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	<title>netzfeuilleton.de &#187; Blogosphäre</title>
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		<title>Jon Stewart Skullf#@ks the Blogosphere</title>
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		<pubDate>Mon, 08 Feb 2010 14:23:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jannis Kucharz</dc:creator>
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Ob wir mit der Bezeichnung <a href="http://netzfeuilleton.de/2009/03/jon-stewart-der-raecher-der-enterbten/">&#8220;Jon Stewart, R&#228;cher der Enterbten&#8221;</a> auch &#252;bertrieben haben?</p>
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		<title>Meuterei auf der Bounty</title>
		<link>http://netzfeuilleton.de/2009/07/meuterei-auf-der-bounty/</link>
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		<pubDate>Wed, 08 Jul 2009 08:36:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Jannis Kucharz</dc:creator>
				<category><![CDATA[Politik]]></category>
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			</a>
		</div>
<p>Auf dem <a href="http://www.hr-online.de/website/specials/ftoj/index.jsp?rubrik=13714&amp;key=standard_document_37374024&amp;mediakey=fs/allgemein/20090626_podiumsdiskussion&amp;type=v">Podium des Frankfurter Tag des Onlinejournalismus sprach</a> ich noch davon, dass &#8220;das Netz&#8221; sehr selten einer Meinung ist. Bisher war das eigentlich nur im Fall der &#8220;<a href="http://netzfeuilleton.de/tag/zensursula/">Zensursula</a>&#8221; so, was schwang doch dort f&#252;r ein Aktionsdrang durch das Twitterweb; ein Ruck ging durch die Blogosph&#228;re. Einheitlich marschierte man Richtung Bundestag, auch in Form der Piratenpartei, die bei der europawahl immerhin aus dem Stand auf 0,9% der deutschen Stimmen kam.<br />
Mit dieser Einheit ist es, <a href="http://netzfeuilleton.de/2009/06/ueberschaetzt-sich-das-internet/">wie von Pell prophezeit</a>, vorbei.</p>
<p>Zumindest was die Causa Piratenpartei angeht sind die Meinungen gespaltener denn je. Grund daf&#252;r ist <a href="http://wiki.piratenpartei.de/Benutzer:Bodo_Thiesen">Bodo Thisen</a>, der auf der Bundesparteitag am Wochenende zum Ersatzrichter gew&#228;hlt wurde und dessen geschichtliches Verst&#228;ndnis f&#252;r einiges Stirnrunzeln sorgt. So zweifelte Bodo Thiesen mehrmals die Geschichtsschreibung bez&#252;glich Nazideutschland und dem Holocaust an, unter anderem mit der Aussage:</p>
<blockquote>
<p style="text-align: left;">&#8220;Solange der Holocaust als gesetzlich vorgeschriebene Tatsache existiert, sehe ich keine M&#246;glichkeit, diesen neutral zu beschreiben. Zur Erinnerung an vergangene Zeiten. Es gab auch mal andere Doktrinen, z. B. die &#8220;Tatsache&#8221;, dass die Erde eine Scheibe sei. Diese Doktrin unterscheidet sich von der Holocaust-Doktrin im wesentlichen durch folgende Punkte: 1.) Heute existiert diese Doktrin nicht mehr, daraus folgend konnte 2.) offen dar&#252;ber diskutiert werden, und Nachforschungen angestellt werden, und daraus folgt 3.) dass festgestellt wurde, dass diese Doktrin schlicht falsch war.&#8221;</p>
<p style="text-align: right;">[<a href="http://txtb.in/3a3">Quelle</a>, <a href="http://www.fixmbr.de/quo-vadis-piratenpartei/">via</a>]</p>
</blockquote>
<p>Diese und andere Zitate sorgten f&#252;r einen Sturm in Blogs und auf Twitter. Da wurde dann wortreich diskutiert, ob Holocaustleugnung von der Meinungsfreiheit gedeckt sei. Da schwangen sich viele auf, als Verfechter in Richtung &#8220;<a href="http://mspr0.de/?p=813">man m&#252;sse doch mal alles sagen d&#252;rfen</a>&#8221; und es wurde &#252;berlegt, wo <a href="http://www.malte-welding.com/2009/07/07/pirat-uber-bord/">h&#246;rt Meinung auf und wo f&#228;ngt Fakt an</a>?<br />
