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Liebesserien streamen: AMORE UND ALGORITHMEN!

Die Liebe ist ein seltsames Spiel. Amazon ist ein seltsamer Krimskramsladen. Spotify ist ein seltsamer Radiosender. Und Tinder? Tinder ist ein seltsamer Amor, er trägt eine stylishe Slimschnittjeans und ein buntes Hawaiihemd – und beide Kleidungsstücke bestehen aus Nullen uns Einsen wie alles andere auch, was der Digital-Amor so alles an seinem Körper trägt. Zum Beispiel dieser lächerliche Hipsterhut.

Wir leben in einer Welt, in der Algorithmen bestimmen, für was wir uns interessieren sollen, welche Musik wir hören und welche Filme und Serien wir uns anschauen.

Netflix-Serie „Osmosis“

Die Fiktion ist da noch einen Schritt weiter.

Zum Beispiel in der neuen, achtteiligen Serie „Osmosis“, die am 29. März auf Netflix gestartet ist. Die französische Dystopie bringt uns in eine nahe Zukunft, in der eine Maschine den einzig-wahren „Seelenzwilling“ des Suchenden finden soll, die wahre Liebe.

Natürlich klappt das nicht, und alles geht – wie sollte es anders sein? – schief: Der Trailer haucht einem den markanten Satz inklusive düsterer Gewaltbilder entgegen, dass man das Wesentliche vergessen habe – nämlich, dass Liebe auch manchmal wehtun könne, gefolgt von einem kurzen Ausblick auf die gewalttätigen Folgen des Liebesalgorithmus.

Und schon kann die düstere Zukunftsvision beginnen!

YouTube-Serie „Weird City“

Eher humoresk kommt da die Serie „Weird City“ in der ersten Folge „Der (die) Richtige“ daher, die YouTube zum Anfixen im Moment gratis an den Mann (und die Frau) bringt. In dieser neuen „YouTube Originials“-Serie geht es übergeordnet um eine Stadt, die zweigeteilt ist – auf der einen Seite der Mauer leben die Gutbetuchten, auf der anderen Seite der Ärmeren der Gesellschaft.

In der ersten Folge sucht der Protagonist, der von Ed O‘Neill gespielt wird, die Liebe. Und ja, Mr.-für-alle-Zeiten-Al-Bundy findet sie mit Hilfe eines Algorithmus. Die Überraschung: Sein Seelenverwandter ist ebenfalls ein Mann. Und ebenfalls vermeintlich heterosexuell. Sie halten die digitale Partnerzuweisung für ein Missverständnis – bis sie merken, wie gut sie sich verstehen. Und sich verlieben und glücklich sind. Bis die Partnervermittlung sich einmischt, zugibt, dass es sich um einen Fehler handele und sie dazu zwingt, sich zu trennen.

Black Mirror-Folge „Hang the DJ“

Zurück zu einem düsteren, dystopischen Weltbild, in der sich die Menschheit längst auf dem Weg in Richtung Moralmüllhalde befindet, bis jegliche Menschen alle Karmapunkte bis zum Ende des Solls verbraucht haben. Und ja, wir sprechen von „Black Mirror“. Welche Sendung sollte sonst gemeint sein, wenn es um die Dunkelste aller Dystopien geht? Gut, vielleicht noch „The Handmaid’s Tale“, aber welche Serie wäre ansonsten dunkler, unheimlicher und zukunftsfeindlicher?

In der Folge „Hang the DJ“ gibt es ein System, das einem die Partner (inklusive Verfallsdatum) zuweist. Wird es eine Affäre sein? Die Liebe des Lebens? Oder wie lang muss man zwingend mit diesem stinkenden, schnarchenden, schnurzpiepegalen Mann zusammen bleiben?

Andererseits: Was wäre, wenn sich am Ende herausstellen würde, dass der Black-Mirror-Algorithmus tatsächlich den wirklich-wahren Seelenpartner herausfindet? Auch dann bliebe es erschreckend: Die Zukunft ist ein kalter, berechnender Ort, an dem man nicht leben möchte. Zumindest, wenn es die „Black Mirror“-Welt wäre.

Der Film „Timer“

Eine ähnliche Handlung hat der Kinofilm „Timer“ von 2009.

Wann wird man den Traumpartner gefunden haben? Eine Anzeige weiß Bescheid und zeigt die Tage, Minuten und Sekunden an, wann es soweit sein wird. Denn ein Timer irrt sich nie. Aber was, wenn dieser nichts, überhaupt nichts, rein gar nichts anzeigt? Null, niente, zero? Bleibt man dann für immer und ewig allein? „Timer“ ist ein Hollywoodfilm, also wird es wohl ein Happy End geben, nehmen wir mal ganz stark an.

„Du wartest auf die Zukunft, das ist echt dumm“, wird der Protagonistin von einem Supermarktmitarbeiter erklärt. „Die Gegenwart kann viel aufregender sein, wenn man will.“ Später sagt er noch, dass das Leben bloß aus Umwegen bestünde. Klingt … pseudophilosophisch.

Und was lernen wir aus alldem? Dass das Leben ein seltsames Spiel ist und die Fiktion auch nicht viel besser. Dass Ideen tausendundeinmal erzählt werden können in tausendundeiner unterschiedlichen Variante und dass das überhaupt nicht schlimm ist, wenn die Spielarten trotz allem eine eigene originelle Handschrift, einen interessanten Plot bieten.

Und das muss reichen für einen Wissensgewinn, den eine kleine Kolumne wie es diese hier ist bieten kann. So.

In der nächsten Folge von „Der Kurator“:

ALLES AUSLÖSCHENDE APOKALYPSEN SAGEN AUSSER ATEM „AUF WIEDERSEHEN“!

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Alle Infos zu Apple TV+

Wir fassen alles zu Apple TV+ zusammen, was wir bei der Apple Keynote gelernt haben.

Wieviel kostet Apple TV+?

Apple TV+ soll im Herbst kommen und soll direkt auch in Deutschland verfügbar sein. So lassen sich eigentlich die neuen Infos zu Apples Streaming Service Apple TV+ zusammenfassen, die heute verkündet wurden. Das meiste andere wusste man schon vorher. Und der interessanteste Punkt wurde ausgelassen: Was soll Apple TV+ kosten?

