YouTube-Views waren lange mehr wert als die der Konkurrenz. Während Facebook, TikTok und Instagram bereits ab den ersten Sekunden einen View auswiesen und dadurch mit gigantischen Zahlen prahlten, zählte YouTube Views erst nach ca. 30 Sekunden bzw. wenn YouTube sich sicher war. Engaged Views nennt man das — bei YouTube im Backend auch weiterhin.
Ausweisen will man die Views nun aber öffentlich schon ab Sekunde 1, also etwas, das eher einer Impression gleichkommt.
Hank Green ist für eine, wenn nicht mehrere Generationen, sowas wie die Sendung mit der Maus auf YouTube und zwischenzeitlich auch auf TikTok. Mit Vlogbrothers, der Gründung der VidCon und diversen Erklärkanälen rund um Complexly ist er eine Säule der Creator-Kultur und mit „Ein wirklich erstaunliches Ding„* außerdem Bestsellerautor. Es gibt kaum jemanden, der Hank Green nicht mag — mich eingeschlossen.
Aber eben jener Hank Green hat gerade einen massiven Shitstorm wegen vier Wörtern: „I appreciate the pushback.“ Diesen Satz schrieben die Nutzer einem Chatbot zu und vermuteten massiven KI-Einsatz. Was Hank Green auch einräumte, wenn auch nicht an dieser Stelle und für diesen Zweck im Skript. Seitdem gibt es massiven Pushback — vor allem von jüngeren Nutzern gegen einen ihrer Lieblings-Creator.
Warum Gen-Z und Millennials unterschiedlich auf KI blicken
Mitten in dieser Auseinandersetzung fand ich folgenden Austausch im Podcast von „Colin and Samir“ interessant, die sich als Millennials mit ihren jüngeren Gen-Z-Kollegen austauschen. Dabei wird deutlich, mit welch unterschiedlichem Hintergrund Gen-Z und Millennials auf den Einsatz von KI und LLMs blicken:
Eine Gen-Z-Perspektive auf KI:
„He’s this guy who is often in the position of authority that people look to for their opinions. A lot of people, if we’re being honest, look to Hank to assign them opinion on many topics. And now they’re being told that the opinion that was being assigned to them on so many topics came from AI. And then there’s how Gen Z views AI. Think, Gen Z right now, if you’re 22, you just went to college, you spent all this money, and now you’re probably unemployed. You probably are unemployed or you can’t move out of your parents‘ house and you’re angry, and then you go online and they’re like, AI has this big market, a stock market, all time high, AI is bringing in jobs, or is AI going to take your job?“
Eine Millennial-Perspektive auf KI:
„So Colin and I, being 37, when we came out of college, what was happening was our peers were creating apps in Silicon Valley and adopting technology in a way that was changing their lives, and they were rock stars to us. This may be hard for you to believe. Mark Zuckerberg was a rock star to us. And their apps were changing our lives. We were meeting people at school. We were dating. We were people, the guys who made Tinder, the guys who made Instagram, the guys, there was a movement, Evan Spiegel, who made Snapchat, of young people utilizing technology to change the world. And that was extraordinarily exciting when we were 21. I still have that. The thing of our generation is being an early adopter of technology can unlock and change your world and change the world. So, my relationship with technology is when a new technology comes my way, I want to be an early adopter of it. And I want to learn as much of it as possible, because I witnessed that growing up.“
Falls ihr euch fragt, was diese Hydration Breaks in den Spielen der Fifa WM 2026 bringen – eine Menge Cash für die Sender.
The Hollywood Reporter hat nachgerechnet, was FOX pro Spiel verdienen könnte:
Mit sechs Minuten Trinkpausen pro Spiel ergibt sich ein Gesamtwert irgendwo zwischen 2,5 und 9 Millionen Dollar pro Partie. Multipliziert man das mit den 104 gespielten Spielen und berücksichtigt zudem, dass die meisten Käufer Pakete erwerben –und keine einzelnen Werbeplätze –, ergibt sich eine realistische Gesamtsumme von über 500 Millionen Dollar.
Fox hat für die gesamten Übertragungsrechte am Turnier weniger bezahlt als das. (Die Kosten für die englischsprachigen Rechte an der WM 2026 werden auf 400 bis 500 Millionen Dollar geschätzt.)
Wenn es schlecht läuft, könnte WSocial zum „Truth Social“ von Ursula von der Leyen werden.
Mit WSocial ist ein neues soziales Netzwerk mit europäischen Wurzel gestartet. Wer hier rein will, muss vorher einen Ausweis zeigen. Ganz vorne auf der Webseite Ursula von der Leyen.
Donald Trump hat mit Truth Social sein eigenes soziales Netzwerk, auf dem er unteranderem jede Annäherungen und neue Drohungen Richtung Iran absetzt — und das wird dann überall zitiert.
