Ich bin auf dieses Flash Game schon via Ehrensenf aufmerksam geworden, allerdings konnte ich es da nicht ausprobieren, weil ich grad miten in einer Vorlesung saß und Ton „leider“ essentiel ist.
Nun hat es glücklicherweise Frédéric von Spreeblick noch mal aufgegriffen und mir so ins Gedächnis gerufen.
Play Auditorium Screenshot
Worum es geht? Man versucht einen Lichtstrahl so zu lenken, das Ton erzeugt wird.
Hört sich banal an, ist aber wirklich großartige, weil ganz mal was ganz anders und mit viel Liebe gemacht!
Was bin ich froh, dass ich mich, trotz des ambitionierten Medienressorts dieses Blogs, der Berichterstattung über die duellierenden Jahresrückblicke von ZDF und RTL entzogen habe. Das Gähnen war selbst durch die Artikelder Kollegen noch ansteckend, was allerdings nicht an dem Schreibstil derKollegen selbst lag.
Ich hab einfach ZDF RTL sein lassen ((oder so ähnlich)) und bin zu ProSieben. Da gab es nämlich gestern dann den switch reloaded Jahrerückblick.
Auf der Parodieagenda standen die Medienpeinlichkeiten des Jahres und natürlich die Jahresrückblicke selbst. ((Wobei, die gehören ja zu den Peinlichkeiten dazu…))
So eröffneten Kerner und Jauch auch diesen Jahresrückblick, aber gespielt von Peter Nottmeier und Michael Kessler.
Und das Duell (oder die ungünstige Parallelplatzierung der Formate) würde sehr schön thematisiert. Vor allem die entstehende Gästeknappheit. So entschuldigte Jauch z.B. Charlotte Roche, die leider aus Krankheitsgründen nicht hätte kommen können, in Wahrheit saß sie natürlich bei Kerner.
Außerdem gab es einen zusätzliche Jahresrückblicke von Stefan Raab (Max Giermann) und Michael BublathHoecker) (Bernhard analysierte die Jahrerückblicke an sich. Von ihm kommen auch die besten Zitate zum Thema:
Sie blicken zurück, sie schwafeln daher, sie langweilen uns jedes Jahr aufs Neue.
Sie sehen überall die gleiche Spße, sie können also ohne Probleme zwischen zwei Jahresrückblicken hin und her switchen.
Neu waren m.E. die Auftritte von Schmidt & Pocher. Und wenn zuvor viele der Meinung waren Harald Schmidt wäre nicht parodierbar, so hat sie Max Giermann an vielen Stellen Lügen gestraft. Natürlich kam die „Fotzensekretaffäre“ mehrfach zur Sprache und die damit verbundene Klatsche von Schmidt gegen Pocher. So vor allem gekonnt die Struktur der Sendung aufs Korn genommen, als nur die Personen an sich (Die Pocher Parodie fand ich persönlich nicht 100% treffend).
Nicht fehlen durfte natürlich der große Medieneklat um Marcel Reich-Ranicki und Elke Heidenreich.
das führte auch zu einer für Kleinbloggersdorf zu eine, sehr interessanten Side-Kick.
So beschwerte sich gegen Ende Marcel Reich-Ranicki, dass noch nicht ein gescheites Buch vorgekommen sei und wird prompt von Elke Heidenreich mit dem Fernsehlexikon ((Affiliate Link)) von Stefan Niggemeier ausgeknockt. Die Szene gibt es im Fernsehlexikon-Blog auch nochmal in ihrer ganzen Schönheit.
So wurde schön gezeigt, wie wenig wie die großen Shows, dem Anspruch eines Rückblicks gerecht wurden.
Aber wie wurde Herrn Bublath so schön in den Mund gelegt:
Hier zeigt sich, dass beide Jahresrückblicke im Prinzip identisch sind, austauschbar, ja man könnte sogar sagen: egal. Forscher Rätseln seit Jahrzehnten, warum sich der Menschen immerwieder diesem Scheiß aussetzt.
Wer den switch reloaded Jahresrückblick, trotz meiner Empfehlung noch nicht gesehen hat, kann das diese Woche noch auf ProSieben.de nachholen. Und sich dann noch auf die anderen lustigen Jahresrückblicke freuen. Einmal am „Fröhliche Weihnachten mit Anke Engelke & Pastian Pastewka freuen (Freitag, 20.15 Uhr, Sat.1) und den Satirischen Jahresrückblick des Toll! Teams von Frontal21 (16.12, 23.15, ZDF).