Stars bei Apple TV+

Natürlich sonnte sich Apple im Licht seiner großen Stars: Steven Spielberg und J J Abrams waren auf der Bühne, Reese Witherspoon und Jennifer Aniston stellten ihre Mornig Show-Show mit Steve Carell vor. Und zwischendurch war da noch Bibo (Big Bird) aus der Sesamstraße auf der Bühne. Hier erfuhr man ein bisschen was Neues: Die Show Helpsters soll sich an Vorschulkinder richten und ihnen Programmieren näher bringen.

Und dann wurde Oprah gefeiert wie eine Heilige. Eine Fokussierung, die man von hierzulande nur schwer nachvollziehen kann. Aber auch sie gibt Apple ihren Segen in Form von gleich 3 Projekten: Eine Dokumentation über sexuelle Belästigung (Arbeitstitel: Toxic Labor), eine Doku-Reihe über Mental Health und dann ein regelmäßiger Buchclub, in dem sie sich mit Autoren unterhält. Die meisten dieser Shows waren in ihren Grundzügen aber bereits bekannt.

Must-Watch Shows bei Apple TV+

Natürlich ist diese Starpower beeindruckend. Jennifer Aniston feiert damit ihr TV-Comeback und Steven Spielberg hatte sich (rein zufällig) vor kurzem noch abfällig über Netflix und dessen Oscar-Teilnahme geäußert. (In dieses Rennen will Apple wohl auch einsteigen.) Die Stars sollen wohl auch das Zugpferd für Apple TV+ sein. Zumindest betont Apple sein Streamingdienst sei „The home for the world greatest storytellers“. Fraglich ist nur wie weit die household-names reichen. Steven Spielberg okay, aber schon bei M. Night Shyamalan hört vermutlich beim Mainstream das Regisseurs-Wissen auf.

Die Frage ist, ob man Menschen nur mit ein paar großen Namen dazu bringt, einen weitere Streamingservice zu abonnieren. Dazu braucht es Must-Watch-Shows und von den wenigen gezeigten Bildern wirkte das meiste eher „lovely“, also ganz nett.

Wie bekomme ich Apple TV+?

Interessanter ist da fast noch, wie Apple seinen TV+ Service technisch verbreiten will und zwar in die bestehende Apple TV-App. Diese wird zur Zeit überarbeitet. Darin soll man dann zukünftig die iTunes-Filme finden und weitere Channels abonnieren können. Auch in der deutschen Pressemitteilung finden sich: HBO, Starz, SHOWTIME, CBS All Access, Smithsonian Channel, EPIX, Tastemade, Noggin und neue Services wie MTV Hits. Vermutlich ist das für die USA spannender, wo der Service als Alternativen zum teuren „Cable Bundling“ verkauft wird. Das ist aber insgesamt ganz ähnlich, wie bereits bei Amazon Prime Video.

Nur das man auch in der Apple TV App amazon Prime Video sehen kann – und andere Streaming- und Pay TV-Dienste wie Hulu, Canal+, Playstation Vue… Verstanden?!

Ich bin gespannt, wie Apple später in der App deutlich machen will, für was man schon bezahlt hat, was man noch bezahlen muss und wieviel man eigentlich insgesamt bezahlt.

Die Apple TV App wird wiederum nicht nur auf iOS und Apple TV verfügbar sein, sondern im Herbst auch auf dem Mac und vor allem auf den Fernsehern von Samsung, Sony, LG und Vizio sowie über Fire TV und Roku.

Die Zukunft des TV sind also nicht wie bisher von Apple behauptet Apps, sondern nur noch eine App. Und Channels. Apple TV Channels.

Apple TV+ Bundle mit Apple Music und News+?

Apple hatte seine Keynote auch mit dem Hinweis gestartet, dass seine Services so gut sind, weil sie sich perfekt mit ihre Hardware und Software integrieren. Aber genug Gehässigkeit. Ich will eigentlich darauf hinaus, in wieweit die verschiedenen Apple Services zusammenspielen werden. Denn neben Apple TV+ stellten sie auch Apple News+, Apple Arcade und eine eigene Kreditkarten vor. Aber ob sich daraus irgendein Paket schnüren lässt, liess Apple ebenfalls offen. Nun heißt es also warten bis Herbst.

Um nicht zu verpassen, wenn es etwas Neues gibt, abonniere den Streamletter.

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Was wir schon über Apples Streamingdienst wissen

Willkommen zur 2. Ausgabe des Streamletter. Ich freue mich über die vielen neuen Abonnenten, die vielen Glückwünsche zum Start und das Feedback. Keep Verbesserungsvorschläge coming, während ich noch ein bisschen mit der Form rumspiele.

Falls Dir jemanden einfällt, der das Thema Streaming spannend findet, empfiehl den streamletter gerne weiter!

Genug der Vorrede, ich hab nicht viel Zeit und es gibt viel zu viele Themen:

Streaming: Video 🎬  

Apples neuer Streamingdienst

Was wir schon darüber wissen:

Apple wird am Montag, den 25. März 2019 eines seiner berühmten Events abhalten. Alle erwarten, dass Apple dort seinen eigenen Video Streamingdienst vorstellen wird. Schließlich steht schon auf der Einladung „It’s show time“.

Das wir darüber schon einiges Wissen, liegt auch daran, dass Hollywood längst nich so verschwiegen ist wie der Techgigant.
Daher kennen wir auch schon einige der Produktionen und Originals, die geplant sind. Nur eine kleine Auswahl

  • Oprah Winfrey soll mehrere Shows entwickeln
  • Die Sesame Studios (Sesamstraße) mehrere Kinderprogramme
  • J.J. Abrams produziert „My Glory Was I had Such Friends“ mit Jennifer Garner
  • Eine Thriller Serie von M. Night Shyamalan
  • Eine Serie über eine TV Morning Show mit Jennifer Aniston, Reese Witherspoon und Steve Carrell
  • Damien Chazelle entwickelt etwas
  • Man spricht mit RTL/Freemantle 

Und das sind nur ein paar der bereits bekannten Projekte.

