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Rache ist süße: Blogger klaut Hegemann die Domain

Posted on 18 Februar 2010 by Jannis Kucharz

Nachdem vor 2 Wochen bekannt wurde, dass das Literaturwunderkind Helene Hegemann bei einem Blogger abgeschrieben hat, scheint es nun eine Art Racheaktion aus der Blogosphäre zu geben. Gibt man die Adresse www.axolotlroadkill.de in seinen Browser eingibt landet man auf dem anonymen Weblog netzfeuilleton.de.

Auf diesem Blog landet man, gibt man axolotlroadkill.de ein.

Dreistes Domaingrabbing? Verletzung von Markenrechten? Ideenklau eines genialen Titels? Der Betreiber des Blogs hat jetzt eine Stellungnahme zu diesen Vorwürfen veröffentlicht. Wir dokumentieren die Stellungnahme exklusiv in voller Länge:

“Das sind diese Domaingrabbervorwürfe – also wie das juristisch ist, weiß ich leider nicht so genau. Sonst finde ich mein Verhalten und meine Arbeitsweise aber total legitim und mache mir keinen Vorwurf, was vielleicht daran liegt, dass ich aus einem Bereich komme, in dem man auch an das Schreiben von einem Blog eher journalismusmäßig drangeht, sich also überall bedient, wo man Quellen findet. Ideen gibt’s sowieso nicht, nur Inspiration. Und mir ist es völlig egal, woher Leute die Elemente ihrer ganzen Verschwörungstheorien nehmen, die Hauptsache ist, wohin sie sie tragen. Von mir selber ist überhaupt nichts, ich selbst bin schon nicht von mir (dieser Satz ist übrigens von Helene Hegemann geklaut) – ich habe das bloggen antrainiert gekriegt vor 2 Jahren und trainiere mir jetzt immer noch Sachen und Versatzstücke an, aber mit einer größeren Stilsicherheit. Das sind Postings und Kommetare und auch einfach bestimmte Trackbacks, die mich prägen und weiterbringen in dem, was ich äußern und vermitteln will, und da beraube ich total schonungslos meine Freunde, Blogger, das ganze Internet und auch mich selbst. Wenn da die komplette Zeit über reininterpretiert wird, dass das, was ich getan habe, eine Stellvertreterracheakt der Blogosphäre für die Plagiate von Frau Hegemann ist, muss auch anerkannt werden, dass ich mich freue, dass diese ganze Diskussion die Blogs auch weiter gebracht hat in diesem Jahr und so. Also ich meine, dass die FAZ jetzt auf der Titelseite des Feuilletons eine Lobhymne auf Blogs singt und ihre Leser auffordert am besten selbst gestern damit angefangen zu haben, dass gabs letztes Jahr noch nicht. Und die Blogs beschäftigen sich ja schon lang mit der Ablösung von diesem ganzen Urheberrechtsexzess durch das Recht zum Kopieren und zur Transformation. Ich selbst habe die Aktion als „Spaß“ bezeichnet, das ist sie auch, aber nur über die Spaß und Satire kommen wir der Wahrheit nahe. Das, was wir machen, ist eine Summierung aus den Dingen, die wir erleben, lesen, mitkriegen und träumen. Es gibt da ziemlich viel, was mit meinen Gedanken korrespondiert und sich in mein Gehirn einschreibt, dadurch aber gleichzeitig auch etwas komplett anderes wird. Ich bin nur Untermieter in meinem eigenen Kopf. Hegemann, von der ich insgesamt 2 Worte, ohne sie groß verändern zu müssen, regelrecht abgeschrieben habe, ist eine junge Schriftstellerin, deren Buch einen Teil der alternativen Lebensweise, auf den Punkt gebracht hat, und mit der ich über das Domaingrabbing auch ein Stück weit versuche, in Kommunikation zu treten. Tay Zonday, Rick Astley, Lolcat, Ukuleleboy und alle meine Freunde aus dem Internet: Ich versuche, deren Fragestellungen weiterzuführen und mir selbst Antworten zu geben. Trotzdem habe ich natürlich einen legitimen Anspruch der Leute nicht berücksichtigt, weil mir die juristische Tragweite nicht bewusst und ich, so leid es mir tut, total gedankenlos und egoistisch war. Und obwohl ich meine Aktion und mein Prinzip voll und ganz verteidige, entschuldige ich mich dafür, nicht von vorneherein alle Menschen entsprechend gewarnt zu haben, deren Gedanken ich hier auf die Schippe nehme.”

