Kategorien
Netz & Politik

Vertrauensmissbrauch & Herzbluten

Vertrauen ist immer ein Vorschussgut. Ich kann nur bewerten, ob es richtig war jemandem zu vertrauen, wenn er dieses Vertrauen bricht. Ich weiß also erst, dass es falsch war, wenn es zu spät ist und bis dahin kann ich mir nie sicher sein, ob es richtig ist.

Vertrauen ist ein Vorschussgut

So haben wir zahlreichen Webservices unsere Passwörter und persönliche Daten anvertraut. Diese wiederum haben in der Mehrheit auf die Verschlüsselungstechnik openSSL vertraut. Nun hat sich herausgestellt, dass genau dieser Software eben nicht vertraut werden kann. Der Fehler ist passenderweise nach dem Gefühl benannt, dass verletztes Vertrauen hervorruft: Heartbleed (Herzbluten).

Ein weiterer Vertrauensvorschuss in der Welt der Software, besonders der openSource Software, ist dass wenn jemand einen Fehler findet ihn entweder meldet oder repariert. Das ist auch passiert. Aber erst später, denn es halten sich die Vorwürfe, dass die NSA genau diesen Fehler bereits seit Jahren ausgenutzt hat, um die Passwörter und privaten Informationen von uns allen herauszufinden. Zwar bestreitet die NSA das weiterhin, doch da sie das Vertrauen bereits einmal missbraucht hat, folgt daraus dass man ihr nun nicht mehr vertraut.

Die Regierung hat Vertrauen verspielt. Zurückgewinnen wird schwer.

Das ist der nächste Schritt nach einem Vertrauensbruch: Man vertraut demjenigen erst einmal nicht mehr und unterzieht ihn einer genaueren Kontrolle. Die Geheimdienste entziehen sich dieser Kontrolle und schaden damit massiv der Demokratie. Man misstraut nun nämlich nicht nur den Geheimdiensten, sondern auch der Regierung, die diese Kontrolle eigentlich durchführen sollte. Sei es das gescheiterte Ermittlungsverfahren des Generalbundesanwalts zur Aufklärung der Verstrickung der Bundesregierung in die Späh-Affäre oder Obama zu zaghaften Zugeständnisse die NSA zu reformieren.

Der Staat muss den Bürger trauen

Sie alle haben damit enormes Vertrauen verspielt. Vertrauen zurückzugewinnen ist noch schwerer. Das ist ein langsamer und langwieriger Prozess. Das basiert zum einen auf Gegenseitigkeit. Der Staat muss also seinen Bürgern Vertrauen zeigen, und sie nicht mit Maßnahmen wie einer Vorratsdatenspeicherung als potentielle Verbrecher behandeln. Zum anderen geht es darum, dass man sich selbst kontrollieren lässt. Im Fall der Regierung haben wir Kontrollorgane, wie die Öffentlichkeit und die Presse. Im Fall der Geheimdienste sind wir auf zufällige Veröffentlichungen, wie durch den Whistleblower Edward Snowden angewiesen. Der parlamentarische Kontrollausschuss gilt weithin als zahnloser Tiger.

Wenn die Regierung unser Vertrauen zurückgewinnen möchte, sollte sie anfangen ihre Geheimdienste besser zu kontrollieren. Wir kontrollieren solange, ob wir alle Passwörter erneuert haben.

Diese Text erschien zunächst in der Allgemeinen Zeitung

[quote_box_center]Wie reagiert ihr auf den Überwachungsskandal und wie habt ihr die Berichterstattung dazu wahrgenommen? Dazu bin ich gerade Teil eines Uniprojekts und ihr könnt helfen, indem ihr 5 Minuten diese Onlinebefragung beantwortet.[/quote_box_center]

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

Warum ist Facebook auf Shoppingtour?

Der Facebookgründer Mark Zuckerberg ist auf großer Shoppingtour. Nach dem Bilderdienst Instagram, verleibte sich Facebook den SMS-Ersatz WhatsApp ein und nun mit Oculcus VR eine Gaming Brille, die ein Eintauchen in die virtuelle Realität ermöglichen soll.

Mark Zuckerberg auf großer Shopping-Tour

Doch was hat all das mit Facebooks Kernkompetenz zu tun? Sollen wir demnächst wie in einem Ego-Shooter durch die Status-Updates unserer Freunde navigieren?

