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Wenn Google trösten will, statt Antworten zu liefern

Sancho Panza war auf der Suche nach ein paar alten Memes und bekam stattdessen das Mitgefühl einer Suchmaschine.

What in the fucking hell? I think this was the moment I, the frog, noticed the pot had been boiling for a while. In what universe is it Google’s job to console me and be an empathetic listener rather than just find what I am looking for on the internet? In what way does this „organize the world’s information and make it universally accessible and useful“? Maybe if I had loaded up a Gemini app with a chat interface this would be somewhat acceptable, but I’m using a search engine! Google has seriously lost the plot.

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Bücher streamletter

Was, wenn Social Media gar nicht Schuld ist?

Ein Großteil der Diskussion um Social Media und mögliche Auswirkung auf Teenager und Kinder wurde durch den Bestseller „The Anxious Generation*“ von Jonathan Haidt bestimmt. Das Buch hat in den USA die Debatte geprägt – und ist wie so oft auch zu uns rübergeschwappt; wurde auch hier zum Bestseller.

Der Psychologe Peter Gray hat nun eine Antwort namens „Restoring Childhood*“ geschrieben, in der er Haidts Vorgehen nahezu als unethisch bezeichnet. Dieser habe etliche Metaanalysen ignoriert und selbst in den zitierten Studien zeige sich „nicht einmal eine bedeutsame Korrelation zwischen der Zeit, die Kinder in sozialen Medien oder am Smartphone verbringen, und ihrer psychischen Gesundheit“, sagt er The Verge im Interview.

Wenn nicht Social Media, was schadet Kindern dann?

Peter Gray sagt, dass sich der Anstieg von Anxiety und Suizidzahlen eher durch gestiegenem schulischen Druck in den USA erklären ließe. Insbesondere führt er an, dass seit den 1980er-Jahren die Selbstständigkeit von Kindern immer weiter eingeschränkt wurde und das fehlen von freiem, unstrukturiertem Spiel deren Resilienz schadet. Während früher Kinder unbeaufsichtigt miteinander spielten, ist das heute seltener geworden. Darin sind sich Haidt und Gray sogar einig.
Das liege an der gestiegenen Wahrnehmung für eine „Gefahr durch Fremde“, die durch seltene, aber medial stark beachtete Verbrechen befeuert wurde.
Eine ähnliche Panikmache wirft Gray nun auch Haidt vor.1

Meine Gedanken: Von „Connect the world“ zu „Enrage and Engage“

An ein paar Stellen widersprechen sich die beiden nicht – und es ist klar, dass bei Erziehung und Aufwachsen etliche Faktoren einwirken – die sich oft erst Jahre später zeigen. Und diese sind vor allem in Deutschland nochmal andere als in den USA. In der Diskussion verschwimmen Smartphone-Nutzung und Social-Media-Nutzung. Ersteres ist erstmal ein Werkzeug für viele Dinge, von Navigation bis Kommunikation, Letzteres hat sich im letzten Jahrzehnt von „connecting the world“ zu einem professionalisierten „Engagement und Eragagement“-Umfeld entwickelt. Und das schlägt dauerhaft Erwachsenen und Kindern aufs Gemüt.

Foto von Ruslan Zaplatin 🖤 auf Unsplash
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  1. Der deutsche Vergleich wäre wohl Manfred Spitzer, die Älteren erinnern sich. ↩︎
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YouTube verramscht seine Views

YouTube-Views waren lange mehr wert als die der Konkurrenz. Während Facebook, TikTok und Instagram bereits ab den ersten Sekunden einen View auswiesen und dadurch mit gigantischen Zahlen prahlten, zählte YouTube Views erst nach ca. 30 Sekunden bzw. wenn YouTube sich sicher war. Engaged Views nennt man das — bei YouTube im Backend auch weiterhin.

Ausweisen will man die Views nun aber öffentlich schon ab Sekunde 1, also etwas, das eher einer Impression gleichkommt.

