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“Viermal gesund unten ankommen”

Posted on 01 März 2010 by Patrick

Es waren tolle olympische Winterspiele, die wir in den letzten 2 ½ Wochen verfolgen durften: Hoch spannende Entscheidungen, wenige hundertstel Sekunden, die zwischen Sieg und Niederlage liegen, sportliche Top-Leistungen. Auch 30 Medaillen für deutsche Athleten können sich sehen lassen. Doch vieles lief völlig schief bei Olympia und die Grenzen des Machbaren wurden endgültig ausgereizt.

„Verdrängung“ meint in der Psychologie ein Abwehrmechanismus des Menschen, durch den dieser (vorübergehend) vergisst, was er nicht wahrhaben will, weil es sein Selbstgefühl stört. Diesen Mechanismus beherrscht jeder Mensch und seit etwa drei Wochen einige der Athleten von Vancouver und Whistler vermutlich besser denn je. Denn von Anfang an waren die Spiele überschattet vom Tod des gerade erst 21-jährigen georgischen Rodlers Nodar Kumaritashwili, der in einem Trainingslauf aus der Bahn geschleudert wurde und mit dem Kopf gegen einen Stahlpfeiler flog. Schon zuvor wurde der Eiskanal von Whistler von Spitzensportlern und Funktionären aus der ganzen Welt stark kritisiert, er sei zu schnell, zu gefährlich, lebensgefährlich. Kumaritashwili hat die Ignoranz der Warnungen mit seinem Leben bezahlt. Jacques Rogge, Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), zeigte sich bestürzt: „Die gesamte olympische Familie ist betroffen. Ein junger Athlet hat sein Leben verloren, weil er seiner Leidenschaft nachging.“ Es lässt sich darüber streiten, ob er starb, weil er seiner Leidenschaft nachging. Und nicht deswegen, weil die Grenzen des Machbaren auch für die Spitzensportler der Welt endgültig ausgereizt wurden. Bei aller Betroffenheit und Trauer: Man muss darüber streiten.

Nodar Kumaritashwili
Nodar Kumaritashwili |by marshillonline/ / CC BY 2.0

Immerhin: Die Bahn wurde verändert, verkürzt und entschärft. Gott sei Dank blieb es bei einem Todesfall, doch auch die Stürze in kommenden Rennen im Rodeln und Bobsport sprechen Bände. In Trainingsläufen der Bob-Fahrer kam es schon vor den eigentlichen Wettkämpfen zu acht Stürzen, der Schweizer Beat Hefti zog sich dabei eine Gehirnerschütterung zu und konnte zunächst nicht mehr antreten, auch der Österreicher Duncan Harvey wurde vorübergehend ins Krankenhaus eingeliefert. Abgesehen von etlichen Verbrennungen und Schürfwunden brach sich die deutsche Romy Logsch den Fuß. Der Bob-Weltverband FIBT zeigte die schlechteste aller möglichen Reaktionen: Er verpasste Sportlern und Funktionären einen Maulkorb. Paul Pruszynski, FIBT-Vize-Präsident, drohte mit Sanktionen, sollten diese sich über die lebensgefährliche Bahn äußern. „Lächerlich“ und „ein Witz“, wie der deutsche Direktor des Bob- und Schlittenverbandes Deutschland (BSD) Thomas Schwab es nannte, ist das mindeste Urteil. Auch der deutsche Bobpilot Karl Angerer stürzte: „Diese Bahn ist wirklich brutal schnell. Bei Geschwindigkeiten von 150 Stundenkilometern wird es schon schwierig.“ Wenigstens einer, der sich vom Redeverbot nicht beeindrucken ließ.

Die zweitschlechteste Reaktion kam ebenfalls vom FIBT: Auch eine Häufung von Stürzen sei nichts Ungewöhnliches und das Thema werde übertrieben diskutiert, so FIBT-Sprecher Bob Krone. Was man ja auch daran sehe, dass die Piloten von Anfang volles Risiko gehen. Es scheint doch nicht die ganze olympische Familie betroffen zu sein. Und tote Rodler sind nichts Ungewöhnliches.

Nicht viel anders sieht es im Ski Alpin aus. Im Abfahrtsrennen der Frauen kamen von den 45 Starterinnen gerade mal noch 37 ins Ziel, eine weitere war im Ziel so erledigt, dass sie nicht mal mehr bremsen konnte und unter eine Bande durchrutschte. Jede fünfte stürzte. Dass mal jemand stürzt und sich dabei auch verletzt, passiert nun mal im Sport, auch unter Weltmeistern. Diesem Risiko muss sich jeder, der Sport macht, bewusst sein. Doch neun Stürze und Skifahrerinnen, denen die Sorge, nicht heil unten anzukommen, regelrecht ins Gesicht geschrieben steht, sind zu viel. Auch hier war die Kritik schon vor dem Rennen laut geworden, wurde aber ebenso ignoriert oder verdrängt wie schon beim Whistler Eiskanal.

Da helfen auch die Rechtfertigungsversuche des Direktors der Abfahrt, Atle Skaardal, nicht: „Der Kurs war schwierig, aber er war sicher akzeptabel. […] Die Strecke war heute schneller als erwartet. Es hat über Nacht geregnet und das hat den Kurs vereist.“ Wenn mittlerweile also das Wetter für die Gesundheit der Athleten verantwortlich ist, dann wurde der Bogen überspannt. Wenn nicht, macht Skaardal höchstens dem Name des Zielsprungs „seiner“ Strecke, auf der die meisten mit Tempo 120 stürzten, alle Ehre: Er heißt „Heiße Luft“. Doch auch in diesem Fall wurde der Bogen überspannt.

Und wie gehen die Athleten mit der Gefahr um?

Die Schwedin Anja Paerson, die die „Heiße Luft“ ebenfalls mit voller Härte zu spüren bekommen hatte, machte am nächsten Tag trotz Prellungen und Schmerzen am ganzen Körper einfach weiter – und holte in der Super-Kombination sensationell Bronze.