<a href="http://www.spreeblick.com/2009/07/07/meinungsfreibeuter/#more-19618"> Johnny H&#228;u&#223;ler schrieb dazu</a> recht abschliessend:</p>
<blockquote><p>Wenn wir die Relativierung des Holocaust als Spinnerei ignorieren, lassen wir dann auch sexistische &#196;u&#223;erungen am Arbeitsplatz wieder zu und tun wir schwulenfeindliche &#196;u&#223;erungen als harmlos ab? Wenn uns egal ist, dass ein Politiker &#246;ffentlich Juden verh&#246;hnt, zucken wir dann auch mit den Schultern, wenn ein Lehrer unseren Kindern begeistert von den seiner Meinung nach guten Taten Hitlers berichtet? Lassen wir es gesellschaftlich zu, wenn Tausende Fu&#223;ball-Fans einem schwarzen Spieler ihre Meinung in Form von „Neger! Neger!“-Sprechch&#246;ren mitteilen?</p></blockquote>
<p>Besonders hitzig war aber der Punkt, wie eine Piratenpartei, die sich die Freiheit auf die schwarze Fahne gedruckt hat, mit einem solchen Mitglied umzugehen hat. Inzwischen hat sie mit einer <a href="http://piratenpartei.de/node/810">Distanzierung </a>reagiert, dennoch h&#228;lt unter anderem <a href="http://www.fixmbr.de/ich-mach-dich-fertig-du-sau/">F!XMBR seine negative Wahlempfehlung </a>aufrecht.</p>
<p>Vergessen ist also die gemeinsame Sto&#223;richtung mit der die Netzgemeinde die etablierte Politik lehren wollte: <a href="http://twitter.com/343max/status/2228357957">&#8220;Ihr werdet euch noch w&#252;nschen,wir w&#228;ren politikverdrossen.&#8221;</a> Zumindest die Piratenpartei hat unter den Netzanh&#228;ngern als breit akzeptierte Wahlalternative einen ordentlichen Riss. Dabei sollte sich  wohl jeder &#252;berlegen, als was er die Piratenpartei w&#228;hlen wollte. In der Hoffnung, dass sie sich als die neuen Gr&#252;nen in der Parteienlandschaft etablieren, oder als Schuss vor den Bug der anderen Parteien, um diese zu zwingen Netzpolitik auf die Agenda zu setzen.<br />
F&#252;r letzteres taugt die Piratenpartei noch immer, f&#252;r ersteres <a href="http://blog.fink.sh/index.php?/archives/498-Selbst-ein-Nerd-ist-mehr,-als-ausschliesslich-ein-Nerd.html">braucht sie noch </a>viel Zeit.</p>
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		<title>&#220;bersch&#228;tzt sich das Internet?</title>
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		<pubDate>Sat, 20 Jun 2009 19:07:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Pell</dc:creator>
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			</a>
		</div>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://netzfeuilleton.de/wordpress2/wp-content/uploads/2009/06/3644033396_293b8fedd81.jpg" alt="" /></p>
<p style="text-align: left;">In den letzten Wochen k&#228;mpfte das Internet gegen ein Gesetz, das in vielerlei Hinsicht Zweifel aufkommen l&#228;sst. Teils mit gro&#223;er Energie, klaren Begr&#252;ndungen und interessanten Erfolgen, teils mit populistischem Wahn und fanatischem Druck. Eine Ministerin hat nun einen historischen Beinamen erhalten, einige &#196;nderungen am Gesetzesentwurf wurden vorgenommen und trotzdem scheiterte der Aktionismus letztendlich.</p>
<p><a href="http://generation-zweinull.com/2009/06/20/dabei-faengt-es-doch-gerade-erst-an/">Und</a> <a href="http://www.dhaunsch.com/2009/06/18/aufmunternde-worte-aufbruch/">doch</a> <a href="http://www.metronaut.de/?p=925">feiert man</a> <a href="http://zwanzigprozent.wordpress.com/2009/06/20/das-war-erst-der-anfang-oder/">sich</a> an vielen Stellen selbst, sich und das Internet, sich und „die Community“, sich und die Zusammenarbeit – sich und die Erfolgslosigkeit? Man kann sich dar&#252;ber freuen, dass so viele Menschen mobilisiert werden konnten, die Mahnwache schnell ihre Mitglieder fand, gleichzeitig auch, dass eine Petition in wenigen Wochen &#252;ber 100.000 Menschen gewinnen konnte. Auch zeigte das Netz durchaus politisch zu sein, sofern es betroffen ist. Lob an dieser Stelle ist sicher berechtigt, aber von besonderem Stolz kann auch hier nicht gesprochen werden. Wieviele Politiker &#228;u&#223;erten sich wirklich zu der Kritik in den ganzen Blogs? Hat die Petition jemals starke Erw&#228;hnung gefunden? Wer las <a href="http://netzfeuilleton.de/2009/06/ein-missbrauchsopfer-spricht-teil-1/">all</a> <a href="http://netzfeuilleton.de/2009/06/ein-missbrauchsopfer-spricht-teil-2/">die</a> <a href="http://netzfeuilleton.de/2009/05/ein-konsument-von-pornographie-mit-kindern-spricht/">M&#252;hen</a>, bis auf die Schaffenden selbst?</p>