Facebook geht es in erster Linie darum keinen Trend zu verpassen. Das wäre ihnen beinahe im mobilen Bereich passiert. Während Facebook am Computer die Nummer eins ist, um Fotos mit Freunden zu teilen, gab es mit Instagram auf dem Handy plötzlich eine viel bequemere Alternative.

Facebook darf den nächsten Trend nicht verpassen

Also hat Facebook das Netzwerk für eine Milliarde Dollar gekauft. Die Angst, dass neue Dienste plötzlich gefährlich werden können ist groß. All zu oft startet ein Unternehmen zunächst unauffällig und mit kleinen Möglichkeiten und ehe man sich versieht schickt es sich an, eine ganze Branche zu verändern.

Disruption heißt der beliebte Fachbegriff dafür in der Technik- und Start-Up-Szene. Facebook selbst hat so angefangen und mittlerweile gleich mehrere Branchen verändert. Kaum ein Unternehmen kommt mehr ohne Facebook-Präsenz aus und Nachrichten verbreiten sich mittlerweile vor allem über das soziale Netzwerk.

[quote_box_right]Instagram: 1 Millarde Dollar, WhatsApp: 19 Millarden Dollar, Oculus VR: 2 Milliarden Dollar.
Die Zukunft von Facebook: unbezahlbar. [/quote_box_right]

Doch nun schwebt über Facebook die Prophezeiung zu enden wie andere ehemlig große Netzwerke. Als das Netzwerk mySpace die 100 Millionen Mitglieder Grenze durchbrach, konnte sich kaum jemand vorstellen, dass die Webseite wieder schrumpfen würde. Längst sind alle Nutzer zu Facebook abgewandert und das hat nun über 1 Milliarde Benutzer. Dennoch steht bei der Frage: „Wird Facebook das nächste MySpace?“, meist nur das wann und nicht das ob im Vordergrund.

Warum hat Facebook WhatsApp gekauft?

WhatsApp hatte zum Zeitpunkt der Akquisition in Deutschland bereits mehr Nutzer als Facebook und hat eine der wichtigsten Kompetenzen Facebooks angegriffen: Es hat ein eigenes Verzeichnis über die Verbindungen zwischen Menschen aufgebaut. Die Hoheit über diese Verbindungen der Menschen macht Facebook so wertvoll. Die eigentliche Plattform steht im Hintergrund. Diese Verbindungen bleiben, auch wenn wir uns eines Tages nur noch durch virtuelle Welten bewegen. Insofern ist der Kauf von Oculus Rift die erste wahre Investition in Facebooks Zukunft.

Bild: CC-BY Techcrunch
Dieser Text erschien zunächst in der Allgemeinen Zeitung

Kategorien
Gesellschaft Netz &

Lock-In-Effekt: Eingeschlossen zwischen den Ökosystemen

Ich habe mir ein iPad gekauft. Für mich kam kein anderes Tablet in Frage. Nicht weil Google nicht inzwischen auch interessante Alternativen im Angebot hat, sondern weil ich mit einem iPhone und einem MacBook längst Teil des Apple Ökosystems bin. Ich habe kaum eine andere Wahl.

Ich bin Teil des Apple Ökosystems

Man spricht vom Lock-In-Effekt. Ich bin eingeschlossen und sich heraus zu bewegen ist viel aufwändiger, als es sich dort bequem zu machen. Die ist nicht nur bei Apple der Fall. Mittlerweile versucht jedes größere Unternehmen im Netz Kunden möglichst tief in die eigene Produktwelt zu ziehen. Amazon beispielsweise bietet seinen Kunden den Prime-Service an: Für 49 Euro im Jahr erhält man gratis Expressversand und seit neuestem auch noch Zugang zur Streaming-Videothek Amazon Instant Video. Als Konsequenz sucht man erst gar nicht mehr in anderen Onlineshops, sondern bestellt direkt beim Allesversandhaus. Und sowie Amazon versucht alle Prime Kunden nun auch zur Nutzung ihrer Onlinevideothek zu bringen, zwingt Google inzwischen jedem Nutzer ein Google+ Konto auf. Egal welchen Google Service man eigentlich nutzen möchte, immer eröffnet man automatisch auch eine Präsenz auf Googles Facebook-Konkurrenten.

