So ganz schien es ja nicht das zu sein, was man sich erhofft hatte und jetzt ist es nach einem knappen Jahr auch schon wieder vorbei. Die Geschichte von Zoomer.de ist die Story des typischen 0815-Webmasters: Mit viel Elan und Prophezeihung hatte man gestartet, einige Menschen engagiert, Nutzer gefunden, wenn auch nicht gerade die, die man ursprünglich in Betracht zog – aber Klick ist Klick. Doch jetzt fällt das Experiment in sich zusammen, wie es Prognosen seit Monaten vorhersahen.

Das Mitmachportal, angeheizt von einigen prominenten und pseudoprominenten Leuten, die sich über ihren Alltag und politische Themen innerhalb von zwei Minuten per Video äußerten, schien an den Zielen vorbei zu schießen. Grundlegende Wenden gab es nicht, der Relaunch vor einigen Monaten brachte nicht die erhofften Veränderungen und so gibt man den Versuch ganz auf. Peter Neumann, Zeit Digital Chef, äußerte sich gegenüber Kress.de sehr stichhaltig. Man hätte dem Projekt in normalen Zeiten länger gewährt, aber es seien keine normalen Zeiten. Kurze Worte zum Abgang einer Neuerung im Web, aber gleichzeitig klare Worte, was den Stand dieser Formen angeht. Ist Deutschland einfach nicht bereit für das Internet?
Zoomer starte nach amerikanischen Vorbildern, eine Seite für Jugendliche, verbunden mit Diskussionen, polarisierenden, subjektiven Nachrichten, Einflussmöglichkeiten und Werbepartnern, doch das was daraus wurde, ist ein gescheiterter Versuch sich an Objekten zu messen, die in Deutschland scheinbar noch immer keinen Bedarf finden. Doch ist es nur das Internet? Ein Medium, bei dem wir immer zuversichtlich sagen können, es sei ja immer noch “Kinderschuhe”, “Kindergarten”, und so weiter? Im Grunde ist es bei anderen dieser Medien nicht anders: Das Fernsehen läuft durch eine Krise, das Radio auch, und selbst die Zeitungsverläger, die in Deutschland Tradition haben, stänkern hier und da.
Sind wir nicht bereit für ein bisschen Moderne? Sind wir irgendwo stecken geblieben? Ich kann diese Fragen nicht wirklich beantworten, aber sie stellen sich mir – zusammen mit vorurteilsbehafteten Gedankengängen, die die Schuld hier und da suchen, wo sie so vielleicht garnicht ist. Ich lade zur Diskussion ein.
Foto: Flickr unter CC von phatman.
Danke, für jeden Klick & Kommentar:
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meistermochi
3 Jahren veröffentlicht
kein verlust, right?
besser ist freitag.de
@Sheephunter
3 Jahren veröffentlicht
Woran ist zoomer.de gescheitert? http://bit.ly/UBnWB
@Sheephunter
3 Jahren veröffentlicht
Woran ist zoomer.de gescheitert? http://bit.ly/UBnWB
SheephunteR
3 Jahren veröffentlicht
Ich habe am Anfang wirklich versucht mich in zoomer.de einzufinden und es auch zu nutzen, aber es stimmte an vielen Stellen einfach nicht.
Zum einen kam ich vorallem mit diesem Sendung mit der Maus Stil von Ulrich Wickert nicht klar, der mit der “jungen Zielgruppe” so redete, als wären sie alle doof und als müsse man ihnen erstmal die Welt von kleinauf erklären.
Dieses Schema zog sich durch die gesamte Seite. Ich fühlte mich nie umfassend informiert, sondern als wären die Themen nur angerissen, kurze Agenturmeldungen abgeschrieben, boulevardisiert und mit netten Grafiken aufgehübscht. Analyse? Hintergründe? Fehlanzeige. Deswegen, bin ich dann doch immer wieder zu SpiegelOnline gewechselt, wenn ich mehr zu dem Thema erfahren wollte.
Dann hab ich ihnen das MeinVZ Debakel (http://tinyurl.com/29p42t) nie wirklich verziehen und dadurch haben sie glaube ich insgesamt in der Community viel Glaubwürdigkeit verloren. Und gerade in der Anfangsphase wiegt das schwer.
Somit hat zoomer viele Fehler gemacht, aber das Konzept, der Intensive Dialog mit den Lesern oder Usern und deren Einbindung bleibt revolutionär. Und das hat ja auch durchaus funktioniert, es kamen Diskussionen auf durchaus hohem Niveau zu stande. Das war das Stück Zukunft, dass zoomer.de uns gezeigt hat, und von dem sich andere Medien hoffentlich was abschneiden und das dann weiterlebt.