Der Bobpilot Michael Klingler, der für Liechtenstein antrat und schon von Anfang keiner der Medaillenfavoriten war, setzte sich kurzerhand ein neues Ziel: „Viermal gesund unten ankommen.“

Und der Rodler Felix Loch sowie das deutsche Bob-Talent André Lange üben sich in Verdrängung. Gegenüber dem Spiegel sagte Loch im Interview: „Während des Rennens konnte ich das Unglück glücklicherweise recht gut ausblenden.“ André Lange will sich ebenfalls auf den Sport konzentrieren: „Das mit den Stürzen muss man ausblenden.“

Die Spiele gingen zu weit. Für die englische Zeitung „The Independent“ waren sie schon zu Beginn kein Test der Nerven und der Geschicklichkeit mehr, sondern eine Lotterie mit dem Leben der Sportler. Womit wir fast wieder bei den Olympischen Spielen der Antike angekommen sind. In den klassischen Kampfsportarten wie Boxen, Ringen und Stockfechten mussten die Athleten immer auch mit dem Tod rechnen, wenn sie einen Fehler machten. Heute sind es eben Rodeln und Bob.

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Die verlorene Ehre der Caster Semenya

Posted on 20 September 2009 by Patrick

Goldmännchen oder Goldweibchen? Der Fall der Leichtathletin aus Süd-Afrika, die bei der diesjährigen Weltmeisterschaft in Berlin die Goldmedaille über 800 Meter holte, erlangt weltweit Aufsehen. Mit dem Leichtathletik-Weltverband IAAF steht ein Verlierer der Diskussion schon fest. Den größten Schaden dürfte jedoch Caster Semenya selbst davon tragen.

Mit einer grandiosen Zeit von 1:55,45 min lief Caster Semenya am 18. August diesen Jahres zur Goldmedaille und damit zu einem der brisantesten und interessantesten Skandale, den der Leichtathletik-Verband IAAF während seines knapp 100-jährigen Bestehens zu bearbeiten hatte. Ist die 18-jährige Leichtathletin eine Frau oder ein Mann? Tatsächlich gibt es berechtigte Zweifel: Der muskulöse Körper, die flache Brust und die tiefe Stimme sind Äußerlichkeiten, die sie zumindest schon nicht eindeutig zur Frau machen. Aber ist sie deswegen ein Mann? Noch vor ihrem WM-Sieg ordnete die IAAF einen Geschlechtstest an, wird die Ergebnisse jedoch erst am 20. November bekannt geben und damit, ob ihre Goldmedaille aberkannt wird oder nicht. Ein Team aus mehreren Ärzten verschiedener Fachrichtungen soll der Frage auf den Grund gehen, ob sie ein Y-Chromosom, welches eigentlich nur Männer haben, trägt. Doch auch dies liefere noch kein eindeutiges Ergebnis, erläutert die Berliner Genetikerin Heidemarie Neitzel im Interview mit der Zeit, da die Übergänge fließend seien. Noch nicht einmal die Geschlechtsorgane lieferten ein eindeutiges Ergebnis, da es auch Mischgewebe zwischen Eierstöcken und Hoden gebe.

Caster Semenya

Caster Semenya Bild von José Goulão unter CC by-nc-nd2.0 Lizenz

Nun berichten mehrere Medien darüber, dass Semenya ein Zwitter sei. Zwar sind die Quellen nicht vorhanden ungesichert, jedoch ist ein solches Ergebnis der Untersuchung sogar wahrscheinlich. Muss die IAAF ihr den Weltmeistertitel wieder nehmen, würde das aber eine Debatte über die Diskriminierung von so genannten Intersexuellen nach sich ziehen. Auch müsste man darüber nachdenken, ob es dann fair ist, diese Menschen bei den Männern mitlaufen zu lassen. Denn die Kriterien hierfür erfüllen sie ja auch nicht, was einen Wettbewerbsnachteil bedeuten könnte. Doch auch das Vorgehen der IAAF im Fall Semenya ist zumindest fragwürdig: Die Veröffentlichung eines zweiten Tests während der WM fasste der südafrikanische Leichtathletik-Verband als Diskriminierung auf.

Caster selbst verzichtet auf Stellungnahmen zur derzeitigen Diskussion um ihr Geschlecht und macht damit wahrscheinlich das einzig Richtige. Lediglich einer südafrikanischen Zeitschrift gegenüber äußerte sie sich kürzlich: „Ich bin ein Mädchen.“ Dass die Debatte, die sie mehr zu zu einem Spiel-Objekt der Medien und der Gesellschaft als zu einem Mensch macht, aber extreme negative psychische Konsequenzen für sie bedeuten kann, darüber denkt – auch wenn sie eine „Person des öffentlichen Interesses“ ist – keiner nach. Immerhin ist die Leichathletin gerade mal 18 Jahre alt, ein Alter, das für die meisten Jugendlichen sowieso oft noch schwierig im Hinblick auf die Entwicklung ihres Körpers ist. Zwar zeigt sie sich unbeeindruckt: „Für mich ist das alles ein Witz, aber es bringt mich nicht aus der Fassung.“ Doch schon vor 3 Jahren versuchte eine 800-m-Läuferin sich das Leben zu nehmen, nachdem man ihr das Y-Chromosom nachwies und die Medaille aberkannte. Und das kann kein Sport der Welt wert sein.

Bleibt zu hoffen, dass sie auch in dieser belastenden Situation ihre Stärken gut für sich nutzen kann, um sich trotzdem weiterhin selbst definieren zu können: „Gott hat mich nun mal gemacht, wie ich bin und hat mir das Lauftalent gegeben. Ich akzeptiere mich, wie ich bin, und bin stolz auf mich.“

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Regeln sind da, um sie zu ändern

Posted on 20 Februar 2009 by Joe Legend

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Des Europäers Lieblingssport ist eindeutig der Fußball. Dabei vereint diese Sportart nicht nur die unterschiedlichsten Jugendlichen und Kinder, sondern auch die Fans und die einzelnen Kulturen. Trotz all dieser Unterschiede gibt es feste Regeln und davon lebt dieser Sport. Oder besser gesagt: Genau deswegen lebt dieser Sport.

