Ich war gestern spontan zu Gast im Digitalen Quartett. Es ging um Datenschutz und die Herausforderungen vor die uns gerade die Überwachung durch die NSA stellt. Wen? Die Politik, die Medien und uns alle. Und wow, war das ein hochkarätiges Panel:
Max Schrems, der bekannt wurde durch sein Vorgehen gegen Facebook und eine Menge zur Problemtik in Brüssel beisteuern konnte.
Anke Domscheidt-Berg, die es trotz mangelhafter Verbindung online schaffte und etwas Licht von anderen Seiten auf die Äußerung von EU-Justizkommissarin Viviane Reding bringen konnte
Jeff Jarvis, der an seinem Geburtstag dazu kam und ein wenig die amerikanische Seite einbrachte und außerdem nicht als der größte Verfechter der Privatsphäre gilt.
Merkel ist im Wahlkampf angekommen und gibt jetzt sogar Interviews. Dabei bestreitet sie die hohe Kunstform, darin nichts zu sagen. Besonders wenn es um den NSA/Prism-Skandal und die Verwicklungen des BND darin geht.
Und sie sagt sogar Sätze, wie: „Merkel: Ich kenne die Hintergründe dieses Vorgangs nicht und werde ihn deshalb auch nicht bewerten.“. What? Stefan Niggemeier fragt sich das auch und regt sich etwas auf.
(opendatacity.de)
Vielleicht kommt Merkel mit dem Nichtssagen noch so weit durch, weil viele das Ausmaß nicht verstanden haben. Dabei hilft diese Sehr schöne Visualisierung, die die Stasi Daten den Zetabytes gegenüber stellt, die die NSA so hortet.
(blog.tagesanzeiger.ch, Constantin Seibt)
Normalerweise rät man für gutes Schreiben: „Kill your Darlings“, also nimm deine Lieblingsformulierung raus, weil sie wahrscheinlich eh zu verschwurbelt ist. Christian Seibt rät aber dazu zunächst einmal die Feinde zu töten. Also unnötige Adjektive, beliebige Exkurse etc. Eine sehr nützliche Liste.
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Firmen im Social Web Wir kennen das: Seit Social Media versuchen immer mehr Marken und Unternehmen mit uns in Dialog zu treten. Allerdings scheint es diametral gegen die Beschaffenheit dieser Gesellschaften zu sein einer natürlichen Kommunikation nach zu gehen. Stellt man eine Frage antwortet meist ein PR-Textbaustein, der einmal in langen Abstimmungen mit „Legal“ abgesegnet wurde.
Und die Firmen selbst haben sich nun diesen Facebook Kanal zu gelegt und müssen ihn irgendwie bespielen , also nerven uns Fanpages und Social Media Manager mit iPad-Gewinnspielen, belanglosen Fragen zum WeltsonstwasTag und Dialogsimulation.
Was wäre, wenn sich Firmen im echten Leben genauso so verhielten: In unseren normalen Kommunikationsalltag eindringen, sich in die Gespräche einmischten und dort aufführten, wie auf ihren Social Media Präsenzen. Wir haben uns das in der neusten „YouJustDontDo“-Folge mal vorgestellt:
Wie geht es euch, was sind eure schlimmsten Zusammenstöße mit Firmen im Bereich Social Media? Oder habt ihr vielleicht sogar positive Beispiele?
Der Myers-Briggs-Typenindikator (kurz MBTI) wird vor allem in den USA in vielen Assesment-Centern eingesetzt, als Persönlichkeitstest, der zeigen soll, ob man für die Stelle geeignet ist oder nicht. Der Test umfasst Indikatoren und Skalen zwischen introvertiert und extrovertiert, Intuition bis Sensing, Feeling vs. Thinking und Judging oder Perceiving.
DaveSuperPowers, den wir euch diesmal bei Netzsehen vorstellen, zeigt was hinter den Abkürzungen INFH oder ESTP steckt und was man für Stärken aus seinem Typ ableiten kann. Ausserdem sind die Honest Film Trailer mit dabei, die auf unterhaltsameweise Filme und ihre Geschichte auseinander nehmen und Logiklücken aufzeigen. Viel Spaß mit spannendem Youtube!