Ganz fair ist der Vergleich aber nicht: Truth Social gehört zum großen Teil tatsächlich Trump selbst, er ist Anteilseigner. Bei WSocial ist das anders. Mit der EU hat die Plattform nichts zu tun, auch wenn aus der AfD-Ecke zeitweise Falschinformationen dazu kursierten.
Trotzdem stellen sich die EU und von der Leyen prominent hin und bewerben die Plattform. Das erklärt sich ein Stück weit durch das politische Interesse. Man kann sagen: Viele haben gern Twitter — und später X — genutzt. Twitter war zwar auch in seiner Blüte ein Nischenmedium. Aber dort waren viele Politiker und auch viele Journalist:innen aktiv. Aussagen wurden dann gern von anderen Medien aufgegriffen („Bundeskanzler Scholz sagt auf Twitter“) und auf Webseiten eingebettet. Ich vermute, dass manche Politiker denken: Können wir dafür nicht auf etwas Europäisches verweisen — und zumindest nicht immer auf die Plattform von Elon Musk?
Ich war zum Start des europäischen Netzwerks WSocial bei NDRKultur (#Dayjob) im Studio und Anna Blume-Hirtz hat auch einen schönen Überblick über die parallelen Initiativen aus Europa veröffentlicht.
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Hollywood ist in Aufruhr, Vergleiche mit dem New Hollywood rund um Francis Ford Coppola, Steven Spielberg und George Lucas ender der 70er Jahre werden gezogen: YouTuber bringen junge Menschen an die Kinokassen. Tatsächlich haben seit Jahresbeginn mehrere von YouTubern produzierte Filme junge Menschen an die Kinokassen getrieben. Zuletzt Obsession und Backrooms, die Star Wars mit Mandalorian und Grog alt aussehen lies.
Der große Unterschied zu früheren „Lass Youtuber in Filme packen„-Versuchen ist, dass YouTuber hier selbst große kreative Kontrolle hatten – und das hier weniger Phänotyp Influencer, als Kurzfilmproduzenten am Werk waren.
Anfang des Jahren hatte der YouTuber Markiplier „Iron Lung“ in die Kinos gebracht, bei dem er selbst Regie, Schauspiel und Drehbuch ausgefüllt hat – und auch die ersten Kinos angemietet.
Aufhorchen lässt traditionelle Produzenten bei Backrooms und Obsession, dass diese Creator es schaffen effektiver junge Zielgruppe ins Kino zu bringen, als eigentlich große IP (StarWars). Und damit löst sich ein, was sich schon lange ankündigt: Eine neue Generation Filmschaffende, die statt dem traditionellen Weg über Festivals, direkt über Plattformen an ihr Publikum kommt. Brace yourself for incoming YouTuber movies.
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Marc Maron, kürzlich pensionierter Podcast-Pionier, der mit WTF! über 1600 Folgen und das erste Obama Podcast Interview in seiner Kerbe hat, war bei On von Kara Swisher zu Gast und hatte einen Kommentar zu Podcasts auf Netflix:
„When I saw podcasts on the menu of Netflix,
I’m like, it’s fucking over.
You know, no one gives a shit about anything.
The bar has been lowered to such a degree that people will sit at home and watch people on Zoom with half their fucking face covered up by a Shure SM7B.
It’s like, what is wrong with fucking people?
Like, do they not have any friends?
Are they not curious about anything?
Do they not use their brain anymore?
They can’t think.
They got to have 3 idiots who are talking about the last time they shit themselves as adults, you know, entertain them?
I mean, it’s like it’s like a fucking world of drive time radio.
Kara Swisher: Why do you think it’s popular?
Because people are lazy and they’ll adapt to anything and they’re fucking lonely and they want to have parasocial relationships with people, they feel that they’re alike, which means usually fucking amateurs.“
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Einst hat YouTube selbst Original-Inhalte finanziert, dazu auch klassische Produktionsfirmen hofiert – diese Praxis hat der Streaming-Gigant vor Jahren beendet und setzt seitdem auf eine andere Strategie: Shows bewerben, die YouTuber ohnehin schon produzieren. Das macht YouTube zur Ausnahmeerscheinung bei den gerade wieder abgehaltenen TV-Upfronts. Die Plattform pitcht der Werbeindustrie Inhalte, die sie weder direkt kontrolliert noch finanziert.
Bei seinem YouTube Brandcast verstärkt die Google-Tochter diesen Kurs noch einmal. Im Zentrum der Präsentation steht ein Lineup neuer und zurückkehrender Creator-Shows, die exklusiv auf YouTube laufen. Darunter Formate von „The Daily Show“-Veteran Trevor Noah, Alex Cooper (bekannt aus „Call Her Daddy“) sowie den Kareem Rahma (Keep the Meter Running) und Dude Perfect (Squad Games“)
YouTube versucht, damit TV-Mechaniken (Show-bezogene Buchungen) in die Creator-Ökonomie zu übertragen, um Budgets aus dem klassischen Upfront-Markt anzuziehen.