Egal wo man ist, egal welche Sprache der Fußballer spricht. Er weiß, seit er das erste Mal gegen den Ball getreten hat, wie die Regeln sind:

90 Minuten (+ Nachspielzeit/ Verlängerung/ Elfmeterschießen)
22 Spieler
2 Mannschaften
2 Tore
2 Karten
Abseits/Foul/Tor ist wenn der Schiri pfeift.

Usw.…so einfach geht das.

In den vergangenen Jahren gab es, von hohen und nicht so hohen Tieren in der Fußball-Politik, die eine oder andere Idee um das zu ändern.
Modernisierung des Fußballs nennt sich das. Und viele Fans sind von vorne rein gegen alles, was den Fußball in seiner Art ändert. Man spricht dann von Zerstörung und Verschlimmbesserung.
Und irgendwo kann man da nur zu stimmen, wenn wegen Fernsehgeldern die Anstoßzeiten auf 12 Uhr verlegt werden sollen. Wenn ein Spieltag über 4-5 Tage gehen und täglich 3 Anstoßzeiten haben soll, dann kann das Fußballherz nur bluten.
Schließlich hat Otto-Normal-Verbraucher a) nicht die Zeit und b) nicht immer das Geld für Pay-TV. Denn im freien Fernsehen würden die Zusammenfassungen zu extrem komplizierten Zeiten gesendet werden. Doch nicht genug, dass man die guten alten Anstoßzeiten ändern will und ändern wird. Auch vor den Spielregeln machen Funktionäre keinen Halt. Wunderbar gut zu erkennen am Beispiel Golden-Goal. Regel rein, Regel raus. Warum? Weil man den Fußball für ein paar Euro (damals Dollar) mehr – kurzzeitig - modernisieren wollte. Aber im Endeffekt hat man doch gemerkt, dass dadurch der Charakter des Spiels zu sehr geändert wurde.

Für Kohle wird ja von vielen Vereinen und Verbänden heutzutage fast alles gemacht…
Wie in der englischen Premier League. Dort fließt so viel Geld, wie in keiner anderen Liga. Und um diesen Standard nachzukommen, müssen Vereine sich und deren Anteile verkaufen. Als berühmtestes Beispiel zählt hier wohl der FC Chelsea mit seinem russischen Multi-Milliardär Roman Abramowitsch. Wobei der englische Traditionsverein aus London vorher auch schon relativ gut da stand. Doch Eins führte zum Anderen und der Wettbewerb wurde zum Spielplatz von Multimillardären. Denn auch bei anderen Vereinen sind, werden und waren Investoren an der Macht.
Das Ergebnis gleicht sich nach einiger Zeit, wenn der große Erfolg und anderweitige externe Gelder ausbleiben. Der Investor verliert das Interesse, weil es keine Rendite gibt und der Verein zerbröselt von Innen.

Der größte Faktor dabei ist, dass sich in den Ligen seit Jahren und Jahrzehnten meistens 4-5 Teams vorne festsetzen. Und wie schon ein Sprichwort sagt: „Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen.“
Und im Laufe der Zeit bekommen diese Teams oft eine ganz andere Basis und haben ein viel höheres Budget zur Verfügung, während andere Vereine um ihre Existenz und Spieler kämpfen müssen.
Deshalb sind viele Vereine bereit, trotz dieser sichtbaren Gefahren, das Risiko auf sich nehmen zu wollen, damit der eigene Vereine in unmittelbarer Zukunft in die Spitzengruppe aufschließen kann. Dann ist es oftmals Glückssache, ob das Geld Tore schießt und die Mannschaft sich findet.

In England ist der aktuellste Fall Manchester City. Die vorhandene Mannschaft hatte schon gute Fußballer, doch nach der Übernahme durch einen Scheich wurden hunderte von Millionen für Transfers ausgegeben. Doch die Mannschaft findet sich nicht und spielt gegen den Abstieg. Die Mechanismen einer Mannschaft greifen also nicht sofort. Ob der Investor dort ohne internationalen Fußball weitere Topstars – die den Unterschied machen können – verpflichten kann, oder ob er die Lust verliert, steht in den Sternen.

Ein weiterer Nachteil der ganzen Entwicklung neben den explodierenden Fernsehgeldern, sind die Kartenpreise.
So gehen in England die Preise so hoch, dass es für viele Fans nicht mehr möglich ist, regelmäßig oder überhaupt ins Stadion zugehen. Außerhalb der Spitzenspiele bleiben deshalb die Ränge immer öfter unbesetzt. In Italien hat man den schlimmsten Zuschauerrückgang bereits hinter sich, dort und auch in Spanien sind in allen Stadien leere Ränge garantiert. Den vielen verschuldeten Vereinen bleibt oft nichts anderes übrig, als die Preise anzuheben.

Das ist die Gefahr von Fremd-Investoren.
In Deutschland ist es allerdings nicht möglich, dass eine externe Firma die Mehrheit am Verein besitzt. Die so genannte „50+1 Regel“ verhindert die Übernahme durch Investoren. Das ist einer kleinen Anzahl an Vereinsfunktionären allerdings ein Dorn im Auge, da er Ihrer Meinung den nächsten Schritt zum Erfolg verhindert. Dass das sehr kurzfristig gedacht ist, ist ihnen wohl selbst klar. Aber wenn das große Geld ruft, denkt der Mensch immer anders.

Ausnahmen bilden die „Werkmannschaften“ wie Bayer Leverkusen (Bayer AG ) oder VFL Wolfsburg (Volkswagen). Heutzutage fließen dort höhere Mittel als noch vor 10 Jahren. Und kratzen damit schon an der Pforte zur Wettbewerbsverzerrung. Denn 15 von 17 Vereinen sind keine Werkself und kommen nicht in den Genuß dieser betrieblichen “Fördermittel”.
[Auf den Fall Dietmar Hopp und Hoffenheim, verzichtet der Schreiber ganz bewusst. Hier geht es schließlich um Fußball.]
Und durch die regulären Einnahmen der Saison, wie Fernsehgelder, Zuschauereinnahmen, Merchandise oder weitere Sponsorenbereiche werden bei den meisten Klubs erst mal die laufenden Kosten gedeckt und kaum Spielraum für größere Investitionen und Transfers geschaffen.