Für mehr von netzfeuilleton.de folgt uns bei Twitter und abonniert den RSS-Feed. Titelbild unter CC by bslavinator.

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Jon Stewart Skullf#@ks the Blogosphere

Posted on 08 Februar 2010 by Jannis Kucharz


Ob wir mit der Bezeichnung “Jon Stewart, Rächer der Enterbten” auch übertrieben haben?

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“In letzter Zeit greif ich lieber zur RZ” – Was twittern einer Lokalzeitung bringt

Posted on 18 Januar 2010 by Jannis Kucharz

Seine Kollegen denken wohl immernoch, dass er einfach zu viel Zeit habe, meint Christian Lindner bei der Vortragsreihe “Das Leben im Netz” an der Uni Mainz. Christian Lindner ist Chefredakteur der Rhein-Zeitung und spricht im Rahmen seines Vortrags über “Das Schweizer Messer Web 2.0 – Die vielfältigen Effekte von Twitter bei der Rhein-Zeitung”. Er ist seit dem 23.01.2009 als @RZChefredakteur auf Twitter unterwegs und zählt damit bis heute zu den wenigen Chefredakteuren, die selbst Twittern.
Warum er damit angefangen hat? Twitter ist für ihn das optimale Medium für Journalisten, die ja gewohnt sind sich kurz und prägnant auszudrücken, damit ist auch die Zeichenbeschränkung für ihn kein Problem: “Ein erfahrener Journalist empfindet die 140 Zeichen geradezu als komfortabel.” Inzwischen hat seine Rhein-Zeitung über 30 redaktionelle Twitter-Accounts, die insgesamt auf über 12.000 Follower kommen1.

Der @RZChefredakteur beim Twittern
Der @RZChefredakteur beim Twittern. Foto von Senad Palic, geschossen an einem der Followerabende.

Doch die Follower folgen nicht nur, sondern interagieren mit dem Medium. Christian Lindners Credo lautet nämlich: Persönlich Twittern! Automatisierte Nachrichtenfeeds, wie sie bei den meisten Nachrichtenseiten noch State of the Art sind, kommen bei ihm nicht in Frage. Durch diese Ansprechbarkeit der einzelnen Autoren, Ressorts, und Regionalredaktionen ist es auch möglich, dass die Leser eigene Themen und Hinweise weiterleiten.

Der Journalist zählt auf: Unfälle, Einbrüche oder seltsame Unternehmenspleiten, auf viele Themen weisen die engagierten Follower hin und irgendwann verliert man den Glauben hier nur geschönte Einzelfälle präsentiert zu bekommen. Mehrere Themenhinweise am Tag bekäme die Rhein-Zeitung inzwischen, erzählt Lindner, und dabei ginge es keineswegs nur um solch triviale Geschichten. Auch der ein oder andere Tipp aus großen regionalen Unternehmen und der Hinweis auf ein politisches Skandälchen auf Landesebene soll schon dabei gewesen sein. Whistleblowing via Twitter.
Erstaunlich ist, dass hierbei nicht einmal auf Anonymität Wert gelegt wird, sondern diese Hinweise von personalisierten Accounts kommen. Die Erklärung findet Lindner leicht: Über Twitter geht der Kontakt schnell und einfach und die Leute haben Vertrauen zur Marke RZ.