Insofern ist fast noch spannender

Was wir bislang noch nicht wissen:

  • Wie wird das Baby heißen? (Die Tipps gehen Richtung Apple Video. Sehr kreativ.)
  • Was wird es kosten? Und wird es ein Paket geben mit Apple Music und dem ebenfalls angedeuteten News Subscription Service und einem Gamingdienst?
  • Wird es andere Katalogstücke (alte Hollywoodfilme oder Serien) neben den Originals geben?
  • Launcht das Ganze auch direkt in Deutschland?
  • Wie viele Streamingservices braucht der Mensch?

Netflix will nicht mit Apple zusammenarbeiten, aber interaktiver werden

Was wiederum klar ist: Netflix wird nicht mit dabei sein. Also angedeutet ist, dass Apple über seine bestehende TV App auch Zugang zu anderen Anbietern verkaufen wird. Zum Beispiel HBO, CBS All Access etc.
Ganz ähnlich wie Amazon Prime das schon mit seinen Channels macht, die man dazu buchen kann.
Da will Netflix auf keinen Fall nicht mitmachen.

Was Netflix aber noch mehr machen will sind interaktive Serien und Shows. Nach dem Erfolg von Bandersnatch hat man gleich mehrere Projekte in der Pipeline, unter anderem eine ganze Serie. Bei „You vs. Wild“ muss der Zuschauer dem Host Bear Grylls bei seinem Survival Abenteuer helfen – und sein Überleben sichern.

Der Zusammenschluss aus Disney und Fox ist komplett

Einer der größten Deals der Mediengeschichte ist abgeschlossen: Disney hat Fox übernommen. Vox nennt das ganze „a new, terrifying era in media consolidation“. Und es ist tatsächlich unvorstellbar, welche Marken, Shows und Sendungen nun alles zu Mickey Maus gehören. Allein alles von den Studios 20th Century Fox und Fox Searchlight  gehört nun dazu, genauso wie eine Reihe von TV Sendern wie FX und National Geographic Channel. Und StarWars und Marvel ja sowieso schon. Nur FOX News und einige Sportsachen verbleiben noch. Aber für Sport hat Disney bereits ESPN.

Für unser Thema noch wichtig: Disney gehören damit auch über 30% an Hulu. Es wird noch erwartet, wie Disney genau das in seine eigenen Streaminganstrengungen integrieren möchte.

Die Links:

Streaming: Audio 🎧  

Bertelsmann geht Podcast Partnerschaft ein

Auch Bertelsmann macht jetzt in Podcasts – und geht dafür eine Partnerschaft mit Art19 an. Das Startup kümmert sich vor allem um die Vermarktung von Podcasts und deren Messung.
Erst vor Kurzem hatte Art19 einige wichtige Menschen vom Vermarkter Stitcher abgeworben. Das Ziel des Bertelsmann Deals soll wohl sein, dass Bertelsmann-Firmen weltweit eine Zusammenarbeit mit Art19 eingehen können, ohne im Vorfeld langwierige Vertragsverhandlungen führen zu müssen.

🎧 Empfehlung: Medienradio – Das Netzwerk der Neuen Rechten

Gerne hätte ich dazu mehr geschrieben, das lässt die Zeit aber gerade nicht zu. Aber Philipp Banse, Journalist hinter „Lage der Nation„, hat sein Medienradio wiederbelebt. Und ein tolles Interview mit Christian Fuchs zu seinem Buch „Das Netzwerk der Neuen Rechten“ geführt – unbedingt anhören

Links:

Streaming: Social 📱

Tja, für Social war es eine traurige Woche. Machte doch vor allem das Video des Attentäters von Christchurch die Runde und sorgte für Diskussionen. Eine Zahl von YouTubte dazu: Kurz nach dem Amoklauf versucht jede Sekunde ein User eine Video von dem Amoklauf oder Teile davon hochzuladen. 

Sascha Lobo hat sehr treffend aufgeschrieben, wie pervers sich hier Trollkultur, Terrorismus und Netzmechanismen vermengen.

Links:

Das soll es für diese Woche gewesen sein. Ich freue mich über Tips und Hinweise. Nächste Woche erwartet uns dann vermutlich ein Apple Spezial. Um das nicht zu verpassen:

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Flimmern & Sehen streamletter Youtube News & TV 2.0

Spotify vs. Apple / Disney öffnet seinen Vault / YouTube vs. Mediathek – streamletter #1

Seit 2011 mache ich nun schon die morgenlinks. In dem Newsletter habe ich eine zeitlang regelmäßig, anber meist unregelmäßig verschiedene Themen zusammengefasst. Eine Zeitlang hat uns hier Buzfeed und das Social Web sehr beschäftigt, dann Social Media allgemein – aber immer die Veränderung der Medienwelt.

Zeit für einen neuen Fokus – auf das gleich Thema. Aus den morgenlinks wird der streamletter. Denn gerade findet die nächste Umwälzung statt: Streaming Media. Netflix ist auf einem Siegeszug. Kulturelles Phönomen, Erschaffer neuer Erzählformen und vielleicht Zukunft des Medienkonsums.

Gleichzeitig machen sich gerade viele Konkurrenten bereit: Disney steht in den Startlöchern, Apple will einen eigenen TV-Dienst ankündigen, HBO sich erweitern und amazon misch mit Prime schon mit. Ähnlich beim Audio Spotify expandiert und kauft ein und der Podcastboom kommt in Deutschland gerade erst an. Und natürlich gibt es dazwischen noch all die sozialen Plattformen: YouTube, Instagram und Tiktok, die alle auch mit Stories und Häppchen Videos erzählen.

Streaming: Video, Audio, Social

Diesen Entwicklungen will ich begeleiten und hier im newsletter wöchentlich zusammenfassen. Aufgeteilt in genau diese 3 Themen: Video, Audio, Social. Und deshalb direkt los.

Streaming: Video 🎬

YouTube vs. TV vs. Mediatheken

Die wichtigtste News für Deutschland waren vermutlich die ersten AGF Zahlen die YouTube und TV und Mediatheken vergleichbar machen sollen.