„Danke, dass Sie dabei waren, auf Wiedersehen bis zum nächsten Jahr!“
21.15 Uhr, Pro7
2 Wochen vor Weihnachten ist Staffelfinal Zeit, erst Bauer sucht Frau, gestern Dr. House und heute folgt „Pushing Daisies“. Eine meiner Meinung nach in Deutschland immernoch zu Unrecht unterschätzte Serie. Falls jemand noch nicht weiß, worum es geht: Ted kann tote Menschen durch Berührung wieder zum Leben erwecken. Hört sich zu erst cool an, aber: Nach einer Minute stirbt dafür jemand anderes aus dem näheren Umfeld. Und er darf den Wiedererweckten dannach nie wieder berühren, sonst segnet dieser unwiederbringlich das Zeitliche. Und zum wirklichen Problem wird das Ganze, wenn man die Liebe seines Lebens schonmal aus dem jenseits zurückgeholt hat und sie folglich nie mehr Berühren darf, wenn sie nicht für immer ins Gras beissen soll.
Das alles hört sich sehr skuril an, ist es auch und genau darin liegt der Charme der Serie. Heute also wie gesagt die letzte Chance in die aktuelle Staffel reinzuschauen.
Nachdem die Westeuropäischen Staaten durch massiven Druck, schon letztes Jahr die Regeln im Semifinale des European Song Conetst änderten, sollen nun nächstes Jahr noch einmal die Regeln geändert werden. Diesmal geht es aber fast zum alten Auswahlsystem zurück.
Die Jurys sollen nämlich wieder eingeführt werden. Selbstverständlich werden sie nicht alleine entscheiden, sondern auch die Zuschauer via Telefonvoting. Ich weiß nicht ob ihr das Votingsystem von Let’s Dance kennt, aber so in der Art kann man sich das System des neuen Auswahlverfahrens vorstellen. 50% Zuschauer und 50% Jury.
Man möchte damit die Show interessanter machen, ob das gelingt bleibt abzuwarten. Die oft unterstellte Ostdominanz gab es ja nie wirklich, denn der Musikgeschmack ist in jedem Land unterschiedlich.
Eine Frage beleibt aber trotzdem offen: Wie wird der neue deutsche Vorentscheid des European Song Contest sein? Bisher hat sich der NDR nämlich nicht wirklich darüber geäußert, wie das neue Konzept aussehen wird. Es wurden zwar die Konzepte der anderen Ländern analysiert, ob diese auch für uns in Frage kämen, aber bisher wurde hier keine Entscheidung getroffen.
Viele Teilnehmerländer des European Song Contests suchen hingegen schon fleißig. Vor allem Groß Britannien fährt harte Geschütze auf: Niemand geringeres als Andrew Lloyd Webber wird den Song für den Teilnehmer schreiben, der in einer speziellen Castingshow gesucht werden soll.
Man muss gespannt sein, wer für uns in den Vorentscheid für den European Song Contest geht.
Habt ihr vielleicht jemanden, den ihn gerne dort sehen würdet? Dann schreibt ihn in die Comments!
Wenn diese Frage gestellt wird, mündet sie normalerweise in einen mehr oder weniger gelungenen Witz. Doch auch bei Paul Carrack ist sie mittlerweile Programm. Die ganze Welt singt seine Songs, aber auf der Straße erkennst du ihn nicht! Vielleicht denkst kurz mal nach, den kenne ich doch von irgendwo her, aber dass es sich um Paul Carrack handelt, darauf kommst du wahrscheinlich nicht. Es hat selbstverständlich auch seine Vorteile weiterhin regelmäßig ungestört seine Musik unters Volk zu bringen.
Glaubt mir, fast jeder von uns hat Paul Carrack schon im Radio gehört, vor allem mit dem Titel „Over my shoulder“. Allerdings hier mit der Band Mike & The Mechanics, die von Genesismitglied Mike Rutherford gegründet wurde.
Paul Carracks Musik ist nämlich leicht erklärt, wohlfühlen und entspannen heißt das Zauberwort. Musikalische Überraschungen sollte man aber nicht erwarten, denn er macht auf seinem neuem Album „I Know That Name“ genau das was er sonst macht, gute Musik.
Wer eine Kostprobe seines Könnens haben möchte, kann sich hier einen kostenlosen Song zur Gemüte führen.
Es ist erst eine Woche her, dass F.A.Z.net sein Blogangebot gestartet hat, aber schon jetzt zeigt sich das Potential.
So hat Peer Schader eine interessante Serie über Reality-Formate im deutschen Fernsehen geschrieben.
Angefangen mit einem Artikel in der F.A.S. ((„Der Horror des Alltags“)), in dem er anführt, wie sich das Schauen von diesen DokuSoaps auf die eigene Realitätswahrnehmung auswirkt. Und feststellt, wenn man regelmäßig diese Reality Formate guckt, in denen 39-jährige Mütter die größten US5-Fans sind oder Menschen für sich für einen Silikonbusen prostituieren, muss man sich ja irgendwann fragen: Wie viele Verrückte gibt es eigentlich in Deutschland?
