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	<title>netzfeuilleton.de &#187; Bücher</title>
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		<title>Fight Club</title>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 18:43:18 +0000</pubDate>
		<dc:creator>OptimusPrime</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Was f&#228;llt dir zum Namen „Fight Club“ als erstes ein? Film. Brad Pitt. Edward Norton. Tyler Durden. Marla. Chuck Palahnuik. Und schon fragt die H&#228;lfte „Wer?“ und die andere H&#228;lfte sagt „Der Autor des Buches“ &#8211; „Das gab es als Buch?“ Und schon sind wir mittendrin im Vorwort eben dieses Buches. Denn wer kennt dieses [...]]]></description>
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</script> </p></div><p style="margin-bottom: 0cm;">Was f&#228;llt dir zum Namen „Fight Club“ als erstes ein? Film. Brad Pitt. Edward Norton. Tyler Durden. Marla. Chuck Palahnuik. Und schon fragt die H&#228;lfte „Wer?“ und die andere H&#228;lfte sagt „Der Autor des Buches“ &#8211; „Das gab es als Buch?“</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und schon sind wir mittendrin im Vorwort eben dieses Buches. Denn wer kennt dieses Problem besser als der Autor selbst? Eben. Und so beginnt Chuck Palahnuik aufzulisten: Ja, es gab ein Buch dazu.</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">“Bevor es den Film gab&#8230;bevor Donnatella Versace Rasierklingen in M&#228;nnerkleidung einn&#228;hte und das den <em>Fight Club Look</em> nannte&#8230;bevor Gucci-Models ohne Hemd und mit Veilchenaugen, blutig und bandagiert &#252;ber den Laufsteg gingen&#8230;bevor junge M&#228;nner sich mit Lauge oder Sekundenkleber Kussm&#252;nder in die H&#228;nde &#228;tzten&#8230;bevor junge M&#228;nner in aller Welt offizielle Antr&#228;ge stellten, ihren Namen in &#8216;Tyler Durden&#8217; zu &#228;ndern&#8230;” &#8211; es geht seitenweise weiter.</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und noch mehr erfahren wir &#252;ber die Wurzeln des Fight Club – es war eigentlich nur eine Kurzgeschichte. Im Mittelpunkt eine Pr&#252;gelei und eine Firma, die sich nicht um den Gesundheitszustand des Protagonisten schert. Am Ende nur eines von insgesamt 30 Kapiteln.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Zum Inhalt will ich gar keine gro&#223;en Worte verlieren, wahrscheinlich kennt jeder den Film, gro&#223;e Unterschiede gibt es nicht. Der Stil ist extrem nahe am Film, von der st&#228;ndigen direkten Ansprache „Du erwachst auf Sky Harbor International“ bis hin zur Readers Digest-Parodie „Ich bin Joes w&#252;tender Gallengang/ knirschende Z&#228;hne/ entz&#252;ndete, gebl&#228;hte Nasel&#246;cher/ etc.“ ist die erz&#228;hlerische Umsetzung nahezu 1:1 gelungen.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Nur zu gern wird Tyler Durdens Monolog, im Buch aus dem Mund eines Mechanikers wiedergegeben, &#252;ber die Situation der Menschheit zitiert:</p>
<blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">„Ich sehe die st&#228;rksten und kl&#252;gsten Menschen, die je gelebt haben, und diese Menschen zapfen Benzin oder servieren Essen. […] Die Werbung l&#228;sst diese Menschen nach Autos und Kleidern jagen, die sie nicht brauchen. Ganze Generationen haben bis heute in Jobs gearbeitet, die sie hassen, nur damit sie kaufen k&#246;nnen, was sie gar nicht brauchen. Wir haben in unserer Generation keinen Krieg oder eine gro&#223;e Depression. Was wir aber haben, ist ein Krieg unseres Geistes. Wir haben eine gro&#223;e Revolution gegen die Kultur. […] Stellt euch vor, wir rufen einen Streik aus, und alle Leute verweigern die Arbeit, bis wir den Reichtum in der Welt neu aufgeteilt haben.”</p>
</blockquote>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Besonders w&#228;ren hier die M&#228;nner betroffen, da diese oft ohne V&#228;ter aufwuchsen und nun orientierungslos in der Welt herum irren. Palahnuik beschreibt eine Generation von M&#228;nnern, die sich nach einer neuen Gesellschaft sehnen, nach neuen Regeln, einer neuen Verteilung der Spielkarten, einem Neubeginn. Zuerst umgesetzt im kleinen: Der Fight Club ist von der restlichen Gesellschaft abgeschirmt. Beruf, Aussehen, akademischer Grad und das Verm&#246;gen sind nichts wert. Nicht einmal der Sieg in einem Kampf l&#228;sst den K&#228;mpfer an Wert gewinnen. Es regieren lediglich die Regeln des Fight Clubs.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Anschlie&#223;end folgt die Umsetzung der Fight-Club-Philosophie auf eine h&#246;here Ebene: Das Projekt Chaos bzw. Projekt Mayhem wird geboren. Eine Gruppe von Lemmingen hat unsagbaren Spa&#223; daran, einfach die Regeln des Projekts zu verfolgen, und zwar mit einer so kritikresistenten Zielstrebigkeit und H&#246;rigkeit, dass man meinen k&#246;nnte, man hielte Morton Rhues „Die Welle“ in den H&#228;nden.“<span style="font-style: normal;">Regel Nummer Eins: Es werden keine Fragen gestellt.&#8221;</span></p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Palahnuik zeigt damit ein weiteres Problem auf: nicht nur die aktuelle Gesellschaft, in der die M&#228;nner ihre Perspektiven und Berufungen zu verloren zu haben scheinen, sondern auch die Befriedigung, die aus einem gesellschaftlichen Umschwung gezogen wird und so gro&#223; ist, dass seine Richtigkeit und Zielsetzung nicht mehr hinterfragt, sondern lediglich euphorisch akzeptiert wird.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und so gipfelt das Buch schlie&#223;lich in einem totalen Neubeginn. Unrealistisch? Ganz sicher nicht. Dass Palahnuik den Puls der Zeit traf, macht alleine das Vorwort mehr als deutlich. Eine un&#252;berschaubare Masse an Menschen hat sich nach Fight Clubs gesehnt – ob dem Autor das bewusst war, ist nicht sicher. Ein Freund Palahnuiks &#228;u&#223;erte demnach einst Bedenken, Menschen k&#246;nnten eventuell Taten aus dem Buch nachahmen. Palahnuik entgegnete, er und sein Freund w&#228;ren doch nur ahnungslose Nullen in der Provinz von Oregon und w&#252;ssten nicht, was f&#252;r Millionen von Menschen vielleicht schon l&#228;ngst selbstverst&#228;ndlich w&#228;re. Dass er damit Recht behalten w&#252;rde, best&#228;tigte ihm ein begeisterter Leser mit den Worten “Margaret Thatcher hat mein Sperma gegessen. Mindestens f&#252;nf mal&#8230;”</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">Und so <span lang="de-BE">ungern</span> <span lang="de-DE">K&#252;nstler</span> <span lang="de-DE">ihr</span> <span lang="de-DE">Werk</span> normalerweise erkl&#228;ren, umso dankbarer bin ich diesem hier f&#252;r das Vorwort, das “Fight Club” in einem ganz neuen Licht erscheinen l&#228;sst.</p>