 

Es gab auch Regeln, die sich im Laufe der Geschichte etabliert haben und den Fußball prägten. Doch auch vor Verbesserung dieser wird nicht halt gemacht. So wurde bereits vor Jahren von den Medien eine Initiative gegen passives Abseits (Teil der Abseits Regel) geführt.
Doch auch das wäre verschmerzbar. Nicht verschmerzbar ist dagegen, dass man das Spiel von jeglichen Fehlern befreien will. Aber davon lebt dieser Sport. Er lebt von den Fehlentscheidungen. Er lebt von menschlichen Leistungen und Fehlern oder Topleistungen.
Eine Tor-Kamera, Spiel-Unterbrechungen zur Analyse von strittigen Szenen -wie beim American Football- sind für viele Fans und Offizielle das pure Grauen. Und ganz klar: Das ist nicht der Gedanke des Sports.

Der neueste Coup ist die Diskussion der Sperren-Regelung. So wird von Bayer Leverkusens Geschäftsführer, Wolfgang Holzhäuser, seit Neuestem gefordert, dass man die Bedeutung der Karten ändern sollte.

Eine kurze Erläuterung dazu:
In der Tasche des Schiedsrichters eine gelbe und eine rote Karte.
Die Gelbe Karte verwarnt einen Spieler, im Idealfall dem Regelwerk entsprechend, wegen wiederholten Foulspiels, kleineren Unsportlichkeiten etc.
Im Falle einer weiteren Gelben Karte, wird der Spieler des Feldes verwiesen. Der Schiedsrichter zeigt dann Gelb-Rot. Diese Gelb-Rote Karte bringt eine Sperre von einer Länge eines Spiels mit sich.
Damit kommen wir zur Roten Karte. Diese Karte wird bei brutalen oder (stark) unsportlichem Foulspiel, Notbremse oder ähnlichen schwereren Vergehen gezeigt. Diese bedeutet für den Spieler einen Platzverweis und eine Sperre über mehrere Spiele.

So weit der aktuelle Stand. Nach Überzeugung Herrn Holzhäusers ist die „1 Spiel Sperre“, die die Gelb-Rote Karte nach sich zieht allerdings zu viel des Guten. Seiner Meinung nach ist das ein Vorteil für den nächsten Gegner und somit eine doppelte Bestrafung.
Er ist dafür, dass es eine weitere Karte – eine Blaue Karte – geben soll. Eine Karte, die den Spieler nach einer Verwarnung zwar vom Feld stellt, aber das nur temporär. Es würde eine zeitlich begrenzte Strafe ausgesprochen. Beispielsweise für den Rest der Spieldauer oder für 5,10 oder mehrere Minuten. Er selbst sei ein großer Anhänger der Zeitstrafen. Dass mich das eher an Eishockey erinnert als an Fußball, lässt mich schon stutzen. Dass diese Idee von einem hohen Tier der Liga kommt, macht mir Angst.

Warum haben so viele den Drang, den Fußball zu ändern? Viele Millionen Menschen auf der Welt lieben diesen Sport und das genau so wie er ist.
Was denkt ihr über diese „Modernisierung“? Wie weit führt das noch?

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Eine verpatzte Premiere

Posted on 17 Februar 2009 by Joe Legend

Um in Deutschland nicht mehr 30% der Sendezeit von Schnuffl, dem besoffenen Elsch oder sonst irgendeinem Handy-Abo-Anbieter psychisch penetriert zu werden, muss man viel Geld bezahlen. Für dieses Geld sollte man exklusive und qualitativ hochwertige Programme bekommen.Im Ausland z.B. Groß-Britannien oder – wie so oft als Beispiel dienend – USA, ist es Gang und Gebe, dass der Zuschauer für „gute“ Unterhaltung bezahlen.

Hier kommt der Punkt, an dem ich die Leser vielleicht warnen sollte: Das wird lang und kritisch.

Im Ausland jedenfalls stellt sich nur die Frage: Welchen Anbieter oder welches Paket nehme ich? Denn bezahlt werden muss sowieso.

Für uns in Deutschland, stellt sich diese Frage nicht (mehr). Aber dafür muss ich noch ein bisschen in der Zeit zurückgehen und die Kinder beim Namen nennen.

Es geht um den Pay-TV-Anbieter Premiere.
Bevor es das heutige Premiere gab, ist viel passiert.Der Sender Premiere stand schon öfters kurz vor dem Aus und in roten Zahlen. 1999 etwa, als nur noch eine Fusion mit DF1 zu Premiere World das sinkende Schiff über Wasser hielt. Oder auch 2005/2006, als man die Rechte an der Bundesliga verlor. Und so nun auch jetzt. Nach außen hin, soll der Anschein erweckt werden, dass nichts los ist, doch Innerlich brodelt es gewaltig.

Klar ist, dass Premiere von der Bundesliga und die Bundesliga auch – irgendwie – von Premiere lebt. In den vergangenen 2 Jahren bereitete Premiere zur Stabilisierung und in Erwartung des Kundenansturms einen Verschlüsselungswechsel vor. Man hoffte so die illegalen Schwarzseher für sich zu gewinnen. Doch so einfach ist es nun auch nicht. Schließlich waren Schwarzseher nicht ohne Grund die solchen.

premiere

© Premiere

Der Verschlüsselungswechsel hat Premiere viel Geld gekostet und man kalkulierte mit hohen Zahlen für Neuzugänge.Nach neusten Zahlen soll Premiere ca. 600.000 Kunden weniger haben als erhofft bzw. gebraucht.
Schätzt man die Zahl an ehemaligen Schwarzsehern auf ungefähr ein Viertel davon, doch selbst falls alle Schwarzseher Neukunden geworden wären, hätte man das Ziel nicht im Ansatz erfüllt.
Doch weder am Programm, noch am Preis wurde was getan. Lediglich das Familien-Paket bekommt der neue Premiere-Kunde 6 Monate gratis.
Allerdings wurden gleichzeitig alle Mitarbeiter, Studenten- oder Azubi-Sonderabonnements aus dem Angebot genommen.

