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Wie Alphabet Google neue Wege gibt Geld zu verdienen

Lange hat Google einen Großteil seiner Einnahmen über Werbung erzielt. Das wird in naher Zukunft auch so bleiben, aber die neue Unternehmensstruktur um Alphabet gibt Google die Möglichkeit neue Geschäftsmodelle auszuprobieren.

Dieser Artikel lässt sich auch anhören:

Google: Von der Suchmaschine zur Werbemaschine

Ich weiß noch wie enttäuscht ich war, als ich während meines Studiums die Möglichkeit hatte, Google zu besuchen. Zwar trugen die Angestellten das Mantra “die Informationen der Welt zu organisieren und für alle zugänglich zu machen” wie eine Monstranz vor sich her, aber alles was sie von ihrer Arbeit berichten, erzählte eigentlich von Google als einer einzigen große Werbefirma.

Im täglichen Geschäft ging es dann eben doch nur darum, möglichst viele neue Werbekunden an Land zu ziehen. Natürlich war die Erfindung des AdSense Systems genial und hat Google lange Zeit zu einem der profitabelsten Internetfirmen der Welt gemacht. Aber seither ist, was Kernprodukt und die Anzeigen angeht, nicht mehr wirklich viel passiert.

Larry Page will mehr sein als ein Werbeverkäufer

Anscheinend bin ich nicht der Einzige dem das für Google – und für sich selbst – zu wenig war: Auch Larry Page will mehr sein als ein Werbeverkäufer. Er betont immer wieder wie wichtig es ihm ist die Welt zu verbessern und die Gesellschaft zu verändern. Auch in seiner Ankündigung, Google unter der Dachfirma Alphabet auszugliedern, spricht er von der Aufregung noch ambitioniertere Dinge zu tun und das Leben von so vielen Menschen wie möglich zu verändern.

Interessanterweise bekommen die Gründer Larry Page und Sergey Brin nicht nur die Möglichkeit jetzt wieder viele neue Firmen zu gründen (oder zu kaufen(Twitter anyone?)) und zu versuchen das Leben der Erdenbürger zu verlängern, sondern sie können dabei auch wieder über neue Geschäftsmodelle nachdenken. Ein zweites Google Adsense erfinden. Denn Geschäftsmodelle spielen eine entscheidende Rolle bei der Aufspaltung der Firmen im neuen Alphabet Konglomerat.

Alphabet Google Konzern - Firmenaufteilung
Die Aufteilung des Alphabet Google Konzerns soweit bislang bekannt

Warum Youtube keine eigene Firma wird

Ich habe mich zunächst sehr gewundert, dass ausgerechnet YouTube nicht als einzelne Firma in Alphabet gelistet wird, sondern weiterhin Teil von Google bleiben soll. Es sind zwar noch nicht alle Details bekannt, welche Produkte ausgegliedert werden, aber Android, Google Maps und eben YouTube bleiben Teil von Google.

Dabei ist YouTube sicherlich das Produkt, das bei Konsumenten unabhängig von Google am bekanntesten ist. Zunächst dachte ich, dass man so verstecken will, dass YouTube alleine noch immer nicht profitabel ist und weiterhin Zuschuss von der Google-Mutter braucht.

Ein anderer Ansatz ergibt aber mehr Sinn. Wie Ben Thompson bemerkt, verläuft die bisher bekannte Trennung zwischen den Firmen innerhalb von Alphabet anhand derer die sich über Werbung finanzieren und solchen, die andere Geschäftsmodelle verfolgen. Alles was Geld über Werbung verdient bleibt Teil von Google. Alles andere ist frei sich neue Einnahmequellen zu suchen.

Und YouTube finanziert sich eben in erster Linie über Werbeeinnahmen, insofern ist es sicher sinnvoll das gesamte Know-How zur Werbevermarktung in einer Firma zu belassen und so höhere Synergie-Effekte zu erzielen. Update: Matthew Ingram hat bei Fortune ebenfalls ein paar Gründe gesammelt, weshalb YouTube Teil von Google bleibt. Interessant finde ich noch den Hinweis, dass YouTube selbst auch zu einem Großteil auf Suchtechnologie beruht, YouTube ist schließlich die zweitwichtigste Suchmaschine der Welt. Ingram hält die Theorie mit den ähnlichen Geschäftsmodellen aber auch für die plausibelste. Auch die GoogleAdsense Einheit bleibt dieser Logik folgend natürlich Teil von Google.

