Ob tot oder verletzt, was kümmert es die F.A.Z.

March 15th, 20093:53 pm @

5


Ob tot oder verletzt, was kümmert es die F.A.Z.

Die Onlineausgabe der Frankfurter Allgemeine[n] Zeitung faz.net hat sich mit der Kommentarfunktion am Beispiel der Blogs gerichtet und spricht für Interaktivität. Ich kann natürlich nachvollziehen, dass ein Kommentar dort erst nach Prüfung erscheint, weil man Zustände wie in den Golemdiskussionen vermeiden möchte. Doch interessant ist dennoch, dass ein Kommentar, der einen faktischen Fehler kritisiert, weder veröffentlicht wird, noch eine Behebung dieser Daten zur Folge hat.

Ich spreche über die Fernsehkritik vom 12. März 2009. Darin geht es um die Sonderausgabe von “Hart aber Fair” zum Amoklauf in Winnenden. Im Beitrag wird mit Ungenauigkeit der Amoklauf in Emsdetten erwähnt:

Vor drei Jahren, als in Emsdetten Schüler und Lehrer starben, hatte Plasberg schon einmal zu einer Runde eingeladen.

Am 20. November 2006 stürmte Bastian B. in seine alte Schule in Emsdetten. Er verletzte dabei 27 Menschen – sieben Schüler, eine Lehrerin, einen Hausmeister und 16 Polizisten. Das einzige Todesopfer war er allerdings selbst. Somit starben vor drei Jahren keine “Schüler und Lehrer”. (Mehr Informationen)

Weiter heißt es in dem Absatz:

Auch damals war Christian Pfeiffer dabei gewesen, und genauso Tim Westerholt vom WDR-Radio EinsLive, der sich jetzt wieder bemühte, Computerspiele, Jugendschutz, berechtigte Sorge und falsche Panik auseinanderzuhalten.

Tim Westerholt heißt eigentlich Tom Westerholt und war in der “Hart aber Fair”-Runde vom 22. November 2006 nicht anwesend.

Es ist interessant zu sehen, wie eine große deutsche Zeitung sich nicht recht darum bemüht, Fehler zu korrigieren und Kommentare im Vorfeld weder publiziert noch ernst nimmt. Dabei hätte eine Googlesuche oder Wikipedia auch geholfen. Oder einfach ins eigene Archiv gucken: FAZ-Artikel vom 21. November 2006.

Update: Die FAZ hat den Absatz jetzt verändert. Nach zwei Tagen.

Vor drei Jahren, als in Emsdetten auf Schüler und Lehrer geschossen wurde, hatte Plasberg schon einmal zu einer Runde eingeladen. Auch damals war Christian Pfeiffer dabei gewesen, genauso wie Tom Westerholt vom WDR-Radio EinsLive, der in einem Einspieler zu sehen war. Westerholt bemühte sich auch jetzt wieder darum, Computerspiele, Jugendschutz, berechtigte Sorge und falsche Panik auseinanderzuhalten.

Um alle Updates regelmäßig zu verfolgen abonniert doch am besten unseren RSS-Feed. Dort erhaltet ihr noch mehr Infos, noch früher. Entweder ihr abonnniert ihn über einen Reader (z.B. Google Reader) oder in Firefox als Dynamisches Lesezeichen. Ausserdem schicken wir euch die neusten Artikel auch gerne 1 mal am Tag per Mail. Selbstverständlich jederzeit kündbar.
Wenn ihr bei Twitter seid, könnt ihr dort auch dem
Netzfeuilleton Account folgen und bekommt die Hinweise auf die neusten Artikel in eure Timeline.

Danke, für jeden Klick & Kommentar: