
Kaum gibt es Änderungen in Deutschlands größtem Studentenportal “StudiVZ” und den Ablegern MeinVZ&SchuelerVZ, ist die Aufregung darüber nicht weit. Doch was steckt hinter den Vorwürfen und ist alle Kritik verständlich? Netzfeuilleton sah sich die Hintergründe genauer an und kommt zu einem etwas anderen Ergebnis. Verschwiegene Tatsachen und eine vergnügliche Massenbeschwerde kommen auf.
Was ich in der deutschen Blogosphäre immer wieder erkennen kann, ist eine unsensible Kopie von Aussagen. So bald eine größere Quelle eine Meinung propagiert, ist es ein Leichtes sie zu kopieren und in einer anderen Formulierung zu veröffentlichen. So schafft man beispielsweise schnell eine Mobilisierung, die im Internet sehr gelobt wird, aber häufig auch nur daran liegt, dass es genug ahnungslose Trittbrettfahrer gibt, die mitmachen. Diese virale Funktion kann auch gerne dazu benutzt werden, eine allgemeine Auffassung über eine Sache zu erstellen, die dann von der Mehrheit geschluckt wird und so weiter geplaudert wird. Es muss keine großen Begründungen geben, so lange genügend Leute mitmachen, werden die Kritiker in der Masse verstummen. Diese Publicity hat viele Vorteile, kann aber auch zum Gegenteil führen. Die StudiVZ Ltd. ist seit einiger Zeit großes Opfer dieser negativen PR – teilweise berechtigt, teilweise völlig ohne Sinn.
So startete das Studentennetzwerk heute eine neue Funktion, die dem Microbloggingdienst Twitter sehr ähnelt. Jeder User hat jetzt die Möglichkeit eine 140-Zeichen lange Nachricht zu verfassen. Genauso wie beim amerikanischen Vorreiter also. Im Gegensatz zu dem ist diese Funktion aber noch nicht interaktiv einzusetzen und auch nicht öffentlich einsehbar. Statt das Netzwerk einmal dafür zu loben, dass die langweilige Startseite einem neuen Bild gewichen ist, darf man jetzt von kunterbunten Kopievorwürfen lesen.

Dass die Funktion “ist gerade..” bei StudiVZ schon seit über einem Jahr existiert und jetzt einfach unter dem Titel “Buschfunk” vom persönlichen Profil auf die Startseite gewichen ist, wird verschwiegen. Dass StudiVZ sicher nicht das erste Portal ist, dass Twitter kopiert, scheint plötzlich auch nicht der Rede wert zu sein. Dass Facebook seit kurzer Zeit selbst versucht eine Art Twitter zu integrieren, ist auch nirgends zu lesen. Immerhin kupferte StudiVZ bei Facebook ab, was zu Recht zu viel Kritik führte, aber das amerikanische Pendant plötzlich unverwundbar macht?

Das frührere "Username is.." wurde in eine Phrase umformuliert, die auch auf Facebook zu twittern einlädt.
Dabei macht man es sich einfach: Was es bei Facebook so oder so ähnlich gibt, ist gleich eine Kopie. Die öffentlichen Profile in etwa die StudiVZ vor kurzer Zeit einführte. Bei Facebook gibt es diese schon lange, dabei bleibt unerwähnt, dass das amerikanische Netzwerk diesen “Fangedanken” deutlich von MySpace kopierte, die es mit ihren Musikerprofilen in die Herzen der User schafften. Sicher sind einige Plagiatvorwürfe berechtigt, auch wenn die Facebook-Klagen eher nach einem Kaufversuch aussehen, zu mal das Social Network selbst im Rechtsstreit stand und StudiVZ vor einiger Zeit vergeblich aufkaufen wollte.

Wer bei StudiVZ Innovation sucht, soll sie erst einmal bei der Konkurrenz finden. Das gegenseitige Kopieren ist dabei eine altbewährte Methode, um etwas weiterzuentwickeln. Im Grunde baut jedes heutige Startup irgendwo auf den Ideen anderer Vorgänger auf. Das war früher nicht unbedingt anders:
Wenn ein jeder StudiVZ nicht mag, wieso befinden sich dann immer noch so viele User dort? Ist es vielleicht wie beim Fernsehen, das auch den großen Hass schürte, als Ranicki sich öffentlich aufregte? Der “ja, voll doof”-Ruf bleibt eben immer ein einfaches Mittel der sozialen Interaktion. Übrigens eine Funktion die alle Netzwerke vereint. Aber wahrscheinlich hat StudiVZ das auch irgendwo gestohlen.
Alle Screenshots von mir. Titelbild unter CC von law_keven bearbeitet.
Dieser Artikel erschien zuerst auf idiotext.









