Kategorien
Medien Netz &

Wie die Jugend Snapchat benutzt

Snapchat ist ja so unfassbar jung. Und das merken schmerzlich auch all diejenigen, die bislang jung geblieben und hip als Social Media Gurus gefragt waren und nun damit kokettieren, dass sie Snapchat einfach nicht verstehen oder wie schrecklich doch die UI der App sei. Jetzt begreifen sie aber gerade, dass das mit dem Kokettieren nicht ewig funktioniert. Immerhin gibt es inzwischen 100 Millionen tägliche Snapchat Nutzer. Plötzlich wollen Unternehmen beraten, Kampagnen kreiert und verkauft werden. Also laden sich alle panisch White Paper herunter und kaufen Barcamp-Tickets, um sich die App dann doch mal erklären zu lassen.

Mein Erweckungsmoment als Snapchat Nutzer

Ich hatte meinen eigenen schmerzhaften Erweckungsmoment, als ich letztes Jahr mit Georg (17) auf dem HipHop Open in Stuttgart war. Ich experimentierte mit Snapchat, er benutzte es selbstverständlich. Abends dann der Schreck: Ich, als hipper
jung gebliebener Social Media Guru, hatte gerade einmal 10 Abrufe auf meiner Snapchat Story. Georg (17), kein Social Media Guru, sondern einfach Schüler, hatte locker das 8-fache an Abrufen. Deswegen habe ich mich jetzt mit dem Snapchat Nutzer Georg (17) zusammengesetzt, um mir doch mal erklären zu lassen, wie er die App benutzt.

Snapchat Nutzer auf der HipHop Open

Die Hälfte der Klasse nutzt Snapchat

Interessant ist, dass die wichtigste App wohl WhatsApp ist und bleibt. Für Absprachen, Kommunikation und Austausch in der Gruppe. Snapchat dagegen ist für die Momentkommunikation. WhatsApp haben alle, Snapchat-Nutzer ist ungefähr die Hälfte der Klasse. Welches High Protein Food ist gerade auf dem Teller? Kurz gesnappt und weiter. Der große Vorteil im Gegensatz zum Food Porn bei Instagram: Das Essen muss nicht Hochglanz aussehen. Hier muss keine Extrabeleuchtung her, kein Filter drüber gelegt und keine Farbtöne justiert werden. Mit etwas Glück ist das Essen also sogar noch warm. Denn auch der Snap ist ja nach wenigen Sekunden verschwunden. Snapchat ist also, im wahrsten Sinne des Wortes, ungefiltert.

Ein Snapchat Nutzer mit Selfie-FilterSelfie-Filter sind uncool

Während es zum traurigen Tageshighlight jedes Social Media Redakteurs gehört, die täglich aktuellen Selfie-Filter (offiziell Linsen) auszuprobieren, ist es mit 17 eher uncool den Mitschülern und Freunden sich selbst mit albernen Grimassen zu schicken. Dann lieber ein Schwarzweiß-Selfie.

Ein Snapchat Nutzer als cooles Schwarweiß-Selfie

Snapchat ist Kommunikation, nicht Konsum

Die Discover-Funktion benutzt Georg (17) gar nicht. Die Medienangebote interessieren ihn dort nicht und deutsche Medien wünscht er sich dort mittelfristig nicht. Snapchat dient zur Kommunikation. Höchstens bei einem Sportereignis wird mal in die „ultralangen“ Live-Stories von 300 Sekunden reingeschaut.

Snapchat CNN

Das Alles verschwindet ist schon okay

Da Snapchat für die Alltagskommunikation gilt, ist es schon okay, dass alles wieder verschwindet. Da wird schnell mit einem Bild geantwortet oder ein, zwei Worten im Chat. Für verlässliche Absprachen gibt es ja wie gesagt WhatsApp. Wen interessiert das Essen, nachdem es gegessen ist? Und wer weiß, ob das Schwarzweiß-Selfie in ein paar Jahren noch cool ist?

Die Rache des Social Media Gurus

Inzwischen habe ich als hipper, jung gebliebener Social Media Guru meine Snapchat-Experimente natürlich weiter professionalisiert. Nicht einfach Alltagskommunikation. Formatierung und Strategie. Kampagne für Konsum. Mein Snapchat-Kanal wird inzwischen von Mediendiensten für andere Social Media Gurus empfohlen und meine Story bekommen locker hunderte Abrufe.

Leider belohnt Snapchat mit seinen Snappoints vor allem Austausch. Georg hat 10.000 Snappoints, ich gerade mal 989.

Snapchat Nutzer Name: netzfeuilleton
Adde mich auf Snapchat
  • Mir ist schon klar, dass wir es hier mit einem Sample von 1 zu tun haben.
  • Sorry, für das verrauschte Bild und den rauschenden Ton.
Kategorien
morgenlinks

Meine 30 Tage Webvideo-Challenge

Weißt du noch, was Du dir dieses Jahr für gute Vorsätze gefasst hast? Hast Du sie durchgehalten? Ich habe mir zwei große gemacht. Einer war sicher diesen Newsletter wieder zu beleben. Aber vor allem habe ich mir vorgenommen 25 Minuten Sport am Tag zu machen und 25 Minuten zu lesen. Warum genau so im, dazu mehr im Video.

Mein 2. Guter Vorsatz

Ich habe noch einen zweiten guten Vorsatz: Mich alle 30 Tage einer neue Aufgabe zu widmen. Die erste war es meine Masterarbeit endlich abzuschließen. Hat etwas länger gedauert, aber wenn du dies liest bin ich grade auf dem Weg zu meiner mündlichen Prüfung. Dann ist diese Challenge abgeschlossen. Zeit für neue Herausforderungen.