Google verlangt jetzt auch Geld für Produkte

Unabhängig agieren zum Beispiel Calico, die sich um Gesundheitsforschung bemühen oder die Investitionsfirmen Google Capital und Google Ventures, die auf ganz andere Weise wirtschaften.

Prominentestes Beispiel, wie Unabhängigkeit von Google funktioniert, ist bislang wahrscheinlich Nest. Nach dem Aufkauf durch Google wurden Nest als eigene Firma weiterbetrieben und erwirtschaftet seine Einnahmen durch den direkten Verkauf von Heizreglern.

Android bleibt auch Teil von Google

Ein Ausbrecher aus der strengen Trennung nach Erlösmodellen ist Google Play, Googles digitaler Store für Filme Musik und Apps. Schließlich verdient Google hier direkt 30% an jedem Verkauf. Hier lässt sich argumentieren, dass Google Play eng mit Android verknüpft ist und gleichzeitig das mobile Werbebusiness immer wichtiger wird, so dass der Verbleib in der Google Familie essentiell ist.

Gleichzeitig bedeutet es für diverse Projekte, die aus dem Forschungslabor Google X herausfallen, dass sie neue Wege finden müssen selbst Einnahmen zu erwirtschaften.

Ein Beispiel ist Google Fiber, die ebenfalls als eigene Firma in Alphabet gelistet werden. Mit Fiber hat man es geschafft in jedem Markt, den man betreten hat, große Welle unter den Internetprovidern zu schlagen. Und natürlich verlangt hier Google auch direkt Geld von seinen Kunden.

Alphabet Google Self Driving Car
Das Alphabet Google selbstfahrende Auto

Alphabet: Eine Firma für Heißluftballons und selbstfahrende Autos

Die Frage ist was mit anderen Moonshot Projekten ist. Zum Beispiel Google Loon, das Projekt bei dem Heißluftballons so eingesetzt werden, dass auch entlegene Ecken mit Internet versorgt werden können. Bislang herrschte häufig die Annahme, dass Google all das nur tut, um mehr Leute online zu bringen, dadurch mehr Leute an ihre Suchmaschine heranführt und so wiederum auf mehr Einnahmen hofft. Nun würde sich wahrscheinlich anbieten, Google Loon als Teil von Google Fiber zu betreiben und tatsächlich einfach Geld zu verlangen. Vielleicht ist die Zeit vorbei in der uns Google gratis mit neuen Produkten wie Google Maps, der eigenen Office-Suite Google Docs und GMail versorgt.

Natürlich muss man noch ein bisschen abwarten wie genau die endgültige Struktur von Alphabet aussehen wird. Aber die Öffnung und Ausgliederung in unterschiedliche Geschäftsmodelle zeigt, dass wir für das selbstfahrende Auto von Google vermutlich nicht nur mit unseren Daten bezahlen werden, sondern zusätzlich auch hart verdiente Euros auf den Tisch legen müssen.

Neues zu Medien und oft auch wie sie Geld verdienen in den morgenlinks [mc4wp_form]

Creative Commons Lizenzvertrag
NMM00: Google, Alphabet & das Business ABC von Jannis Kucharz ist lizenziert unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht kommerziell 4.0 International Lizenz.
Beruht auf dem Werk unter http://netzfeuilleton.de/alphabet-google-konzern-geld/.
Über diese Lizenz hinausgehende Erlaubnisse können Sie unter http://netzfeuilleton.de/kontakt/ erhalten.

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morgenlinks

Wird das Internet immer mehr zu Fernsehen?