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Netz & Youtube News & TV 2.0

Shitstorm gegen Hank Green und wie unterschiedlich Millennials und Gen-Z auf KI blicken

Hank Green ist für eine, wenn nicht mehrere Generationen, sowas wie die Sendung mit der Maus auf YouTube und zwischenzeitlich auch auf TikTok. Mit Vlogbrothers, der Gründung der VidCon und diversen Erklärkanälen rund um Complexly ist er eine Säule der Creator-Kultur und mit „Ein wirklich erstaunliches Ding„* außerdem Bestsellerautor. Es gibt kaum jemanden, der Hank Green nicht mag — mich eingeschlossen.

Aber eben jener Hank Green hat gerade einen massiven Shitstorm wegen vier Wörtern: „I appreciate the pushback.“ Diesen Satz schrieben die Nutzer einem Chatbot zu und vermuteten massiven KI-Einsatz. Was Hank Green auch einräumte, wenn auch nicht an dieser Stelle und für diesen Zweck im Skript. Seitdem gibt es massiven Pushback — vor allem von jüngeren Nutzern gegen einen ihrer Lieblings-Creator.

Warum Gen-Z und Millennials unterschiedlich auf KI blicken

Mitten in dieser Auseinandersetzung fand ich folgenden Austausch im Podcast von „Colin and Samir“ interessant, die sich als Millennials mit ihren jüngeren Gen-Z-Kollegen austauschen. Dabei wird deutlich, mit welch unterschiedlichem Hintergrund Gen-Z und Millennials auf den Einsatz von KI und LLMs blicken:

Eine Gen-Z-Perspektive auf KI:

„He’s this guy who is often in the position of authority that people look to for their opinions. A lot of people, if we’re being honest, look to Hank to assign them opinion on many topics. And now they’re being told that the opinion that was being assigned to them on so many topics came from AI. And then there’s how Gen Z views AI. Think, Gen Z right now, if you’re 22, you just went to college, you spent all this money, and now you’re probably unemployed. You probably are unemployed or you can’t move out of your parents‘ house and you’re angry, and then you go online and they’re like, AI has this big market, a stock market, all time high, AI is bringing in jobs, or is AI going to take your job?“

Eine Millennial-Perspektive auf KI:

„So Colin and I, being 37, when we came out of college, what was happening was our peers were creating apps in Silicon Valley and adopting technology in a way that was changing their lives, and they were rock stars to us. This may be hard for you to believe. Mark Zuckerberg was a rock star to us. And their apps were changing our lives. We were meeting people at school. We were dating. We were people, the guys who made Tinder, the guys who made Instagram, the guys, there was a movement, Evan Spiegel, who made Snapchat, of young people utilizing technology to change the world. And that was extraordinarily exciting when we were 21. I still have that. The thing of our generation is being an early adopter of technology can unlock and change your world and change the world. So, my relationship with technology is when a new technology comes my way, I want to be an early adopter of it. And I want to learn as much of it as possible, because I witnessed that growing up.“

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Was bringen die Hydration Breaks? 500 Millionen $ für Fox

Falls ihr euch fragt, was diese Hydration Breaks in den Spielen der Fifa WM 2026 bringen – eine Menge Cash für die Sender.

The Hollywood Reporter hat nachgerechnet, was FOX pro Spiel verdienen könnte:

Mit sechs Minuten Trinkpausen pro Spiel ergibt sich ein Gesamtwert irgendwo zwischen 2,5 und 9 Millionen Dollar pro Partie. Multipliziert man das mit den 104 gespielten Spielen und berücksichtigt zudem, dass die meisten Käufer Pakete erwerben –und keine einzelnen Werbeplätze –, ergibt sich eine realistische Gesamtsumme von über 500 Millionen Dollar.

Fox hat für die gesamten Übertragungsrechte am Turnier weniger bezahlt als das. (Die Kosten für die englischsprachigen Rechte an der WM 2026 werden auf 400 bis 500 Millionen Dollar geschätzt.)

Stay hydrated.

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WSocial: Twitter – but make it Euro

Wenn es schlecht läuft, könnte WSocial zum „Truth Social“ von Ursula von der Leyen werden.

Mit WSocial ist ein neues soziales Netzwerk mit europäischen Wurzel gestartet. Wer hier rein will, muss vorher einen Ausweis zeigen. Ganz vorne auf der Webseite Ursula von der Leyen.