<p style="margin-bottom: 0cm;">
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</span></p>
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		<title>„Ich hab die Unschuld kotzen sehen“</title>
		<link>http://netzfeuilleton.de/2009/02/ich-hab-die-unschuld-kotzen-sehen/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Feb 2009 18:36:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>OptimusPrime</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Langes Lesen]]></category>
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		<description><![CDATA[H&#228;tte Dirk Bernemann nicht zum Neujahrsbeginn s&#228;mtliche Eintr&#228;ge aus seinem Blog entfernt, h&#228;tte ich folgende seiner Anekdoten zitieren k&#246;nnen, wie der Autor sie erz&#228;hlte. Geht aber nicht, deshalb versuche ich sie mit meinen eigenen Worten wiederzugeben. Der Autor traf demnach also im Zuge seiner Lesereise auf ein begeistertes M&#228;dchen. Das Wort „Leserin“ w&#228;re hier ung&#252;nstig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p style="text-align: center;"><a rel="attachment wp-att-584" href="http://netzfeuilleton.de/2009/02/ich-hab-die-unschuld-kotzen-sehen/unschuldb/"><img class="size-medium wp-image-584 aligncenter" src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/uploads/2009/02/unschuldb-300x187.jpg" alt="unschuldb" width="300" height="187" /></a></p>
<p>H&#228;tte Dirk Bernemann nicht zum Neujahrsbeginn s&#228;mtliche Eintr&#228;ge aus seinem Blog entfernt, h&#228;tte ich folgende seiner Anekdoten zitieren k&#246;nnen, wie der Autor sie erz&#228;hlte. Geht aber nicht, deshalb versuche ich sie mit meinen eigenen Worten wiederzugeben. Der Autor traf demnach also im Zuge seiner Lesereise auf ein begeistertes M&#228;dchen. Das Wort „Leserin“ w&#228;re hier ung&#252;nstig gew&#228;hlt, denn sie sagte ihm, sein Buch „Ich hab die Unschuld kotzen sehen“ w&#252;rde in ihrem B&#252;cherregal direkt neben Bukowski stehen. Stolz schwoll die Brust des Autoren an. Das M&#228;dchen erg&#228;nzte „Gelesen hab ich es allerdings nicht.“<br />
Was sagt uns das?<br />
Erstens: Der Autor mag den Bukowski-Vergleich.<br />
Zweitens: Der Buchtitel ist ma&#223;geblich am Kult um eben dieses Buch beteiligt.</p>
<p>Mittlerweile als Sammelband erh&#228;ltlich, der weniger kostet als ein einzelner Teil der zweiteiligen „Unschuld“-Reihe, ist das Deb&#252;twerk Bernemanns schon Kult. Speziell die sogenannte Schwarze Szene gibt sich begeistert, Szene-Magazine wie Orkus reihen sich ein. Was erwartet den Leser also bei diesem hoch gelobten Buch? Woher kommt all das Lob, womit macht sich der Autor dieses Lob verdient?<br />
„Ich hab die Unschuld kotzen sehen“ ist eine Sammlung von Erz&#228;hlungen, zwischen 3 und 8 Seiten lang. Jede dieser kleinen Geschichten hat einen eigenen Protagonisten, der auf den ersten Blick ganz realistisch beschrieben wird und ganz einfach aus der Welt des Lesers selbst stammen k&#246;nnte.<br />
Hier verleiht Bernemann seinem Buch einen extrem kunstvollen Charakter, indem er die Handelnden der einzelnen Geschichten in einer darauf folgenden Geschichte nochmals als Randfigur auftreten l&#228;sst und die neue Geschichte sich auch auf eine neue Figur konzentriert.</p>
<p>Doch der wichtigste Punkt, den das Werk ausmacht, ist zweifelsfrei der Inhalt. Bernemann bel&#228;sst es n&#228;mlich nicht bei dem gut b&#252;rgerlichen Eindruck der Protagonisten, den man meist aufgrund von Beruf und T&#228;tigkeit annehmen mag, er spinnt in ihr Leben Gewalt, Sex, Drogen und allerlei andere Dinge ein, die die Sucht der Figuren nach den Extremen dieser Welt beschreiben. So geht es um M&#228;dchen, die sich volltrunken in Diskotheken abschleppen lassen; Opfer; T&#228;ter; Polizisten, die sich an das Opfer ranmachen, weil sie unf&#228;hig sind, den T&#228;ter zu schnappen; Prostituierte, die sich vor die S-Bahn werfen; den dazugeh&#246;rigen S-Bahn-Fahrer – und so weiter.<br />
Bernemann. Ein Autor, der die Abgr&#252;nde der Menschheit aufzudecken scheint. Der uns zeigt, dass in Jedem ein Tier steckt. Der uns den Spiegel vors Gesicht h&#228;lt. Man f&#252;hlt sich an Gottfried Benns „Nachtcafé“ erinnert.</p>
<p>Das Ganze passiert in einer ganz eigenen Sprache. Parataxen, teilweise sogar Ein-Wort-S&#228;tze, treffen auf radikale Sprache, die das Geschehen lediglich schildert, aber nicht wertet, wobei im Leser dennoch das Gef&#252;hl aufkommt, das Erz&#228;hlte f&#252;r krank erkl&#228;ren zu m&#252;ssen. Eine Dokumentation, bei der der Leser von ganz alleine darauf kommt, was er vom Inhalt zu halten hat. Und genau dieser brachiale Bruch in der Beschreibung des Protagonistenalltags macht letzendlich das „Anti“ im „Antipop“ aus, das sich der Ubooks-Verlag auf die Fahne geschrieben hat. Der Bukowski-Vergleich ist demnach gar nicht so falsch, ist es doch gerade das Unbesch&#246;nigte, Dreckige und Direkte, was den Stil der beiden so rhetorisch wertvoll macht.</p>
<p>&#196;hnlich verh&#228;lt es sich auch mit Bernemanns drittem Werk, „Satt. Sauber. Sicher.“, welches im Gegensatz zur „Unschuld“-Reihe in einem Hardcover erscheint. Weil es das einfach Wert ist, sagen Autor und Verlag. Nun denn.<br />
