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Siebbelag

Morgenlinks: Netzgemeinde, Crowdfunding, Twitter-Maskottchen, Gratis

Free works

(marco.org, Marco Arment)
Marco Arment über das Ende des Google Reader und das verwenden von Gratisdiensten:

In other industries, this is called predatory pricing, and many forms of it are illegal because they’re so destructive to healthy businesses and the welfare of an economy. But the tech industry is far less regulated, younger, and faster-moving than most industries. We celebrate our ability to do things that are illegal or economically infeasible in other markets with productive-sounding words like “disruption”.

 

Internet: Ein Phänomen namens Häkelschwein

(SpOn, Judith Horchert)
Die Geschichte des inoffiziellen Twitter-Maskottchens @haekelschwein mit seinen lustigen Tweets.

 

Crowdfunding: Über die Chancen und Risiken

(Youtube, Dirk von Gehlen)
Christian Jakubetz hat Dirk von Gehlen zu seinem aktuellen Buchprojekt „Eine neue Version ist verfügbar“ interviewt, bzw. vor allem über Crowdfunding und die damit verbundenen Implikationen. Sehr spannend, denn @dvg schafft es dabei über die Gemeinplätze hinaus hin zu dem entscheidenden der Nutzerfinanzierung.

 

Unsere Mütter, unsere Fehler

(saschalobo.com, Sascha Lobo)
Nachdem Sascha Lobo letztes Jahr das Jahr des Blog ausgerufen hat und dann erstmal ein Jahr nicht gebloggt hat, tut er es jetzt mit einem wichtigen Artikel. Unbedingt lesen. Darin stellt er wieder einmal die mangelnde Reichweite der deutschen Blogosphäre fest und zieht einen interessanten Vergleich:

Y-Titty hat Stand 22. März 2013 etwa 1,4 Millionen Abonnenten auf Youtube, grob überschlagen also soviele Follower wie sämtliche Twitteraccounts aller Netzpolitik-Engagierten zusammen: @saschalobo 137.000, @piratenpartei 116.000, @netzpolitik 105.000 – und das waren auch schon die sechsstelligen Reichweiten.

MsPr0 stellt sich daraufhin auch die Frage, was das für „unsere“ bisherigen Plattformen heißt, kommt aber zu keiner Antwort.

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Netz &

Adé Internet-Flatrate und nimm die Netzneutralität gleich mit

Im Mobilfunkbereich haben wir uns mangels Alternativen und mit viel Murren daran gewöhnt, dass die vermeintliche „Internetflat“ nach X MB [ref]Bei mir ist das im Moment 1GB, was mir auch nur in manchen Monaten reicht. Aber offensichtlich ist auch dieser Wert der Telekom schon zu hoch. Bei meiner Vertragsverlängerung (Warum bin ich da geblieben?) musste ich darum kämpfen nicht eine Stufe tiefer auf lächerliche 300 MB zu rutschen.[/ref] vom schnelleren 3G Netz auf Schneckeninternet gedrosselt wird. Das hat so witzige Effekte, dass man unter LTE beispielsweise im Idealfall die volle Geschwindigkeit nur wenige Minuten Nutzen, um dann den Rest des Monats gedrosselt zu sein.

Drosselung auch für den Heimanschluss

Bislang beschränkte sich diese Entwicklung, die sich immer noch Internetflat nennen darf, nur auf den Mobilfunk aber, nach Informationen des Fanboy Podcast, soll die Telekom planen das auch auf Festnetzinternet, bzw. normale DSL-Anschlüsse auszuweiten. So sollen je nach Anschluss nach 75, 200 oder 400 GB Drosselungen einsetzen, aber der Kunde darf natürlich nachbuchen. Besonders absurd ist, dass diese Drosselungen zumindest nach jetzigem Stand auch für die T-Entertain Anschlüsse gelten sollen, deren Hauptwerbeargument ist, dass man darüber so tolle HD-Filme und TV-Sender beziehen kann. Wieviel GB verbraucht denn eine HD-Sendung „Wetten, dass…?“ ? [ref]Ich möchte niemanden animieren, Wetten, dass…? zu schauen, das war nur grade eine der wenigen langen Sendungen im Fernsehen die mir so einfiel. Oder überzieht Lanz gar nicht mehr so viel? Wenn ich es mir überlege, könnte das sogar eine Feature sein, dass man Lanz nicht mehr hochauflösend sehen muss. Aber am Besten man guckt ihn gar nicht.[/ref] Und was passiert dann danach? Krieg ich nur noch SD-Fernsehen?