Vor allem Menschen und Themen die man sonst nicht erreicht hätte würde die Rhein-Zeitung so stärker ansprechen. Das Image der sonst als recht verstaubt geltenden Lokalzeitung profitiert davon. Die Abonnenten der Printzeitung sind im Schnitt 51 Jahre, 46% über 50. Für eine Lokalzeitung normal, aber die Auflage schwindet. Noch seien die Zahlen zwar stabil, aber Lindner glaubt an ein weiteres Abnehmen der Abonnentenzahlen. Eines seiner Instrumente dagegen ist Twitter, hier erreicht die Zeitung jüngere Menschen und ein, der Zeitung sonst eher fernes, Klientel. Von dem bisherigen Erfolg dieses Weges zeugen zwar noch keine Eindeutigen Zahlen, aber einige Tweets:

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Umgekehrt ist der Rhein-Zeitung aber auch daran gelegen den eigenen Lesern Twitter näher zu bringen. So promotet die RZ, die eigenen Twitter-Accounts recht prominent auf der eigenen Seite übersichtlich aufgeteilt nach Region und Ressort. Und um neu Twitterern über Startschwierigkeiten hinwegzuhelfen, empfehlen sie auch gleich lesenswerte Twitterer aus der Region und haben das Projekt der Twitterpaten ins Leben gerufen, die Neulinge beim Microbloggingdienst versprechen an die Hand zu nehmen. Außerdem veranstaltet die Rhein-Zeitung ab-und-zu Followerabend, bei denen einige Follower in die Redaktion eingeladen und herumgeführt.

Fassen wir also zusammen, welche Vorteile hat die Rhein-Zeitung von Twitter:

  • Image-Gewinn gerade bei Jüngeren
  • Steigerung der Reichweite (bei einer Webevangelisten-Untersuchung landete die RZ noch vor der Tagesschau)
  • Verstärkung der Blatt – Leserbindung
  • Kontakt zu den Lesern
  • Besseres Bild der eigenen Leser
  • Verfügbarkeit des Wissens vieler, Stichwort Crowdsourcing. So fragt die RZ bei bestimmten Themen immer mal wieder die Follower nach Mithilfe. Zum Beispiel bei der Frage nach besonders kaputten Straßen oder den schönsten Schneebildern.
  • Ehrliche Kritik und direktes Feedback, sowie Fehlerhinweise.
  • Hinweise auf lokale Themen, die der Zeitung sonst vielleicht entgangen wären.

Das sind sicher keine neuen Erkenntnisse, und darauf hätte man auch mit etwas gesundem Menschenverstand von selbst kommen können, aber die RheinZeitung tritt eben den Beweis an, dass an all den schlauen Tipps der zahlreichen Social-Media Berater auch ab und zu ein Funken Wahrheit dran ist. Wie hat die Rhein-Zeitung das geschafft?

Christian Lindner hat dafür eine klare Erklärung: Für ihn mitentscheidend war, dass er als Chef damit angefangen hat und es so selbst in die Redaktion  hineingetragen hat und eben nicht zur Technikabteilung gegangen ist und gesagt hat “Macht mal was mit diesem Twitter.” Bei der Rhein-Zeitung twittern alle Redaktionsabteilungen selbst. Auf die Frage, wie denn die alt eingesessenen Redakteure auf die neue Aufgabe im Redaktionsalltag reagiert hat, sagte er, dass man niemanden zum Twittern gezwungen habe, man habe Ihnen das Werkzeug an die Hand gegeben und gesagt mach mal und wenn auf gefallen ist, dass jemand sich da zurück hält habe man angesprochen, wo die Probleme liegen. Bei den neu angekommenen Volontären besteht der Chef allerdings auf die Verwendung der Sozialen Dienste, schließlich nutzen die meisten das auch privat selbstverständlich und können das also auch gewinnbringend in die Redaktion einbringen.

Ob diesem Beispiel weitere Zeitungen folgen werden? Lindner ist sich sicher, dass Sie müssen um an zuzkünftige Leser, über welchen Verbreitungskanal auch immer sie dann die Zeitung konsumieren, überhaupt zu erreichen.

  1. Man darf hier von einigen Doppel-Followings ausgehen []

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A merry gear solid, everyone!