Jeden Tag an einem Webvideo arbeiten

Meine nächste Challenge ist es jeden Tag an einem Webvideo zu arbeiten. 30 Tage lang. Und diese Challenge möchte ich hier und in meinem Newsletter begleiten. Webvideo ist nach wie vor mit der spannendste Bereich, der sich weiter rasant entwickelt. Zum Beispiel:

Facebook bevorzugt Live Video

Nachdem Facebook lange Video bevorzugt hat, bevorzugen sie nun im Newsfeed gezielt Live Videos. Schließlich bleiben die Leute bei Live Videos dreimal länger dran – und Facebook tut alles dafür Menschen länger auf der Plattform zu halten. Auf der anderen Seite ist es natürlich sinnvoll, aktuelle Livevideos im Newsfeed nach oben zu setzen, schließlich sind sie ja vor allem interessant während sie andauern.
Momentan führt das dazu das die Facebook-Benachrichtigungen unbrauchbar sind, weil ständig eines der jungen Medien Startups, die allein von Facebook-Reichweite leben, gerade live ist.

Aber auch ich will solche Trends ja immer nicht nur beobachten, sondern ausprobieren (und Leute mit Benachrichtigungen nerven). Deshalb werde ich während der Challenge auch etwas mit Livestreams rumspielen und dann berichten, was ich mitnehme. Am Sonntag habe ich mich zum Start meiner Challenge, schon mal an einem Livestream kurz vor der Wahl probiert. Und ich muss noch üben. Es ist gar nicht so leicht, auch noch Live in eine Kamera zu sprechen und dabei noch zu versuchen auf Kommentare zu reagieren. Jetzt weiß ich, warum in Nachrichtenstudios mehrere Leute arbeiten.

Snapchat ist einfach

Da finde ich Snapchat schon einfacher. Auch wenn viele meinen, es wäre immer noch ein Ausdruck besonderer Cleverness zu behaupten, dass man Snapchat nicht verstehe. Dabei finde ich es in der Kombination aus Bild, Video und Text leichter eine Geschichte zu erzählen. Damit habe und will ich ebenfalls im Rahmen dieser Challenge weiter experimentieren. Und natürlich hier meine Ergebnisse mit dir teilen und verraten, was ich bis dahin gelernt habe.

Snapchat ist einfach

Neue Formate für YouTube entwickeln

Als drittes Feld will ich auf YouTube neue Formate ausprobieren und bestehende überarbeiten. Denn wer sich YouTube in Deutschland gerade anschaut, der findet zum Großteil endlose Schmink Infomercials, geschmachlose Pranks und Vlogs mit wenig Gehalt. Veränderung erwarte ich hier im Laufe des Jahres, wenn das angekündigte Junge Angebot von ARD und ZDF dann doch mit einem ordentlichen Batzen Geld in den Markt tritt. Aber vorher ist noch etwas Zeit rumzuspielen.

Was dich im Newsletter erwartet

In Zukunft gibt es im Newsletter mehr Beobachtungen aus erster Hand, angereichert mit theoretischen Überlegungen im Hintergrund. Die Themen, Medien und ihre Entwicklung, bleiben ähnlich. Aber einfache Newszusammenfassungen liefern andere inzwischen besser und regelmäßiger (Ich empfehle an dieser Stelle das Social Media Watchblog). lch will mich lieber intensiver einem Thema widmen. Gerne auch weiterhin mit spezifischem Video (Wenn das zu noch mehr Newsletter-Empfehlungen führt).
Es fühlt sich gut an wieder diesen Newsletter zu schreiben. Ich freie mich auf dein Feedback, nächste Woche dann mit dem ersten richtigen Thema. Sorrry for Rambling, Danke fürs Lesen

Jannis
@netzfeuilleton

P.S.: Tatsächlich habe ich auch schon ein erstes Gameshow-Format auf YouTube hochgeladen. Etwas silly geht es darin um die amazon Bestsellerlisten und ist eigentlich auf der letzten Buchmesse entstanden.

[mc4wp_form]

Kategorien
Bücher Kultur Video

In den Untiefen der Amazon Charts: Bestseller oder Schundheft

Die Buchmesse Leipzig steht vor der Tür – und damit unzählige Titel die auf einen Platz auf der Bestsellerliste hoffen. Doch in Zeiten von Kindle und eBooks, braucht eigentlich kaum noch Messen, Verlage oder Papier. Mit wenigen Klicks kann heute jeder seine gesammelten Werke, Memoiren und Romane veröffentlichen. Als Amazon Kindle Single hofft man dann auf einen Platz unter den amazon Charts Bestsellern.

Softporno unter den Amazon Charts Bestsellern

Wie weit es solche eBooks bringen können hat der geschriebene Softporno „50 Shades of Grey“ bereits bewiesen. Der Erfolg dieses Buch hat auch dazu geführt, das die klischeehafte frustrierte Hausfrau als Zielgruppe identifiziert und seither überbedient wird. Folglich wimmelt es unter den Amazon Charts Bestsellern von kitschigen Romanzen, leichter Erotik und Liebesklischees.

Besonders lustig nutzten das 2012 Brian Brushwood und Justin Robert Young vom NSFW Podcast aus, die ihre Community einen Bestseller schreiben ließen. 30 Seiten stumpfste, crowdgesourcte Sexfantasie schaffte es schließlich bis auf Platz fünf unter die amazon Charts Bestseller.

