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Das Herz von Jenin: Hoffnung im Kleinen

Posted on 07 Mai 2009 by Jannis Kucharz

Was spielen Kinder? Das was ihnen die Großen vormachen. In Isreal sieht das dann so aus, dass die Kinder statt Räuber und Gendarm Krieg spielen. So auch der 12-jährige Ahmed in Jenin. Mit einer Plastik-Kalaschnikov rennt er durch die Straßen. Dabei gerät er in eine Razzia der israelischen Armee, die die Waffe für echt hält. Schießt. Und den Jungen tödlich am Kopf trifft.
Im Krankenhaus kann nur noch der Hirntod des kleinen Jungen festgestellt werden und der Vater Ismael Khatib steht vor der Entscheidung die Organe seines Sohnes zur Spende frei zugeben.

hojenin

Der Film “Das Herz von Jenin” erzählt diese reale Geschichte. Ismael Khatib entscheidet sich für das Leben und rettet so 6 anderen Kindern das Leben. Er entscheidet sich für die Organspende, auch vor dem Hintergrund, dass jüdisch-orthodoxe Kinder ebenfalls unter den Organempfängern sind.

2 Jahre später macht sich Ismael Khatob dann, begleitet von der Kamera, auf eine Reise durch Israel und besucht die Familien der Empfänger.

Der Film weiß zwar nicht immer wessen Geschichte er erzählen will, zeichnet aber so durch eine außergewöhnliche Geschichte ein Bild vom Alltag in dieser krisengeschüttelten Region. Zeigt die tiefe Spaltung die alles durchdringt. Vor allem in der Szene, wenn Ismael Khatib bei eine jüdisch-orthodoxen Familie zu Gast ist.
Doch gleichzeitig macht er klar, welche unglaubliche Hoffnung hier liegt. Hoffnung im Kleinen. Hoffnung auf das, was möglich wäre.

hofplakat

“Das Herz von Jenin” läuft ab heute in den Kinos.


UPDATE: Spreeblick spricht ebenfalls über den Film.

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Der Genozid, den niemand sieht

Posted on 17 Januar 2009 by Darwin

Die Lage in Gaza ist immer noch nicht geklärt, nun gab es nach 22 Kriegstagen eine Meldung, die besagt, dass Israel den Waffenstillstand einlegen würde, aber die Truppen nicht aus dem Gebiet zurückziehen wolle. Diese Bedingung nahmen die Hamas eher wie eine Kehrtdrohung an und werden den Kampf weiter führen. Es scheint fast so als wolle die israelische Regierung einen Grund schaffen um die Bombenangriffe zu legitimieren.

So einen Grund braucht die Regierung nun aber auch in jedem Fall, nachdem sie zum zweiten Mal eine Schule bombadierte und dabei Zivilisten tötete. Die Erklärungen waren trotz der Recherchen suspekt, vor allem aber verweigerte man eine Untersuchung der Tatsachen. Die bisherigen Ausschreitungen führten zu über 1150 Toten, darunter über 500 Zivilisten, unter diesen über 300 Kinder. Wie sich dieser Krieg weiter auswirken wird, lässt sich erahnen, wenn die Strategie der Israelis verfolgt wird. Die Medien werden dort streng zensiert, Journalisten ist es strikt verboten den Gazastreifen zu betreten. So sind alle Informationsquellen, die zumindest den westlichen Nachrichten zur Seite stehen inoffizielle Propagandaaussagen von Vertretern der Regierung oder anderen dubiosen Figuren, wie etwa den Kriegstouristen.

Die wahrlichen Bilder der Zerstörung, das heißt die toten Zivilisten in der Mehrheit bleiben der Öffentlichkeit zumindest teilweise verwahrt. Dennoch muss man auch aus den Kreisen der Hamas sagen, dass sie mit Fotos toter Kinder mehr propagieren als sich kritisch mit der ganzen Situation auseinander zu setzen. Aber beide Parteien ergreifen hier eine Gegendarstellung irgendwelcher Tatsachen, die den wahrlichen Gegebenheiten sicher nicht entsprechen. Dennoch ist die Anzahl der Toten und Verletzten auf Seiten der Palästinenser größer als auf Seiten der jüdischen Bevölkerung, was aber nicht wirklich durchzudringen scheint.