Doch warum sollen die Leute dann kommen?

Nicht nur, dass sich eine Großzahl an Kunden und Nicht-Kunden in Internet-Foren über Kundenservice, Bild- und Sendequalität oder auch einfach die Programmgestaltung beschweren.Auch der Preis ist für viele einfach unangemessen teuer.

Bei etwas über 50 € für das komplette Paket erwartet Otto-Normal-Verbraucher mehr. Dass man im Komplett Paket 2 HD Sender, 1 Sport-Portal mit immer geringer werdender Anzahl an Ereignissen, zu wenig Berichterstattungen und zu vielen Wiederholungen hat, ist der größte Kritikpunkt.

Die 2 HD Sender gibt es als Option für 10 Euro (!). Doch wie steht es um die Qualität davon? So wurde dort eine Bundesligapartie wird mit einem Datenstrom von 7 Mbit/s gesendet, während die ARD die Sportschau mit knappen 6 Mbit/s sendete. Ergebnisse davon sind Pixelfehler, schwammige Bilder und Unschärfe am Bildrand. Eben so, wie man es auf einem HD-TV von SD-Übertragungen gewohnt ist.

Generell wird kritisiert, dass viel zu wenig aus den Bundesliga-Rechten gemacht wird. Es gibt nur an Spieltagen jeweils vor und nach dem Spiel Berichterstattungen und Aufarbeitungen der Geschehnisse. Und dann geht es nur um die 2-3 Spitzenteams, meistens aber doch um die Bayern. Als nicht-Bayern Fan ist das doch nervig – aber bekannt.

Oft werden auch die vielen und unübersichtlichen Spartensender als unnötig bezeichnet, da sie zu wenige Zuschauer (Liebhaber des Programms) haben und zu viel Datenstrom verbrauchen.

Um ein bisschen Aufräumarbeit war man zwar auch bemüht, aber dafür wurden Hauptsender wie „Serie“ durch einen lieblos gestalteten Fox-Klon ersetzt, der nur die Nacht durch sendet und währenddessen auch noch die Sendungen vom selben Abend wiederholt, und der Filmkanal 4 für Serien benutzt.

Man sieht also fast alle Sendebereiche werden kritisiert und auch neuste Gerüchte lassen durchblicken, dass man zwar mit viel Verspätung den Schuss gehört hat, aber gleichzeitig neue Baustellen für Diskussionen eröffnet.

Und nun soll sich alles ändern?

Stimmt es, was gemunkelt wird, soll es zwar bald mehr HD Sender geben, aber das Zugpferd Bundesliga soll nicht mehr einzeln buchbar sein.
Doch gerade Leute, die nur Premiere der Bundesliga wegen gebucht haben oder buchen wollen, sind darüber weniger erfreut. Und diese Leute dürften den Großteil der Premiere-Kundschaft bilden. Neukunden werden so abgeschreckt und bleiben zwangsläufig auch weiterhin fern. Auch Premiere-Star und verbliebene Exklusiv-Inhalte sollen nicht wie bisher, in der Paketfamilie behalten, sondern auch extern vermarktet werden.

Man kann nur hoffen, dass sich nach Murdochs Einstieg Premiere -teilweise- an SKY orientiert. Dann kann man auch ruhig wie SKY kassieren. Denn ein Komplett Paket mit ca. 20 HD Sendern und unzähligen Spartensendern mit exklusivem Inhalt kostet in England zwar knappe 80 Euro, aber bietet eben auch Dementsprechendes.

Ich bin gespannt, wie sich das entwickelt.

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Die Königsklasse

Posted on 11 Dezember 2008 by Joe Legend

Mein Name ist Legend, Joe Legend.

So oder so ähnlich hätte ich mich wohl vorgestellt, hätte ich hier etwas über den neuen Bond geschrieben. Dann wäre da aber das Problem, dass der gleichnamige Hauptcharakter diesen seinen weltbekannten Spruch aber gar nicht vorträgt.
Deshalb gibt es doch was über Volkssport Numero 1: Fussball.

Und dann geht es in meinem ersten Beitrag nicht um irgendeinen Fussball-Verein oder eine x-beliebige Liga… Neeeeeeein.

Es geht um die Meister der Meister. Um die stärksten Mannschaften Europas. Kurz um:
Die Champions League. Dieses Jahr also um Cluj, Famagusta, Aalborg oder Borisov.

Die Qualifikation bescherrte der deutschen Fussballnation leider nur das Schicksal eines Duos in der diesjährigen Champions League. Zeit genug also um auf andere Vereine zu gucken.

Die da wären:

Gruppe A: Chelsea London, AS Rom, Bordeaux, CFR Cluj

Gruppe B: Inter Mailand, Werder Bremen, Panathinaikos, Famagusta

Gruppe C: FC Barcelona, Sporting Lissabon, FC Basel, Schachtjor Donezk

Gruppe D: Liverpool, PSV Eindhoven, Olympique Marseille, Atletico Madrid

Gruppe E: Manchester United, FC Villareal, Celtic Glasgow, Aalborg BK

Gruppe F: Olympique Lyon, FC Bayern München, Steaua Bukarest, AC Florenz

Gruppe G: Arsenal London, FC Porto, Fenerbahce Istanbul, Dynamo Kiew

Gruppe H: Real Madrid, Juventus Turin, St. Petersburg, BATE Borisov

Erstmal muss natürlich die Anwesenheit gemacht werden.
Fehlt jemand? Gab es Neulinge in der Klasse der Besten?

Tatsächlich fehlt ein Team, das man immer zu den Favoriten zählen musste. Der AC Mailand dachte sich wohl, was die Bayern aus Monaco können, können wir schon lange. Die Qualifikation für den UEFA Cup gelang auf den letzten Metern und man verstärkte sich daraufhin mit großen Namen. Nächstes Jahr werden auch sie wieder in den Lostöpfen mit dabei sein.