Auch in „Satt. Sauber. Sicher.“ bleibt Bernemann seinem Stil treu. Mehrere Geschichten, miteinander verflochten, brachiale Sprache, Gewalt, Drogen und Sex inmitten des Volkes. Doch die Geschichten kommen hier weitaus ausf&#252;hrlicher daher, werden sogar mit Ausschnitten aus Liedtexten angereichert. Ansonsten verh&#228;lt es sich auch hier ziemlich &#228;hnlich wie mit der „Unschuld“-Reihe, obgleich das Buch nicht dazu geh&#246;rt.<br />
Nur ab und an rutscht der Autor in das Plakative ab – manchmal ist weniger eben mehr und es h&#228;tte vielleicht glaubhafter gewirkt, wenn im Protagonisten nicht noch eine Kindheitserinnerung von Inzest hochkommen w&#252;rde. Teilweise ist auch der Sprachgebrauch inzwischen einfach von Grund auf negativ belegt. Wenn der Kuchen im Ofen „verbrennt“, deutet es keineswegs darauf hin, dass er nicht gegessen werden kann. Er backt ganz normal, aber „verbrennen“ klingt eben so sch&#246;n negativ. Tut dem Ganzen jetzt nicht unbedingt nen Abbruch, war in den „Unschuld“-B&#252;chern aber meiner Meinung nach besser gelungen.</p>
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</p>
<p style="text-align: left;">Laut Amazon erwartet mich dann diese oder n&#228;chste Woche das vierte Buch des Ubooks-Autors. „Ich bin schizophren und es geht mir allen gut“ hei&#223;t das Werk, kleine Einblicke gibt es hier:</p>
<p style="text-align: center;"><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/wmHQJMH8FQI&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/wmHQJMH8FQI&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object>
</p>
<p style="text-align: center;"><object width="425" height="344" data="http://www.youtube.com/v/idS_DWgnrqA&amp;hl=de&amp;fs=1" type="application/x-shockwave-flash"><param name="allowFullScreen" value="true" /><param name="allowscriptaccess" value="always" /><param name="src" value="http://www.youtube.com/v/idS_DWgnrqA&amp;hl=de&amp;fs=1" /><param name="allowfullscreen" value="true" /></object></p>
 <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=580&amp;md5=9c5b7992b894a0f386df06a3e7917704" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p> <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=580&amp;md5=9c5b7992b894a0f386df06a3e7917704" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Generation Doof: Wie bl&#246;d sind wir eigentlich?</title>
		<link>http://netzfeuilleton.de/2009/01/generation-doof-wie-bloed-sind-wir-eigentlich/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Jan 2009 16:49:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>OptimusPrime</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drucken & Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Langes Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[Nachdem f&#252;r Big Brother k&#252;rzlich die bereits 128. Staffel begann und am Freitag auch das Dschungel-Camp in die mittlerweile dritte Ausgabe gestartet ist, r&#252;ckt eine nicht schon selten diskutierte Frage in den Fokus der Debatte: Ist die Dummheit eigentlich noch aufzuhalten? Beziehungsweise: Sind wir nicht schon l&#228;ngst darin angekommen? Stefan Bonner und Anne Weiss nahmen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem f&#252;r Big Brother k&#252;rzlich die bereits 128. Staffel begann und am Freitag auch das Dschungel-Camp in die mittlerweile dritte Ausgabe gestartet ist, r&#252;ckt eine nicht schon selten diskutierte Frage in den Fokus der Debatte: Ist die Dummheit eigentlich noch aufzuhalten? Beziehungsweise: Sind wir nicht schon l&#228;ngst darin angekommen?</p>
<blockquote><p>Stefan Bonner und Anne Weiss nahmen sich der Kl&#228;rung der Frage an und wagten eine Bestandsaufnahme.<br />
„Niklas glaubt, der Dreisatz w&#228;re eine olympische Disziplin. Latoya kennt drei skandinavische L&#228;nder: Schweden, Holland und Nordpol. Und Tamara-Michelle h&#228;lt den Bundestag f&#252;r einen Feiertag. Einzelf&#228;lle? Mitnichten. Eine ganze Generation scheint zu verbl&#246;den. Der Staatsanwalt von nebenan erzieht seine Kinder mit der Spielkonsole. Germanistikstudenten sind der deutschen Sprache nicht mehr m&#228;chtig. Eine Karriere als Popstar erscheint dem B&#228;ckerlehrling verlockender als eine solide Ausbildung. Dieses Buch geht der Frage auf den Grund, wie es wirklich um die M&#252;tter, V&#228;ter und Bundeskanzler von morgen steht. Geschrieben haben es zwei Autoren, die mit der Generation Doof per Du sind. Denn es ist ihre eigene.“ (Klappentext)</p></blockquote>
<p>Klingt wie ein Buch, das schon lange h&#228;tte geschrieben werden m&#252;ssen. Eine Offenbarung. Und tats&#228;chlich: Das Konzept des Buches h&#228;tte super funktionieren k&#246;nnen, da gibt es keine Frage. Allerdings h&#228;tte man es in drei Einzelkonzepte splitten m&#252;ssen: eines mit Humor, eines mit der f&#252;r die Kritik notwendigen Distanz und wahlweise auch noch eines mit Geschichten aus dem Umfeld der Autoren. Leider ist das Buch nun aber ein Mix aus allem.<br />
Da reihen sich Formulierungen wie „Die Naddel im Heuhaufen“ und „Des Luders Kern“ an Verweise auf Youtube und Zitate aus Internetforen, die sich wiederum zu Gesellschaftsstudien und lebensnahen Beispielen von Leon Tyler und Fabienne Chantalle (S. 294) gesellen, wobei die Autoren es noch lange nicht dabei belassen, nur bei der Namenswahl in die von RTL-Comedians bereits bis aufs extremste ausgelutschte Klischeekiste zu greifen.</p>
<p>So schwankt das Buch nun also unweigerlich zwischen Klamauk, wissenschaftlich fundierter Anklageschrift und klischeebehafteter Berichterstattung aus dem Krisengebiet hin und her, was letztendlich leider nichts Halbes und nichts Ganzes werden m&#246;chte. Die Autoren sagen zwar von sich selbst ((<a href="http://www.stern.de/panorama/:Generation-Doof-Tausche-Goethe-Stuckrad-Barre/612221.html" target="_blank">Stern.de: &#8220;Tausche Goethe gegen Stuckrad-Barre&#8221;</a>)), dass sie von Anfang an kein reines Sachbuch planten, sondern es schon lustig werden sollte – im Sinne einer Generationen-Schau aus der Sicht der Generation selbst. Doch dieser Ansatz bringt leider (zumindest in der vorliegenden Umsetzung) mehr Nachteile als Vorteile mit sich.<br />