Posted on 27 Dezember 2009 by Ulysses

Ich weiss, das Weihnachtsfest haucht so langsam sein letztes bisschen Besinnlichkeit aus, die ersten Geschenke werden wohl morgen wieder in den Wirtschaftskreislauf zurückgeführt und auch ich habe meine letzten Plätzchen grad eben verzehrt. Doch wer sich vor Beginn der lärmenden Jahresendfestivitäten noch ein klein wenig Ruhe und unbeschwerte Heiterkeit gönnen will, für den hat Arthur Lee aka “Mr. Podunkian” dieses jahr wieder ein ganz besonderes kleines Freewarepaket unter den Baum gepackt. Diesmal dürfen Sie als “Old Snake” mit allerlei witzigen Gadgets bewaffnet an allzu neugierigen Kindern vorbeischleichen um die Mütze des Weihnachtsmanns zurückzuholen. Und auch wenn diese Hommage an den Stealth-Action Klassiker “Metal Gear Solid” durch viel Insiderhumor vorallem Kenner der Vorlage zum schmunzeln bringt, das putzige Design und die liebevolle Präsentation wird sicher auch jeden Unkundigen verzaubern. Sollten Sie noch Neuling im aufregenden Geschäft der “Holiday Espionage” sein, sei Ihnen der 2006 erschiene Erstling der Merry Gear Solid-Saga ans Herz gelegt:

Alle Veteranen dürfen sich erneut mit Glitzern in den Augen in die Welt der weihnachtlichen Heimlichkeit stürzen, mit verbesserter Grafik, tollen neuen Features und einer deutlich längeren Spielzeit. Worauf warten Sie also noch? Schultern Sie den Rentierkopf, entsichern Sie ihre Blitzlichtkamera und bahnen Sie sich ihren Weg durch dieses rundum grandiose Spiel. Die schöne Zeit, sie geht doch allzu schnell vorbei, und bevor Sie der alltägliche Trott wieder fest im Griff hat, gönnen Sie dem Kind in Ihnen noch ein wenig Spass mit Merry Gear Solid 2: The Ghosts of Christmas Past.

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How to gain 5000 Followers in just 11 days!

Posted on 18 Dezember 2009 by Jannis Kucharz

Was klingt wie das unseriöse Angebot aus der letzten SPAM-Mail oder den zwielichten Tipps im verwinkelten SEO-Blog ist tatsächlich ernstgemeint, denn er tut es schon wieder. Robert Basic verkauft, was andere als Teil seiner Seele ansehen, seinen Twitter-Account @RobGreen.

Es war erst Anfang des Jahres, dass Robert Basic sein früheres Blog BasicThinking gewinnbringend an den Mann brachte. 46.900 €uro brachte das A-Blog in einer ebay-Auktion. Nun ist eben der Twitter-Account dran.

Um die 5000 Follower hat der Account zur Zeit zu bieten. Die Auktion läuft diesmal über keines der großen Portale, sondern wird von Robert selbst via Mail abgewickelt.

Ich müsste lügen, würde ich sagen ich hätte nichts von der Auktion gewusst. Schließlich hänge ich hier und da mit ihm ab1 und er hatte mir schon von dem Plan berichtet, das Interessante ist, dass er dabei schon fast alle Reaktionen vorweggenommen hat.

Die sind nämlich genau gleich, wie beim letzten Mal. Während die einen ihm Vorwerfen eine “Social-Media Nutte” zu sein und andere meinen darin einen Ausverkauf für die PR erkannt zu haben, überlegen sich dritte wieviel denn so ein gemeiner Follower an sich wohl wert sein kann.

Das Robert Basic in seiner Beispielrechnung dafür die Nummer 50.000 in den Mund nimmt sorgt gleich für die nächste Aufregung. Dabei bin ich mir sicher, dass Robert selbst diese Summe als recht utopische Annahme dahin gestellt hat. Oder er hat seinen Verkaufstaktik seit dem letzten Mal extrem professionalisiert.

Die Argumente der Gegner sind über weite Strecken diesselben wie beim Verkauf des Blogs: Das Projekt sei viel zu sehr mit dem Menschen Robert Basic verbunden, und nach dem Verkauf und dem Abklingen des Wirbels werden die Zahlen in den Keller rutschen. Beim Blog hatten sie damit unrecht. Die Besucherzahlen sind nach allen Informationen, die man so hat gestiegen, dank einer Professionalisierung der Inhalte.

Wer sollte sowas kaufen?