Dagegen waren CFR Cluj, BATE Borrisow und Famagusta das erste mal dabei. Und die sorgten auch für das ein oder andere überraschende Ergebnis. Cluj gewann gegen AS Rom und spielte unentschieden gegen Vorjahresfinalist Chelsea. Famagusta dagegen schoss quasi die Bremer ins Tal der Leiden. Die Norddeutschen konnten in beiden Spielen nicht gewinnen und auch Inter Mailand schaffte auf Zypern nur ein harterkämpftes Unentschieden… das Bremer Pech wurde dann komplettiert von Panathinaikos Athen, die überraschender Weise auch vor Bremen und sogar vor dem Starensemble von Inter Mailand landeten. Aber auch Borrisow erlangte 3 Unentschieden gegen Real Madrid und Juventus Turin.

Wo wir auch schon bei den Favoriten sind. Real Madrid verstärkte sich gezielt im Mittelfeld und galt vor der Saison als Meisterschaftsanwärter und Favorit auf den Champions League Titel. Ebenfalls die Turiner. Juventus Turin war wieder zurück in den alten Kreisen. Nach einem Jahr Serie B, Zwangsabstieg und einem Umbruch im Team, konnte man sich gleich nach Wiederaufstieg über die Champions League Qualifikation für die Gruppenphase qualifizieren.

Neben den Mannschaften aus dieser Gruppe, reihen sich die üblichen Verdächtigen in die Reihe der Favoriten ein:

  • Manchester United
  • Chelsea London
  • FC Barcelona
  • Liverpool

Überraschungssiege könnte man noch ein paar weiteren Teams zutrauen:

  • Bayern München
  • Atletico Madrid
  • Arsenal London

Nun ist die Gruppenphase abgeschlossen und es gab 2 große Entdeckungen in dieser Saison:

1. Was der Kaiser schon seit Jahren predigt: Es gibt keine Kleinen mehr!

Ein Starensemble von Real Madrid hätte den rumänischen Meister vor Jahren wahrscheinlich aus dem eigenen Stadion geschossen.

2. Ähnlich wie in der Bundesliga, fallen verdammt viele Tore. Fast regelmäßig fielen 3 oder mehr Tore.

Während man bei einer Konferenzschaltung in den vergangenen Jahren oftmals eine Durststrecke durchlaufen konnte, geht es diese Saison Schlag auf Schlag. Der Fußballtrend geht eindeutig in Richtung Offensive.

Nun blicke ich auf 6 Spieltage zurück und frage mich, was ist besonders hängen geblieben? Und ich habe eine eindeutige Antwort.

Schon vorab hatte die Gruppe H einen gewissen Reiz. 3 Topmannschaften und ein Neuling. Das wurde dann auch bestätigt.

Die Szene der Gruppenphase, war im Topspiel der Gruppenphase. Real Madrid gegen Juventus Turin.
Alessandro Del Piero – mittlerweile 34 Jahre alt – hatte einfach einen Lauf. Er traf vom Freistoßpunkt in der Liga und der Champions League so fantastisch, dass sogar Juninho (Olympique Lyon) nur noch staunen konnte.

Der Kapitän von Juve entschied das Topspiel im Alleingang und zeigte eine überragende Partie. Und dann kam der Moment, von dem ich wohl in 40-50 Jahren meinen Enkeln erzählen werde. In der Nachspielzeit wurde Del Piero dann ausgewechselt. Was dann geschah erfreut jedes Fussballherz.

Knapp 70.000 Spanier standen für den Kapitän der Gästemannschaft auf und zollten ihm und seiner Leistung Beifall.

Allerdings werde ich auch den Sieg von Cluj IN Rom nicht so schnell vergessen. Eine Demütigung der stolzen Römer im eigenen Haus von einem Nobody. Die Krise war damals perfekt.

Leider gehören zu großen Szenen und Ereignissen auch Enttäuschungen und schlechte Leistungen.

Werder Bremen konnte, wie in der Meisterschaft, auch in der Champions League keine gute Leistung abrufen. Erst gegen eine schon längst qualifizierte Mailänder Mannschaft konnte man einen Sieg landen. Zwar gehören immer 2 Teams zu einem Ergebnis und man muss die Leistung der Underdogs einfach respektieren – aber man hatte Bremen viel mehr zugetraut.

Ähnlich ergeht es mir da mit St Petersburg. Phänomenal gingen die Russen durch den UEFA Cup in der vergangenen Saison, aber anscheinend war der Druck in der Gruppe mit Real Madrid und Juventus Turin zu groß. Da die Saison in Russland schon beendet ist, kann man ein weiteres Jahr üben um nochmals anzugreifen… denn die Petersburger haben sich als 5. der abgelaufenen Saison nicht für die Champions League qualifizieren können. Nächstes Jahr sehen wir dann einen weiteren Debütanten: Rubin Kazan. Meister der russischen Liga.

Soweit ist es aber noch nicht. Die Gruppenphase ist abgeschlossen und ergibt folgenden Stand:

Gruppe A:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 AS Rom 6 4 0 2 12:6 +6 12
2 FC Chelsea 6 3 2 1 9:5 +4 11
3 Bordeaux 6 2 1 3 5:11 -6 7
4 CFR Cluj 6 1 1 4 5:9 -4 4

Gruppe B:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 Panathinaikos 6 3 1 2 8:7 +1 10
2 Inter Mailand 6 2 2 2 8:7 +1 8
3 Bremen 6 1 4 1 7:9 -2 7
4 Famagusta 6 1 3 2 8:8 0 6

Gruppe C:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 Barcelona 6 4 1 1 18:8 +10 13
2 Sporting 6 4 0 2 8:8 0 12
3 Donezk 6 3 0 3 11:7 +4 9
4 FC Basel 6 0 1 5 2:16 -14 1

Gruppe D:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 Liverpool 6 4 2 0 11:5 +6 14
2 Atletico 6 3 3 0 9:4 +5 12
3 Marseille 6 1 1 4 5:7 -2 4
4 Eindhoven 6 1 0 5 5:14 -9 3

Gruppe E:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 Manchester 6 2 4 0 9:3 +6 10
2 Villareal 6 2 3 1 9:7 +2 9
3 Aalborg 6 1 3 2 9:14 -5 6
4 Celtic 6 1 2 3 4:7 -3 5