In den Momenten, in denen die Autoren gerade zur H&#246;chstform auflaufen und mal ein paar kritische Ans&#228;tze zu Papier bringen, folgt umgehend die „Wir nehmen uns davon nicht aus, wir geh&#246;ren selber zur Generation Doof“-Parole mit anschlie&#223;endem Beweis aus der „Stefan/Anne erz&#228;hlt“-Schublade. Doch als w&#252;rde es nicht reichen, dass die Autoren sich selber nicht um der Kritik Willen distanzieren wollen, erm&#246;glicht ihnen das zur Schau gestellte Zugeh&#246;rigkeitsgef&#252;hl zur Generation Doof auch noch voreilige Trugschl&#252;sse. Denn was bei den zwei Autoren so war, muss schlie&#223;lich auf die gesamte Generation zutreffen.</p>
<blockquote><p>„Wir sind die Wohlstandskinder, die erste Nachkriegsgeneration, der es nie an etwas gefehlt hat. Im Gegenteil, alles war immer im &#220;berfluss vorhanden: Strom kam aus der Steckdose, Sprudel aus dem Kasten, und wenn mal etwas kaputtging, gab es gleich Ersatz.“</p></blockquote>
<p>&#8230;und daraus kann ja quasi nur eine kollektiv verw&#246;hnte Generation resultieren, nicht wahr?<br />
Damit w&#228;re dann auch schon die Grundthese, die gleichzeitig nahezu die einzige These des Buches ist, formuliert: Die Generation Doof ist eine Generation Spa&#223;. Sie ist verw&#246;hnt, will nichts tun, wei&#223; gar nicht, was Arbeit hei&#223;t, will eben Spa&#223; und somit so wenig wie m&#246;glich Verantwortung f&#252;r ihr Handeln &#252;bernehmen. Das kann man, wenn man m&#246;chte, auf 331 Seiten strecken, verkommt aber nach und nach immer mehr zu einem Aufguss seiner selbst.</p>
<p>Auch der humoristische Ansatz will lediglich in Wortspielen so richtig gelingen. Der von den Autoren gew&#252;nschte Wiedererkennungseffekt beim Leser w&#228;re sicherlich mit einem Qu&#228;ntchen Sarkasmus und Ironie besser erzielt werden k&#246;nnen, als wenn ihm schon alles konsumbereit dargelegt wird. Vielmehr w&#228;re es doch sinnvoll gewesen, das Hirn des Lesers anzuregen. Wenn schon die konkret formulierte Kritik fehlt, warum nicht mit ein paar spitzfindigen Bemerkungen den Leser dazu bringen, die Probleme der Generation selbst zu entdecken?<br />
Letztendlich kommen wir damit auch bei einer Frage an, die sich mir bis heute nicht eindeutig beantworten lassen will:</p>
<p>WER sind die LESER?<br />
An wen richtet sich das Buch?</p>
<p>Und noch mehr Dinge bleiben unbeantwortet: Ist es nun schlimm, dass wir doof sind? Wenn ja, inwiefern? Ist es wirklich doof, wenn wir Goethe nicht kennen? Wo k&#246;nnten wir Goethe denn au&#223;erhalb der Schule noch gebrauchen und hilft uns Stuckrad-Barre ((<a href="http://www.stern.de/panorama/:Generation-Doof-Tausche-Goethe-Stuckrad-Barre/612221.html" target="_blank">Stern.de: &#8220;Tausche Goethe gegen Stuckrad-Barre&#8221;</a>)) nicht am Ende tats&#228;chlich mehr? L&#228;sst sich Doofheit daran festmachen, dass man die in der Schule verlangten Fakten wie „Wie hei&#223;t der erste deutsche Bundespr&#228;sident?“, „Wie hei&#223;en die 3 l&#228;ngsten Fl&#252;sse Deutschlands?„ und „Durch welche Bundesl&#228;nder flie&#223;en sie?“ nicht auf Kommando runterattern kann? Was bedeutet letztendlich dieses „doof“?</p>
<p>Die Frage, was nun genau die Intention der Autoren war, bleibt offen. Schlie&#223;lich stehen die Autoren selbst in einem Konflikt: Soll man eine Generation so &#246;ffentlich kritisieren? Oder soll man es sich lieber nicht mit ihr verscherzen? Soll man am Ende sich selbst kritisieren, indem man die Generation, der man angeh&#246;rt, kritisiert?<br />
Und genauso fraglos, wie die Autoren bei der Kl&#228;rung dieser Frage sind, bleibt auch der Leser am Ende der Lekt&#252;re des 331-Seiten-Werks zur&#252;ck.</p>
<p style="text-align: left;">Idee gut – Umsetzung leider mangelhaft.</p>
<p style="text-align: left;">
<p style="text-align: center;"><span style="color: #888888;">-Affiliate Link-</span><br />
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Generation Doof bestellen</a>
</p>
<p style="text-align: left;">
<p>Kleine Anmerkung meinerseits noch am Ende: Wer doch noch darauf hofft, ein Buch zu finden, welches er hinter dem Klappentext von „Generation Doof“ vermutet h&#228;tte, sollte einfach die hinten im Buch aufgef&#252;hrten Literaturverweise wie Bernhard Buebs „Lob der Disziplin“ nutzen – von dem Mann lernt man am Ende auch wirklich was.</p>
<p><strong>Mehr&#8230;</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://netzfeuilleton.de/category/lesen/buch/">Buchrezensionen beim netzfeuilleton.de</a></li>
<li><a href="http://www.stern.de/panorama/:Generation-Doof-Tausche-Goethe-Stuckrad-Barre/612221.html" target="_blank">Stern.de: &#8220;Tausche Goethe gegen Stuckrad-Barre&#8221;</a></li>
<li><a href="http://www.spiegel.de/unispiegel/wunderbar/0,1518,536379,00.html">SpOn: Interview mit den Autoren</a></li>
<li><a href="http://blog.hannesm.de/2008/05/rezension-generation-doofe-autoren/">Rezension im Frischr Blog</a></li>
</ul>
 <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=466&amp;md5=b2eb933c80dad3d24097c901454b7847" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p> <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=466&amp;md5=b2eb933c80dad3d24097c901454b7847" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>&#8220;Kill your Friends&#8221;</title>
		<link>http://netzfeuilleton.de/2008/12/kill-your-friends/</link>
		<comments>http://netzfeuilleton.de/2008/12/kill-your-friends/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 20 Dec 2008 21:11:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>OptimusPrime</dc:creator>
				<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Langes Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[John Niven]]></category>
		<category><![CDATA[Musikindustrie]]></category>