Ein iranischer Blogger betritt nach 6 Jahren Gefängnis wieder das Internet

Einer der Texte, der mich am meisten zum Nachdenken gebracht hat, ist dieser Medium-Beitrag eines iranischen Bloggers, der für seine Bloggerei ins Gefängnis gesteckt wurde und nach 6 Jahren wieder ins Netz zurück kommt und von der Veränderung geschockt ist. Die Währung, die er kannte – der Link – zählt nichts mehr. Plattformen wie Facebook wollen möglichst alle bei sich halten.

[quote_box_center]“The Stream, mobile applications, and moving images: They all show a departure from a books-internet toward a television-internet. We seem to have gone from a non-linear mode of communication — nodes and networks and links — toward a linear one, with centralization and hierarchies.“[/quote_box_center]

Und er glaubt auch, dass dem Internet damit die kritische Kraft verloren gegangen ist. Für ein paar Instagram-Posts heute würde er wohl kaum eingesperrt.

“The web we have to save”

Nerdcore macht Pause wegen BuzzFeed

Rene Walter von Nerdcore schlägt in eine ähnliche Kerbe und macht erstmal Pause. Auch weil er als einzelner Blogger kaum noch die Chance sieht sich durchzuschlagen. Zu viele große Portale kämpfen mit billigem Clickbait um den Traffic und die Werbeeinnahmen. Da kann man als kleiner Blogger, der coolen Shit postet, kaum noch mithalten.

[quote_box_center]“Interessante, neue und unbekannte Inhalte werden durch Gravitationseffekte in Social Media-Kanälen verdrängt und ersetzt durch: Neu verpackte, alte und oft „dumbed down“ Inhalte: Buzzfeed-Listen oder neu hochgeladene YT-Videos auf Facebook, oft ohne oder nur mit versteckter Verlinkung, im Prinzip eine nicht-vernetzte Ausbeutung vorhandener Archive, die wir in den letzten 15 Jahren aufgebaut haben.“[/quote_box_center]

Er macht jetzt erstmal drei Monate Pause und überlegt sich wo dann sein Platz sein kann.

+This ist where i leave you. (For a while)

 

Wie sieht die Medienlandschaft 2025 aus?

Was bedeutet das für die Entwicklung der Medienlandschaft in Zukunft? Das haben sich auch dänische Forscher gefragt und vier Szenarien für 2025 entworfen: 1. Es gibt viele unabhängige Medienmacher, die Medienhäuser sind tot. Es herrscht eine DIY-Mentalität. Oder 2.:

[quote_box_center]„A handful of apples A world in which a handful of mega concerns increasingly set the economic, social and political agenda. Hardware, software, physical products, content: everything is branded and offered via integrated chains. Just like the news, which is smartly personalised and always reaches the public at just the right moment. Journalists market the news as niche products and services. Most traditional media businesses have not survived this development.“[/quote_box_center]

3 und 4 sind Mischformen, die jeweils von verschiedenen kritischen Haltungen gegenüber neuer Technologie und der Überlebenschance von Insitutionen ausgehen.

+The journalistic Landscape in 2025. An eye on the future of journalism, based on four different scenarios

Was hälst du denn für das wahrscheinlichste Szenario? Antworte mir doch gerne.

Das war eine Ausgabe meines morgenlinks Newsletters. Wer den im Postfach haben will -> hier eintragen [mc4wp_form]

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Medien Satire Video

So verarscht The Onion die Reporter von VICE

 

Die VICE Drogen Dokus sind bekannt. Gonzo-Videoreportagen mitten aus Krisengebieten. Mittlerweile sogar bekannt genug, dass die Satire-Webseite „The Onion“ sie sich nun in einer eigenen Serie vorknöpft. Als „Sick Ass Shit“ kündigen sie die erste Folge „Edge“ an, die klar an VICE orientiert ist. Ein Reporter begibt sich mitten in ein Krisengebiet und interessiert sich nur für eins: Drogen.

Ein Hipsterreporter, nur an Drogen interessiert

Deshalb dreht sich die erste Folge von „Edge“ auch darum, dass es in Palästina unmöglich ist an irgendwelche Drogen zu kommen. Kein Kokain, Weed, nicht mal Pilze. Die meisten können sich noch nicht mal erinnern, wann sie das letzte Mal high waren.

