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Trump Prayer Day Video Meets THE EXORZIST [Remix]

Vor ein paar Tagen ging dieses Video zum “Trump Prayer Day” viral, in dem Trump und seine Vizepräsident Mike Pence im Oval Office ein Gebet für die Opfer des Hurricane Harvey veranstaltet. Wobei man sagen muss, dass die evangelikalen Führer, eher für Trump und Pence beten als die Opfer. Und um das auszudrücken, legen sie jeweils ihre Hände auf den Präsidenten Trump und seinen Vize.

Die Geste erinnerte einige auf Twitter stark an Vodoo, während andere die Trennung von Church und State in Gefahr sahen. Jedenfalls schlug in diesem ganzen Trubel jemand vor, doch die Szenerie mit der Teufelsaustreibungsszene aus “The Exorzist” zu mischen. Dem habe ich mich mal angenommen, es synct zwar nicht perfekt und ich hatte nur die Mittagspause Zeit, aber es passt dann irgendwie doch.

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Bewegen & Beschäftigen Mein Lieblingspodcast

Endlich Podcaster: Hört Gucken & Trinken!

Ich weiß noch, wie ich 2012 während der CeBit in irgendeinem komischen Gästezimmer im Vorort von Hannover saß und plötzlich Podcastfan war. Also richtiger Fan.

Plötzlich war ich Podcast-Fan

Ich habe schon länger Podcast gehört, über Tim Pritlove und seine Metaebene, Alternativlos, Holger Klein, aber in diesem Moment war ich tief im 5by5-Universum. Dem Technik Podcast-Label, das damals noch vielen großen Tech-Shows, wie der Talkshow, Hypercritical oder Build & Analyze eine Heimat bot. Eine ganze Welt tat sich mir auf. Ähnlich, wie bei YouTube. Ein Medium mit einer ganz eigenen Herangehensweise und Mechanismen, mit Verknüpfungen zwischen Menschen und Shows.

Plötzlich will ich Podcaster werden

Inzwischen höre ich weniger 5by5 und viele Shows vom Relay.fm. Aber wie das so bei mir, wenn ich von einem Medium fasziniert bin, will ich es immer auch selbst ausprobieren. Verstehen, was es braucht um es zu produzieren und was es wirklich braucht um auf Publish zu drücken. Natürlich habe ich mich viel zu lange mit der Technik beschäftigt. Das Podcastingmic steht hier schon seit ein paar Jahren und mit ihm kamen und gingen Podcast-Ideen. Interview-Shows oder doch Social Media News? Aber das mache ich doch schon überall. Und dann bin ich immer wieder vor Organisation und Aufwand zurückgeschreckt.  Doch jetzt ist es soweit.

Cocktails & Filme -> Gucken & Trinken

Warum nicht mal Abstand von Social Media gewinnen und zwei ganz andere Leidenschaften miteinander verbinden? Meine lange laienhafte Bestrebung Film und visuelle Medien zu verstehen und der wachsende Geschmackssinn für gute Drinks. Beides habe ich mir zeitweise sogar zur Hauptaufgabe gemacht. Ich habe Filmwissenschaften studiert und viele Jahre als Barkeeper in mehreren Bars angeheuert. Jetzt verbindet sich beides zu einem Podcast: Gucken & Trinken. Ergänzt durch die wunderbare Marina von meinvorgestern.de, die einen eigenen Blick für das alte Hollywood, dessen Diven und die Eleganz mitbringt, die zu einem guten Cocktail gehören.

A Big Tall Martini -Cocktail PodcastGucken & Trinken: Ein Podcast über Hollywood und seine Drinks

Und deshalb gibt es jetzt Gucken & Trinken, einen Podcast, der sich den Drinks in Filmen widmet, der deren Geschichte und Rezept verrät und gleichzeitig den Film verspricht. In der ersten Folge tauchen wir direkt ins klassische Hollywood ab und trinken mit Marylin Monroe einen “Big, tall, Martini!” gemäß ihrer Bestellung in “Das verflixte 7. Jahr”.

Abonnieren kannst du den Podcast direkt hier und natürlich freuen wir uns über Feedback und Filmvorschläge.

