22,7 Millionen deutsche streamen Video, Obama macht Podcasts, TikTok macht Inhalt

#streamletter 10

Stream Video 🎬

Der deutsche Streamingmarkt wächst auf 22,7 Millionen Menschen

22,7 Millionen Personen in Deutschland benutzen im ersten Quartal 2019 kostenpflichtige Streamingdienste wie Netflix, Amazon Prime Video oder maxdome. Im Vergleich zum vorherigen Quartal ist das ein Zuwachs von 9%, beziehungsweise 1,8 Millionen Menschen. Das zeigen Ergebnisse des GfK SVOD-Trackers.

Rund 60% der SVOD-Nutzer entfallen auf die Zielgruppe der 14- bis 39-Jährigen. Allerdings stieg innerhalb der letzten neun Monate der Anteil der Nutzer ab 50 Jahren auf 19 %. Damit stieg auch das Durchschnittsalter von 35 auf 37 Jahre.

Die erfolgreichste Serie war „The Big Bang Theory“. Insgesamt 13% der Seriennutzer haben sich diese Serie angeschaut. Danach folgen „Vikings“ und die Netflix-Produktion „Sex Education“ mit jeweils zehn Prozent.

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In bester Verfassung

Joseph „DeChangemann“ Bolz hat für Das kleine Fernsehspiel des ZDF eine Serie umgesetzt. Bei „In bester Verfassung“ geht es um eine provinzielle Verfassungsschutz-Dienststelle, die definitiv zu wenig zu tun hat. Und deshalb ihre eigenen Probleme erfindet.

Eine der Besonderheiten: Die Serie wird sowohl als Webserie auf YouTube und in der ZDF Mediathek, als auch am Stück im TV gezeigt.

Ich habe Joseph mal 3 Fragen zu seiner Serie gestellt:

Die Serie erscheint auf vielen verschiedenen Kanälen: YouTube, ZDF Mediathek, TV – wo bist du am meisten unterwegs?

Joseph Bolz: Ich persönlich schaue tatsächlich am meisten auf YouTube oder Netflix. In der ZDF Mediathek habe ich Serien wie „Bad Banks“ oder „Die Brücke“ geschaut. Da gucke ich auch regelmäßig rein. Aber auf YouTube bin ich definitiv am meisten.

Wie hast du die Dramaturgie für eine Serie gebaut, die sowohl online als auch am Stück funktionieren soll?

Joseph Bolz: Ich habe die Serie gemeinsam mit Fabian Siegismund und Martin Brindöpke geschrieben. Wir haben eine Outline für alle 10 Folgen verfasst und dann die einzelnen Folgen geschrieben. Später habe ich dann mit Fabian einige Folgen nochmal ein wenig umgestellt, damit sie auch auf 65 Minuten in Gänze dramaturgisch funktionieren. So haben wir einen sequenzartigen Film mit großer Dramaturgie und innerhalb der acht Sequenzen kleine dramaturgische Bögen geschaffen.

Wie schafft man Aufmerksamkeit für eine Online-Serie?

Joseph Bolz: Da gibt es natürlich verschiedenste Wege, je nach Budget. Bei unserer Produktion mit verhältnismäßig kleinem Budget, die sehr viel wollte, haben wir für die Reichweite den Schnitt angepasst und die erste Folge sehr viel schneller angelegt als ursprünglich geplant, damit man schnell gecatcht wird. Zudem haben wir ein paar kleine Cameos von talentierten Webstars.

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Disclosure: In meinem Dayjob arbeite ich beim ZDF.

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Obama macht jetzt auch Podcasts

Higher Ground, die Produktionsfirma von Barack und Michelle Obama, hat einen Deal mit Spotify abgeschlossen. Sie wollen nun exklusive Podcasts für die Plattform produzieren. Ursprünglich war Higher Ground für eine Partnerschaft mit Netflix gegründet worden. Nun hat man aber auch einen Audio-Arm. Und wer schon immer mal eine Lobeshymne von Barack Obama auf Podcasts lesen wollte, hier kommt sie: “We’ve always believed in the value of entertaining, thought-provoking conversation. It helps us build connections with each other and open ourselves up to new ideas. We’re excited about Higher Ground Audio because podcasts offer an extraordinary opportunity to foster productive dialogue, make people smile and make people think, and, hopefully, bring us all a little closer together.”

Und Michelle verrät noch etwas, wenn auch wenig Konkretes, zum Inhalt:

“We’re thrilled to have the opportunity to amplify voices that are too often ignored or silenced altogether, and through Spotify, we can share those stories with the world.”

Damit scheint Spotify vor allem in den USA bzw. auf englisch auch ernst zu machen mit „Original-Inhalten“. In Deutschland ist man mit Podcasts von Böhmermann, Charlotte Roche, Friedmann Karig und Palina Rojinski vielleicht nicht ganz so prominent, aber breit aufgestellt.

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YouTube verbannt Hass und Lügen

„Wir verbieten Videos, die unterstellen, dass eine Gruppe einer anderen überlegen ist, um damit Diskriminierung, Segregation oder Ausschlüsse zu rechtfertigen, basierend auf Merkmalen wie Alter, Geschlecht, Rasse, Kaste, Religion, sexuelle Orientierung oder ehemalige Militärangehörigkeit“, schreibt YouTube in seinem Blog. Klingt wie ein eideutiger Schritt. Aber wie schwierig die Abwägung solcher Grenzüberschreitungen ist, haben wir hier bereits in den letzten Wochen an einigen Stellen erläutert. Aber selbst am Tag der Verkündung stand YouTube in der Kritik, weil sie nicht entschieden gegen homophobe Angriffe auf ihrer Plattform reagierte und stattdessen herumeierte, um bloß nicht zu viel zu machen. Schönster Titel dazu von Gizmodo: „YouTube Clarifies Harassment Policy by Flailing Around Like a Big, Dumb Noodle

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TikTok holt sich @Schmarsten von Buzzfeed Deutschland

Zum Schluss noch eine Personalie: TikTok hat sich für sein Berliner Büro Karsten Schmehl von Buzzfeed News Deutschland geholt, als Content Strategist. Das ist einerseits schade, für wunderbaren Journalismus aus den Tiefen des deutsche Internets, auf der anderen Seite lässt es einen gespannt sein, was Bytedance in Deutschland alles an Inhalten vor hat.

Von mir, Karsten, jedenfalls alles Gute!

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