Keine Hoffnung auf etwas Crystal Meth

Geschockt sucht der Reporter nach passenden Drogen, aber das ganze Dorf schnüffelt nur an einem Gaskanister. Deshalb zieht er in seinem extra Fazit auch die Bilanz, dass sich der israelisch-palästinensische Konflikt wohl kaum lösen lässt, solang die Politik den Palästinensern nicht zumindest ein Mindestmaß an Weed zu gesteht. Auch wenn es krümelig und voller Samen ist.

VICE Drogen Dokus ohne Ende

Natürlich nimmt The Onion damit gezielt die VICE Drogen Dokus ins Visier. Wenn ein Reporter von VICE nach Athen fährt und sich in der Doku nur für die Droge Sisa, das Kokain der Armen, interessiert, kann man das für einen gelungenen Weg halten, die Auswirkungen der Krise zu zeigen.

Und man kann sich hervorragend darüber lustig machen. Dafür hat sich The Onion mit „EDGE“ entschieden und ich freu mich schon auf die nächste Folge.

Vice ist übrigens nicht das erste neue Medien Projekt, dass von The Onion aufs Korn genommen wurde. BuzzFeed hat gleich eine ganze eigene Webseite bekommen: Clickhole. Manche sagen, die beste Webseite im ganzen Internet.

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Medien Politik Youtube News & TV 2.0

LeFloids Statement zum Merkel-Interview

LeFloid hat in seinem neusten Video Stellung bezogen zu der zahlreichen Kritik an seinem Merkel-Interview. Wir veröffentlichen hier den Ausschnitt und ein Transkript seines Statements:

[dropcap type=“3″]„[/dropcap]Jetzt kommen wir zum leidigen Thema der vergangen Woche, bzw. Montag und Dienstag: Der Merkelstunt. Ja, nennen wir es Merkelstunt.

Was soll ich sagen, nachdem die klassischen etablierten Printmedien und Profijournalisten damit fertig waren LeFloid in der Luft zu zerreißen, dachte sich LeFloid:

LeFloid-Merkel-Mittelfinger
Nein im Ernst, ohne mich groß verteidigen zu wollen, weil es vielleicht auch gar nicht angebracht ist.[quote_right]Es war mein verficktes erstes Interview ever. [/quote_right]Im Vorfeld wurde mir, also auch euch, weil es waren eure Fragen, vorgeworfen das Interview wird scheiße. Denn es werden nur Fragen wie Xbox oder PlayStation gestellt werden. Und im Nachhinein wurde uns, besser gesagt mir, vorgeworfen, das Interview war trotzdem scheiße. Denn Lefloid hat verdammte Axt nochmal keine mehrjährige Berufserfahrung, es war sein verficktes erstes Interview ever.

Und das mit dem Endboss. Oder wie die VICE so schön geschrieben hat dem „Teflon-Don“. Hat mir gut gefallen. Ich persönlich dachte mir: Okay, ich habe eure Fragen an sie herangetragen. Sie hat sie mehr oder weniger klar beantwortet. Einige sogar sehr klar, aber offensichtlich sollte ich mich da doch hinsetzen einmal laut „Penis“ rufen, dafür sorgen dass die Kanzlerin anfängt zu heulen und das Interview abgebrochen wird.

[quote_center]Offensichtlich sollte ich mich da hinsetzen und einmal laut „Penis“ rufen.[/quote_center]

Kommen wir aber nichtsdestotrotz zu den am häufigsten gestellten Fragen:  Wurde ich dafür bezahlt?
Nein, verdammte Axt!

LeFloid-Merkel-Statement
Warum habe ich es dann gemacht? Weil es die fuckin‘ Kanzlerin war und ich ein fuckin‘ Youtuber bin, der die fuckin‘ Kanzlerin interviewen wollte. Mit euren Fragen.

Ohne scheiß, du sagst vorm Videospiele Endboss auch nicht: Ne, den Schritt gehe ich jetzt nicht mehr, das traue ich mich nicht. Klar war ich schweinenervös.

Aber was wollte ich? Ich wollte ihr eure Fragen stellen. Habe ich gemacht. Das danach nicht die Welt explodiert ist, oh. Da muss ich wohl die ganzen heftigen und Welt verändernden Enthüllungen über Merkel in der letzten Zeit durch echte Journalisten verpasst haben.