Lock-in-Effekt: Eingeschlossen im Netzwerk

Bei Facebook selbst besteht der Lock-In-Effekt vor allem darin, dass sich beinahe die gesamte eigene Freundesschar auf der Plattform tummelt. Man kommt nicht an Facebook vorbei. Der einzige Dienst, der es geschafft hatte Facebook gefährlich zu werden, wurde kurzerhand aufgekauft: WhatsApp. Dabei ist es interessant, dass die Menschen sich die Mühe gemacht haben neben Facebook noch WhatsApp zu nutzen, schließlich hatte Facebook versucht mit dem Facebook Messenger selbst eine Lösung für das schnelle Nachrichtenschreiben auf dem Handy anzubieten.

Dateneteilung und der Reverse-Lock-In-Effekt

Der Blogger Johannes Kleske erklärte das mit dem Reverse-Lock-In-Effekt. Also dem Versuch, der Umklammerung des Riesen zu entkommen. Ich habe auch lange versucht so eine Art Datenteilung zu praktizieren. Zum Beispiel teile ich meinen Aufenthaltsort nicht via Facebook mit, sondern nutze dafür lieber den Dienst Foursquare. Das hilft natürlich wenig, wenn die großen Netzwerkdienste sich alles einverleiben, was an kleinen Nischendiensten hervorspriesst. Und dann gibt es noch Dienste, die erst gar nicht nach einer Einverständniserklärung zur Datennutzung fragen, sondern gleich sämtlichen Datenverkehr nutzen und analysieren, egal wo man einen Account eröffnet hat: Die Geheimdienste.

Bild: AttributionNo Derivative Works Some rights reserved by josemanuelerre
Dieser Text erschien zunächst als Kolumne in der Allgemeinen Zeitung.

Kategorien
Netz & Politik

Netzneutralität & geschenkte Gäule aus Troja

Einem geschenkten Gaul schaut man nicht ins Maul, sagt der Volksmund. Das wurde schon den Trojanern zum Verhängnis, als sie das geschenkte Holzpferd der Griechen dankend in Empfang nahmen. Denn nicht hinter allen Geschenken stecken gute Absichten. So gehen nun auch Netzbetreiber im Mobilfunk und Internet dazu über den Kunden einige Dienste gratis oder vergünstigt anzubieten. So zählen zum Beispiel bei der Telekom die Daten für den Musikstreamingdienst Spotify nicht mehr in das knapp bemessene Volumen, wenn man den Tarif direkt über sie bucht. Für den Kunden großartig: Endlich reichen die knappen Megabyte des Mobilfunkvertrages bis ans Monatsende oder man kann wenigstens nach der Drossel noch weiter Musik hören.

Die Netzneutralität ist ein Grundprinzip des Internet

Dahinter steckt jedoch die Absicht eines der Grundprinzipien des Internets abzuschaffen: Die Netzneutralität. Unter Netzneutralität versteht man, dass im Netz alle Daten gleich befördert werden, unabhängig davon was sie enthalten oder wer ihr Absender ist. Dieser Grundsatz hat die vielen Möglichkeiten eröffnet, die das Netz heute bietet. Er hat Künstlern erlaubt, ihre Musik auch außerhalb von Labels zu veröffentlichen, Dienste wie YouTube geboren. Er sorgt dafür, dass Sie sich unabhängig informieren können, weil Sie Facebook, meinen Blog und die Webseite dieser Zeitung gleichberechtigt aufrufen können.
Die Abschaffung der Netzneutralität hingegen führt dazu, dass sich nur noch wenige große Unternehmen eine schnelle Datenlieferung zum Nutzer leisten können.

Managed Services: Wer darf auf die Überholspur?

Der Internetprovider verabredet mit dem Unternehmen, dass sein Dienst gegen Bezahlung auch nach einer Drosselung noch schnell gesendet wird oder grundsätzlich bevorzugt wird. Als Nutzer wird man dann von diese Verträgen abhängig. Angenommen es gäbe tatsächlich eines Tages ein soziales Netzwerk mit besserem Datenschutz, dass sich als Alternative zu Facebook positionieren wollte. Um überhaupt eine Chance zu haben müsste es ähnlich lukrative Verträge mit den Internetprovidern aushandeln. Deshalb steht den Providern der Sinn nach Geschenken. Irgendwann wird aber auch mit Geschenken Schluss sein. Im nächsten Schritt könnte auch der Nutzer zur Kasse gebeten werden. Dann gibt es einen Standardinternettarif, hinzukommen aber Zusatzgebühren für bestimmte Dienste. Zum Beispiel für eine ruckelfreie Youtube-Wiedergabe oder ARD-Mediathek. Im selben Schritt würden andere Dienste diskriminiert und langsamer angeboten. Übertragen auf die analoge Welt, wäre das so, als dürfte auf der Autobahn die Überholspur nur noch von BMW-Fahrern benutzt werden.

