
Die Lage in Gaza ist immer noch nicht geklärt, nun gab es nach 22 Kriegstagen eine Meldung, die besagt, dass Israel den Waffenstillstand einlegen würde, aber die Truppen nicht aus dem Gebiet zurückziehen wolle. Diese Bedingung nahmen die Hamas eher wie eine Kehrtdrohung an und werden den Kampf weiter führen. Es scheint fast so als wolle die israelische Regierung einen Grund schaffen um die Bombenangriffe zu legitimieren.
So einen Grund braucht die Regierung nun aber auch in jedem Fall, nachdem sie zum zweiten Mal eine Schule bombadierte und dabei Zivilisten tötete. Die Erklärungen waren trotz der Recherchen suspekt, vor allem aber verweigerte man eine Untersuchung der Tatsachen. Die bisherigen Ausschreitungen führten zu über 1150 Toten, darunter über 500 Zivilisten, unter diesen über 300 Kinder. Wie sich dieser Krieg weiter auswirken wird, lässt sich erahnen, wenn die Strategie der Israelis verfolgt wird. Die Medien werden dort streng zensiert, Journalisten ist es strikt verboten den Gazastreifen zu betreten. So sind alle Informationsquellen, die zumindest den westlichen Nachrichten zur Seite stehen inoffizielle Propagandaaussagen von Vertretern der Regierung oder anderen dubiosen Figuren, wie etwa den Kriegstouristen.
Die wahrlichen Bilder der Zerstörung, das heißt die toten Zivilisten in der Mehrheit bleiben der Öffentlichkeit zumindest teilweise verwahrt. Dennoch muss man auch aus den Kreisen der Hamas sagen, dass sie mit Fotos toter Kinder mehr propagieren als sich kritisch mit der ganzen Situation auseinander zu setzen. Aber beide Parteien ergreifen hier eine Gegendarstellung irgendwelcher Tatsachen, die den wahrlichen Gegebenheiten sicher nicht entsprechen. Dennoch ist die Anzahl der Toten und Verletzten auf Seiten der Palästinenser größer als auf Seiten der jüdischen Bevölkerung, was aber nicht wirklich durchzudringen scheint.
Schier unendlich scheint der Hass auf die islamischen Bewohner zu fallen und führt zu einer absurden Auffassung in Israel, die den Zuständen in der NS-Zeit gleichen. Die Regierung versucht hier mit verschiedensten Mitteln die Medien von einem falschen Bild zu überzeugen um die Schaukämpfe im Krieg, die wir in den Nachrichten nur als Rauchwolken innerhalb der Städte wahrnehmen können, von den wirklich tragischen Informationen zu trennen. Eine ähnliche Sichtweise teilt auch der jüdisch-brittische Parlamentsabgeordnete Gerald Kaufmann, der sich vor zwei Tagen zu den Vorfällen in Israel äußerte.
Wie sich Israel zu den Vorfällen bekennt, kann die Grundauffassung eine Pseudorechtfertigung sein um die zahlreichen ermordeten Menschen als Nebeneffekt einer Säuberung der Terroristen zu missbrauchen. Denn als solche bezeichnet die Außenministerin Tzipi Livni die Hamas, weshalb sie eine Verhandlung mit ihnen für unmöglich halte. Diese Einstellung widerspricht allen Belangen Frieden zu schaffen. Es scheint fast so als wolle man die Argumente eines Bill O’Reilly verwenden, für den ganz plötzlich alle zu Terroristen werden, wenn es darum geht die amerikanischen Kriege zu verteidigen. Sicherlich kann man sagen, dass die Hamas einer terroristischen Vereinigung entsprungen sind und selbst mit provokativen Mitteln führen, die aus militärischer Seite zur Gegenwehr ruft, allerdings wird diese heuchlerische Opferdarstellung auf Israelischen Seiten dazu gewählt “gut” und “schlecht” neu einzuteilen. Dabei bleiben die Gründe, der Hamas-Bewegung aus. Beispielsweise die Verdrängung, die Kontrolle, die Zensur, der Rassismus oder alleine dieser Krieg. Es verbessert nicht deren Motive für Mord, aber irgendwo die Verteidigung.
Dass Israel sich gezwungen sehen wird zu verhandeln, ist unklar, aber soll zumindest klarer werden. Morgen findet in Ägypten ein Gaza-Gipfel statt, an dem auch Angela Merkel teilnehmen wird. Wie viel dieses Treffen bringen wird, steht in den Sternen. Auch zu Arafats Zeiten gab es viel Hoffnung, doch man wollte sich nicht einigen und so ging diese Hetze auf gegenseitige Wut weiter, statt sie beizulegen. Aber wieso sollte Israel auch stoppen, wenn westliche Staaten auf deren Seite stehen und die Medien nicht kritisch genug sein können. Dieser offene Genozid, der größere Ausmaße annimmt, weitet sich aus ohne das irgendjemand davon Notiz zu nehmen scheint.
Gar ist es so, dass Kritik an der israelischen Regierung neuerdings als Antisemitismus gehandelt wird. Diese Sonderstellung der jüdischen Bevölkerung führt auch zur Ablenkung. Nicht ein jeder Kritiker der Juden, ist ein Bobby Fischer. Wer das nicht einsieht, ist blind vom kollektivem Schwachsinn, der in den meisten Zeitungen verbreitet wird. Die Mitleidstour eines Staates, der auf eigenen Beinen stehen will, aber es nicht hinkriegt mit einem Problem verbal umzugehen, zeigt doch deutlich, dass das Produkt “Krieg” eine der ersten Anläufe und Ziele zu sein schien.
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