HD? Das wird teuer!

Aber natürlich sind diese HD Formate genau der Grund für die Einschränkungen, als die Provider Flatrates einführten gab es noch kaum HD-Filme im Netz oder waren noch nicht verbreitet, bzw. machten mit 1000er-DSL [ref]Was war das damals schnell![/ref] keinen Spaß. Heute ist jeder „zweite“ Youtube Clip in 1020p verfügbar und wird fleißig gestreamt. Mit diesem Argument versuchen die Provider natürlich auch diese Einführungen zu rechtfertigen, zuzüglich dem Hinweis, dass sowieso nur wenige Poweruser (lies böse Bittorrent-Filesharer) überhaupt über die angegebenen Limits kommen. Klar ist aber doch, dass die Datenmengen in Zukunft für jeden Einzelnen eher wachsen werden als schrumpfen; Stichwort Cloudcomputing und was wir da heute schon alles machen. Meine Dropbox hat aktuell schon 30 GB, zwar nicht voll belegt, aber würde ich die einmal syncen wäre ja schon bald mein halber Monatstraffic weg. So Überlegungen wie Cloud-Backup etc. sind noch gar nicht drin, oder transferintensive Dienste wie Netflix, sollten wir mal was vergleichbares in Deutschland kriegen. Es ist damit natürlich auch ein Abschied von Netzneutralität, denn hier sind zusätzlich Regeln denkbar. Im Mobilfunkbereich gab man zum Beispiel jüngst den Deal mit Spotify bekannt, dass deren Traffic nicht ins Limit zählen soll. Ähnliches könnte die Telekom natürlich für ihre eigenen Dienste beschließen oder zahlungsbereite Dienstleister. Good Bye echtes Netz.

Und natürlich haben sich die Netzbetreiber irgendwie auch verrechnet. In einem Markt, in dem Unterscheidung zwischen den Produkten allein über Preis funktioniert, sucht man nach ewigem Preiskampf nach Wegen dort endlich wieder raus zu kommen aus all den „All Flat“-Dingern, die ich als Kunde ja eigentlich endlich gerne für alles hätte. [ref]Gut, die SMS Flat bekommt man inzwischen geschenkt, aber das ist ja auch kein Markt mehr.[/ref] Darüber hinaus argumentiert man natürlich auch mit dem Netzausbau, der hinterherhinkt und viel Geld kostet. Aber solange man schon Produkte verkauft, ohne sie tatsächlich anbieten zu können…

Telekom bestätigt Überlegungen DSL zu drosseln

Wer das nun nur für Gerüchte hält lese den Blogpost der Telekom dazu (aktuell Offline), in dem sie zwar sagen „noch nicht“ und „bestehende  Verträge bleiben bestehen“, aber eindeutig sagt „wir denken darüber nach“, was so viel heißt wie „kommt definitiv“.

Was kann man jetzt dagegen tun? Man kann Shitstormartig die Facebook-Seite und den Twitter-Account zuspammen, aber wichtiger ist wohl beim nächsten Abschnitt genau ins Kleingedruckte zu schauen, ob man auch wirklich das bekommt, was die Werbung verspricht. Denn nicht überall wo Flatrate draufsteht, ist auch Flatrate drin.

Bild: Presseservice der Telekom und zeigt den „Highspeedausbau“.

Update: Die Telekom hat tatsächlich damit begonnen die Drosselung in ihre Tarikdtruktur mit aufzunehmen. „Die Nutzung von Entertain wird nicht auf das im Tarif enthaltene Volumen angerechnet.“, also Adé Netzneutralität und mann kann natürlich immer wieder Traffic dazubuchen.

 

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Musik

Wie wird man Elite?

Elite – Was ist das? Und wer ist das? Und kann man das werden? Und wer ist nicht Elite sondern einfach nur elitär?

Das sind Fragen, die wir in einem Google Hangout mit Vanessa Boysen, Patrick Breitenbach und Alex Boerger besprochen haben. Natürlich sind wir auch schnell abgedriftet und haben uns gefragt, wie man Wissen vermitteln kann, damit vielleicht mehr Leute Elite werden und welcher Art von Elite wir angehören.