Alex Boerger, den ihr mit mir im Video sehr, betreibt den Youtube-Kanal GutenbergAcademy, in dem er auch massig Tips zum Einstieg in Youtube gibt.
Einerseits kann man zwar sagen, dass die Kanzlerin irgendwo fast Recht hat: Ja, das Internet ist für viele Neuland, viel ist immernoch nicht beantwortet und auch die Digitale Avantgarde weiß nicht bei allem Rat und wohin genau sich dieses Internet in Zukunft entwickeln wird. Aber das ist nicht, was die Kanzerlin aussagen wollte, viel mehr verbirgt sich hinter ihrem Ausspruch, wie Rene richtig feststellt, ein gefährlicher Neusprech.
„Sie verwendet das Wort ‚Neuland‘ an dieser Stelle als Neologismus für den alten und lange widerlegten Spruch ‚Das Internet darf kein rechtsfreier Raum sein‘, das neue Land als rechtsfreier Raum.“
(ulmen.tv, Peer Schader)
Mir selbst, und ich betrachte mich nicht als uninformiert, geht es so, dass ich immer weniger sagen kann aus welche Quelle ich eigentlich meine „Fakten“-Nachrichten nehme, aber ich verlasse mich sehr stark auf einzelne Personen mit Expertenwissen in einzelnen Feldern, deren Einschätzung ich dann regelrecht entgegen fiebere. Nicht, dass ich diese dann zwangsläufig übernehme, sondern mich dann gerne daran reibe, aber es hilft mir sehr meine Weltsicht zu formen. Ich glaube auch, dass in einer immer komplexeren Welt sich diese immer schlechter in wenigen Fakten in 01:30 darstellen lässt.
(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Die SPD stürzt unter 22%! Was eine Meldung! Damit ist die Bundestagswahl ja quasi entschieden! So zitiert das zumindest das Gros der Medien, dass das nur eines von vier Umfrageinstituten so sieht – geschenkt! Das dieses Institut die SPD konsequent schlechter bewertet hat Stefan Niggemeier auf. Die einzige Zeit in der de SPD konsequent besser da stand, war übrigens die in der Zeit von Gerhard Schröder. Sessen Intimus war zufällig der Institutschef con Forsa.
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Hochwasser Mainz – Nein, Mainz hat es nicht schlimm erwischt. Das Wasser ist auch schon nicht mehr auf dem Höchststand. Ich bin aber gestern trotzdem mal vor ans Wasser und habe mir angeschaut, was sich so verändert hat.
Hinter den Schwänen, da wo die beiden Jungs stehen und planschen führen eigentlich 16 Stufen runter zum Rhein.
Hochwasser Mainz am Rhein
An der Stelle an der das Schild aus dem Wasser ragt ist eigentlich eine Sandbucht mit Grillstelle
Dieses kurze VIne-Video zeigt nochmal, wie es rund um die Theodor-Heuß-Brücke nach dem Hochwasser in Mainz aussieht. Hier sind eigentlich Parkplätze und eine Straße, jetzt ist hier ein Ausläufer des Rhein.
Etwas weiter ist der Sand schon wieder da. Hier macht sich die MainzStrand-Bar an den Wiederaufbau. Zunächst wurde das Wasser abgepumpt, jetzt wird der Sand wieder aufgeschüttet und dann der Rest wieder hergerichtet. Sicher eine harte Saison für die Betreiber, erst keinen Sommer und jetzt noch Land unter mit Hochwasser in Mainz.
Da die Wiesen direkt am Rhein überschwemmt waren sind viele Rheinbesucher einfach eine Wiese weiter, näher an die Straße gezogen.
Aber die Wiesen, die vom Hochwasser wieder freigegeben wurden und schon wieder trocken sind, werden schnell zurückerobert.
David und ich haben für netzpolitik.org einen Gastbeitrag zur Telekom Drosselung auf Youtube geschrieben. Diesen wollen wir auch hier abbilden.