Bild unter CC-BY-ND 2.0 von Andrew Stawarz
Dieser Text erschien zunächst in meiner 2-wöchtentlichen Kolumne in der Allgemeinen Zeitung.

Kategorien
Gesellschaft Netz &

Das Internet – Von der Utopie zur Dystopie

Das Internet ist kaputt und Sascha Lobo ist gekränkt. Zutiefst. Das schrieb er in einem vielbeachteten Feuilleton-Artikel in der FAZ. Wie man das als Feuilletonist so macht, hat er aber nicht nur sich gemeint, sondern in der Tradition von Sigmund Freud gleich von einer Kränkung der gesamten Menschheit gesprochen. Dabei geht es um den Missbrauch der Internettechnologie durch Geheimdienste. Sascha Lobo hing wie die meisten Netzpioniere und –verfechter, gemeinhin als Netzgemeinde bekannt, der Utopie an, das Netz könne Demokratie und Gleichheit fördern. Tatsächlich hat das Internet Unglaubliches hervorgebracht: Es hat Unterdrückten in vielen Ländern eine Stimme gegeben. Mehr noch hat es jedem ein Mikrofon gegeben, mit dem man viele Menschen zu gleich erreichen kann. Die Wikipedia hat das Wissen der Welt verfügbar gemacht und kann sicherlich als neues Weltwunder bezeichnet werden, immerhin stecken darin mehr Arbeitsstunden als in den Pyramiden von Gizeh.

Miley Cyrus statt Protest

Auf der anderen Seite hat es Unterdrückern erlaubt, diejenigen die ihre Stimme erheben, zu verfolgen und ihre digitalen Datenabdrücke zu sammeln. Seit den Snowden Enthüllungen wissen wir, dass das mit jedem geschieht, selbst denen, die ihre Stimme nicht erheben. Gleichzeitig nutzen die meisten Menschen das Internet dann doch nicht um die Demokratie sturm zu beschützen. Anstatt ihre Stimme gegen Unterdrückung und Überwachung zu erheben, tun sie das eher zum neusten Miley Cyrus Video. Anstatt Wikipedia-Artikel zu lesen, verfolgt man lieber Facebook-Status Updates. Da nehme ich mich nicht aus. Es war irrig anzunehmen, dass ein neues Medium es schafft, die Gewohnheiten der Menschen zu verändern. Schließlich hat auch in der stofflichen Welt die BILD-Zeitung eine höhere Auflage, als diese hier oder die FAZ. Das Internet ist eben nur ein Werkzeug, das für Vieles eingesetzt werden kann.

Aus der Utopie ist eine Dystopie geworden

Aber aus der Utopie ist eine Dystopie geworden. Durch die massenhafte Überwachung ist das Internet zu einer Welt geworden, in der nicht mehr die Demokratie, sondern die Geheimdienste und wenige Konzerne vorherrschen. Statt einem Werkzeug für die Freiheit und einem Fenster zur Welt wandelt es sich zu einem der ständig berieselnden und überwachenden Bildschirme aus Orwells 1984 oder Fahrenheit 451.
Aber man kann es reparieren. Dazu müssen neue Werkzeuge her. Die der sicheren Verschlüsselung, die einer offenen und neutralen Netzarchitektur, gefördert mit öffentlichen Geldern, abseits wirtschaftlicher und geheimdienstlicher Interessen.

Dieser Text erschien zuerst als Kolumne in der Allgemeinen Zeitung
Bild: Some rights reserved by mararie

Kategorien
Lifestyle Sport

Die 3 besten Fitness Apps für gute Vorsätze

Fast alle Vorsatzlisten fürs Neue Jahr enthalten entweder den Willen mehr Sport zu machen oder doch zumindest die Feiertagskilos wieder loszuwerden.