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		<description><![CDATA[„Kill your Friends“ hei&#223;t der neue Hype aus dem Hause Heyne, welcher uns vom Intro-Magazin empfohlen und von der taz zum „American Psycho“ der Musikindustrie ernannt wurde. Das Buch beschreibt das Jahr 1997 und dreht sich um Steven Stelfox, einen A&#38;R, dessen Leben neben Geld scheffeln fast vollst&#228;ndig aus Drogen und Sex besteht; Themengebiete, die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„Kill your Friends“ hei&#223;t der neue Hype aus dem Hause Heyne, welcher uns vom Intro-Magazin empfohlen und von der taz zum „American Psycho“ der Musikindustrie ernannt wurde.<br />
Das Buch beschreibt das Jahr 1997 und dreht sich um Steven Stelfox, einen A&amp;R, dessen Leben neben Geld scheffeln fast vollst&#228;ndig aus Drogen und Sex besteht; Themengebiete, die er fast schon zwanghaft bis an das Maximum der Extreme auslebt. Nur was das Geld scheffeln angeht, k&#246;nnen ihm Andere noch viel gr&#246;&#223;ere Extreme vorleben. Seinem Lifestyle entsprechend hat man sich den Protagonisten auch vorzustellen: Stelfox ist ein Mensch, der sich niemals f&#252;r sein Verhalten entschuldigt und stets der Meinung ist, dass er das einzig richtige tut. Einer, der dauernd davon redet, dass eines Tages alle Menschen um ihn herum „bezahlen“ werden und dabei kein einziges Wort dar&#252;ber verliert, was denn der Grund daf&#252;r sei – es sei denn, man erkennt Eifersucht als Grund an.</p>
<blockquote><p>&#8220;Jemand, der seinen Lebensunterhalt damit bestreitet, den Geschmack von Millionen geschmacklosen Schwachk&#246;pfen zu antizipieren und zu modellieren, muss sich im Klaren dar&#252;ber sein, dass seine Gef&#252;hle so universell sind, dass die Dinge, die er denkt und f&#252;hlt, von Millionen von anderen Menschen gedacht und gef&#252;hlt werden.&#8221;</p></blockquote>
<p>Abgestumpft und nahezu gleichg&#252;ltig, wie der Protagonist im vorderen Teil des Buches vorgestellt wird, ist es so auch kein Wunder, dass er eines Nachts spontan seinen Vorgesetzten auf brutale Wiese ermordet, da er sich die beste Chance auf die Nachfolge im Vergleich zu seinen Kollegen zuschreibt. Denn Stelfox geht es nicht darum, Musikern zu ihrem Erfolg zu verhelfen. Es geht ihm darum, sich mit Musikern zu seinem eigenen Erfolg zu verhelfen und seinen Kollegen hingegen so viele Beine wie m&#246;glich zu stellen. An dieser Stelle kommt Woodham als ermittelnder Polizist ins Spiel, der den nahezu perfekten Mord zu wittern scheint. Gl&#252;cklicherweise ist dieser gleichzeitig hobbym&#228;&#223;ig Musiker und so kommt eines zum anderen – Stelfox versucht Woodham einen Deal zu beschaffen, um diesen von weiteren Ermittlungen gegen ihn abzuhalten. Bezeichnend hierbei f&#252;r Stelfox&#8217; Charakter ist die Tatsache, dass sein Leben ungeachtet eines begangenen Mordes ganz „normal“ weiter gef&#252;hrt wird, lediglich Woodham l&#228;sst ihn ab und an zittern.</p>
<p>Nun stellt sich angesichts dieses Szenarios die Frage – gibt es ein Happy End? Doch um dies zu beantworten, ist zuerst die Antwort auf die Frage n&#246;tig: Was w&#228;re denn ein Happy End?<br />
Denn obwohl Stelfox als gewissenloses, egoistisches Schwein dargestellt, das Menschen in Sekundenbruchteilen zu kategorisieren vermag, was von abgrundtief verankerter Oberfl&#228;chlichkeit zeugt, neigt man in gewissen Situationen doch zu extrem starker Sympathie und ist dabei nicht selten erschrocken &#252;ber sich selbst. Wenn Stelfox beispielsweise gedanklich &#252;ber alternative Bezeichnungen f&#252;r das Wort „Koks“ philosophiert, w&#228;hrend seine Dialogpartner der festen &#220;berzeugung sind, bei ihm auf einen guten Zuh&#246;rer gesto&#223;en zu sein, mag man es ihm oft auch gar nicht ver&#252;beln. Besonders deutlich wird dieses Gef&#252;hl in jenen Szenen, in denen Nachwuchsbands oder -acts auftauchen, die utopische Vorstellungen vom Leben als Star haben. So auch die total untalentierte Band Songbirds – bestehend aus vier minderj&#228;hrigen M&#228;dchen von der Stra&#223;e, die Stelfox trotz dieses Mangels unter Vertrag nahm, da diese sich sehr gut „als Wichsvorlagen eignen“ w&#252;rden und daher dennoch Profit versprechend sind. Dem entsprechend l&#228;uft die Arbeit im Studio:</p>
<blockquote><p>Ich lese in der Financial Times, w&#228;hrend Allan, der Produzent, mit dem Autotune herumdilletiert – einem Studioger&#228;t, das theoretisch in der Lage ist, einem mit Rasierklingen und Wichse gurgelnden Penner wie Pavarotti klingen zu lassen. [...]<br />
„Lass sie noch ein wenig herumprobieren, dann erz&#228;hl ihnen, es w&#228;re gro&#223;artig, und schick sie nach Hause. Wir engagieren ein paar S&#228;ngerinnen und lassen es morgen Nacht richtig machen.“</p></blockquote>
<p>Doch pl&#246;tzlich kommt alles ganz anders: statt den neuen Posten als Chef der A&amp;R-Abteilung angeboten zu bekommen, kriegt Stelfox nun den bisherigen Chef der Konkurrenzfirma als neuen Vorgesetzten. Dieser bringt einen ganz frischen Wind in die Firma, womit auch neue Forderungen an die Mitarbeiter herangetragen werden: Stelfox muss pl&#246;tzlich richtig arbeiten. Zudem bringt dieser noch gleich die zwei hei&#223;esten Acts auf dem Markt als Signings mit und macht Stelfox somit zus&#228;tzlich Druck, w&#228;hrend dieser immer noch um einen Deal f&#252;r die Polizisten Woodham bem&#252;ht ist und zeitgleich erf&#228;hrt, dass seine Sekret&#228;rin in ihn verliebt ist und von seinem Mord wei&#223;.</p>
<p>Der Autor John Niven, der selber zehn Jahre als A&amp;R arbeitete (und Coldplay keinen Deal gab, da er in ihnen nur ein Radiohead-Plagiat sah), will laut eigener Aussage mit diesem Buch den &#252;blichen Lifestyle der Musikindustrie darstellen und gleichzeitig kritisieren, ohne ihn dabei zu &#252;bertreiben – denn das scheint er augenscheinlich auch gar nicht zu m&#252;ssen. Der Schreibstil, angef&#252;llt mit Sex- und Drogenszenarien, wirkt zuerst noch plakativ und k&#252;nstlich provozierend, hat aber im Laufe des Buches den Effekt, dass man sich dem Protagonisten immer weiter ann&#228;hert – man stumpft angesichts solcher Dinge ab und erkennt die geschilderte Realit&#228;t auch als Normalit&#228;t an. Zwischenzeitlich hat das Buch sogar stark humoristische Z&#252;ge, die Beschreibung der Tanzversuche der Songbirds als auch die  der ersten Techno-Oper der Welt treiben einem die Tr&#228;nen in die Augen.<br />