Alles weitere zu dem Podcast findet ihr unter gucken-trinken.de. Viel Spaß und Danke fürs Hören.

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Bist du Teil des Systems?

Warum war Hillary Clinton für so viele unwählbar? Weil sie als Teil des System Washintons galt. “Lügenpresse”-rufer gehen von einer Systempresse aus. Und alles, was zum System gehört ist für sie unglaubwürdig.

Wie kann die “Lügenpresse” Vertrauen zurückgewinnen?

Die Frage ist wie kann man dieses Vertrauen zurückgewinnen? Was tun wenn es plötzlich ein Nachteil wird seriös zu sein? Erfahrung und Standards zu haben? Wie kann man sich überhaupt gegen solch einen Vorwurf behaupten, wenn alles – fast schon verschwörungstheoretisch – dann doch nur zum Teil des Systems gehört?

Mit diesen Fragen habe ich mich heute auf meinem Livespaziergang beschäftigt. Wer beim nächsten Mal mit dabei sein möchte, folgt am Besten meiner Facebookseite. Normalerweise laufe ich da so morgens um 08.00 Uhr los.

 

 

 

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Wie das Silicon Valley Donald Trump vorbereitet hat

Disruption war die letzten Jahre das Mantra des Silicon Valley. Es konnte gar nicht genug disrupted werden: Geschäftsmodelle, Branchen, Vorschriften und Regeln. Uber wurde dafür gefeiert, das es seinen Service über alle Gesetze hinweg ausgebreitet hat. Genau in dieses Mindset tritt irgendwie auch Donald Trump: Ein Präsident der sich nicht um Gepflogenheiten und etablierte Abläufe oder diplomatische Etikette schert. Darüber spreche ich in meinem Weg zur Arbeit: Wie diese gesellschaftlichen Strömung mit dem politischen System kollabieren.

Täglicher Livestream auf Facebook

Und ich mache das jetzt regelmäßig. Wer live dabei sein möchte folgt mir am Besten auf Facebook.

 

Auf YouTube gibt es jeweils nur die Nachlese. Ich freue mich aber auch im Nachhinein über eure Kommentare und Gedanken, weil ich glaube, dass es diese braucht um den Wandel der sich hier manifestiert in seinen Auswirkungen zu verstehen.

 

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Das Ding mit der Wahrheit

Komisch – es ist 2017, die Menschheit und explizit unsere Gesellschaft in Europa ist so fortschrittlich entwickelt und immer wieder habe ich dennoch den Eindruck, dass wir in grundlegenden Dingen nicht vorankommen, nichts dazulernen und uns immer wieder in gleichen Verhaltensmustern suhlen. Wir haben Kleinstaaterei, Fürsten, Könige, Kaiser, Diktatoren, Präsidenten, Kanzler erlebt. Anarchie, Monarchien, Diktaturen, Sozialismus. Wir leben heute in der besten Staatsform, die wir kennen: in einer Demokratie, die allen Nationalitäten, Hautfarben, Gesinnungen und Glaubensrichtungen gleiche Freiheiten und Rechte zugesteht. Welch ein Triumph! Und dennoch kriselt es, Menschen zweifeln, rennen scheinbaren Wahrheiten hinterher und sind zunehmend unfähig, selbst zu entscheiden und zu bewerten, was eigentlich wahr ist, was Fakt ist. Schlimmer noch, sie wollen es nicht wissen und nehmen nur das als Wahrheit, was ihrer Weltsicht am zuträglichsten ist.

Was ist denn eigentlich Wahrheit?

Und es ist eine gute Frage: Was ist denn eigentlich Wahrheit? Für mich ist Wahrheit eine Summe von Thesen, belegbar durch Fakten. Zahlen. Zeugen. Bilder. Dokumente. Wahrheit ist keine Vermutung. Wahrheit schaut nicht auf ein Foto sondern betrachtet den Kontext, in dem es entstand. Wahrheit ist ausgewogen und betrachtet verschiedene Blickwinkel, ist unabhängig und kritisch. Wahrheit zensiert nicht, noch wertet sie. Wahrheit ist nicht subjektiv sondern immer etwas, was von unabhängigen Stellen belegt werden kann. Eine unabhängige Suche nach Wahrheit fragt Menschen außerhalb der eigenen Peer-Group, am besten ohne Interessen und Abhängigkeiten zum eigenen Thema aber eben mit genug Expertise, dennoch urteilen zu können. Möglicherweise kommt dort heraus, dass das, was ich gerne glauben möchte, Grundlagen entbehrt.

