Ich fand ja, dass sich das Konzept „Carpool Karaoke“ schnell totgelaufen hat. Aber jetzt war Migos bei Carpool Karaoke. Klar war das am Anfang schön zu sehen, dass die großen Stars auch nur Menschen wie du und ich sind, die an der Ampel im Auto singen und Muzsik hören. Aber das hat man eben auch nach ein paar Folgen begriffen.
Adele rappt Nicki Minaj
Und ja es ist beeindruckend, immer wieder die unverstellten Stimmen zu hören, oder zu sehen, wie Adele Nicki Minaj rappt. Aber, das hat sich dann eben auch schnell ausgespielt.
Gerade wenn nur charakterlose Boybands auf dem Rücksitz hocken, kann auch der Schweigersohn-Late Nighter James Cordon nicht mehr viel anrichten.
Migos bei Carpool-Karaoke
Ganz anders ist natürlich die Fallhöhe, wenn da plötzlich Migos ins Carpool Karaoke-Auto steigen und mal eben 200.000 Dollar Cash am Start haben. Und das wird dann auch richtig lustig, wenn Corden, sich zunächst entschuldigen als Dad den Dab kapputt gemacht zu haben und ihnen dann mit einem Kindersoundboard neue Soundeffekte für ihre Songs vorschlägt. Der Höhepunkt ist aber der Song „Sweet Caroline“, den Migos bei Carpool Karaoke mit ihren eigenen Ad-libs versehen. Skrrr.
Als ich zuerst vom Start von „Machiavelli“ gehört habe dachte ich: Was ist denn das für eine seltsame Kombi? Ein Podcats zu Rap und Politik? Aber da ich Vassili noch von einem Workshop kenne dachte ich, ich höre mal rein.
Ein Podcast zu Rap undPolitik
Und was soll ich sagen: Die Verbindung ist genial. Schließlich deckt so ein Podcast gleich zwei meiner Interessensgebiete gleichzeitig ab: Rap und Politik. Das Format funktioniert vor allem durch die geniale Kombi der Hosts: Vassili, dem Politik-Experten und Jan, dem Rap-Liebhaber. Beide erklären sich jeweils gegenseitig einen Aspekt und welche Rolle dieser im eigenen Themengebiet spielt. Zum Beispiel der Name: Machiavelli ist auf der einen Seite der Name des wichtigen Politiktheoretikers Niccolò Machiavelli („Der Fürst“), auf der anderen das Pseudonym des größten Rappers ever: 2Pac.
Ich lerne immer was dazu
Dabei schaffen es Vassili und Jan, dass ihr „Unwissen“ am Thema des anderen nicht gespielt wirkt, sondern eine glaubhafte, interessierte Unterhaltung ensteht. Als jemand der beide Themen ein Stück weit verfolgt, lerne ich immer noch was dazu.
Die Überschneidung von zwei Themen funktioniert erstaunlich gut. Aber darauf hätte ich auch gleich kommen können, als jemand der einen Podcast zu Filmen und Cocktails macht.
Könnte jetzt noch jemand einen Podcast zu Wein & Social Media machen?
Lange hat man nicht mehr von so vielen Agentengeschichten in den Nachrichten gehört wie zur Zeit. Lange stand das Verhältnis zwischen den USA und Russland so sehr im Fokus wie aktuell. Auch ein Wettrüsten mit Atomwaffen, dachten wir, hätten wir hinter uns gelassen. Doch ein Blick nach Pjöngjang oder auf die Nachrichten zu einer möglichen Auflösung des INF-Vertrages der die Einschränkung von Mittelstreckenraketen vorsieht, lässt ungute Erinnerungen aufkommen.
Erinnerungen an die sechziger Jahre, an ein Wettrüsten zwischen zwei Weltmächten und einen kalten Krieg. Der viele Höhepunkte kannte, aber einen besonderen hervorbrachte: Die Mondlandung.
