SpiegelTV: „Kopfschuss vor der Kamera?“ Rap City Berlin DVD Vol 2

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SpiegelTV hat die Premiere der Rap City Berlin DVD Vol. 2 besucht und versucht aus möglichst vielen Rappern möglichst gewaltverherrlichende und bedrohliche Statements rauszuquetschen. Besonders gut gelingt ihnen das bei Dj Tomekk, der ja gerne vor Kameras für kontroversen sorgt, und der verlauten lässt: „Es wird jedes Jahr den neuen Deutschen Erfolgsrapper geben und es wird demnächst angefangen, dass der dann auch mal angeschossen wird, oder so.“

DJ Tomekk

Kurz wird auch auf die Message von Prinz Pi angerissen, der davon überzeugt ist, dass „Sachen mit Inhalt auf dem Vormarsch sind“.

Insgesamt gleicht der Beitrag einer Berichterstattung aus einem aktuellen Krisengebiet, aber seht selbst:

SpiegelTV
Zum Video

P.S.: Das eingangs ein Video von K.i.Z. eingespielt wird zeigt mal wieder wie wenig Ahnung die Redakteure haben, bzw. wie wenig sie die Szene verstehen (wollen). K.i.Z. hat zwar ne ganz andere Message, aber das Video sieht so schön brutal und dreckig aus…

P.P.S.: Noch mehr HipHop in den großen Medien bei ProllBlog.de

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Wie Oliver Pocher über Lady Bitch Rays Fotzensekret stolpert

Donnerstag, 22.45, in der ARD. Oliver Pocher betritt nach 2-wöchiger Sendepause die Bühne.
Er eröffnet Schmidt&Pocher mit dem Wochen (äh 2-Wochen)- Rückblick. Er ist niveaulos wie immer.
Aber dafür ist er ja da. Um der Sendung die Schamlosigkeit zurückzugeben, die Schmidt schon lange verloren hat.

Lady Bitch Ray

Aber es war nicht Pochers Tag.

Der Wochenrückblick war noch okay. Er machte ein paar gute Sprüche über Franjo Pooth und die neuen Baby-Show mit Jana-Ina.
Er erfüllt seine Aufgabe. Doch dann betritt Harald Schmidt die Bühne. Und von Oliver Pocher ist nichts mehr zu sehen und noch weniger zu hören.
Er sitzt nur noch da, kommt mit Schmidts Tempo nicht mit, versemmelt vorgeschriebenen Gags. Er ist weniger als ein Manuel Andrack.
Und so hangelt sich die Show von Einspieler zu Einspieler, die mal mehr, mal weniger lustig sind.

Doch es wird für Pocher noch schlimmer.
Groß als gast angekündigt ist „Dr. Fotze“, wie Harald Schmidt sie liebevoll nennt. Besser bekannt als Lady Bitch Ray. Sie hatte ja schon bei Maischberger einen denkwürdigen Auftritt und offensichtlich hofft man bei Schmidt&Pocher auf einen ähnlichen Erfolg. Und Oliver hat sich diesen Gast gewünscht, wahrscheinlich in der Hoffnung, dass er sie in der Show mit einigen guten Sprüchen zerlegen kann. Doch nicht mit Lady Bitch Ray.

Als Doktorandin, Schauspielerin, Sängerin, Modedesignerin, Rapperin angekündigt betritt sie die Bühne und übernimmt sofort das Ruder, indem sie sich demonstartiv auf Schmidts Sessel in der Mitte setzt. Nun wartet man darauf, dass ein Gespräch beginnt. Doch es kommt nix, etwas Geplänkel von Harald Schmidt und dann der deutliche Hinweis, dass sie eigentlich der Gast von Oliver Pocher ist. Doch der sitzt nur perplex auf seinem Stuhl, wohl immernoch fasziniert von dem tief ausgeschnittenen Outfit mit freier Sicht auf Lady Bitchs Allerwertesten.
Also nimmt Schmidt das Gespräch in die Hand, fragt ob er sie „Fotze“ nenen darf und spricht sie auf ihre Vorlesungen an der Universität in Bremen an. Auch hier kann Pocher nicht nachhaken, da er ganz offensichtlich, auch nach Lady Bitch Rays Erläuterungen, keine Ahnung hat, was Semiotik sein soll.