Zitat von DWDL.de:

„Die durchschnittliche Sehdauer bei Personen über 18 Jahren lag demnach bei YouTube bei 33 Minuten pro Tag. Auf den klassischen TV-Konsum entfielen bei den Menschen ab 18 im Oktober 2018 sogar 232 Minuten pro Tag – verglichen damit nimmt sich die YouTube-Nutzung natürlich deutlich geringer aus. Verglichen mit den Mediatheken der Sender hingegen erscheint die Zahl riesig. Die Mediatheken kommen im gleichen Zeitraum nämlich nur auf 2 Minuten Sehdauer pro Tag.“
 

Was da fehlt ist eine Aufschlüsselung nach Demografischen Daten. Schließlich weiß man ja schon, dass ältere Menschen unverhältnismäßig mehr Fernschauen – und jüngere deutlich mehr Youtube.
Außerdem fehlt natürlich Netflix, die haben gar kein Interesse daran ihre Zahlen auswerten zu lassen, sie sind aufgrund ihres Geschäftsmodells ja auch nicht auf Werbung angewiesen.

Disney öffnet für Disney+ seinen Vault

Für den Launch seines Streamingdienstes Disney+ will Disney sich tatsächlich von seinem Tresor verabschieden, in den Filme immer wieder eingesperrt wurden um die Nachfrage nach ihnen hoch zuhalten. Bislang hatte Disney Filme kurz nach release (zb. auf DVD) immer wieder vom Markt genommen. Dadurch waren beliebte Klassiker wie „König der Löwen“, „Dschungelbuch“ oder „Aladdin“ nicht dauernd verfügbar. Im eigenen Streamingdienst will man sich davon aber verabschieden. Ein echtes Verkaufsargumennt. Wann der Dienst genau an den Start geht weiß man noch nicht. Nähere Details erwartet man am 11. April.

Streaming: Audio 🎧

Spotify beschuldigt Apple

Apropos „Streaming Wars“: Spotify pinkelt gerade öffentlich Apple ans Bein und hat mit einer extra Infografik erklärt, warum es ungern 30% an Apple abgeben möchte. Dagegen legt Spotify nun Beschwerde bei der europäischen Kommision ein. Aktuell hat Apple schon ein Kartellverfahren in den USA an der Backe. Und es kommt kurz bevor Apple seinen eigenen Streamingdienst erweitern will. Musik, in direkter Konkurrenz zu Spotify, hat man ja schon.

Spiegels Podcast-Tool Übersicht

Der SPIEGEL baut sein Podcastteam aus und hat Sandra Sperber und Yasemin Yüksel zu Ressortleiterinnen Audio gemacht. Für alle anderen haben sie eine Übersicht über die Podcasttools am Markt veröffentlicht.

Ein paar Podcast-Empfehlungen

Will ich hier auch immer Anfügen. Aber erstmal eine Übersicht, dessen was ich bislang so empfehle:

Streaming: Social 📱

Was macht TikTok eigentlich so erfolgreich? Das der Feed von Anfang an automatisch befüllt wird, ohne das ich jemandem folgen muss.

Das soll mal der erste Aufschlag sein. Feedback nehme ich gerne! Hinweise auf news und Links für die nächste Ausgabe auch. Und wenn du jemand kennst, für den diesen Zusammenfassung der News spannend sein könnte empfiehl ihm oder ihr doch gerne den streamletter.

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Netz & Viralität

Die aktuellen Social Media Trends

Welche aktuellen Social Media Trends bringt 2019? Was verändert sich im Gewicht der Plattformen von Facebook, YouTube, Twitter und Co? Jörgen Camrath sammelt jedes Jahr die Einschätzung von verschiedenen Social Media Experten, darüber was sie von dem Jahr erwarten. Dieses Jahr wurde ich auch gefragt und der Vollständigkeit halber möchte ich meine Ideen für aktuelle Social Media Trends auch hier aufschreiben.

2018 war ein sehr bewegtes Social Media-Jahr und die verschiedenen Plattformen haben Politik und auch unsere Gesellschaft bestimmt wie nie zuvor. Dieses Jahr werden wir die Folgen davon sehen und verstehen. Aber das hat vor allem auch Auswirkungen auf die einzelnen Plattformen.

Facebook muss büßen

2019 wird das Jahr in dem Facebook für die Skandale des letzten Jahres büßen muss. Und vermutlich hat das sogar weniger mit den tatsächlichen Skandalen zu tun, diese tragen nur zusätzlich zu dem unguten Gefühl bei, dass Menschen bei der Facebook-Nutzung beschleicht. Viel mehr hat Facebook versucht, seine Nutzer mit Feedumstellungen in eine Richtung zu treiben, die deren Verhalten gar nicht hergibt. Aktuellstes Beispiel dafür sind Videos über 3 Minuten, die Facebook gerade Publishern empfiehlt, obwohl die meisten Nutzungszahlen noch immer darunter liegen.

Facebook Feedumstellungen am Nutzer vorbei

Auch die Feedumstellung zu mehr Inhalten von Freunden statt von Publishern, die uns Anfang letztens Jahres umtrieb, hat wenig gebracht. Im Gegenteil. Denn die Hochzeitsbilder deines Nachbars haben gleichzeitig dazu geführt, dass du weniger professionelle Inhalte  auf Facebook findest. Damit hat Facebook viele Publisher verschreckt, die gezielt für die Plattform produzieren. Oder die Medienmarken haben gleich ganz dicht gemacht. Die Nutzer wiederum finden nicht mehr die auf Engagementgetrimmten Inhalte, die sie gewohnt waren.

Und so mehren sich, eine Weile nach dem Cambridge Analytica-Skandal, die Abmeldungen vom blauen Riesen. Ich selbst habe die App Ende letzten Jahres vom Telefon geschmissen und vermisse sie nicht.

aktuelle Social Media Trends: Instagram

Instagram wird von Unternehmen überrannt

Aber Facebook muss darüber nicht wirklich traurig sein, denn der Profiteur ist klar: Instagram. Da die Bilder-Plattform auch zum Facebook-Konzern gehört, darf man sich hier über Wachstum freuen. Dementsprechend wird sich Instagram dieses Jahr verändern. Denn fast jedes Unternehmen, dass sich im Laufe der Jahre eine Facebook-Seite zugelegt hat, wird sich früher oder später ein Instagram-Profil anlegen. Die Frage ist, wie verändert sich dadurch die Plattform? Die Befürchtung: Nachdem die Gründer Kevin Systrom und Mike Krieger das Unternehmen verlassen haben, wird die Plattform hemmungslos durchmonetarisiert und auf Umsatz anstatt auf User Experience optimiert und dadurch überladen. Aber irgendwie müssen ja die stagnierenden Facebook-Erlöse ausgeglichen werden.  