Aber wofür stehe ich? Ich stehe dafür mit Jugendlichen, jungen Leuten und eigentlich allen in Dialog zu treten. [quote_left]Auch ich werde nach dem Interview garantiert nicht CDU wählen.[/quote_left] Allen, denen man vorwürft sie würden einen Fick auf Politik oder diese Welt geben. Sie seien einfach uninteressiert, zu nichts nütze und irgendwie scheiße. Nein, sind sie nicht. Hunderttausende haben das Interview gesehen, Hunderttausende haben ihre Fragen beantwortet bekommen und Hunderttausende werden auch nach diesem Interview garantierte nicht CDU wählen. Mich eingeschlossen. Das war eine kurze Erklärung dazu.


Meine 5¢: Spannend finde ich, wie leFloid seine Community in die Kritik miteinbezieht. Er versteht, oder stellt, es als gemeinsames Projekt mit seinen Zuschauern dar. Für die hat er die Fragen an Merkel gestellt. Dementsprechend ist jede Kritik an ihm auch gleich eine Kritik an seinen Zuschauern und Fans. Die daraus sicher noch einen Vorbehalt mehr gegen etablierten Medien stricken werden.

Alle Bilder: LeFloid

Regelmäßig Neues aus der neuen Medienwelt gibt es in den Morgenlinks: [mc4wp_form]

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Netz & Video

„Friend“ – eine ganz neue Art Selfiestick

Selfiesticks sind zwar in, aber doch oft unpraktisch: Sie müssen auf das Handymodel passen, haben nur eine begrenzte Reichweite und setzen meist auf die qualitativ schlechtere Frontkamera des Handys. Mal ganz abgesehen davon, dass Selfiesticks sozial nicht gerade akzeptiert sind.

Deshalb hat College Humor sich nun eine ganz neue Art des Selfiesticks ausgedacht: „Friend“. Ein Selfiesticks, der so gute Selfies macht, dass man sie sogar einfach Fotos nennen kann. Friend lässt sich beliebig weitweg stellen und kann sogar selbstständig den Bildausschnitt, Fokus und Ausleuchtung optimieren. Außerdem hat er die bislang wohl innovativste Sprachsteuerung und erkennt natürliche Sprache problemlos.

Friend lässt sich darüber hinaus mit weiteren Friends kombinieren, um so für ein belebteres Bild zu sorgen. Darüber hinaus hat Friend viele weitere Funktionen, wie Reden, Spielen, Sport, Ausheulen, Betrinken…

Und man steht mit einem „Friend“ nie als asozialer Narzisst da, sondern wirkt stets als hätte man tatsächlich Freunde.

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Politik Youtube News & TV 2.0

LeFloid interviewt Bundeskanzlerin Angela Merkel

Der YouTuber LeFloid soll am Freitag Angela Merkel treffen und interviewen dürfen. Nachdem schon US-Präsident Obama sich einigen großen Youtubern gestellt hat, ist nun die deutsche Bundeskanzlerin auch soweit.

Nach dem Start einer Facebookseite und eines Instagram-Accounts ist nun YouTube dran. Zwar hat die @Bundesregierung schon länger einen eigenen YouTube-Account, der ist mit 12.000 Abonnenten und 25.041 Videoviews im Monat aber nur mäßig erfolgreich. So haben die engagierten Social Media Berater mit ausgesprochener Webvideoexpertise wohl geraten, was man in solche Situation rät: Kooperation mit erfolgreicheren YouTubern.

Das LeFloid Merkel Interview

Und nun interviewt LeFloid Merkel. Am kommenden Freitag darf er sich mit Bundeskanzlerin Angela Merkel treffen und ihr Fragen rund um “GUTES LEBEN” stellen. Dazu sammelt LeFloid bis dahin gezielt Fragen aus der Community unter dem #NetzfragtMerkel.