Doch langfristig kann auch Schmidt nichts mit ihr anfangen, da Rayhan Sahin die Angewohnheit hat, immer wenn sich ein anständiges Gespräch entiwckeln könnte schnell in ihre Lady Bitch Ray Rolle zurückzufallen und mit „Fotze, Schwanz und Vagina“ nur so um sich zu werfen. Und das ist nicht Schmidts Bereich, zu mal er von der Rapszene wahrscheinlcih noch weniger Ahnung hat als Oliver Pocher. Doch der sitzt weiter nur still da und ist von Lady Bitch Rays Kommentaren überrollt. Seine Stärke, normalerweise, Gesprächspartner mit sponaten Kommentaren auszuhebeln hat er heute wohl an der Gaderobe abgegeben. Sogar er, der sonst mit Schamlosigkeit nur so um sich wirft, scheint von Lady Rays Äußerungen nur peinlich berührt. Doch auch das ist noch zu steigern.

Zum Abschied hat sie den beiden nämlich noch Geschenke mitgebracht, Harald Schmidt überreicht sie eine Boxershorts mit der Aufschrift „Harald Bitch“ und Pocher übergeibt sie ein kleines Döschen mit ihrem „Fotzensekret – 2 Sonntagsproduktionen“. Das ist zu viel für Pocher er sitzt auf seinem Stuhl, stammelt „Vielen Dank“ und kämpft gegen das Rotwerden.

Peinlicher Pocher mit Lady Bitch Rays Möschen Döschen

Ein Glück betritt nun Maria Mena die Bühne und trällert ihren nächsten Song. Eigentlich könnter damit der Mantel des Schweigen über diesen peinlichen Abend gedeckt werden, doch Pocher ist sich seiner „Leistung“  wohl selbst bewusst und versucht mit einem letzten Kommentar Ergebniskosmetik zu betreiben. Mit Bohlenstimme kommentiert er den Auftritt der jungen Sängerin aus Norwegen, zunächst lustig, dann jedoch einfach beleidigend und darin gipfelnd das er versucht der Dame das eben von Lady Bitch Ray erhaltene Döschen weiterzureichen.
Jetzt platzt Harald Schmidt ob dieser Inkompetenz der Kragen und er beendet schnell mit den Worten: „Das ist jetzt aber völlig umcharmant, für so eine kleine miese Type, die, wenn sie Fotzensekret überreicht kriegt erstmal so klein ist mit Hut und dann ’nem ausländische Gast so reinsemmelt, der kein deutsch versteht. Das ist uncool. Oliver Pocher – Nächstes mal hat er’s begriffen.“

Pocher steht nur verdutzt da und weiß erst recht nichts mehr zu sagen. Eine Standpauke vom Meister, noch in der Sendung, damit hatte er wohl nicht gerechnet.

Umso erstaunlicher, wie wenig Wellen dieser Vorfall geschlagen hat. Entweder man hatte versäumt Bild vorher anzurufen, oder Oliver Pocher (Der Pochers Anpfiff auf Bild.de übernimmt) und Lady Bitch Ray, die die Bild Zeitung schon bei ihrem Rausschmiss von Radio Bremen auf ihrer Seite hatte, sind einfach zu gute Kunden. So kam nur am nächsten Tag geblubbert man fordere Zensur! Doch auch die Feuilletons hielten sich zurück. Dabei war das doch endlich der Beweis ihres Mantras: „Pocher ist zu niveaulos, ist kein 2. Andrack…“.

Oder zeigt sich hier wie irrelevant Schmidt & Pocher mit ihrem seichten Geplänkel über das Boulevard geworden sind?

Auf jedenfall hoffe ich, dass Pocher sich wieder zusammenreisst. Er hat schon deutlich besser ausgesehen in dieser Sendung und war in manchen Sendungen sogar Schmidt überlegen. Diesmal nicht, da war er nur Publikumsanheizer vor der Show.

Gespannt darf man sein, wie der Vorfall in dieser Woche aufgegriffen wird oder ob man versucht stillschweigen zu bewahren.

Das Thema in den Medien:

* FAZ zu diesem Vorfall
* Bild.de – Reflexschrei nach Zensur
* FAZ die 2.: Niels Ruf als beste Late Night und Schmidt als gelangweilter Onkel
* DWDL.de : Die deutsche Late Night ist tot – und das schon lange

Das Thema in der hiphop.de Blogosphäre:

* Lady Bitch Rays Auftritt über Spit-Tv anschauen
* O.P.T. über den Auftritt

P.S.: Lady Bitch Ray spielt aktuell in dem Kinofilm „Chiko“ Eine Rolle als Nutte.

