Analyse des deutschen Streamingmarktes

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Analyse des Streaming-Marktes in Deutschland

In der aktuellen Ausgabe der Media Perspektiven ist eine Analyse des deutschen Subscription Video on Demand (SVOD) Marktes erschienen. Ich habe mal ein paar interessante Dinge rausgepickt: Ende 2020 gab es laut Goldmedia VoD-Ratings.com rund 34 Millionen S-VoD-Abonnements, die sich im deutschen Markt auf 14 Millionen Abonnenten verteilten. Bedeutet, wer bereit ist zu zahlen, zahlt im Schnitt auch für mehr als 1 Dienst. Im Durchschnitt hatte Ende 2020 jeder Abonnent 2,4 Streamingdienste parallel gebucht, 2019 waren es noch 2,1 Abos – hier zeigt sich eindeutig der Trend zum Drittabo. Es sind also nicht unbedingt viele neue Nutzer, die zum Marktwachstum beitragen, sondern bereits aktive Nutzer mit einem weiteren Abonnement.

Schaut man nicht nur auf die Abonnenten, sondern auf die Nutzer, hatten insgesamt 41 Millionen Menschen Zugang zu einem Streamingdienst. Daran sieht man den hohen Anteil an Account-Sharing. Hier liegen Netflix und Disney+ mit 3 Nutzer im Schnitt ganz vorne. Wobei Netflix dagegen nun verstärkt vorgehen will.

Nutzungsvolumen und -trends

Die mit Anstand wichtigsten Inhalte sind Serienproduktionen. Der erfolgreichste VoD—Titel in Deutschland war 2020 die spanische Netflix-Produktion „Haus des Geldes“. Wobei hier natürlich auch die Erhebungsmethode Serien in die Hände spielt, da sie durch viele Folgen mehr Views generieren kann.

Interessant ist, wie wenige erfolgreiche Titel schon für den Erfolg ausschlaggebend sind. So machen die Top 100 Titel 42% der Nutzung aus. Die Top 10 bereits 13%. Die Verteilung entspricht also einem klassischen Longtail.

Disney macht die 100 Millionen Abonnenten voll

Disney+ hat in nur 16 Monaten 100 Millionen Abonnenten erreicht. Netflix hat seit Bestehen gerade erst 200 Millionen Abonnenten erreicht. Wie hat Disney das gemacht? Statt All you can eat gab es zum Start vor allem bekannte Franchises und Familienfreundliches. Klar aufgeteilt in die verschiedenen Marken: Marvel, Pixar, Star Wars. Und nur eigentlich eine Original Serie zum Start: The Mandalorian. Die war dafür aber auch gleich ein Hit. Mit WandaVision scheint man gleich den nächsten gelandet zu haben. Und wenn man weiß, was Disney als nächstes plant, dann soll beim Mickey Mouse-Streamer wohl immer eine Serie laufen, die man gesehen haben muss. Wohlgemerkt nicht im Binge, sondern Woche für Woche releast. So dass ich immer wieder komme und dabei vielleicht noch mehr entdecke.

35 Oscar Nominierungen für Netflix

Netflix hat bei den Oscar Nominierungen ordentlich abgeräumt: 35 Nominierungen gehen insgesamt an den Streaminganbieter. Auch gleich zwei in der Kategorie Best Picture für Mank und Trial of the Chicago 7. Amazon hat insgesamt 12 Nominierungen, unter anderem sechs für Sound of Metal. Auch Apple darf sich über seine erste Oscar Nominierung freuen: Für Best Animated Feature (Wolfwalkers) und Best Sound (Greyhound).

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Hörtipp: Spiegel Daily bei Audible

Der Spiegel hat seine Marke Spiegel Daily wieder belebt. Was einst der Name für ein kurzlebiges Bezahlmodell war, ist nun der Titel eines neuen „Podcasts“. Der „Podcast“ Spiegel Daily erscheint dabei in Kooperation mit Audible. Wochentäglich wollen darin die beiden Hosts Juan Moreno und Yasemin Yüksel „Weiterfragen, wo die Nachricht aufhört. Verstehen, was komplex ist. Zuhören, bis es „Aha“ macht.“

ARD Audiothek bekommt Musikformate

Da ist jetzt auch Musik drin: Die ARD spendiert seiner eigenen Audiothek nun etliche Musikformate aus seinen Programmen. Musik spielt in den meisten Podcasts bislang eine untergeordnete Rolle, was vor allem an unmöglichen GEMA-Regelungen liegt. Ob das eine passende Antwort auf Spotify ist wird sich zeigen.

ARD-Audiothek 2021: mehr Musik und mehr Aktuelles für Audio-Fans

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So wird man mit Comedy erfolgreich bei YouTube

Dan Gatzke spricht im Interview über YouTube vs. TV und gibt eine Antwort, die ich hier teilen will:

„Ich mach das seit über zehn Jahren und tappe noch immer hier und da in die “TV-Falle”. Man denkt automatisch oft zu groß, zu komplex und am Ende hat man ein Projekt, was sich wirtschaftlich niemals tragen kann und schon zum Start viel zu zeitintensiv ist. Und mit “TV-Falle” meine ich nicht nur den zu hohen Aufwand hinter einem Projekt. Ich meine auch die – und gleich regen sich die ersten Fernsehleute auf – Arroganz zu glauben, dass das eigene Produkt oder in dem Fall den eigenen Content jeder sehen will. Im Web konkurriert man nicht nur mit ein paar Sendeplätzen, sondern mit Milliarden Videos. Algorithmen und die große Masse bestimmt, was erfolgreich wird. Dem sollte man sich bewusst sein bevor man startet.“

Twitter Spaces für alle im April

Twitter arbeitet daran sein „Clubhouse“-Feature bis April für alle Nutzer verfügbar zu machen. Bereits jetzt können ausgewählte Beta-Nutzer „Spaces“ starten und User sowohl auf iOS als auch Android können bestehenden Räumen beitreten. Meerkat, ick hör dir trapsen.

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Jannis

@netzfeuilleton

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