Interessanterweise hatte es bereits nach dem Obama Interview und dem #YoutubeAsksObama in Deutschland die Initiative #YTfragtMerkel mit zahlreichen Fragen auf Twitter gegeben. Diese sollte Angela Merkel genau zu einem solchen Interview überreden. Anscheinend ist das im Bundespresseamt auch aufgeschlagen und man hat sich dazu breitschlagen lassen.

LeFloid Merkel Interview: Gutes Leben oder Grexit?

Erscheinen soll das LeFloid Merkel Interview dann am nächsten Montag. Ich bin gespannt, wie kritisch das Interview wird, oder ob man versucht hat mit der Einschränkung „Wie wir uns eigentlich ein gutes Leben vorstellen“ genau diesen zu entgehen. Ebenso gespannt bin ich wie sich LeFloid als Interviewer schlagen wird, schließlich wehrt er sich immer dagegen als Journalist oder „Anchorman von YouTube“ betitelt zu werden, nun macht er aber einen weiteren Schritt in dieses Territorium. Aber er hat ja seine Community im Rücken und vielleicht muss die ihm nur gute Fragen vorlegen.

LeFloid ist vor kurzem zum YouTube-Netzwerk von Pro7Sat.1 gewechselt.

 

Aktuelle Entwicklungen in der Medienwelt fasse ich auch in meinem Newsletter zusammen. Mit Video. [mc4wp_form]

 

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Gesellschaft Netz &

Du fühlst dich wohl im Internet? Glückwunsch zu deinem weißen Penis

Das Netz ist für viele ein wundervoller Ort. Man kann Freunde treffen, Gleichgesinnte und neue Kayak-Freunde finden. Zumindest wenn man weiß und männlich ist. Für viele andere sieht die Erfahrung im Netz anders aus.

Vergewaltigungsdrohungen, Tweets und Video Games

Wenn man es zum Beispiel wagt, als Frau darauf hinzuweisen, dass die Geschlechterverteilung in vielen Videospielen nicht ganz gerecht sind und Frauen dort nur als leichtbekleidetes Entführungsopfer auftauchen, muss man mit Mord-, Todes- und Vergewaltigungsdrohungen rechnen.

Wenn man es dann noch wagt als Frau ein Videospiel zu entwickeln,  in dem nur Frauen vorkommen, muss man in letzter Konsequenz aus seinem Haus ausziehen, weil man sich dort nicht mehr sicher fühlen kann.

Revenge Porn und Nacktbilder

Als es letztes Jahr zum Hack der Privatbilder vieler Promis kam wurde das medial „The Fappening“ getauft und alle Frauen der Rat gegeben in Zeiten von Smartphones mit Kameras, Snapchat und gehackten Webcams doch einfach keine Nacktbilder zu machen. John Oliver bringt dazu den schönen Vergleich: „Das ist, als würde man Menschen raten, doch nicht in einem Haus zu wohnen, um sich vor Einbrüchen zu schützen.“

[quote_right]“Das wäre, als würde man Menschen raten, doch nicht in einem Haus zu wohnen, um sich vor Einbrüchen zu schützen.“[/quote_right]

Damit sind wir auch bei dem Video oben: John Oliver nimmt sich mal wieder die Internetkultur vor und wundert sich, dass es noch nicht einmal ein ordentliches Gesetz gegen Revenge Porn gibt, also den Fall, das enttäuschte, erbärmliche Exfreunde private Fotos ihrer früheren Freundin ins Netz stellen.

Es gab sogar den Fall, das Frauen weitere Nacktfotos an Behörden schicken sollten, um nachzuweisen, dass das auch ihr Körper ist, der da ungefragt im Internet steht.

Das man sich ungestört im Netz bewegen kann ist also ein weiteres Privileg für Männer mit weißen Penis. [Tweet this!]

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Medien Video

Steigender Druck in der Medienbranche [360 Grad Video]

Der Druck auf die Medienbranche steigt. Von allen Seiten wachsen die Anforderungen. Plötzich steht im Netz jeder in Konkurrenz zu jedem, die Lokalzeitung zur New York Times, die New York Times zu BuzzFeed und BuzzFeed zu irgendeinem 14-jährigen YouTuber. Die alten Geschäftsmodelle funktionieren nicht mehr, wirtschaftlicher Druck ist die Folge, jüngstes Beispiel gestern die Sparmeldung vom Spiegel.

