In Zeiten, in denen fast die gesamte Presse darauf aus ist einen entscheidenden Fehltritt des US-Präsidenten nachzuweisen und gleichzeitig deutsche Boulevardzeitungen auf gefälschte eMails reinfallen bringt Steven Spielberg „Die Verlegerin“ ins Kino.

Dier Verlegerin - Stepehen Spielberg, Tom Hanks und Meryl Streep am Set. Photo Credit: Niko Tavernise.

Die Verlegerin Kay Graham der Washinton Post

Ein Film über 1971, der aktueller kaum sein könnte. Kay Graham (Maryl Streep) ist gerade Verlegerin der Washington Post geworden. Als erste Frau in den USA überhaupt. Und als eine Frau, die zuvor von ihrem Mann betrogen und von ihrer Mutter klein gehalten wurde. Genau da tauchen auch noch brisante Dokumente auf. Die „Pentagon Papers“ weisen nach, dass die amerikanische Regierung ihren Eingriff in den Vietnamkrieg lange vorher geplant und gezielt forciert hatten.

Die Verlegerin Kay Graham (Meryl Streep) und Ben Bradlee (Tom Hanks). Photo Credit: Niko Tavernise.

Als die „New York Times“ die Reportage veröffentlicht bekommt sie es als erstes mit der Macht des Weißen Hauses zu tun. Aus „Gründen der nationalen Sicherheit“ soll eine weitere Veröffentlichung der Dokumente um jeden Preis verhindert werden. Mit einer Klage vor dem Federal Court gelang es der Regierung der Vereinigten Staaten, die Berichterstattung zu unterbinden. In einem Solidaritätsakt beschliessen Kay Graham und ihr Chefredakteur Ben Bradlee (gespielt von Tom Hanks) nun ebenfalls zu veröffentlichen. Auch sie bekommen enormen Druck, politisch, aber auch wirtschaftlich, schließlich steht die „Washington Post“ kurz vor einem Börsengang. 

Die Pentagon Paper und Whistleblower Daniel Ellsberg

Entscheidend ist auch die Rolle von Daniel Ellsberg. Bis heute ein Vorbild der Whistleblower. Als Mitarbeiter des Verteidigungsministeriums sah er, wie aussichtslos der Vietnamkrieg war. Schwer beeindruckt von den Friedensaktivisten, die sich nicht davor scheuen für ihr Engagement ins Gefängnis zu gehen fasst er schließlich einen Entschluss: Gemeinsam mit seinen Kindern kopiert er über 7000 Seiten und spielte sie der Presse zu.  “Let’s get the son-of-a-bitch in jail!” soll Nixon darauf hin zu seinem Berater Kissinger gesagt haben. Dieser „son-of-a-bitch“ inspirierte Jahre später noch den NSA-Mitarbeiter Edward Snowden. Snowden machte 2013 die anlasslose Massenüberwachung und das Ausspionieren der privatesten Daten von Millionen von Menschen durch die amerikanischen Geheimdienste öffentlich. Diese Veröffentlichung durch Snowden wiederum bezeichnete Ellsberg als “ die wichtigsten in der Geschichte der USA“.

Die Verlegerin - Washington Post. Photo Credit: Niko Tavernise.

Das wichtigste Presseurteil der USA

Aber zurück zur Washington Post und den Pentagon Papers: Am Ende urteilte der oberste Gerichtshof: „Die Presse soll den Regierten dienen, nicht den Regierenden.“ Einen Urteils, das man hierzulande wohl am ehsten mit dem „SPIEGEL-Urteil „vergleichen kann. Und ein Satz, der in denen unabhängige Medien gerne als Fake News beschimpft werden keine Stück Aktualität verliert.

Achso, und bei der Washington Post machten sich kurz darauf die beiden Journalisten Bob Woodward und Carl Bernstein daran, gewissen Vorkomnisse im Watergate-Hotel zu erforschen.

Die Verlegerin, ab 22. Februar im Kino.

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