Wahrheit ist nicht immer das, was man gerne hören möchte. 🐦

Wahrheit ist also nicht immer das, was man gerne hören möchte.
Ein Raucher hört vielleicht nicht gerne die Wahrheit, dass er durchs Rauchen sein Leben ruinieren könnte. Ein dicker Mensch vielleicht nicht, dass die Süßigkeiten, die er so gern isst, ungesund sind. Ein kleines Kind nicht, dass früh schlafen zu gehen besser ist, als lang aufzubleiben. Wir haben eine Komfortzone und Wahrheit verschiebt deren Grenzen. Das kann unangenehm sein.

Wahrheit braucht Unabhängigkeit

Wahrheit braucht Unabhängigkeit. Das Ergebnis dieser Unabhängigkeit ist oft kontrovers, insbesondere für die, die ja eine andere Überzeugung und andere Glaubenssätze haben. Sicher hat Wahrheit auch immer wieder mit großen Graubereichen zu tun und kommt nicht sofort zu ihrem letzten Schluss. Wahrheit ist also oft nicht sofort ersichtlich sondern braucht Zeit. So, wie das Denken Zeit braucht. Oder das Malen eines Bildes. Wahrheit erfordert, zu recherchieren, nachzufragen, mit unterschiedlichen Strömungen zu sprechen und deren Fakten und Belege gegeneinander aufzuwiegen, zu dokumentieren und in Bezug zueinander zu stellen. Das braucht Zeit. Wahrheit verträgt keine kurzfristigen Urteile.

Wahrheit ist sehr verletzlich

Leider scheint Wahrheit sehr verletzlich. Sie war es wohl schon immer. Sie musste oft klein beigeben und kam hinter dem lauten Gerufe einer alternativen Wahrheit nicht zu Gehör. Immer wieder in der Geschichte haben Menschen ihre eigene Wahrheit als Machtmittel über andere missbraucht. Die Religionen und ihre Strömungen. Zahlreiche Diktatoren und Regierungen. Wahrheiten in Bezug auf die Fragen unserer Welt sind selten schön und noch seltener einfach. Klimapolitik: Ist nicht einfach. Sicherheitspolitik: Ist nicht einfach. Welthandel: Ist nicht einfach. Europa: Ist nicht einfach. Flüchtlingspolitik: Ist nicht einfach. Je unangenehmer und komplexer die Wahrheit ist, desto schwerer wird sie akzeptiert.

Je einfacher sie aber scheint, je kurzfristiger ihr Problemlösungsansatz und je schöner die rosigen Folgen für jeden einzelnen, desto dankbarer springen die Menschen auf. Wenn mit Mauern und Zäunen, Abschottung und Kontrolle, Eigenbrötlerei statt Kooperation, mit Kleinstaaterei und Fingerzeig eine Problemlösung daherkommt, wird sie nur zu gerne als einfache Wahrheit angenommen. Da unterscheidet sich die wahrgenommene Wahrheit wenig von einem Tipp zur immer schon gewollten Schlankheit mit der neuesten Diät. Nur hat der Nutzen einer scheinbaren einfachen Wahrheit keine Schnittmenge mit der nachhaltigen Lösung von Problemen durch ausgewogene, ehrliche und vielseitige Betrachtung, eben durch die wahre Wahrheit. Eine scheinbare, alternative Wahrheit ist nur eins: Eine Lüge.