Das Angebot zielt darauf, Reichweite und Planbarkeit für Marken zu erhöhen, ohne selbst als Studio zu agieren. Creator-Shows werden stärker als vermarktbare Formate und nicht nur als Channel-Content positioniert.
Der Medienunternehmer Byron Allen übernimmt BuzzFeed für 120 Millionen. Wobei wohl erstmal nur 20 Millionen fließen und die hundert Millionen unter gewissen Bedingungen in 5 Jahren.
BuzzFeed war mal für 1 Milliarde Dollar gehandelt – und der Gründer
wollte die nächste New York Times bauen. Wir hatten hier mal eine eigene Rubrik mit News zu BuzzFeed und deren Modell. (Und wow, sind die Takes darin schlecht gealtert.)
Doch BuzzFeed hat es versäumt eigene Trafficquellen aufzubauen. Man hing eigentlich nur am Tropf von Facebook und Co. Die Brandrecognition ist vielleicht noch bei ein paar Millenials gegeben. Die eigenen Videocreator haben sich längst von der Marke gelöst und eigene Creator Karrieren aufgebaut.
Was also will Byron Allen mit der Marke BuzzFeed?
Byron Allen macht zuletzt Schlagzeilen, weil er den Platz von Stephan Colbert gepachtet hat und in Zukunft mit seiner Reihe „Comics Unleashed“ bespielen will. Die Marken (Huffington Post, BuzzFeed.) will er nutzen, um ein werbefinanziertes Streaminggeschäft aufzubauen (AVOD), also ein Pivot to Video.
One night I had dinner with Reed Hastings, the founder of Netflix, and I said „Hey, what keeps you up at night?“ He said „YouTube.“ I said, „YouTube?“ He said, „Yeah, Byron, if YouTube starts delivering premium content, how do I get people to pay me XYZ per month?“ I said, „Got it.“ So, YouTube is the biggest streamer by far. The world’s two favorite words right now: „Free“ and „streaming.“
What I can do is I can take BuzzFeed and HuffPost and put it into the free streaming business with this asset that I’ve invested heavily in. And it’s not to replace anything at BuzzFeed or HuffPost, it’s additive, it’s to build on the 20-year foundation that they’ve created.
Als nächsten Schritt strebt er die Kontrolle über Starz als Abo-Streaming-Partner (SVOD) an und positioniert sich damit für eine „Free + Subscription“-Doppelstrategie im umkämpften Streamingmarkt. Good Night and Good Luck.
With traditionally produced ads from previous Super Bowls, you could really see how spending money on production ultimately led to commercials that felt more premium than what you would usually see on television. But this year, there was an undeniable cheap and sloppy quality to many of the advertisements.
One of the worst examples of this was the Artlist ad.
The main thrust of the ad […] is that anyone can generate Super Bowl-worthy video footage using the company’s suite of production tools. It even makes a point of bragging that Artlist only bought its Super Bowl space about a week ago and spent a mere five days producing the commercial. That would be impressive if Artlist’s final product actually looked like something that would get average consumers to want to use these tools.
Instead, the ad features the very hallmarks that have convinced people to see AI-generated video as slop. Rather than telling a short, compelling, cohesive story of any kind, the ad is just a series of very short clips of animals doing weird things, strung together with a voice-over. There is nothing innovative about it. And given how much slop there already is in the world, the whole thing feels more like a threat than a promise of good things to come.
Die BBC hat eine Partnerschaft mit YouTube angekündigt und will originäre Inhalte speziell für die Plattform zu produzieren. Damit will man ein jüngeres, digital-natives Publikum ansprechen, auch wenn die Inhalte auch weiterhin auf iPlayer und Sounds erscheinen können. Geplant sind derzeit ca. 50 YouTube-Kanäle. Außerhalb Großbritanniens werden die Inhalte mit Werbung versehen, wovon sich die BBC zusätzliche Einnahmen verspricht, die hat die BBC auch bitter nötig.
Dieser Schrift wird weithin als Bestätigung der These „YouTube ist das neue Fernsehen“ gesehen. Eine weitere Bestätigung sind die Nielsen Zahlen in de USA, wo YouTube regelmäßig den größten Anteil der Zuschauerschaft vor dem Fernsehgerät vereint.
Man kann es auch darüberhinaus positiv sehen: Hier ist der Öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland einmal schneller gewesen als die BBC. funk mit seinen originären Kanälen wird dieses Jahr zehn. You’re welcome.