Medienwandel: Wachsender Druck auf Journalisten

Und auch auf dem einzelnen Journalisten lastet zu nehmend höherer Druck, konnte er früher bequem einen Text am Tag pünktlich zur Deadline abliefern, hat alles inzwischen enorm an Geschwindigkeit aufgenommen und der Anspruch entsteht, dass der Journalist am besten noch selbst ein Foto, Video, eine Snapchat-Geschichte und die passende Verpackung für Facebook mitliefert.

Zeitdruck auf Medien und Wissenschaft

Druck ist auch das Thema des diesjährigen Wissenschaftsvideo-Wettbewerbs „Fast Forward Science„, bei dem die Teilnehmer in nur 48 Stunden ein Video zum vorgegebenen Thema abliefern müssen. Der Gewinner des letzten Jahres, David Peter, hat sich unter genau diesem Oberthema „Druck“ dem Zeitdruck in den Medien angenommen und ein 360° Video innerhalb kürzester Zeit produziert.

Dabei hat er auch mich interviewt und auf dem Bahnsteig in Richtung Hamburg abgegriffen. Das Video funktioniert mit seinem 360 Grad Effekt nur im Chrome Browser oder der YouTube Android App richtig.

Update: Das Video hat tatsächlich den zweiten Preis im #Superfast-Wettbewerb gewonnen.

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Medien Netz &

Zuckerbergs Traum von Facebook als perfekte personalisierte Zeitung

Es war einer der sichtbarsten Fehler von Mark Zuckerberg: 2013 versprach er ein großes Redesign der Facebook-Webseite, mit dem Ziel den Facebook Nachrichtenstrom in eine personalisierte Zeitung zu verwandeln. Das neue Design wurde nie eingeführt, bei Testnutzern fiel es durch. Die Vision von Facebook als personalisierte Zeitung hat Zuckerberg damit aber keinesfalls aufgegeben. Inzwischen hat er sie sogar erfolgreich umgesetzt.

Wie Facebook personalisierte Zeitung wurde

Hochzeitsannoncen und Geburtsanzeigen erschienen früher fast ausschließlich im hinteren Zeitungsteil – all meine Freunde posten diese nun auf Facebook. Auch Wohnungsgesuche und -angebote werden über die soziale Plattform geteilt.  Eine ganze Generation von Nutzern sucht inzwischen keine traditionellen Nachrichtenmedien mehr auf, sondern wartet, bis ihnen Neuigkeiten in die Facebook Timeline gespült werden. Und das teils mehrmals am Tag.

Facebook ist dazu übergegangen, nicht nur seine monatlichen Nutzer anzugeben, sondern setzt den Fokus auf täglich Aktive. In Europa sind das 225 Millionen.

Alle Arten von Anzeigen wandern zu Facebook

Dementsprechend haben sich traditionelle Medien schon seit einer Weile aufgemacht ihr Publikum direkt in sozialen Netzwerken zu erreichen. Jedes Medium betreibt inzwischen eine eigene Facebookseite und füttert den blauen Riesen mit Inhalten.

Die neuste Einführung der „Instant Articles“ erlaubt es ausgewählten Partnern Artikel direkt auf Facebook zu veröffentlichten. Ein entscheidender Schritt für Zuckerbergs Vision. So arbeiten mittlerweile einige der besten Journalisten der Welt für Facebook. Die New York Times ist beispielsweise Teil dieses Angebots. Facebook muss sie dafür noch nicht einmal bezahlen, sondern erhält auch noch 30% der Werbeeinnahmen, wenn die Anzeigen durch Facebook geschaltet werden.  (Einen ganz ähnlichen Deal strebt nun auch die Apple News App an.)

Wer berichtet noch unabhängig über Facebook?

Aber ein zunehmender Teil der Werbekunden schaltet mittlerweile sowieso lieber Anzeigen direkt bei Facebook, wegen der unheimlich genauen Zielgruppenansprache. Facebook gibt das eine enorme Macht. Es bestimmt, welche Nachrichten 1,4 Milliarden Menschen aus ihrem Umfeld und der Welt zu sehen bekommen. Was im Print die Redaktionslinie war, übernimmt hier ein Algorithmus.

