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Morgenlinks mit Breaking News, Heimlichen Piraten und Künstlerbeleidigung

How “Breaking News” Broke the News
(David Weigel, slate.com)
„Breaking news used to be “news of transcendent importance.” Now it’s a joke.“ Daran Schuld sind vor allem die 24-hour News-Programs im TV, die nach 9/11 nicht von der Dauer-Alarm-Haltung heruntergekommen sind. Längst und vielleicht noch extremer hat sich das auch auf das Web übertragen. Wenn ich mir so anschaue, was mir die tagesschau (!) so alles als Eilmeldung aufs Handy pusht…

Heimliche Piraten
(Sonja Schünemann, Lars Seefeldt, zdf.de)
Es gibt sie wohl, die Piraten in der SPD, CSU und der FDP, wobei man sie auch einfach Netzpolitiker nennen könnte. Jedenfalls eine interessante mit Doku mit spannenden Einblicken, wie einzelne in ihren Parteien für eine bessere Netzpolitik kämpfen.

Ach, Benjamin
(Franziska Bulban, zeit.de)
Während mspr0 der Urheberrechtsdebatte einen Bärendienst erweist und die komplette Abschaffung fordert, kommen die Piraten immer noch nicht durch ihre eigentlich klaren Forderungen zu artikulieren. Was das eigentliche Problem ist, zeigt Franziska Bulban noch einmal sehr schön auf: „Denn eigentlich habe ich ja nichts gegen Regeln. Aber verwerflich kann ich meine Bildbearbeitung auch nicht finden. Ich hätte ja keinen Schaden verursacht, keinen Gewinn gemacht und wollte auch bestimmt niemanden kränken. Anscheinend stimmt etwas mit meinem Rechtsverständnis nicht.“ Mein Lieblingssatz: „Immerhin, sagt Anwalt Terhaag, weil die Urheberin schon tot ist, könnte ich zumindest nicht wegen Beleidigung der Künstlerin belangt werden.“

Der Reiz zu verachten – Instrumenteller Moralismus als Medien-Stil
(Sandor Ragaly, sandoragaly.wordpress.com)
BILD ist ein Porblem für die Gesellschaft. Denn es spielt sich als Moralapostal auf, ohne eine wirkliche zu haben. „BILD jedenfalls lügt – denn er gibt nur vor, moralisch intendiert zu sein und so wirken zu wollen, während er doch nur Mittel zum Zweck (von Einfluss und Verkaufszahlen) ist. Und: Er wirkt vermutlich nicht nur politisch. Die aggressive Substanz sickert in die Gesellschaft ganz allgemein hinein.“

Shitstorm der Etablierten
(Jasper von Altenbockum, faz.net)
„Endlich haben die kraftlosen Platzhirsche ein Mittel gegen die Piraten gefunden: die „rechte“ Schmuddelecke. Solche Rituale haben die Piratenpartei erst groß gemacht.“ Wie sich die etablierten Parteien über die Rechtsspinner-Probleme der Piraten freuen.

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Morgenlinks mit Umfragewerten, Verwertern und dem Wert eines Prozesses

Der Umfragehammer
(Michael Spreng, sprengsatz.de)
„Piraten 13 Prozent! Piraten vor den Grünen! FDP wieder bei fünf Prozent! Mit dem ganz großen Vorschlaghammer hämmerte Manfred Güllner von Forsa diese Woche wieder seine Umfrageergebnisse in die Zeitungsseiten.“ Umfrageergebnisse müssen Schlagzeilen liefern, dass in vielen Umfragen große Fehlertoleranzen und Schwankungen enthalten sind, interessiert da kaum: „Eine umfragekritische Berichterstattung findet in deutschen Zeitungen und TV-Sendern nicht oder höchst selten statt.“

Außerdem sei von Spreng auch noch der Text „Die letzte Schlacht der Konservativen“ empfohlen. Aus dem Munde der Tastatur des ehemaligen Wahlkamppfberaters von Edmund Stoiber (CSU) fällr dort der Satz: „Ein Konservativer ist heutzutage ein zutiefst verunsicherter Mensch. Er wehrt sich gegen den Zeitgeist, ahnt aber, dass er von ihm überrollt wird.“

Det fiel ma uff: Was ich zur Urheberrechtsdebatte zu sagen habe
(Oliver Nagel, britcoms.de)
Das schöne an der auf und abgehenden Urheberrechtsdebatte ist ja, das man langsam fast voran zu kommen scheint. Vielleicht kommen wir sogar dahin, dass es ums ums Verwerterrecht geht, denn ums Urheberrecht. Bei den Verwertern liegen nämlich viel größere Probleme. „Das Problem der Urheber ist nicht der Piraten-Punk, der sich Texte umsonst aus dem Internet zieht. Das Problem sind Verwerter, die für Texte nichts mehr bezahlen möchten.“

Prozesse
(Pëll Dalipi, antiperson.de)
Pëll macht bei antiperson.de deutlich, warum rechtmäßige Prozesse auch für die schlimmsten Verbrecher notwendig sind. „Es war gut, dass Slobodan MiloševiÄ vor das Kriegsverbrechertribunal kam. Erst auf diese Weise wird der Öffentlichkeit der Umfang der Verbrechen im Kosovo-Krieg bewusst, hier werden Beweise gesammelt und vorgeführt. So war es auch richtig, dass der Mossad Adolf Eichmann festnahm, obwohl er ihn problemlos hätte umbringen können. Der Prozess in Jerusalem offenbarte der ganzen Welt ein weiteres Mal die grausamen Taten des dritten Reichs.“

BILD.Macht.Politik
( ardmediathek.de)
Zum Schluss noch ein Fernseh Meditheken-Tipp: Eine Dokumentation zum 60-Jährigen Jubiläum der Bild-Zeitung und ihrem Einfluss. Mit dabei auch Lukas Heinser vom Bildblog.