Der theoretische Anreiz zum Kauf des Twitter Accounts ist der gleiche wie beim Blog. Angenommen, da sitzt irgendwo ein Unternehmen, dass sagt: “Mensch wir wollen jetzt auch mal was in diesem SocialWeb machen, ohne jahrelange Vorarbeit.” Angenommen da hat jemand eine “Social Media Kampagne” in der Schublade und will mit einem großen Knall starten, dann kann er nun Zuschlagen.

Und er muss auch keineswegs dann auf ewig als @RobGreen durchs Netz firmieren, der Name selbst steht nämlich nicht zum Verkauf, sondern lediglich der Account mit den Followern.

Und da schreien auch schon die nächsten: Sie fühlen sich “ungefragt verkauft“, ihnen bleibt ein einfaches Unfollow. Und tatsächlich scheinen in den ersten Studen des Angebots viele diese Möglichkeit gewählt zu haben, denn im Moment sind die Followerzahlen knapp unter 5000 gerutscht.

@RobGreens Followerzahlen

Allerdings ist der Hype Buzz ja auch nocht nicht richtig gestartet. Man darf sich sicher sein, dass diese Zahlen wieder steigen, sobald die Mainstreammedien und das Fernsehen wieder mit dabei sind.

Interessant ist zu sehen, dass sich die hochkochende Diskussion um den Verkauf dem Gegenstand anpassen. Wurden vor fast einem Jahr noch seitenweise die Blogs vollgeschrieben finden sich nun viele der hämischen Kommentare und Anspielungen ebenfalls auf Twitter.

Robert Basic sagt selbst, dass er sich jetzt ersteinmal entspannt zurücklehnt und die Reaktionen liest. Sein erstes Ziel ist ja auch schon erreicht: PR für sein aktuelles Projekt BuzzRiders und die am Sonntag startenden neue Talkshow auf evangelisch.de machen. Achso und wer zuschlagen will, findet hier noch einmale eine genaue Anleitung zum Weihnachsteinakuf.

BTW: Der Dienst TweetValue errechnet für @RobGreen einen Wert von 569$, Whatismytwitteraccoutnworth.com kommt hingegen auf $2,263.

  1. this was a disclosure []

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Billionen von Computern

Posted on 17 Dezember 2009 by Jannis Kucharz


Ich weiß, dass der Film Trillions heisst, aber im englischen zählt man ja auch anders. Was bei denen Billionen sind, sind bei uns ja nur Milliarden, das war doch in der Finanzkrise schon so schön verwirrend. Diese unterschiedliche Zählweise nennt man übrigens lange und kurze Leiter.  [via netzpolitik]

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Phishing Attacke auf Twitter!

Posted on 29 Oktober 2009 by Jannis Kucharz

Achtung, gerade machte eine Fisting Phishing Attacke auf Twitter die Runde und zwar funktioniert das Ganze über Direct Massages, die man von Leuten bekommt, denen man folgt. In diesen ist ein Link enthalten, klickt man darauf wird der eigene Account übernommen und von dem werden dann wieder DMs an alle Follower geschrieben.

Eines der ersten Opfer war @gutjahr, der sich hier auch in einem Video bei seinen belästigten Follower entschuldigt

Auch bei mir fand sich gerade eine DM mit folgendem Text im Postkasten:

hi. this works. i feel better and look great. http://link.info1

Sollte es einen erwischen und man hat auch den Link geklickt, hilft wohl nur so schnell wie möglich das eigene Passwort zurücksetzen, bzw ändern und auf das Verständniss der Follower hoffen.

mehr…

  1. Link verfremdet []

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Celebrity Twitter Overkill

Posted on 24 Oktober 2009 by Jannis Kucharz

Was ist nur aus der Twittersphere geworden, seit dem dort alle A – E Prominenten um Aufmerksamkeit buhlen und damit das wirklich spannende Leben von uns J-Promis in den Hintergrund drängen. Der Nachfolger von legendäre “Twouble with Twitters” beweist stringent, dass Ashton Kutcher schon Trucker-Caps uncool gemacht hat und das selbe Schicksal nun auch Twitter droht. Egal, im logging in, you should follow me on Twitter.