Und wem das Video zu lang ist zum anschauen oder keinen Mehrwert darin sieht in unsere hübschen Gesichter zu schauen, kann sich das ganze auch nur auf Soundcloud anhören und zum später hören abspeichern.

Was sind eure Gedanken zu Elite? Haben wir noch eine gesellschaftliche Elite oder schwindet ihre Macht? Und wo haben wir Blödsinn erzählt?

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morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: Marx-Enkel, Less, Batman, A Lot Less, De-Mail

The Day My Grandfather Groucho and I Saved ‘You Bet Your Life’

(boingboing.net, Andy Marx)
Wie ist es so bei Groucho Marx zu Mittag zuessen? Nun das kann wohl nur einer erzählen, sein Enkel Andy Marx. Oder die anderen anwesenden Gäste Jack Nicholson, Elliott Gould oder Marcel Marceau.

Living With Less. A Lot Less.

(NYTimes.com, Graham Hill)
Erst machte Graham Hill mit einem Satrtup Millionen, kaufte sich dann ein Haus, ein Penthouse und stopfte es mit Sachen voll, um festzustellen, dass allein Sachen kaufen ein Fulltime-Job sein kann. Um dann wieder zurück zu rudern.

I LIVE in a 420-square-foot studio. I sleep in a bed that folds down from the wall. I have six dress shirts. I have 10 shallow bowls that I use for salads and main dishes. When people come over for dinner, I pull out my extendable dining room table. I don’t have a single CD or DVD and I have 10 percent of the books I once did.

de-mail hilft nicht gegen schlechte werbung

(wirres.net, Felix Schwenzel)
Felix Schwenzel nimmt wunderbar die Werbung für die DE-Mail der Telekom auseinander.

ich habe vor sechs tagen die versender der telekom „medieninformation“ gefragt, ob ihnen die grandiose ironie ihrer de-mail-werbekampagne bewusst sei. mit gefakten menschen namenlosen schauspielern für ein produkt zu werben, mit dem identitätdienbstahl oder vorgaukelung fremder identitäten ausgeschlossen werden sollen. gegen lügen anwerben mit leuten, die so tun als seien sie etwas, was sie gar nicht sind. für authentizität werben und dafür schauspieler anstellen. grandios.

 

Everything Wrong With The Dark Knight Rises In 3 Minutes Or Less

(Youtube.com, CinemaSins)
Der Kanal CinemaSins erinnert etwas an die Honest Trailer-Reihe (Hier der zu Dark Knight Rises zum Vergleich) und nimmt sehr schön in wenigen Minuten Filme auf ihre Fehler und Dämlichkeiten auseinander.

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Netz &

Der Like wird was wert: Das neue Flattr

Der Social Microdonationdienst Flattr hat heute eine größere Runderneuerung angekündigt: Statt bisher nur über Flattr-Buttons soll auch der Klick auf anderen Netzwerken zu einer Microdonation führen. So verbindet sich flattr nun unteranderem mit Twitter, Instagram, Flickr, SoundCloud und Vimeo und führt ein, dass das liken oder faven bei diesen Diensten als Flattr-Klick gezählt wird. Verknüpfe ich mein Flattr-Konto also beispielsweise mit Twitter und besterne dort einen Tweet erhält der Verfasser einen Anteil meines monatlichen Budgetskuchens. Vorrausgesetzt natürlich er ist bei dem Service angemeldet.

Schon bisher konnte man sein Flattr-Konto mit anderen Diensten verbinden, das ging allerdings von den „schöpfern“ aus, die bei einigen Diensten, wie Soundcloud, 500px und DailyMotion zusätzlich einen FlattrButton einbinden konnten. Nun kann der Konsument bestimmen, dass seine Aktivitäten in anderen Netzen als Microspende zählen. Ganz neu ist die Idee nicht: Vorher gabe einem beispielsweise SuperFav als Drittanbieter die Möglichkeit das eigene Favorisieren auf Twitter monetär aufzuladen. Diese Verkünden heute auch die Einstellung ihres Dienstes, da Flattr diese Funktion jetzt übernimmt. Der alte Flattr-Button bleibt aber wohl auch aktiv.

Was natürlich fehlt ist der Namensgeber des Likes: Facebook. Hier gibt es noch keine Verknüpfung, die es zulässt das liken an das eigene Flattr-Konto zu knüpfen. Vielleicht gibt das die API nicht hier, vielleicht wäre das aber aus Nutzersicht schwierig, da Liken ein sehr viel alltäglich er und häufigerer Akt ist, bei dem man wohl nicht jedes Mal nachdenken will, ob das nun wirklich Geld wert ist.