„Aufbruch zum Mond“ – Ab 08. November im Kino
Genau diese Zeit lässt auch der neue Film von Damien Chazelle „Aufbruch zum Mond“ wieder aufleben. Gazelle begeisterte zuletzt mit „La La Land“ und „Whiplash“ und begleitet nun die Reise von Neil Armstrong (Ryan Gosling) zum Mond. Doch Chazelle zeichnet diese Reise ins All nicht als das militärische Wettrüsten. Der nationale Triumph rückt in den Hintergrund. Stattdessen erzählt Gazelle, die Geschichte von Neil Armstrong als persönliche Herausforderung. Ein Neil Armstrong der gebeutelt vom Krieg, sich von seinen Kindern verabschieden muss. Ganz konkret von seiner 2-jährigen Tochter, die an einem Hirntumor stirbt. Während die Wissenschaft ihm hier nicht helfen kann, schickt sie ihn gleichzeitig zum Mond.
Das Drehbuch stammt von Josh Singer, der unter anderem auch „Spotlight“ und „Die Verlegerin“ geschrieben hat. Neil Armstrong wird, wie bereits erwähnt gespielt von Ryan Gosling und so arbeiten Chazelle und Gosling nach „La La Land“ erneut zusammen. Seine Frau Janet Shearon wird verkörpert von Claire Foy und in die Rolle des Buzz Aldrin schlüpft Corey Stoll. „Aufbruch zum Mond“ läuft ab dem 08. November 2018 im Kino.
Mit 74 Kilobyte zum Mond und zurück
Die Apollo Mission war damals ausgestattet mit 74 Kilobyte Speicherplatz und vier Kilobyte Arbeitsspeicher. Zum Vergleich, das aktuelle iPhone XR kommt mit mindestens 64.000.000 Kilobyte Speicher und 3.000.000 Kilobyte RAM. Zum Mond kommt man damit zwar nicht nicht, aber interessanterweise sind es inzwischen ja nicht mehr rivalisierende Staaten die ins All streben, sondern einzelne Persönlichkeiten aus Silicon Valley. Allen voran Elon Musk mit Space X und Jeff Bezos mit Blue Origin.
Ob dieses Wettrennen uns eines Tages einen ähnlichen Höhepunkt einbringen wird, wie Neil Armstrongs erste Schritte auf der Mondoberfläche? „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, ein großer Schritt für die Menschheit.“, waren seine ersten Worten auf dem Trabanten. Ein Satz, den mir meine Deutschlehrerin einst ins Poesiealbum schrieb. Ein Satz, der mir als Schuldkind zeigte, wie ein Mensch, der persönliche Hindernisse überwindet die Menschheit nach vorne bringen kann.
Robert Basic ist gestern, am 01.11.2018 verstorben. Das berichtet Don Dahlmann. Robert Basic war Gründer von Basic Thinking, dem lange erfolgreichsten Blog Deutschlands. Auch darüberhinaus war Robert ein Pionier des deustchen Internets und der deutschen Bloglandschaft. Doch für mich war Robert noch viel mehr.
Für mich war Robert mehr als Blogger
Robert war für mich ein persönlicher Mentor, ohne den ich heute sicher nicht da wäre wo ich bin.
Dazu muss man zurückgehen in das Jahr 2009. Ich hatte gerade netzfeuilleton.de gestartet (Wir werden dieses Jahr 10!) und schrieb einen meiner ersten Artikel über den Twitterwahlkampf von Thorsten Schäfer-Gümbel in Hessen. Damals trat „TSG“ zum ersten Mal bei einer Landtagswahl für das Amt des Ministerpräsidenten an. Und zu eben diesem Artikel bekam ich plötzlich einen Link von basicthinking.de. Als frisches Blog wurde ich vom größten Blog Deutschlands verlinkt!
Einen Pingback nannte man das damals, in einer Zeit als soziale Netzwerke, wie Twitter noch in den Kinderschuhen steckten. Diese Links verbanden die deutschen Blogs untereinander und ich fühlte mich in diesem Moment willkommen in der deutschen Blogosphäre. Wer weiß ob ich sonst 10 Jahre durchgehalten hätte.
Das erste Treffen mit Robert Basic
Kurz darauf ging ich auch zu einem Bloggertreffen, dass Robert in Frankfurt veranstaltet. Erst letztens war ich wieder im selben Cafe und dachte an das erste Treffen mit Robert zurück. Der Wahlkämpfer von Thorsten Schäfer-Gümbel war auch da. Und eine erhöhte Medienaufmerksamkeit: Robert hatte angekündigt sein Blog BasicThinking.de auf ebay zu verkaufen. Das kam damals mitten in einer Debatte um die Monetarisierung und Kommerz in deutschen Blogs. Alles harmlos im Vergleich zu desm, was heute Gang und Gäbe ist.