Höchste Zeit die Wahrheit zu verteidigen

Perfide ist, eben diese ausgewogene, ehrliche, faktentreue und vielseitige Betrachtung als Lüge und die, die sie recherchieren, belegen und verbreiten als Lügner abzutun: die Reporter, Journalisten, Wissenschaftler, Zeitzeugen, Historiker. Wenn das nun nicht mehr nur die machen, die es nicht besser wissen, wenn sie montags in Dresden auf die Straße gehen sondern nun gewählte Staatsmänner und die, die es bei uns gerne werden wollen: wenn Unwahrheit salonfähig werden soll, wenn Kritiker ausgeladen werden, weil ihre Einschätzung die eigene Wahrheit stört – dann ist es höchste Zeit die echte Wahrheit zu verteidigen und für Freiheit, Unabhängigkeit und Offenheit einzustehen und scheinbare Wahrheiten an jeder Stelle jedem gegenüber zu enttarnen und offen zulegen.

Lasst es uns nicht dabei belassen, die zu verteufeln und abzulehnen, die einer alternativen Wahrheit anhängen. So schwer es fällt: Wir müssen kommunizieren. Uns erklären. Die Fakten darlegen. Immer wieder. Mit offenem Visier. Vielleicht 1000 mal. Nur dann bleiben wir das, was wir gerade noch sind: Frei im Handeln, frei im Denken, weltoffen, mitfühlend, solidarisch, europäisch. Andersdenkende, Wahrheit, Fakten und Beweise abzulehnen, weil sie einem nicht gefallen oder schlimmer noch, sich nicht einmal damit auseinanderzusetzen: Das ist töricht, des 21. Jahrhunderts unwürdig und brandgefährlich. Für uns alle.

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Fake News des Tages: Trump ernennt El Chapo zum Chef der Drogenfahndung

Die Fake News des Tages kommt vom New Yorker und demnach benennt Donald Trump den Drogenboss Joaquín Guzmán, a.ka. “El Chapo,” zum Chef der D.E.A., der amerikanischen Drogenvollzugsbehörde.

fake-news

Nach der Ernennung von Myron Ebell, einem der größten Klimawandeleugner, zum Chef der Umweltbehörde zeichnet sich diese Fake News durch besondere Plausibilität aus. Schließlich kann man erwarten, dass der Lobbyist und “informierte Laie” in Sachen Umwelt aus der Environmental Protection Agency eher eine Economic Protection Agency macht. Da liegt einer der Top Drogenbosse als Verfolger der Kartelle diese welt nur nahe.

Chapeau an Andrew Borowitz, Satiriker beim New Yorker und das ist, was ich meinte, als ich sagte:

Bild:CC-BY-SA 4.0 von Tbj15

 

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Snapchat macht Stories teilbar

Neues Update aus dem Haus Snapchat bzw. Snap Inc., wie sich die Firma hinter Snapchat seit neustem nennt, und das bringt große Neuerungen.

Snapchat Stories teilen

Mit dem Snapchat Update lassen sich einzelne Snaps aus öffentlichen Stories teilen. Dazu muss man einfach lange auf dem Snap gedrückt halten und schon erscheint ein blauer Pfeil mit dem sich dieser Snap an die eigenen Freunde weiterschicken lässt. Ganz ohne umständliches Screenshotgefrickel. Kommentieren oder bekritzeln lassen sich die Snaps (noch) nicht, so dass das ganze unverändert bei Empfänger ankommt.

Snapchat Stories teilenDiscover Snapers

Snapchat Erste Schritte
Diesem User lohnt es sich zu folgen :)

Bislang war dieses Feature Medien im Discoverbereich vorbehalten, die damit Interaktion und Teilbarkeit erhöhen konnten. Nun können sich Nutzer untereinander spannende Snaps aus Stories hin- und herschicken. Snapchat könnte damit auch einen Teil seines “Discoverability-Problems” gelöst haben, also wie findet man eigentlich neue und spannende User, denen es sich zu folgen lohnt. In jedem Fall verbessert es die Verbreitung und Möglichkeiten für gutes Snapchat Storytelling.

Umgebungsfilter für Snapchat machen die Welt schöner

Konnten wir bislang nur uns selbst und Freunde mit Hundefiltern oder Hasenohren schmücken, können wir seit dem neusten Snapchat Update auch unsere Umgebung bereichern. Aktiviert man die Rückkamera des Handys und tappt lange auf den Bildschirm erscheinen neben den Selfielinsen auch allerhand Filter, die die Umgebung verändern. Da lässt sich zum Beispiel eine Taschenlampe anknipsen, Wolken kotzen Regenbögen oder man man lässt den ersten Schnee fallen.