[pull_quote_center]Zuckerberg hat seinen Traum von Facebook als perfekte personalisierte Zeitung erfüllt.
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Facebook hat schon gezielt einzelne Medien nach unten sortiert, weil ihnen der Inhalt und die Aufbereitung nicht passte. Es schade der Nutzerexperience, ist die Begründung. Oder hat einzelne Nachrichten gelöscht, ohne die Angabe einer Begründung. Wenn nun immer mehr Journalisten abhängig davon sind, was Facebook gefällt, stellt sich die Frage, wer noch kritisch beobachten soll, was Facebook mit unseren Daten treibt. Schließlich wird Zuckerbergs Vision kaum an dieser Stelle stoppen. Nur wer soll dann noch unabhängig darüber berichten?


Dieser Artikel war meine letzte Netzfeuilleton Kolumne in der Allgemeinen Zeitung.
Zuvor hatte ich das geschrieben.
Bild: CC BY-NC 3.0 
Alex Washburn/Wired

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Youtube News & TV 2.0

LeFloid geht zu Studio71, dem YouTube Netzwerk von ProSiebenSat.1

LeFloid, Studio71: LeFloid schlüpft doch wieder unter das Dach eines Netzwerkes und wird Teil des Mutli-Channel-Netzwerkes Studio71. Letztes Jahr hatte LeFloid öffentlich seinen Abschied von Mediakraft verkündet und damit einen ganzen Exodus von Stars nach sich gezogen.

Nun hat LeFloid eine neue Heimat gefunden: Das sendereigene Mulit-Channel-Network von ProSiebenSat.1, Studio71. LeFloid war zuvor schon bei der „TV total WOK WM“ als Teil des Netzwerk Teams aufgetreten. Aktuell hat LeFloid auf YouTube über 2,5 Millionen Abonnenten und gehört damit zu den größten YouTubern Deutschlands. Studio71 hat bereits einige große YouTuber unter Vertrag, unter anderem die deutschen Let’s Player Gronkh und Sarazar, sowie die Vloggerin Kelly a.k.a Misses Vlog.

LeFloid hatte bei seinem Abschied von Mediakraft beklagt, dass vielen MCNs der eigentlich Netzwerkgedanke verloren gegangen sei und hatte sich anschließend vor allem für den YouTuber-Verein 301+ stark gemacht. Bei Studio71 sieht LeFloid wohl viele diese Bedenken weggewischt.

LeFloid & Studio71: „Ich freue mich auf die Zusammenarbeit“

„Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Studio71 und auf die vielen Möglichkeiten in weiteren Formaten und Genres mitzumischen! Unsere Gespräche fanden stets auf Augenhöhe statt. Wir teilen ein gemeinsames Verständnis hinsichtlich kreativer Freiheit und Content-Hoheit – zwei Punkte die mir persönlich immer sehr wichtig waren und die mir nun das Gefühl vermitteln, gut aufgehoben zu sein.“, lässt sich Florian Mundt alias LeFloid in der Pressemitteilung zitieren.

Natürlich freut sich auch Studio71 sehr über den Coup. „Wir sind stolz, LeFloid bei Studio71 begrüßen zu dürfen und freuen uns sehr auf die anstehende Zusammenarbeit, die große Momente des Web-Entertainments verspricht“, lässt Sebastian Weil, CEO und Co-Founder von Studio71 verlauten.

Der Wechsel steht in einem größeren Bild auch für die Professionalisierung und Entwicklung der YouTube-Netzwerke und hin zu einer Branche, in der um die großen Stars gebuhlt würd.

Der frühere Mediakraft-Chef Christoph Krachten sagte mit in einem Interview letztes Jahr zum Abschied von LeFloid: „Das ist was ganz normales. Die Branche sortiert sich neu. Das ist wie in der Plattenindustrie, da gibt es ja auch Künstler, die vom einen zum anderen gehen oder eine Plattenfirma verlassen.“