Roberts Ideen für die Zukunft
Das war bei weitem nicht das einzige Mal, das Robert mit seinen Ideen für Wirbel sorgte, weil sie weit in die Zukunft zeigten. Später finge er zum Beispiel an erst exklusiv bei Google+, dann bei Facebook zu bloggen. Robert ging immer mit 100% an eine Idee heran. Diese direkte Art mochte manche verschrecken, doch sie schaffte immer eine spannende Diskussion. Und am Ende waren alle einen immensen Schritt weiter.
Für mich folgten viele weitere Treffen, tagelange Workshops zu „Buzzrider“ und Wiedersehen auf etlichen Konferenzen. Dabei gab Robert mir wichtige persönliche Ratschläge, stand mir bei und zögerte nicht, mich mit gerade mal Anfang 20 anderen als Berater oder Social Media Stratege zu empfehlen.
Robert Basic brachte Menschen zusammen
Bei unserem letzten Treffen holte er mich mit einem Auto ab, dass er zum Testen dabei hatte. Wir holten Ella von Coultique und Theo ab, fuhren einfach nur durch die Gegend, sprachen über Gott und die Welt und verbrachten einen wunderschönen Tag in Ladenburg.
Darin war Robert wohl am besten: Unterschiedliche Menschen zusammenzubringen und daraus ein spannendes Gespräch entstehen zu lassen. Ohne ihn hätte es die deutsche Blogosphäre so wohl nie gegebene – und ich wäre kein Teil von ihr.
Klassische Zeitungen und -verlage starten gerade an allen Ecken und Enden Podcasts. Viele Davon klingen aber eher nach einer „Radiosendung zum zeitsouveränen Nachhören“; streng formatiert, und zeitlich begrenzt. Ganz anders macht das „Alles Gesagt?“ von der Zeit.
In 3-4 Stunden „Alles gesagt?“
Hier ist nämlich die Prämisse, dass das Gespräch so lange dauert, bis der jeweilige Gast mit einem Codewort zu verstehen gibt, er habe seiner Meinung nach „alles gesagt“. So einfach, so genial. Dabei kommen Gespräche heraus die häufig die 2, 3 oder 4 Stundenmarke reißen. Wer nun mit dem Kopf schüttelt und denkt: „Wann soll ich das denn hören?“, hat nicht das selbe Podcastverständnis wie ich. Man lernt die einzelnen Gesprächspartner sehr gut kennen und kann auch komplexen Gedankengängen und Themen folgen.
Nicht nur labern, sondern interviewen
Dabei schaffen es die beiden Gastgeber, ZEIT Magazin-Chefredakteur Christoph Amend und ZEIT Online- Chefredakteur Jochen Wegner, für Chefredakteure erstaunlich un-besserwisserisch und interessiert an ihrem Gegenüber zu sein. Gleichzeitig trägt ihre journalistische Kompetenz dazu bei, dass es eben nicht nur ein weiterer Laberpodcast ist, sondern ein echtes Interview wird mit spannenden Fragen und Nachhaken an den passenden Stellen. Die Gesprächspartner wiederum lassen sich darauf ein tief in die eigenen Vergangenheit, das Privatleben und ihre politische Überzeugung einzutauchen. Und in unserem politischen und medialen Klima ist es vielleicht gar nicht schlecht sich mal längere Zeit mit den Überzeugungen von Robert Habeck, Katarina Barley oder Christian Lindner auseinander zu setzen.
So habe ich zumindest gerade 10 Stunden zugebracht. Vier davon gehen auf das Konto von Sophie Passmann.
Aus musical.ly wird Tik Tok. Wer heute seine musical.ly App updated könnte sich wundern, denn da steht ein anderer Name: Tik Tok. Und auch das Logo verschwindet klein in der Ecke. Dahinter steckt eine Zusammenführung der beiden Apps. Sowohl Musical.ly, als auch Tik Tok gehören dem chinesischen Unternehmen Bytedance.
Musical.ly + Tik Tok: 600 Millionen Nutzer?