Die YouTube-Community und Ihr Verhältnis zu netzpolitischen Themen bleibt ein weiterhin spannendes Thema. Bei ACTA fiel zum ersten Mal auf, dass sich hier eine von den Netzaktivisten bislang eher belächelte Gruppe im Netz tummelt, die sich durchaus für relevante Themen begeisterten lässt und durch ihre Stars enormes Aktivierungspotential bietet. Doch immer deutlicher zeigt sich, dass die Schnittmenge zwischen Youtubern und Netzgemeinde nur gering ist. Hier entsteht gerade ein neuer Generationen-Gap: eine große Zahl junger, spaßorientierter Youtuber hier, eine verhältnismäßig kleine Schar älterer, verkopfter Netzpolitiker dort.
Umso wichtiger mal zu schauen, ob denn ein – auch für die Youtuber – so wichtiges Thema wie #Drosselkom überhaupt bis in der YT-Community vordringen konnte und wenn ja, wie die Pläne der Telekom dort diskutiert werden.
Wir selbst haben für den Kanal “YoujustDontDo” ein Aufklärungsvideo gemacht, das sich in erster Linie auf die Pläne zur Bandbreitenbegrenzung beschränkt. Unsere Botschaft: Drosselung trifft jeden! Inzwischen nutzt praktisch jeder datenintensive Dienste wie Skype, Onlinegames oder eben einfach YouTube und so betrifft die Einführung eines Downloadlimits weit mehr Nutzer als nur die “heavy user”. Unser Video ist ganz bewusst den Sehgewohnheiten der jungen Generation angepasst: Effekte, schnelle Schnitte, Humor und eine stark vereinfachte Botschaft. Denn das Ziel unseres Videos ist es, zunächst einmal Aufmerksamkeit für das Thema zu erreichen.
Was machen die “großen” auf YouTube mit dem Thema Drosselkom?
SemperVideo, die sich insgesamt viel mit Themen rund um das freie Netz beschäftigen, haben unter SemperCensio gleich eine dreiteilige Videoreihe veröffentlicht. Dort beschäftigt man sich vor allem mit der Gefährdung der Netzneutralität durch die Pläne der Telekom. Und als naheliegendes Beispiel diskutiert man hier natürlich die Forderung der Telekom an YouTube, für ungedrosselte Videozugänge doch einfach was zu zahlen.
Das gleiche Thema griff auch Mr. Trashpack auf, der mit seinen wöchentlichen YouTube-News 150.000 Abonnenten erreicht. Er fasst die Konsequenzen für die YouTube-Nutzerschaft so zusammen:
“Das wäre für Leute, wie uns Youtuber, besonders … alter what the Fuck, das ist der größte Abfuck ever.”
Außerdem würde die Telekom die Schuld an der angeblichen Netzüberlastung auf Heavy-User und damit indirekt auf die YouTube-Nutzer abwälzen. Die Forderungen der Telekom gegenüber YouTube werden erwähnt, in ihren negativen Auswirkungen jedoch nicht erklärt. Für den unbedarften Nutzer mag es daher zunächst einmal vorteilhaft klingen, wenn YouTube Geld an die Telekom zahlt, statt man selbst.
Auch YouTube-Star LeFloid, der aktuell über 600.000 Abonnenten zählt, hat sich dem Thema in seiner Show “LeNews” angenommen: “MÖRDER FACEPALM – Internet ist ausverkauft…”, versucht er das Thema auf seine gewohnt humoristische Weise den Menschen nahe zu bringen. Der Themenkomplex Netzneutralität wird nicht erwähnt.
Was zeigt uns also dieser kurze Blick in die Welt von YouTube?
Das Thema Internetdrosselung hat ein enormes Potential zu mobilisieren, schließlich sind 46% der Breitbandnutzer Telekomkunden. Doch der Komplex Netzneutralität bleibt wenig verbreitet und scheint schwer vermittelbar. Wollen wir die junge Generation langfristig für Netzthemen begeistern, so müssen dringend Erklärstücke und Narrative folgen, die es schaffen, die Konsequenzen einfach und schnell verständlich zu machen.
Aber mit Humor!
Denn die jungen Generation ist hier eine ganz andere Sprache gewohnt. Netzcomedians wie Ytitty wissen das – und binden mit ihren Videos Millionen. Immer häufiger wenden sie sich auch ernsteren Themen zu, wie beispielsweise der GEZ (neudeutsch: Beitragsservice). Dabei haben die YouTuber eine Sprache gefunden und Formate entwickelt, mit denen sie auch ernste Themen lustig, teilweise klamaukig, an eine jüngere Zielgruppe verständlich vermitteln können. Die Space Frogs haben es beispielsweise mit ihrem Video zu ACTA vorgemacht.