Günstige Fitness Apps statt teurem Fitnessstudio

Oft genug ist deshalb der erste Gang im neuen Jahr ins nächstgelegene Fitnessstudio, wo sofort ein Jahrevertrag für die nötige Motivation abgeschlossen wird. Da sind dann schnell mehrere hundert Euro weg, die Fitnessstudios freuen sich und schon im Februar sind die meisten wieder deutlich leerer. Aber es geht auch günstiger: Für iOS und das iPhone gibt es mittlerweile zahlreiche Fitness Apps, die einen beim Training unterstützen, einen regelmäßig erinnern und den Fortschritt verfolgen. Mit den Fitness Apps lässt es sich überall dort trainieren, wo man das Smartphone dabei ist. Außerdem ist der Zeitfaktor ein überzeugendes Argument: Es kostet nicht so viel Zeit. Brauch man für ein Fitnessstudiobesuch mit Anfahrt, Umziehen, Duschen gut und gerne 2 Stunden, lässt sich mit Fitness Apps auch mal eben eine Viertelstunde zwischendurch trainieren.

Ich habe einige getestet und gebe hier meine Empfehlungen für die besten iOS Fitness-Apps:

runtastic – die Rundumlösung

Runtastic ist der Platzhirsch auf dem Markt der Fitness Apps und bietet für fast alle Problemzonen eine App. Von einfachen Laufgprogrammen über Liegesütze, Bauch, Kniebeugen bis zu Mountainbike. All diese Apps werden auch untereinander verknüpft und die Ergebnisse auf einer Webseite gebündelt. Dort kann man dann seinen Trainingsfortschritt einsehen. Allerdings sollte man diverse Häkchen entklicken, damit man nicht Ausversehen ständig seine Trainingseinheiten in sozialen Netzwerken teilt, die nerven nur alle Freunde und sind unnötige Angeberei.

Allerdings gehört Runtastic seit kurzem zum Springer Verlag, ob man Daten über seine körperliche Fitness in deren Hände legen möchte, muss jeder selbst wissen.

[appbox appstore screenshots id366626332]
[appbox amazonapps B0086VWCPG]

Die besten Lauf-Apps für iOS

Dennoch ist Runtastic sicherlich die beste Lauf App, die es derzeit gibt- schon allein wegen der großen Streckendatenbank, die mittlerweile hinterlegt wurde.

Alternativ gibt es Zombie Run – eine Art interaktives Hörbuch zum Laufen, bei dem man während man durch die Landschaft joggt vor einer horde Zombies flieht. Für alle die sich sonst zu Tode langweilen definitiv einen Blick wert. Mittlerweile bietet auch Runtastic einen Story-Mode, aber man kann ruhig die Indie-Developer hinter Zombie Run unterstützen.

[appbox appstore screenshots id503519713]
[appbox androidpit com.sixtostart.zombiesrun]

Sixpack durch Apps

Beim Bauchmuskel Training kann ich von der Standard runtastic Sit-Ups App nur abraten. Diese tut nicht viel mehr als zu zählen, in dem man sich das iPhone vor die Brust hält. Zwar gibt es auch von runtastic eine Sixpack App mit unterschiedlichen Übungen, meine Wahl ist jedoch Adrian James Sixpack-Bauchmuskel-Training. In drei Stufen- Anfänger, Fortgeschrittener und Elite- bekommt man je ein Trainingsprogramm mit sechs Übungen von 30 Sekunden. Dabei werden die einzelnen Übungen gut einzeln in Videos erklärt. Man kann sich auch seine eigene Trainingsabfolge zusammenstellen. Wirklich eine tolle App, die einem durch die kurze Trainingszeit auch kaum eine Ausrede lässt, nicht regelmäßig zu trainieren.

[appbox appstore screenshots id544464429]

Leider konnte ich für Andorid Andrian James nicht finden, deshalb hier die erwähnte, erweiterte runtastic App:
[appbox androidpit com.runtastic.android.sixpack.lite]

Liegestütze App und Nasenstupser für das iPhone

Liegestüzte sind wohl eine der ältesten und einfachsten Trainingsformen, aber auch der effektivsten. Schließlich trainiert man dabei nicht nur Trizeps und Brust, sondern auch die Körperspannung insgesamt. Aber wozu braucht man hier noch eine App? Die meisten Liegstütze Fitness Apps funktioneren so, dass man sie vor sich auf den Boden legt und das Display bei jeder Abwärtsbewegung für einen mitzählt. Zählen würde man auch noch hinbekommen, was die guten Apps aber zusätzlich bieten ist ein Trainingsintervall und einen Trainingsplan. Mein Favorit kommt wieder von Runtastic: Dieser gibt einem nämlich ein klares Ziel vor: Über verschiedene Levels will die Fitness App einen so weit trainieren, dass man 100 Liegestütze am Stück schafft. Dabei trainiert man in kurzen Intervallen, so dass auch diese App für ein schnelles Training zwischendurch taugt.

