie scheiße. Nein, sind sie nicht. Hunderttausende haben das Interview gesehen, Hunderttausende haben ihre Fragen beantwortet bekommen und Hunderttausende werden auch nach diesem Interview garantierte nicht CDU wählen. Mich eingeschlossen. Das war eine kurze Erklärung dazu.


Meine 5¢: Spannend finde ich, wie leFloid seine Community in die Kritik miteinbezieht. Er versteht, oder stellt, es als gemeinsames Projekt mit seinen Zuschauern dar. Für die hat er die Fragen an Merkel gestellt. Dementsprechend ist jede Kritik an ihm auch gleich eine Kritik an seinen Zuschauern und Fans. Die daraus sicher noch einen Vorbehalt mehr gegen etablierten Medien stricken werden.

Alle Bilder: LeFloid

Regelmäßig Neues aus der neuen Medienwelt gibt es in den Morgenlinks: [mc4wp_form]

Kategorien
Politik Youtube News & TV 2.0

LeFloid interviewt Bundeskanzlerin Angela Merkel

Der YouTuber LeFloid soll am Freitag Angela Merkel treffen und interviewen dürfen. Nachdem schon US-Präsident Obama sich einigen großen Youtubern gestellt hat, ist nun die deutsche Bundeskanzlerin auch soweit.

Nach dem Start einer Facebookseite und eines Instagram-Accounts ist nun YouTube dran. Zwar hat die @Bundesregierung schon länger einen eigenen YouTube-Account, der ist mit 12.000 Abonnenten und 25.041 Videoviews im Monat aber nur mäßig erfolgreich. So haben die engagierten Social Media Berater mit ausgesprochener Webvideoexpertise wohl geraten, was man in solche Situation rät: Kooperation mit erfolgreicheren YouTubern.

Das LeFloid Merkel Interview

Und nun interviewt LeFloid Merkel. Am kommenden Freitag darf er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen und ihr Fragen rund um “GUTES LEBEN” stellen. Dazu sammelt LeFloid bis dahin gezielt Fragen aus der Community unter dem #NetzfragtMerkel.

Interessanterweise hatte es bereits nach dem Obama Interview und dem #YoutubeAsksObama in Deutschland die Initiative #YTfragtMerkel mit zahlreichen Fragen auf Twitter gegeben. Diese sollte Angela Merkel genau zu einem solchen Interview überreden. Anscheinend ist das im Bundespresseamt auch aufgeschlagen und man hat sich dazu breitschlagen lassen.

LeFloid Merkel Interview: Gutes Leben oder Grexit?

Erscheinen soll das LeFloid Merkel Interview dann am nächsten Montag. Ich bin gespannt, wie kritisch das Interview wird, oder ob man versucht hat mit der Einschränkung „Wie wir uns eigentlich ein gutes Leben vorstellen“ genau diesen zu entgehen. Ebenso gespannt bin ich wie sich LeFloid als Interviewer schlagen wird, schließlich wehrt er sich immer dagegen als Journalist oder „Anchorman von YouTube“ betitelt zu werden, nun macht er aber einen weiteren Schritt in dieses Territorium. Aber er hat ja seine Community im Rücken und vielleicht muss die ihm nur gute Fragen vorlegen.

LeFloid ist vor kurzem zum YouTube-Netzwerk von Pro7Sat.1 gewechselt.

 

Aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt fasse ich auch in meinem Newsletter zusammen. Mit Video. [mc4wp_form]