Schier unendlich scheint der Hass auf die islamischen Bewohner zu fallen und führt zu einer absurden Auffassung in Israel, die den Zuständen in der NS-Zeit gleichen. Die Regierung versucht hier mit verschiedensten Mitteln die Medien von einem falschen Bild zu überzeugen um die Schaukämpfe im Krieg, die wir in den Nachrichten nur als Rauchwolken innerhalb der Städte wahrnehmen können, von den wirklich tragischen Informationen zu trennen. Eine ähnliche Sichtweise teilt auch der jüdisch-brittische Parlamentsabgeordnete Gerald Kaufmann, der sich vor zwei Tagen zu den Vorfällen in Israel äußerte.

Wie sich Israel zu den Vorfällen bekennt, kann die Grundauffassung eine Pseudorechtfertigung sein um die zahlreichen ermordeten Menschen als Nebeneffekt einer Säuberung der Terroristen zu missbrauchen. Denn als solche bezeichnet die Außenministerin Tzipi Livni die Hamas, weshalb sie eine Verhandlung mit ihnen für unmöglich halte. Diese Einstellung widerspricht allen Belangen Frieden zu schaffen. Es scheint fast so als wolle man die Argumente eines Bill O’Reilly verwenden, für den ganz plötzlich alle zu Terroristen werden, wenn es darum geht die amerikanischen Kriege zu verteidigen. Sicherlich kann man sagen, dass die Hamas einer terroristischen Vereinigung entsprungen sind und selbst mit provokativen Mitteln führen, die aus militärischer Seite zur Gegenwehr ruft, allerdings wird diese heuchlerische Opferdarstellung auf Israelischen Seiten dazu gewählt “gut” und “schlecht” neu einzuteilen. Dabei bleiben die Gründe, der Hamas-Bewegung aus. Beispielsweise die Verdrängung, die Kontrolle, die Zensur, der Rassismus oder alleine dieser Krieg. Es verbessert nicht deren Motive für Mord, aber irgendwo die Verteidigung.

Dass Israel sich gezwungen sehen wird zu verhandeln, ist unklar, aber soll zumindest klarer werden. Morgen findet in Ägypten ein Gaza-Gipfel statt, an dem auch Angela Merkel teilnehmen wird. Wie viel dieses Treffen bringen wird, steht in den Sternen. Auch zu Arafats Zeiten gab es viel Hoffnung, doch man wollte sich nicht einigen und so ging diese Hetze auf gegenseitige Wut weiter, statt sie beizulegen. Aber wieso sollte Israel auch stoppen, wenn westliche Staaten auf deren Seite stehen und die Medien nicht kritisch genug sein können. Dieser offene Genozid, der größere Ausmaße annimmt, weitet  sich aus ohne das irgendjemand davon Notiz zu nehmen scheint.

Gar ist es so, dass Kritik an der israelischen Regierung neuerdings als Antisemitismus gehandelt wird. Diese Sonderstellung der jüdischen Bevölkerung führt auch zur Ablenkung. Nicht ein jeder Kritiker der Juden, ist ein Bobby Fischer. Wer das nicht einsieht, ist blind vom kollektivem Schwachsinn, der in den meisten Zeitungen verbreitet wird. Die Mitleidstour eines Staates, der auf eigenen Beinen stehen will, aber es nicht hinkriegt mit einem Problem verbal umzugehen, zeigt doch deutlich, dass das Produkt “Krieg” eine der ersten Anläufe und Ziele zu sein schien.

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Der Nächste bitte…

Posted on 14 Januar 2009 by Pell

2009 ist jetzt fast 15 Tage her und die Aufbruchstimmung aus den Novembertagen ist wieder abgeflacht, ehe sie am 21. Januar wohl erneut beginnen wird. Was den Nachfolger Obama jetzt dazu bringen wird, kräftig nachzudenken um herauszufinden, wer als erstes entäuscht werden muss. Denn was George W. Bush angerichtet hat, wird sich nicht innerhalb von wenigen Monaten wieder gerade biegen lassen. Die Zeichen werfen riesige Schatten.