Das neue Musical.ly / Tik Tok App Icon
Bytedance hatte Musical.ly im November 2017 für circa 1 Milliarde US Dollar gekauft und
führt sie nun mit der eigenen Konkurrenz-App Tik Tok zusammen. Dahinter stecken 2 Moves gleichzeitig: Einmal möchte man natürlich seine Nutzerzahlen kombinieren um insgesamt größer zu werden. Musical.ly hat eta 100 Millionen Nutzer, TikTok behauptet 500 Millionen monatlich aktive Nutzer zu haben.
Tik Tok als die mobile Videoplattform
Zweitens möchte man sich damit generell weiter von simplen Lipsyncing Videos weg entwicklen und den Anspruch als generelle Entertainment Plattform stärken. Da ist der neue Name natürlich passender. TikTok soll eben nicht nur für Musik stehen, sondern auch für Vlogs, Comedy und alle möglichen Formate eine Plattform bieten. . Schließlich bietet der mobile Videomarkt nach wie vor eine Lücke und ist heiß umkämpft zwischen inzwischen IGTV, Snapchat und nun eben TikTok.
Bytedance beendete schon den Livestream-Dienst Live.ly
Musical.ly nach dem Update: Tik Tok sieht gleich aus.
Bytedance hatte außerdem vor kurzem den Musical.ly-Livestreamableger live.ly beendet, schließlich hat man selber auch noch die App Live.me im Angebot. Auch hier will man sich offensichtlich auf eine App fokussieren. Damit dürfte die Zusammenführung nun komplett sein. Musical.ly gibt es seit 2014, Tik Tok erst seit 2016.
Tatsächlich ändert sich sonst nicht viel. Die Profile, Nutzernamen und Videos bleiben erhalten. Auch sieht die App auf den ersten Blick nicht viel anders aus, lediglich das Logo und der Upload Button sind nun im Tik Tok Look. Achja, und der @musical.ly-Account wurde in @Tiktok umbenannt und hat mit 30,8 Millionen Followern sogar mehr als @LisaandLena (30,6 Millionen).
Der Facebook Werbespot und die Kampagne drumherum ist gerade überall: Im Vorabendprogramm, in YouTube Prerolls und in Tageszeitungen. Facebook möchte zeigen, dass man wirklich verstanden hat und so und sich jetzt wirklich also um die Probleme kümmern will.
Der Facebook Werbespot ist ein Desaster
Erschwert wird das davon, dass Mark Zuckerbergs diese Werbebotschaft untergräbt indem er in Interviews Holocaust-Leugnern einen bösen Willen abspricht. Man fragt sich, wer Facebook hier beraten hat.
Den auch die Facebook Werbespots sind aus professioneller Sicht ein Desaster. Die erste Hälfte besteht daraus die ganzen negativen Vorurteile und Assoziationen mit Facebook zu wiederholen. Ja, sogar mit dem Logo zu verknüpfen. Anstatt wieder positive Emotionen zu wecken zementiert man damit sogar noch die Vorwürfe. Vor allem in der deutschen Variante der Spots findet auch kein sichtbarer Switch von „Vergangenheit“ zu Zukunft statt. Das hier wird mir zumindest nicht mehr aus dem Kopf gehen:
Warum dann nicht gleich ein ehrlicher Facebook Werbepspot?
Man fragt sich: Wenn schon alles negative auf den Tisch packen, warum dann nicht ganz ehrlich? Wenn man schon denkt, der Nutzer lässt sich von einfachem Werbeblabla überzeugen, warum dann nicht die Mechanismen aufzeigen? Dem hat sich jetzt zum Glück John Oliver angenommen und einen wirklich ehrlichen Facebook Werbespot produziert.
Lange habe ich mich gefragt, warum macht eigentlich keiner einen guten, regelmäßigen Politikpodcast in Deutschland? Klar, da gab es „Logbuch Netzpolitik“ oder andere Podcasts die sich mit spezifischen Feldern auseinandersetzen, aber eben keiner der mal so das Geschehen der Woche zusammenkehrt.
„Lage der Nation“ – Besser als Schlagzeilen verfolgen
Bis 2016 die „Lage der Nation“ startete. Darin verfolgen Philip Banse und Ulf Ulf Buermeyer genau dieses Ziel. Anstatt das man jeder einzelnen Pushnachricht hinterherlaufen und den anstrengenden Irrungen des Nachrichtengeschäfts folgen muss, schaffen es die beiden in ihrem Politikpodcast „Lage der Nation“ die Themen ruhig und oft mit etwas Abstand zusammenzufassen. Natürlich halten die beiden dabei nicht mit ihrer Meinung hinter den Berg, sie schaffen es jedoch meistens diese von den Fakten zu trennen – und mir hilft das bei der Einordnung.