Aktueller Social Media Trend: TikTok mit beachtlichen Reichweiten

Ein ganz anderer Ausblick: Wir werden von TikTok noch deutlich mehr hören. Das frühere musical.ly schickt sich an, die jüngsten Social Media-Nutzer einzusammeln und entwickelt sich weg vom reinen Lipsync hin zu einer Entertainmentplattform für Kurzvideos. Damit hat TikTok einen starken Stand im mobilen Videomarkt, ähnlich dem früher so geliebten Vine. Dementsprechend werden dieses Jahr vermutlich viele aufwachen und die Reichweiten entdecken, die die Plattform auch jenseits von Lisa & Lena erzielt.

aktuelle Social Media Trends Tik Tok

Ist ja auch fair, wenn nicht alle Daten zur NSA in die USA fließen und ein paar über Bytedance auch nach China gehen.      

Das waren meine aktuellen Social Media Trends für 2019. Was andere Experten für 2019 erwarten lest ihr bei Jörgen.

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Netz & Schwerpunkte Youtube News & TV 2.0

Raider heißt jetzt Twix, Musical.ly heißt jetzt Tik Tok

Aus musical.ly wird Tik Tok. Wer heute seine musical.ly App updated könnte sich wundern, denn da steht ein anderer Name: Tik Tok. Und auch das Logo verschwindet klein in der Ecke. Dahinter steckt eine Zusammenführung der beiden Apps. Sowohl Musical.ly, als auch Tik Tok gehören dem chinesischen Unternehmen Bytedance.

Musical.ly + Tik Tok: 600 Millionen Nutzer?

Das neue Musical.ly / Tik Tok App Icon
Das neue Musical.ly / Tik Tok App Icon

Bytedance hatte Musical.ly im November 2017 für circa 1 Milliarde US Dollar gekauft und
führt sie nun mit der eigenen Konkurrenz-App Tik Tok zusammen. Dahinter stecken 2 Moves gleichzeitig: Einmal möchte man natürlich seine Nutzerzahlen kombinieren um insgesamt größer zu werden. Musical.ly hat eta 100 Millionen Nutzer, TikTok behauptet 500 Millionen monatlich aktive Nutzer zu haben.

Tik Tok als die mobile Videoplattform

Zweitens möchte man sich damit generell weiter von simplen Lipsyncing Videos weg entwicklen und den Anspruch als generelle Entertainment Plattform stärken. Da ist der neue Name natürlich passender. TikTok soll eben nicht nur für Musik stehen, sondern auch für Vlogs, Comedy und alle möglichen Formate eine Plattform bieten. . Schließlich bietet der mobile Videomarkt nach wie vor eine Lücke und ist heiß umkämpft zwischen inzwischen IGTV, Snapchat und nun eben TikTok.

Bytedance beendete schon den Livestream-Dienst Live.ly

Musical.ly nach dem Update: Tik Tok sieht gleich aus.
Musical.ly nach dem Update: Tik Tok sieht gleich aus.

Bytedance hatte außerdem vor kurzem den Musical.ly-Livestreamableger live.ly beendet, schließlich hat man selber auch noch die App Live.me im Angebot. Auch hier will man sich offensichtlich auf eine App fokussieren. Damit dürfte die Zusammenführung nun komplett sein. Musical.ly gibt es seit 2014, Tik Tok erst seit 2016.

Tatsächlich ändert sich sonst nicht viel. Die Profile, Nutzernamen und Videos bleiben erhalten. Auch sieht die App auf den ersten Blick nicht viel anders aus, lediglich das Logo und der Upload Button sind nun im Tik Tok Look. Achja, und der @musical.ly-Account wurde in @Tiktok umbenannt und hat mit 30,8 Millionen Followern sogar mehr als @LisaandLena (30,6 Millionen).

 

Follow me on @musical.ly Tik Tok

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Netz & Schwerpunkte

Vero – Stecken hinter dem Hype Korruptions-Milliarden?

Vero ist gerade in alle Munde – Die Social App klettert die Charts hoch und auf allen möglichen Plattformen, von Instagram bis Facebook und Twitter sieht man Social Cards die verkünden: Follow me on Vero! Allerdings steht hinter der App auch eine spannende Familiengeschichte. Und da gilt der Grundsatz: Follow the Money!

Vero Social Card
Die Vero Social Card, wie man sie gerade über all sieht.

Vero kommt zum richtigen Zeitpunkt

Obwohl die App schon eine Weile am Markt ist erfährt sie jetzt plötzlich einen viralen Aufschwung. Manche mutmaßen schon, ob eine verdeckte Influencer-Kampagne daran Schuld ist. Aktuell gibt es dafür aber keine Belege.

Aber die App kommt teils einfach zum richtigen Zeitpunkt: Facebook ist aktuell geplagt von Fake News-Skandalen und politischen Trollen und ruft gerade eine massive Änderung und Family first aus. Instagram wird vor allem von Product Placements und Fakefollowern befeuert, während viele Nutzer noch immer der chronologischen Timeline hinterher trauern.

Und genau da verspricht Vero: True Social Media. So zumindest der Slogan der App.

Warum der Vero Hype andauern könnte

Ich will mit Heilsversprechen vorsichtig sein. Die Vergleichen zu Ello, Peach, Path und Tsu (keine Sorge, wenn euch nur ein paar dieser Namen in Erinnerung sind) unken an allen Ecken. Zu oft schon brannte ein Strohfeuer einer neuen Plattformen lichterloh und war ebenso schnell erloschen. Der Hype ging so schnell er kam. Deshalb lohnt es sich kurz zu schauen, was Vero anders macht.