Snapchat Umgebungsfilter: Regenbogenkotze Snapchat Umgebungsfilter: Taschenlampe

Tip: Eigene Snapchat Playlisten erstellen

Funktioniert nicht erst seit diesem Update, aber nach dem Snapchat Autoplay für Stories abgeschafft hat, lassen sich inzwischen eigene Playlisten aus den Stories zusammenstellen. Dazu tippt man einfach auf die Vorschaubilder der Stories und anschließend auf den Playbutton. Damit lassen sich wieder mehrere Snapchat Stories im Leanback-Modus hintereinander weggucken.

Snapchat Tip: PlaylistenSnapchat Stories spulen

Und Story zurückspulen geht jetzt auch. Bislang konnte man in Stories nur einzelne Snaps überspringen und musste von vorne gucken, wenn man etwas verpasst. Nun kann man innerhalb einer Story auch zurückspulen, dazu muss man nur im linken Drittel einer Geschichte tappen.

Mehr Snapchat Tips gibt es in meinem Snapchat Tutorial und einen Überblick über Snapchats Entwicklung im Artikel Snapchat verstehen.

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Snapchat Update: Discover Storys werden zum Magazin

Das letzte Snapchat Update hat den Story-Bereich der App massiv verändert. Seit dem letzten Snapchat Update sieht der Screen mit den Geschichten anders aus. Die Discover Storys werden mit dem Snapchat Update auf 9.32 nicht mehr als Kanäle angezeigt, sondern direkt mit den einzelnen dahinter Geschichten angeteasert. Bislang hatten die einzelnen Discover Partner eigene Kanäle mit aufeinander folgenden Storys und tagesaktuellen Ausgaben, die sich nach 24 Stunden geändert haben – und die durch ein einfaches Logo repräsentiert wurden.

Snapchat Update: Neue Stories

Nun wird in der Vorschau direkt eine der Geschichten mit einem kleinen Bild und Überschrift angeteasert. Ein Klick darauf führt aber weiterhin in den gesammelten Kanal des Discover-Kanals. Ich vermute, dass dies eine Massnahme ist, um weitere Partner in den Discoverbereich zu integrieren. Schließlich ist der Discoverbereich bei etlichen Medien perspektivisch begehrt und Snapchat lässt sich den Zugang teuer bezahlen.

Snapchat Update macht Discover zum Magazin

Der eigene Discover-Screen wurde in Gerüchten vor dem Snapchat Update oft als Instagram ähnlich bezeichnet, mich erinnert er eher an die Ansicht von Flipboard oder Apple News. Hier kacheln sich die Vorschaubilder in verschiedenen Größen aneinander.

Snapchat Update: Discover wird zum Magazin

Außerdem lassen sich die einzelnen Discover-Kanäle nach dem Snapchat-Update abonnieren und die Geschichten lassen sich innerhalb von Snapchat teilen inklusive einem Link zurück zur Geschichte.

Snapchat Update: Links teilen

 

Snapchat Live-Storys werden Teil von Discover

Je nach Ansicht haben die Live Storys ein Up- oder Downgrade bekommen. Der eigene Bereich für die Livestorys ist von der oberen Bildschirmhälfte verschwunden. Dafür finden sich die Livestorys nun im Story-Screen gleichberechtigt mit den Discoverstorys. Der eigene Bereich für Livestorys findet sich nach dem neusten Snapchat Update unter den “normalen” Storys der eigenen Freunde. Dafür ebenfalls mit großen Kacheln und Vorschaubildern.

Snapchat Update: Live Stories

Neue Snapchat Icons

Auch geändert haben sich die Icons auf dem Startbildschirm von Snapchat: Die Chatbenachrichtigung ist nun nicht mehr ein einfaches Quadrat, sondern ein Kreis mit Sprechblase. Und der Discoverbereich wird mit drei Punkten gekennzeichnet. Wie wir sie hier von Blindenabzeichen kennen.

