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Kleines Fernsehen

Joko & Klaas: Günther Netzer und Gerd Delling der Unterhaltung

Gestern lief, wie angekündigt, die erste Folge von Joko und Klaas‘ „neoParadise“. Das Moderationsduo versucht sich an einer neue Late Night für den Spartensender des ZDF. Das haben Pëll und ich uns als alte Moderationsduoexperten angesehen und darüber gesprochen.

Pëll Dalipi: Hallo Jannis. Wie fandest Du diese erste Folge von NeoParadise?

Jannis Kucharz: Ich fand das waren großartige 45 Minuten Medienkritik.

Pëll: Hat Dir das gefallen?

Jannis: Ja, also gerade die Aufmachung des Eishockes Sturzes von Joko Winterscheid, auf die verschiedenen Sender zu geschnitten, die Werbespots. Das war schon gut. Auch wenn es an anderer Stelle noch hakt. Die Kamera war oft nicht an der richtigen Stelle, die Einstellungen falsch etc.

Pëll: Dieses „Zappen“ mit dem selben Ausschnitt war außerordentlich gut. Der ganze Eishockey-Einspieler war ja schon vorher darauf bedacht, das Fernsehen und seine Allüren mithilfe eben dieser zu parodieren. Furchtbar komisch!
Wie gefiel Dir der Spaziergang durch den morgendlichen Kater der Berliner Jugend?

Jannis: Naja, für einmal lustig. Ob sich diese Kategorie auf Dauer tragen kann? Denn letztendlich geht es nur darum möglichst dumme Antworten auf ein politisches Thema zu sammeln. Da werden sicher immer mal wieder lustige Ausschnitte bei raus kommen, aber innovativ ist das auf Dauer nicht

Pëll: Mich beeindruckt so etwas überhaupt nicht, der Witz ist leicht zu kreieren, er besteht aus einer Frage und einem „ähh“ als Antwort. So etwas kann auch intelligenter funktionieren, Peter Richter hat das in seiner FAZ-Videokolumne bewiesen.

Jannis: Ja eben. Wie hat dir denn die Sendung insgesamt gefallen?

Pëll: Die Sendung war lustig, sie war gut, die Gäste waren auch interessant, wenn auch typische Gesichter, mit denen eben kaum etwas falsch zu machen ist. Wie empfandest Du sie?

Jannis: Gut, man könnte noch etwas am Fluss arbeiten: 2x Musikgäste direkt hintereinander und dann noch ein Liveact, das könnte man besser aufteilen. Auch den Umzug mit Thees Uhlmann in die Bar für zwei Fragen habe ich nicht verstanden.

Pëll: Ja, das war ziemlich dürftig. Ich mag allerdings diese Detailverliebtheit. Sei es das Setting, die alte Frau.  Die Atmosphäre war angenehm, meist wirkt der Humor der beiden auch sehr authentisch.

Jannis: Das Stimmt, die Chemie zwischen den beiden stimmt eben einfach, diese ewigen Sticheleien etc. Kein Wunder werden sie stets zusammen gebucht. Der Günther Netzer & Gerd Delling der Unterhaltung.

Pëll: Sie wirken auf mich nicht wie der Versuch einer Kopie, die Show ist keine Imitation, sie ist Original, ein deutsches Original.

Jannis: Ja, das stimmt. Sie lebt von den Zweien. Lediglich beim einlauf habe ich mir gedacht, Oh da hat wohl jemand Harald Schmidt geschaut.

Pëll: Ich muss gestehen, den Anfang habe ich ein bisschen verpasst. Das bisschen, das noch sah, gefiel mir aber ganz gut.
Nun Jannis, wenn Du Deine Eindrücke über diese Episode in einem Satz  formulieren müsstest; zum Beispiel, weil Dein Leben auf dem Spiel stünde, wie würde dieser Satz lauten?

Jannis: Das ist eine Klaas Frage.

Pëll: Dann hat er meine Fragen gestohlen. Ich nehme mein Lob zurück. Kopie. Alles.

Jannis: Das Format ist eine Bereicherung, muss sich aber an manchen Stellen noch einspielen. Wenn dieser explizit mediensatirische Ansatz bleibt finde ich persönlich das ganz formidabel.

Bild: Screenshot

neoParadise in der Mediathek

Wie gefällt euch neoParadise?

Von Jannis Schakarian

Geboren als Jannis Kucharz studierte Jannis Schakarian, Publizisitk und Filmwissenschaft. Hat funk mit aufgebaut, Kolmnen bei der Allgemeinen Zeitung geschrieben und arbeitete als Formatentwickler, Leiter des Social Media Teams und der Distributionseinheit beim ZDF, dann bei SPIEGEL als CvD Audio.

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