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Warum die Netzsperren jetzt so einfach verschwinden

Posted on 17 Oktober 2009 by Jannis Kucharz

Die Netzgemeinde darf sich gratulieren, ihrem gemeinsamen Engagement und ihrer Unnachgiebigkeit ist es zu verdanken, dass die Internetsperren nun gekippt bzw. verschoben wurden.

Gleichzeitig wird klar, was das “Zugangserschwerungsgesetz” von Anfang war: eine Wahlkampffarce. Frau von der Leyen roch die Gelegenheit, sich als Amazone im Kampf gegen die Kinderpornografie zu profilieren. Mit dem Widerstand bei einer so ehrenvollen Aufgabe hatte sie nicht gerechnet und konnte ihn mit Hilfe der Bild-Zeitung zum Glück noch übertönen. So naiv zu glauben, das Gesetz könne tatsächlich etwas gegen die Verbreitung ausrichten, waren wohl auch nur deren Leser. Wahrscheinlich hat man nicht einmal in der CDU daran geglaubt.1
Deswegen fällt das Gesetz jetzt auch bereitwillig (bzw. wird für ein Jahr ausgesetzt), denn nun kann es einem neuen Zweck dienen: die FDP vor dem Ruf als Umfaller bewahren. Den Liberalen hilft es, ihr Profil als Bürgerrechtspartei zu schärfen, ohne wirklich etwas bewegen zu müssen. Der Beschluss wurde natürlich auf Twitter und Co. mit einigem Beifall aufgenommen und schaffte es vielerorts über die restlichen Verhandlungsergebnisse hinwegzutäuschen. So wird der Zugriff auf die  Daten der Vorratsdatenspeicherung nun zwar auf “schwere Gefahrensituationen” beschränkt, gespeichert wird aber weiter unvermindert. Kai Biermann spricht bei Zeit Online von einem Phyrrus-Sieg. “Noch so ein Sieg, und wir sind verloren!”. Dass für so ein Schmierentheater demokratische Grundsätze auf Spiel gesetzt werden, ist und bleibt mehr als verwerflich.2

Gespannt darf man sein, wie es mit der politischen Bewegung im Netz weiter geht, nun, wo das einigende Thema Nummer 1 erst einmal vom Tisch ist. Wird sich die politische Aufmerksamkeit der Blogosphäre erhalten? Werden die zahlreichen Blogs bereitstehen, wenn es in einem Jahr darum geht, ob man nun vielleicht doch lieber sperrt statt löscht? Bleiben die Netzsperren das politische Erweckungserlebnis der Blogs in Deutschland, oder fallen sie bald wieder in ihren Siebenschläferschlaf?

mehr…

  1. Das BVG hätte es mit Sicherheit nicht. []
  2. Shame on you, Zensursula! []

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Mediatheken-Tipps: Atombomben, Westerwelle, Fernsehpreis

Posted on 01 Oktober 2009 by Jannis Kucharz

Mediatheken ermöglichen es einem das ganze Jahr einfach kein Fernsehen zu gucken, dann irgendwelche Preisverleihungen abzuwarten und sich dann nur die Perlen rauszupicken. Wenn, ja wenn, nur die Sender auch schon so weit wären. RTL zum Beispiel hat es nicht nur verpasst die TV-Helden um Pierre M. Krause, Caroline Korneli und Jan Böhmermann im Programm zu halten, sondern auch die zwei ausgestrahlten Sendungen in irgendwelchen legalen Quellen auffindbar zu machen. Die TV-Helden dürfte das wenig stören, sie haben den Preis in der Tasche und treiben jetzt bei Harald Schmidt erfolgreich ihr Unwesen.

Das ZDF ist da schon weiter. Der Sender wurde ja mit Fernsehpreisen nur so überschüttet. Wieviele Sendungen davon genau nun online zu sehen sind, habe ich nicht zu genüge ausrecherchiert, eine aber ist es: “Die Bombe” von Claus Kleber und Angela Andersen1 wurde als beste Reportage ausgezeichnet und ist in seiner Dreiteiligkeit in der Mediathek abrufbar.