Eine Gameshow über amazon Charts Bestseller und Schundhefte

All das hatte ich Kopf, als Tausendsassa Leander Wattig mich letzten Herbst fragte, ob ich nicht die Orbanism Bühne auf der Buchmesse etwas bespielen wollte. Vermutlich hatte ich auch gerade noch eine Folge „Viral oder Egal“  gesehen und so entstand die Idee einer Gameshow, bei der man die Platzierung von amazon Charts Bestsellern raten muss. Was rankt höher? „Mein Nachbar und ich – Das erste Mal“ oder „Königsweg Kaiserschnitt“? „Tiffany Hot & Sexy“ oder „Pimp deinen Darm“ mit Kefir?

Was rankt höher? „Tiffany Hot & Sexy“ oder „Pimp Deinen Darm“?

Rausgekommen ist dabei „Schundheft oder Bestseller„. Und ich bin jetzt, als Teil meiner „30 Tage Webvideo-Challenge“ endlich dazu gekommen das Material zu schneiden. Mich interessiert natürlich euer Feedback, denn im Zweifelsfall gibt es noch etwas Material für eine zweite Folge.

Bedanken will ich mich an dieser Stelle bei Leander und Orbanism Team für die Organisation, bei Marina für die Kamera, VoiceRepublic für das Audio und Bastei Lübbe für das Bereitstellen der Preise.

Kategorien
Flimmern & Sehen

Wenn Kinder die 4. Staffel House of Cards schreiben würden

Frank Underwood äh, Kevin Spacey trommelt gerade für die 4. Staffel der Netflix-Serie „House of Cards“.

4. Staffel House of Cards ab dem 4. März

Ab dem 4. März soll die vierte Staffel zum binge watchen bereitstehen, hierzulande aber nicht über Netflix. Stattdessen hat Sky noch immer die Erstaustrahlungsrechte, verspricht aber sie zeitgleich mit dem USA Start der 4. Staffel House Of Cards auf Sky* Go, Sky On Demand und Sky Online im Originalton zur Verfügung stellen.4. Staffel House of Cards

Kampagne: Frank Underwood 2016

Bis dahin kann man sich mit der aufwändig gemachten Wahlkampagne für Frank Underwood unterhalten. Komplett mit eigener Kampagnenwebseite und Wahlwerbespot.

Mit dem Slogan FU 2016 und „Anything for America“ gleichzeitig eine Parodie auf den aktuellen US Vorwahlkampf der Präsidentschaftswahl, sowie Teaser auf die nächste Staffel, in der auch Underwood sich der Wahl stellen muss.

Staffel 4 schon jetzt aus Feder von Kindern

All die Vorfreude hat Jimmy Fallon und seine „Tonight Show“ auf die Idee gebracht die 4. Staffel „House of Cards“ doch einfach jetzt schon zu drehen. Mit Kevin Spacey in der Hauptrolle, aber mit eigenen Szenen. Geschrieben von Kindern, die keine anderen Vorgaben hatten als den Titel „House of Cards“ und die auch sonst die Serie nicht kennen. Und das Ergebnis sehr ihr oben und es ist wunderbar.

Kevin Spacey parodiert Christopher Walken

Dabei packt Kevin Spacey auch sein altes Talent der Parodien bekannter Schauspieler wieder aus. So ist der Garbageman in der ersten Szene ein Rückgriff auf seine Christopher Walken Imitation. Wer hatte noch im Kopf, dass der Mann hinter dem grausamen Frank Underwood so lustig sein kann und Gestik und Sprachrhythmus vom Al Pacino bis Marlon Brando und Audrey Hepburn perfekt imitiert.

Kinderszenen für Oscar-Kandidat „Bridge of Spies“

Aber genug von Kevin Spacey geschwärmt, das oben eingebettete Jimmy Fallon Segment ist einfach brillant. Und auch Schauspieler Tom Hanks hat sich schon darauf eingelassen Szenen aus dem oscarnominierten Bridge of Spies* mit dem Late Night Host nach zu spielen. Auch hier von Kindern geschrieben. Auch hier brillant.

*Partnerlinks

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

Blogger vs. Journalisten: Wie die Rhein-Zeitung versucht eine Diskussion aus 2009 wiederzubeleben

Das Jahr 2009 hat angerufen, es hätte gerne seine Diskussion zurück, schoss mir durch den Kopf als ich den Gastkommentar von Andreas Valetin in der Rhein-Zeitung entdeckte. Auch die FAS hat gerade wieder Spaß auf Bloggern rumzuhacken. Da versucht doch ungelogen jemand im Jahr 2016 das Fass Blogger vs. Journalisten wieder aufzumachen. Valentin nimmt die Debatte dann auch noch vor dem Hintergrund der #Landesverrat-Affäre wieder auf und hier wird es endgültig reaktionär.

Die Rhein-Zeitung, die Blogs sonst eher freundlich gegenübersteht, ist sich aber nicht zu schade, dem auf Seite 2 ordentlich Raum zu geben.