Snapchat Update: Neue Snapchat Icons

Die neuen Icons könnten durchaus ein Versuch sein, das Nutzerinterface und den Startbildschirm verständlicher zu machen und die Navigation zu erleichtern. Eine komplette, einfache Anleitung für Snapchat und sein Interface gibt es hier:

Snapchat Sticker: Jetzt auf deutsch

Während es statt Geschichten nun Storys heißt, wurden auch die Snapchat-Sticker mit dem Update ins Deutsche übersetzt, mit gemischtem Erfolg. Aber die Snapchat Sticker waren ja sowieso noch nie die schönsten.
Snapchat Sticker Update

Folgt mir auf Snapchat, Username: netzfeuilleton

Snapchat Erste Schritte

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Politik

Die TTIP-Leaks in Stichworten

TTIPLeaks auf der re:publica

“TTIP ist zu weiten Teilen intransparent. Das hat sich heute Nacht geändert.” So wurde die erste Session heute auf der re:Publica eröffnet. Dahinter stecken die #TTIPLeaks, die Veröffentlichung der bislang geheimen Verhandlungsdokumente zum transatlantischen Freihandelsabkommen.
Greenpeace hat heute Nacht die Originaltexte auf den Reichstag gebeamt mit einem Lichtbeamer, einen öffentlichen Leseraum vor dem Reichstag eingerichtet und unter ttip-leaks.org alle Dokumente zum download bereitgestellt.

Wer ist die Quelle der TTIP Leaks?

Nicht die Originaldokumente wurden veröffentlicht, sondern Abschriften, für den Quellenschutz. Die Originale sind gekennzeichnet und so wäre ein Rückschluss auf die Quelle möglich.

SZ, WDR und NDR haben mit ihrer Recherche die Echtheit der Dokumente überprüft.

Die Texte spiegeln den Stand aus dem April 2016, vor der letzten Verhandlungsrunde wieder. 13 Kapitel wurden veröffentlicht, nach neustem Stand gibt es wohl 17 konsolidierten Texte.

TTIP Leas auf der #rpTEN

Kommt mit TTIP das Chlorhünhchen?

Das Chlorhünchen wird man wortwörtlich im Text nicht finden. Aber man findet Vorschläge der Amerikaner, wie in Zukunft Regulierung passieren soll. Die EU hat eine andere Vorgehensweise Gefährdungen festzustellen als die Amerikanische Seite. Während die EU nach dem Vorsorgeprinzip handelt, lassen die Amerikaner ein Verbot oder Einstellung von Handelsgütern nur zu, wenn eine Schädlichkeit eindeutig nachgewiesen wird – und fordert die Übernahme dieser Herangehensweise durch das Freihandelsabkommen.

Keine Abmachungen zu Klimawandel, obwohl Obama sich das zum Abschied seiner Präsidentschaft auf die Fahnen geschrieben hat.

Ist TTIP nach den TTIP Leaks noch zu retten?

Greenpeace hält TTIP für nicht zu retten, sondern fordert einen Neustart der Verhandlungen unter transparenten, demokratischen Bedingungen.

Greenpeace glaubt, dass sich durch das Leak die Debatte verändern wird. “Ein weiter so kann es nicht geben.”

Autozölle gegen Gentechnik

Jetzt kennt man auch die Positionen der Amerikaner. Und ihre Verhandlungstaktik ist an einer Stelle recht offensichtlich: Gerade bei den Autozöllen, wo die Europäer auf mehr Zutritt zum amerikanischen Markt hoffen, wollen die USA nur nachgeben, wen sie ihm Gegenzug ihre “modernen Landwirtschaftsprodukte”, wie hormonbehandeltes Rindfleisch einführen dürfen.

Nach Einschätzung von Greenpeace sind die umstrittenen Schiedsgerichte nicht endgültig vom Tisch, sondern Konzerne sollen weiterhin das Recht bekommen sich zusätzlich zur normalen Gerichtsbarkeit Gehör und Sonderrechte zu verschaffen.

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Blogger vs. Journalisten: Wie die Rhein-Zeitung versucht eine Diskussion aus 2009 wiederzubeleben

Das Jahr 2009 hat angerufen, es hätte gerne seine Diskussion zurück, schoss mir durch den Kopf als ich den Gastkommentar von Andreas Valetin in der Rhein-Zeitung entdeckte. Auch die FAS hat gerade wieder Spaß auf Bloggern rumzuhacken. Da versucht doch ungelogen jemand im Jahr 2016 das Fass Blogger vs. Journalisten wieder aufzumachen. Valentin nimmt die Debatte dann auch noch vor dem Hintergrund der #Landesverrat-Affäre wieder auf und hier wird es endgültig reaktionär.