Massiv – Get Rich or Die Tryin‘ – Der Traum vom schnellen Geld

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Ich habe über meine nächste Kolumne nachgedacht, wollte etwas schreiben über das Verhältniss von HipHop in Deutschland und den Usa, über den Wertewandel im deutschen Rapgeschäft, weg von Skillz hinzu Vermarktung und Verkauf. Und dachte an 50 Cent, der es in erster Linie mit seiner credibilen Geschichte von 9 Schusswunden schaffte über 6,5 Millionen Kopien seines Debütalbums Get Rich or die Tryin’“ abzusetzen und wann, oder ob so etwas auch in Deutschland möglich wäre. All diese Gedanken bewegten sich irgendwo in meinem Unterbewusstsein, als ich die hiphop.de-Startseite aufrief und mein Blick über die „New Blog Entries“ wanderte.

Neuer Massiv Track mit G-Unit Rapper Young Hot Rod [DOWNLOAD] + Massiv wurde angeschossen? [NEWS]

Schnell verdichteten sich die ersten Gerüchte und der Vorfall wurde von verschiedenen Seiten bestätigt. Von allen Seiten kamen Besserungswünsche, Solidaritätsbekundungen Joe Rilla nahm sogar einen Track für Massiv auf. Spiegel Online berichtete, RTL exklusiv und HipHop zeigte sich mal wieder im Licht der Öffentlichkeit, so wie die Öffentlichkeit es sehen will.

Doch etwas trübte das Beileid. Morgen erscheint Massivs neue Single „Weißt du wie es ist“. Die Videorotation schwächelt, die Single Vorverkäufe würde sich Sony/BMG sich auch höher wünschen und das Ansehen in der Szene?

Die Meinungen gehen weit auseinander. Einige freuen sich endlich einen echten Gangster gefunden zu haben, der von der Straße erzählt, der sie versteht und repräsentiert.

Andere können im nichts abgewinnen. Keine Skillz, flache Texte, dünne Reime. Ein Zuzug nach Berlin aus rein marketingtechnischen Gründen. Der frühe Einkauf eines Majors für 250.000 €. Verschiedene Vorfälle, bei denen immer wieder das Wort Promoaktion auftauchte. Schlägerei beim Konzert, Beef-Geschichten, Polizeirazzia beim Videodreh

Doch würde sich jemand für Promotion wirklich anschießen lassen? Sein Leben riskieren?

Dazu muss man ein wenig in Massivs Leben wühlen.

Wasiem Taha, wie Massiv mit bürgerlichen Namen heißt wurde bekanntlich in Pirmasens geboren als Sohn von libanesischen Eltern. Seine Biografie klingt wie ein Musterbeispiel für viele Einwandererkinder und für potentielle Gangsterrapper. 2. Generation, Probleme mit der Integration, der Traum vom schnellen Geld um endlich etwas in dieser Gesellschaft zu gelten, in der man nirgendwo richtig dazu gehört und überall mit Vorurteilen begegnet. Und Massiv gibt sich auf dem Weg zu seinem Traum alle Mühe diese zu bestätigen. Er wird gewalttätig, hat Schlägereien, landet im Jugendarrest und verkauft Drogen. Er will das Geld. Er will nach oben, seinen Eltern helfen, sie rausholen aus ihrem bisherigen kleinen Leben. Er ist aufgewachsen mit dem Bild vom Vater, der sich in Deutschland etwas aufgebaut hat. Massiv will das fortführen, will noch mehr erreichen, will seine Familie weiter nach Oben führen auf der Gesellschaftsleiter. Doch anfangs geht ihm das zu langsam, er will das schnelle Geld, will schnell das Ansehen. Bis er mit einem Bein im Knast steht. Und dann lässt sein Lebenslauf eine „anständige“ Karriere nicht mehr zu. Eine Zwickmühle. Wird er noch mal mit Drogen oder ähnlichem erwischt kann er seiner Familie gar nicht mehr helfen.

Der Traum ist zerplatzt.

Doch Massiv ist der, „der die Träume bewahrt“ und Massiv hört von einem neuen Trend, ein paar andere Unterschichten Kids haben es nach oben geschafft. Sie verdienen viel, haben ein ähnliches Schicksal wie er und sind Rapper. Da steckt Geld drin.

Als Rapper haben sie sich ein intensives Gangsterimage aufgebaut, das ihnen beim Absatz von Platten hilft. Massiv entdeckt parallelen, sieht seine letzte Chance darin. Da ist er wieder der Traum vom schnellen Geld, er kann doch noch wahr werden. Massiv ist besessen von dem Gedanken, dass dies sein Schicksal ist. Er geht zu seiner Familie und schlägt ihnen einen Umzug nach Berlin vor. Er erklärt ihnen, dass er es dort zu etwas bringen kann, verspricht ihnen, dass er für sie sorgen kann. Besser als sein Vater es mit seinem einfach Job kann. Er bringt nach einigen Diskussionen seine Familie dazu sämtliche Zelte in Pirmasens abzubrechen. Alle Freunde, Kontakte, das ganze mühsam aufgebaute Leben hinter sich zu lassen. Für einen Traum. Den Traum vom schnellen Geld.