Dennoch ist wohl zu erwarten, dass die Klick-Aktivität zunimmt, vorrausgesetzt genügend Flattr-Nutzer Verknüpfen ihre eigenen Kunden. Das würde gleichzeitig den stetigen Geldfluss im System erhöhen und vielleicht auch neue Nutzer ins System treiben, wenn sie plötzlich die Nachricht bekommen, dass ihr lustiger Tweet ihnen Geld eingebracht hat.

Dieser Artikel ist ein Crosspost von unserem Partnerblog micropayme.de auf dem ich mich intensiv mit PaidContent und neuen Bezahlmodellen auseinandersetze. Vorbeischauen und abonnieren lohnt sich, geht auch via Twitter.

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morgenlinks Siebbelag

Morgenlinks: SEO trotz LSR, Freier Journalist, das Gehirn als imaginärer Freund

A Day in the Life of a Freelance Journalist — 2013

(natethayer.wordpress.com, Nate Thayer)
The Atlantic hatte gerade erst ein Problem mit einem Sponsored Article zum Thema Scientology, da rauscht ihr der nächste Aufreger ins Haus: Nate Thayer beschwert sich, dass The Atlantic ihn anfragt, ob er einen Artikel von ihm wieder veröffentlichen darf. Zumindest sah sich der Atlantic danach gezwungen ein Statement zu veröffentlichen und klarzustellen, das man normalerweise als ja schon mal bezahlen würde und nur in dem Fall also halt nicht und es tut auch so ein bisschen Leid.

 

A Day in the Life of a Digital Editor, 2013

(TheAtlantic.com, Alexis C. Madrigal)
Noch länger fällt dann hier die Antwort aus in der Senior Editor Alexis C. Madrigal seinen Arbeitsalltag beschreibt: „The biz ain’t what it used to be, but then again, for most people, it never really was.“

 

„Wir wären irre, wenn wir das nicht täten.“

(journalist.de, K. Antonia Schäfer)
Interessant gerade mit dem Hintergrund des Leistungsschutzrecht, mal wieder darauf hinzuweisen wie wichtig und welchen Aufwand Medien betreiben, um von Google bei Google News ganz vorne gerankt zu werden. (Wobei süddeutsche.de-Chef Plöchinger sich schon gegen das LSR ausgesprochen hat, wie es mit SPON aussieht, weiß ich nicht.)

 

If my brain were an imaginary friend

(theoatmeal.com, Matthew Inman)
Wie sich das Gehirn verhält, also meistens. Don’t you wishing lightning storms came from your nipples?

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Netz & Video Youtube News & TV 2.0

Youtube-Design Promo Video Parodie

Youtube führt alle naselang ein neues Design ein, diesmal heißt es One Channel Design und soll vor allem die verschiedenen Plattformen zusammenführen. Gleichzeitig ist es bei den Nutzern äußerst umstritten, so geht zum beispiel das Individuelle Channel Design verloren, bei dem Nutzer eigene Hintergrundbilder layouten und hochladen konnten. Für die neue Folge von YouJustDontDo haben wir uns mal ausgedacht, wie es zu dem neuen Design gekommen sein könnte:
 

Bei YouJustDontDo gibt es jetzt wieder wöchentlich neue Videos, wer den Kanal also noch nicht abonniert hat, kann das hier tun. Facebook und Twitter haben wir für das Projekt auch.

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Gesellschaft Netz &

Das Netz: Von Selbstdarstellern zu Produzenten

Am Anfang waren es die Blogs, heute ist es angeblich Youtube: Ein Hort für Selbstdarsteller. Immer wieder bezeichnen die Medienberichte engagierte Nutzer im Netz als schamlose Selbstdarsteller. Die „Selbstdarsteller beflügeln Web 2.0„, Amy & Pink schrieb mal über die „Generation Selbstdarstellung“ und die Süddeutsche sucht per Abstimmung „Die größten Selbstdarsteller im Netz„. Und Der Standard bezeichnete nun den Deutschen Webvideopreis als „Videopreis für die Selbstdarsteller im Internet„, doch diese Bezeichnung greift zu kurz. Menschen die im Netz veröffentlichen sind längst mehr als Selbstdarsteller, sie unterhalten, informieren und bringen zum Nachdenken und das mit wachsender Professionalität.

