Wenn Roboter über unser Leben entscheiden

    roboterethik

    Weil der Roboter ihn rettete, statt des kleinen Mädchens, misstraut Will Smith den Robotern. So die Geschichte in dem Science Fiction Film „I, Robot“ aus dem Jahr 2004. Der Roboter hatte für Will Smiths Figur einfach die besseren Überlebenschancen ausgerechnet.

    Roboterethik: Aus Science Fiction wird längst Realität

    Inzwischen sind wir dem Szenario, dass Maschinen über unser Leben und unsere Sicherheit entscheiden schon sehr viel näher gekommen. Aus Science Fiction wird längst Realität. Wenn Google und immer mehr Autohersteller am selbstfahrenden Auto entwickeln, dann programmieren sie auf maximale Sicherheit. Aber was heißt das eigentlich?

    Maximale Sicherheit für den Insassen oder alle im Straßenverkehr? Wenn zum Beispiel ein Objekt im Weg liegt und das Auto selbst entscheiden muss, wie es ausweicht. Fährt es in die Gegenfahrbahn fährt und gefährdet damit potentiell andere Verkehrsteilnehmer? Oder steuert das Auto von der Straße oder einer Brücke und setzt damit die Insassen einem sicheren Tod aus? Wofür wird es sich entscheiden?

    Das Trolley-Problem: Fünf Menschenleben gegen eins

    In der Philosophie spricht man von dem Trolley-Problem. Es stammt von der britischen Philosophin Phillipa Foot und stellt einen vor ein Gedankenexperiment. Darin muss man entscheiden, ob man einen Straßenbahnwagen auf fünf Personen zurollen lässt oder eine Weiche umstellt auf ein Gleis auf dem nur eine Person steht. Eine Maschine oder ein Auto würde man sicher immer so programmieren, dass es möglichst wenig Schaden anrichtet, rein Zahlen basiert. Oder wie sieht eine solche Roboterethik aus?

    Die meisten Menschen entscheiden sich eher die Weiche nicht umzustellen, weil es etwas anderes ist, etwas geschehen zu lassen, als sich aktiv dafür zu entscheiden einen einzelnen Menschen der Todesgefahr auszusetzen. Nun kann man lange debattieren, was die bessere Entscheidung ist und glauben Sie mir, das wurde es auch schon. Oder man kann weitere Variablen verändern. Was zum Beispiel, wenn der einzelne Mensch ein junges Mädchen ist?

    Das Google-Auto ist bislang unfallfrei

    Dann sind wir bei unserem Anfangsproblem von Will Smith in „I, Robot„. Er argumentiert im Film, dass das junge Mädchen vielleicht eine niedrigere Überlebenschance, aber bei Erfolg noch ein längeres Leben vor sich hätte und schon fängt es an kompliziert zu werden. Als Menschen sind wir in der Lage komplexe ethische Entscheidungen schnell aus dem Bauch heraus zu treffen, in der künstlichen Intelligenz müssen alle diese vorher im Kopf durchgespielt und anschließend programmiert werden. Im Straßenverkehr treffen wir solche Entscheidungen ständig in Bruchteilen von Sekunden.

    Trotzdem verursachen wir damit über 3000 Verkehrstote pro Jahr. Das Google Auto ist bislang unfallfrei unterwegs. Die wenige Male als es zu einem Unfall kam, hatte ein Mensch ins Lenkrad gegriffen.

    Bild: Wallpaper zu I, Robot von Darkness
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    Dieser Text erschien übrigens zunächst als Kolumne in der Allgemeinen Zeitung.

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