Was Vero anders macht als vorherige Hypes

  1. mobile first – Das ist in diesen Tagen eigentlich nichts besonderes mehr, aber doch merkt man der Plattform an, dass sie von Anfang an als App erdacht wurde und eben keinen Spagat zu einer Webseite vollführen muss. Facebook dagegen hat seit 2007 etliche Features eingeführt haben, die auf allen Plattformen nachgezogen werden wollen.
  2. exklusive Inhalte – Vero hat sich schon einige große Stars, Fotografen und Publikationen an Board geholt, die mit exklusiven Inhalten aufwarten. Sobald man sich anmeldet, wird einem zum Beipsiel Starregisseur Zack Snyder vorgeschlagen, der auch schon einen exklusiven Kurzfilm für die Vero App angekündigt hat.
  3. andere Formen des Austauschs – Die oben genannten und bereits vergessenen Plattformen, hatten es ansich, dass man sich, kaum hatte man sich angemeldet, auf ihnen vor allem über die Plattformen selbst unterhalten hat. Ein Thema, das schnell ermüdete und war ebensowenig langlebig wie in der Folge auch diese Apps. Vero dagegen macht es einem relativ einfach sich von Anfang an auch über andere Inhalte auszutauschen. Film-, Buch- und Musikempfehlungen stehen zum Beispiel sehr im Mittelpunkt der App und erlaubt so schnell den Sprung zu anderen Themen.

Vero App Empfehlungen posten
Vero lässt einen schnell Filme, Musik, Bücher und Orte empfehlen.

Nicht, dass Empfehlungen Foursquare und Amen gerettet hätten, aber ihr versteht meinen Punkt.

Zwar lässt sich die App gerade schwer benutzen, da unter der Last der Neuanmeldungen die Server ächzen und sich die meisten Funktionen kaum ordentlich ausprobieren lassen, aber vielleicht hat Vero ja einen langen Atem. Denn Vero bringt von Haus aus einige Cashreserven mit.

Milliardärsgründer mit dunkler Familienvergangenheit

Hinter der App steht nämlich Ayman Hariri als Gründer und Geschäftsführer. Hariri gibt als Motivation für die Gründung von Vero seine Frustration mit bisherigen Sozialen Netzwerken an. „Ich fand die Privatsphäreoptionen in bestehenden Sozialen Netzwerken sehr begrenzt und schwer zu verstehen. Wenn ich mich dann entschied, mich anzumelden und mit meinen Freunden zu verknüpfen, stellte ich fest, dass ihr Onlineverhalten doch sehr von dem in der echten Weld abwich.“, wird Ayman Hariri von CNBC.com zitiert.

Deshalb verspricht er, dass Vero nutzerzentriert bleiben soll – und werbefrei. Zwar will man auch Unternehmen und Influencer auf die Plattform lassen, aber das wirkliche Geld will man mit einer geringen Gebühr der Nutzer und Verkäufen über die Plattform einnehmen. Wobei die ersten 1 Millionen Nutzer für immer kostenlos dabei bleiben sollen. Mit diesem Versprechen hat er es bisher geschafft ein Team von 23 Leuten aufzubauen, aber erst 1 Frau einzustellen.

1,3 Milliarden und ein paar unbezahlte Arbeiter

Vero CEO und Gründer Ayman Hariri

Übrigens ist mit das erste Ergebnis, das Google ausspuckt, wenn man Ayman Hariris Namen googlet, sein von Forbes geschätzt Vermögen von 1,33 Milliarden US Dollar.

Googlet man etwas weiter stößt man auch darauf, woher dieses Geld kommt und was Hariri vorher gemacht hat.

Hariri war zuvor CEO der arabischen Baufirma Saudi Oger Limited. Allerdings hat Saudi Oger am 31. Juli 2017 den Betrieb eingestellt. Wegen Missmanagement und Korruption. Ein Großteil des Wikipedia-Artikels zu Saudi Oger besteht dementsprechend auch an Kritik an der saudischen Baufirma: Schon im November 2015 konnte die Firma die Löhne ihrer Angestellten nicht mehr bezahlen. 9000 philippinische Arbeiter warteten vergebens für 8 oder 9 Monate auf ihre Bezahlung. Als dann auch noch ihre Aufenthaltserlaubnis ausläuft können sie nicht mal wirklich ihre Häuser verlassen, geschweige denn das Land. Helfen könnt ihnen nur Saudi Oger, in dem es die Aufenthaltserlaubnisse verlängern lasst. Doch damit warten enorme Kosten auf die Firma, auf die Arbeiter hingegen warten Freiheitsstrafen.

Allerdings muss man annehmen, dass Ayman ein Großteil seines Vermögens nicht in seiner Zeit als CEO von Saudi Oger verdient hat. Den größten Teil dürfe er von seinem Vater geerbt haben, der 2005 bei einem Attentat ums Leben kam.

Der Vater: Vom Baulöwen zum Philanthrop zum Präsident

Der Vater Rafic al-Hariri wurde im 1944 Libanon geboren und wanderte 1965 nach Saudi Arabien aus um zu arbeiten. Dort erwarb er sich mit einem einem erfolgreichen Bauprojekt die Gunst des saudischen Königs und übernahm die Firma Oger. Er formte Saudi Oger, was ab da die Baufirma der königlichen saudischen Familie für fast alle wichtigen Bauprojekte war.

Hariri
Der Vater Rafic al-Hariri

Dadurch kam Rafic Hariri an einigen Reichtum, den er auch für Förderprojekte in seinem Heimatland Libanon einsetzte. Er gründete die Islamic Association for Culture and Education und spendete außerdem $12 Millionen Dollar für die Opfer des des Südlibanonkonfliktes in 1978. Er wurde immer stärker politisch aktiv.

Während des Bürgerkriegs setzte sich Hariri hinter den Kulissen für ein baldiges Kriegsende ein und spielte 1990 bei den Friedensverhandlungen eine entscheidende Rolle. 1992 ließ er sich dann als Ministerpräsident zur Wahl stellen und gewann. Insgesamt war er fast 10 Jahre (mit Unterbrechung) als Ministerpräsident im Amt.

1994 half er mit seiner Baufirma die Straßen Beiruts aufzuräumen und den Stadtkern zu sanieren, und zwar so gründlich, dass der Stadtkern Hariri-City genannt wird.

Das Attentat und die Korruption

Doch der Zeit von Rafic al-Hariri ist auch ein eigenes Kapitel mit der Überschrift „Korruption“ gewidmet. Vor allem während der Zeit der syrischen Besatzung des Libanon soll Rafic al-Hariri maßgeblich von der grassierenden Korruption profitiert haben. Darin waren vor allem auch die verschiedenen Baufirmen verwickelt.