Sicherlich muss man hier Unterscheiden: Als Blogs noch Persönliche Tagebücher im Netz waren, ging es sicherlich mehr darum sein eigenes Leben in gewisser Weise zu präsentieren. Vlogger auf Youtube wollen sicher vor die Kamera und möglichst lustig etwas erzählen und Facebook ist bis heute ein Tool, dass in erster Linie dazu dient sich selbst in einem gewissen Licht zu präsentieren und bestimmte, erfolgreiche Bereiche des Lebens herauszustellen, genauso wie andere soziale Netzwerke.

Aber Blogs sind eben nicht mehr Tagebücher im Netz, sondern viele davon längst themenspezifische, respektable Onlinemagazine. Youtube ist nicht mehr nur die Plattform auf der Leute eine Kamera anmachen und davor rumhampeln, sondern wo Serien, Filme und neue Formate entstehen. Ebenso  sind inzwischen viele der Nutzer sehr viel professioneller geworden und es geht nicht mehr darum, nur sein Gesicht in eine Kamera zu halten oder Eyeballs auf die eigene Person zu richten. Mit wachsendem Publikum hat man auch selbst eine Pflicht diesem gegenüber. Wenn Sascha Pallenberg von Messe zu Messe hetzt um das neuste in Sachen Mobile Computing zu präsentieren, geht es ihm sicher nicht um darum sich selbst zu präsentieren, sondern die Leser als erster mit aktuellen Informationen zu versorgen. Y-Titty sind auf einem Level angelangt, wo sie Woche für Woche überlegen, wie sie ihr Publikum unterhalten können. Würde man ihnen reine Selbstdarstellung vorwerfen, würde man implizieren, ihr Protagonist TC sähe sich selbst gerne als Frau. Wenn wir neue Folgen für YouJustDon’tDo drehen, dann überlege ich nicht, wie genau ich vor der Kamera aussehe oder ob die Rolle eventuell peinlich ist, sondern was können wir besser machen als das letzte Mal? Was hat nicht gepasst? Wie können wir die Geschichte besser erzählen und das Publikum unterhalten?

Und dahin dreht es sich immer mehr. Natürlich braucht es immer jemand, der bereit ist sich vor die Kamera zu stellen, der bereit ist seine Meinung mit anderen zu teilen und die Kritik daran einzustecken und dahinter steckt bestimmt auch ein Hang zur Selbstdarstellung. Und machen wir uns nichts vor: Eine gelungene Selbstdarstellung und -inszenierung hilft sehr die Inhalte zu verbreiten und an den Mann zu bringen. Ein Beispiel wäre Sascha Lobo, dessen Frisur ihm geholfen hat sich erfolgreich zu vermarkten und ihn bei der oben genannten Umfrage gleich auf Platz 1 katapultiert. Aber er kann eben auch jede Woche auf SpiegelOnline wichtige Themen ansprechen. LeFloid macht ähnliches: Seine Sendung „LeNews“ ist zwar weit weg von journalistischen Standards, aber dennoch nutzt er seine Bekanntheit immer wieder um Themen anzusprechen, die ihm wichtig sind und das Publikum interessieren.

Menschen die Produzieren sind mit wachsender Professionalisierung nicht mehr ihrem Selbstdarstellungstrieb verhaftet, sondern wollen ein Publikum bedienen/informieren/unterhalten. Ansonsten könnte ich mit der gleichen Logik Claus Kleber, wenn er Abends das „heute journal“ präsentiert Selbstdarstellung vorwerfen, genauso allen anderen Journalisten, ich glaube und hoffe nicht, dass die Meisten das antreibt.

Bild: Some rights reserved by Unfurled

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Bewegen & Beschäftigen

Morgenlinks: Google Glass, Apple Closed, Blog Payment & Typographie

Lichtgestalten, die uns mit Prothesen wärmen: Der »Stern« malt sich den Fall Pistorius aus

(stefan-niggemeier.de, Stefan Niggemeier)
Stefan Niggemeier zerpflückt herrlich die Titelgeschichte des Stern zum Mordfall um Pistorious. Der Money Quote aus der Illustrierten steht gleich am Anfang: „Eine über­ra­schende Wen­dung scheint bis­lang nicht in Sicht.“

 

I used Google Glass: the future, but with monthly updates

(theverge.com, Joshua Topolsky)
Joshua hatte die neue Google Brille auf, ist damit durch die Gegend gelaufen und hat sich gefragt ob man sowas wirklich tragen möchte.