Mai 6th, 2009 at 21:10
Hallo,
ich verstehe auch nicht warum die alle über die VZ´ler rummeckern.
Wenn es denen nicht gefällt können die die Seite ja einfach ignorieren
bzw. meiden.
Ebenso würde ich es ja noch verstehen wenn die für den Dienst Asche verlangen,
ich kenne mich mit Servern und Programmierung aus. Ja selbst der kleinste
Blogger möchte mit seinen Blog auch wenn es teilweise nur kopierter Content
anderer ist (siehe: Content Klau im vollem Gange) Asche machen. Was zum Teufel
ist daran rumzumeckern wenn alles kostenlos ist und auch noch stets supportet
wird….
Mai 6th, 2009 at 21:38
ich finde eure gesamte idee scheiße
Mai 6th, 2009 at 21:57
Naja… StudiVZ war am Anfang nur eine Deutsche übersetzung von Facebook. Kann mich erinnern als selbst noch fehlermeldungen von Facebook kamen.
Naja ich nutze StudiVZ nicht, und finde der Gründer von StudiVZ hätte keine 50 Mil.€ für sein Plagiat bekommen dürfen, sonder hätte hinter Gittern sitzen müssen.
Aber ok, jetzt gehörts der Holzbrinck Gruppe… die machen es genauso wie Facebook, Myspace und alle anderen, die guten Funktionen der anderen duplizieren, um ihren Usern eine bessere Plattform zu bieten(natürlich um diese zu binden).
Aber sollte den BMW deshalb kein Airbag verwenden? Oder Mercedes keine Start-Stop Automatik? Sollte nur Toyota Hybrids bauen dürfen?
Ich glaube nicht.
Mai 6th, 2009 at 21:58
“nutze StudiVZ nicht mehr” sollte das heißen.
Mai 7th, 2009 at 02:10
ihr seit doch voll die opfer nur am meckern seid ihr dummes volk
Mai 7th, 2009 at 02:27
@ lalala: Ja voll die Opfer, wirklich. Voll ey.
Mai 7th, 2009 at 12:51
die macher von studivz haben verdient dafuer viel geld zu kriegen. wenn ihr eben zu dumm wart ein facebook auf deutsch zu machen, dass so gut umgesetzt ist, dann hoert auf so neidisch zu sein und sperrt euch weiter hinter eure dumme, verblendete und ignoranten welt.
aber ist ja immer so, 99% der weltbevoelkerung sind eben dumm wie brot. ihr glaubt wahrscheinlich auch, dass aids von affen kommt, dass die schweinegrippe naturell entstanden ist, dass 9/11 von bin laden kommt und dass obama der neue messias ist.
verblendete opfer.
Mai 7th, 2009 at 13:01
Bester Blog auf Hiphop.de, – toller Eintrag.
Immer schön weiter nachdenken! Toll.
Mai 7th, 2009 at 13:02
*Ups,
Muss mich getäuscht haben. Steht wohl eingeständig…Sorry.
Müsli Artikel scheint toll, – les ich gerade.
Mai 7th, 2009 at 16:02
"Der ‘ja, voll doof’-Ruf bleibt eben immer ein einfaches Mittel der sozialen Interaktion." http://tinyurl.com/conf9c #buschfunk
Mai 7th, 2009 at 16:08
Ich wäre froh darüber, wenn das Wort “Opfer” hier entschieden seltener fiele.
Mai 7th, 2009 at 17:28
@SheepHunter: Wenn wir es mit dem Begriff erst mal auf Platz 1 der Google Ergebnisse schaffen, sind unsere finanziellen Sorgen Vergangenheit.
Mai 8th, 2009 at 02:58
na wenn man es meiden soll, machs publik! Oder warum gibt es morgen ne party entsprechend dem 14.mil user?
Mai 26th, 2009 at 13:37
Naja, die Studi-Nutzer sind teilweise so flach, dass sie über den Tellerrand nicht mal ansatzweise hinausragen können.
Die Lächerlichkeit der VZ ist eigentlich mit nichts mehr zu überbieten. Sie sind und bleiben auf ewig schlechte Plagiate. Wo andere Dienste seit Jahren Innovationen zeigen (hallo Facebook-Applications) hinkt der Rotz aus Deutschland meilenweit hinterer.
Dass dazu der Dreck der reinste Schweizer Käse ist – ich sag nur erste (in)offizielle StudiVZ-Statistik und Lovebot –, fällt dann auch nicht mehr ins Gewicht.
Amüsant ist lediglich die Gruppe von Vollhonks, die hier noch diese Kopie verteidigen oder gar in Schutz nehmen – sorry, aber ihr habt ja den Schuss nicht mehr gehört.
Mai 28th, 2009 at 14:54
Es ist doch in keinster Weise verwunderlich das alle gegen StudiVZ schießen, sie sind nun mal immer die letzten in der Verwertungskette die die Innovation der anderen kopieren und das dann auch noch schlechter. Da wunder ich mich ehrlich gesagt nicht über StudiVZ Bashing.
September 2nd, 2009 at 16:39
zum glueck bin ich bei den ganzen versagern im facebook, studivz usw. nicht angemeldet.
sinn where?
September 3rd, 2009 at 10:09
@blabla11: Ach nun komm, du findest es wirklich “sinnlos”?