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	<title>netzfeuilleton.de &#187; Fight Club</title>
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		<title>Fight Club</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 18:43:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>OptimusPrime</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was f&#228;llt dir zum Namen „Fight Club“ als erstes ein? Film. Brad Pitt. Edward Norton. Tyler Durden. Marla. Chuck Palahnuik. Und schon fragt die H&#228;lfte „Wer?“ und die andere H&#228;lfte sagt „Der Autor des Buches“ &#8211; „Das gab es als Buch?“ Und schon sind wir mittendrin im Vorwort eben dieses Buches. Denn wer kennt dieses [...]]]></description>
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</script> </p></div><p style="margin-bottom: 0cm;">Was f&#228;llt dir zum Namen „Fight Club“ als erstes ein? Film. Brad Pitt. Edward Norton. Tyler Durden. Marla. Chuck Palahnuik. Und schon fragt die H&#228;lfte „Wer?“ und die andere H&#228;lfte sagt „Der Autor des Buches“ &#8211; „Das gab es als Buch?“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und schon sind wir mittendrin im Vorwort eben dieses Buches. Denn wer kennt dieses Problem besser als der Autor selbst? Eben. Und so beginnt Chuck Palahnuik aufzulisten: Ja, es gab ein Buch dazu.</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">“Bevor es den Film gab&#8230;bevor Donnatella Versace Rasierklingen in M&#228;nnerkleidung einn&#228;hte und das den <em>Fight Club Look</em> nannte&#8230;bevor Gucci-Models ohne Hemd und mit Veilchenaugen, blutig und bandagiert &#252;ber den Laufsteg gingen&#8230;bevor junge M&#228;nner sich mit Lauge oder Sekundenkleber Kussm&#252;nder in die H&#228;nde &#228;tzten&#8230;bevor junge M&#228;nner in aller Welt offizielle Antr&#228;ge stellten, ihren Namen in &#8216;Tyler Durden&#8217; zu &#228;ndern&#8230;” &#8211; es geht seitenweise weiter.</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und noch mehr erfahren wir &#252;ber die Wurzeln des Fight Club – es war eigentlich nur eine Kurzgeschichte. Im Mittelpunkt eine Pr&#252;gelei und eine Firma, die sich nicht um den Gesundheitszustand des Protagonisten schert. Am Ende nur eines von insgesamt 30 Kapiteln.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zum Inhalt will ich gar keine gro&#223;en Worte verlieren, wahrscheinlich kennt jeder den Film, gro&#223;e Unterschiede gibt es nicht. Der Stil ist extrem nahe am Film, von der st&#228;ndigen direkten Ansprache „Du erwachst auf Sky Harbor International“ bis hin zur Readers Digest-Parodie „Ich bin Joes w&#252;tender Gallengang/ knirschende Z&#228;hne/ entz&#252;ndete, gebl&#228;hte Nasel&#246;cher/ etc.“ ist die erz&#228;hlerische Umsetzung nahezu 1:1 gelungen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nur zu gern wird Tyler Durdens Monolog, im Buch aus dem Mund eines Mechanikers wiedergegeben, &#252;ber die Situation der Menschheit zitiert:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Ich sehe die st&#228;rksten und kl&#252;gsten Menschen, die je gelebt haben, und diese Menschen zapfen Benzin oder servieren Essen. […] Die Werbung l&#228;sst diese Menschen nach Autos und Kleidern jagen, die sie nicht brauchen. Ganze Generationen haben bis heute in Jobs gearbeitet, die sie hassen, nur damit sie kaufen k&#246;nnen, was sie gar nicht brauchen. Wir haben in unserer Generation keinen Krieg oder eine gro&#223;e Depression. Was wir aber haben, ist ein Krieg unseres Geistes. Wir haben eine gro&#223;e Revolution gegen die Kultur. […] Stellt euch vor, wir rufen einen Streik aus, und alle Leute verweigern die Arbeit, bis wir den Reichtum in der Welt neu aufgeteilt haben.”</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Besonders w&#228;ren hier die M&#228;nner betroffen, da diese oft ohne V&#228;ter aufwuchsen und nun orientierungslos in der Welt herum irren. Palahnuik beschreibt eine Generation von M&#228;nnern, die sich nach einer neuen Gesellschaft sehnen, nach neuen Regeln, einer neuen Verteilung der Spielkarten, einem Neubeginn. Zuerst umgesetzt im kleinen: Der Fight Club ist von der restlichen Gesellschaft abgeschirmt. Beruf, Aussehen, akademischer Grad und das Verm&#246;gen sind nichts wert. Nicht einmal der Sieg in einem Kampf l&#228;sst den K&#228;mpfer an Wert gewinnen. Es regieren lediglich die Regeln des Fight Clubs.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Anschlie&#223;end folgt die Umsetzung der Fight-Club-Philosophie auf eine h&#246;here Ebene: Das Projekt Chaos bzw. Projekt Mayhem wird geboren. Eine Gruppe von Lemmingen hat unsagbaren Spa&#223; daran, einfach die Regeln des Projekts zu verfolgen, und zwar mit einer so kritikresistenten Zielstrebigkeit und H&#246;rigkeit, dass man meinen k&#246;nnte, man hielte Morton Rhues „Die Welle“ in den H&#228;nden.“<span style="font-style: normal;">Regel Nummer Eins: Es werden keine Fragen gestellt.&#8221;</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Palahnuik zeigt damit ein weiteres Problem auf: nicht nur die aktuelle Gesellschaft, in der die M&#228;nner ihre Perspektiven und Berufungen zu verloren zu haben scheinen, sondern auch die Befriedigung, die aus einem gesellschaftlichen Umschwung gezogen wird und so gro&#223; ist, dass seine Richtigkeit und Zielsetzung nicht mehr hinterfragt, sondern lediglich euphorisch akzeptiert wird.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und so gipfelt das Buch schlie&#223;lich in einem totalen Neubeginn. Unrealistisch? Ganz sicher nicht. Dass Palahnuik den Puls der Zeit traf, macht alleine das Vorwort mehr als deutlich. Eine un&#252;berschaubare Masse an Menschen hat sich nach Fight Clubs gesehnt – ob dem Autor das bewusst war, ist nicht sicher. Ein Freund Palahnuiks &#228;u&#223;erte demnach einst Bedenken, Menschen k&#246;nnten eventuell Taten aus dem Buch nachahmen. Palahnuik entgegnete, er und sein Freund w&#228;ren doch nur ahnungslose Nullen in der Provinz von Oregon und w&#252;ssten nicht, was f&#252;r Millionen von Menschen vielleicht schon l&#228;ngst selbstverst&#228;ndlich w&#228;re. Dass er damit Recht behalten w&#252;rde, best&#228;tigte ihm ein begeisterter Leser mit den Worten “Margaret Thatcher hat mein Sperma gegessen. Mindestens f&#252;nf mal&#8230;”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und so <span lang="de-BE">ungern</span> <span lang="de-DE">K&#252;nstler</span> <span lang="de-DE">ihr</span> <span lang="de-DE">Werk</span> normalerweise erkl&#228;ren, umso dankbarer bin ich diesem hier f&#252;r das Vorwort, das “Fight Club” in einem ganz neuen Licht erscheinen l&#228;sst.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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