Donald Trump hat mit Truth Social sein eigenes soziales Netzwerk, auf dem er unteranderem jede Annäherungen und neue Drohungen Richtung Iran absetzt — und das wird dann überall zitiert.

Ganz fair ist der Vergleich aber nicht: Truth Social gehört zum großen Teil tatsächlich Trump selbst, er ist Anteilseigner. Bei WSocial ist das anders. Mit der EU hat die Plattform nichts zu tun, auch wenn aus der AfD-Ecke zeitweise Falschinformationen dazu kursierten.

Trotzdem stellen sich die EU und von der Leyen prominent hin und bewerben die Plattform. Das erklärt sich ein Stück weit durch das politische Interesse. Man kann sagen: Viele haben gern Twitter — und später X — genutzt. Twitter war zwar auch in seiner Blüte ein Nischenmedium. Aber dort waren viele Politiker und auch viele Journalist:innen aktiv. Aussagen wurden dann gern von anderen Medien aufgegriffen („Bundeskanzler Scholz sagt auf Twitter“) und auf Webseiten eingebettet. Ich vermute, dass manche Politiker denken: Können wir dafür nicht auf etwas Europäisches verweisen — und zumindest nicht immer auf die Plattform von Elon Musk?

Ich war zum Start des europäischen Netzwerks WSocial bei NDRKultur (#Dayjob) im Studio und Anna Blume-Hirtz hat auch einen schönen Überblick über die parallelen Initiativen aus Europa veröffentlicht.

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Sind YouTuber die neuen Steven Spielbergs?

Hollywood ist in Aufruhr, Vergleiche mit dem New Hollywood rund um Francis Ford Coppola, Steven Spielberg und George Lucas ender der 70er Jahre werden gezogen: YouTuber bringen junge Menschen an die Kinokassen. Tatsächlich haben seit Jahresbeginn mehrere von YouTubern produzierte Filme junge Menschen an die Kinokassen getrieben. Zuletzt Obsession und Backrooms, die Star Wars mit Mandalorian und Grog alt aussehen lies.

Der große Unterschied zu früheren „Lass Youtuber in Filme packen„-Versuchen ist, dass YouTuber hier selbst große kreative Kontrolle hatten – und das hier weniger Phänotyp Influencer, als Kurzfilmproduzenten am Werk waren.

Anfang des Jahren hatte der YouTuber Markiplier „Iron Lung“ in die Kinos gebracht, bei dem er selbst Regie, Schauspiel und Drehbuch ausgefüllt hat – und auch die ersten Kinos angemietet.

Evan Shapiros Vergleich der Kinoerlöse von Star Wars The Mandalorian gegen YouTuber Filme
Grafik von Evan Shapiro „Media War+Peace“

Aufhorchen lässt traditionelle Produzenten bei Backrooms und Obsession, dass diese Creator es schaffen effektiver junge Zielgruppe ins Kino zu bringen, als eigentlich große IP (StarWars). Und damit löst sich ein, was sich schon lange ankündigt: Eine neue Generation Filmschaffende, die statt dem traditionellen Weg über Festivals, direkt über Plattformen an ihr Publikum kommt.
Brace yourself for incoming YouTuber movies.

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Marc Maron (WTF) über Podcasts auf Netflix: „It’s fucking over.“

Marc Maron, kürzlich pensionierter Podcast-Pionier, der mit WTF! über 1600 Folgen und das erste Obama Podcast Interview in seiner Kerbe hat, war bei On von Kara Swisher zu Gast und hatte einen Kommentar zu Podcasts auf Netflix:

„When I saw podcasts on the menu of Netflix,
I’m like, it’s fucking over.

You know, no one gives a shit about anything.
The bar has been lowered to such a degree that people will sit at home and watch people on Zoom with half their fucking face covered up by a Shure SM7B.

It’s like, what is wrong with fucking people?
Like, do they not have any friends?
Are they not curious about anything?
Do they not use their brain anymore?
They can’t think.

They got to have 3 idiots who are talking about the last time they shit themselves as adults, you know, entertain them?
I mean, it’s like it’s like a fucking world of drive time radio.