Meinung und Hintergründe helfen bei der Einordnung der Nachrichten
Zumindest wenn man die beiden auch einordnen kann. Was aber nicht schwer fällt: Ulf ist war SPD-Mitglied und Philip Banse ist sicher auch nicht konservativ. Ihr professioneller Hintergrund hilft ebenfalls: Philip Banse ist einer der ersten Podcaster in Deutschland, der das Küchenradio ins Leben gerufen hat und als Journalist viel für den Deutschlandfunk arbeitet. Ulf Buermeyer ist Jurist, was vor allem bei der Betrachtung aktueller Prozesse hilft, aber auch bei der Bewertung neuer Gesetzesvorhaben.
Dabei erfährt man häufig mehr über die Hintergründe, als wenn man nur die Schlagzeilen oder selbst die Abendnachrichten verfolgt. Wie in einer guten Wochenzeitung eben.
Mit Hilfe von FOX News baut Donald Trump und die Republikaner eine Verschwörungstheorie auf, um die Muller Investigation in Misskredit zu ziehen.
Die Muller-Investigation gegen Donald Trump läuft mittlerweile seit über einem Jahr. Hat aber nicht an Brisanz verloren. Im Gegenteil. Das FBI ermittelt noch immer, ob es eine unerlaubte Zusammenarbeit zwischen russischen Kräften und dem Trumpwahlkampf gegeben hat. Zuletzt sah Trump sich genötigt schon mal im Voraus klar zustellen, dass er sich zur Not selbst begnadigen kann.
As has been stated by numerous legal scholars, I have the absolute right to PARDON myself, but why would I do that when I have done nothing wrong? In the meantime, the never ending Witch Hunt, led by 13 very Angry and Conflicted Democrats (& others) continues into the mid-terms!
Die Trump-Ermittlungen: Zwischen Hexenjagd und Verschwörungstheorie
Dementsprechend läuft auch an anderer Stelle seine Verteidigungsstrategie. Wie auch dieser Tweet zeigt, wird die Ermittlung an jeder möglichen Stelle von Trump, Fox News und anderen Republikanern als „Hexenjagd“ betitelt. Damit will man Zweifel sähen.
John Oliver zeigt nun mit welcher Konsequenz vor allem Fox News sich haarsträubende Strohmänner, Zusammenhänge und Verschwörungen zusammen dichtet, um Trump in Schutz zu nehmen. Ziel ist vor allem die Bevölkerung zu überzeugen, dass dahinter nur ein Vorstoß der Demokraten ist, um den ungeliebten Trump loszuwerden. Abgeschaut haben könnte Trump sich das ausgerechnet bei Bill Clinton, der es damals ebenfalls schaffte sein Impeachment Verfahren entlang der Parteilinien zu organisieren.
Vero ist gerade in alle Munde – Die Social App klettert die Charts hoch und auf allen möglichen Plattformen, von Instagram bis Facebook und Twitter sieht man Social Cards die verkünden: Follow me on Vero! Allerdings steht hinter der App auch eine spannende Familiengeschichte. Und da gilt der Grundsatz: Follow the Money!
Die Vero Social Card, wie man sie gerade über all sieht.
Vero kommt zum richtigen Zeitpunkt
Obwohl die App schon eine Weile am Markt ist erfährt sie jetzt plötzlich einen viralen Aufschwung. Manche mutmaßen schon, ob eine verdeckte Influencer-Kampagne daran Schuld ist. Aktuell gibt es dafür aber keine Belege.
Aber die App kommt teils einfach zum richtigen Zeitpunkt: Facebook ist aktuell geplagt von Fake News-Skandalen und politischen Trollen und ruft gerade eine massive Änderung und Family first aus. Instagram wird vor allem von Product Placements und Fakefollowern befeuert, während viele Nutzer noch immer der chronologischen Timeline hinterher trauern.
Und genau da verspricht Vero: True Social Media. So zumindest der Slogan der App.