Errungenschaft: Auch Blogger erfüllen eine öffentliche Aufgabe

Tatsächlich war es eine der großen Errungenschaften der #Landesverrat-Debatte rund um die Ermittlungen von Generalbundesanwalt Range gegen das Fachblog netzpolitik.org, dass sie nicht vor dem Hintergrund Journalisten vs. Blogger geführt wurde. Stattdessen stellten sich alle großen Medien einhellig hinter netzpolitik.org als die Informations- und Pressfreiheit durch fragwürdige Verwicklungen aus Verfassungsschutz und Bundesanwaltschaft bedroht wurde. Tatsächlich liegt an dieser Stelle der Vergleich zum Spiegel-Urteil aus dem Jahr 1966 nicht fern. Damals zitierte der Spiegel Bundeswehr-Papiere und anschließend wurde gegen die Redaktion wegen Landesverrats ermittelt. Schließlich urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Presse einen öffentlichen Auftrag wahrnimmt und in der Demokratie zur Meinungsbildung beiträgt. Dieses Urteil ist bis heute das wichtigste Urteil zur Pressefreiheit in der Geschichte der Bundesrepublik und definiert die öffentliche Aufgabe der Presse. Wem das irgendwie bekannt vorkommt: Genau diese öffentliche Aufgabe nahm auch netzpolitik.org wahr, als es die Öffentlichkeit darüber informierte, dass der Verfassungsschutz Pläne in der Schublade hat, die der Überwachung von Sozialen Netzwerken durch die NSA kaum nachstehen.

NSA

Jeder darf sich Journalist nennen. Zu Recht.

Aber nicht nur an dieser Stelle strotzt der Gastkommentar vor Geschichtsvergessenheit, sondern es fehlt insgesamt ein grundsätzliches Verständnis für die Pressfreiheit in Deutschland. Schließlich muss man als Erstes festhalten, dass Journalist in Deutschland kein geschützter Begriff ist. Jeder kann sich so nennen. Und das aus gutem Grund: Um eine Gleichschaltung der Medien zu vermeiden, einer Kontrolle der Journalistenausbildung zu entgehen und für eine kulturelle Vielfalt unter den Journalisten zu sorgen, ist diese Berufsbezeichnung frei  – auch als Lehre aus dem Dritten Reich mit seinem Reichsverband der Deutschen Presse. Es kann sich also prinzipiell jeder Journalist sein, egal ob er auf einem Blog publiziert oder nicht.

Außerdem kann man nur mit dem Kopf schüttlen, wenn jemand, der sich um die Zukunft des Journalismus sorgt, sich nicht über die Vorratsdatenspeicherung im Allgemeinen aufregt. Stattdessen erfüllt es Herr Valentin mit Sorge, dass neben Journalisten theoretisch auch Blogger von der Datenspeicherung aller Bürger ausgenommen werden könnten. Dabei ist auch im Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ist nicht klar, wie festgestellt wird, wer als Journalist arbeitet. Also ist auch unklar, ob eine Ausnahme Blogger beinhaltet oder ob nicht viel eher die Arbeit von Journalisten im allgemeinen einschränkt wird. Darin liegt eine viel größere Gefahr für den Journalismus.

journalist500

Was ist ein Blogger?

Aber genauso unklar, wie wer ein Journalist ist, ist die Frage, wer eigentlich ein Blogger ist. Jemand der ein Blog betreibt? Was macht denn ein Blog aus? Ein Blog ist erst einmal schlicht eine Software, die es erlaubt eine Webseite zu erstellen. Die beliebteste Software dafür, das Open-Source-Projekt WordPress, steckt mittlerweile geschätzt hinter 25% der Webseiten im gesamten Internet. Längst nicht alle davon sind Blogs, viele sind Unternehmenswebseiten, Freelancer-Portfolios oder andere Webseiten.

Nun gibt es in der Wissenschaft teilweise Eingrenzungsversuche, die charakteristische Eigenschaften benennen (tatsächlich war meine erste Seminararbeit im Studium im Jahr 2009 zum damals aktuellen Thema Blogger vs. Journalisten). Beispielsweise die umgekehrt chronologische Reihenfolge in der Beiträge erscheinen. Auch das ist längst nicht mehr charakteristisch, denn es gibt so viele unterschiedliche Designs und Layouts. Auch die Einbindung von Nutzerkommentaren kann nicht als Blogmerkmal gelten: Einige der größten Blogs verzichten gänzlich auf Nutzerkommentare, umgekehrt bieten auch die meisten Webseiten klassischer Medien eine Kommentarfunktion. Viele Blogs sind inzwischen eher Onlinemagazine, die eine ganze Redaktion im Hintergrund habe. Umgekehrt werden aus Sparmaßnahmen die Onlineredaktionen vieler klassischer Zeitungen zusammengelegt.

teleprompt

Journalistische Arbeitsweise ist ausschlagebend

Diese zwei schwierigen Definitionsfragen zeigen, wie absurd die Diskussion ist (und weshalb wir sie eigentlich hinter uns gelassen haben). Wenn Valentin eine Selbstverpflichtung der Blogger fordert, tut er das wieder vor dem Hintergrund unklarer Begriffe und dem Unwissen, dass es eine solche Selbstverpflichtung in vielen Bereichen bereits gibt: Ein Großteil der Reiseblogger hat sich unter dem Reiseblogger-Kodex zusammengeschlossen. Auch ist das Netz eben kein “rechtsfreier Raum”, um einen weiteren Aphorismus von 2009 aus der Mottenkiste zu holen. Blogger und alle Onlinepublikationen operieren unter dem Recht der Meinungsfreiheit, dürfen aber ebenso wenig ungekennzeichnete Werbung machen oder falsche Behauptungen aufstellen, wie andere Medien. Wer die aktuellen Diskussionen über Schleichwerbung auf YouTube-Kanälen oder die ersten Verurteilungen wegen Beleidigungen auf Facebook verfolgt, sieht, dass die Rechtssprechung hier zwar langsam, aber doch stetig aufholt.