Die Rhein-Zeitung, die Blogs sonst eher freundlich gegenübersteht, ist sich aber nicht zu schade, dem auf Seite 2 ordentlich Raum zu geben.

Errungenschaft: Auch Blogger erfüllen eine öffentliche Aufgabe

Tatsächlich war es eine der großen Errungenschaften der #Landesverrat-Debatte rund um die Ermittlungen von Generalbundesanwalt Range gegen das Fachblog netzpolitik.org, dass sie nicht vor dem Hintergrund Journalisten vs. Blogger geführt wurde. Stattdessen stellten sich alle großen Medien einhellig hinter netzpolitik.org als die Informations- und Pressfreiheit durch fragwürdige Verwicklungen aus Verfassungsschutz und Bundesanwaltschaft bedroht wurde. Tatsächlich liegt an dieser Stelle der Vergleich zum Spiegel-Urteil aus dem Jahr 1966 nicht fern. Damals zitierte der Spiegel Bundeswehr-Papiere und anschließend wurde gegen die Redaktion wegen Landesverrats ermittelt. Schließlich urteilte das Bundesverfassungsgericht, dass die Presse einen öffentlichen Auftrag wahrnimmt und in der Demokratie zur Meinungsbildung beiträgt. Dieses Urteil ist bis heute das wichtigste Urteil zur Pressefreiheit in der Geschichte der Bundesrepublik und definiert die öffentliche Aufgabe der Presse. Wem das irgendwie bekannt vorkommt: Genau diese öffentliche Aufgabe nahm auch netzpolitik.org wahr, als es die Öffentlichkeit darüber informierte, dass der Verfassungsschutz Pläne in der Schublade hat, die der Überwachung von Sozialen Netzwerken durch die NSA kaum nachstehen.

NSA

Jeder darf sich Journalist nennen. Zu Recht.

Aber nicht nur an dieser Stelle strotzt der Gastkommentar vor Geschichtsvergessenheit, sondern es fehlt insgesamt ein grundsätzliches Verständnis für die Pressfreiheit in Deutschland. Schließlich muss man als Erstes festhalten, dass Journalist in Deutschland kein geschützter Begriff ist. Jeder kann sich so nennen. Und das aus gutem Grund: Um eine Gleichschaltung der Medien zu vermeiden, einer Kontrolle der Journalistenausbildung zu entgehen und für eine kulturelle Vielfalt unter den Journalisten zu sorgen, ist diese Berufsbezeichnung frei  – auch als Lehre aus dem Dritten Reich mit seinem Reichsverband der Deutschen Presse. Es kann sich also prinzipiell jeder Journalist sein, egal ob er auf einem Blog publiziert oder nicht.

Außerdem kann man nur mit dem Kopf schüttlen, wenn jemand, der sich um die Zukunft des Journalismus sorgt, sich nicht über die Vorratsdatenspeicherung im Allgemeinen aufregt. Stattdessen erfüllt es Herr Valentin mit Sorge, dass neben Journalisten theoretisch auch Blogger von der Datenspeicherung aller Bürger ausgenommen werden könnten. Dabei ist auch im Gesetz zur Vorratsdatenspeicherung ist nicht klar, wie festgestellt wird, wer als Journalist arbeitet. Also ist auch unklar, ob eine Ausnahme Blogger beinhaltet oder ob nicht viel eher die Arbeit von Journalisten im allgemeinen einschränkt wird. Darin liegt eine viel größere Gefahr für den Journalismus.

journalist500

Was ist ein Blogger?

Aber genauso unklar, wie wer ein Journalist ist, ist die Frage, wer eigentlich ein Blogger ist. Jemand der ein Blog betreibt? Was macht denn ein Blog aus? Ein Blog ist erst einmal schlicht eine Software, die es erlaubt eine Webseite zu erstellen. Die beliebteste Software dafür, das Open-Source-Projekt WordPress, steckt mittlerweile geschätzt hinter 25% der Webseiten im gesamten Internet. Längst nicht alle davon sind Blogs, viele sind Unternehmenswebseiten, Freelancer-Portfolios oder andere Webseiten.