Als die öffentlichen Proteste gegenüber dieser Politik von Hariri wuchsen, ließ die Regierung öffentliche Demonstrationen kurzerhand verbieten und das Militär trug dafür Sorge, dass auch wirklich keine stattfanden. Mit einem Vermögen von 1 Milliarde US Dollar soll Rafic Hariri das Amt des Ministerpräsidenten angetreten haben. Als er bei einem Attentat 2005 ermordet wurde war es auf 16 Milliarden Dollar angewachsen. 16 Milliarden Dollar, die er einer Frau und 7 Kindern hinterließ. Eines dieser Kinder ist Ayman Hariri, Gründer von Vero.

 

◊◊◊

 

Darf man Vero deswegen jetzt nicht mehr benutzen?

Und jetzt? Ist deshalb die App schlecht? Darf man Vero noch benutzen, oder nicht? Ich glaube, das muss jeder selbst mit sich ausmachen. Aber die Geschichte ist zu spannend, um sie nicht zu erzählen. Und ich glaube es lohnt sich, sich zu vergegenwärtigen woher das Geld hinter vielen Start-ups kommt. Sicher haben einige Venture Capital Fonds ähnlich oder noch mehr Dreck am Stecken. Ich meine, die NSA unterhält einen eigenen Seeding-Fond für vielversprechende Start-up Ideen. Und in den USA wird gerade öffentlich, wieviele Firmen die Waffenlobby unterstützen. Vielleicht ist es gar nicht schlecht, sich mal Start-ups aus anderen Ländern zuzuwenden.

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Flimmern & Sehen Schwerpunkte

4 Blocks – Deutschland kann Serie

Die 4 Blocks-Serie schickt uns nach Neukölln und in das Leben der arabischen Großfamilie Hamady. Zwischen Drogenhandel, Prostitution und Spielautomaten will sich Toni Hamady eigentlich seiner Familie widmen und endlich ein legales Geschäft aufbauen. Aber sein Bruder Abbas (Rapper Veysel Gelin) und der Schwager Latif (Rapper Massiv alias Wasiem Taha) wollen den Clan mit härteren Mitteln führen. Als Latif dann festgenommen wird, kommt Toni nicht drumherum wieder einzusteigen.

4 Millionen Euro für 4 Blocks

4 Millionen Euro will TNT Serie Deutschland in die ersten 6 Folgen der 4 Blocks Serie investiert haben – und das sieht man. Mit Drohnenshots und schnellen Schnitten werden  die noch weniger gentrifizierten Straßen Neuköllns, die Baklava-Shops und Plattenbau-Dächer inszeniert. Die sehen von oben natürlich nicht aus wie Miami, aber genau das macht die eigene Stimmung und Erzählung aus und gründet so einen deutschen Mafia Mythos.

Zwar sind die schauspielerischen Leistungen der angeheuerten Straßenrapper und die Dialoge nicht immer perfekt on Point, aber die Handlung ist zum Glück so spannend, dass man sofort wieder zurückfindet und auch das Figurenensemble ist insgesamt interessant angelegt. Die wenigen Einstellungen, die an Tatort erinnern sind zum Glück genug aufgelockert von genügend Hochglanz. Geht doch, Serien-Deutschland.

Premiere mitten in Neukölln – Folge 1 & 2 von 4 Blocks

Die Premiere der ersten zwei Folgen fand in der Griessmühle in Neukölln statt – dort trafen sich eine Menge Hipster, um sich anzuschauen, wie sich über sie und die schleichende trampelnde Gentrifizierung lustig gemacht wurde. Sehr meta.

4 Blocks Serie - Premiere Folge 1 & 2

Am 11.05. werden dort auch nochmal die ersten 2 Folgen 4 Blocks gezeigt und Anfang Juni dann auch die weiteren. Wo man sonst daran kommt? Eigentlich eben über TNT Serie, einen PayTV-Sender. Dort ist heute um 21 Uhr die Erstausstrahlung – und ab dann gibt es jede Woche eine weitere Folge. TNT ist Teil des Sky-Paketes*, mal sehen ob die Serie für einen neuen Abonnenten-Schwung sorgen kann, das Potential dazu hätte sie.

Aktuell kann man die Serie „4 Blocks“ kostenlos streamen auf funk.netAber immer erst ab 22 Uhr.

Kennt ihr schon unseren Podcast? Bei Gucken & Trinken verbinden wir Filme mit den dazugehörigen Cocktails. Hört zu und trink mit.

Bilder: TNT Serie Deutschland
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Snapchat erlaubt Links, Hintergründe und Stimmenverzerrung

Snapchat und Links, das ging lange nicht. Es war eigentlich unmöglich aus der App herauszulinken. Snapchat war eine  geschlossene Plattform, aus der man kaum rauskam. Doch dann kam Instagram und zwang Snapchat zu Innovation. Und mit dem neusten Update kann man nun an jeden Snap einen Link anhängen.

Bei Snapchat Links einfügen

Snapchat Links einfügenSnapchat Link einfügenSnapchat Link einfügen

Mit einem Tip auf die Büroklammer kann man zu Snaps einen Link aus der Zwischenablage hinzufügen. Mit einem einfach Wischen können Empfänger und Zuschauer dann diesen Link abrufen

Wichtige Neuerung für YouTuber und Medien auf Snapchat

Die Möglichkeit bei Snapchat Links einzusetzen dürfte vor allem für Medien, YouTuber, Blogger und andere aus der Gattung der Influencer interessant. Für Medien, YouTuber und Blogger, weil sie nun Zuschauer direkt zu ihrem neusten Werk schicken müssen und nicht mehr mit unklickbaren Texteinblendungen arbeiten müssen. „Influencer“ weil sie nun sicher auch nochmal eine neue Art der Werbedeals an Land ziehen können und direkt auf Shops oder Produktseiten verlinken können.

Neue Messbarkeit für Snapchat Stories?

Gleichzeitig könnten die Links auf Snapchat auch eine neue Messbarkeit bringen. Dislang ist man darauf angewiesen jeweils rechtzeitig Screenshots zu machen. Mit Links könnte man nun zumindest eine automatische Click-trough-Rate (Wieviele Leute klicken auf meine Links) auslesen. Gleichzeitig sind auch neue Interaktionsmöglichkeiten denkbar. Beispielsweise könnte man Menschen direkt auf eine Umfrage verlinken und sich so Feedbaack holen. Aber tatsächlich eröffnen Snapchat Links eine ganze Reihe an Möglichkeiten.

