Die Geschichte des Internet-Kollektivs „Anonymous“ nahm gestern Abend ihr Ende. Nach einem gescheiterten Protestzug gegen eine lokale Bäckerei im ländlichen Allgäu gibt sich die Bewegung aus dem Netz geschlagen. Netzfeuilleton war natürlich für Sie im Internet am Ort des Geschehens.
Internet – Die erfolgreiche Protestgruppe „Anonymous“, die allerlei boshaften Organisationen und gemeinen Unternehmen den Kampf ansagte, kündigte gestern eine neue Attacke an. Das Ziel an diesem frühen Morgen: Die kleine Bäckerei „Meier-Müller“ im ländlichen Allgäu. Seitdem sich mehr und mehr Kunden über die viel zu harten Brezeln beschwerten und der Betrieb trotzdem nicht reagierte, sah sich Anonymous wieder genötigt zu handeln. Dabei wurde mithilfe einer prophetischen Videobotschaft, die auf der Onlineplattform „YouTube“ veröffentlicht wurde, der Krieg erklärt.
„Eigentlich hätte alles reibungslos klappen müssen.“, erklärt Internetexperte, „Wired Deutschland“-Chefredakteur und Jeff Jarvis-Rezitator Thomas Knüwer verwundert. „die Attacke wurde vollkommen richtig per Twitter, Facebook und Ping über alle Socialmedia-Kanäle kommuniziert.“ Doch als es das Heer der Anonymous-Krieger mit digitaler Stärke auf den Gegner stürmen wollte, kam es zu großer Verwirrung. Die Bäckerei „Meier-Müller“ war nämlich gar nicht mit einer Internetpräsenz vertreten. Millionen Anhänger der Protestgruppe drückten ihre Verzweiflung daher im Kurznachrichtendienst „Twitter“ aus. Der Ansturm führte dazu, dass die amerikanische Seite für einige Stunden nicht erreichbar war.
Um die Situation zu entschärfen, hatten sich bekannte Köpfe der deutschen Internetszene zu einem dringenden Gremium zusammengetroffen. In einer Runde aus neun Alpha-Bloggern und mehreren Vertretern der „Piratenpartei“ kam es nach einer passwortgeschützten Wiki-Online-Diskussions-Abstimmung zu einer Einigung. „Wir haben spontan entschieden, eine Webseite für die Bäckerei zu erstellen.“, erklärt Markus Beckedahl, Betreiber von „Netzpolitik.org“ und dem Versuchsverein „Digitale Gesellschaft“, den Geniestreich. Die Webadresse „meiermuellerallgaeu.de“ wurde noch zur selben Stunde registriert und sollte den Protestlern von Anonymous als Ziel der Demonstrationen zur Verfügung gestellt werden. Doch bevor die Seite im Internet abrufbar war, wurde sie durch eine einstweilige Verfügung der Euroweb GmbH daran gehindert. Laut dem Abmahnschreiben verstoße die Internetpräsenz gegen Namensrechte und könnte infolge dessen gepfändet werden.
Als diese Entwicklungen durch die internationale Presse zogen, alarmierte Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich umgehend das neu eingerichtete Cyber-Abwehrzentrum in Bonn, das daraufhin unter dem Decknamen „Lulsec“ in die Internetseiten der Anonymous-Gruppe eindrang und dort eine Botschaft der Kriminalpolizei hinterließ.
Bei der abendlichen Pressekonferenz wurde außerdem bekannt gegeben, dass einige Facebook-Profile beschlagnahmt wurden, weil die Errichtung einer kriminellen Vereinigung befürchtet werde. Der Verschwörungstheoretiker Felix von Leitner vermutet, dass die Bäckerei im Allgäu dafür riesige Schmiergelder bezahlt habe. Die Bäcker hatten sich zu diesen Vorwürfen noch nicht geäußert.
So wurde es in dieser Nacht still um Anonymous. Mehrere tausend Sympathisanten der Gruppe gedenken heute gemeinsam im Online-Trauermarsch auf facebook und twitter den Helden der digitalen Kriegsschlachten.
April, April.
Danke, für jeden Klick & Kommentar:
Tweet




Lesetipps für den 21. Juni | Netzpiloten.de - das Beste aus Blogs, Videos, Musik und Web 2.0
11 Monaten veröffentlicht
[...] Anonymous gibt sich geschlagen : Die Geschichte des Internet-Kollektivs „Anonymous“ nahm gestern Abend ihr Ende. Nach [...]
lulz
11 Monaten veröffentlicht
obvious troll is obvious