Geboren als Jannis Kucharz studierte Jannis Schakarian, Publizisitk und Filmwissenschaft. Hat funk mit aufgebaut, Kolmnen bei der Allgemeinen Zeitung geschrieben und arbeitete als Formatentwickler, Leiter des Social Media Teams und der Distributionseinheit beim ZDF, dann bei SPIEGEL als CvD Audio.
Das bedingungslose Grundeinkommen ist ein spannendes Konzept, das über alle Parteigrenzen hinweg kontrovers diskutiert wird. Im Kern geht es darum, dass jeder Bürger bedingungslos einen gewissen Betrag erhält, z.B. 2000 €, dafür werden eigentlich alle anderen Staatszuwendung, Steuererleichterungen etc. gestrichen.
Im Februar hatte eine ePetition in Deutschland über 52.000 Unterzeichner gefunden und wird wohl demnächst (?) vor dem Parlament verhandelt werden. In der Schweiz kümmert sich der Filmemacher Daniel Häni, den die taz heute ausführlich portätierte, um einen Volkesentscheid für ein bedingungsloses Grundeinkommen über 1.500 € für jeden Schweizer. Um sein Vorhaben voranzutreiben hat Häni den Filmessay „Grundeinkommen“ gedreht und reist damit durch die Schweiz, er bietet den Film aber auch zum kostenlosen Download an.
Denn werde ich jetztdemnächst wenn ich Zeit habe mal anschauen und mich dann vielleicht nochmal ausfürhlicher zu dem Thema äußern. Ich empfehler den Film aber jetzt schonmal, denn sich wenigstens mal Gedanken über den Vorschlag zu machen schadet mit Sicherheit nicht.
Ich kritzel ja auch gerne mal mit dem Stock Zahlen in den Sand, aber was Kseniya Simonova hier bei der ukrainischen Version von „Das Supertalent“ abliefert ist wirklich atemberaubend. Selten etwas so cooles, inspirierendes und ergreifendes gesehen. via franziskript | Kommentieren
Eigentlich hatte ich von Jon Stewart zum Wochenstart noch einige bissige Kommentare über den Friedensnobelpreis von US-Präsident Barack Obama erwartet, doch stattdessen nimmt er sich „dem professionellsten aller Nachrichtensender“ an: CNN. Arbeitet sich der Daily Show-Anchormann normalerweise an dem konservativen FOX News ab, zeigt er nun, dass auch beim international renommierten Nachrichtennetzwerk CNN längst nicht alles so läuft, wie man es von ordentlichem Journalismus erwartet.
Jon Stewart schwingt sich alsozum amerikanischen Stefan Niggemeier auf und bietet eine Demontage des CNN Journalismus, wie man es zuletzt bei CNBC und Jim Cramer gesehen hat, besonders die Phrase „We have to leave it there“ hat es ihm dabei angetan.
Es gibt einen zweiten Trailer zu „The Boondock Saints 2: All Saints Day“, der zumindest in den USA schon in diesem Herbst das Dunkel der Kinos erblicken soll. Den ersten Trailer kann man sich hier angucken. [via]
Das Label Ego Twister Records hat 33 Künstler dazu aufgefordert bekannte Soundtracks zu reinterpretieren. Bedingung: Es darf nicht gesampelt werden, sondern maximal neueingespielt. Sonst wäre es wahrscheinlich auch nicht zu einem solch großartigen Ergebnis gekommen. Mit 8-Bit Versionen der „Adams Family“, „Requiem for a Dream“ oder eine französischen Version von „Lose Yourself“ oder einer elektronischen „Pretty Woman“. Also wirklich großartig und das großartigste: Kostenlos zum Download. Dahin geht es hier. Und zur Vorschau oben schon mal die „Top Gun Anthem“.