Und abgesehen vom großen inhaltlichen Wert dieser Ausführungen über die TV-Landschaft, tut sich hier auch eine Möglichkeit auf wie Blogs den „alten Journalismus“ ergänzen können. Das schreibt Peer Schader auch in seinem eigenen Blog medienpiraten.tv:
Das ist großartig, weil ich beim Kürzen jetzt nicht mehr vor dem Text sitzen muss und denken: Mist, diesen Gedanken oder dieses Zitat hätte ich auch gerne noch drin gehabt. Ich kann es ja online unterbringen.
Ich weiß nicht, wer von euch die beiden Folgen von der 100.000 Euro Show auf RTL gesehen hat, aber es war für viele Fans der 100.000 Mark Show ein no go. Erstmal passte Inka Bause nicht in die Sendung, weil sie mit ihrer Art die ganzen Kandidaten verrückt machte und zweitens kannte sie nur die Ausdrücke „Super“ und „ Ihr habt das toll gemacht“. Sie ist zwar nicht Ulla Kock am Brink, aber die hat wenigstens mitgefiebert. Ulla war sozusagen ein Teil der Sendung und nicht wie Inka Bause eine außen stehende Person, die nur 2 Wörter kannte.
Früher wurde die Sendung in Hilversum in den Niederlanden produziert. Heute findet alles im sehr kleinen und nicht wirklich dekorativen MMC-Coloneum Studio 53 in Köln statt. Von der heutigen Dekoration will ich gar nichts erst reden. Das Ding, was man Tresor nennt, ist sicherlich keiner, denn diesen kann jeder in eigener Arbeit fast selbst bauen. Ganz schlimm waren aber die Gerüste, worauf die Zuschauer teilweise standen. Wären sie dort heruntergefallen, hätte es wenigstens ein bisschen Spannung gegeben.
Die Spiele konnten diese Spannung nämlich nicht wirklich vermitteln. Man gibt sich eigentlich keine Mühe mehr! Warum möchte ich wissen!? Solch eine Sendung war das Aushängeschild eines Senders in den 90zigern. Die Sendung am Samstagabend, die man nicht verpassen wollte. Wo ist das alles!?
Wenn man das Laserendspiel wieder gegen die Zylinder auswechseln würde, hätte die Show wenigstens mehr Charakter. Schade vor allem auch um den heißen Draht, der früher viel aufwendiger und besser gemacht war.
Sollte die Sendung fortgesetzt werden, dann bitte in ähnlich alter Manier und mit einer anderen Moderatorin oder Moderator. So hat die Show nämlich nichts mit dem zu tun, was ich und viele andere unter der früher innovativen Sendung verstanden.
Also RTL macht was daraus, denn so wie Show jetzt ist, geht es sicherlich nicht weiter. Die Quoten sprechen nämlich Bände.
21.15 Uhr, Pro 7
Eigentlich haben Jauch und Kerner ihren Jahresrückblick ja am Sonntag zeitgleich schon hinter sich gebracht. Heute müssen sie aber nochmal ran, allerdings verkörpert von Michael Kessler und Peter Nottmeier. Das switch reloaded -Team begeht den Jahrerückblick. Zwar wir man einige Gesichter aus den Vorbildern wiedersehen, wie z.B. Oliver Kahn (Max Giermann), aber die werden sich hier sicher unterhaltsamer äußern.
Im Zuge der Veröffentlichung des vor kurzem erschienenen „Deutschlands Vergessene Kinder“-Samplers brachten die Mitarbeiter der Arche zwei Bücher heraus, das gleichnamige „Deutschlands Vergessene Kinder“ als auch „Deutschlands Sexuelle Tragödie“. Letzteres lag Freitag letzter Woche in meinem Briefkasten.
Das Buch gliedert sich in viele 3-bis-5-seitige Geschichten über die Einzelschicksale von vielen der Kinder, die die Mitarbeiter der Arche im Laufe ihrer Arbeit dort kennen gelernt haben, dazu gesellen sich zusammenfassende Erkenntnisse und Anmerkungen der Autoren zu jeweils einem Bündel von Geschichten. Schon im Vorwort wird deutlich, was das Hauptanliegen der Autoren bei der Veröffentlichung war:
Die Problematik nicht länger totzuschweigen.