Kara Swisher: Why do you think it’s popular?

Because people are lazy and they’ll adapt to anything and they’re fucking lonely and they want to have parasocial relationships with people, they feel that they’re alike, which means usually fucking amateurs.“

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YouTube verstärkt Fokus auf Creator-Shows und stellt diese Werbekunden direkt vor

Einst hat YouTube selbst Original-Inhalte finanziert, dazu auch klassische Produktionsfirmen hofiert – diese Praxis hat der Streaming-Gigant vor Jahren beendet und setzt seitdem auf eine andere Strategie: Shows bewerben, die YouTuber ohnehin schon produzieren. Das macht YouTube zur Ausnahmeerscheinung bei den gerade wieder abgehaltenen TV-Upfronts. Die Plattform pitcht der Werbeindustrie Inhalte, die sie weder direkt kontrolliert noch finanziert.

Bei seinem YouTube Brandcast verstärkt die Google-Tochter diesen Kurs noch einmal. Im Zentrum der Präsentation steht ein Lineup neuer und zurückkehrender Creator-Shows, die exklusiv auf YouTube laufen. Darunter Formate von „The Daily Show“-Veteran Trevor Noah, Alex Cooper (bekannt aus „Call Her Daddy“) sowie den Kareem Rahma (Keep the Meter Running) und Dude Perfect (Squad Games“)

YouTube versucht, damit TV-Mechaniken (Show-bezogene Buchungen) in die Creator-Ökonomie zu übertragen, um Budgets aus dem klassischen Upfront-Markt anzuziehen.
Das Angebot zielt darauf, Reichweite und Planbarkeit für Marken zu erhöhen, ohne selbst als Studio zu agieren.
Creator-Shows werden stärker als vermarktbare Formate und nicht nur als Channel-Content positioniert.

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BuzzFeed ist verkauft – and it will „pivot to video“

Der Medienunternehmer Byron Allen übernimmt BuzzFeed für 120 Millionen. Wobei wohl erstmal nur 20 Millionen fließen und die hundert Millionen unter gewissen Bedingungen in 5 Jahren.
BuzzFeed war mal für 1 Milliarde Dollar gehandelt – und der Gründer
wollte die nächste New York Times bauen. Wir hatten hier mal eine eigene Rubrik mit News zu BuzzFeed und deren Modell. (Und wow, sind die Takes darin schlecht gealtert.)
Doch BuzzFeed hat es versäumt eigene Trafficquellen aufzubauen. Man hing eigentlich nur am Tropf von Facebook und Co. Die Brandrecognition ist vielleicht noch bei ein paar Millenials gegeben. Die eigenen Videocreator haben sich längst von der Marke gelöst und eigene Creator Karrieren aufgebaut.

Was also will Byron Allen mit der Marke BuzzFeed?

Byron Allen macht zuletzt Schlagzeilen, weil er den Platz von Stephan Colbert gepachtet hat und in Zukunft mit seiner Reihe „Comics Unleashed“ bespielen will. Die Marken (Huffington Post, BuzzFeed.) will er nutzen, um ein werbefinanziertes Streaminggeschäft aufzubauen (AVOD), also ein Pivot to Video.

So will er Youtube Konkurrenz machen, erzähl er dem Hollywood Reporter im Interview:

One night I had dinner with Reed Hastings, the founder of Netflix, and I said „Hey, what keeps you up at night?“ He said „YouTube.“ I said, „YouTube?“ He said, „Yeah, Byron, if YouTube starts delivering premium content, how do I get people to pay me XYZ per month?“ I said, „Got it.“ So, YouTube is the biggest streamer by far. The world’s two favorite words right now: „Free“ and „streaming.“

What I can do is I can take BuzzFeed and HuffPost and put it into the free streaming business with this asset that I’ve invested heavily in. And it’s not to replace anything at BuzzFeed or HuffPost, it’s additive, it’s to build on the 20-year foundation that they’ve created.

Als nächsten Schritt strebt er die Kontrolle über Starz als Abo-Streaming-Partner (SVOD) an und positioniert sich damit für eine „Free + Subscription“-Doppelstrategie im umkämpften Streamingmarkt. Good Night and Good Luck.