Vernon Lenoir – “My name is nobody” (Ennio Morricone)
Movie : “Il mio nome è Nessuno” by Tonino Valerii & Sergio Leone – 1973 Original track – Download mp3 space
Syndrome WPW–“Dueling synthesizers” (Arthur Smith) vs “In the Highways” (Maybelle Carter)
Movie : “Deliverance” by John Boorman – 1972 – Original track
Movie : “O brother where art thou” – 2000 – Original track Download mp3 space
Gratuit– “Perds toi, toi même” (French interpretation of “Lose yourself” by Eminem)
Movie: “8 mile” by Curtis Hanson – 2002 Original track – download mp3 space
Atone – “Laura Palmer’s theme” (Angelo Badalamenti)
Movie: “Twin peaks: fire walks with me” by David Lynch – 1992 Original track – download mp3 space
Amnésie – “Assault On Precinct 13 (Main Title)” (John Carpenter)
Movie: “Assault on Precinct 13” by John Carpenter – 1976 Original track – download mp3 space
Klement – “Oh, pretty woman” (Roy Orbison & Bill Dees)
Movie: “Pretty woman” by Garry Marshall – 1990 Original track – download mp3 space
GNG – “La Carioca” (Vincent Youmans)
Movie : “Flying down to Rio” by Thornton Freeland – 1933 – Original track
Movie : “La cité de la peur” by Alain Berbérian – 1994 – French cover Download mp3 space
Cindy Sizer– “Dirty life” (reinterpretation of “(I’ve had) the time of my life” by Bill Medley & Jennifer Warnes)
Movie : “Dirty dancing” by Emile Armolino – 1987 Original track – download mp3 space
Divag – “The Addams Family theme” (Vic Mizzy)
TV series & movie : “The Addams Family” by Barry Sonnenfled – 1991 Original track – download mp3 space
Sonicon feat BadOu – “Psycho boy jack/Ozzie & Harriet –medley” (The Dust Brothers)
Movie: “Fight Club” by David Fincher – 1999 Original track – download mp3 space
Nitneroc– “Les compères” (Vladimir Cosma) – Download mp3
Movie: “Les compères” by Francis Veber – 1983 Original track – download mp3 space
David Fenech – “Reality” (Richard Sanderson, Vladimir Cosma & Jeff Jordan)
Movie: “La boum” by Claude Pinauteau – 1980 Original track – download mp3 space
Silencide – “Sirba” (Vladimir Cosma)
Movie: “Le grand blond avec une chaussure noire” by Yves Robert – 1972 Original track – download mp3 space
Eat Rabbit – “I still don’t understand you computer” (Eat Rabbit)
Music inspired by the movie “Logan’s run” by Michael Anderson – 1976 Download mp3 space
Glafouk – “Requiem for a dream” (Clint Mansell)
Movie : “Requiem for a dream” by Darren Aronofsky – 2000 Original track – download mp3 space
Logosamphia – “The Gremlin Rag” vs “Arabian nights” (Jerry Goldsmith /Alan Menken)
Movie: “Gremlins” by Joe Dante – 1984 – Original track
Movie: “Aladdin” by Ron Clements & John Musker – 1992 – Original track Download mp3 space
Thiaz Itch – “Always look on the bright side of life” (Eric Idle)
Movie: “Monty Python’s Life of Brian” by Terry Jones – 1979 Original track – download mp3 space
Bonus track – Cindy Sizer – “Dirty life (club edit)” (reinterpretation of “(I’ve had) the time of my life” by Bill Medley & Jennifer Warnes)
Movie : “Dirty dancing” by Emile Armolino – 1987 Original track – download mp3
Mediatheken ermöglichen es einem das ganze Jahr einfach kein Fernsehen zu gucken, dann irgendwelche Preisverleihungen abzuwarten und sich dann nur die Perlen rauszupicken. Wenn, ja wenn, nur die Sender auch schon so weit wären. RTL zum Beispiel hat es nicht nur verpasst die TV-Helden um Pierre M. Krause, Caroline Korneli und Jan Böhmermann im Programm zu halten, sondern auch die zwei ausgestrahlten Sendungen in irgendwelchen legalen Quellen auffindbar zu machen. Die TV-Helden dürfte das wenig stören, sie haben den Preis in der Tasche und treiben jetzt bei Harald Schmidt erfolgreich ihr Unwesen.
Das ZDF ist da schon weiter. Der Sender wurde ja mit Fernsehpreisen nur so überschüttet. Wieviele Sendungen davon genau nun online zu sehen sind, habe ich nicht zu genüge ausrecherchiert, eine aber ist es: „Die Bombe“ von Claus Kleber und Angela Andersen ((Arbeitet Claus Kleber eigentlich grundsätzlich nur mit Aliteratanten zusammen?)) wurde als beste Reportage ausgezeichnet und ist in seiner Dreiteiligkeit in der Mediathek abrufbar.
„Der deutschen Fernsehpreis“ selbst kann auch noch in voller Länge betrachtet werden, was soll schon allein wegen der Moderation von Wolfgang & Anneliese (a.k.a Bastian Pastewka & Anke Engelke) lohnt. Da er sowieso zu keiner Zeit live gesendet wurde, stört auch hier das Konserven-Feeling kaum. Und vielleicht macht man ja noch weitere Highlights aus, die online verfügbar sind. Über sachdienliche Hinweise diesbezüglich würde ich mich, auch über den Fernsehpreis hinaus, sehr freuen. Einfach per Mail an kontakt [at] netzfeuilleton [.] de oder via Twitter.
Das man in diesem Internet aber noch viel mehr machen kann, als nur versendete Sendungen versenden ist noch bei Wenigen angekommen.
