Nach neusten Informationen der Polizei scheint das Motiv des Amokläufers in Winnenden klar: Vor der schrecklichen Tragödie verzehrte der 17-Jährige Azubi eine Schüssel Müsli. Das Aroma und der aggressive Tiger auf der Kellogs “Frosties” Packung sollen ihn zum Mörder gemacht haben. Netzfeuilleton.de hat sich den Vorwürfen angenommen und ist zu bahnbrechenden Ergebnissen gekommen.
Es waren kurze letzte Minuten in denen der 17-Jährige Tim K. über den Ausgang seines Tages entschied. Es hätte alles wie immer sein können, wenn er an diesem Vormittag nicht noch den Drang nach einer Schüssel Müsli gehabt hätte. “Ich gehe davon aus, dass diese Schüssel Müsli seine Aggressionen hervorgerufen hat”, erzählt uns Christian Pfeiffer nach der packenden Sonderausgabe von “hart aber fair” im exklusiven Interview vor der öffentlichen Toilette der Rundfunkanstalt. Der allwissende SPD-Politiker hat zwei Tage lang intensive zehn Minuten über diese Theorie nachgedacht und kam zum Schluss: Der Tiger der Kellogs “Frosties” Packung habe ihn symbolisierend zum Mörder gemacht. Ein schnelles Verbot von Cornflakes soll jetzt folgen.

Tony: Ist er Schuld an der Tragödie?
Doch die Müslilobby will von all dem nichts wissen. In einschlägigen Foren wird bereits heftig debattiert. Wie so oft scheinen die Betroffenen aber nicht zu verstehen, dass sie Mitschuld an dieser Tragödie tragen. “Wie viele Menschen essen Müsli und wie viele davon laufen Amok?”, fragt der User “kackeamdampfen12″ in einer Forendiskussion. Aber stimmt das auch wirklich so? Wir haben den Ernährungsexperten und Mordfallkomissar Ottfried Fischer befragt. “Bei Inspektionen in unseren Fällen sehe ich oft als erstes in die Küche”, erzählte uns der wachsame Detektiv. “Und häufig finden wir dort auch eine Packung Müsli.” Soll das Zufall sein? Wollen wir diese drastische Wahrheit weiterhin einfach so Teil unserer Gesellschaft sein lassen und damit schreckliche Bluttaten wie die in Winnenden riskieren? Sieht so die Verantwortung aus?
Update: Wie unsere Redaktion so eben erfahren hat, soll Tim K. an diesem Vormittag auch noch einen Kakao zu sich genommen haben. Laut der Autopsie sind Restspuren in seinem Magen gefunden worden, bevor man die Leiche den Produktionsstätten von Pedigree überließ. Nach der neusten Rekonstruktion soll Tim K. nach dem Aufstehen zuerst ins Bad gegangen sein. Man vermutet, dass es dort zum Ausscheid von flüssigen, so wie festen Exkrementen gekommen sein soll. Einige Experten vermuten zu dem, dass er seine Hände gewaschen und in einem zwölfsekündigen Prozess mit einem Stoffhandtuch getrocknet habe. Dannach soll er die Küche aufgesucht haben, wie Polizeispürhunde feststellen konnten. Dort habe er den Holzstuhl zur Stütze seines Gesäßes verwendet – man geht davon aus, dass er darin jahrelang eine perverse Unterdrückung einer anderen Instanz ausübte, die ihn teilweise auch zum Entscheider über Leben und Tod werden ließen. Doch das eigentliche Motiv folgte, als der Auszubildende 238, 28 Gramm Müsli der Marke “Frosties” von Kellogs mit 189,91 Milliliter Milch verzehrte.
Unsere Anfragen beim Cornflakeshersteller blieben unbeantwortet. Wie oft muss unsere Gesellschaft noch zu sehen, wie Unternehmen unsere Kinder zu kaltblütigen Mördern machen, bevor eingeschritten wird? Es sollte Aufgabe der Politik sein, solche Produkte aus unserem täglichen Leben zu verbannen.
— Satire —
Wir wollen mit diesem Text auf keinen Fall die Opfer des Amoklaufes oder ihre Angehörigen verhöhnen, noch die Grausamkeit der Tat herunterspielen. Viel mehr soll die aufgeregt und unreflektierte Berichterstattung der Medien und ihr zielloses herumirren auf der Suche nach Ursachen persifliert werden.
Ich sehe mich genötigt dem Text diese Erklärung anzufügen, da viele Satire per se nicht verstehen wollen und Trolle hinter jedem Baum lauern.
Einige Kommentare wurden auf Andrang der Verfasser entfernt. Auch Kommentare der Netzfeuilleton-Autoren sind davon betroffen.