Teil 1, Teil 2, Teil 3

“Der deutschen Fernsehpreis” selbst kann auch noch in voller Länge betrachtet werden, was soll schon allein wegen der Moderation von Wolfgang & Anneliese (a.k.a Bastian Pastewka & Anke Engelke) lohnt. Da er sowieso zu keiner Zeit live gesendet wurde, stört auch hier das Konserven-Feeling kaum. Und vielleicht macht man ja noch weitere Highlights aus, die online verfügbar sind. Über sachdienliche Hinweise diesbezüglich würde ich mich, auch über den Fernsehpreis hinaus, sehr freuen. Einfach per Mail an kontakt [at] netzfeuilleton [.] de oder via Twitter.

Das man in diesem Internet aber noch viel mehr machen kann, als nur versendete Sendungen versenden ist noch bei Wenigen angekommen.

Zum Beispiel nutzt Jon Stewart die Homepage seiner Daily Show, um die Interviews mit Gästen in voller Länge zu zeigen. Vor allem für besonders interessante Gäste ist in der Show nämlich oft zu wenig Zeit. So war zuletzt zum Beispiel Bill Clinton, Retter entführter Journalisten in der Not, zu Gast, dessen extended Auftritt es hier zusehen gibt. Unvergessen natürlich auch Jon Stewarts Interview mit Jim Cramer.

Hier wird online also ein echter Mehrwert geboten. Doch wir Deutschen müssen keineswegs anfagen zu heulen, weil in den USA alles besser ist. Nein, denn auch hier gibt es das schon. Und zwar beim NDR. Der zeigt sein wöchentliches Medienmagazin ZAPP online im Zappplayer Plus. Das heisst, dass während der Sendung Links eingeblendet werden die tiefer in die Story einführen. Das Magazin, für sein investigatives Gespür bekannt, legt so einen Teil seiner Quellen offen und macht sich so selbst teilweise transparent. Zum Beispiel gibt es auch hier die Statements Befragter in voller Länge, so dass der Zuschauer nachvollziehen kann, welche Sprachschnipsel warum ausgewählt wurde. Vorbildlich.

In der aktuellen Folge geht es um den Abschied von Medienliebling Steinbrück und den Fauxpas von “Outside Minister” Westerwelle, der sich zumindest bei englischsprachigen Medien schon unbeliebt gemacht haben dürfte. Außerdem hält Westerwelles Partei die FDP den zweifelhaften Rekord ein Wahlversprechen sogar schon vor der Wahl gebrochen zu haben: Mit der datenschutzrechtlichbedenklichen Versendung von Massen-SMS und SPAM-Mails.

Nach so vielen ernsthaften Themen, wollte ich eigentlich mit etwas amüsanter Satire abschließen und den NDR zum 2. Mal loben. Nämlich dafür, dass er die Satire Sendung extra3 endlich vollständig ins Netz stellt und darüber hinaus sogar als iTunes Podcast anbietet. Doch was muss ich da auf der Seite lesen:

Sie werden diesmal ausnahmsweise nach der Sendung weder die Videos noch den aktuellen Podcast dazu finden. Das liegt an der nicht geklärten Musikrechtelage im Netz. Wer es genau wissen will, kann sich gern bei der GEMA, der GVL und Co erkundigen. Aber keine Panik – nach der nächsten Sendung, ab 4. Oktober finden Sie hier wieder alles wie gewohnt.

Sicherlich ist dieses Versäumnis nicht dem NDR allein, sondern eher den anderen kriminellen Vereinigungen anzulasten, mehr als Schade ist es dennoch. Trotzdem finde ich noch ein Lob für die krimine den NDR, denn er hat vor der Wahl mit extra3 ein Wahlspeeddating veranstaltet bei dem sich die Direktkandidaten einiger Wahlkreise, drängenden Fragen stellen musste. Das ganze gab es in zwei Teilen und nur online und steht sogar, dafür das Lob, unter einer CC BY-NC-ND 3.0 DE-Lizenz.

Teil 1, Teil 2

  1. Arbeitet Claus Kleber eigentlich grundsätzlich nur mit Aliteratanten zusammen? []

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