Gruppe F:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 Bayern 6 4 2 0 12:4 +8 14
2 Lyon 6 3 2 1 14:10 +4 11
3 Florenz 6 1 3 2 5:8 -3 6
4 Bukarest 6 0 1 5 3:12 -9 1

Gruppe G:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 Porto 6 4 0 2 9:8 +1 12
2 Arsenal 6 3 2 1 11:5 +6 11
3 Kiew 6 2 2 2 4:4 0 8
4 Fenerbahce 6 0 2 4 4:11 -7 2

Gruppe H:

Platz Mannschaft Spiele S N U Tore Differenz Punkte
1 Juventus 6 3 3 0 7:3 +4 12
2 Real Madrid 6 4 0 2 9:5 +4 12
3 St.Petersburg 6 1 2 3 4:7 -3 5
4 Borisov 6 0 3 3 3:8 -5 3

Am 19. Dezember 2008 werden erstmal die Achtelfinal-Partien gezogen und wir dürfen uns dort auf folgende Mannschaft freuen:

Topf 1 mit den Gruppensiegern der Gruppenphase:
AS Rom (aus Gruppe A), Panathinaikos Athen (B), FC Barcelona (C), FC Liverpool (D), Manchester United (E), FC Bayern München (F), FC Porto (G), Juventus Turin (H)

Topf 2 mit den Gruppenzweiten der Gruppenphase:
Chelsea London (aus Gruppe A), Inter Mailand (B), Sporting Lissabon (C), Atletico Madrid (D), Villarreal (E), Olympique Lyon (F), Arsenal London (G), Real Madrid (H)

Als Gruppendritter gehen in die Auslosung für den UEFA-Cup:
Girondins Bordeaux (aus Gruppe A), Werder Bremen (B), Donezk (C), Olympique Marseille (D), Aalborg BK (E), AC Florenz (F), Dynamo Kiew (G), St. Petersburg (H).

Vom Rest verabschiede ich mich fürs erste. Danke für die schönen Wochen – bis nächstes Jahr.

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Kahn als ZDF-Experte: „Sie standen enorm massiert in der Abwehr“

Posted on 16 Oktober 2008 by admin

Das ZDF hat einen neuen Fussballexperten. Oliver Kahn, den Rekordtorhüter, Buchautor und Oliver-Pocher-Parodierten.

Und nachdem ich das alte Team zur EM noch so gelobt habe, möchte ich auch die Konstellation Kerner – Kahn einer kurzen Betrachtung unterziehen.


Über Kerner braucht man nicht viel sagen, er ist anbiedernd wie immer, was aber währrend der Fußballberichterstattung  zum Glück nicht so extrem stört, wie während seiner eignen Show.

Kahn bringt neue Perspektiven mit. Zum einen die des Gerade-Erst-Ex-Nationalspielers, was sehr interessant sein kann. Denn er kennt die aktuelle Mannschaft noch sehr gut, hat noch mit ihnen gespielt und weiß von ihren individuellen Stärken und Schwächen. Auch Löws Trainingsmethoden kennt er und bietet so eine Art Nähkästchen-Perspektive, die es dem Zuschauer ermöglicht neue und intimere Details zu erfahren.

Außerdem bietet er die Sicht des Torwartes, die bei Torchancen und erfolgten Toren dem Zuschauer erklären kann, ob „der“ jetzt noch zu halten gewesen wäre und warum „der“ unmöglich zu kriegen war. Allerdings glaube ich, dass dies über die Dauer der WM irgendwann ausreichend behandelt sein wird. Und dann?
Bei Abwehrfragen spreche ich Herrn Kahn noch eine gewisse Kompetenz zu, aber bei innovativen Angriffsstrategien? Was weiß ein Torwart davon? Sicher er muss sie Abwehren, aber er kann sie eher nicht zum Erfolg führen.
Und interessiert uns nicht eher was unsere Mannschaft zum Sieg führt?

Und nun habe ich noch eine Anmerkung:
Ich finde im sportlichen Zusammenhang ist das Wort “massiert” mit Vorsicht zu genießen. So sollen laut Kahn gerade die Walisier über eine “enorm massierte Abwehr“ verfügen. Ich muss da immer dran denken, wie das wohl so ist, wenn Lahm, Friedrich, Mertesacker & Westermann frisch von Herrn Müller Wohlfahrt kommen.
Und falls es sich das doch auf die Masse bezieht, da schien mir der Trainer der Walisier John Toshack der einzig massigere…
Naja, währrend der WM werden wir sicherlich noch genug Zeit haben uns in die Sprachwelt von Olli Kahn einzufinden. NARGHHHHHHHH!

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Berichterstattung die 2.: “Alles vorgekostet?”

Posted on 18 September 2008 by Jannis Kucharz

Nur weil es live ist, heißt das noch lange nicht, dass wir alles sehen.

Denn die Bilder, die unser Wohnzimmer oder die Public Viewing Leinwand
unserer Wahl erreichen, kommen alle aus einer Hand. Die UEFA selber
liefert sie, genauer ihre Tochterfirma UMET, die für die Kameraarbeit
und die Regwährend der EM-Spiele verantwortlich ist.

Allerdings wird immer mehr über Zensur und Zeitlupenwiederholungen geklagt, die zum Vorenthalt entscheidender Szenen führt.

Follow up:

So blieben uns zum Beispiel beim Spiel die Bilder eines auf das Spiel
gestürmten Fans und von Rauchbomben auf den Zuschauerrängen
vorenthalten.

Die EM 2008 - zensiert!
Unerwünschtes unsichtbar

Der Kommantar von EM-OK-Sprecher Wolfgang Eichler dazu: „Wir wollen Störenfrieden keine Plattform bieten“, erklärte
EM-OK-Sprecher Wolfgang Eichler. „Wir konzentrieren uns auf die für das
Spiel relevanten Dinge.“

Doch auch da kann man sich nicht ganz sicher sein, wie die Vorwürfe der FAZ zeigen.

Da muss man  zum Beispiel bemängeln, dass man wichtige Schritte im Spielaufbau verpasst , aufgrund von schlecht getimte und/oder zu langen Wiederholungen, Zuschaueraufnahmen oder schlechter Perspektiven.