Sicher: Durch die starke Vereinfachung fallen viele Details hinten runter. Doch gerade die etablierten Netzaktivisten können hier noch eine Menge lernen wenn es darum geht, für ein Thema zu sensibilisieren, Bewusstsein zu schaffen und zu mobilisieren. Gerade daran ist die “Netzgemeinde” zuletzt beim Leistungsschutzrecht grandios gescheitert.
Und die Zeit drängt: Wenn die Telekom es schafft, mit weiteren Beschwichtigungen und Abmilderungen (wie z.B. “echte Flatrate”-Zusatztarifen) die Empörung bezüglich der Drosselung abzuschwächen, dann verpufft auch die Möglichkeit, das sperrige aber wichtige Thema der Netzneutralität in den Vordergrund zu rücken. Und das vor allem bei einer hochgradig vernetzten, jungen Generation, die einfach nur die richtige Ansprache bräuchte.
Die Telekom hat eine Grafik veröffentlich, die zeigt was man nicht mit 75GB im Monat alles machen kann. Das liest sich toll. 20 Stunden Videostreams und 1000 Webseites etc…
Interessant wird es aber, wenn man das ganze mal auf eine 4-köpfige Familie runterbricht. Das hat Marc in den Kommentaren von netzpolitik mal gemacht und ich habe getan, was man damit tun muss: In die Grafik eingefügt.
Wer sich dagegen ein bisschen zu Wehr setzen möchte kann zumindest verhindern, dass die Telekom die Netzneutralität mit Füßen tritt und diese Petition unterzeichen.
Auch unser Video eigent sich natürlich weiterhin zur Aufklärung und weiterverteilen. ;)
(shawnblanc.net, Shawn Blanc)
In einem Portrait über Präsident Obama in der Vanity Fair spricht er auch darüber, wie er es schafft so viele Entscheidungen zu treffen. Der Trick: Kleine Entscheidungen obsolet machen, so hat Obama beispielsweise nur noch blaue und graue Anzüge. Schließlich zeigen Studien, dass sich die Fähigkeit Entscheidungen zu treffen über den Tag abschwächt.
(zeit.de, Tina Hildebrandt)
Zeit Online über die Entwicklung der heute show und ihr Geheimrezept gegenüber normalen Nachrichten: Sie bietet eine Haltung an der sich die Leute orientieren und reiben können. In der Richtung kommt sie der Daily Show tatsächlich immer näher und mit Peter Altmaier hatte man nun auch einen Bundesminister zu Gast.
(spreeblick.com, Johnny & Tanjy Häußler)
Tanja und Johnny Häußler haben auf der re:publica spontan ihre Session gekippt, um stattdessen im Quadrat über das Bildungssystem abzukotzen. Kurzer Auszug:
Was früher ein Freundeskreis war,
Heißt heute “Soziales Umfeld”.
Was wir einmal Familie nannten,
heißt heute „Soziale Herkunft“.
Und es meint:
schwierig,
bildungsfern,
desintegriert,
desinteressiert.
Wann fing das an,
dass man “sozial” sagt
und “asozial” meint?
(Daniel Bröckerhoff, Stry.tv)
Daniel Bröckerhoff, Redakteur für NDR Zapp, sucht gerade per Startnext Kapital für eine Reportage-Reihe. Das Thema: „Gebt mir meine Daten zurück!“ Unterstützenswert.
Die Telekom hat angekündigt ihre DSL-FlatrateVerträge absofort mit einem Volumenlimit zu versehen, so sollen, ähnlich wie bei Mobilfunkverträgen nach erreichen der festgelegten Summe die Anschlüsse auf Schneckengeschwindigkeit gedrosselt. Im Gespräch sind dabei für den kleinsten Vertrag 75 GB im Monat.
Wie es sich mit dem Downloadlimit so lebt haben wir in einem kleinen Video für YouJustDon’tDo mal dargestellt: