Wenn es schlecht läuft, könnte WSocial zum „Truth Social“ von Ursula von der Leyen werden.
Mit WSocial ist ein neues soziales Netzwerk mit europäischen Wurzel gestartet. Wer hier rein will, muss vorher einen Ausweis zeigen. Ganz vorne auf der Webseite Ursula von der Leyen.
Donald Trump hat mit Truth Social sein eigenes soziales Netzwerk, auf dem er unteranderem jede Annäherungen und neue Drohungen Richtung Iran absetzt — und das wird dann überall zitiert.
Ganz fair ist der Vergleich aber nicht: Truth Social gehört zum großen Teil tatsächlich Trump selbst, er ist Anteilseigner. Bei WSocial ist das anders. Mit der EU hat die Plattform nichts zu tun, auch wenn aus der AfD-Ecke zeitweise Falschinformationen dazu kursierten.
Trotzdem stellen sich die EU und von der Leyen prominent hin und bewerben die Plattform. Das erklärt sich ein Stück weit durch das politische Interesse. Man kann sagen: Viele haben gern Twitter — und später X — genutzt. Twitter war zwar auch in seiner Blüte ein Nischenmedium. Aber dort waren viele Politiker und auch viele Journalist:innen aktiv. Aussagen wurden dann gern von anderen Medien aufgegriffen („Bundeskanzler Scholz sagt auf Twitter“) und auf Webseiten eingebettet. Ich vermute, dass manche Politiker denken: Können wir dafür nicht auf etwas Europäisches verweisen — und zumindest nicht immer auf die Plattform von Elon Musk?
Ich war zum Start des europäischen Netzwerks WSocial bei NDRKultur (#Dayjob) im Studio und Anna Blume-Hirtz hat auch einen schönen Überblick über die parallelen Initiativen aus Europa veröffentlicht.