Hintergründe in Snaps einfügen

Tatsächlich sind Links aber nicht die einzige größere Neuerung mit dem neusten Snapchat Update. Man kann nun auch Hintergründe in Snaps einfügen. Dazu tippt man auf die Schere, die bislang nur dazu diente Stempel und eigene Sticker herzustellen. So kann man einen von mehereren Hintergründen auswählen und anschließend mit dem Finger Objekte umkreisen, die vor dem Hintergrund erscheinen sollen.

Snapchat Hintergründe einfügen
Snapchat Stimmverzerrer

Und schließlich kann man nun auch jederzeit seine eigene Stimme in Snaps verzerren. Bislang war der Stimmverzerrer an einzelne Snapchat Linsen und Filter gekoppelt, jetzt kann ich jederzeit bei einem aufgenommen Video die eigene Stimme verstellen. Um den Snapchat Stimmverzerrer auszuwählen tippe ich nach einem aufgenommen Snapchat Video mit Ton auf das Lautsprechersymbol 🔊 in der unteren linken Ecke. Dort kann ich dann zwischen verschienen süßen Teiren, einer Alien oder Roboterstimme auswählen – oder den Ton nach wie vor ausschalten.

Snapchat Stimmverzerrer

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Casey Neistat Vlog Tips

Seit 2 Jahren läuft der Casey Neistat Vlog und jetzt hat Casey selbst ein Video veröffentlicht, in dem er erklärt, wie er vloggt. Worauf genau es in einem guten Vlog ankommt und was seine Geheimnisse sind erklört er quasi in seiner Casey Neistat Vlogschule.
Casey Neistat Vlog School

Casey Neistat Vlog Tip #1

Auch ein Vlog braucht eine Geschichte

Viele halten Vlogs für eines der leichtesten YouTube-Formate: “Einfach” den ganzen Tag die Kamera draufhalten, alles mitfilmen und am Ende ein bisschen nett mit Musik zusammenschneiden. Fertig ist der Vlog. Aber ehrlich gesagt: Auch der spannendste Alltag ist langweilig, sonst hieße er nicht Alltag. Selbst bei Casey Neistat, der ständig um die Welt fliegt und Aufregendes erlebt, gibt es endlose Wiederholungen. Wieder Flughafen, wieder Flugzeug, wieder Joggen. Deshalb geht es auch hier darum, einzelne Geschichten im Alltag zu entdecken und zu erzählen. Denn ein Tag hat zwar einen Anfang und Ende, aber deshalb noch keinen Spannungsbogen.

Casey Neistat bedient sich in seinem Vlog deshalb stets des klassischen Drei-Akt-Musters: erster Akt Aufbau, zweiter Akt Konflikt, dritter Akt: Lösung (Setup, Conflict, Resolution). Das klappt nicht täglich, aber nach diesen Elementen sucht er in seinem Tag, um daraus eine wirkliche Geschichte spinnen zu können.

Ein perfektes Beispiel aus Casey Neistats Vlog selbst ist zum Beispiel dieses Video:

Casey Neistat Vlog Tip #2

Die beste Vlog Kamera, ist die, die man zur Hand hat

Die alte Fotografen Weisheit, die beste Kamera, ist immer die die man bei sich hat, gilt auch für Casey Neistat und Vlog Kameras. Während er im Studio mittlerweile meist mit der Sony A7 II filmt, inklusive teurem Objektiv, hat er morgens oft einfach nur sein Handy dabei und dreht damit.

Viel wichtiger ist, wie man mit dieser Kamera umzugehen weiß. Das man die Kamera ruhig hält und für Segmente abstellt. Und vor allem, dass man ein Auge für gute Einstellungen und Szenen entwickelt, weiß welcher Schuß einem noch fehlt.

Casey Neistat Vlog Kamera

Casey Neistat Vlog Tip #3

Niemand interessiert sich für deine scheiß Drohenvideos und Timelapseshots

Ein Markenzeichen von Casey sind die vielfältigen Drohnenvideos und Timelapseaufnahmen geworden, mit denen Neistat fast jeden Vlog eröffnet. Seither schickt fast jeder Vlogger eine Drohne in die Luft, damit sie mit spektakulären Aufnahmen zurück kommt. Nur: Diese Drohnenshots von Castrop Rauxel und Timelapseaufnahmen aus Kleinmichelwinnaden interessieren keine Sau und sind langweilig. Das betont auch Casey in seinem Video. Und er hingegen wohnt in Manhattan.

Stattdessen haben Drohnen- und Zeitrafferaufnahmen in seinen Videos eine ganz bestimmte Aufgabe: Häufig markieren sie den Übvergang zwischen zwei Szenen. Von draußen nach drinnen, oder einen Zeitsprung vom Morgen zum Nachmittag. Zusätzlich können gezielt eingesetzte Drohnenshots natürlich ganz anders die Umgebung einfangen oder einen Überblick geben und so aus anderer Perspektive besser vermitteln, an welchem besonderen Ort man gerade ist.

Casey Neistat Vlog Drohne

Casey Neistat Vlog Tip #4

Was kannst du anders machen?

Casey Neistats Vlog hat das ganze Genre verändert. Während vorher alle Vlogger mit einer wackligen Canon Leigra in der Hand durch die Gegend rannten, brachte Casey ein sehr cineastisches Denken in seinen Vlog. Gezielt Einstellungen, geplante Aufnahmen mit Details und Gegenschüßen. Diese wirken sehr viel filmischer, als das hastig aufgenommene Wackelvideo. Und damit hat Casey Neistat eben den Casey Neistat-Vlogstil erfunden. Sein wichtigster Tipp lautet, seinem Rezept nicht 1 zu 1 zu folgen, sondern sich zu überlegen, was man selbst anders machen kann.

Schließlich geht es darum, seinen eigenen Stil zu finden. Nur so wird man überhaupt wahrgenommen und nicht nur als der 100.000 Casey Neistat Vlog-Abklatsch. Also: Wie sehen deine anders Vlogs aus? Wie kannst du deine Geschichte erzählen?

Casey Neistat Vlog Tips*Ich habe in diesem Beitrag eine Menge von Casey Neistats Vlog Ausrüstung verlinkt, jeweils mit Amazon Partnerlink. Falls ihr darüber bestellt erhalte ich ein paar Cent, euch kostet es nicht mehr.