Entscheidend sind nicht die Bezeichnungen „Blogger“ oder „Journalisten“ sondern allein die journalistische Arbeitsweise (darüber funktioniert auch die schwammige Ausnahme bei der Vorratsdatenspeicherung). Diese muss ausschlagebend sein für eventuelle “Privilegien”. Es geht also um ein sorgsames und gründliches Arbeiten, bei „Bloggern“ und bei „Journalisten“.

heatedblogs

Ein PR-Berater schreibt in der Zeitung

Ad Absurdum wird der ganze Vorwurf dadurch geführt, dass Herr Valentin seinen Gastkommentor in einer Printzeitung veröffentlichen darf. Herr Valentin ist nämlich seines Zeichens PR-Berater. Zwar hat er irgendwann auch mal Redakteur gelernt, arbeitet aber schon lange nicht mehr hauptberuflich als Journalist. Somit führt er selbst den Beweis an, dass es nicht zwingend Blogs braucht, um undifferenzierte Meinungsstücke zu veröffentlichen.

Im Endeffekt ist Valentins größte Sorge auch eine ganz andere: PR-Leute wissen in Zukunft nicht mehr, mit wem sie sprechen sollen. Die paar Lokalredakteure, die man so kennt, reichen für richtige PR-Arbeit im Jahr 2016 eben nicht mehr aus, sondern es gibt neue Meinungsmacher. Und die sind für den Prozess der Meinungsbildung ebenso wichtig.

newmedia

 

Disclosure: Ich war 2010 bei der Rhein-Zeitung Hospitant am Social Media Desk und anschließend freier Mitarbeiter. Herrn Valentin habe ich schon mal im echten Leben bei Terminen getroffen.

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

5 interessante Effekte der neuen Quartz-App und ein Problem

2016 soll ja irgendwie das Jahr der Messenger werden. Das stellt Medien also wieder einmal vor die Herausforderung, wie kann man Inhalte über Messenger sinnvoll verbreiten. Eine Idee hat nun Quartz vor gestellt: Ihre neue iPhone App folgt einem Messenger Layout und neue Nachrichten und Schlagzeilen erreichen einen in einer Chat-Bubble.

Und das hat einige interessante Effekte:

1. Nachrichten, als würde sie mir ein Freund erzählen

Die Nachrichten wirken tatsächlich so, als würde sie mir ein Freund erzählen. Vor allem weil Quartz nicht vor Emojis, GIFs oder jeder Menge popkulturellen Anspielungen zurückschreckt.

Quartz-App-GIF

2. Ich lese die Nachrichten wirklich

Dadurch lese ich die Nachricht auch tatsächlich durch. Sie ist ja nur eine Chat-Bubble lang und kommt wie eine Unterhaltung daher.

Quartz-App-Start

3. Ich kann mich schlagfertig fühlen

Ich selbst kann mich schlagfertig fühlen. Denn als Nutzer kann ich auch jeder Nachricht antworten. Mit vorgefertigten Nachrichten und mir stehen immer zwei zum anklicken zur Auswahl. Eine davon erzählt mir mehr zu der Nachricht, die andere lässt den Chatbot zur nächsten Nachricht springen.

next_Messenger-Journalismus

4. Ich fühle mich informiert

Ich fühle mich informiert. Nach ungefähr vier Nachrichten hat der Chatbot fertig erzählt, sagt das ist alles und ich soll später wiederkommen. Ich habe einen Nachrichtenüberblick bekommen und mich sogar intensiver damit beschäftigt, als wenn ich einmal die Startseite der einschlägigen Nachrichtenportale überfliege. Mit dieser Form des Nachrichtenkonsums sollte man die Chat-App von Quartz auch vergleichen, nicht mit den intensiven Lesen einer ganzen Zeit ePaper-Ausgabe. Ich kann übrigens auf jede einzelne Chat-Nachricht klicken und komme dann auf den kompletten Artikel auf qz.com zu dem Thema. Allerdings enthält der oft gar nicht viel mehr Infos als tatsächlich in den Chats stehen, es ist nur anders aufbereitet.

Messenger Journalismus

5. Ich gucke mir sogar die Werbung an

Ich nehme die Werbung wahr. Quartz hat schon mit dem Start seiner Webseite interessante neue Werbeformen ausprobiert, die weniger stören als Banner-Overlays und trotzdem besser wahrgenommen werden. So auch mit der Chat-App: Wenn der Bot fertig erzählt hat erscheint eine gesponserte Nachricht. Klar erkennbar, aber ich nehme sie natürlich ganz anders war, weil ich ja gerade im “Ich chatte mit Freunden”-Modus bin. Wirklich clever und nicht zu aufdringlich.

Quartz-App-mini

Bonus: Quartz bekommt Daten über Nachrichtennutzung

Als kleinen Bonus bekommt Quartz natürlich jede Menge Informationen darüber, wie die Nutzer Nachrichten wahrnehmen. Welche Nachrichten finden sie wirklich interessant? Wo wollen sie mehr erfahren? Welche News überspringen sie einfach und wann klicken sie weiter auf die Webseite? All das kann Quartz aus der Reaktionen der Nutzer erfassen und damit das eigene Angebot verbessern.