Open and Shut

(daringfireball.met, John Gruber)
John Gruber nimmt sich der alten Auseinandersetzung an: Wer gewinnt Offene oder Geschlossene Systeme? Und nimmt dabei einen ganzen Artikel auseinander. Am Ende kommt sogar für meinen Geschmack ein bisschen zuviel Applefanstaub drüber, aber er hat einen Punkt:

„Allow me to start by putting forth an alternative rule of thumb for commercial success in any market: better and earlier tend to beat worse and later. That is to say, successful products and services tend to be those that are superior qualitatively and which hit the market sooner.“

Die Nutzer interesserien sich wenig dafür, wie offen oder geschlossen ein System ist, sondern wie gut und wieviel Nutzen es Ihnen bietet. Noch deutlicher als bei Hardwarefirmen wird das bei den sozialen Netzwerken: Diaspora ist sperrangelweitoffen und wäre sicherlich die bessere Wahl was Datenschutz und -kontrolle angeht, aber Facebook bietet mehr Funktionen und den für das Netzwerken entscheidenden Faktor: Alle meine Freunde sind da.

 

Content economics, part 2: payments

(blog.reuters.com, Felix Salmon)
Felix Salmon geht im zweiten Teil seiner Content Economics etwas darauf ein, warum Menschen für Inhalte zahlen. Zum Beispiel ist die PayWall von Andrew Sullivan dann doch recht löchrig. Insgesamt legt das Nahe, dass die Menschen nicht zwingend wegen der PayWall zahlen, sondern weil sie möchten. Dazu unbedingt auch den verlinkten TED Talk von Amanda Palmer gucken.

 

Interactive Guide to Blog Typography

(kaikkonendesign.fi, Tommi Kaikkonen)
Euer Blog soll schöner werden? Tommi Kaikkonen hat eine schön durchklickbare Einführung zu Typografie in Blogs gemacht. Ich fürchte, ich sollte einiges davon hier auch mal beherzigen, oder? Naja, der nächste Facelift steht sowieso an.

 

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Flimmern & Sehen

Rennen um den Deutschen Webvideopreis

Am 25. Mai will die European Webvideo Academy zum dritten Mal den deutschen Webvideopreis vergeben und diese erfrischende Mediengattung würdigen und ins Rampenlicht rücken. Aktuell und bis zum 28. April läuft noch die Nominierungsphase in der Video für verschiedene Kategorien (LOL, FAQ, EPIC, FYI, Fail,…) eingereicht werden kann. Nominiert werden dann die drei Videos aus jeder Kategorie, die am meisten geliked, getwitter und gplus einst wurden, zusätzlich nominiert die Jury noch ein Video. In der folgenden Votingphase wird dann geschaut, welches Video im Netz am meisten Buzz erzeugt hat. Wer noch ein Video hat, dass eingereicht werden muss, sollte das tun wer überhaupt nicht weiß, dass es im Netz tolle Videos gibt, kann mal die kleine Show Websehen Netzsehen anschauen, die hier stattfindet und bald fortgesetzt wird und die sehenswerte Youtube-Shows & Kanäle vorstellt.

Einreichprozedere für den


[Direkteinreichprozedere]

Ich renne mit

Achso und jetzt natürlich ganz uneigennützig der Hinweis, dass sich auch zwei meiner Videos im Rennen befinden.


[Vote „Fake Photosets“]                                                       [Vote „Gratis Bild-Unboxing“]

Einmal handelt es sich um unsere bisher beste und erfolgreichste Folge der Webserie Youjustdontdo „Fake Photosets in Real Life„, die in der Kategorie „Academy Approved Art“ um eine Nominierungsposition kämpft, und das andere ist das 100.000 Fach abgerufene Video zur „Gratis-Bild“. Ihr könntet mir riesig helfen, wenn ihr jeweils einmal auf die zugehörige Seite beim Webvideopreis geht und die Videos liked oder twittert oder plusseins oder gar alles. Sollte ich es tatsächlich zu einer Nominierung bringen, belästige euch natürlich nochmal. Ich bedanke mich aber schon jetzt mal.