[appbox appstore screenshots id570180361]
[appbox androidpit com.runtastic.android.pushup.pro]

Das sind die Apps, die ich benutze und die relativ umfangreich trainieren. Habe ich welche vergessen? Welche benutzt ihr? Gerne Feedback dazu in den Kommentaren.

Bild: Montage unter Verwendung von CC-BY Official U.S. Navy Imagery

Kategorien
Gesellschaft

Vom Christkind zur Amazon Drohne

Das Christkind wurde zunächst vom Weihnachtsmann abgelöst und dieser wiederum mehr und mehr von Amazon. Schließlich bringt in immer mehr Haushalten das Online-Versandhaus die Geschenke. Auch für die Liefertechnik hat man sich etwas überlegt, statt auf Schlitten möchte man in mittelfristiger Zukunft auf Drohnen setzen. [quote_left]Was bisher den Tod brachte, soll nun auch Kindern Freude bringen.[/quote_left]Die Technik der unbemannten Fluggeräte, die bislang von Präsident Obama eingesetzt wurde, um aus der Ferne den Tod zu bringen, soll in Zukunft auch Kindern eine Freude machen.

Diese Arbeit seiner Forschungs- und Entwicklungsabteilung durfte Jeff Bezos, der Gründer von Amazon, öffentlichkeitswirksam mitten in der Weihnachtszeit in der amerikanischen Talkshow „60 Minutes“ vorstellen. Zwar handelt es sich dabei noch um Zukunftsmusik, doch Bezos hofft schon 2015 die Drohnenlieferungen Wirklichkeit werden zu lassen. Größte Beschränkung sind momentan rechtliche Einschränkungen, sobald diese geklärt sind will man aber bereit sein. Gleich meldete man sich auch in Deutschland und DHL stellte den „Paketcopter“ mit einem Jungfernflug über den Rhein vor. Doch auch hier gilt, die Drohnen dürfen nur aus Sichtweite gesteuert werden, eine Regelung die den technologischen Fortschritt in seinen Möglichkeiten bremst. Darüber hinaus gibt es noch viele weitere logistische Probleme: Wo sollen diese Flugkörpern landen? Werden alle Packstationen um kleine Landeplätze erweitert? Und wie sähe unser Luftraum aus, wenn DHL oder Amazon auch nur einen Bruchteil ihrer Pakete mithilfe von Drohnen ausliefern?

[quote_right]“Drohnen werden so normal sein wie Postautos.“[/quote_right]Das weckt Vorstellungen aus Science Fiction-Filmen, in denen die Luft erfüllt ist mit fliegenden Autos und umherschwirrenden UFOs. Amazon verspricht auf seiner PR-Seite zu Amazon Prime Air, wie sie ihr Drohnenprogramm nennen, „Ja, eines Tages, werden Prime Air-Drohnen, so normal sein, wie heutzutage Postautos auf der Straße.“ Amazon experimentiert auch schon seit letzten Jahr mit Express-Lieferungen für denselben Tag, um dadurch nicht nur den Markt der Buch- und DVD-Bestellungen, sondern auch für Lebensmittel und alltägliche Güter zu erobern. Nur ist das noch immer sehr teuer. Ob Drohnen da ein Ausweg sind? Einen Vorteil haben Drohnen für die Versandhändler: Sie verlangen keine Bezahlung nach Tariflohn.

Bild: amazon.com

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen

Erste Schritte mit dem iPhone 5s

Die Videoanleitung zeigt erste Schritte mit dem iPhone 5s und  wie man das neue Apple iPhone 5s von Anfang bis Ende einrichtet und TouchID installiert. Ausserdem praktische Tipps & Tricks zu iOS 7, wie der Burst Mode der neuen iPhone Kamera und eine Anleitung für die Slow Motion Funktion.