Eigene App gegen andere Messenger

Das große Problem: Es ist eine App

Und nun kommen wir zum großen Problem der Quartz Nachrichten App: Es ist eine eigene App. Die Chats finden eben nicht in dem Umfeld statt in dem ich mit meinen Freunden chatte. Sie sind nicht in WhatsApp, dem Facebook Messenger oder iMessage, sondern ich muss gezielt die App öffnen und sagen: Ja, jetzt will ich mich durch Nachrichten klicken und nichts anderes. Sicher hat Quartz das genutzt und einige interessante Funktion einprogrammiert (Zum Beispiel, das jede Chatnachricht verlinkt ist zum Artikel und die vorgegebenen Antworten), aber es stellt Quartz vor die Herausforderung Menschen erst einmal dazu zu bringen die App zu installieren und dann täglich zu nutzen. Sicher, WhatsApp hat sich in letzter Zeit nicht gerade begeistert von Medienpartnerschaften gezeigt und viele wieder rausgeschmissen. Aber alle Medien, die WhatsApp bislang nur als Push- und Eilmeldungskanal missbrauchen, können sich von der Quartz-News App einiges abschauen.

2016: Das Jahr des Messenger Journalismus

Die zweite große Frage ist: Wäre so etwas nicht auch im Facebook-Messenger möglich? Es ist bekannt, das Facebook seinen Messenger zur Plattform ausbauen will und Firmen ermöglichen möchte, darüber Kundenkontakt abwickeln. Und Bild.de experimentiert mit seinen Transfernachrichten bereits mit der Messenger API. Hier wird sicher noch einiges kommen. Und nehmen wir noch all die aktuellen Snapchat-Experimente der Medien hinzu wird 2016 sicher das Jahr des Messenger Journalismus, in dem Medien versuchen, wie sie Teil der privaten Kommunikationskanäle werden.

 

Kategorien
Netz &

Twitter integriert Periscope Livestreams direkt in Tweets

Livestreams direkt in Tweets? Die letzte Neuerung ist erst ein paar Tage alt, da kommt schon das nächste Feature für Twitter: Die hauseigenen Periscope Streams sollen direkt in Tweets integriert werden. Das heißt Livestreams werden direkt in die zugehörigen Tweets eingebettet und sind dort sichtbar.

Twitter bettet Periscope Livestreams ein

Twitter integriert Periscope Livestreams

Periscope Livestreams bekommen Autoplay, Retweet und Reply

Zusätzlich bekommen die Streams Autoplay, das bedeutet Livestreams die Nutzer über die Periscope App starten spielen automatisch, ohne Ton in Tweets an. Außerdem kann mit diesen Tweets dann natürlich genau so interagiert werden, wie mit Tweets: Sie können geherzt, retweetet und beantwortet werden.  Letztere Änderung ist interessant, da die Periscope-Kommentare bislang auf maximal 100 gleichzeitige Nutzer begrenzt waren. Hier könnten einfache Twitter-Replies jetzt ein Ausweg sein. Für die fliegenden Herzen in allen Farben und das direkte Kommentieren im Stream braucht es aber weiterhin die Periscope App.

[easy-tweet tweet=“Twitter bettet Periscope Livestreams direkt in Tweets ein“ user=“netzfeuilleton“ usehashtags=“no“]

Auch die Retweets könnten natürlich für eine wesentlich schnellere Verbreitung der Streams sorgen und dazu beitragen, dass Periscope Streams ein größeres Publikum erreichen. Auch die  Downloads der Periscope-App insgesamt könnte es beflügeln, die in meiner Wahrnehmung in letzter Zeit im Wachstum eher stagniert.

Twitters Antwort auf Facebook Livestreams

Natürlich ist das ganze auch als Antwort auf Facebook zu verstehen, die mit Facebook Mentions und der immer weiteren Öffnung von Livestreams Twitter im Echtzeitvideo-Trend recht schnell eingeholt haben. Zusätzlich ist es natürlich eine Erweiterung des Formats „Tweet“. Und das in einer Zeit, in der die Aufhebung des 140 Zeichen Limits auf Twitter quasi als bestätigt gilt. Auch das Limit, das Periscope Streams nur bis 24 Stunden nach ihrer Ausstrahlung abrufbar sind könnte damit bald der Vergangenheit angehören.

Twitter wird zur Multimedia Plattform

Twitter setzt seinen Weg zur Multimedia-Plattform fort. Was eins mit 140 Zeichen Text anfing, kann nun alle möglichen Medien enthalten. Während man also alte Medien umwirbt, versucht man durchaus auch eine eigene Distributionsplattform für Medieninhalte zu werden.

Folgt uns auf Twitter: @netzfeuilleton

 

Update: Ich habe das mit den Periscope Livestreams dann direkt mal ausprobiert. Zuschauer melden mir, dass es funktioniert hat und ich konnte den Stream auch auf dem iPad sehen. Bislang ist das Embedded Feature allerdings nur für iOS verfügbar, Web und Android Version sollen folgen.

 

Kategorien
Netz & Youtube News & TV 2.0

Neues Feature: Twitter führt TV Timeline in Deutschland ein

Twitter führt ein neues Feature in Deutschland ein: Die sogenannten Twitter TV Timelines. Zur Premiere der neuen zdfneo Talksendung „Schulz & Böhmermann“ mit Jan Böhmermann und Olli Schulz hat Twitter das TV Timeline Feature auch in Deutschland freigeschaltet.

Link zur Twitter TV Timeline

Twitter TV Timeline sammelt die besten Tweets zu Fernsehsendungen

Dabei sammelt Twitter zentral auf einer Seite die „besten Tweets“ zum Hashtag der Sendung. Zusätzlich gibt es einen Tab mit dem Überblick über den Cast und deren Tweets uir Sendung, sowie eine Medienübersicht – also Videos, Fotos, etc., die zu der Sendung getwittert wurden.  Außerdem erscheint unter jedem Tweet in der normalen Timeline mit dem Hashtag #sundb ein Link zu „Beste Tweets über Schulz und Böhmermann“. Bislang kann ich all das allerdings nur in der iPhone-App finden.

TV Timeline von Twitter
Interessanterweise hat man sich am Sonntagabend nicht das Twitterphänomen #Tatort ausgesucht, um das neue TV Timeline Feature zu enthüllen, sondern die Premiere einer Nischenfernsehen-Talkshow. Vielleicht hängt das aber auch damit zusammen, dass die Sendung bereits ab 20.15 Uhr in der ZDF Mediathek zu sehen ist, aber erst um 22.45 Uhr im linearen Fernsehen läuft. Genug Zeit also, um Inhalte zu sammeln und die „besten Tweets“ zu küren.

Twitter Moments bis heute nicht in Deutschland verfügbar

Damit erinnert die Twitter TV Timeline auch an das im Oktober letzten Jahres in den USA eingeführte Feature der Twitter Moments. Diese kommen zwar in der Präsentation noch multimedialer daher, haben aber ebenfalls den Anspruch, relevante Tweets und Inhalte rund um ein Thema oder einen # zu sammeln. Allerdings ist Moments in Deutschland bis heute nicht wirklich verfügbar. Links zu einzelnen Momenten (Wie der Bart Weltmeisterschaft) lassen sich zwar auch von Deutschland aus klicken, das eigene Tab fehlt in Deutschland aber bislang.

Twitter buhlt um das Fernsehen

Bereits Anfang letzten Jahres experimentierte Twitter mit dem TV Timeline Feature in den USA. Damals wurde es als großes „Second Screen“ Angebot von Twitter angekündigt, dabei ist es vor allem eine weitere Funktion mit der Twitter Fernsehsender umwirbt. Das alte TV scheint für Twitter bis heute der größte Hoffnungsschimmer. Wenn Twitter nicht gerade versucht, die letzte Bastion des Fernsehens zu erobern, buhlen sie um die klassischen TV-Sender. Schließlich eignet sich Twitter vor allem zur Echtzeit-Begleitung von Events und die gibt es, abgesehen von Nachrichtengroßereignissen vor allem regelmäßig im TV. Shows, Staffelfinalen, Sportgroßereignisse oder der allsonntägliche Tatort werden von den Nutzern mit dem ein oder anderen Tweetstorm begleitet. Und so hat Twitter neben diversen Guidelines, wie das eigene Logo auf dem Fernsehschirm auszusehen hat, auch Tools und andere Angebote, die Sender und Nutzer dazu bringen sollen, Twitter weiter in die Sende- und Sehgewohnheiten zu integrieren.  So hat Twitter beispielsweise auch Snappy aufgekauft, ein Tool, dass es Fernsehsendern ermöglicht, spannende TV-Ausschnitte und Highlights einfach und unverzüglich auf Twitter zu teilen.

[easy-tweet tweet=“Neues Feature: TV Timeline soll Twitter für Nichtnutzer attraktiv machen“ user=“netzfeuilleton“ usehashtags=“no“]

Tatsächlich ist TV Timeline vor allem ein weiterer Versuch, alternative Timelines zu etablieren, die vor allem auch für passive und nicht angemeldete Nutzer Twitters Attraktivität zeigen. Schließlich kämpft Twitter nun schon eine Weile mit stagnierendem Wachstum und entsprechend nervösen Investoren. Und während die bestehenden Hardcore-User bei jeder Ankündigung, dass Twitter etwas an ihrer mit Herzblut kuratierten Timeline ändern könnte, Zeter und Mordio rufen, ist es für neue Nutzer bis heute schwierig, sich in dem Service zurecht zu finden und vor allem die für sie spannenden Inhalte zu finden. Zumindest den Fernsehliebhabern unter ihnen könnten die TV Timelines jetzt ein Anlaufpunkt sein. Und vielleicht entwickeln sie sich von da ja sogar zu richtigen Twitternutzern.

Folge uns bei Twitter: @netzfeuilleton

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen TV Tipp

Filme fürs Wochenende – Gratis im Stream

Wir haben zusammen mit Previevv mal wieder ein paar tolle Filme für euch rausgesucht, die ihr einfach so gratis streamen könnt:

Frances Ha

Spielfilm / 83min / Mindestens verfügbar bis 16.12.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Noah Baumbachs Generationsportrait in Schwarz-Weiß: Frances (Greta Gerwig) ist 27 Jahre alt, wohnt mit ihrer besten Freundin Sophie (Mickey Sumner) in einer WG in New York und träumt von einer Karriere als Tänzerin. Als sie jedoch ihren Job verliert und Sophie beschließt aus der gemeinsamen Wohnung auszuziehen, gerät Frances’ Leben ins Wanken.

Zum Video


Taxi Driver

Spielfilm / 113min / Mindestens verfügbar bis 14.12. / Ab 22h
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Martin Scorseses Meisterwerk erzählt von dem eigenbrötlerischen Ex-Soldaten Travis (Robert De Niro), der als Taxifahrer in New York City arbeitet und irgendwann entscheidet die Stadt von all den Drogenhändlern und Kleinkriminellen, die ihm so verhasst sind, „zu reinigen“.