In Berlin stellt sich Massiv geschickt an, das Schicksal scheint auf seiner Seite. Er findet in Wedding schnell Anschluss. Sein „Ghettolied“ wird zu einer Untergrund Hymne. Er bekommt einen Hype in der Szene. Er tritt als der nächste konsequente Schritt in der aktuellen Gangsterrap Entwicklung auf. Labels interessieren sich für ihn und durch sein bisheriges Schicksal auch HipHop-ferne Medien. Er bekommt ein Spiegel Porträt. Und dann kommt da dieser Riese. Sony/BMG. 250.000 €. Der Traum eines jeden Rappers. Der Major-Deal. Die Chance nach Oben, ganz nach Oben. Massiv unterschreibt. Das Re-Release seines Debütalbums „Blut gegen Blut“ steigt auf Platz 55 der deutschen Charts ein. Mit massiver Unterstützung von Deutschlands Top-Producer Dj Desue, den Sony/BMG an Land gezogen hat und begleitet von einem relativ großen Medienrummel.

Doch ist das 250.000 Euro wert?

Die Kollegen sido und Bushido besetzen mit ihren Singles regelmäßig die Top 10, fahren Gold- und Platinstatus ein. Auch die Singles sind mindestens Top 20.

Dahin muss Massiv auch. Sein „großes“ Album darf auf keinen Fall floppen. Dahin muss alle Anstrengung gelenkt werden, denn das ist seine Chance, seine letzte.

Er hat es doch seiner Familie versprochen.

Nach Angaben der Polizei wurde auf Massivs Homepage schon von dem Vorfall berichtet, als sich der Rappper noch auf dem Weg ins Krankenhaus befand.

Get Rich or Die Tryin’


Egal ob Promo oder nicht. Im Endeffekt ist Massiv und der Vorfall nur der konsequente nächste Schritt in der Entwicklung. Es wurde nach mehr Credibilität geschrieen, nach „echten“ Gangstern. Die Probleme wurde herab gespielt oder absichtlich übersehen. „So etwas gibt es in Deutschland nicht“. Natürlich kann man die Verantwortung an die Politik übergeben, die es versäumt hat hier etwas zu tun und versucht hat, mit Verboten und Indizierungen der Thematik Herr zu werden. Die Jugendliche lieber wegsperren und abschieben, als sich ernsthaft mit ihren Problemen beschäftigen und Wege für sie suchen will, ihnen Chancen zu bieten.

Doch die Verantwortung liegt auch – und da muss ich meinem Mann Ello absolut Recht geben – bei uns. Wir entscheiden was wir wollen. Wollen wir Entertainment? Wollen wir ein Stück Lebensgefühl? Wollen wir den Traum vom schnellen Geld? Wollen wir Tote? Wollen wir Amerika? Das Motto dafür haben wir ja schon.

Die Emanzipation erreicht den Deutschrap – die Frauen übernehmen das Game!

Oft wurde er prophezeit, der Durchbruch des Frauenrap in Deutschland. In den Medien mussten dann Protagonistinnen wie Cora E oder Nina MC herhalten, die Skillmäßig eher schlecht als recht mit den damaligen Old Schoolern mithalten konnten. Oder Pyranja, die zwar von den Skillz ein paar Schritte weiter war bis heute aber auf ihren kommerziellen Durchbruch wartet. Den kann als einzige Sabrina Setlur vorweisen. Sie schaffte es immerhin mit mehreren Alben in die Top10, mit der Single „Du liebst mich nicht“ sogar auf die 1 in Deutschland. Doch nach ihrem Neuen Album „Rot“ scheint kaum noch ein Hahn zu krähen.

Schlechte Karten also für die Frauen im HipHop und so bleibt ihre relevanteste Rolle wohl das klischeehaft mit dem Arschwackelnde Videogirl.

Doh nun steht eine neue, viel versprechende Generation von Rapperinnen in den Startlöchern um eine der letzten Männerdomänen zu stürmen.