Und in der Tat, was bringt es mir, wenn ich aus nächste Entfernung Ballacks Gesichtsausdruck bei einem Kopfballduell oder dem “Kracher-Frestoss” kenne, dafür aber nicht weiß, mit welchen Laufwegen und welcher Strategie, sie die Österreicher oder oder morgen die Portugiesen unter Druck setzen wollen?

Auch die Nahaufnahmen im laufenden Spiel werden zu Recht bemängelt. So wird immer wieder während des Angriffs auf eine Halbtotale des Angreifers geschaltet in der man als Zuschauer nicht nachvollziehen kann,ob und welche Abspielstationen sich dem Spieler anbieten. So weiß man nie, obe der Ausruf “Spiel doch ab! jetzt gerechtfertigt wäre oder nicht.

Am ärgerlichsten sind die, auch von der FAZ angesprochenen Aufnahmen von “Folkloristischen Jubels”.

Ich habe kein Problem damit, wenn in einer langweiligen Phase des Spiels die lustigsten Fankostüme, besonders hübsche weibliche Fans oder von mir aus auch unsere Kanzlerin für einige Sekunden den Bildschirm dominieren.

Die Fans im Blick
Die Fans im Blick

Aber bei dieser EM kommt es immer wieder vor, das scheinbar wild in die Menge geblendet wird auf eine x-beliebeige Fangruppe die in dieser eher langweiligen Phase des Spiels genau das zum (Gesichts-)ausdruck bringen und die dann aber plötzlich aufgrund ihrer ebenso plötzlichen Medialen Überpräsenz aufspringen und in die Kamera winken. Das hat etwas von den Kiss-Cams, die vorallem in den USA Einsatz finden, und die die zwei Menschen die im Bild erscheinen auffordert sich doch bitte voraller Augen zu Küssen. Dort beschränkt man dieses Spiel lüsterner Unterhaltung allerdings auf die Pausen.

Interessant ist dieses Faktum auch über die EM hinaus. Mit Blick auf die olympischen Spiele, bei derdas Thema Zensur sicher in ganz anderem Maße eine Rolle spielt, aber auch für unsere heimische Bundesliga. Denn der DFL hätte selbst auch gerne die Regie über seine Fussballspiele und würde ebenso gerne fertig vorgekautes Material an die Sender ausliefern.

Hoffen wir, dass wird bei dieser Fussball Europameisterschaft trotz allem noch einige schöne Szenen zu sehen bekommen.

Sollte das Elend der Deutschen Nationalmannschaft am Donnerstag allerdings all zu groß werden, darf die UMET aber auch gerne noch ein wenig mehr die Zuschauerränge filmen.

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Das Halbfinal-Hörspiel. Gelesen Von Bela Rethy. Produziert von der UEFA

Posted on 26 Juni 2008 by Jannis Kucharz

“Nur weil es live ist, heisst das nicht, dass wir auch alles sehen”, schrieb ich vor ca. einer Woche.

Nun haben wir nicht nur nicht alles, sondern zeitweise gar nichts gesehen, da ein Stromausfall im Übertragungszentrum in Wien zum Bildausfall währrend des Halbfinalspiels zwischen Deutschland und der Türkei führte. Und zwar weltweit, denn schließlich müssen alle ihr Bildsignal direkt von der UEFA beziehen. So steht es in den Verträgen. Und so hätten wir beinahe den 2:2 Ausgleich der Türken verpasst, wenn nicht, ja wenn nicht das Schweizer Fernsehen eine Klausel weniger im Vertrag hätte und die Bilder direkt per Glasfaserkabel bekäme. Das war unsere einzige Rettung und bewahrte uns davor das Spiel als reines Hörspiel genießen zu müssen.

Und damit offenbart sich eine ganz andere Problematik, die bei der bisherigen Diskussion um die Weltregie der UEFA, noch viel zu kurz gekommen ist. Was ist im Falle einer Panne?

Da sieht die ganze Welt schwarz. Oder Archivbilder, wie zum Beispiel in Frankreich geschehen, wo der Sender TF1 nicht schnell genug auf das Schweizr Signal umstellen konnte.

Interesannt ist, dass das ganze theoretisch noch ein Nachspiel für das ZDF haben könnte, denn laut Vertrag sind sie verpflichtet das offizielle Signal, und nur das, der UEFA zu zeigen. In dem nichts zu sehen war. Und übrigens auch wieder nicht der türkische Fan, der zwischenzeitlich das Spielfeld bevölkerte.

Diese Panne sollte endgültig allen vor Augen geführt haben, dass es Zeit wäre, sich von der Weltregie zu verabschieden, damit das Zuschauervergnügen und vielleicht sogar der Sport wieder etwas mehr im Vordergrund stehen.
Die Erfolgsaussichten dafür sind allerdings äußerst gering. Deswegen können wir nur hoffen, das beim Finale ähnliche Pannen ausbleiben und wir ohne die Schweizer auskommen.

Denn das werden wir in Zukunft bei Fussballübertragunge sowieso, denn gestern war die letzte ZDF-Übertragung dieser EM und damit auch des alten Trios aus Urs Meier und Jürgen Klopp und Johannes B. Kerner. In Zukunft wird Ex-Natinaltorhüter Oliver Kahn an der Seite von Kerner die Spiele der Fussballnationalmannschaft kommentieren.

Good Bye Klopp & Meier!

Ich bedanke mich bei Kloppo und Meier für die schönen Fussballerfahrungen.

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Klare Dominanz gegenüber Kroatien

Posted on 12 Juni 2008 by Jannis Kucharz

Joachim Löw sprach davon, er wolle den Kroaten beim Spiel seinen Stempel aufdrücken.

Das ist auch prächtig gelungen und Sheephunter.de/netzfeuilleton.de weiß exklusiv, was auf dem Stempel stand:

macht was ihr wollt

P.S.: Während ello noch davon spricht das Mittelfeld abzuschaffen, machen es die Deutschen einfach…

…und setzen Odonkor und Ballack in der Abwehr ein…

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