Nun gibt es in der Wissenschaft teilweise Eingrenzungsversuche, die charakteristische Eigenschaften benennen (tatsächlich war meine erste Seminararbeit im Studium im Jahr 2009 zum damals aktuellen Thema Blogger vs. Journalisten). Beispielsweise die umgekehrt chronologische Reihenfolge in der Beiträge erscheinen. Auch das ist längst nicht mehr charakteristisch, denn es gibt so viele unterschiedliche Designs und Layouts. Auch die Einbindung von Nutzerkommentaren kann nicht als Blogmerkmal gelten: Einige der größten Blogs verzichten gänzlich auf Nutzerkommentare, umgekehrt bieten auch die meisten Webseiten klassischer Medien eine Kommentarfunktion. Viele Blogs sind inzwischen eher Onlinemagazine, die eine ganze Redaktion im Hintergrund habe. Umgekehrt werden aus Sparmaßnahmen die Onlineredaktionen vieler klassischer Zeitungen zusammengelegt.

teleprompt

Journalistische Arbeitsweise ist ausschlagebend

Diese zwei schwierigen Definitionsfragen zeigen, wie absurd die Diskussion ist (und weshalb wir sie eigentlich hinter uns gelassen haben). Wenn Valentin eine Selbstverpflichtung der Blogger fordert, tut er das wieder vor dem Hintergrund unklarer Begriffe und dem Unwissen, dass es eine solche Selbstverpflichtung in vielen Bereichen bereits gibt: Ein Großteil der Reiseblogger hat sich unter dem Reiseblogger-Kodex zusammengeschlossen. Auch ist das Netz eben kein “rechtsfreier Raum”, um einen weiteren Aphorismus von 2009 aus der Mottenkiste zu holen. Blogger und alle Onlinepublikationen operieren unter dem Recht der Meinungsfreiheit, dürfen aber ebenso wenig ungekennzeichnete Werbung machen oder falsche Behauptungen aufstellen, wie andere Medien. Wer die aktuellen Diskussionen über Schleichwerbung auf YouTube-Kanälen oder die ersten Verurteilungen wegen Beleidigungen auf Facebook verfolgt, sieht, dass die Rechtssprechung hier zwar langsam, aber doch stetig aufholt.

Entscheidend sind nicht die Bezeichnungen “Blogger” oder “Journalisten” sondern allein die journalistische Arbeitsweise (darüber funktioniert auch die schwammige Ausnahme bei der Vorratsdatenspeicherung). Diese muss ausschlagebend sein für eventuelle “Privilegien”. Es geht also um ein sorgsames und gründliches Arbeiten, bei “Bloggern” und bei “Journalisten”.

heatedblogs

Ein PR-Berater schreibt in der Zeitung

Ad Absurdum wird der ganze Vorwurf dadurch geführt, dass Herr Valentin seinen Gastkommentor in einer Printzeitung veröffentlichen darf. Herr Valentin ist nämlich seines Zeichens PR-Berater. Zwar hat er irgendwann auch mal Redakteur gelernt, arbeitet aber schon lange nicht mehr hauptberuflich als Journalist. Somit führt er selbst den Beweis an, dass es nicht zwingend Blogs braucht, um undifferenzierte Meinungsstücke zu veröffentlichen.

Im Endeffekt ist Valentins größte Sorge auch eine ganz andere: PR-Leute wissen in Zukunft nicht mehr, mit wem sie sprechen sollen. Die paar Lokalredakteure, die man so kennt, reichen für richtige PR-Arbeit im Jahr 2016 eben nicht mehr aus, sondern es gibt neue Meinungsmacher. Und die sind für den Prozess der Meinungsbildung ebenso wichtig.

newmedia

 

Disclosure: Ich war 2010 bei der Rhein-Zeitung Hospitant am Social Media Desk und anschließend freier Mitarbeiter. Herrn Valentin habe ich schon mal im echten Leben bei Terminen getroffen.