Da wäre zum Beispiel Bahar, die vor allem durch ihr Signing bei ersguterjunge auf sich aufmerksam machte. Als ich sie das erste mal auf Devins „New Kidz on the Block Vol.2“ hörte, dachte ich zwar zunächst „Ihhh…Frauenhiphop“, musste dann aber schnell zugeben, dass sie technisch durchaus auf, wenn nicht teilweise sogar über dem Niveau ihrer männlichen Kollegen befindet. Aus der Zusammenarbeit mit ersguterjunge wurde ja bekanntlich nicht viel und seither versauert ihr fertig aufgenommenes Album bei ihr zu hause. Zwar gab es zwischendrin Gerüchte man hätte ein Label für die Veröffentlichung gefunden, Neuigkeiten in dieser Richtung gibt es aber nicht.

Was bleibt sind ihre erstklassigen Freetracks, doch die totale Übernahme ist im Moment von ihr wohl nicht zu befürchten.

Anders sieht es da schon aus bei Kitty Kat. Sie hat es mit aggroBerlin im Rücken besser erwischt. Mit ihren bisherigen Features auf den letzten aggro-Realeses konnte sie sich auch schon eine beachtliche Fanbase sichern und nun ist ihr Debüt-Album für 2008 angesetzt worden. Einen noch größeren Hype als um ihre Musik gibt es aber um ihr Aussehen, bis jetzt gibt es noch keinerlei Bildmaterial von ihr zu begutachten und aggroBerlin setzt alle Mittel daran, dass dies auch möglichst lang so bleibt um ihr so konstante Promo zu sichern. Wieder einmal ein genialer Coup von aggro, allein, wenn man sich an die Hits erinnert, die Threads nur mit der Überschrift „Erstes Foto von Kitty Kat“ erzielten. Ob ihre Verkaufszahlen in dieselben astronomischen Höhen, darf man gespannt abwarten.

Und noch eine Dame versucht es, wie auch Kitty Kat, mit schlüpfrigen Texten: Lady Bitch Ray. Einer der wohl Meistdiskutiertesten Rapacts zurzeit. Zwar hat Lady Bitch Ray kein starkes Label im Rücken, sondern versucht es im Moment mit ihrem Label „Vagina Style“ independent, aber dafür kann sie auf ihre massive Publicity setzen. Lady Bitch Ray versteht es sich zu vermarkten. So nahm sie ihren Rausschmiss bei Radio Bremen zum Anlass um die BILD Zeitung anzurufen, die prompt darüber berichtete, dass die prüden Chefs sie wegen ihrer harten Texte entlassen hatten. (Wäre die BILD Zeitung von selber auf diese Story gekommen, hätte die Schlagzeile wohl anders ausgesehen). Auch sonst hat Reyhan Şahin, so ihr bürgerlicher Name, ihr Produkt Lady Bitch Ray komplett durch geplant. Sie hat angefangen eigene Klamotten zu designen, sich ein konsequentes Image zugelegt und benutzt aktuelle Trends um einen neuen zu erschaffen. Porno Rap für die selbstbewusste Frau. Das kommt bei den Medien an und so blieb der Bericht in der BILD Zeitung nicht der einzige, viele Große Zeitungen berichteten inzwischen über die türkische Ausnahme Rapperin und ihr Auftritt machte sie weit über die Rap-Grenzen landesweit berühmt und brachte ihren Namen in sämtliche Feuilletons. Verwunderlich, dass hier noch kein Major an der Tür geklopft und 250.000 auf den Tisch gelegt hat. Verschlafen die großen Labels mal wieder den Trend, oder will es Lady Ray ernsthaft alleine und independent versuchen? Es gab wohl mal Verhandlungen mit aggro, wie Ray auf ihrer aktuellen Online-Single „Mein Weg“ verrät, aber die haben das Feld ja nun mit Kitty Kat abgedeckt. Deshalb beschränken sich „Frau Bitch Rays“ Veröffentlichungen bisher auf das Internet und einige Juice Exklusives, aber wer weiß, vielleicht kann sie bald stolz von sich behaupten das erste deutsche Myspace-Wunder zu sein.

Zuzutrauen wäre es ihr.

Abschließend kann man sagen, dass sich die Männlichen Rapper in Deutschland warm anziehen sollten, den die Damen haben nicht nur skill-technisch zugelegt, sondern sprechen jetzt auch die Sprache der aktuellen Kultur. 2008 könnte im Deutschen HipHop das Jahr der Frau werden, oder zumindest könnten die hier vorgestellten Kandidatinnen einen Schritt in diese Richtung machen und ein weiteres Patriarchat zum Sturz bringen. Ob das auch alles im Sinne von Alice Schwarzer ist, sei dahingestellt.