<p>Wenn sich die SPD f&#252;r das Gesetz entschloss, um reisserischen &#220;berschriften zu entkommen, kann der gro&#223;e Aktionismus der Internetcommunity doch wirklich nicht nur gefeiert werden. Wo blieben die <a href="http://www.spreeblick.com/2009/06/19/die-yes-men-haben-wieder-gefakete-zeitungen-verteilt/">relevanten</a> Schritte der gro&#223;en Alphatiere, die sich sichtlich bem&#252;hten, aber doch keinen Eindruck in der Politik hinterlie&#223;en? Wieso schaffte es niemand, sich vor die Fernsehkameras einer Polittalkschow zu stellen? Wo Medieninkompetenz gegen&#252;ber der einen Seite laut wird, fragt man sich zuweilen, ob man im Internet nicht zu sehr vom eigenen Medium &#252;berzeugt zu sein scheint. W&#228;hrend man &#252;ber Blogs, Twitter und Foren auf sich aufmerksam machen konnte, war es der SPD dennoch wichtiger, die Menschen, die nicht so stark im Internet zu finden sind, nicht als W&#228;hler zu verlieren.</p>
<p>Obwohl also „Zensursula“ f&#252;r <a href="http://search.twitter.com/search?q=zensursula">jeden informierten</a> <a href="http://www.kels.de/">Internetnutzer ein</a> Begriff ist, verschlossen sich die Mainstream-Medien vor der Berichterstattung. Nat&#252;rlich kann man nun mit dem Finger zeigen und die blinden gro&#223;en Tiere beschuldigen oder sich an die eigene  Nase fassen und diese Niederlage vielleicht als kleinen Appell sehen, der doch in klarer Linie aussagt, dass man &#252;ber den Tellerrand zu schauen hat, wenn man mehr als die ohnehin schon &#252;berzeugte Gemeinschaft auf die eigene Seite ziehen will.</p>
<p>Das Internet, das in den letzten Wochen stark von einem <a href="http://www.nerdcore.de/wp/2009/06/18/das-gesetz-fur-netzsperren-ist-beschlossen-meine-unabhangigkeitserklung-des-internets-von-der-deutschen-politik/">„wir“</a> sprach, sollte sich nun noch verst&#228;rkt um den Traum bem&#252;hen, statt selbstverliebt und unbeholfen den eigenen Aktionismus hochzuloben, wenn es nicht wie die heulenden Fans der deutschen Nationalelf nach der Weltmeisterschaft 2006 klingen m&#246;chte, die bis heute von ihrem Weltmeister der Herzen schw&#228;rmen, weil die Realit&#228;t zu schmerzhaft ist. Es ist in jedem nur erdenklichen Ermessen traurig, im gro&#223;en Umfang ignoriert zu werden, doch dem Grundgesetz hinterher zu winken, wie es an vielerorts geschieht, wird am gro&#223;en Aspekt nicht viel &#228;ndern. Die Internetgemeinschaft w&#228;re gut beraten, weiter festzuhalten, die Verfassungsklage einzureichen und mit Pr&#228;senz in den gro&#223;en Medien f&#252;r mehr Aufmerksamkeit zu k&#228;mpfen. Die andere Option ist in den Keller der Generation 64 zu gehen und mit der Tr&#228;gheit seit dem Ergebnis fortzufahren, dann aber, ist das Ziel mehr als verfehlt.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/39646155@N02/3644033396/in/set-72157619991348404/"><span style="color: #888888;">Foto</span></a><span style="color: #888888;"> unter CC, </span><a href="http://www.flickr.com/photos/39646155@N02/sets/72157619991348404/"><span style="color: #888888;">flickr</span></a><span style="color: #888888;">, </span><a href="http://www.flickr.com/photos/39646155@N02/sets/72157619991348404/"><span style="color: #888888;">Euphoriefetzen</span></a><span style="color: #888888;">.</span></p>
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