Wer sich also nicht an extremer Sprache und expliziten Sex- und Mordschilderungen st&#246;rt und Interesse an einem spannenden Einblick in die Musikwelt vor der Jahrhundertwende mit schwarzem Humor hat, ist mit diesem Buch bestens bedient.</p>
<blockquote><p>„Um es mit den Doors auszudr&#252;cken: &#8216;Weird scenes inside the goldmine&#8217;[...]“</p></blockquote>
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<p><strong>Links</strong></p>
<ul>
<li><a href="http://www.intro.de/magazin/buecher/23046496/john_niven_kill_your_friends" target="_blank">Intro &#252;ber das Buch</a></li>
<li><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/431769">John Niven im jetzt.de Interview</a></li>
<li><a href="http://www.taz.de/1/leben/buch/artikel/1/schmutziger-als-schmutz/?src=TE&amp;cHash=067a94d1ea">&#8220;Kill your Friends&#8221; in der taz</a></li>
<li><a href="http://blog.hiphop.de/optimusprimetime" target="_blank">Zum Blog von Optimus Prime</a></li>
</ul>
 <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=317&amp;md5=3d8b7d11619c14a7c80d6699c35b74fe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p> <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=317&amp;md5=3d8b7d11619c14a7c80d6699c35b74fe" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Sixtus VS. Lobo</title>
		<link>http://netzfeuilleton.de/2008/12/sixtus-vs-lobo/</link>
		<comments>http://netzfeuilleton.de/2008/12/sixtus-vs-lobo/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 10 Dec 2008 00:46:11 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jannis Kucharz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Video]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>

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		<description><![CDATA[]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><embed name="player" src="http://content.fliqz.com/components/1c943b11397f44b4b955d0a6ac94423b.swf" type="application/x-shockwave-flash" bgcolor="#FFFFFF" menu="true" allowfullscreen="true" flashvars="hidepanel=1&amp;file=64b382b0fa634132a2656dd8c3db346a" width="350" height="292"></p>
 <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=215&amp;md5=b372f3970f4720d6d241f04374aaac09" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p> <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=215&amp;md5=b372f3970f4720d6d241f04374aaac09" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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	</item>
		<item>
		<title>Deutschlands sexuelle Trag&#246;die</title>
		<link>http://netzfeuilleton.de/2008/12/deutschlands-sexuelle-tragodie/</link>
		<comments>http://netzfeuilleton.de/2008/12/deutschlands-sexuelle-tragodie/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 08 Dec 2008 21:24:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>OptimusPrime</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drucken & Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Featured]]></category>
		<category><![CDATA[Langes Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Generation  Porno]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zuge der Ver&#246;ffentlichung des vor kurzem erschienenen &#8220;Deutschlands Vergessene Kinder&#8221;-Samplers brachten die Mitarbeiter der Arche zwei B&#252;cher heraus, das gleichnamige &#8220;Deutschlands Vergessene Kinder&#8221; als auch &#8220;Deutschlands Sexuelle Trag&#246;die&#8221;. Letzteres lag Freitag letzter Woche in meinem Briefkasten. Das Buch gliedert sich in viele 3-bis-5-seitige Geschichten &#252;ber die Einzelschicksale von vielen der Kinder, die die Mitarbeiter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Zuge der Ver&#246;ffentlichung des vor kurzem erschienenen &#8220;Deutschlands Vergessene Kinder&#8221;-Samplers brachten die Mitarbeiter der Arche zwei B&#252;cher heraus, das gleichnamige &#8220;Deutschlands Vergessene Kinder&#8221; als auch &#8220;Deutschlands Sexuelle Trag&#246;die&#8221;. Letzteres lag Freitag letzter Woche in meinem Briefkasten.<br />
Das Buch gliedert sich in viele 3-bis-5-seitige Geschichten &#252;ber die Einzelschicksale von vielen der Kinder, die die Mitarbeiter der Arche im Laufe ihrer Arbeit dort kennen gelernt haben, dazu gesellen sich zusammenfassende Erkenntnisse und Anmerkungen der Autoren zu jeweils einem B&#252;ndel von Geschichten. Schon im Vorwort wird deutlich, was das Hauptanliegen der Autoren bei der Ver&#246;ffentlichung war:<br />
Die Problematik nicht l&#228;nger totzuschweigen.</p>
<blockquote><p>&#8220;Das einstige Tabu, mit dem das Thema Sexualit&#228;t behaftet war, ist l&#228;ngst dem Tabu gewichen, &#252;ber die Folgen der sexuellen Freiz&#252;gigkeit zu sprechen. Dass es Sexsucht, Pornografiesucht und extreme sexuelle Verwahrlosung gibt, wird nur selten thematisiert.&#8221;</p>
<p>- Thomas Schirrmacher im Vorwort</p></blockquote>
<p>Als Schwerpunkt f&#252;r die L&#246;sung kristallisieren sich recht schnell die Knackpunkte heraus. Die Eltern (,wenn man denn davon sprechen kann, da in den meisten F&#228;llen nur eine Mutter im Umfeld des Kindes anwesend ist,) und deren Umgang mit Sexualit&#228;t, quasi die durch das Vorbild der Eltern erlebte Wertevermittlung. So ist es in den beschriebenen Familien keine Seltenheit, dass Kinder gemeinsam mit den Eltern Pornos schauen oder ihnen direkt beim Sex zuschauen, oder andersrum: die Eltern gerne mal ins Zimmer kommen, wenn der Sohn gerade aktiv ist. In ganz prek&#228;ren F&#228;llen schl&#228;ft auch die Mutter mit den Freunden der Tochter und zwingt die Tochter zu einem Dreier mit dem Stiefvater.<br />