„Das einstige Tabu, mit dem das Thema Sexualität behaftet war, ist längst dem Tabu gewichen, über die Folgen der sexuellen Freizügigkeit zu sprechen. Dass es Sexsucht, Pornografiesucht und extreme sexuelle Verwahrlosung gibt, wird nur selten thematisiert.“
– Thomas Schirrmacher im Vorwort
Als Schwerpunkt für die Lösung kristallisieren sich recht schnell die Knackpunkte heraus. Die Eltern (,wenn man denn davon sprechen kann, da in den meisten Fällen nur eine Mutter im Umfeld des Kindes anwesend ist,) und deren Umgang mit Sexualität, quasi die durch das Vorbild der Eltern erlebte Wertevermittlung. So ist es in den beschriebenen Familien keine Seltenheit, dass Kinder gemeinsam mit den Eltern Pornos schauen oder ihnen direkt beim Sex zuschauen, oder andersrum: die Eltern gerne mal ins Zimmer kommen, wenn der Sohn gerade aktiv ist. In ganz prekären Fällen schläft auch die Mutter mit den Freunden der Tochter und zwingt die Tochter zu einem Dreier mit dem Stiefvater.
„Ist doch was ganz natürliches, ist doch nur Sex“ ist dann meistens die Begründung. Dass die frühe Konfrontation mit diesem Thema oft die Kinder für das ganze Leben schädigt, ist keinem Elternteil bewusst. Der vorgelebte Lebensstil vermittelt keinerlei Zusammenhang zwischen Liebe und Sex, Kinder sehen ständig ihre Mutter den Partner wechseln und leben es nach, investieren gar keine Kraft in den Versuch, eine Beziehung lange aufrecht zu erhalten.
Viele Kinder erfahren zu Hause eine emotionale Distanz, da die Mutter genug mit ihren eigenen Probleme zu tun hat, und sehen Sex als eine Art Hochleistungssport, wo man sich mit geringem Einsatz schnell Anerkennung holen kann. Nicht selten wissen schon 15-Jährige nicht mehr, mit wie vielen Leuten sie schon im Bett waren, aber prahlen dafür gerne damit, was sie im Bett so „drauf haben“. Und wenn eine 14-Jährige auf einer Klassenfahrt 4 Jungs nacheinander in einem Zimmer oral befriedigt, ein Junge dann mehr will und sie daraufhin vergewaltigt, während die anderen 3 ihn anfeuern – und der Lehrer dann noch sowas wie „Wie kannst du denn sagen, dass du das nicht wolltest, wo du vorher gleich mit vier Jungs im Bett warst“ erwidert – dann weiß man irgendwie schon gar nicht, was jetzt das krasseste an dieser Geschichte ist.
Nun könnte man natürlich meinen, dass diese Entwicklung nur eine kleine Gruppe der Gesellschaft betrifft, die zudem dem so genannten Prekariat zuzuordnen ist. Doch es finden sich auch Kinder im Buch, deren Eltern Lehrer oder Polizisten, also im weitesten Sinne Beamte sind. Eine Journalistin trug an einen der Autoren die Frage heran, ob denn diese Schicht nicht für immer unter sich bleiben würde und diese Dynastien nicht geschlossene Kreise wären – also im Prinzip ja für die Gesellschaft keine Gefahr bestünde – woraufhin dieser ganz entsetzt reagierte.
Natürlich ist es ein Fakt, dass der Großteil dieser sexuellen Verwahrlosung Menschen aus oder in sozialen Brennpunkten betrifft und die gesellschaftliche Oberschicht seltener davon betroffen ist. Ein ebenso wichtiger Fakt ist allerdings, dass gerade diese Oberschicht viel seltener und weniger Kinder bekommt als die von der Journalistin angesprochene Unterschicht. Denn Verhütung spielt bei guten 95% der Kinder in der Arche gar keine Rolle, weder wegen Schwangerschaft, noch wegen Geschlechtskrankheiten. Überträgt man die Aussagen der Kinder mal auf das ganze Land, müssten 80% der Deutschen eine Latexallergie haben und könnten deshalb ja leider keine Kondome benutzen.
Doch das Buch ist kein einzig großer Klagebericht. Neben den bereits angesprochenen Kommentarseiten der Autoren, die die Probleme nochmal auflisten und aufzeigen, wie man diese umgeht, finden sich in diesem Buch auch zwei-drei Kinder, denen der Weg aus dieser verwahrlosten Lage gelungen ist. Wichtig dafür war in erster Linie, dass die Kinder es selber wollen; dass ihnen bewusst wird, dass in ihrem Leben was schief läuft und dass die Realität, die sie erleben, keineswegs Normalität bedeutet. Dafür stehen vor allem Bildung und Aufklärung im Fokus, ferner das Erlernen des richtigen und reflektierten Umgangs mit Medien und das hautnahe Erleben von Vorbildern anhand der Eltern.