Zum Beispiel nutzt Jon Stewart die Homepage seiner Daily Show, um die Interviews mit Gästen in voller Länge zu zeigen. Vor allem für besonders interessante Gäste ist in der Show nämlich oft zu wenig Zeit. So war zuletzt zum Beispiel Bill Clinton, Retter entführter Journalisten in der Not, zu Gast, dessen extended Auftritt es hier zusehen gibt. Unvergessen natürlich auch Jon Stewarts Interview mit Jim Cramer.
Hier wird online also ein echter Mehrwert geboten. Doch wir Deutschen müssen keineswegs anfagen zu heulen, weil in den USA alles besser ist. Nein, denn auch hier gibt es das schon. Und zwar beim NDR. Der zeigt sein wöchentliches Medienmagazin ZAPP online im Zappplayer Plus. Das heisst, dass während der Sendung Links eingeblendet werden die tiefer in die Story einführen. Das Magazin, für sein investigatives Gespür bekannt, legt so einen Teil seiner Quellen offen und macht sich so selbst teilweise transparent. Zum Beispiel gibt es auch hier die Statements Befragter in voller Länge, so dass der Zuschauer nachvollziehen kann, welche Sprachschnipsel warum ausgewählt wurde. Vorbildlich.
In der aktuellen Folge geht es um den Abschied von Medienliebling Steinbrück und den Fauxpas von „Outside Minister“ Westerwelle, der sich zumindest bei englischsprachigen Medien schon unbeliebt gemacht haben dürfte. Außerdem hält Westerwelles Partei die FDP den zweifelhaften Rekord ein Wahlversprechen sogar schon vor der Wahl gebrochen zu haben: Mit der datenschutzrechtlichbedenklichen Versendung von Massen-SMS und SPAM-Mails.
Nach so vielen ernsthaften Themen, wollte ich eigentlich mit etwas amüsanter Satire abschließen und den NDR zum 2. Mal loben. Nämlich dafür, dass er die Satire Sendung extra3 endlich vollständig ins Netz stellt und darüber hinaus sogar als iTunes Podcast anbietet. Doch was muss ich da auf der Seite lesen:
Sie werden diesmal ausnahmsweise nach der Sendung weder die Videos noch den aktuellen Podcast dazu finden. Das liegt an der nicht geklärten Musikrechtelage im Netz. Wer es genau wissen will, kann sich gern bei der GEMA, der GVL und Co erkundigen. Aber keine Panik – nach der nächsten Sendung, ab 4. Oktober finden Sie hier wieder alles wie gewohnt.
Sicherlich ist dieses Versäumnis nicht dem NDR allein, sondern eher den anderen kriminellen Vereinigungen anzulasten, mehr als Schade ist es dennoch. Trotzdem finde ich noch ein Lob für die krimine den NDR, denn er hat vor der Wahl mit extra3 ein Wahlspeeddating veranstaltet bei dem sich die Direktkandidaten einiger Wahlkreise, drängenden Fragen stellen musste. Das ganze gab es in zwei Teilen und nur online und steht sogar, dafür das Lob, unter einer CC BY-NC-ND 3.0 DE-Lizenz.
Eine neue Folge der sympathisch chaotischen Katze ist da. Hier gibts nochmal die alten Folgen, ausserdem kann man der Katze jetzt, genau wie uns, auf Twitter folgen.
So großartig Twitter ist, manchmal sind 140 Zeichen einfach zu wenig, um sich seinem Gegenüber gegenüber eloquent auszudrücken. [mehr: Taking you into the Twittersphere]
Ihr habt eure Hanteln verlegt? Kein Problem, brennt euer Haus nieder, ladet Arnie Schwarzenegger ein und er wird sie finden. Das hinter solchem Material keinesfalls neutrale Berichterstattung steckt, darauf weist Julian bei den Filmjournalisten hin, dem an dieser Stelle auch das [via] gebührt.
Gestern war es endlich so weit: Unsere seit Ewigkeiten einzige deutsche Late-Night Hoffnung Harald Schmidt ist auf den Bildschirm zurückgekehrt. Angekündigt als weißer Afghane zog er ins Studio und löste alle Versprechen ein, die er im Vorfeld gegeben hatte.
Im Zweifelsfall wollte er gegen den Mob sein, und so wiedersprach er auch auch gleich der Lehrmeinung, dass der aktuelle Wahlkampf langweilig sei. Schließlich habe es doch einmal gefunkt, „bei der Landung von Müntefering“. Auch das Kanzlerduell fand er nicht zum Einschlafen: „Mich hat es gefreut, endlich mal den Ehemann von Frau Merkel kennenzulernen.“
So legte Harald Schmidt in seinem Stand-Up los und damit ein ordentliches Tempo vor, dass nur noch von „the good, the bad & the ugly“, also Trittin, Lafontaine und Westerwelle getoppt wurde, wie sie sich in einem Zusammenschnitt des TV-Dreikampf Zahlen an den Kopf schmissen.