&#8220;Ist doch was ganz nat&#252;rliches, ist doch nur Sex&#8221; ist dann meistens die Begr&#252;ndung. Dass die fr&#252;he Konfrontation mit diesem Thema oft die Kinder f&#252;r das ganze Leben sch&#228;digt, ist keinem Elternteil bewusst. Der vorgelebte Lebensstil vermittelt keinerlei Zusammenhang zwischen Liebe und Sex, Kinder sehen st&#228;ndig ihre Mutter den Partner wechseln und leben es nach, investieren gar keine Kraft in den Versuch, eine Beziehung lange aufrecht zu erhalten.</p>
<p>Viele Kinder erfahren zu Hause eine emotionale Distanz, da die Mutter genug mit ihren eigenen Probleme zu tun hat, und sehen Sex als eine Art Hochleistungssport, wo man sich mit geringem Einsatz schnell Anerkennung holen kann. Nicht selten wissen schon 15-J&#228;hrige nicht mehr, mit wie vielen Leuten sie schon im Bett waren, aber prahlen daf&#252;r gerne damit, was sie im Bett so &#8220;drauf haben&#8221;. Und wenn eine 14-J&#228;hrige auf einer Klassenfahrt 4 Jungs nacheinander in einem Zimmer oral befriedigt, ein Junge dann mehr will und sie daraufhin vergewaltigt, w&#228;hrend die anderen 3 ihn anfeuern &#8211; und der Lehrer dann noch sowas wie &#8220;Wie kannst du denn sagen, dass du das nicht wolltest, wo du vorher gleich mit vier Jungs im Bett warst&#8221; erwidert &#8211; dann wei&#223; man irgendwie schon gar nicht, was jetzt das krasseste an dieser Geschichte ist.</p>
<blockquote><p>&#8220;Da ergiebt sich, da&#223; Moral-Predigen leicht, Moral-Begr&#252;nden schwer ist.&#8221;<br />
-Arthur Schopenhauer</p></blockquote>
<p>Nun k&#246;nnte man nat&#252;rlich meinen, dass diese Entwicklung nur eine kleine Gruppe der Gesellschaft betrifft, die zudem dem so genannten Prekariat zuzuordnen ist. Doch es finden sich auch Kinder im Buch, deren Eltern Lehrer oder Polizisten, also im weitesten Sinne Beamte sind. Eine Journalistin trug an einen der Autoren die Frage heran, ob denn diese Schicht nicht f&#252;r immer unter sich bleiben w&#252;rde und diese Dynastien nicht geschlossene Kreise w&#228;ren &#8211; also im Prinzip ja f&#252;r die Gesellschaft keine Gefahr best&#252;nde &#8211; woraufhin dieser ganz entsetzt reagierte.<br />
Nat&#252;rlich ist es ein Fakt, dass der Gro&#223;teil dieser sexuellen Verwahrlosung Menschen aus oder in sozialen Brennpunkten betrifft und die gesellschaftliche Oberschicht seltener davon betroffen ist. Ein ebenso wichtiger Fakt ist allerdings, dass gerade diese Oberschicht viel seltener und weniger Kinder bekommt als die von der Journalistin angesprochene Unterschicht. Denn Verh&#252;tung spielt bei guten 95% der Kinder in der Arche gar keine Rolle, weder wegen Schwangerschaft, noch wegen Geschlechtskrankheiten. &#220;bertr&#228;gt man die Aussagen der Kinder mal auf das ganze Land, m&#252;ssten 80% der Deutschen eine Latexallergie haben und k&#246;nnten deshalb ja leider keine Kondome benutzen.</p>
<p>Doch das Buch ist kein einzig gro&#223;er Klagebericht. Neben den bereits angesprochenen Kommentarseiten der Autoren, die die Probleme nochmal auflisten und aufzeigen, wie man diese umgeht, finden sich in diesem Buch auch zwei-drei Kinder, denen der Weg aus dieser verwahrlosten Lage gelungen ist. Wichtig daf&#252;r war in erster Linie, dass die Kinder es selber wollen; dass ihnen bewusst wird, dass in ihrem Leben was schief l&#228;uft und dass die Realit&#228;t, die sie erleben, keineswegs Normalit&#228;t bedeutet. Daf&#252;r stehen vor allem Bildung und Aufkl&#228;rung im Fokus, ferner das Erlernen des richtigen und reflektierten Umgangs mit Medien und das hautnahe Erleben von Vorbildern anhand der Eltern.</p>
<p>Meine Kaufempehlung hat das Buch jedenfalls.</p>
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<p style="text-align: left;">Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.bild.de/BILD/news/vermischtes/2008/06/20/deutschlands-sex-tragoedie/arche-interview/interview-wolfgang-buescher.html"> Bild.de-Interview mit Wolfgang B&#252;scher</a></li>
<li> <a href="http://www.kinderprojekt-arche.de/karte.htm">Die Arche</a></li>
<li> <a href="http://rap.de/features/816/t1">Rap.de &#8211; Deutschlands Vergessene Kinder</a></li>
<li> <a href="http://www.deutschlands-vergessene-kinder.info/">www.deutschlands-vergessene-kinder.info</a></li>
<li><a href="http://blog.hiphop.de/OptimusPrimeTime/">OptimusPrime Blog</a></li>
</ul>
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<p style="text-align: left;">
 <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=147&amp;md5=d7c504cd2fb5ee455811ab3bd25a553f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p> <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=147&amp;md5=d7c504cd2fb5ee455811ab3bd25a553f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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		<title>Apples von Richard Milward</title>
		<link>http://netzfeuilleton.de/2008/10/155/</link>
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		<pubDate>Fri, 17 Oct 2008 21:59:15 +0000</pubDate>
		<dc:creator>OptimusPrime</dc:creator>
				<category><![CDATA[Drucken & Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Langes Lesen]]></category>
		<category><![CDATA[Bücher]]></category>
		<category><![CDATA[Generation  Porno]]></category>
		<category><![CDATA[Sex]]></category>

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		<description><![CDATA[&#8220;Apples&#8221; hei&#223;t der Erstling des 1984 geborenen Briten Richard Milward, der in diesen Tagen in deutscher &#220;bersetzung im Blumenbar Verlag erscheint. Aufgewachsen in Middlesbrough, verlagert der Autor die Handlung des Buches in eben diese Stadt und gibt dem Leser einen unbesch&#246;nigten Eindruck davon, wie es ist, dort seine Jugend zu verbringen. Partys, Drogenexzesse und Sex [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>&#8220;Apples&#8221; hei&#223;t der Erstling des 1984 geborenen Briten Richard Milward, der in diesen Tagen in deutscher &#220;bersetzung im Blumenbar Verlag erscheint. Aufgewachsen in Middlesbrough, verlagert der Autor die Handlung des Buches in eben diese Stadt und gibt dem Leser einen unbesch&#246;nigten Eindruck davon, wie es ist, dort seine Jugend zu verbringen. Partys, Drogenexzesse und Sex dominieren das Leben der Teenager.</p>