Zum Video


Gnade

Spielfilm / 126min / Verfügbar bis 16.12.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Eine deutsche Auswandererfamilie will in Norwegen den Neustart wagen. Doch schnell wird klar: Der Ortswechsel ändert nichts an der erkalteten Beziehung von Niels (Jürgen Vogel) und Maria (Birgit Minichmayr). Schließlich markiert ein folgenschwerer Unfall den Wendepunkt, an dem das Paar anfängt sich wieder einander zu nähern.

Zum Video


Deutschland 83

Unterhaltung / 4 Episoden online, je 45min
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Martin Rauch (Jonas Nay) soll als Ost-Agent für die Stasi in der Bundesrepublik spionieren. Mit neuer Identität wird er in die Bundeswehr eingeschleust. Von dort aus muss er Erkenntnisse über die Pershing-II-Stationierungen sowie auch über die Vorbereitungen für NATO-Manöver beschaffen. Das fehlende Privatleben sowie das schlechte Gewissen, was mit seiner Arbeit einhergeht, nagen sehr an dem jungen Mann.

Zum Video


Translantics

Unterhaltung / 6 Episoden zwischen 15-30min
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Britta Thies Webserie nimmt drei Frauen in den Fokus, die versuchen ihren Platz in der Welt zu behaupten. Mal mehr und mal weniger souverän navigieren sie sich durch Club-Nächte, Galerie-Eröffnungen, neue Örtlichkeiten und futuristische Startup-Spaces.

Zum Video


100 Jahre Hollywood –
Die Carl-Laemmle-Story

Kunst & Kultur / 91min / Verfügbar bis 16.12.
–––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––––
Hollywood ist der Ort, an dem Filme und ihre Stars frenetisch umjubelt werden. Kaum jemand ahnt, dass diese Geschichte ihren Anfang in der deutschen Provinz nahm – genauer gesagt mit dem schwäbischen Auswanderer Carl Laemmle aus Laupheim bei Ulm, der sich 1912 nach Amerika aufmachte, um dort die Universal Studios zu gründen.

Zum Video


Die Previevv-Empfehlungen für kostenlose Filme aus den Mediatheken findet ihr jede Woche bei uns oder ihr tragt euch direkt in den Newsletter ein.

 

Empfehlungen für kostenlose Filme

Hol dir die wöchentlichen Mediatheken-Empfehlungen in dein Postfach!

* indicates required



Kategorien
Video Youtube News & TV 2.0

Es ist vorbei: YTitty hört auf

Nach 10 Monaten Sendepause melden sich YTitty auf ihrem Youtube Kanal unter dem #endlich zurück. Nur um dann zu verkünden: Es ist vorbei. Ja, sie singen und schreien es sogar hinaus.

Im „Es ist vorbei“ Video erinnern sie nochmal an ihre größten Hits, wie „Ihr Schweine habt mich angemalt“ und die Running Gags, wie TC in Frauenkleidern, dürfen auch noch einmal auslaufen.

YTitty: Es ist vorbei Video

Im Refrain heißt es:

[quote_box_center]Es ist vorbei!
Keine Pimmelwitze mehr!
Es ist vorbei!
Und die Aboxbox ist leer!
Es ist vorbei!
Schreibt’s in die Kommentare !
Es ist Vorbei!
Nur weil ich Türke bin?!
Es ist vorbei!
In Frauenkleider pass ich nimmer nei,
denn ES, IST, JETZT, VORBEI![/quote_box_center]

Dabei kommt es für Beobachter wahrscheinlich kaum als Überraschung. Die Pause war lang und in der Szene hörte man schon länger, dass alle eigene Projekte verfolgen.

YTitty Kinofilm?

Auch der angekündigte Kinofilm ist damit erstmal auf Eis gelegt. Aber in einem längeren Realtalk-Video enthüllen sie, was sie vorhaben.

Phil will sich weiter der Schauspielerei und dem Entertainment widmen. Er hat neben „Kartoffelsalat“ auch in anderen Kinofilmen, wie Bibi und Tina mitgespielt. Zusätzlich arbeitet Phil derzeit an einem Show-Konzept, bei dem ihn TC und OG auch unterstützt haben. Wann genau diese Show stattfindet und wer alles daran beteiligt ist (TV-Sender?), verrät er noch nicht. Es soll aber ein größeres Team dahinter stehen und natürlich einen passenden YouTube-Kanal geben.

Phils Show, TCs YouTube-Kanal und OGs Agentur

OG a.k.a. OguzYilmaz hat schon vor einiger Zeit die Agentur 1Pfund für Social Media Beratung zusammen mit Phillip Steuer gegründet und will sich mehr hinter die Kamera zurück ziehen.

TC wiederum will direkt mit YouTube weitermachen und startet mit einem eigenen Kanal.

YTitty Abschied mit Kritik an YouTube Deutschland

Im YTitty „Es ist vorbei“ Video kommt auch Kritik am aktuellen Youtube-Deutschland durch. Im Video heißt es gleich zu Beginn:

[quote_box_center]Weißt du noch, wie’s früher war? Abgedrehte Comedy
Doch heute geht’s nur noch um Kohle, Klicks und
Schminki Schminki.
So haben wir nicht angefangen,
so hören wir nicht auf.[/quote_box_center]

YTitty: Es ist Vorbei Video

Auch später im Video machen sie sich nochmal um die aktuelle Praxis der Produktplatzierung lustig. Im #Realtalk-Video gestehen sie aber ein, dass sich YouTube Deutschland an manchen Ecken schon wieder verbessert. Phil meint aber das die Zielgruppe auf Youtube insgesamt wieder eher jünger geworden sei.