Warum der Vero Hype andauern könnte
Ich will mit Heilsversprechen vorsichtig sein. Die Vergleichen zu Ello, Peach, Path und Tsu (keine Sorge, wenn euch nur ein paar dieser Namen in Erinnerung sind) unken an allen Ecken. Zu oft schon brannte ein Strohfeuer einer neuen Plattformen lichterloh und war ebenso schnell erloschen. Der Hype ging so schnell er kam. Deshalb lohnt es sich kurz zu schauen, was Vero anders macht.
Was Vero anders macht als vorherige Hypes
mobile first – Das ist in diesen Tagen eigentlich nichts besonderes mehr, aber doch merkt man der Plattform an, dass sie von Anfang an als App erdacht wurde und eben keinen Spagat zu einer Webseite vollführen muss. Facebook dagegen hat seit 2007 etliche Features eingeführt haben, die auf allen Plattformen nachgezogen werden wollen.
exklusive Inhalte – Vero hat sich schon einige große Stars, Fotografen und Publikationen an Board geholt, die mit exklusiven Inhalten aufwarten. Sobald man sich anmeldet, wird einem zum Beipsiel Starregisseur Zack Snyder vorgeschlagen, der auch schon einen exklusiven Kurzfilm für die Vero App angekündigt hat.
andere Formen des Austauschs – Die oben genannten und bereits vergessenen Plattformen, hatten es ansich, dass man sich, kaum hatte man sich angemeldet, auf ihnen vor allem über die Plattformen selbst unterhalten hat. Ein Thema, das schnell ermüdete und war ebensowenig langlebig wie in der Folge auch diese Apps. Vero dagegen macht es einem relativ einfach sich von Anfang an auch über andere Inhalte auszutauschen. Film-, Buch- und Musikempfehlungen stehen zum Beispiel sehr im Mittelpunkt der App und erlaubt so schnell den Sprung zu anderen Themen.
Vero lässt einen schnell Filme, Musik, Bücher und Orte empfehlen.
Nicht, dass Empfehlungen Foursquare und Amen gerettet hätten, aber ihr versteht meinen Punkt.
Zwar lässt sich die App gerade schwer benutzen, da unter der Last der Neuanmeldungen die Server ächzen und sich die meisten Funktionen kaum ordentlich ausprobieren lassen, aber vielleicht hat Vero ja einen langen Atem. Denn Vero bringt von Haus aus einige Cashreserven mit.
Milliardärsgründer mit dunkler Familienvergangenheit
Hinter der App steht nämlich Ayman Hariri als Gründer und Geschäftsführer. Hariri gibt als Motivation für die Gründung von Vero seine Frustration mit bisherigen Sozialen Netzwerken an. „Ich fand die Privatsphäreoptionen in bestehenden Sozialen Netzwerken sehr begrenzt und schwer zu verstehen. Wenn ich mich dann entschied, mich anzumelden und mit meinen Freunden zu verknüpfen, stellte ich fest, dass ihr Onlineverhalten doch sehr von dem in der echten Weld abwich.“, wird Ayman Hariri von CNBC.com zitiert.
Deshalb verspricht er, dass Vero nutzerzentriert bleiben soll – und werbefrei. Zwar will man auch Unternehmen und Influencer auf die Plattform lassen, aber das wirkliche Geld will man mit einer geringen Gebühr der Nutzer und Verkäufen über die Plattform einnehmen. Wobei die ersten 1 Millionen Nutzer für immer kostenlos dabei bleiben sollen. Mit diesem Versprechen hat er es bisher geschafft ein Team von 23 Leuten aufzubauen, aber erst 1 Frau einzustellen.
1,3 Milliarden und ein paar unbezahlte Arbeiter
Übrigens ist mit das erste Ergebnis, das Google ausspuckt, wenn man Ayman Hariris Namen googlet, sein von Forbes geschätzt Vermögen von 1,33 Milliarden US Dollar.
Googlet man etwas weiter stößt man auch darauf, woher dieses Geld kommt und was Hariri vorher gemacht hat.