Tipps & Tricks zu iOS 7 mit dem iPhone 5s

Die Suchfunktion beim iPhone 5s findet jetzt auf jeder HomeScreen Seite, mit einem einfachen herunterwischen. Wischt man dagegen von unten hoch öffnet sich das Control Center, hier lässt sich schnell in den Flugmodus wechseln, WLAn oder Bluetooth ein- und ausschalten.

Erste Schritte mit dem iPhone 5sBild: Screenshot Apple.com

Apps schließen unter iOS 7

Unter iOS 7 hat das iPhone auch einen neuen Multitasking Manager bekommen: Doppelklickt man auf den Homebutton öffnen sich die zuletzt benutzten Apps in einer Art Karten-Ansicht, durch die man nun durch wischen kann. Dadurch ist auch das rote X verschwunden, mit dem man früher nicht benötigte Apps im Hintergrund schließen kann. Einzelne Apps kann man jetzt schließen in dem man die Karte nach oben vom Screen schiebt.

Noch mehr Tipps zum iPhone 5s gibt Apple selbst auf dieser Übersichtsseite, dort lohnt es sich mal durch zu scrollen, um einige Versteckte Funktionen von iOS 7 zu entdecken.

Erste Schritte mit dem iPhone 5s & Einrichten von Touch ID

Eines der auffälligsten neuen Features am iPhone 5s ist wohl der neue Fingerabdruck-Scanner im Homebutton, dieser lässt einen das iPhone einfach durch Fingerauflegen entsperren. Der CCC warnt davor, schleißlich haben Hacker es schon geschafft, mit Hilfe eines gescannten Fingerabdrucks den Sensor zu umgehen. Ich kann für mich sagen, dass ich es im Alltag dennoch nutze, dazu ist es einfach zu bequem. Ausserdem ist ein Fingerabdruck in vielen Fällen sicherer als ein 4-stelliger PIN. Diesen kann man mit Touch ID immer noch nutzen, hier ist aber zu empfehlen auf einen längeren zu setzen, dazu unter Einstellungen -> Allgemein -> Touch ID & Kennwort die Schaltfläche bei „Einfahcer Code“ ausschalten, dann lässt sich auch ein längeres Passwort eingeben.

Fingererkennung von Touch ID verbessern

Nun noch 2 Tipps um die Erkennung des Fingerabdrucks vom iPhone 5s zu verbessern

Füge den häufigsten Finger 2x hinzu

Man kann bis zu Fünf Finger hinterlegen, es empfiehlt sich aber den am häufigsten verwendeten Finger doppelt aufzunehmen. Dazu einfach unter Einstellungen -> Allgemein -> Touch ID & Kennwort -> Touch ID und unten Finger hinzufügen auswählen

Fingerscans erneuern

Es hat sich auch gezeigt, dass Touch ID , wesentlich schneller reagiert, wenn man ab un dan seine Fingerabdrücke löscht und neu hinzufügt. Das lohnt sich auch deshalb, weil man mit der Zeit besser weiß in welche Handhaltung man seinen Finger am Häufigsten hat, wenn man versucht das iPhone zu entsperren. Das geht auch unter oben genanntem Menü.

Viel Spaß mit eurem neuen iPhone 5s.

Kategorien
Gesellschaft Netz & Politik

Leben in der Post-Snowden-Ära

Wie lebt es sich mit dem Wissen überwacht zu werden? Was man früher im Geschichtsunterricht mit Blick auf die Stasi-Zeit nur schwer nachvollziehen konnte, erleben wir heute alle am eigenem Leib. Und zunächst ändert sich gar nicht so viel. „Heute schon was für die NSA gepostet?“, witzelt man über die eigenen Facebook-Aktivitäten und versteckt hinter diesen Witzen doch nur die eigene Machtlosigkeit. Doch auf zweiter Ebene passiert noch etwas anderes: Langsam überlegt man sich: Was kann ich noch schreiben, was kann ich noch sagen, wenn ich weiß, dass alles im Zweifel gegen mich verwendet wird?