Und so hastete man weiter von Einspieler zu Einspieler, nur unterbrochen von den kurzen Zwischenmoderationen Schmidts. Doch nicht nur die Anmoderationen der Filmchen muss Schmidt nach Pochers Weggang selber machen, auch die Parodien fallen jetzt in sein Metier. Als erstes musste Peter Scholl-Latour herhalten, um im Interview mit Katrin Bauerfeind einzuordnen, ob man jetzt in Afghanistan im Krieg sei oder nur „Hausaufgabenbetreuung mit Maschinenpistole“ leiste. Auch vor der ARD machte Schmidt in Scholl-Latour Gestalt nicht Halt: Anne Will und Plasberg können bald gegen Jauch abtreten, verkündete er.
Sollte sich aus dem neuen Team tatsächlich ein neuer Sidekick entwickeln, wie ebenfalls angedeutet, dann ist wohl Katrin Bauerfeind die im Moment aussichtsreichste Kandidatin. Gleich dreimal durfte sie an Schmidts Seite auftreten und ihm zum Beispiel bei den aktuellen Filmkritiken die Stichworte darreichen oder die Stille Ecke für Haushaltgeräte präsentieren.
Schmidt & Bauerfeind // Screenshot (C) ARD
Ansonten blieb das Team blass. Caroline Kornelis Auftritt im Film über die FDP war zwar gut aber zu kurz und endete mit dem mäßigen Witz eines vom Rollstuhl aufspringenden Pierre M. Krause, geheilt durch die Hand Westerwelles. Peter Richter war es sogar, der die Fachdiskussion über die Theaterregisseurin Andrea Berth und den Boris Groys, in der das Tempo einen neuerlichen Höhepunkt erreichte, fast zum Erliegen brachte. Mit dieser dennoch großartigen Einlage über die feuilletonistischen Fachdiskussionen voller Namen und Fachsimpeleien, löste Schmidts wohl sein Versprechen ein, dass kulturell weniger versierte Menschen weniger zu Lachen haben sollen.
Einzig Jan Böhmermann schaffte es noch mit seiner angeblichen Schweinegrippeerkrakung die Nachrichten von Pro7, Sat.1 und N24 zu foppen und so hervor zu stechen.
Ruhiger, aber nicht minder unterhaltsam wurde es erst wieder, als der Gast, Trigema Chef Wolfgang Grupp, die Bühne betrat. Dieser befürwortete auch als schwäbischer CDU-Wähler den Mindestlohn und gesatnd außerdem „Egal, wie alt ich bin, mein Frau muss immer Anfang 20 sein“. Den angebotenen Platz in der Familiengruft lehnte Schmidt dann dennoch dankend ab, schließlich hat er ja noch ein paar Sendungen vor sich.
Harald Schmidt ist also zurück, er ist wieder der alleinige Herr im Ring und das tut ihm sichtlich gut. Er spuckt wieder Sprüche und präsentiert die Miene, die Satire ein Gesicht gibt. Dennoch bleibt bei dem großen Team kaum Zeit, dass er sich frei entfaltet. Die Sendung ist durchgeskriptet, für spontane Improvisationsaktionen ist kein Platz.
Ist Schmidt der deutsche Stewart?
Nun noch zu der netzfeuilleton-spezifischen Frage ist Schmidt der neue Stewart? Ein klares Nein. Zwar hat man sich sichtlich einige Elemente bei der amerikanischen Daily Show mit in die Sendung geholt, dass zum Beispiel Teile des Teams an den Tisch geholt werden oder kurz einzelne Personen neben Schmidt eingeblendet werden, aber auch hier macht die Zeit Harald Schmidt einen Strich durch die Rechnung. Während Jon Stewart Themenkomplexe mit bissgen Kommentaren gekonnt seziert, kann Schmidt lediglich an der Oberfläche kratzen. Zum Glück bleibt er dabei nicht so auf Comedyniveau stehen und hakt einzelne Pointen ab, wie es zu Pocher Zeiten oft der Fall war. Dennoch muss man festhalten, dass in der aktuellen Ausführung die heute-show allein von der Anmutung deutlich näher am amerikanischen Vorbild ist.
„This is a show about the guy behind the desk“. Johnny Carson über Late-Night
Die nächste Frage muss aber sein: Muss Schmidt ein deutscher Stewart sein? Auch hier kann man klar mit Nein antworten. Schmidt hat seinen eigenen Stil, hat Late-Night mit geprägt und hat es deshalb nicht nötig den Trends hinterherzuhinken. Freuen wir uns, dass er diesen Stil nur minimal erneuert wieder gefunden hat und das präsentiert, was er am besten kann: Gute alte Late-Night. Mit Bart.
Wer die Show verpasst hat kann sie sich in der ARD-Mediathek für 7 Tage ansehen.