Hariri war zuvor CEO der arabischen Baufirma Saudi Oger Limited. Allerdings hat Saudi Oger am 31. Juli 2017 den Betrieb eingestellt. Wegen Missmanagement und Korruption. Ein Großteil des Wikipedia-Artikels zu Saudi Oger besteht dementsprechend auch an Kritik an der saudischen Baufirma: Schon im November 2015 konnte die Firma die Löhne ihrer Angestellten nicht mehr bezahlen. 9000 philippinische Arbeiter warteten vergebens für 8 oder 9 Monate auf ihre Bezahlung. Als dann auch noch ihre Aufenthaltserlaubnis ausläuft können sie nicht mal wirklich ihre Häuser verlassen, geschweige denn das Land. Helfen könnt ihnen nur Saudi Oger, in dem es die Aufenthaltserlaubnisse verlängern lasst. Doch damit warten enorme Kosten auf die Firma, auf die Arbeiter hingegen warten Freiheitsstrafen.
Allerdings muss man annehmen, dass Ayman ein Großteil seines Vermögens nicht in seiner Zeit als CEO von Saudi Oger verdient hat. Den größten Teil dürfe er von seinem Vater geerbt haben, der 2005 bei einem Attentat ums Leben kam.
Der Vater: Vom Baulöwen zum Philanthrop zum Präsident
Der Vater Rafic al-Hariri wurde im 1944 Libanon geboren und wanderte 1965 nach Saudi Arabien aus um zu arbeiten. Dort erwarb er sich mit einem einem erfolgreichen Bauprojekt die Gunst des saudischen Königs und übernahm die Firma Oger. Er formte Saudi Oger, was ab da die Baufirma der königlichen saudischen Familie für fast alle wichtigen Bauprojekte war.
Der Vater Rafic al-Hariri
Dadurch kam Rafic Hariri an einigen Reichtum, den er auch für Förderprojekte in seinem Heimatland Libanon einsetzte. Er gründete die Islamic Association for Culture and Education und spendete außerdem $12 Millionen Dollar für die Opfer des des Südlibanonkonfliktes in 1978. Er wurde immer stärker politisch aktiv.
Während des Bürgerkriegs setzte sich Hariri hinter den Kulissen für ein baldiges Kriegsende ein und spielte 1990 bei den Friedensverhandlungen eine entscheidende Rolle. 1992 ließ er sich dann als Ministerpräsident zur Wahl stellen und gewann. Insgesamt war er fast 10 Jahre (mit Unterbrechung) als Ministerpräsident im Amt.
1994 half er mit seiner Baufirma die Straßen Beiruts aufzuräumen und den Stadtkern zu sanieren, und zwar so gründlich, dass der Stadtkern Hariri-City genannt wird.
Das Attentat und die Korruption
Doch der Zeit von Rafic al-Hariri ist auch ein eigenes Kapitel mit der Überschrift „Korruption“ gewidmet. Vor allem während der Zeit der syrischen Besatzung des Libanon soll Rafic al-Hariri maßgeblich von der grassierenden Korruption profitiert haben. Darin waren vor allem auch die verschiedenen Baufirmen verwickelt.
Als die öffentlichen Proteste gegenüber dieser Politik von Hariri wuchsen, ließ die Regierung öffentliche Demonstrationen kurzerhand verbieten und das Militär trug dafür Sorge, dass auch wirklich keine stattfanden. Mit einem Vermögen von 1 Milliarde US Dollar soll Rafic Hariri das Amt des Ministerpräsidenten angetreten haben. Als er bei einem Attentat 2005 ermordet wurde war es auf 16 Milliarden Dollar angewachsen. 16 Milliarden Dollar, die er einer Frau und 7 Kindern hinterließ. Eines dieser Kinder ist Ayman Hariri, Gründer von Vero.
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Darf man Vero deswegen jetzt nicht mehr benutzen?
Und jetzt? Ist deshalb die App schlecht? Darf man Vero noch benutzen, oder nicht? Ich glaube, das muss jeder selbst mit sich ausmachen. Aber die Geschichte ist zu spannend, um sie nicht zu erzählen. Und ich glaube es lohnt sich, sich zu vergegenwärtigen woher das Geld hinter vielen Start-ups kommt. Sicher haben einige Venture Capital Fonds ähnlich oder noch mehr Dreck am Stecken. Ich meine, die NSA unterhält einen eigenen Seeding-Fond für vielversprechende Start-up Ideen. Und in den USA wird gerade öffentlich, wieviele Firmen die Waffenlobby unterstützen. Vielleicht ist es gar nicht schlecht, sich mal Start-ups aus anderen Ländern zuzuwenden.
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