Manche mögen sagen, dass man sich das immer schon hätte überlegen sollen, denn im Prinzip ist alles, was man ins Netz stellt nur einen Klick von privat zu öffentlich entfernt. Aber was aktuell passiert, geht viel weiter. Führt der Urlaub im falschen Land dazu, dass ich auf einer Liste lande, von der nicht weiß, warum sie existiert? Verweigert man mir beim nächsten USA Besuch eventuell die Einreise aufgrund eines kritischen Kommentars? Das ist das wirklich Perfide. Wir alle entwickeln eine Schere im Kopf, die uns nicht mehr so frei kommunizieren lässt, wie vorher. Sollte sich nichts an der massiven Überwachungssituation ändern, haben uns Endwards Snowdens heldenhafte Enthüllungen im ersten Schritt unfreier gemacht als zu vor, weil wir anfangen uns selbst zu zensieren. Das ist einer Demokratie unwürdig.

Dies war meine erste Netzfeuilleton-Kolumne für die Allgemeine Zeitung

Kategorien
Bewegen & Beschäftigen Youtube News & TV 2.0

Der Versuch eines regionalen YouTube Nachrichten-Formats

Regionale Nachrichten auf YouTube in einem kurzen, ansprechenden Format, dass ist der Versuch hinter Spundekäs.

Ich bin ja derzeit teilzeit für die Verlagsgruppe Rhein-Main tätig, die unter anderem die Allgemeine Zeitung in Mainz aber auch den Wiesbadener Kurier herausbringt. Darüberhinaus hat man hier auch im Haus eine eigene Magazin-App entwickelt und die „Äppsch“ veröffentlicht, die wöchentlich regionale Themen auf Tablet und Smartphone präsentiert. Als multimediale web 2.0 cross- transmediale Erweiterung haben wir uns außerdem ein regionales YouTube Nachrichten Format überlegt:

Das Spundekäsblatt, benannt nach der regionalen Spezialität Spundekäs, soll alle zwei Wochen regionale Themen aufgreifen und eben in einem YouTube- und webvideogerechten Format behandeln. Etwas kürzer, ein bisschen frecher und diskussionsfreudiger, als man das vielleicht sonst aus dem Lokaljournalismus gewohnt ist,  versuchen Ulla Niemann und ich dort darin Themen zu präsentieren die Mainz & Wiesbaden betreffen, aber auch über die Region hinausstrahlen. Zuletzt zum Beispiel berichteten wir über der Bau einer neuen Geheimdienstanlage in der Clay Kaserne in Wiesbaden-Erbenheim, von der es heißt, dass auch die NSA es sich dort gemütlich machen könnte.

(Da Ulla derzeit im Urlaub ist, habe ich darin alleine vor der Kamera herumgehampelt).

Ansonsten geht es oft um Bauvorhaben in der Region, zum Beispiel um das geplante ECE-Einkaufszentrum in Mainz. ECE betreibt in ganz Deutschland gläserne Konsumtempel und hat nun auch der Stadt Mainz versprochen für mehr Kundschaft zu sorgen. Ein Thema über das man wunderbar diskutieren kann.

Gedreht & geschnitten wird das Ganze übrigens von einem YouTuber: Aidien von thePort. Das Ziel dahinter ist klar: Eine Zielgruppe erreichen, die vielleicht nicht mehr ganz so oft eine Zeitung in die Hand nimmt. Deshalb haben wir als Social Media Begleitung auch tumblr gewählt. Einmal, weil wir dort im Gegensatz zu Facebook noch nicht präsent sind und man ja immer mal Neues ausprobieren sollte. Außerdem ist genau dort auch eine Zielgruppe unterwegs, die man guten Gewissens als zeitungsfern bezeichnen kann. Es ist dabei gar nicht so einfach auf tumblr Kontakte aus der Region zu finden, geschweige denn Inhalte. Diese bestehen nämlich tatsächlich oft aus Pornografie und Nacktfotos. Aber es gibt auch tolle Fotografen und Geschichtenschreiber in der Region, die man aufgreifen und ansprechen kann.

Das Schöne ist, dass wir ausprobieren und uns sicher noch verbessern können, aber uns schon ganz gut an ein Format herangetastet haben, das auf YouTube funktioniert und nicht nur Boulevard-Themen spielt. Die Abrufzahlen sind zwar noch keineswegs astronomisch, in welche Höhe die mit rein regionalen Inhalten klettern können, steht aber auch nochmal auf einem eigenen Blatt.

Mehr zu Medienwandel & Netzkultur gibt es einmal die Woche komprimiert mit den besten Artikeln zum Thema im morgenlinks Newsletter. Also jetzt abonnieren!