<p>Nicht ohne Grund wurden die Hauptfiguren von &#8220;Apples&#8221; auf die Namen Adam und Eve getauft. Die Rollenverteilung steht der in der Bibel in nichts nach &#8211; Adam ist der nette Typ von nebenan, Eve hingegen wird von der S&#252;nde nahezu angezogen. W&#228;hrend Adam von seinem Vater beim Wichsen auf dem Dachboden erwischt wird, ist Eve schon l&#228;ngst zu der Erkenntnis gekommen, dass Jungs einen eher lecken, wenn man den Intimbereich rasiert hat &#8211; gegens&#228;tzlicher k&#246;nnte es kaum sein.<br />
So weit, so gut. W&#252;nschenswert w&#228;re es nat&#252;rlich, wenn Adam seinen Schwarm Eve aus dieser Welt rausholen k&#246;nnte, doch da das Leben kein Ponyhof ist, ist genau das Gegenteil der Fall &#8211; langsam, aber sicher erh&#228;lt Adam Einzug in die Partywelt. Ob er dadurch an Eve heran kommt, verrate ich nicht, nur so viel: Ein Walt-Disney-Happy-End sieht jedenfalls anders aus.</p>
<p>W&#228;hrend <a href="http://blog.hiphop.de/OptimusPrimeTime/">OPT-Leser</a> sich hoffentlich eher mit Adam identifizieren, sei noch gesagt &#8211; das Buch ist aus wechselnden Perspektiven geschrieben. Meist informieren Eve und Adam aus der Ich-Perspektive &#252;ber das Geschehen &#8211; wobei sich schon deutliche Unterschiede ausmachen lassen &#8211; aber auch anwesende Schmetterlinge, Stra&#223;enlaternen und Mitsch&#252;ler kommen ab und zu zu Wort. Das ist nat&#252;rlich insofern interessant, als dass man auch mal sehen kann, wie die Anderen so denken, statt nur in seiner eigenen Gedankenwelt zu verharren.<br />
Warum will Claire mit dem Typen zusammen sein, der sie auf der Party, w&#228;hrend sie ohnm&#228;chtig war, vergewaltigt hat? Wei&#223; sie das denn nicht, dass er das war? Doch, sie wei&#223; es. Aber aus der Perspektive des M&#228;dchens macht es pl&#246;tzlich Sinn.</p>
<blockquote><p>Diese Woche waren Ferien [...] und der einzige Junge, der sich blicken lie&#223;, war Clinton; [...] er hatte die Angewohnheit, einen zu vergewaltigen, aber er war meine einzige Chance auf eine ernsthafte Beziehung.</p></blockquote>
<p>Na, da sieht man das doch gleich mit ganz anderen Augen und findet die Entscheidung nachvollziebar, oder?<br />
Auch Eve hat ihre ganz eigene Sicht der Dinge, was Jungs angeht.</p>
<blockquote><p>Jungs waren wie Hunde. Alle wollten sie ihre dicken, triefenden Schw&#228;nze in einen reinstecken, einen danach nie wiedersehen und es dann bei der N&#228;chsten versuchen. M&#228;dchen waren dagegen viel anspruchsvoller und reifer, also liefen Debbie und ich Arm in Arm los, um uns weiter zu besaufen.</p></blockquote>
<p>Weibliche Logik ist eigentlich vollkommen simpel, oder? Hat auch einige Schw&#228;nze gedauert, bis Eve das rausgefunden hat. Andererseits ist es ihr dann aber auch nicht recht, wenn er am n&#228;chsten Morgen noch was von ihr wissen will.</p>
<blockquote><p>Sein Schwanz war schlaff von den Poppers. Wir blieben bis acht oder neun im Bett, uns dr&#246;hnten die K&#246;pfe als h&#228;tte jemand einen Eimer dr&#252;bergest&#252;lpt. Ich zog meine Calvin-Klein-Unterhose an und ging ins Bad. Er wollte nat&#252;rlich, dass ich zur&#252;ck ins Bett kam, aber ich war zu fertig, und morgens fand ich Anfassen immer eher unangenehm. Mein Hirn war wie weggeblasen. Ich macht mich kurz frisch, dann brachte er mich zur Bushaltestelle, und ich musste ihm einen Abschiedskuss geben, aber es war mir egal, ob er mich anrufen w&#252;rde. Unser Atem roch s&#252;&#223;lich wie ein M&#252;llwagen.</p></blockquote>
<p>Abschlie&#223;end noch ein paar Worte vom Autor:</p>
<p>Als ich 15 Jahre alt war, schien das ein wirklich seltsames Alter zu sein, in dem M&#228;dchen pl&#246;tzlich zu Frauen heranreiften, w&#228;hrend Jungs immer noch eher zuhause blieben und Computer oder Fu&#223;ball spielten, ein gewaltiger Abstand also. Die einzige Chance f&#252;r mich, auszugehen und zu trinken war damals also, mit M&#228;dchen unterwegs zu sein. Ich glaube, es ist generell ein Albtraum, auf der ganzen Welt, aber besonders in Nordengland, wie extrem M&#228;dchen von Jungs bel&#228;stigt werden, und damals habe ich wirklich eine starke Empathie entwickelt, ich habe gro&#223;en Respekt vor M&#228;dchen bekommen, und ich konnte die Dinge viel mehr aus ihrer Perspektive sehen, anstatt einfach nur zu versuchen, sie ins Bett zu kriegen. Deshalb habe ich, glaub ich, das Buch geschrieben.</p>
<p>Kaufen!</p>
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<p>Links:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.focus.de/kultur/buecher/jugendroman-teenies-zwischen-sex-und-gewalt_aid_305290.html"> Focus.de &#8211; Teenies zwischen Sex und Gewalt</a></li>
<li><a href="http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/435152"> Jetzt.de &#8211; &#8220;Fr&#252;her waren die B&#246;sen wie Liam Gallagher. Heute sind sie wie Amy Winehouse.&#8221; Interview</a></li>
<li><a href="http://www.br-online.de/bayern2/zuendfunk/zuendfunk-kultur-thema-apples-ID1211980021169.xml">BR-Online &#8211; Richard Milward und sein Anti-Macho-M&#228;rchen</a></li>
<li><a href="http://blog.hiphop.de/OptimusPrimeTime/">OptimusPrime-Blog</a></li>
</ul>
 <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=155&amp;md5=b6567eb9e8c6c29664b9e5828f237d6f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p> <p><a href="http://netzfeuilleton.de/?flattrss_redirect&amp;id=155&amp;md5=b6567eb9e8c6c29664b9e5828f237d6f" title="Flattr" target="_blank"><img src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/plugins/flattrss/img/flattr-badge-large.png" alt="flattr this!"/></a></p>]]></content:encoded>
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