Eine von Obamas großen Versprechungen war eine Steuererhöhung für die reichere Schicht. Ein seltsames Unterfangen, wo doch die Wirtschaftskriese gerade das Gegenteil bewirken wird. Und mit den wachsenden Arbeitslosenzahlen steigt gleichzeitig ein neuer Druck durch die Lobbyisten. Obama kann es sich jetzt keinen Fall erlauben, die großen Konzerne zu verschrecken, denn sonst könnten noch mehr Jobs bedroht sein. Während also das Finanzpaket schön zugeschnürt wird und den Leuten hilft, die es eigentlich verursacht haben, werden Millionen US-Bürger das Jahr mit einer Mieserie starten. Bereits im Novemer gab es mit ca. 650.000 neuen Arbeitslosen die schlechteste Quote seit vierzehn Jahren und mittlerweile hat sich die Lage nicht verbessert.

Doch der nächste Präsident der Vereinigten Staaten will Hoffnung Schöpfen, denn sein Change-Programm wütet irgendwie einfallslos vor ihm hin. Bisher hatte “Change” mehr ein Desaster als eine Besserung gebracht. Seine kühlen Reden lassen sich plötzlich wie große Fehlentscheidungen interpretieren, doch auf der anderen Seite schafft er sich damit eine Volkszusammengehörigkeit. Die einzige Waffe, die den Amerikanern je her erhalten blieb, war der Patriotismus. Obama schafft es wie kein zweiter Bürger zu mobilisieren und für verschiedenste Dinge zu begeistern. Mit dieser Methodik schaffte er es überhaupt erst eine riesige Menge Menschen für seinen Wahlkampf zu gewinnen und letztendlich das Rennen um den Einzug ins weiße Haus für sich zu entscheiden.

1 Million neue Jobs verspricht er jetzt und so recht glauben, kann man ihm nicht. Wie das ganze angestellt werden soll, steht bisher noch irgendwie in den Sternen, doch zumindest lässt er die Bürger nicht einfach hängen. Zumindest vorerst nicht, denn die kommenden vier Jahre werden mit Unmengen sehr harter Arbeit gespickt werden. Die Pläne zur Beendung des Irakkrieges, genauso wie Aufrüstung in Afghanistan sind Teile seiner großen Reden gewesen und eine der Faktoren, die ihn letztendlich zu dem machten, was er heute ist. Ob er das alles durchziehen kann, ohne zu Scheitern, ist fast schon eine rhetorische Frage.

Die Trümmer des zweiten Bush, des verhassten Mannes, der konsequent ignorierte, was man ihm sagte und doch nur ein innerliches Wrack war, schon lange nicht mehr fähig diesen Job zu erledigen, müssen jetzt irgendwie aufgeräumt werden. Eine klare Linie wird es nicht geben. Allerdings mehr Fragen und Andeutungen, denn weiterhin gibt es große Diskussionen über mögliche Anschläge an dem zweiten Kennedy und Bush selbst warnt seinen Nachfolger von einem zweiten 9/11. Eine potenzielle Vorahnung, könnte er haben, denn bis heute sind die eigentlichen Umstände des 11. Septembers ungeklärt. Bisher hatte sich die US-Regierung geweigert sich explizit auf verschiedene Theorien zu stützen und ihre Bin Laden-Story verkauft. Bin Laden wurde so zum Symbol des Hasses, gleichzeitig zum frequentierten Führer der Extremisten, die gleichzeitig das negativste Licht auf die Moslems werfen konnten, wie nur möglich. Das hilft auch nicht dabei die Problematiken in Israel aufzuklären und verhilft weiterhin der “Gut Vs. Böse”-Auffassung die, die arabischen Bürger dort für Terroristen erklärt und die jüdische Bevölkerung als Opfer darstellt.

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